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AnatolGogol

Supernase

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21

Samstag, 21. Dezember 2013, 12:09

Seitenscheitel (ob perfekt oder nicht ist sicher Definitionsabhängig) hat er ja in allen Filmen. Für mich ist in Bezug auf Connerys Frisur eigentlich das entscheidende, ob es halbwegs echt und natürlich wirkt. Daher ist von seinen "Toupet-Bonds" auch NSNA in dieser Beziehung für mich der gelungenste. Zwar wirkt sein "Haarschnitt" da um einiges nüchterner, aber vermutlich gerade deshalb auch nicht völlig unecht. In der Beziehung sind GF und DAF halt unschlagbar, auch wenn man da vielleicht "frisurentechnisch" nennen wir es mal ambitionierter an die Sache ranging. Aber der draufgepappt wirkende Haaransatz in GF ist schon sehr schwach getrickst.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Mister Bond

Felix Leiter

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22

Samstag, 21. Dezember 2013, 14:25

Dann formulieren wir es mal so:
Ich mag seine Frisur in YOLT am wenigsten.
Eben völlig uninspiriert :)

kananga

MI6 Staff

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23

Sonntag, 22. Dezember 2013, 18:28

für mich galt YOLT immer als der schlechteste der Gilbert-Streifen, und ich möchte manchen meiner Vorschreiber zustimmen: die Logiklücken wirken hier irgendwie als handwerkliche Fehler, ähnliche wie später bei DAF, und sind nicht so gut in die fantastisch-ironische Handlung integriert. Insoferne haben die Moore-Filme diesen Art von Bondstil sicher noch perfektioniert, wobei man YOLT zugute halten muss, dass er sicher vieles der späteren Übersteigerungsbonds fundierte und auch inspirierte.

Aber ansonsten macht mir die ganze Sache einen Riesenspaß, schwarzhumorig augenzwinkernd ironisierend zelebriert sich Bond als Superman, dem nicht nur die Gegner reihenweise erliegen, sondern dem auch die hübschen Frauen, darunter immerhin eine Prachtlady wie Karin Dor, ohne weitere Anstrengungen zu Füssen liegen. Gerade die Verführungsszenen mit Dor sind köstlich, der Spruch: "wie kann ein so hübsches Geschöpf so brutale Einfälle haben" reicht, um das hautabziehwillige Winnetougirl scheinbar willig schmachtend in die Hand jenes Spezialagenten zu treiben, dem im Flemingbuch das Kunssttück gelingt, einen vorgeblichen Shatterhand zu bezwingen;). Auch sonst wimmelt es von köstlichen Einfällen Sprüchen Bonmots "Wir Leichen haben wenig Gefühl für die Zeit" "Du vergißt, dass ich in Cambridge Sprachen studiert habe", und wer ein echter Gentleman ist, der wünscht auch artig-unartig Verwandten der Neonsalmler einen später von Timothy kopierten "Bon appetit". Little Nelly weiß des Luftlümmelstalkings wahrlich wacker Dame zu werden . Auch Einfälle wie der magnetische Abschleppdienst sind leider nicht von mir aber recht nett, kannibalisierende Raumschiffe sind auch nicht von der unleckeren Sorte. Wenn selbst 007 nur zweimal lebt, so führen doch Raketenzigaretten zur Verlängerung dieses zweiten Lebens. Und wenn ich auch nicht ganz entkräften will/kann, dass Sean hier etwas lustlos wirkte, so muss man zu seiner Entschuldigung doch anführen, dass er ja auf die Austern verzichtet hat.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »kananga« (22. Dezember 2013, 19:07)


Mister Bond

Felix Leiter

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24

Sonntag, 22. Dezember 2013, 21:43

Fräulein Brandt hat eher mit Bond gespielt als umgekehrt.

Ansonsten stimme ich dir zu.
Da ich den Film aber im Original schaute muss ich mal eine Legende zur Seite schaffen.
Die "deutsche" Aussage Blofelds, dass es nur einen Mann auf der Welt gibt, der eine Walther PPK benutzt, hört sich dann so an:
"There ist only one man on the world we know who uses a Walther PPK."

Ist doch ein recht deutlicher Unterschied und somti nicht so lächerlich wie in der Synchro.

kananga

MI6 Staff

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25

Montag, 23. Dezember 2013, 11:53

Fräulein Brandt hat eher mit Bond gespielt als umgekeh
so ist es, deshalb schrieb ich ja "scheinbar".

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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26

Sonntag, 26. Januar 2014, 13:39

So, gestern zum ersten mal YOLT auf Blu-ray. Ein Genuss für Augen, Ohren und Sinne.

Ein Film, bei dem ich natürlich auch nicht ganz unparteiisch bin - zu sehr hat er meine "Fan-Werdung" geprägt und war neben TB der Bondfilm, der mich als Kind am meisten fasziniert hat. Nicht zufällig sind das noch heute meine unerreichbaren Favoriten.

YOLT ließ mich gestern wieder aufs Neue eintauchen in die fantastische Exotik Japans, die die Kombination aus Moderne und Tradition bestens einfängt. Das Japan YOLTs ist für mich vielleicht der am besten inszenierte Schauplatz aller Bondfilme. Ich würde mir wünschen, dass auch ein zukünftiger Bond wieder die Chance hat, in die Geheimnisse einer fremden Kultur einzutauchen, ohne wie ein Besessener von Schauplatz zu Schauplatz hetzen zu müssen.

YOLT besticht für mich v.a. durch 2 Personen, die selber im Film gar nicht auftauchen:
John Barry hat vielleicht seinen besten Score verfasst (ich hoffe ja noch immer, dass YOLT im Song-Contest YKMN noch überholen kann). Und Ken Adam schuf Sets für die Ewigkeit.
Sein Vulkan ist neben dem vergoldeten Mädchen und Oddjob (beide GF) und dem Beißer (TSWLM, MR) vielleicht das Element des Franchise, das sich am meisten in das kollektive Kinogedächtnis eingebrannt hat. Und kurz danach dürfte dann auch schon Little Nelly kommen.

Dass die Geschichte Logikschwächen hat,ist natürlich nicht zu leugnen. Hier mal nur die offensichtlichsten:
  • Mir ist noch keine Möglichkeit eingefallen, den vorgetäuschten Tod Bonds in der PTS irgendwie sinnvoll zu erklären
  • Welches Raumschiff filmt die Szene, in der das Raumschiff die Kapsel schluckt?
  • Die selbe Frage stellt sich beim Magnet-Abwurf des Autos der Osato-Helfer
  • Wie viele Stunden hat der Tag der Kissy Suzuki? Sie schwimmt mit Bond in die Höhle, klettert dann mit ihm den Vulkan hoch, holt dann Hilfe, indem sie den Vulkan wieder hinuntersteigt und durchs Meer schwimmt, und kommt dann tatsächlich mit Tanaka und seinen Leuten nochmals zum Vulkan zurück und kämpft mit.
  • Warum hat Bond zufälligerweise einen Tarnanzug in der richtigen Farbe inkl. Saugnäpfen unter seinem Fischer-Outfit dabei?


Aber all diese Schwächen stören nicht bei einem Film, der andere Schwerpunkte hat. YOLT nimmt einen mit auf eine besondere Reise. Wer sich in seine Leichtigkeit fallen lässt, kann einen reichen Gabentisch voller Genüsse erleben.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Mister Bond

Felix Leiter

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27

Sonntag, 26. Januar 2014, 23:08

Man merkt deine Begeisterung für diesen Streifen. Ja, diese Weltraum Aufnahmen und die Aufnahme vom Heli. Vielleicht war schon damals das Bild-Team so schnell 8o
Aber eines sag ich dir: Ein super Score, aber kein super Titellied :P

chrimarx

James Bond Club Deutschland - 007010

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28

Donnerstag, 30. Januar 2014, 23:46

@Kronsteen: Gerade die Hochzeitszene symbolisiert für mich die Grossartigkeit und gleichzeitig Schwäche des Films. Sie ist atmosphärisch dicht, sehr intensiv mit Liebe zum Detail inszeniert, fantastische Bilder, kongeniale Gänsehautmusik. Aber was diese Hochzeit eigentlich sollte im Hinblick auf Logik und Fortschritt der Handlung, keiner weiß es, aber letztlich interessiert es auch keinem, weil, wie Du richtig sagst, der Film einfach schön ist und nur in seiner Surrealität funktioniert. Willkommen in Japan, Mr. Bond!
"Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt sie nicht, sie ist nämlich tot."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chrimarx« (31. Januar 2014, 00:17)


Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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29

Freitag, 31. Januar 2014, 09:15

Du sagst es!
YOLT ist allgemein ein Film, der wenig Logik in sich birgt. Das "Warum" ist bei diesem Film eindeutig hinter das "Was" gestellt.
Man könnte (wenn man denn will) die Hochzeitsszene höchstens noch damit erklären, dass nur durch eine solche Hochzeit auf dem traditionellen japanischen Land ein unauffälliges Ermitteln möglich ist. Sonst wäre die Unruhe durch einen "Fremdling" wie Bond zu groß gewesen (und man musste schließlich annehmen, dass die Schurken in dieser Gegend aktiv waren).
Ich stelle mir bei der Hochzeitsszene mit Bond als Japaner dann immer nur vor, wie er auf Fragen von Kissys Freundinnnen oder Verwandeten reagiert hat und mit Ihnen kommuniziert hat. Aber er hat ja in Cambridge Sprachen studiert, wie wir wissen. ;)

Für mich ist YOLT jedenfalls ein klarer "Gefühlsbond" und kein "Kopfbond", wenn man so will.

Das Zusammenspiel der Zutaten (Musik, Schauplätze, Ideen, Tricks, Exotik) passt einfach wunderbar.

Leider ist YOLT irgendwie im Fandom recht unbeliebt und steht bei den meisten eher im hinteren Mittelfeld (was auch die Bondesliga widergespiegelt hat).
Für mich nach wie vor ein Highlight der Reihe.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Don-Corleone

009 - Killed in East Berlin - Dressed as a clown with a fake Faberge egg in my hand

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30

Freitag, 31. Januar 2014, 09:32

Absolut, auch wenn ich YOLT auch eher im unteren Mittelfeld habe (warum eigentlich :D ) ist YOLT klar ein Film der - genauso wie die anderen beiden Gilbert Filme - von seiner audiovisuellen Pracht profitiert. Fantastischer Barry Score und tolle Bilder. Irgendjemand in diesem Forum hat mal geschrieben, man könnte den Film anhalten und das jeweilige Standbild kommt einem "Gemälde" gleich. Die fast schon "märchenhafte" Atmosphäre verstärkt dieses Gefühl und Adams Vulkan Setting ist einer der absoluten Highlights des Fracnhise.

Ich glaube auch das YOLT in der Bewertung der Gelegenheitsbondgucker höher bewertet wird als bei uns im Forum.
Es war nach den Großtaten GF und TB der nächste Schritt in der "Größer,höher, weiter" Entwicklung der Filme. Und genauso klar - wie nach MR - wurde danach wieder Bremse reingehauen, weil "größer" geht es irgendwann nicht mehr.
Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

chrimarx

James Bond Club Deutschland - 007010

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31

Freitag, 31. Januar 2014, 11:02

@kronsteen: Ein Gefühlsbond, kein Kopfbond - exakt in einem Begriff getroffen. Sehr schöne Differenzierung...:)
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Maibaum

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32

Freitag, 31. Januar 2014, 13:49

Für mich funktioniert YOLT weder im Bauch noch im Kopf gut. Ich finde das ist alles so lieblos routiniert runter gedreht daß zu oft der Spaß auf der Strecke bleibt. Was schade ist. Denn an sich ist der Stoff gutes, simples Bond Futter.

Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

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33

Freitag, 30. Mai 2014, 17:15

Ich werde mit YOLT glaube ich auch nie mehr warm, er ist m.E. schlecht strukturiert, erzählt, angeleitet und gespielt. Die ganze Japan-Thematik ödet mich außerdem an.

Beste Szenen: Hmmm, vielleicht Henderson. Evtl. die Verführung von Fiona Helga
Schlechteste Szenen: Wo soll ich anfangen? Japan-Verkleidung, Totale auf die Docks, bei der man sieht, wie schlecht choreografiert der Kampf ist (Feinde bleiben stehen, um Bond nicht zu kriegen), ansonsten die gähnende Langeweile, die sich durch den ganzen Film zieht

I never left!

chrimarx

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34

Sonntag, 10. August 2014, 18:15

First broadcast on BBC 1 on 25 March 1967, this 53 minute episode of Whicker's world sees Alan Whicker bounce around the set of 'You Only Live TwiceYou Only Live Twice' (1967), and takes him not only to Pinewood Studios but also to the film's exotic Japanese locations. Whicker interviews producers Cubby Broccoli and Harry Saltzman, chats to screenwriter Roald Dahl, learns the secrets of a successful Bond girl, and experiences first hand the sometimes bruising 'Bondomania' that attends the star, Sean Connery, wherever he happens to be.

Ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte!

http://www.the007dossier.com/007dossier/…Only-Live-Twice

(nicht auf youtube verfügbar, Stichwort: GEMA)
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35

Samstag, 23. August 2014, 20:35

Was mich bei YOLT am meisten stört ist die Besetzung von Donald Pleasence als Blofeld. Die Figur ist in FRWL und TB so gut eingeführt und mysteriös eingeührt worden und mit einem Schlag zerstört worden, bevor es dann in OHMSS mit Telly Savalas wieder aufwärts ging. Ich frage mich gerade ob der britische Schauspieler Ivor Dean nicht auch eine Option für die Rolle Blofeld gewesen wäre? Ich denke mit dem entsprechenden Make UP. http://www.tv-nostalgie.de/Bilder%20Schatzinsel/6.jpg.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Moonraker81« (23. August 2014, 20:41)


Scarpine

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Samstag, 23. August 2014, 21:33

Na ja, aber gegen den gesichtlosen Blofeld konnte ja jeder Darsteller nur verlieren. Ich verstehe irgendwie nicht, wieso so viele Leute Probleme mit Donald Pleasance haben. Er ist ein hervorragender Darsteller und macht seine Sache in "You Only Live Twice" alles andere als schlecht. Nur die Narbe ist natürlich klischeehaft und albern. Ich habe den Verdacht, dass sich hier viele Pleasance` Blofeld rückwirkend durch die Persiflierung von Mike Myers und Co. haben verleiden lassen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass 1967 so viele Zuschauer von diesem Villain enttäuscht waren wie heute. Dagegen kann ich überhaupt nicht verstehen, wieso Telly Savalas immer über den grünen Klee gelobt wird. Der liefert zwar auch eine astreine schauspielerische Performance ab, aber ich glaube, dass sich hier viele von der geschlossenen Erhabenheit von "On Her Majesty’s Secret Service" blenden lassen, denn faktisch wurde die Ikonenhaftigkeit dieser Figur in diesem Film noch weiter zurückgeschraubt. Blofeld gerät hier zu einem eher beliebigen Allerweltsgangster.

Von der mysteriösen Erhabenheit des früheren Blofelds ist in "On Her Majesty’s Secret Service" noch viel weniger zu spüren als in "You Only Live Twice". In diesem Zusammenhang sei auch auf meine ausführliche Argumentation im "On Her Majesty’s Secret Service"-Thread verwiesen. Ich möchte hier natürlich keinem Telly Savalas` Blofeld verleiden, aber das Pleasance-Bashing geht mir in letzter Zeit zugegebenermaßen etwas auf die Nerven. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass Pleasance auch nicht mein Ideal-Blofeld ist. Das wäre nämlich der deutsche Charakterdarsteller Wolfgang Kieling gewesen. Ivor Dean finde ich auch nicht schlecht, aber ist doch etwas gewollt, zumal ich nie einsehen konnte, wieso Blofeld eigentlich eine Glatze haben muss, da er in den vorherigen Filmen immer mit deutlichem Haaransatz präsentiert wurde. Aber das nur am Rande. Die Erstwahl der Produzenten für die Rolle war übrigens Helmut Qualtinger.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Mister Bond

Felix Leiter

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Samstag, 23. August 2014, 22:17

Ein Pleasence-Bashing habe ich hier nie vernommen, auch wenn es mich arg wunderte, dass er beim Villain-Spiel noch vor Charles Gray rausflog :bamm:

Kronsteen

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Samstag, 23. August 2014, 22:57

Pleasences Blofeld ist für mich neben Oddjob, Beißer und natürlich Goldfinger DIE Koryphäe der Bösewichte. So wie YOLT im gesamten - auch wenn er hier im Forum nicht sehr beliebt ist - einige Stilelemente in sich vereinigt, die im kollektiven Kinogedächtnis wie kaum was anderes ikonographisch für Bond stehen: Der Vulkan, Little Nelly...und eben auch Pleasences Blofeld.
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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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39

Samstag, 23. August 2014, 23:48

Das Hauptproblem mit Pleasence ist wohl, dass man sich Blofeld bis hierhin immer als jemand vorgestellt hat, der pure Angst verbreitet. Helga und Osato zittern im Film ja auch schon bei jedem seiner Worte wie kaninchen vor der Schlange. Dann sieht man schließlich Donald Pleasence und fragt sich, was genau an ihm nun diese Angst verursachen soll. Die Narbe okay, aber sowas ruft eher Mitleid hervor. Pleasence ist ja schon von Statur eher klein, zudem wirkt er hier irgendwie ruhelos und getrieben. Menschen, die Respekt auslösen, sind in der Regel eher groß, strahlen eine unerschütterliche Ruhe aus und haben einen hypnotischen Blick. So wie Blofeld ja auch in den Romanen beschrieben wird. Pleasence ist praktisch das Gegenteil davon. Natürlich kann es auch einen gewissen Reiz haben, wenn man mit den Zuschauererwartungen spielt und sie kontrastiert. Stichwort Keyser Söze. Aber ich hab nicht den Eindruck, dass das Drehbuch von YOLT irgendwie Kapital aus Pleasence' Erscheinung schlägt. Sonst hätte man ihm wohl auch keine Narbe und Schuhe mit hohen Absätzen verpasst.

Bei Savalas' Blofeld kann ich mir dagegen gut vorstellen, dass er auch mal zupackt und Verräter nicht nur hinterlistig abknallt. Seine Erscheinung rechtfertigt seinen bedrohlichen Ruf viel eher als Pleasence. Durch Hunts Regie hat er für mich außerdem schon eine gewisse mysteriöse Aura. Sicher profitiert Savalas insgesamt vom Drehbuch und der Inszenierung, aber bestimmt nicht mehr als Pleasence von Ken Adams Kulissen.

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40

Sonntag, 24. August 2014, 01:11

Um meine Aussage nochmal zu konkretisieren. Auch ich wollte kein Pleasence Bashing betreiben. Ich bin nur der Ansicht wie Martin das man sich Blofeld nach den Auftritten in FRWL und TB größer und bedrohlicher vorstellt, was Pleasence meiner Meinung nach nicht hält genauso wenig wie die erste Wahl Jan Weyrich. Meiner Meinung nach braucht Blofeld auch keine Glatze, es hätte nur gut mit der Fortsetzung der Rolle durchTelly Savalas gepasst, den ich für den besten der drei Blofelds halte. Ich mag aber letztlich alle drei. Es wäre auch interessant gewesen, wenn man es geschaft hätte, das Blofeld in der deutschen Synchro der Filme FRWL, TB und YOLT die gleiche Stimme gehabt hätte, ähnlich wie bei Connery und Lazenby. Scarpine deine Idee mit Wolfgang Kieling gefällt mir ausnehmend gut.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Moonraker81« (24. August 2014, 10:50)