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ollistone

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Freitag, 31. Mai 2013, 15:18

DER FILM: Leben und sterben lassen

In diesen Thread bitte alles rund um "LALD".



Hier geht es zur Diskussion auf Razyboard.

Zitat von »Kronsteen«


Alles um den Erstling Roger Moores mit einem legendären Titellied.
Den häufig vorgetragenen Rassismusvorwurf kann ich nicht nachvollziehen.
Übrigens der erste 007-Film, in dem kein Q/Major Boothroyd/R zu sehen ist.



Zitat von »Christian79«


LALD zählt zu meinen Favoriten. Gelungenes Debut für Roger Moore als Bond, aber auch die anderen Darsteller überzeugen. Titelmusik und die Musik generell während des Filmes sind einfach spitze, verleihen dem Film eine tolle Atmosphäre. Nur das Ende kann nicht mehr so ganz mit halten, liegt aber wohl auch a.d. nett gemachten Bootsjagd und dem leicht angestrengt wirkenden Sheriff Pepper davor ...



Zitat von »ollistone«


Moores erster Bond - was für ein Einstand und welch ein Unterschied zu Lazenby! Auch wenn Moores Humor noch nicht ganz so trocken wie in späteren Filmen rüberkommt, ist er - finde ich - schon nach LALD nicht mehr wegzudenken.

Mir gefallen

- die gut aufeinander abgestimmten Drehorte
- die ziemlich unheimlichen Voodoo-Szenen
- Motorbootjagd
- die Flucht mit dem Doppeldecker-Bus
- die Krokodil-Farm

Weniger gefallen mir

- Titelsong (Paul McCartney klingt mit den Wings immer so bemüht...)
- Sheriff Pepper, genauso überflüssig wie in TMWTGG, wohl für den US-Markt konzipiert?
- Kanangas Hauptquartier (als würde Syd Cain hier Ken Adam kopieren wollen)

Rassismusvorwurf? Warum? Weil es in 21 Bonds mal einen bösen Schwarzen gibt?

Insgesamt stärker als Vorgänger DAF und Nachfolger TMWTGG, aber noch nicht Moore in voller Lebensgröße.



Zitat von »jimhunter«


Einiges wurde hier schon genannt : wie z.b. die tolle Musik - absolutes Seventies feeling.

Alleine schon wenn Solitaire Bonds kommen vorhersagt "Er bringt verderben und Tod" - dazu die blenden zu Moore unterlegt mit der genialen Musik!

Amüsant finde ich das Bond hier humorvoll auf die Schippe genommen wird und stellenweise an Phileas Foog erinnert : "Hey Mann wissen sie eigentlich wo wir hinfahren ? " "zum oberen Stadteil nehme ich an?" - "oberer Stadtteil? -Wir fahren nach Harlem Mann !" oder sein plumper Versuch mit ein paar scheine an Informationen zu kommen - nicht zu vergessen der geniale Kauf der Schlange im Vodoo Shop.

Der Film beginnt ja sehr verhalten - was ihm nicht schadet- seit FRWL musste man nicht mehr so lange auf die erste grössere Actionszene warten, dafür ging es dann aber auch spektakulär zur Sache - wirkt heute noch und war 73' noch sensationeller.

Was ich schon lange mal loswerden wollte - Bonds Wohnung - einfach nur Genial. Der Jungesellentraum !
stilvoll und doch modern.

in den Kampfszenen sieht man schon den Unterschied zu Connery : Connery war ja mehr der Boxer mit Judoelementen ( wie Fleming ja auch seinen Helden beschreibt) Moore hingegen boxt mit Karate einflüssen - obwohl er den grünen Gürtel ja erst für TMWTGG zulegte. Er kommt daher eleganter in diesen Szenen rüber - während Connery mit Brachialgewalt losschlug ( was jetzt keine wertung sein soll-ich mag beides).

Pepper finde ich gelungen - auch seine Rückkehr in TMWTGG -was Bond als Serienfigur betont.
Was ich übrigens schade finde ist die fehlende Szene mit dieser Kanone.
aber dafür gibt es ja den nervenzerreisenden moment als Bond im Schlusskampf beinahe von einem vorbeifahrenden Zug geköpft wird



Zitat von »Sanchez«


LALD ist ein Spitzen-Bondfilm. Von vorne bis hinten macht er einfach Spaß und weist ein solches Tempo auf, dass der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig ist. Roger Moores Darstellung des Bond ist noch nicht ganz so stabil wie in TSWLM, es wirkt als ob er seinen Stil noch suchen würde, aber wirklich stören tut das nicht.
Positives:
- Der IMHO stärkste Soundtrack der Serie (auch wenn mich jetzt alle Barry-Verehrer schlagen wollen)
- Das beste Titellied der Serie
- Drehorte, die eine Abenteuer-Atmosphäre aufkommen lassen
- Sehr gutes Bondgirl (wenn auch nicht das beste)
- Gute Actionszenen (auch wenn wir einen Kampf im Zug schonmal und besser gesehen haben)

Mich stören nur einige Kleinigkeiten. Die Story mit den Tarotkarten finde ich nachwievor etwas weithergeholt, aber was solls. Es gibt noch einige kleinere Logikfehler (zB warum Solitäre Baron Samedi nicht erkennt, als sie und Bond die Drogenplantage besichtigen wollen; oder warum Kanaga Bond nicht sofort Bond tötet sondern die Arbeit den Krokodilen überlassen will, hätte ihm viel Ärger erspart).
Ach ja, Sherrif Pepper kann ich auch nicht abhaben.

Was den Rassismusvorwurf angeht: Wenn LALD gegen Schwarze ist, waren die vorigen Filme gegen Weiße, bzw YOLT gegen Japaner. Ansonsten siehe meinen Kommentar zu Mr. Wint und Mr. Kidd: Wer braucht schon Political Correctness?



Zitat von »KW12«


Echt ein Hammer Film!
Mir gefällt der titel selber sehr gut! "Leben und Sterben lassen" klingt einfahc nur geil!
De rFilm selber ist sehr gut aufgebaut und gefällt mir
allgemein sehr gut!

+ Gute Pre-Title!
+ Super Bösewicht mit tolem Henchmen!
+ Für mich das beste Bondgirl.
+ Verfolgungsjagden (Bus, Schnellboot...)
+ Sheriff Pepper für mich einfach nur klasse!
" Alle Stinkefinger auf die Motorhaube, die Beine ganz breit..."
+ Tolle Drehorte
+ Krokodil-Farm


Das einzige was mich ganz ganz wenig stört ist das es kein "Q" gab!

@jimhunter
Finde ebenfalls Bonds Wohnung super!
Sieht echt total gemütlich aus.
Noch eine Frage: Was für eine fehlende Szene mit der Kanone? Kann mir das jemand erklären? THX

Gruss KW12



Zitat von »photographer«


Die Geschichte von der großkalibrigen Kanone auf dem US-Patroullienboot "Point Spencer"


Auf dem regulärem Filmplakat zu "Live and let die" sieht der Betrachter Solitaire auf dem Rohr einer riesigen Waffe sitzen, die gerade einen Schuss abfeuert. Viele Bond-Fans haben sich häufig gefragt, was es mit der Waffe auf sich hat.


Eine Antwort hierauf gibt der Star des Films, Roger Moore, in einem eigenen Buch, welches nach den Dreharbeiten veröffentlicht wurde.
Aus "Roger Moore's own account of filming »Live and let die« · Seite 38":

... The captain of the coastguard cutter, the Point Spencer was very obliging and agreed to manoeuvre his patrol boat into the background of our shot. At the end of the day the skipper, Robert Mitchell, invited me on board to meet his eight-man crew and mascot, a white poodle called Pierre resplendent in an emerald green collar with emerald nail varnish to match. I boarded the baby battleship with my inevitable entourage of photographers and in a flash they had whipped the cover away from a beefy 81 mm shell gun and 50 calibre machine gun and had me swinging them round in suitable 007-style picture poses.


Dieser entsprechende Promo-Shot erschien gedruckt beispielsweise in einem japanischen Filmbuch zu Roger Moore, so wie es auch eine Reihe von sehr vielen anderen Promo-Shots zu dem Film gibt, die aber keine (!) Szenen im Film darstell(t)en.
Legendär ist in dieser Hinsicht beispielsweise das Photo, auf dem man Roger Moore mit einem Champagnerglas im Vordergrund sieht, während im Hintergrund das Boot des Verfolgers Adam explodiert. (s. Motiv-Serie dt. Aushangfotosatz, die sich im Thread »Aushangphotos« befindet).
[Gleicht man dieses Motiv mit der Filmhandlung ab, kann Roger Moore in dem Moment schlecht an zwei verschiedenen Orten sein]



Zitat von »MisterBond«


So, hier kann ich es nochmal kurz aufzählen:

LALD enthält:

- meinen Lieblings-Bonddarsteller
- Lieblings-Bondgirl
- Lieblings-Titelsong
- einer der Lieblingsscores
- einer der Lieblings-Verfolgungsjagden (Boat chase)
- Lieblings-Felix-Leiter-Darsteller
- Sheriff Pepper
- Lieblings-Gunbarrel-Sequence
- Krokodil/Alligatoren-Farm
- zwei der Erinnerungwürdigsten Stunts (Lauf über die Krokodile, mit dem Motorboot über die Landzunge)
...siehe auch hier: Some notable movie stunts, etwas weiter runter scrollen.

Das reicht um den gesamten Film eine Wertung von 9/10, da er leider auch ein paar Schwächen hat.
Eins spricht noch für diesen Film: er war zwar nicht mein Erster, den ich gesehen habe (ich glaube Nummer vier), aber durch LALD wurde ich erst wirklich zum Bondfan.[br][br]



Zitat von »webster«


Nachdem ich neulich Thunderball wieder gesehen habe, hat LALD diesen Film jetzt in meiner Bestenliste wieder überholt.
Das Stärkste an LALD ist die beste Chase-Sequenz der ganzen Serie: die Bootsjagd. Was ich nicht so gut finde, ist dieser ganze Voodoo-Quark, allen voran die Rückkehr des "Barons" am Ende des Films.
Solitaires Weissagungen hingegen sind für den Spannungsaufbau sehr wirksam. Big Kananga gehört nicht zu den Top-Villains der Serie, was zum Teil auch an seiner "Doppelrolle" liegt - ein Effekt der an Bond/Hilary Bray erinnert. Tee Hee ist durchwegs überzeugend als Henchman. Und mit David Hedison kommt hier der Leiter der Leiters zum Zuge. Und Sheriff Pepper ist wundervoll witzig, aber nur hier. Sein Comeback in TMWTGG war unnötig (im Gegensatz zu Zukovskys Comeback in TWINE).
Fazit: Zwar kein Top-Bond, aber er bildet die Spitze des oberen Mittelfeldes.



Zitat von »Carsten«


Leben und sterben lassen zählt nicht zu meinen Lieblingsbonds. Dies liegt überwiegend an der Machart des Films, mit der ich nicht so richtig warm geworden bin. Die wenigen Kulissen, die er hat, wirken auch wie Kulissen - zum Beispiel das Set von Kanangas Unterschlupf mit der Ein-Schienen-Bahn. Dem Set fehlt jede Tiefe, wohin die Bahn eigentlich führt, kann man nicht sehen, der Boden ist zu glatt für eine Höhle. Das ganze wirkt billig. Dieser Eindruck wird von dem benutzten Filmmaterial noch unterstützt. Das Format 1:1,85 sorgt zusätzlich für einen TV-Film-Look, dem Film fehlt jeder Glamour. Selbst die Karibik-Szenen wirken regelrecht trist.

Die Stärken des Films liegen in den Action-Szenen, die jedoch manchmal etwas zu aufgesetzt wirken, und bei den Darstellern. Mein Besetzungsfavourit in diesem Film ist der unglaublich talentierte Geoffrey Holder, dessen Lachen einem einen echten Schauer über den Rücken jagt. Gott sei Dank hat die Synchro gar nicht erst versucht, das Lachen selbst zu sychronisieren.



Zitat von »cyrus_poonawalla«


Willkommen in den Siebzigern, Mister Bond!

"More Excitement, More Action, More Danger, And More, much more: Roger Moore as James Bond 007" - damit wurde der achte James-Bond Film angekündigt.
("More" und "Moore" werden dabei fast gleich ausgesprochen. Nur so funktioniert das Wortspiel!)
Also wieder ein neues Gesicht. Aber diesmal entschlossen sich die Produzenten, nicht nur das Gesicht auszutauschen. James Bond betritt Neuland - in jeder Hinsicht.

"Live And Let Die" ist ein durchweg heiterer Film, lockerer, deutlich humorvoller als es die Bond-Filme mit Sean Connery jemals waren, wirkliche Unterhaltung für die ganze Familie. Action, Spaß - nahezu jede Szene endet mit einem absurden Knalleffekt - , dazu die grellen Farben, die dem Begriff "Technicolor" endlich entsprechen. Irrwitzige Verfolgungsjagden wechseln sich einander ab, zu Wasser, zu Lande und in der Luft - Bond ist überall in seinem Element, und der Zuschauer ist so mitgerissen, daß ihm die Absurdität der Story (doch, selbst dieser Film hat eine!) gar nicht auffällt...

Die Schaupieler hatten sämtlich sichtlich Spaß während der Dreharbeiten; Yaphet Kotto als "Dr. Kanaga" bzw. "Mr Big" ist ein Bösewicht, der sowohl "Larger-than-life" als auch dennoch menschlich glaubwürdig ist. Gleiches gilt für Julis W. Harris als Tee Hee. Jane Seymour als "Solitaire" stellt eine Ausnahme unter den Bond-Gespielinnen dar: Genau wie Diana Rigg hat sie tatsächlich schauspielerisches Talent - und sie konnte nach ihrem Auftritt hier eine dauerhafte Karriere starten, eine Leistung, die nur noch Kim Basinger nach "Never Say Never Again" schaffte. Alle anderen Schauspielerinnen verschwanden kurz nach ihrem Bond-Auftritt wieder von der Leinwand.

Und Roger Moore? Er war eigentlich schon 1962 für die Rolle vorgesehen. Damals stand er jedoch für eine TV-Serie ("The Saint" , dt: "Simon Templar") unter Vetrag und vor der Kamera, und als die Produzenten für "On Her Majesty's Secret Service" erneut nachfragten, drehte er mit Tony Curtis die TV-Serie "The Persuaders!" (dt: Die 2) - im dritten Anlauf klappte es dann endlich. Moore spielt den Aganten mit leichtem Augenzwinkern, leicht ironisch, sich selber nicht allzu ernst nehmend, erfrischend lebendig. Die Filmmusik von Beatles-Produzent George Martin (für das Titellied von Paul und Linda McCartney gab es eine OSCAR-Nominierung!) unterstreicht diese Lebendigkeit noch. Bond ist endlich in den Siebzigern angekommen, bereit, sich der Herausforderung durch eine neue Generation von Kinobesuchern zu stellen.

Und das Ergebnis überzeugt.



Zitat von »Spree«


Obwohl LALD ein Bondfilm aus unteren Regionen meiner Bestenliste ist und wahrscheinlich der Moore-Bond, den ich mir am seltensten anschaue, bleibt er dennoch ein klasse Film, der aber eben auch einige Schwächen hat:
- Yaphet Kotto gefällt mir als Bösewicht nicht
- der wohl blödsinnigste und am schlechtesten gemachte Tod eines Bösewichts
- für mich, der meistens nicht so auf Verfolgungsjagden steht, hat LALD etwas zuviele davon (auch wenn die Bootsverfolgung klasse gemacht ist)
- der Film legt sich besonders am Ende nicht wirklich auf eine einheitliche Schiene fest: ist der ganze Voodoo-Krimskrams jetzt real (immer wieder auftauchender Samedi, besonders bei den Schlusstiteln für mich übertrieben) oder doch nur gespielt (mechanischer Aufzug aus dem Grab)? Außerdem finde ich, passt die Voodoo-Thematik nicht sooo gut zu Bond (ähnlich wie der Thug-Kult in Indy 2).
- auch wenn es nicht so ins Gewicht fällt wegen der guten Szene bei Bond zuhause: irgendwie ist es schade, dass Q fehlt;

Abgesehen davon bietet LALD aber tollen sarkastischen und schwarzen Humor ("Vorher hätte ich dich bestimmt nicht umgebracht!", Austricksen von Solitaire), Wahnsinnsstunts (Krokodile), super Action und ein wahnsinnig heißes Bondgirl. Außerdem einen der besten Scores der Reihe, abgesehen vom Titelsong, der mir noch nie gefallen hat.

Wie gesagt: guter Film, aber innerhalb der Bondreihe eher selten von mir gesehen.[br][br]

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (2. Juni 2013, 09:50)


ollistone

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Freitag, 31. Mai 2013, 15:23

Zitat von »felixleitner«


In einem Zeitalter, in dem "Dirty Harry", "Shaft" oder "Popeye Doyle" mit brutaler, unglamouröser und (pseudo-)realistischer Gewalt in authentischen Milieus vorgingen, entschloss man sich, Bond den entgegengesetzten Weg gehen zu lassen und ihn weiter ins Parodistische zu treiben. Ein harter, realistischer Bond alá Dalton/Craig wäre vielleicht, als direkte Konkurrenz zu Eastwood & Co., untergegangen (wie '89, als die Zuschauer von Rambo- und Miami Vice-Verschnitten in den Videotheken-Regalen überschüttet wurden und Bond sich hier nicht genügend absetzten konnte). Die Macher haben sich in Ton und Machart des Films ungewöhnlicherweise mal NICHT dem Zeitgeist gebeugt und sich damit von der Konkurrenz abgehoben.

Was LALD trotzdem zum Bond mit dem grössten 70ties-Feeling macht, sind die teilweise dem Blaxploitation- und Polizei-Kino entliehenen Schauplätze und Figuren sowie der zeigemäße okkulte Touch (Exorzist, Rosemaries Baby).

Und genau aus diesem Spagat - ein klassisches Bond-Abenteuer (zudem noch mit dem britischsten & snobistischsten Bond aller Zeiten) in den Schauplätzen und mit den Gegnern des "schmutzigen" Gegenwartskinos - gewinnt der Film seinen Humor und seine Dynamik. Bond/Moore ist hier manchmal nicht in seinem "Terrain", wirkt wie aus seiner gewohnten "Bond-Welt" herausgerissen:

- In Harlem, wo er mit seinem unbedarften Harvard-Absolventen-Auftreten das glatte Gegenteil eines echten Geheimagenten abgiebt. Diese Szenen gehören zu den parodistischten der ganzen Serie - Bond wird hier bewusst als Fremdkörper dargestellt.

- Im Kampf mit okkulten Voodoo-Mächten, die in einem Bond-Film normalerweise wirklich nix verloren hätten (obwohl sie nur Staffage & Tarnung sind, wie etwa der Crap Key-Drache), hier aber augenzwinkernd am Ende als "echt" und unbezwingbar präsentiert werden. Bond kann gegen jeden Schurken bestehen, von den Voodoo-Mächten sollte er aber die Finger lassen!

...und zudem: In welchem 60er Jahre-Bond hätte man sich einen schlechtgelaunten, rassistischen Südstaaten-Sheriff einbauen trauen? (Den ich übrigens im Gegensatz zu vielen Forumsmitgliedern sehr amüsant finde!)

Interessant finde ich auch, dass man hier einen neuen Bond präsentierte, ohne den Stil in Bezug auf den Vorgänger signifikant zu ändern. Zwar sind Ton & Humor von DAF etwas rüder und sexueller aufgeladen, im Grunde bleibt sich Hamilton in LALD trotzdem im Großen & Ganzen treu.

Ansonsten war LALD lange Zeit ein Lieblings-Bond von mir (auch weil ich ihn von den "klassischen" Filmen, DN bis TLD, als letztes gesehen und mich damals an den anderen schon ein bisschen sattgesehen hatte..) - tolle Actionszenen, auch wenn Moore-Bond die meiste Zeit (wie später so oft) auf der Flucht ist... Lediglich die Show-Down-Höhle sieht ein bisschen zu billig & einfallslos aus. Und Kanagas Tod - naja, passt aber irgendwie zum Film...

P.S.:

Naja, in Sachen Pop-Farben ist YOLT doch wohl ungeschlagen...



Zitat von »MisterBond«


Wohl der Bond, den ich am meisten im O-Ton sah.
Hat bei mir eine besondere Stellung.
Kann mich sogar sehr gut daran erinnern wann ich diesen Film zum ersten mal gesehen habe, November 1987 auf VHS und, Zufall, Free-TV-Premiere am 6.12.1987 (ARD).
Und eben der erste Bond, den ich auch vor längerer Zeit schon im O-Ton sah.
Der fünfte Bondfilm den ich gesehen habe, aber erst durch diesen wurde ich zum "Fan".


Dieser Bond fängt sehr toll die 70er-Jahre Atmosphäre ein.
Bond ist erstmals und einzigartig im eigenen Haus zu sehen als M ihn besuchen kommt.
Dazu kommt das wohl skurrilste Ende aller Bondfilme...Baron Samedi auf dem Zug.
Der Film wird so zu sagen mit einem Augenzwinkern, was zum Grundton des Films passt, zu Ende geführt.
Dei anderen positiven Punkte habe ich schon damals auf Seite Eins niedergeschrieben.
Nochmals muss ich meine Solitaire erwähnen :lips:
Ich gebe, dank der oben genannten Punkte und da er mein erster "Lieblingsbond" war:
[size=3]8.5/10[/size]

Und ein Pic von Jane Seymour :happy:





Zitat von »Scarpine«


Roger Moores erster Bondfilm:

Die Schauspieler:
Roger Moore gibt ein starkes Debüt und vermag es den Zuschauer sofort von seiner Interpretation der Rolle zu überzeugen. Neben TSWLM empfinde ich seine Darstellung in diesem Film als seine stärkste Leistung. Ein wunderbares Bondgirl stellt die von Jane Seymour verkörperte Solitaire dar. Für mich gehört sie zu den besten Hauptdarstellerinnen der ganzen Serie. Yaphet Kotto spielt überzeugend den brutalen und skrupellosen Dr. Kananga. Mit den großen Schurken der Reihe kann er aber nicht ganz mithalten. Gloria Hendry bleibt in ihrer undurchsichtigen Nebenrolle in meine Augen völlig blass. Die von Julius W. Harris und Geoffrey Holder verkörperten Handlanger sind äußerst einprägsam und zählen für mich zu den gelungensten Henchmen der Franchise. Über den Auftritt von Clifton James kann man sicherlich streiten, allerdings finde ich seinen Part in LALD bei weitem nicht so aufgesetzt wie in TMWTGG. David Hedison tritt hier zum ersten Mal als Felix Leiter auf. Für mich ist er neben Jeffrey Wright der beste Interpret dieser Rolle. Bernard Lee und Lois Maxwell dürfen erneut in ihren Paraderollen glänzen. Ich finde den Einfall brillant, dass die beiden Bond ausnahmsweise mal zu Hause aufsuchen. Desmond Llewelyns Fehlen ist zwar schade, aber auch kein Beinbruch.

Die Musik:
Dieses Mal ist George Martin für den Soundtrack zuständig. Sein Score ist zwar gut, gehört aber wohl nicht zu den besten Alben der Reihe. Zumindest ein paar Barry-Arbeiten sind deutlich stimmungsvoller. Die Tracks "Bond meets Solitaire" und "Boat Chase" bleiben mir am besten in Erinnerung. Paul McCartneys Song "Live and let die" gehört zu den besten der ganzen Serie und passt ebenso hervorragend zur Titelsequenz.

Die Regie:
Guy Hamilton sitzt zum dritten Mal für Bond im Regiestuhl und ich muss sagen, dass LALD gleich nach GF sein gelungenster Bondstreifen ist. Der Film ist sehr spannend und atmosphärisch, zumal es ihm gelingt die Stimmung der Inselbonds DN und TB wieder aufzunehmen. Hamilton kann ich handwerklich eigentlich nichts vorwerfen. Anders als bei GF wirken hier auch die Schauplätze auf mich. Einzig und allein bei dem Schlussgag (Baron Samedi) bin ich mir nie sicher, was ich von ihm halten soll. Manchmal empfinde ich ihn als genialen Abschluss dieses großartigen Bondtrips, manchmal finde ihn für einen Bondfilm gänzlich unpassend. Zudem ist der Trick mit dem explodierenden Kananga ein wenig lustig, aber das konnte man damals wohl nicht besser lösen. Zu meinen Lieblingsszenen zählen Bonds Fahrt durch New York mit dem anschließenden Attentat, Bonds erstes Treffen mit Solitaire, der nächtlicher Ausflug Bonds zu Solitaire und die gemeinsame Flucht von San Monique, die gesamte Boot-Sequenz mitsamt der wunderbaren Einleitung und das Finale auf San Monique.

Die Titelsequenz:
In meiner Wahrnehmung gehört dieser Vorspann zu den besten Titeln der ganzen Serie. Bei Binders Schaffen kommt die Sequenz bei mir auf Platz 3. Auch wenn die Darstellungen etwas überspitzt sind, unterstreicht die Haupttitelsequenz die Stimmung des Streifens doch grandios.

Die Schauplätze & Sets:
New York und New Orleans sind sehr atmosphärisch und bilden einen guten Kontrast zu den Naturszenen auf Jamaika und in den Sümpfen Louisianas. Besonders die beiden letztgenannten Locations bringen eine herrliche Exotik im Stile von DN und TB zum Vorschein. Die Sets sind gelungen, aber nicht so einprägsam wie in anderen Filmen. Das Dekor von Kanangas Geheimunterschlüpfen in New Orleans und San Monique sowie sein Inseldomizil können am deutlichsten hervorstechen.

Insgesamt: LALD gehört in meinen Augen zu den besseren Streifen der Serie. Er gehört sicher nicht in die Spitzengruppe, bietet aber glänzende Unterhaltung und verschafft Roger Moore ein beeindruckendes Debüt. Meist rangiert der Film bei mir auf den Plätzen 8-10. Bei der nächsten Bestenliste wird er diese Position wohl verteidigen können.

8 von 10 Punkten[br][br]



Zitat von »MisterBond«


Bei diesem Bond sehe ich wohl am meisten über Schwächen hinweg. Im Gegenteil, die absurde Todesszene von Kananga amüsiert mich auch heute noch oder wie Roger, der alte Checker, die junge Jane Seymour rumkriegt...dieser Schwerenöter. Aber da ich auch eine Schwäche für die gute Jane habe.
George Martins Score gehört für mich direkt nach John Barrys Werken zu "You Only Live Twice" und "On Her Majesty's Secret Service" zum besten aller Bondfilme. Der Titelsong von Sir Paule bleibt sogar die Nr. 1.
Generell gehört dieser Bond für mich zu den atmosphärisch gelungensten und im Gegensatz zu anderen bin ich der Meinung, dass abgesehen von Sean, Roger Moore darstellerisch den besten Debuteindruck hinterließ.
Auch hier vergebe ich momentan einen Bonuspunkt mehr:
9/10

Und noch eine kleine Bemerkung:

Zum Bild der Ultimate Edition DVD muss man aber schon sagen, dass sie gegenüber der HD-Ausstrahlung von ARD im Dezember zu Wünschen übrig lässt.
Die HD-Ausstrahlung bot mehr Kontrast, Schärfe und Detailreichtum.
Im Gegensatz zu den anderen Bondtiteln mit Connery oder Moore merkt man den Unterschied hier am meisten.
Da darf man sich auf die Blu-ray freuen (wenn man sie noch nicht besitzt).



Zitat von »Django«


Hier auch noch ein Beitrag, den ich schon "drüben" gepostet hatte:

Habe mir übers WE LALD reingezogen und möchte hier meine Meinung dazu kundtun:

Roger Moores Einstand als 007 darf als durchaus gelungen betrachtet werden. Moore wirkt frisch und gab der Franchise jenen Kick, den sie nach DAF nötig hatte. Die Szene, in der Bond in Harlem als meilenweit einziger Weisser mit seiner völlig arroganten Art ins Fillet of Soul marschiert, wäre mit Sean Connery einfach undenkbar gewesen. LALD ist denn auch ein unterhaltsamer Film, der sich keine nennenswerten Schwächen leistet. Allerdings fehlt mir bei LALD ein bisschen das "Besondere". Irgendetwas, was diesen Film von den anderen abhebt und einzigartig macht. Wenn ich an LALD denke, kommt mir in erster Linie "Voodoo" in den Sinn (und natürlich der grandiose Score), jedoch finde ich den Voodoo im Film grösstenteils eher peinlich dargestellt (das war in Flemings Roman viel glaubwürdiger und besser gelöst).

Kananga/Mr. Big gefällt mir sehr als Bösewicht, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass sein Plan noch stärker beleuchtet worden wäre. Mir wirkt die ganze Heroin-Problematik in LALD nämlich schon beinahe euphemistisch dargestellt. Was ist mit den Drogenopfern und dem ganze Zeugs darum herum? Tee Hee gibt ein klasse Henchman. (Der Typ hat Humor) und David Hedison einen gute Felix Leiter.

Ein Highlight an LALD sind sicherlich die diversen Verfolgungsszenen zu Lande und zu Wasser. Toll gemacht, lustig und sehr unterhaltsam. Auch Bonds Flucht vor den Krokos ist immer wieder köstlich. Vor allem, weil der Zuschauer merkt, dass Bond da echt in Todesgefahr ist und sich was einfallen lassen muss, denn seine Gimmicks versagen (das mit der magnetischen Uhr ist eh' eines der schwachsinnigsten, unnötigsten und unrealistischsten Gimmicks, die je in einem Bond-Film vorkamen).

Unterdurchschnittlich gemacht finde ich jedoch den "Einstieg" in den Film. Ein Pretitle ganz ohne Bond (und sei es nur als Double oder als Puppe) geht einfach gar nicht. Auch hätte ich von Moore als erste Worte (oder zumindest irgendwann) "My name is..." gewünscht (habe ich das richtig in Erinnerung: Er sagt diesen Satz im ganzen Film nie?). Auch das Fehlen von Q stört in einem Film wie LALD (ich weiss, Desmond Llewelyn war damals verhindert - trotzdem hätte man ihn doch wenigstens für einen halben Drehtag einspannen können).

Insgesamt ist LALD für mich ein solider Mittelfeld-Bond.

"How is Mrs Bell?" "Intensive care, but she'll pull through."



Zitat von »DrShatterhand«


Meine "Komplettübersicht" zu LALD, die ich auch zuvor in den anderen non-razyboards untergebracht habe.

"Live And Let Die" markiert den Beginn einer neuen Ära der James-Bond-Filme. Roger Moore betritt die Szene, und er feiert einen gelungenen Einstand, wobei meiner Meinung nach seine besten Bonds später kommen.

Ich glaube, auch im nachhinein kann man das Zähneknirschen und Haareraufen der Produzenten spüren, die sich erneut nach einem neuen Bond umsehen mussten, nachdem sich Sean Connery endgültig verabschiedet hatte. Anscheinend hatte man versucht, ihm die Rolle noch einmal schmackhaft zu machen, und ihm eine Gage von 5 Millionen Dollar angeboten, aber Connery blieb standhaft. Mit Roger Moore hatte man dann einen Schauspieler gefunden, der bereits Schauspielerfahrung hatte und sich auch im Agentengenre auskannte ("The Saint", "The Persuaders").

Die Eröffnungssequenz ist ausgezeichnet gelungen. Bond tritt überhaupt nicht auf, dafür sieht man drei scheinbar zusammenhanglose Morde, bei denen mir der Mord bei der Trauerprozession am stärksten im Gedächtnis haften blieb. Ich fand es sehr witzig, wie die Trauerprozession zur Totenfeier wurde, nachdem man den toten Agenten eingesargt hatte.

Die Titelmusik bricht aus dem etablierten Schema aus, denn zum ersten Mal ertönt ein Rocksong: "Live And Let Die" aus der Feder von Paul McCartney. Ursprünglich sollte er das Lied nur schreiben, doch er bestand darauf, es auch singen zu können, ansonsten hätte er seine Zustimmung zur Verwendung des Liedes verweigert. Aus meiner Sicht war seine Sturheit eine gute Entscheidung, denn das Lied klingt mit McCartneys Stimme sehr gut und ist ein zeitloser Klassiker. Man kann eine Vorstellung davon bekommen, was sich die Produzenten vorgestellt hatten, denn das Lied erklingt (wenn ich mich nicht irre) während des Films erneut, wird dabei aber von einer Frau gesungen.

Man kann sich darüber streiten, ob der Plot eines Bond-Films würdig ist. Ein Drogenhändler produziert im großen Stil Heroin, um den US-Drogenmarkt für sich zu gewinnen und dort ein Monopol zu errichten. Hat sowas wirklich etwas in einem Bond-Film verloren? Andererseits muss sich Bond bzw. der Secret Service dafür interessieren, da drei britische und/oder amerikanische Agenten getötet wurden (und, nicht zu vergessen, Bonds Fahrer in New York). Was man hierbei auch nicht vergessen sollte, ist, daß bis dahin die Bedrohungen der Welt immer von Blofeld und SPECTRE ausgingen. Möglicherweise hat man ihn auch herausgelassen, um Moore nicht mit irgendwelchen Connery-Überbleibseln zu belasten. Dementsprechend musste natürlich etwas komplett neues her.

Die Charaktere des Films rufen bei mir gemischte Gefühle hervor. Allen voran drückt Roger Moore der Figur des James Bond seinen persönlichen Stempel auf, indem er überhaupt nicht versucht, Connery nachzuahmen.

Ich komme nicht umhin, Miss Caruso zu loben. Wenn ich sie sehe, denke ich immer gleich, daß Plenty O´Toole eine Schwester hat.

David Hedison kommt als Felix Leiter deutlich besser herüber als sein Vorgänger in "Diamonds Are Forever". Von allen Felix-Leiter-Darstellern gefällt mir David Hedison am besten, und er war bis "Casino Royale" und "A Quantum of Solace" der einzige, der die Rolle des Felix Leiter zweimal spielte - auch wenn es in seinem Fall bis "Licence to Kill" dauerte. Hedison und Moore kannten sich anscheinend ebenfalls aus ihren frühen Tagen als Schauspieler, insofern kann man hier ein weiteres "déja vu" verzeichnen.

Yaphet Kotto macht meines Erachtens eine gute Figur als Kananga/Mr. Big. Er bringt die notwendige bedrohliche Ausstrahlung mit. Über sein Ende lässt sich allerdings wirklich streiten, es sieht etwas lächerlich aus, wie er sich aufbläht und dann explodiert. Andererseits kann er nur durch die Mittel sterben, die Bond zur Verfügung stehen, und da gibt es halt nicht so viel. Erschießen oder Erstechen mag für einen Bond-Bösewicht schlicht zu profan sein. Passend hätte ich es gefunden, wenn er von Krokodil Albert aufgefressen worden wäre.

Auch in LALD hinterlässt ein Handlanger einen mindestens ebenso starken Eindruck wie der Hauptbösewicht, in diesem Fall Tee Hee. Sein Stahlarm mit Haken zeigt sofort, daß mit ihm nicht zu spaßen ist, und auch durch seine Statur wirkt er immer bedrohlich.

Mit den Bond-Girls ist es in diesem Film so eine Sache. Jane Seymour verkörpert mit der übersinnlichen Solitaire eine sehr interessante Figur; durch ihre Fähigkeit hebt sie sich von allen anderen bis dato aufgetretenen Bond-Girls ab. Nachdem sie ihre Fähigkeit verliert, dient sie aber im Prinzip nur noch dazu, immer wieder in Schwierigkeiten zu geraten und von Bond gerettet zu werden.

Rosie Carver wird als erstes farbiges Bond-Girl in Erinnerung bleiben. Leider ist das aber auch schon der einzige nennenswerte Aspekt, denn im Film macht sie eher den Eindruck, als wäre sie völlig deplaziert, und ihre Angst vor Voodoo lässt mich fragen, was sie als CIA-Agentin da eigentlich verloren hat. Gut, sie arbeitet auch für Kananga und ist somit eine Doppelagentin, aber ihr Verhalten macht sie dennoch kaum geeignet für ihre Aufgabe.

Ich befürchte bei der Darstellung dieser beiden Charaktere aber auch Schwächen im Skript. Letzten Endes konnten die Schauspielerinnen nur das Beste aus dem machen, was sie im Drehbuch vorfanden.

Sheriff Pepper ist eine echte Nervensäge. Ich frage mich heute noch, wie man so eine Figur in einem Bond-Film einbauen kann. Zu allem Überfluss taucht er in "The Man With The Golden Gun" erneut auf! Man muss ihm aber bescheinigen, daß er einige gute Zeilen hat, zum Beispiel "Geheimagent??? Auf wessen Seite??" oder seine Bemerkung zum "Swamp full of black Russians". Hat eigentlich damals irgendjemand Anstoß an dieser Zeile genommen, als der Film mit Rassismusvorwürfen konfrontiert wurde?

Was die benutzten Vehikel angeht, besticht der Film durch die Auswahl der benutzten Transportmittel. Besonders was den Flugdrachen angeht, sieht man, daß die Produzenten auf der Höhe der Zeit waren. Das mag man heute nicht mehr glauben, da Flugdrachen fast normal sind. Damals aber waren sie sehr neu und wenig verbreitet; somit hatte der Flugdrachen, den Bond benutzt, etwas exklusives.

Unterm Strich bleibt mit "Live And Let Die" ein Film, mit dem Roger Moore einen gelungenen Einstand feierte, der an den Kinokassen entsprechend honoriert wurde und der bei mir gut abschneidet. Ich finde allerdings, daß Moore erst im übernächsten Film zur Hochform aufläuft.

Kronsteen

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Montag, 10. Juni 2013, 10:33

Heute rückt also LALD, der erste Bondfilm mit Roger Moore als Hauptdarsteller, im Rahmen der Bondfilmwochen in den Fokus. Da mein letzter "Erlebnisbericht" zu diesem Film schon länger zurückliegt, versuche ich mich mal wieder an einer neuen Bewertung.

"Leben und sterben lassen" ist sicher in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Bondfilm. Wir haben erstmals nicht John Barry als Komponisten, wir haben keinen Q und wir haben ein surreales offenes Ende. Und: Wir haben einen neuen Bond!

Wir schreiben das Jahr 1973. Sean Connery hat 2 Jahre zuvor mit "Diamantenfieber" seinen endgültigen Abschied aus dem offiziellen Franchise verkündet und als letzten Verdienst für selbiges die Serie in das neue Jahrzehnt geführt. DAF war überdreht, schrill, komisch.....und erfolgreich! Was könnte also näher liegen als 2 Dinge miteinander zu verbinden: Erstens diese neue Gangart im neuen Jahrzehnt zeitgemäß fortzusetzen. Und zweitens dennoch auf einen Darsteller zurückzugreifen, der das Britische verkörpert wie kaum ein anderer: Roger Moore. Der frühere Wunchkandidat ist die ideale Neubesetzung.
Moore macht von Anfang an vieles richtig. Auch wenn ihm noch die Leichtigkeit fehlt, die ihn spätestens ab "Der Spion der mich liebte" auszeichnet, so lässt er vom ersten Moment an keinen Zweifel daran, dass er James Bond ist.
Wir lernen den "neuen" Bond in einem Umfeld kennen, das wir bei Connery nahezu noch gar nicht wahrgenommen haben: Sein Zuhause. Diese neue Komponente wird "zur Sicherheit" aber gleich mit einem klassischen Bond-Schema verbunden: Einer Frauengeschichte. Eine Instruktion durch M und ein kleines Necken mit Moneypenny fügen umgehend etliche Eckpunkte der Bond-Kultur zusammen, so dass selbst an diesem außergewöhnlichen Ort des Briefings kein Zweifel besteht: Moore ist Bond!
Im Gegensatz zur Einführung von Moores späterem Nachfolger Tim Dalton in "Der Hauch des Todes" 14 Jahre später, bei dem man anfänglich aufgrund mehrerer MI6-Agenten geradezu mit dem Zuschauer spielt, wer denn nun der neue Bond sein sollte, wollte man bei LALD den "Neuen" von Anfang an klarstellen.

Die Spur im neuen Fall führt Bond nach New York. Mir gefällt, wie man das New York der 70er Jahre eingefangen hat. Ein historisches Dokument - ähnlich wie das von Las Vegas 2 Jahre zuvor oder das von Berlin 10 Jahre später. Gerade die Szenen im zerfallenen Stadtteil Harlem, der seinerzeit hauptsächlich als Zufluchtsort von Kriminellen diente und nur einen Bruchteil seiner heutigen Einwohner hatte (Harlem ist inzwischen ein schöner Stadtteil mit teuren Immobilienpreisen) wirken auf mich authentisch. Mich hat es dabei auch nie gestört, dass die meisten Bösen im Film Schwarze waren. Der häufig genannte Rassismus-Vorwurf wirkt auf mich deplaziert. Warum hätte in 23 Bondfilmen nicht auch 1 Mal ein Schwarzer der Böse sein sollen? Dieses Privileg des Bondbösewichts nicht zu haben, wäre wesentlich rassistischer gewesen.

Die nächste Fährte führt Bond nach San Monique, eine fiktive Insel in der Karibik. An sich eine sehr schöne Idee mit San Monique - nur stören mich einfach fiktive Orte in Bondfilmen (San Monique wird lediglich noch durch LTKs "Isthmus" getoppt). Das raubt der Handlung einen gewissen Realismus. Nichts destotrotz sind die Szenen auf San Monique sehr schön. Auch der Score George Martins fügt sich hervorragend ein. Aufgrund Moores jugendlichem Aussehen stört es auch nicht, dass er der Vater von Jane Seymour, sprich "seinem" Bondgirl Solitaire, hätte sein können. Ich wundere mich immer wieder, dass Moore knapp 3 Jahre älter ist als Connery und somit rund 5 Jahre älter war als dieser bei "Diamantenfieber".

Die weitere Handlung führt uns über New Orleans nach Louisiana. Eine eindrucksvolle Stadt wird ebenso gewüdigt (was für eine Bestattung!) wie die Landschaft. Leider fehlt mir bei der Bootsverfolgung immer das Bondthema. Sie kommt weitgehend ohne Musik aus. Dies ist an sich nicht schlimm, aber in diesem Punkt hätte sie einfach zu gut gepasst. Sheriff Pepper, eine Figur, die zur Belustigung eingebaut wurde, funktioniert bei LALD sehr gut. Leider hat man sie wegen ihrer Beliebtheit dann auch im Nachfolger TMWTGG eingebaut, was dort aber nicht mehr funktionierte. Ein Fehler, der sich einige Jahre später beim "Beißer" wiederholen sollte.

Den Showdown finde ich hingegen etwas uninspiriert. Das Versteck des Schurken wirkt gegenüber früheren Verstecken (man denke nur an Piz Gloria) schlicht und künstlich. Vielleicht passt dies aber zur Drogengeschichte ganz gut.
Gerade über jene Drogengeschichte bin ich mir aber immer wieder unschlüssig, ob ich sie eines Bondfilmes würdig empfinde oder ob sie mir etwas zu profan ist. Jedenfalls passt sie gut zu den Protagonisten um Kananga. Die Idee, der literarischen Figur Mr. Big noch ein 2. Gesicht, den Diplomaten Kananga, hinzuzufügen, gefällt mir sehr gut. Ich könnte wetten, dass jedem, der den Film zum ersten Mal sieht, die Kinnlade runterfällt, als aus Mr. Big Kananga wird. Eine der wenigen Szenen in der Bond-Historie, in denen die Bond-Macher den Zuschauer im Unklaren laen (erwähnenswert wäre vielleicht noch die Geschichte um Columbo und Kristatos, bei der der Zuschauer auch erst den Falschen verdächtigt). Ansonsten sind die Bondfilme i.d.R. so deutlich strukturiert, dass man "Gut" und "Böse" sofort unterscheiden kann.

Die Figuren von LALD gefallen mir im Großen und Ganzen gut, wobei ich zugeben muss, dass mir der Handlanger Tee Hee mehr zusagt als der Oberschurke Kananga. Die Darstellung von Yaphet Kotto wirkt auf mich wenig bedrohlich. V.a. im Schlusskampf mit Bond wirkt er lächerlich. Bezeichnenderweise explodiert er in einem absolut unglaubwürdigen Knall, der dem künstlich anmutenden Finale die Krone aufsetzt.
Ganz anders Tee Hee: V.a. seine Rückkehr im Zug nach dem Showdown macht ihn zu einer erinnerungswürdigen Figur. Seine Rückkehr war das typische Element der 3 Hamilton-Bonds Anfang der 70er: Der Henchman, der beim Showdown nicht dabei war und den man quasi schon vergessen hatte, kehrt noch einmal zu einer finalen Schlacht zurück, bei der er den toten Villain rächen will. Bei DAF waren es Wind und Kidd, bei TMWTGG war es Schnickschnack und bei LALD war es eben Tee Hee.
Mit Whisper, Damballa / Baron Samedi und Adam hat man weitere interessante Henchmen integrieren können. Solitaire hingegen ist ein weitgehend hilfloses Bondgirl, das für mich nicht unbedingt zu den Highlights der Serie gehört.

Mal eine kurze Zusammenfassung der Vorzüge und Nachteile von "Leben und sterben lassen" aus meiner Sicht:

Pluspunkte:
  • Tolle Drehorte, v.a. New York und New Orleans
  • Bootsverfolgung (wenn auch leider ohne Musik)
  • Tee Hee
  • Score von George Martin
  • Tolle Stunts (Krokodil-Farm, Bootsverfolgung, Bus-Verfolgung)
  • Genialer Titelsong
  • Absolutes 70er Flair


Minuspunkte:
  • Schwacher Showdown
  • Mittelmäßiges Bedrohungsszenario
  • Ein wenig bedrohlicher Villain


Alles in allem berücksichtigt landet LALD bei mir im hinteren Mittelfeld - sowohl was alle Bonds betrifft, als auch, was die Moore-Bonds anbelangt. Ich finde LALD sehr unterhaltsam, aber es fehlen ihm Spannungsbogen und Glamour. Dennoch ein wichtiger Bestandteil der Serie, der mit Roger Moore ein neues Bond-Zeitalter einläutete.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Spree

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Montag, 10. Juni 2013, 15:09

Schönes Review, Kronsteen!
Ich kleckse auch meinen Senf dazu, der sich aber in vielem an deinen Kritikpunkten anschließt.

Für meine persönliche Wahrnehmung ist es irgendwie immer schwer, in LALD einen glasklaren Bondfilm von ANfang bis Ende zu sehen.
Das ist aber gar nicht so brutal gemeint, wie's sich vielleicht anhört. Bond kommt in der Pretitle nicht vor, es gibt fiktive Inseln und überhaupt hat die Haupthandlung eine Ausnahmestellung im Bonduniversum: sonst steht der Drogenhandel (ein sehr weltliches Thema) bei Bond eher nicht im Mittelpunkt, trotzdem wurde das Geschehen noch nie davor und danach derart außerweltlich. Es gibt Stellen, da meint man den Voodoozauber als bloßen, von Kananga geschürten Hokuspokus zu erkennen, dann steht Baron Samedi plötzlich nach seinem zweifellosen Ableben erneut vor einem. Solitaires Fähigkeiten scheinen auch real zu sein. Im nächsten Moment erkennt man, dass das vermeintliche Grab Samedis ein Lift zum Versteck von Kanaga ist. Der Film ist sich in diesem Thema lange mit sich selbst uneins, schließt aber mit dem lachenden Samedi auf dem Zug und nimmt somit klar Stellung: Voodoo works! Ob das zum sehr weltlichen Bond so gut passt, überlasse ich jedem selbst, mich stört es ein bißchen.

Wenn man diesen Zwiespalt aber hinter sich lassen kann, erwartet einen ein sehr gut aufgelegter Sir Roger, der Bond schon sehr souverän meistert (Verführung Solitaires, "Vorher hätte ich dich bestimmt nicht umgebracht." zu Rosie) und überhaupt ein toller Bondfilm, tolle Henchmen (TeeHee, Whisper, der Taxifahrer), passables Bondgirl, die nicht viel macht außer gut auszusehen. Der Song ist überhaupt nicht mein Stil (bin kein Beatles-Fan), die musikalische Einbindung in den Score ist aber fantastisch. Einzig der Villain bleibt recht blass (no pun intended), auch seine "Verwandlung" konnte mich noch nie schocken. Zu offensichtlich die Maskierung von Big.

Im übrigen finde ich hier die Neuinterpretation des Urstoffes durch die Produzenten wirklich bereichernd, denn die Romanhandlung um einen Piratenschatz finde ich arg dröge und unpassend (ich mag LALD als Roman gar nicht).
Nach kurzen Zwischentiefs in meiner Bestenliste ist LALD mit Platz 12 im gesicherten Mittelfeld und ein Film, dem ich insgesamt doch positiv gegenüberstehe.

Mich interessiert: Stehe ich mit dieser Wahrnehmung des Voodoostoffes alleine da (dass es mich stört) oder geht es euch in Ansätzen ähnlich?

PS: Eine Machoanmerkung noch: als Jugendlicher konnte ich Rosie wegen der kurzen Haare nichts abgewinnen, heute finde ich sie mit ihrem durchtrainierten Äußeren richtig heiß. :blush:

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Felix Leiter

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Montag, 10. Juni 2013, 21:33

Hm, komischerweise behauptete dies auch ein Freund von mir als wir den Film das vorletzte mal sahen. Also Rosie im Bikini.
Na ja, für mich etwas zu dünn.
Jane Seymour ist da schon eine ganz andere Liga :love:
Da stört es mich auch nicht, dass Sie nicht so viel zu tun hat. Immerhin bringt Sie Bond ja nicht in unnötige Situationen wie Tiffany oder Mary.

Ansonsten stehen ja meine früheren Aussagen und Kronsteens letzte Bemerkungen kann ich auch sehr gut nachvollziehen.
Wobei mir persönlich Yaphet Kotto gefällt, gerade weil er auch recht emotionell ist.
Am Erinnerungswürdigsten sind aber tatsächlich Tee Hee und Baron Samedi. Für mich die geilste Bösewicht-Lache überhaupt.
Und die Voodoo-Story faszinierte mich als kleinen Bub schon am meisten, auch mit seinem "skurilen" Ende ;)

Django

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6

Dienstag, 11. Juni 2013, 08:37


Mich interessiert: Stehe ich mit dieser Wahrnehmung des Voodoostoffes alleine da (dass es mich stört) oder geht es euch in Ansätzen ähnlich?

Eigentlich nicht. Der einzig wirkliche Voodoo in LALD, der relevant ist für die Handlung, sind Solitaires übersinnliche Fähigkeiten. Alles andere kann man sich "wegdenken". Aber es stimmt schon: in einen Bond-Film passt das nicht so recht (wir sind ja schliesslich nicht bei Indiana Jones :D ). Fragt sich aber auch, was unglaubwürdiger ist: Ein Voodoo oder Science Fiction... :rolleyes:

Kronsteen

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Dienstag, 11. Juni 2013, 08:42

Mich interessiert: Stehe ich mit dieser Wahrnehmung des Voodoostoffes alleine da (dass es mich stört) oder geht es euch in Ansätzen ähnlich?
Eigentlich nicht. Der einzig wirkliche Voodoo in LALD, der relevant ist für die Handlung, sind Solitaires übersinnliche Fähigkeiten. Alles andere kann man sich "wegdenken". Aber es stimmt schon: in einen Bond-Film passt das nicht so recht (wir sind ja schliesslich nicht bei Indiana Jones :D ). Fragt sich aber auch, was unglaubwürdiger ist: Ein Voodoo oder Science Fiction... :rolleyes:
Ich finde aber grade den Voodoo-Stoff sehr interessant. Ohne diesen wäre LALD irgendwie recht fade. :sleeping:
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james

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8

Mittwoch, 12. Juni 2013, 10:10


Mich interessiert: Stehe ich mit dieser Wahrnehmung des Voodoostoffes alleine da (dass es mich stört) oder geht es euch in Ansätzen ähnlich?

Eigentlich nicht. Der einzig wirkliche Voodoo in LALD, der relevant ist für die Handlung, sind Solitaires übersinnliche Fähigkeiten. Alles andere kann man sich "wegdenken". Aber es stimmt schon: in einen Bond-Film passt das nicht so recht (wir sind ja schliesslich nicht bei Indiana Jones :D ). Fragt sich aber auch, was unglaubwürdiger ist: Ein Voodoo oder Science Fiction... :rolleyes:


Ich finde aber grade den Voodoo-Stoff sehr interessant. Ohne diesen wäre LALD irgendwie recht fade. :sleeping:
Im Roman ist dieses Thema noch viel extremer dargestellt. Die Handlanger von Mr. Big erstarren vor Angst, wenn sie Baron Samedi sehen, dabei ist es im Buch nur eine Statue.
Das Bild vom ängstlichen Schwarzen wird im Film zum Glück nicht vermittelt. Fand' ich in Dr. No. (Quarrel) schon nicht so gut. Aber man sieht daran gut, wie sich die Zeiten
zwischen 1962 und 1973 in Bezug auf dieses Thema geändert haben.
Life's a Blast... even when you're different. :thumbsup:

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9

Sonntag, 16. Juni 2013, 14:10

Auch wenn der Film nach heutigen Maßstäben mit Klisches und negativen Vorurteilen nur so um sich wirft... Der Grund, warum der Film aber trotzdem ein ganz besonderer und einzigartiger Bond für mich ist liegt darin, dass er diese Voodoo Sachen doch nicht komplett als Hokuspokus abstempelt, sondern etwas Mystisches und Undurchschaubares bis zum Schluss (mit Samedi) bleibt. So gesehen ist der Film dann mehr als Märchen zu sehen als so mancher over the top Bond es offensichtlich ist.

Kronsteen

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Donnerstag, 27. Juni 2013, 15:24

Heute vor 40 Jahren feierte "Live and let die" Weltpremiere.



"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

11

Donnerstag, 27. Juni 2013, 16:00

Aaaahhhh...Roger Moores bester Bondfilm!

Hatte bereits alles was einen 70er Moore ausmachte: Sich durch die Welt knattern, charmanter Witz, Over the Top Gadgets, einen überselbstbewussten Villain, einen übermenschlich starken Handlanger mit Deformationen und Bondgirls die im Gegensatz zu Connerys Girls von Film zu Film doofer wurden.
"That's one hell of a Pilot!"

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Montag, 5. August 2013, 10:39

Hatte mir gestern mal wieder LALD angeschaut. Dabei sind mir etliche Parallelen zwischen Connerys Erstling DN, den ich am Tag zuvor gesehen hatte, und Moores Erstling LALD aufgefallen:
  • Ganz am Anfang werden Geheimdienstkollegen Bonds ermordet.
  • Man lernt als nächstes Bonds Zuhause kennen.
  • Bond vergnügt sich dort mit einem Mädchen.
  • Bond hat nicht viel Zeit zum Packen, da er von M den Auftrag bekommt, dem Mord nachzugehen.
  • Bond fliegt mit Pan Am Richtung Amerika.
  • Bond wird am Flughafen von einem Taxifahrer abgeholt.
  • Dieser Taxifahrer wird die Taxifahrt nicht überleben.
  • Bond trifft auf Felix Leiter.
  • Der weitere Verlauf der Handlung führt Bond in die Karibik.
  • Jamaika dient dabei als Drehort.
  • Aberglaube spielt eine Rolle (Drache, Vodoo)
  • Bond wird vor Ort von Quarrel (Junior) unterstützt
  • Auf der Seite des Gegners gibt es jemanden, der einen Arm verloren hat, und diesen durch eine Prothese ersetzt hat.
  • Bond begegnet einem Menschen, der (die) sich als Freund ausgibt, eigentlich aber für die Gegeneite arbeitet, und Zyankali dabei hat.
  • Die Schurken versuchen Bond mittels eines giftigen Tieres zu ermorden. Bond bemerkt das Tier, er bewegt sich kurz nicht (um das Tier nicht auf sich aufmerksam zu machen), dann tötet Bond das Tier
Vielleicht ist das alles weit hergeholt, aber es fiel mir eben auf, da ich beide Filme nacheinander geschaut habe. :coffee: Vielleicht hat ja jemand noch weitere Parallelen parat. :pop: Die eine oder andere Parallele (z.B. Quarrel) dürfte natürlich auch auf die Verwandtschaft der beiden Romane Flemings zurückzuführen sein.
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Montag, 5. August 2013, 13:26

Schöne Aufzählung Kronsteen! :thumbup:
Mir sind fast alle diese Punkte selbst schon irgendwann mal aufgefallen (ich weiß, kann ja jetzt jeder sagen :D ),
was dazu führte das ich LALD seitdem stets als engen Verwandten von DN wahrnehme.
Allein schon das fehlende franchise-dominierende '2.35:1'-Bild-Format von Moore's Beginn läd zu einem Vergleich mit Connerys Erstling ein.
Da mit beiden Filmen jeweils eine lange Darsteller-Ära beginnt, wirken die Parallelen auf mich auch überhaupt nicht störend,
sondern im Gegenteil geradezu angebracht im Hinblick auf die Perspektive das mit jedem neuen Darsteller die Serie auf gewisse Art quasi neu beginnt.
Und DN hat sich nunmal als wunderbares Erstlingswerk etabliert, so das es nicht verwundert das mit LALD und, auf nicht ganz zu plakative Weise mit GE,
der Beginn mehrerer Darsteller-Epochen mit vertrauten Elementen aus DN ausgestattet wurden.

Abgesehen davon finde ich es aber auch interessant, das in den 80ern gleich 2 Bondfilme entstanden, die wiederum viele Elemente aus LALD wiederholen,
so das Moore's Erstling nicht nur als eine Art Wiederkehr von DN gesehen werden kann, sondern gleichzeitig auch wiederum selbst als prägendes Werk für spätere Jahrgänge
gesehen werden kann.

Die offensichtlichsten Parallelen finden sich natürlich in LTK, den ich oft als eine Art düsteren Bruder von LALD wahrnehme.
Die Liste der LALD-LTK-Ähnlichkeiten ist ja lang. Angefangen vom gleichen Leiter-Darsteller, Haien, Kokain, bis hin zum sehr komplex strukturierten 'Staat im Staat'-Aspekt der Villain-Seite.

Der zweite Film der kein Debüt-Werk ist, aber dennoch erstaunlich viele kleine Ähnlichkeiten aufweist, ist Moores Abschiedsfilm AVTAK,
was ich genau wie bei den DN-LALD-Parallelen als naheliegend und konsequent empfinde, dadurch das die Moore-Ära am Ende teilweise zu ihrem Beginn 'zurückkehrt' und damit irgendwie rund wirkt.

LALD-AVTAK-Parallelen die mir bisher aufgefallen sind:

- Es sind die einzigen beiden Moore-Filme in denen eine Band mit männlichem Sänger den Titelsong singt und beide Songs haben sich zu den populärsten Langzeit-Hits der Ära entwickelt.
- In beiden Filmen sticht die jeweilige Mode ihrer Dekade am extremsten hervor: Mr. Big's grellbunte Blaxploitation-Gang und Zorin's total popige Hardcore-80er-Truppe.
- Beide Filme bemühen sich darum Spaß zu erzeugen in dem von Bond geführte Fahrzeuge systematisch von ihm zerlegt werden: LALD: Bus- & Flugzeug; AVTAK: Das Taxi in Paris.
- In beiden Werken klaut Bond ein öffentliches Gefährt um vor der Polizei zu flüchten: LALD: Doppeldeckerbus, AVTAK: Feuerwehrauto
- In beiden Filmen versucht ein übereifriger US-Sheriff erfolglos Bond aufzuhalten und dient als wiederkehrende Slapstick-Nummer
- In beiden Filmen macht die Frau an der Seite des Villians am Ende mit Bond gemeinsame Sache
- In beiden Filmen wird eine Hochzeitfeier terrorisiert und die jeweilige Hochzeitstorte vernichtet
- In beiden Filmen führt ein getarnter Lift Bond in eine unterirdische Villain-Location (LALD: unfreiwillig in New Orleans, AVTAK: freiwillig im Pferdestall)
- In beiden Filmen ist das Ziel des Villains die totale Marktdominanz seines Produktes (trifft natürlich auch auf andere Bondfilme zu - aber das ist eher eine Minderheit)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (5. August 2013, 13:37)


Count Villain

Schurkengraf

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Montag, 5. August 2013, 13:46

Bond schläft mit einem verräterischen Girl und serviert sie dann ab (Rosie Carver, Miss Taro).
Und wo wir schon dabei sind: In beiden Filmen spielt Taro(t) eine Rolle. :D
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Scarpine

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Montag, 5. August 2013, 18:31

James Bond Rewatched

# 08: Leben und Sterben lassen (1973)

OT: Live and Let Die; GB 1973; 121 Min.; R: Guy Hamilton; D: Roger Moore, Yaphet Kotto, Jane Seymour, Clifton James, Gloria Hendry, Julius W. Harris, Geoffrey Holder, David Hedison, Bernard Lee, Lois Maxwell

Da nun auch Erfolgsbond Sean Connery keinen weiteren Film mehr drehen wollte, mussten sich die Macher wieder nach einem neuen Hauptdarsteller umsehen. Schließlich einigte man sich auf Roger Moore, der bereits schon vorher für die Rolle in Betracht gezogen worden war und sich bei den Zuschauern durch Serien wie "The Saint" und "The Persuaders" zunehmend zum Publikumsliebling entwickelte. Dennoch war man auf Seiten der Macher – wegen des neuen Stils und des neuen 007 – unsicher und nervös, was sich auch an manchen Justierungen in "Live And Let Die" noch zeigt. Dennoch geriet der Streifen in der Folge zu einem guten Bondfilm.

Die Darstellerriege verkündet zwar abermals keine großen Namen, macht dafür insgesamt wieder einen etwas souveräneren Eindruck. Neuling Roger Moore macht von Beginn an eine sehr gute Figur. Bei seinem Einstand spürt man kaum Unsicherheiten und seine Performance zählt auch eindeutig zu den gelungensten seiner sieben 007-Auftritte. Mit dem doppelgesichtigen Drogenbaron Mr. Big ist ein ganz neuer Villain-Typus auf dem Bond-Parkett präsent, der allerdings im Laufe der Serie noch öfter auftreten sollte. Kotto vermag es den zielgerichteten Kriminellen glaubhaft zu interpretieren und darf zudem den bisher menschlichsten 007-Schurken zeichnen. Bei den Bondgirls sieht es dagegen schon durchwachsener aus. Mag man Jane Seymour als naiv-verschlagene Solitaire noch eine gute Leistung attestieren, so kann man Gloria Hendry die ihr angedachte Figur in all ihren interessanten Facetten zu keinem Zeitpunkt abnehmen. Eine der ersten großen Fehlbesetzungen innerhalb der Reihe. Ähnlich sieht es auf der Helferseite aus. David Hedisons Felix Leiter-Darstellung ist überzeugend, während Clifton James` leidlich-klamaukiger Part eindeutig zum Vergessen ist. Durchgängig überzeugend sind dagegen sind die Handlanger, von denen insbesondere Julius W. Harris und Geoffrey Holder lobend hervorgehoben werden müssen. Für das Fehlen von Desmond Llewelyn wird der Serien-Fan mit einem herrlichen komischen Besuch von M und Moneypenny in Bonds Wohnung entschädigt.

Erneut gibt sich Guy Hamilton als Spielleiter die Ehre und dieses Mal muss man seinen Namen in den Kredits zum Glück nicht als Drohung verstehen. Von seinen Versäumnissen aus dem Vorgänger bleiben eigentlich nur der Klischee-Polizist Pepper und einige billige Szenen wie die des explodierenden Villain übrig. Ansonsten spürt man mehr Ernst, mehr Spannung, mehr Dynamik. Wären Hamiltons typische Anflüge von Ironie und Sarkasmus nicht allgegenwärtig, könnte man bei der geradlinig-harten Inszenierung fast Terence Young auf dem Regiestuhl vermuten. Guy Hamilton knüpft mit "Live And Let Die" wieder an den Stil der Filme vor 1967 an. Mit dem Drehbuch von Tom Mankiewicz kann man eigentlich nicht sonderlich hart ins Gericht gehen. Das Skript ist auf der Höhe der Zeit und ersetzt den Plot der Vorlage effektiv durch eine zeitgemäße Geschichte über die Monopolisierung des amerikanischen Drogenmarktes. Und doch kann man Kritik nicht völlig aussparen. Neben dem verunglückten Pepper fällt vor allem ins Auge das Mankiewicz die Romanhandlung doch gar zu sehr kürzte. Auf die Ikonenhaftigkeit des Schurken und die Möglichkeiten zur Spannungssteigerung, die eines der packendsten Fleming-Werke hergegeben hätte, werden unverständlicherweise verzichtet. Dennoch ist das Filmskript als solches sehr gelungen.

Nach der schier ungebrochenen Dominanz John Barrys erleben wir nun einen neuen Komponisten. George Martin gibt sein Gastspiel und das kann man nur begrüßen. So grandios Barrys Arbeit auch ist, eine Abwechslung tut immer mal gut. Besonders, wenn sie so gelungen ausfällt wie bei Martins dynamisch-atmosphärischen Klängen. Paul McCartney interpretiert einen der besten und einprägsamsten Titelsongs, während Maurice Binder eines seiner besten Titeldesigns beisteuert. Selten innerhalb der Serie hatte die Titelsequenz in Verbindung mit dem Song und in Relation zum (Gesamt-)Film solch einen atmosphärischen Biss. Abermals musste Ken Adam durch Syd Cain vertreten werden und wieder konnte der Ersatzmann nicht groß punkten. Die Sets bleiben kaum in Erinnerung und auch das Bösewicht-Versteck enttäuscht weitgehend. Die Locations präsentieren sich durch die Bank großartig. Vom New Yorker-Stadtteil Harlem über die Sümpfe Louisianas und die Clubs von New Orleans bis hin zum karibischen Jamaika unterstützen alle Schauplätze ganz prächtig die exotische Voodoo-Thematik. Die Cinematographie von Ted Moore zeigt sich wieder erdiger und weniger farbenfroh, was aber gut zur Stimmung des Streifens passt. Hingegen stellt die Verwendung des Normalformats gegenüber dem Cinemascope-Verfahren einen eindeutigen Rückschritt dar. In dynamischer Hinsicht ist die Kameraführung aber stets auf der Höhe des Geschehens. Die Verfolgungsjagden zu Land, zu Wasser und durch die Insellandschaft zeigen sich wieder intensiver und packender als im unmittelbaren Vorgänger.

Gesamtwirkung: Trotz eines betont ironisch-dandyhaften neuen Hauptdarstellers kehrt man mit dieser Produktion weitgehend zu Härte und Zynismus der frühen Filme der Serie zurück. Das Ensemble, der Score und der neue Mann sorgen für jede Menge Frische. Lediglich eine zu laxe Handhabung der Vorlage durch den Skriptautor, leichte darstellerische Defizite, durschnittliche Dekors, das Drehen im Normalformat und kleine technische Pannen schmälern den Eindruck des dynamisch-mysteriösen Voodoo-Trips.

Meine Wertung: 4 von 5 Punkten
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (8. August 2013, 09:09)


Maibaum

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Montag, 5. August 2013, 20:45

Also ich fand den Roman eher schwach, teils auch langweilig da die Charaktere alle sehr blaß bleiben, und wie alle frühen Bond Romane untauglich für eine Verfilmung innerhalb der Bond Serie.

Dagegen ist der Film sehr schön durchkonstruiert, und ist schon rein auf die Handlungsentwicklung bezogen einer der Besten der Serie. Und der Vodoo Kram ist sehr raffiniert integriert, und gibt dem Film eine sehr schöne Atmosphäre. Und ist damit untypisch für Hamiltons Bond Filme.

Der beste Hamilton Bond, und vielleicht sogar der beste Moore Bond.

Kronsteen

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Montag, 5. August 2013, 21:07

Zitat von »Dr. moVe«

LALD-AVTAK-Parallelen die mir bisher aufgefallen sind:

- Es sind die einzigen beiden Moore-Filme in denen eine Band mit männlichem Sänger den Titelsong singt und beide Songs haben sich zu den populärsten Langzeit-Hits der Ära entwickelt.
- In beiden Filmen sticht die jeweilige Mode ihrer Dekade am extremsten hervor: Mr. Big's grellbunte Blaxploitation-Gang und Zorin's total popige Hardcore-80er-Truppe.
- Beide Filme bemühen sich darum Spaß zu erzeugen in dem von Bond geführte Fahrzeuge systematisch von ihm zerlegt werden: LALD: Bus- & Flugzeug; AVTAK: Das Taxi in Paris.
- In beiden Werken klaut Bond ein öffentliches Gefährt um vor der Polizei zu flüchten: LALD: Doppeldeckerbus, AVTAK: Feuerwehrauto
- In beiden Filmen versucht ein übereifriger US-Sheriff erfolglos Bond aufzuhalten und dient als wiederkehrende Slapstick-Nummer
- In beiden Filmen macht die Frau an der Seite des Villians am Ende mit Bond gemeinsame Sache
- In beiden Filmen wird eine Hochzeitfeier terrorisiert und die jeweilige Hochzeitstorte vernichtet
- In beiden Filmen führt ein getarnter Lift Bond in eine unterirdische Villain-Location (LALD: unfreiwillig in New Orleans, AVTAK: freiwillig im Pferdestall)
- In beiden Filmen ist das Ziel des Villains die totale Marktdominanz seines Produktes (trifft natürlich auch auf andere Bondfilme zu - aber das ist eher eine Minderheit)


Interessante Auflistung. War mir so noch nie aufgefallen...

Bond schläft mit einem verräterischen Girl und serviert sie dann ab (Rosie Carver, Miss Taro).
Und wo wir schon dabei sind: In beiden Filmen spielt Taro(t) eine Rolle. :D


:thumbsup:

[...], während Clifton James` leidlich-klamaukiger Part eindeutig zum Vergessen ist.


Ich muss zugeben, dass ich ihn in LALD sehr mag. Sein "Seeeecret Aaaagent" hat schon Kultcharakter.
Leider hat man bei ihm den gleichen Fehler gemacht wie später auch bei Jaws: Man ließ ihn in einem 2. Film auftauchen.

Ansonsten: Wie gewohnt eine tolle Rezension, Scarpine, der ich mich nahezu in allem anschließen kann.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Mister Bond

Felix Leiter

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18

Montag, 5. August 2013, 23:26

@Kroni & Dr. moVe:
Nette Aufzählung, höchst interessant.


@Scarpine:
Toll geschrieben, wobei ich da bei Sheriff Pepper mit Kroni konform gehe. Der ist für mich, zumindest in LALD, absolut Kult.


@Maibaum:
Ui, gewagte These. Weniger dass LALD vielleicht sogar Moores bester Bond ist, als dass es Hamiltons bester Bondfilm wäre. Da scheint normalerweise GF der Überkandidat zu sein, aber mich freut deine exklusive Meinung. Mal was anderes.

Spree

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19

Dienstag, 6. August 2013, 00:03

Auch ich bedanke mich bei Scarpine für sein Review, muss aber ebenfalls sagen, dass ich Pepper in LALD klasse und erst in TMWTGG schrecklich finde. Außerdem finde ich Flemings Vorbildroman eins seiner schwächsten Werke: diese Story um den Piratenschatz finde ich sehr lahm und albern (die Nachfolger haben deutlich mehr Pep). Diesbezüglich auch von mir daher eher ein Lob an Mankiewicz' Screenplay als eine Kritik.

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Maibaum

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20

Dienstag, 6. August 2013, 10:07

@Kroni & Dr. moVe:



@Maibaum:
Ui, gewagte These. Weniger dass LALD vielleicht sogar Moores bester Bond ist, als dass es Hamiltons bester Bondfilm wäre. Da scheint normalerweise GF der Überkandidat zu sein, aber mich freut deine exklusive Meinung. Mal was anderes.


Na ja, weniger eine These als eine Geschmacksfrage. Für den besten Moore kommen nur LALD und TSWLM in Frage, die liegen klar und weit vor den anderen. Das wechselt beständig, aber momentan würde ich wahrscheinlich LALD sagen.

GF ist natürlich auch ein starker Film mit schönen Ideen, aber die Inszenierung überzeugt mich da nicht. Da ich GF trotz seiner Stärken für etwas überschätzt halte, bin ich mir hier ziemlich sicher. Eindeutig LALD.

Sheriff Pepper: Da würde auch ich sagen er ist in LALD zwar immer nah dran am Klamaukabgrund, und manchmal auch knapp drüber hin, aber er funktioniert da ziemlich gut. Während er in TMWTGG eher nervt. Und stört.

DN und LALD: Die Parallelen, die mir bislang nie bewußt geworden waren, sind tatsächlich erstaunlich, zumal ich beide Filme für Bond Verhältnisse als sehr unterschiedlich empfinde. Interessant ...
Aber war das Absicht, oder nur Zufall?

Die Parallelen mit AVTAK empfinde ich dagegen als etwas konstruiert. Ich glaube da würde ich ähnliche Überschneidungen mit fast jedem Bond Film finden.