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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich
  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 291

Registrierungsdatum: 17. Mai 2013

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1

Montag, 27. Mai 2013, 17:44

DER FILM: Liebesgrüße aus Moskau

In diesem Thread soll es ausschließlich um den 2. Bondfilm gehen.



Hier ist der alte Thread im archivierten razyboard.

Und hier die letzten Beiträge von dort ins neue Forum kopiert:

Zitat von »Kronsteen«

Ab heute wird für die kommenden 2 Wochen FRWL als 2. Bondfilm in den Fokus der Diskussionen rücken.
Daher meine aktuelle Sichtweise zum Film.

FRWL ist für mich sozusagen der "Übergangsbond" vom noch etwas unsicheren Erstling DN zum sehr klassisch ausgeprägten GF.

Die Story ist noch sehr nah am Buch Flemings orientiert und bietet für mich eine erstklassige Agentenstory, die einen durch den Balkan führt.

Neben hervorragend gezeichneten Figuren (Grant, Kerim Bey, Klebb) besticht FRWL für mich v.a. auch durch die Darstellung Istanbuls. Für mich bis heute der vielleicht am eindrucksvollsten eingefangene Schauplatz (besonders auffällig, wenn man Istanbuls Verwurstung in TWINE dagegenhält).

Sean Connery wirkt sicherer in der Bondrolle, aber noch ohne die Souveränität, die er ab GF ausstrahlt. Daher wirkt er in FRWL noch etwas härter.

Tatjana Romanowa ist ein ordentliches Bondgirl, das mir jetzt aber auch nicht als eines der besten auffällt. Eine solide Leistung aber allemal.

Die Bösen sind dagegen aber schon eindrucksvoller.
In FRWL findet der Spectre-Apparat in all seinen Facetten zum ersten Mal Erwähnung (wir vernachlässigen mal die GOFTER-Erwähnung in DN).
Und diese Darstellung ist überragend. Figuren wie Klebb, Grant, Kronsteen, Morzeny oder v.a. Blofeld blieben nicht nur für die Bondfilme stilprägend, sondern auch dem gemeinen Filmgucker in Erinnerung.

Aber auch auf der positiven Seite steht mit Kerim Bey ein "Freund", der in den folgenden Jahrzehnten als Vorbild vieler Bondfreunde dienen solle.

Schön fand ich auch, dass durch Sylvia Trench ein Bezug zu DN und somit die erste Kontinuität in der Bondfilmgeschichte hergestellt wurde.

Die Geschichte um die Lector mutet sehr klassisch an. In Kombination mit der Reise im Orient Express entsteht somit der vielleicht astreinste Thriller der Bond-Geschichte.

Der Score Barrys ist nach dem außergewöhnlichen DN-Score der erste klassisch nach Bond klingende Score.
Mit dem Koffer wird auch das erste wirkliche Gadgets Q eingeführt, der erstmalig von Desmond Llewelyn verkörpert wurde.

Resümmierend möchte ich für mich festhalten, dass mit FRWL die Weichen für die klassische Form des Franchise gestellt wurden, auch wenn die Ausprägung noch nicht ganz ihre heutige Form erhalten hat.

FRWL ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Serie, der für mich in meiner Bestenliste regelmäßig zwischen Platz 5 und 7 anzutreffen ist.


Zitat von »MisterBond«

Yo, hast ja schon alles geschrieben, Kroni

Lediglich dass FRWL bei mir auf Platz 4 -6 liegt, je nach Gemütszustand
Und Tanya ist jetzt nicht das Top-Bondgirl, da ich Daniela Bianchi aber durchaus attraktiv finde und ihre Spielerei mit Bond nicht zu verachten ist, kommt Sie doch noch in meine Bondgirl Top 10.

Connerys Performance finde ich allerdings mit den beiden Nachfolgern am besten.
Optisch gefällt mir Connery in diesem Film sogar wirklich am besten.

9/10


Zitat von »Maibaum«

FRWL war leider auch der Beginn des platten Humors bei Bond.
Nach der im Nachhinein genialen Einführung Bonds in DN, zunächst im Kasino und dann durch die Kameraeinstellung durch die Beine einer Frau, ist in FRWL Bonds erste Szene mit Sylvia und dann der alberne Dialog mit Moneypenny ein ziemlicher Tiefpunkt. Und dann wäre da noch die dämliche Schlußeinstellung in Venedig.
Auch die weiteren Szenen zwischen Bond und M wirken wie Fremdkörper in diesem eher harten und ernsten Film, da sich Bond dort immer wie ein Schuljunge benimmt der beim Naschen erwischt wurde.

Die Qualitäten von FRWL hat Kronsteen im Prinzip schon alle benannt. Vor allem Kerim und auch Grant gehören zu den einprägsamsten Charakteren im Bond Universum. Klebb fällt da eher etwas ab, da sie schwach geschrieben ist. Nur die großartige Lotte Lenya macht sie trotzdem bemerkenswert, aber gerade weil Lenya sie spielt wäre da so sehr viel mehr drin gewesen.


Zitat von »Kronsteen«

Zitat von »Maibaum«


FRWL war leider auch der Beginn des platten Humors bei Bond.

...

Klebb fällt da eher etwas ab, da sie schwach geschrieben ist. Nur die großartige Lotte Lenya macht sie trotzdem bemerkenswert, aber gerade weil Lenya sie spielt wäre da so sehr viel mehr drin gewesen.


Echt? Du findest den Humor platt?
Mir fallen jetzt gar nicht wirklich viele humorige Szenen ein...

Klebb finde ich durchaus homogen gezeichnet.
Aber die volle Ausstrahlung erhält die Figur erst durch Lotte Lenyas Darstellung, da stimme ich zu.


Zitat von »Maibaum«

Ja, so etwas wie die Schlußeinstellung mit der winkenden Hand, das sieht superalbern aus. So etwas gab es in DN noch nicht.


Zitat von »MIsterBond«

OK, stimmt! Diese Szene ist im gesamten etwas zum Fremdschämen.
Passt nicht so wirklich zum sonst recht gradlinig ernsten Film.


Zitat von »MisterBond«

Zitat von »Maibaum«


FRWL war leider auch der Beginn des platten Humors bei Bond.
Nach der im Nachhinein genialen Einführung Bonds in DN, zunächst im Kasino und dann durch die Kameraeinstellung durch die Beine einer Frau, ist in FRWL Bonds erste Szene mit Sylvia und dann der alberne Dialog mit Moneypenny ein ziemlicher Tiefpunkt. Und dann wäre da noch die dämliche Schlußeinstellung in Venedig.
Auch die weiteren Szenen zwischen Bond und M wirken wie Fremdkörper in diesem eher harten und ernsten Film, da sich Bond dort immer wie ein Schuljunge benimmt der beim Naschen erwischt wurde.



Das alles ist doch genau das was die Bond-Serie ausmacht. Deshalb ist und bleibt DN lediglich ein kleiner Startschuss.

Ps.:
Klugscheiß Modus an
Bond wirkt gerade wie ein kleiner Schuljunge in DN, als M ihn darauf hinweist, dass er die Beretta zurücklegen soll.
Klugscheiß Modus aus


Zitat von »Spree«

Ihr habt eigtl. schon alles geschrieben, die Schlussszene finde ich auch doof.
Auch die Schnipseleien, durch die Passagen aus der Synchro rausfallen ärgern mich immer wieder (Klebb und Tanja, Bond und Tanja am Ende).

Und obwohl ich euch mit allen objektiven positiven Gesichtspunkten im Grunde zustimmen muss, langweilt mich der Film in meinem subjektiven Empfinden doch und landet im Endeffekt auch bestenfalls in der 2. Hälfte, wenn nicht im letzten Drittel meiner Rangliste. Vielleicht liegt's an der Action, die mich zu wenig beeindruckt, vielleicht am oft fehlenden, und wenn recht albernen Humor, ... der Film bringt's bei mir einfach nicht. Mir ist auch bewusst, dass ich damit recht einsam dastehe, aber auch erneute Sichtungen verhelfen dem Film nicht zum Durchbruch. Und das, obwohl es der Bond ist, an den ich die meisten Kindheitserinnerungen habe.


Zitat von »Django«

Zufälligerweise habe ich mir gestern ebenfalls FRWL reingezogen (versuche gerade, alle offiziellen Bonds Teil für Teil anzuschauen - DN habe ich schon durch). FRWL steht bei mir zuoberst in der Rangliste (und das wird wohl auch so bleiben) und zwar, weil er ein spezielles Feeling verströmt wie kein anderer Film der Serie. Der Film ist alles in allem sehr bodenständig gemacht, dafür aber mit einer nahezu perfekten Sorgfalt: Harte Fights statt billige Autoverfolgungsjagden, die vor einer Leinwand aufgenommen wurden - atmosphärisch dichte und absolut authentisch wirkende Schauplätze statt surreale Kulissen mit SF-Anleihen.

Zudem ist mir aufgefallen, wie unglaublich "hart", ja sogar sadistisch FRWL ist, was wohl teilweise auch dem Zeitgeist entsprach. Sinnbild hierfür ist für mich die Szene im - ohnehin sehr klischeehaften - Zigeunerlager: Zuerst der Frauenkampf auf Leben und Tod, dann der Angriff von Krilencu und seinen Leuten und dann noch die abschliessende Folterung eines Bulgaren, um diesen "zum sprechen zu bringen", was dieser mit einem markerschütternden Schrei quittiert.

Ansonsten kann ich mich Kronsteens Äusserungen von gestern voll anschliessen.

Nochwas zum Humor in FRWL (den ich weder platt noch deplaziert finde): Der Humor passt doch genau zu diesem Hitchcock-Feeling, das FRWL zu Recht attestiert wird. Bond witzelt am Anfang noch herum, erwartet einige "lockere" Tage in Istanbul und kommt dann so richtig in den Schlammassel, in ein Verwirrspiel das er nicht durchschaut und er weiss nicht, wie ihm geschieht. Auch die Schlussszene finde ich daher keinesfalls lächerlich. Schaut Euch zum Vergleich sonst mal die Schlussszene von Hitchcocks "North by Northwest" an. Eben.


Zitat von »Maibaum«

Zitat von »MisterBond«




Das alles ist doch genau das was die Bond-Serie ausmacht. Deshalb ist und bleibt DN lediglich ein kleiner Startschuss.




Die Verbindung von Humor und Action ist sicher ein wesentlicher Bestandteil der späteren Bonds, aber leider wird es teilweise auch erbärmlich flach. Unnötig flach.
Auch bei Moore ist der teils billige Humor qualitätsmindernd, aber in FRWL wirkt er auf mich wie ein Fremdkörper.


Zitat von »Maibaum«

Zitat von »Django«




Nochwas zum Humor in FRWL (den ich weder platt noch deplaziert finde): Der Humor passt doch genau zu diesem Hitchcock-Feeling, das FRWL zu Recht attestiert wird. Bond witzelt am Anfang noch herum, erwartet einige "lockere" Tage in Istanbul und kommt dann so richtig in den Schlammassel, in ein Verwirrspiel das er nicht durchschaut und er weiss nicht, wie ihm geschieht. Auch die Schlussszene finde ich daher keinesfalls lächerlich. Schaut Euch zum Vergleich sonst mal die Schlussszene von Hitchcocks "North by Northwest" an. Eben.


Hitchcocks Filme sind sicher auch nicht frei von billigem Humor, aber die damals eher vulgäre Schlußszene von NBN funktioniert ganz anders als der FRWL Schluß. Die ist sehr clever, sehr frivol.

Tja, Hitchcok. Die Bond Filme sind ja eigentlich durchweg Anti-Hitchcocks. Und auch wenn heutzutage gerne behauptet wird in FRWL könnte man Hitch finden, so ist dem nicht so. Früher wurde FRWL immer gerne genommen um die Unterschiede zu Hitchcock aufzuzeigen, und das sehe ich auch so. FRWL hat fast nichts mit Hitchcocks Art von Suspense zu tun. Und das muß er auch nicht weil Hitchcocks Art Thriler zu inszenieren auch nicht die allein seligmachende ist.

Tatsächlich würde ich nur sehr wenige Thriller las von Hitchcock inspiriert bezeichnen, auch wenn es bei jedem zweiten behauptet wird. Auch bei solchen die all die Dinge machen die Hitchcock gerne verachtet hat.

Die Bond Filme gehen eher auf Fritz Lang zurück, wenn man unbedingt einen prominenten Vorläufer finden will.


Zitat von »Kronsteen«

Für mich sind die einzigen Hitch-Bezüge in FRWL eigentlich auch nur in der Hubschrauber-Szene (vergleichbar zur Flugzeugszene in NBN) zu finden.
Der Spannungsbogen ist ein anderer.
Aber FRWL ist von allen Bondfilmen sicher der, der einem Hitch am ähnlichsten ist (wenn man das so formulieren möchte).

Hitchcock-Filme reduzieren sich auf den Thrill und Suspense, die Handlung ist nur die Ausschmückung des Thrills, sprich das notwendige Übel. Bei NBN erfahren wir ja nicht mal die Hintergründe des Mikrofilms. Wer will was von wem? Egal! Hauptsache, die Spannung stimmt.

Bei FRWL hingegen (und allen anderen Bondfilmen noch weniger) kann ich diese Art der Spannung nicht erkennen. Es ist eine andere Art der Spannung - eine Spannung, die sich aus der Handlung ergibt und nicht aus den unerklärlichen (unerklärten?) Umständen in Kombination mit den Kameraeinstellungen, die gerne eine enge, unübersichtliche und daher bedrückende Stimmung erzeugen. Die Bondfilme hingegen bestechen v.a. in der Totalen. Es wird nichts verschwiegen. In einem Hitchcock-Bond hätte man von Grant erst erfahren, als er Bond im Zug überwältigt. Die frühe Offenbarung seiner Absichten wäre dem hitchcock'schen Spannungsaufbau abträglich gewesen.

Beides hat seinen Reiz, aber die die Herangehensweise ist eine andere.

Witzig in diesem Zusammenhang ist aber, dass NBN-Hauptdarsteller Cary Grant als Bond gehandelt wurde, sich aber nicht für mehrere Filme verpflichten lassen wollte.


Zitat von »Django«

Zitat von »Kronsteen«

Aber FRWL ist von allen Bondfilmen sicher der, der einem Hitch am ähnlichsten ist (wenn man das so formulieren möchte).

Dem kann ich zustimmen

Zitat von »Kronsteen«

Bei NBN erfahren wir ja nicht mal die Hintergründe des Mikrofilms

Ist ja auch nicht nötig. Zudem ist die Lector in FRWL auch irgendwie ein McGuffin, genauso wie das Solex in TMWTGG oder das ATAC in FYEO.


Zitat von »MisterBond«

Zitat von »Django«


Nochwas zum Humor in FRWL (den ich weder platt noch deplaziert finde): Der Humor passt doch genau zu diesem Hitchcock-Feeling, das FRWL zu Recht attestiert wird. Bond witzelt am Anfang noch herum, erwartet einige "lockere" Tage in Istanbul und kommt dann so richtig in den Schlammassel, in ein Verwirrspiel das er nicht durchschaut und er weiss nicht, wie ihm geschieht. Auch die Schlussszene finde ich daher keinesfalls lächerlich. Schaut Euch zum Vergleich sonst mal die Schlussszene von Hitchcocks "North by Northwest" an. Eben.

Sehe ich auch so. Für mich der Bond, den ich am ehesten mit Hitch verbinden würde.


@Maibaum:
Dann frage ich dich aber ernsthaft wieso du Bondfan bist?
Mit ein paar sehr wenigen Ausnahmen zeichnet auch der etwas sehr humorige Aspekt die Bondserie aus.
Sonst wäre es für mich lediglich ein weiterer Agenten-Action-Beitrag.
Und mit ein paar sehr wenigen Ausnahmen finde ich vieles köstlich und witzig.

Zitat von »Kronsteen«


Aber FRWL ist von allen Bondfilmen sicher der, der einem Hitch am ähnlichsten ist (wenn man das so formulieren möchte).

Meine ich doch.

Aber auch in Nort by Northwest wissen wir von Anfang an wer die bösen Buben sind.
Und für was ist dieser Lector eigentlich gut? Da wissen wir genau so viel wie vom ominösen Film in NbN.
Für mich ist der Spannungsaufbau also fast identisch.
Hinzu kommt noch, dass beide Filme längere Zug-Szenen haben ;)


Zitat von »Maibaum«

FRWL kommt Hitchcock vielleicht am nächsten, aber trotzdem nicht nah. Gerade die beiden Hubschrauber/Flugzeugszenen belegen die gewaltigen Unterschiede.

Der Rest aber auch.

Aber die Hubschrauberszene in FRWL ist ja auf ihre andere Art auch sehr gelungen, wenn auch sicherlich nicht so brillant wie die in NBNW.

Im übrigen war auch Hitchcock variabel in der Wahl seiner Mittel. Er mochte keine "Whodunits" (wenn es ein Geheimnis gibt wird es meist nach etwa 2/3 der Laufzeit enthüllt), aber einige seiner bekanntesten Filme sind trotzdem welche.

Und man sieht auch in FRWL daß die Bondfilme weniger Thriller als Abenteuerfilme vor einem Agentenhintergrund sind. Während FRWL aber schon noch weitgehend ein Thriller ist, sind die meisten der späteren Bonds keine.
Aber wie schon gesagt ,das wollen und sollen sie auch gar nicht wirklich sein.


Zitat von »Maibaum«

Zitat von »MisterBond«





@Maibaum:
Dann frage ich dich aber ernsthaft wieso du Bondfan bist?



Berechtigte Frage.
Tatsächlich bin ich auch nicht wirklich einer. Aber seit QoS habe ich viel Spaß daran mich mit der kleinen in sich abgeschlossenen Bondwelt zu beschäftigen. Und solange das anhält lass ich es laufen. Seit QoS habe ich auch alle alten Bonds mit viel Vergnügen noch wenigstens 2x gesehen. Und QoS etwa 6-7 mal.

Letztes Jahr habe ich z.b. FRWL gelesen, und parallel mir dazu den Film angeschaut. Das war ganz aufschlußreich.

Jedenfalls wirst du von mir immer eine Meinung bekommen die etwas von außerhalb kommt.


Zitat von »Maibaum«

Zitat von »MisterBond«



Mit ein paar sehr wenigen Ausnahmen zeichnet auch der etwas sehr humorige Aspekt die Bondserie aus.
Sonst wäre es für mich lediglich ein weiterer Agenten-Action-Beitrag.
Und mit ein paar sehr wenigen Ausnahmen finde ich vieles köstlich und witzig.



Ja der Humor, der ist leider oft ein Problem.

Wenn Bond zu Drax am Ende sagt das sei ein kleiner Schritt für ihn aber ..., dann ist daß großartig. Aber wenn bei der Gondelverfolgung eine zwinkernde Taube dazwischengeschnitten wird, dann ist das sehr platt.
In MR ist das eher alles negativ, während in TSWLM das Konzept noch meist gut funktioniert.


Zitat von »Kronsteen«

Finde ich schön, dass Dich QOS zum Bond-Franchise gebracht hat, Maibaum.
Ich finde Deine "von außerhalb kommenden" Beiträge durchaus sehr bereichernd.

Bezüglich des Humors ist es bei mir so, dass ich die Filme im historischen Kontext einzuordnen versuche und sie daher auch nicht mit heutigen Maßstäben messen möchte.
Die Machart eines Moore-Bonds hätte heute keine Chance mehr, da das Kinopublikum diese Art Film heute nicht mehr akzeptieren würde. Aber zu Moores Bond-Ära passt es. Und daher wirken die Filme auch heute noch.


Zitat von »Maibaum«

Zitat von »Kronsteen«


Finde ich schön, dass Dich QOS zum Bond-Franchise gebracht hat, Maibaum.




Nur zurückgebracht. Meine Hauptbondphase war von 78 bis 81. Da habe ich auch alle im Kino gesehen, alle Romane gelesen, und ein wenig Sekundärliteratur gekauft.

Danach habe ich auch noch alle neuen Bonds im Kino geschaut (außer DAD). Und die TV Premieren der alten Bonds habe ich auch nicht ausgelassen.


Zitat von »Django«

Treffend gesagt, Kronsteen. Wobei man MR trotz allem und auch im Vergleich zu den anderen Moore-Bonds der 1970er nicht ernst nehmen kann (das wollte der Film auch gar nie bezwecken). Spass macht das Teil aber trotzdem


Zitat von »Maibaum«


Für mich gehört MR zu den 4 Bonds die zwischendrin auch mal langweilig werden.

Deswegen bei mir auch mittlerweile ganz hinten. Während der direkte Vorgänger TSWLM zu den Besten gehört.


Zitat von »Kronsteen«

Genau so sehe ich es auch, Django!
Komisch, dass mich all die Elemente hier gar nicht stören, die mir bei einem neuen Film total ins Auge springen würden.
Ich hätte bei MR womöglich noch so einen Unsinn wie ein unsichtbares Auto oder einen Eispalast gut gefunden.

Moore ist für mich der Bond der 70er gewesen. So wie Connery der der 60er, Dalton der der 80er und Brosnan der der 90er war. Und da passt es einfach.
Auch wenn man sich durch den einen oder anderen Klamauk die eigene Leistung schon fast gemindert hat. So finde ich z.B. in TMWTGG das Geräusch beim "Evil Knievel"-Flug immer störend und abwertend für den tollen Stunt. Und bei MR hätte man sich die Taube, die Gondel oder die Beißer-Dolly-Geschichte sparen können.
Aber das sollte vielleicht eher in den dementsprechenden Film-Threads besprochen werden.

Zurück zu FRWL.


Zitat von »MisterBond«

Dann bin ich ja noch tolerant.
Mich stört der Geräsuch bei TMWTGG nicht wirklich, genau so wenig wie Dolly/Beißer, die Gondelszene.
Nur der Tarzanschrei in OP ist blöd und natürlich einige "Effekte" in DAD inkl. unsichtbares Auto.

Ich mag ja auch speziell den Humor aus den 70ern und 80ern

Und mir war schon immer bewusst, dass die meisten Bondfilme eher in Richtung Action & Abenteuer gehen.
FRWL ist da die Ausnahme, der ging für mich schon immer auf die Thriller-Schiene.


Zitat von »ollistone«

Wenn ich FRWL sehe, genieße ich einen stimmungsvollen, geradlinigen Agententhriller, der kaum Schwächen hat.

Wenn ich FRWL gerade nicht sehe (was die meiste Zeit der Fall ist), denke ich, dass er doch ein klein wenig langweilig und unspektakulär und, naja, altbacken ist. Wie unzutreffend das ist, merke ich dann beim nächsten Mal...



Ich finde FRWL schwächer als TB, aber stärker als GF. Weniger unterhaltsam als YOLT, stringenter als DN. Tja.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

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Montag, 27. Mai 2013, 17:46

Zitat von »felixleitner«

Zitat von »ollistone«


Wenn ich FRWL gerade nicht sehe (was die meiste Zeit der Fall ist), denke ich, dass er doch ein klein wenig langweilig und unspektakulär und, naja, altbacken ist. Wie unzutreffend das ist, merke ich dann beim nächsten Mal...


Schön formuliert, geht mir genauso. FRWL hängt noch etwas im 50er-Jahre-Kintopp: Gediegen und in Technicolor aber etwas grimmig. Deshalb muss ich dafür in der richtigen "Thriller"- und "Hitchcock"-Stimmung sein. Und dann packt er mich, trotz kleinerer Schwächen. Wenn ich aber Bond-Extravaganza möchte, bin ich mit den Nachfolgern besser bedient.

Im übrigen teile ich die Kritik, dass die humoresken Elemente etwas unbeholfen und Konträr zum Rest des Films wirken (ähnlich LTK). Da man diese Momente aber an einer Hand abzählen kann, stört mich das nicht besonders.


Zitat von »Scarpine«

James Bond Rewatched

# 02: Liebesgrüße aus Moskau (1963)

OT: From Russia with Love; GB 1963; 115 Min.; R: Terence Young; D: Sean Connery, Daniela Bianchi, Robert Shaw, Lotte Lenya, Pedro Armendariz, Vladek Sheybal, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn.

Auch für den zweiten Bondfilm versammelte man abermals ein erstklassiges Ensemble. Sean Connery ist in ausgezeichneter Spiellaune und zeichnet seinen Bond noch überzeugender und abgeklärter, aber auch menschlicher als im direkten Vorgänger. Seine Sympathie für seinen Helfer Kerim und seine Geliebte Tanja besitzen schon eine gänzlich andere Qualität, als dies noch in "Dr. No" der Fall war. Neben "Goldfinger" und "Thunderball" kann diese 007-Performance mit gutem Gewissen als Connerys beste bezeichnet werden. Die Italienerin Daniela Bianchi agiert durchaus überzeugend. Sie präsentiert sich erheblich wandelbarer, als ihre direkte Vorgängerin Ursula Andress. Gleichwohl gehört auch die Figur der Tatjana Romanova – analog zum Roman – eher zu den klischeehaftesten und naivsten Bondgirls. Die Darstellerinnen der ersten Bondfilme hatten eben das Pech nicht gerade die Creme de la Creme an weiblichen Hauptrollen zu erwischen, wobei angemerkt werden muss, dass den Frauenrollen im Unterhaltungsfilm der Sechziger Jahre ohnehin allgemein keine sonderliche Bedeutung beigemessen wurde. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten liefert die Bianchi aber eine solide Leistung ab. "From Russia with Love" gehört zu den wenigen Streifen der Serie, die einer Helferfigur ein besonderes Gewicht verleihen und die als Sympathieträger den Zuschauer für sich einnehmen darf. In diesem Falle erleben wir den Charakterdarsteller Pedro Armendaríz als den weltmännischen Leiter der Station T, Kerim Bey. Man muss immer wieder den Hut vor diesem Mann ziehen, der trotz seiner schweren Erkrankung und den damit verbundenen Schmerzen, diese Rolle zu einer der herzlichsten und prägnantesten Nebenfiguren der Reihe erhob. Umso eindringlicher ist auch die Wirkung seines Filmtodes, wenn sich der geneigte Betrachter das tragische Ende dieses wunderbaren Schauspielers vor Augen hält. Man kann also guten Gewissens sagen: Mag Connery auch der Held dieses Filmes sein, Armendaríz ist sein Herz.

Auf der Gegenseite erleben wir eine bedrohlich und unerbittlich formierte Terrororganisation, die weniger durch einen konkreten Wahnsinnigen, als vielmehr durch ihre eiskalte Skrupellosigkeit und ihre professionelle Syndikatgeschlossenheit Angst und Schrecken verbreitet. SPECTRE, das Phantom, stellt sich nach dem Versagen ihres Mitglieds Dr. No, Bond mit voller Breitseite zum Kampf, bereit den Doppelnullagenten mit einem teuflischen Plan auszuschalten. Der noch unsichtbare Blofeld als Nummer 1 ist da als sich auf seiner Jacht verschanzender, katzenstreichelnder und kompromissloser Strippenzieher nur die Spitze des Eisbergs, der die Todesmaschinerie in Gang setzt. Die Trias aus Kronsteen (Planung), Rosa Klebb (Organisation) und Red Grant (Ausführung) schreitet alsbald zur Tat. Der polnische Charaktermime Vladek Sheybal zeichnet seine Nummer 5 als einen arroganten von seiner eigenen Genialität überzeugten Schach-Großmeister, der (fälschlicherweise) glaubt für jede Aktion ein passende (Gegen-)Reaktion eingeplant zu haben. Der Ex-Sowjetfunktionärin und jetzigen Nummer 3, Rosa Klebb, deren Wesen beständig zwischen herrischer Dominanz, mühsam unterdrückter Begierde und nervöser Feigheit hin und her pendelt, wird von der Österreicherin Lotte Lenya mit viel subtiler Klasse Profil gegeben. Vollendet wird das Trio durch den kaltschnäuzigen, athletischen und geistesgestörten Killer Donald Grant, der als verlängerter Arm SPECTRE`s Angst und Schrecken verbreitet. Für Robert Shaw sollte es der Beginn einer großen Karriere sein. In Nebenrollen erwähnenswert sind zudem Walter Gotell als brutaler Blofeld-Adjutant Morzeny und Eunice Gayson, die ihrer Sylvia Trench zum Abschied noch mal ein paar weitere Facetten verleihen darf. Bernard Lee und Lois Maxwell agieren gewohnt gut in ihren Rollen. Besonders köstlich ist die Szene als der Chef seine Sekretärin nach draußen schickt, da der "Austausch" zwischen Bond und Tanja auf der Tonbandaufzeichnung etwas zu pikant wird. Und eine weitere Kultfigur betritt die Bühne: Desmond Llewelyn. Er absolviert einen souveränen Einstand. Seine künftigen Auftritte sollten aber allesamt mehr Kultcharakter besitzen. Abschließend sorgen Martine Beswick, Aliza Gur und Nadja Regin gekonnt für zusätzlich Exotik und Erotik.

Das Drehbuch von Richard Maibaum und Johanna Harwood orientiert sich noch in starkem Maße – anders als bei späteren Filmen – an der Romanvorlage Ian Flemings. Wie bereits beim Vorgänger erlaubte man sich hier bei der Adaption einige Veränderungen und Kürzungen vorzunehmen, die dem Film aber nur teilweise zu gute kommen. So war es abermals sinnvoll SMERSH durch SPECTRE zu ersetzen, nachdem man diese Terrororganisation bereits in "Dr. No" eingeführt hatte. Der Umstand, dass sich eine dritte Partei den Kalten Krieg zunutze macht und die (Macht-)Blöcke gegeneinander ausspielt, verleiht dem Film eine Doppelbödigkeit, die dem Roman fehlt. Auch die Raffung der Handlung und die Modifikationen in Bezug auf Charaktere und Handlungsorte machen in der Regel Sinn. Gleichzeitig muss man aber auch kritisch anmerken, was der Roman dem Film im Gegenzug voraus hat. Das sind vor allen Dingen drei Punkte. So wirkt die Verschwörung gegen Bond in der Vorlage wesentlich zielgerichteter und bedrohlicher. Während im Roman alles auf die Konfrontation mit Grant als Höhepunkt zuläuft, verpufft dieser im Film leicht, weil er zu früh kommt und zwei weitere Action-Sequenzen noch nachgeschoben werden, die zwar die Kinotauglichkeit des Stoffes sichtlich erhöhen, aber aufgrund der Tatsache, dass sie nicht an die Intensität des Orient-Express-Kampfes heranreichen, wie ein Anti-Klimax wirken. Der dritte Punkt ist schließlich, dass man den Twist, dass der Held offenbar stirbt vom Ende an den Anfang des Films verlegt. Was hätte das für eine kultige und triumphale Auferstehung in "Goldfinger" werden können. Fairerweise muss an dieser Stelle aber noch anmerken, dass den Produzenten aus verständlichen Gründen der Mut für diesen Schritt fehlte. Mit dem zweiten Film war James Bond eben noch nicht als ein Film-Franchise vollständig etabliert. Insgesamt haben die Autoren aber eine gelungene Drehvorlage abgeliefert.

Auf dem Regiestuhl darf ein weiteres Mal Terence Young Platz nehmen. Der Brite liefert mit seinem zweiten Bondfilm vermutlich seinen gelungensten ab. Abermals gelingt Young das Kunststück den Streifen teurer aussehen zu lassen, als er tatsächlich war. Und ebenfalls erleben wir erneut eine Inszenierung mit sehr vielen Härten. Young bringt mit diesem Film die Kälte und den tödlichen Beigeschmack des Agentenspiels so realistisch und nachhaltig zum Vorschein, wie sonst kein anderer Bondfilm. Gleichsam gelingt es Young die dramaturgische Spannung im Vergleich zum Vorgängerstreifen zu erhöhen. Der elektrisierende Suspense gereicht in manchen Szenen sogar Altmeister Alfred Hitchcock zur Ehre. Der Kalte Krieg war in keinem anderen Bondfilm spürbarer. Diese einmalige Atmosphäre macht "From Russia with Love" zu etwas ganz Besonderem. Youngs temporeiche und sparsame Inszenierung tut ihr übriges dazu. Zwar muss man diverse Pannen während der Drehzeit berücksichtigen, dennoch muss ich mittlerweile sagen, dass mir Youngs Inszenierung in "Thunderball" insgesamt am besten gefällt. Hier ist das bondsche Gesamtpaket einfach am gelungensten. "From Russia with Love" ist hingegen in vielen Einzelszenen deutlich furioser und intensiver arrangiert. Trotzdem fallen auch hier, wie im Vorgänger, leichte inszenatorische Patzer ins Auge. Stellvertretend sei hier nur die Endszene erwähnt, die zwar einen wundervollen Charme versprüht, aber doch unter den furchtbar offensichtlichen Rückprojektionen zu leiden hat. Hier hätte man doch auch die Nahaufnahmen der Darsteller on-location drehen können. Dennoch schafft es Terence Young auch mit dieser souveränen Regieleistung den frühen Stil der Serie sichtlich zu zementieren.

Matt Monros Titelsong, der sicherlich nicht zu den Spitzentiteln in der Franchise-Geschichte zählt, untermalt aber dennoch wunderschön die Liebesgeschichte des Films und trägt zu seiner Atmosphäre bei. Der Score von John Barry ist superb. Seine Melodien besitzen durchgängig atmosphärischen Biss. Insbesondere der "James Bond is back"-Track darf den Kult-Status für sich beanspruchen. Dennoch muss man – der Verhältnismäßigkeit wegen – anmerken, dass viele folgende Soundtracks Barrys eine noch höhere akustische Perfektion erreichten. Die von Robert Brownjohn gestaltete Titelsequenz ist überaus gelungen und hat viele Nachahmer gefunden. Syd Cains Design kann mich hingegen nicht so nachhaltig überzeugen, wie das seines Vorgängers und Nachfolgers Ken Adam. Einige Dekorationen (z. B. die Spectre-Insel) sehen leider sehr nach Pinewood aus. Besonderer positiver Erwähnung bedarf es dagegen des höchst prunkvollen und in Venedig angesiedelten Schachsaales. Die ganze Sequenz, in der Kronsteen Schach spielt und von Blofeld kontaktiert wird, gehört für mich zu den besten, atmosphärischsten und stilsichersten der ganzen Serie. Solche Sequenzen findet man in den heutigen Bondfilmen leider nur noch selten.

Die Schauplätze wirken natürlich nicht so bunt und exotisch wie in "Dr. No", verfehlen aber ihre Wirkung trotzdem nicht. Istanbul ist eine wunderbarer Handlungsort. In keinem anderen Bondfilm wird dieser öfter gezeigte Schauplatz so nachhaltig und rahmend genutzt. Auch das Zigeunerlager und der Orientexpress sind ebenfalls sehr stimmungsvolle Handlungsorte. Insgesamt wirkt der Streifen wie eine kleine Balkanreise. Venedig kommt hingegen leider etwas zu kurz, aber die Lagunenstadt sollte ja in späteren Filmen noch ausgiebig Verwendung finden. Die Cinematograhie Ted Moores ist insgesamt nicht so eindrucksvoll, was vor allem daran liegt, dass sich die Schauplätze in eher dezenten und recht unspektakulären grau-braunen Farbtönen präsentieren. Auch das weitgehende Ausbleiben von spektakulären Dekors, lassen die Cinematograhie in punkto Größe, Glanz und Impressivität leicht zurückstehen. Bei der Action darf die Kameraarbeit aber wieder virtuose Höhepunkte setzen. Besonders die Vortitelsequenz, die SPECTRE-Konferenz, die Hagia Sophia-Szenen, der Kampf im Orient-Express und die Hubschrauberverfolgungsjagd müssen hervorgehoben werden.

Gesamtwirkung: Auch der zweite EON-James Bond Film ist ein Volltreffer, der seinen Vorgänger in Sachen knisternder Spannung, schauspielerischer Überraschung und atmosphärischer Dichte übertrifft. Die gelungene Romanadaption kann innerhalb der Reihe die Bezeichnung "Agententhriller" am besten und nachhaltigsten ausfüllen, verpasst aber angesichts einiger leichter Schwächen den Status des Meisterwerks. Aber auch ohne diese Nobilitierung darf das Werk völlig zu recht als ein Klassiker seines Genres und des Franchises gelten.

Meine Wertung: 4,5 von 5 Punkten


Zitat von »Django«

Sehr schönes Review, Scarpine


Zitat von »Damian«

Für mich ist FRWL einer meiner Lieblingsfilme, da er meines Erachtens einfach ein toller Agententhriller ist, bei dem ich das Gefühl habe, dass das die Arbeit von Geheimagenten im Kalten Krieg war (klar SPECTRE muss man da natürlich ausklammern).

Sowohl die Actionszenen (hier besonders hervorzuheben die Kampfszene im Orient Express) aber auch die stimmungsvollen Szenen im Zigeunerlager und mit Kerim Bey, überzeugen mich voll und ganz und dadurch kann ich auch über die kleinen Schwächen, die hier schon angesprochen wurden, hinwegsehen.
Im Gegensatz zu DAF, MR oder IHMSS gefällt mir, dass nicht gleich die ganze Welt gerettet werden muss, sonder dass der Film mit einem so relativ kleinen Auslöser, der Lector, auskommt.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

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Freitag, 31. Mai 2013, 21:35

Genau heute vor 50 Jahren wurden übrigens die Zugszenen gedreht! :dance2:
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Freitag, 7. Juni 2013, 14:27

Noch ein paar interessante Rezensionen aus dem razyboard:

Zitat von »Klebb«

Hatte mal anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Weltpremiere von Liebesgrüße aus Moskau meinen Lieblings-Bond-Film gewürdigt. Noch heute beurteile ich den Film genauso wie damals, im Jahr 2003, deshalb verweise ich auf meinen Beitrag von damals:

1. London, 10.10. 1963

Die Welt hat gerade den Höhepunkt des Kalten Kriegs mit der Kuba-Krise überstanden, doch von Entspannung kann noch keine Rede sein. Kennedy ist (noch) Präsident, und ausgerechnet dessen Leiblingsbuch "From Russia With Love" steht vor der Uraufführung.
Die Premiere im Londoner Odeon-Kino war grandios, anschließend begab sich jeder 5. Brite in ein Lichtspielhaus, um FRWL zusehen.
Sie alle sahen einen Film, wie er nur 1963 entstehen konnte.
James Bond-Filme werden oft gepriesen als moderne Märchen. Zu Recht, bis auf eine Ausnahme: FRWL. Der realistischste Bond-Film zeichnet ein exaktes Abbild der Welt der Geheimdienste, deren (gegenseitigen) Täuschungen, Morde, Verräter, aber auch Zweckbündnisse, Kooperationen.
Ein einzigartiger Blick hinter die Kulissen des Eisernen Vorhangs ohne Parteiergreifung für die eine oder andere Seite - dank SPECTRE.

2. Von Schurken und Helden

FRWL weist mit Rosa Klebb und Red Grant das mörderischste Bösewicht-Duo der Bond-Geschichte auf.
Grandios die Idee von Peter Hunt, die Szenen des sprechenden Grant herauszuschneiden bis zum Aufeinandertreffen mit Sean Connery. Der stumme Killer wirkt somit noch bedrohlicher.
Rosa Klebb / Lotte Lenya ist das Synonym schlechthin für eine zur Verbrecherin mutierte ( ehemalige ) KGB-Generälin. Eiskalt, unnahbar, skrupellos, geradlinig, zielstrebig.
Sie stirbt am Ende den thatralischsten, schönsten, aber auch wohlverdientesten Tod der Bond-Serie, unerreicht bleibt ihr aufgerissener Mund !

Strahlender Held und künftiger Weltstar ist Sean Connery. Seine überzeugendste Darstellung des gentleman agent ist frisch, unverbraucht und weist noch nicht die zynisch-arrogant-flapsige Art ab GF auf, die er sich manchmal zu eigen machte.
Sean Connery düpiert seine Gegner in FRWL mit Stil, Charme, aber auch mit der nötigen Härte.
Niemals danach hat 007 die Bösewichte daran erkannt, daß sie den falschen Wein zum Essen ausgewählt haben.
und nie wieder wurde Bond mit einem derartig gemeinen Schuh konfrontiert, so daß es schon der weiblichen Mithilfe Romanovas bedurfte, um von Klebb nur ncoh jene Schuhe am Leben zu lassen.
Offenbar war Bond von den Schuhen so beeindruckt, daß er sie als Souvenir mitnahm und sie irgendwann Q gab, in dessen Archiven sie heute noch stehen, wie wir seit DAD wissen.

Pedro Armendariz als Kerim Bey ist der tragische Held des FIlms. Seine Szenen mußten gleich zu Anfang gedreht werden, und der schwerkranke Armendariz nahm sich kurz drauf das Leben.
Über all jenen Armendariz-Szenen liegt ein Hauch von Melancholie, die FRWL ebenfalls einzigartig machen.

3. Die berühmteste Schlägerei der Filmgeschichte

Kühn war die Idee, einen Kampf in einem Zugabteil zu inszenieren. Und noch schwieriger war die Umsetzung.
Doch am Ende steht der spektakulärste Kampf der Bond-Serie, der Connery ( und seinen Stuntmensch ) choreographisch alles abverlangte.
Conenry, der 1971 in DAF die gleichen Strapazen in einem ( noch engeren ) Fahrstuhl erneut auf sich nehmen mußte, bemerkte dazu etwas launisch :" Wie wäre es mal mit einem Kampf in einer Telefonzelle".

4. Zurück zu den Wurzeln

Zurück zu den Wurzeln - so lautete die Vorankündigung zu vielen später gedrehten Bond-Filmen.
Doch die Produzenten hätten auch sagen können : Zurück zu FRWL.
Doch diese Vorgabe wurde jedes Mal verfehlt.
Kein Bond-Film erreichte je wieder eine solch dichte Atmosphäre. Das Istanbul der 60er Jahre, die Aufnahmen des Orient-Express bleiben als Schauplätze unerreicht. Drehbuch, Schnitt, Musik ( mit dem hervorragenden, etwas unterschätzten 007-Thema von John Barry ) sind hervorragend aufeinander abgestimmt und machen FRWL zusammen mit den glänzenden Schauspielern zu einem authentischen Agenten-Film.
Ein "Zurück zu FRWL" wird es daher nie mehr geben können.


Zitat von »Cyrus Poonawalla«

Dann schiebe ich noch meine Kritik aus dem Jahr 2001 hinterher...

"From Russia, With Love"

Bond ist wieder da. Für die britischen Kinogänger des Jahres 1963 wohl DIE Nachricht des Jahres. Wird Bond auf der Welle, die Dr. No nach oben getragen hat, weiterschwimmen können?

In vielen Dingen ist dieser Film dem ersten ähnlich - und doch diametral gegenüberliegend.
Ging es erst in relativ vertraute, weil koloniale Umgebung, reist Bond hier auf den Balkan, in ein exotisches,fremdes Land.
Wurde Bond im Jamaica von einem feindlichen Agenten am Flughafen abgeholt und von Freunden verfolgt, ist es in Istanbul genau umgekehrt. Stellt Bond auf Jamaica relativ früh fest, wer der Gegner ist, weiss er es in Istanbul eigentlich gar nicht (dass der Zuschauer es weiss, ist eine andere Geschichte...).

Galt Bond auf Jamaica als Genieser, der auch mal hart werden konnte, ist es in Istanbul eher umgekehrt. Dies ist ein Auftrag in einer Welt, in der Mann das Sagen hat. Ali Kerim Bey ist der Protoyp eines solchen Mannes. Und Pedro Armendariz verkörpert diesen türkischen Partner Bonds so natürlich, so lebensfroh und lebensbejahend, so sinnlich, daß wir völlig erschüttert sind, zu erfahren, daß er sich bereits vor dem Ende der Dreharbeiten erschoß, weil der Schmerz, den sein Krebs verursachte, nicht mehr auszuhalten war.
Lotte Lenya, diese kleine, zierliche Person, verkörpert die Rolle des Ex-KGB-Obersten und jetzigen SPECTRE-Agentin so energiegeladen, so wuchtig, dass man wirklich vor ihr Angst verspürt.
Und Robert Shaw als Donovan "Red" Grant ist einfach nur unheimlich. Er ist stets präsent, doch man hört ihn nie. Erst nachdem er in seiner Verkleidung als "Captain Nash" aud Bond gestoßen ist, hören wir ihn sprechen.

Der ganze Film ist energiegeladen, hart, unheimlich, schon in der Eröffnungssequenz, als ein Bond-Double sterben muß, nur weil Grant trainiert. Erholung für den Zuschauer gibt es nicht wirklich; selbst ein Abend bei Zigeunern mit Bauchtanzvorführung kann schnell zu einer blutigen Schlacht ausarten. Dies alles, spürt der Zuschauer, ist viel eher am "richtigen", skrupellosen Agentenleben als "Dr.No". Die Filmmusik von John Barry unterstreicht diesen Eindruck noch. Und das macht diesen Film zu einem der besten Filme dieser Reihe, vielleicht sogar zum Besten überhaupt...


Zitat von »maxzorin«

Wie bereits öfter in diesem Forum erwähnt, ist FRWL mein absoluter Lieblingsfilm unter den Bondfilmen und sogar der einzige Bondfilm, den ich persönlich sogar allgemein zu den besten Filmen aller Zeiten zählen würde.

Die Gründe wurden von Klebb und Cyrus schon allesamt genannt. Auch mit Carstens Titulierung als "Hitchcock" unter den Bondfilmen kann ich mich sehr gut arrangieren.

FRWL war nach DN mein zweiter Bondfilm. Ich habe ihn als Kind Mitte der 80er Jahre erstmals gesehen, als die ersten Bondfilme im TV gezeigt worden sind. Obgleich ich die Handlung damals sicherlich nicht einmal ansatzweise verstanden habe, so wurde dennoch meine bis heute andauernde Leidenschaft für Bond sicherlich gerade auch wegen FRWL begründet.

Mit einem mittlerweile zumindest halbwegs passablen Wissen über den Kalten Krieg und den damaligen Zeitgeist macht der Film sicherlich noch weitaus mehr Spaß. FRWL stellt die einzig wahre klassische Agentenstory der Bondreihe dar. Der Film vermittelt einen vergleichsweise realistischen Einblick in die Agentenwelt der damaligen Zeit, in der man niemandem trauen konnte.

Neben der fesselnden Story sind es die hervorragend in Szene gesetzten Schauplätze und der bis dato beste Cast der gesamten Reihe, die FRWL zu meinem persönlichen Favoriten machen. Wie bereits erwähnt zieht die Atmosphäre von Istanbul und dem Orientexpress einen irgendwie magisch an. Der Kampf mit Grant hat Filmgeschichte geschrieben.

In keinem anderen Bondfilm hat Connery mich derartig überzeugt. Er agiert sehr sicher, cool und weltgewandt. Herrlich, wie er Grant die falsche Weinwahl vorwirft, obwohl er sich in einer nahezu aussichtslosen Situation befindet.

Lotte Lenya und Robert Shaw sind wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt das beste Killer-Duo der Reihe. Shaw brilliert durch seine physische Präsenz und wirkt durch sein verbales Understatement noch bedrohlicher. Die äußerlich eher bemitleidenswerte Lenya macht ihre physischen Mängel durch ihren durchtriebene Intellekt und ihre Skrupellosigkeit wett. Teilweise wirkt sie auf mich bedrohlicher als Shaw. Ergänzt wird das Duo durch die Figur des durch seine Schacherfahrung in Strategieentwicklung erprobten Kronsteen.

Daniela Bianchi gilt nach heutigen Maßstäben sicherlich als naives Dummchen, obgleich man ihr m.E. damit Unrecht tut. Ihre Figur wirkt auf mich sehr authentisch. Sie wird unfreiwillig zu einem Spielball dreier verschiedener Interessengruppen -dem MI6, KGB und Spectre. Nach dem Zeitgeist und ihrer vermeintlichen Unterordnung zum Wohle von Mütterchen Russland würde ich ihre Darbietung als sehr überzeugend bezeichnen. Ihr Charakter strahlt ferner Wärme aus, und wirkt daher äußerst sympathisch. Von ihren optischen Reizen einmal ganz abgesehen. Für mich gehört sie auf jeden Fall zu den 5 besten Bondgirls.

Pedro Armendariz verkörpert via der Figur des Kerim Bey den charismatischten, sympathischsten und für Bond nützlichsten Gehilfen der gesamten Reihe. Auch ich werde immer leicht melancholisch wenn ich seine Auftritte in FRWL sehe und weiß, dass er seine enorme Leistung nur unter schmerzhaften Qualen durchstehen konnte. Seine Leistung steigt dadurch noch weiter in meinem Ansehen, unzweifelhaft ein sehr professioneller Mann, der leider ein tragisches Ende fand.

Die Action kann man natürlich nicht mit späteren Filmen vergleichen. Gemessen an den damaligen Standards und dem Budget, fühle ich mich aber auch actiontechnisch hervorragend unterhalten. Einen Vergleich mit bombastischen Mammutproduktionen wie DAD oder TND erspare ich mir an dieser Stelle. Hervorzuheben ist insbesondere, dass Bond mit Ausnahme des Koffers ohne Gadgets auskommt und alleine auf seine Fähigkeiten angewiesen ist. Daher schätze ich auch FYEO und neuerdings CR so.

10 von 10 Punkten - für mich der einzig perfekte Bondfilm.


Zitat von »Andy007«

Gestern habe ich mir FRWL seit langer Zeit auf DVD angeschaut und muss sagen, dass er von vielen hier überbewertet wird.

Klar, für sein Alter kann der Film nichts, aber man sieht ihm auch in der restaurierten Fassung dieses Alter deutlich an. Die Farben sind mau, manchmal wackelt die Kamera, viele Kulissen sehen sehr nach Studio aus, auffällige Schnitte und manchmal wird ein gesprochenes Wort irgendwie verschluckt. Das war sogar bei DN und den Nachfolgern sowieso um einiges besser. Die Rückprojektionen waren in den älteren Bondfilmen nie der Hit, deshalb lasse ich sie hier mal unerwähnt.

Der Score ist OK, aber wirkt manchmal etwas deplatziert oder warum muss das James-Bond-Theme erklingen, wenn Bond in ein Hotel eincheckt?

Nun zum Plot! Vielfach wird behauptet, FRWL sei der einzige ernstzunehmende Agententhriller. Nun ja, in der ersten Hälfte des Films wurde ich wenig "gethrillt". Die Szenen in Istanbul quälen sich von Schauplatz zu Schauplatz irgendwie ewig in die Länge, ohne groß Spannung zu erzeugen. Hier fehlt es eindeutig am Dramaturgie, weil man sich vermutlich zu sehr an die Romanvorlage gehalten hat.

Dazu noch die hölzernen Dialoge, die zumindest in der deutschen Synchro gelegentlich unfreiwillig komisch wirken. Bis zur Zugfahrt ist der Film für mich zu sehr austauschbar. Wüsste man nicht, dass es ein Bondfilm ist, so könnte man meinen, einen stinknormalen Agentenfilm der 60er Jahre zu sehen.

So richtig bondig, spannend und versöhnlich wird es denn auch erst mit Beginn der Zugfahrt. So will ich Bond sehen!

Als Fazit muss man sagen, dass dieser Film ein Ausreißer ist. Bond ist halt nicht der seriöse Agent. Bondfilme leben von der Action, vom Einfallsreichtum, von den Gadgets und von exotischen Schauplätzen. Genau das kommt in FRWL zu kurz, aber bei allen anderen Connery-Bonds gibt es diese Elemente.

Deshalb verstehe ich auch nicht, warum gerade FRWL bei den Fans so gut ankommt, da er für mich ein geradezu untypischer Bondfilm ist. Es ist so, dass die Bondmacher noch am lernen waren. DN war für seine Zeit sehr ausgefallen, FRWL zu bodenständig.

Erst mit GF hat man alles richtig gemacht und quasi eine Mischung der ersten beiden Filme hinbekommen, die genau richtig war. Hier wurde unser Bond geboren, wie wir ihn bis heute lieben.

Durch die dann doch sehr gute zweite Hälfte des Films bewegt sich FRWL in meinem Ranking im unteren Mittelfeld.
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00Beisser

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Freitag, 7. Juni 2013, 15:30

Neulich FRWL im O-Ton gesehen.

+ Die PTS ist für mich eine der gelungensten in der ganzen Reihe. Den Film hätte ich zu gerne damals im Kino gesehen, ohne Vorwissen wie es weitergeht als "Bond ermordet" wird.
+ Die Sets und Drehorte. Das Set zum Schachmatch ganz am Anfang - das hätte ich glatt Ken Adam zugeordnet, wenn ich's nicht besser wüsste. Istanbul ist auch ganz wunderbar eingefangen, in TWINE geht die Stadt fast völlig unter.
+ Die Darsteller. Von kleinen Nebenfiguren wie dem Zigeunerhäuptling (der ist einfach klasse) bis hin zu den Helfern wie Kerim Bey. Für mich neben Felix Leiter einer der ganz großen Helfer. Ich meine mal gelesen zu haben, dass geplant war "Sylvia Trench" in den nachfolgenden Filmen nochmals auftreten zu lassen. Ich hätte gerne mehr von ihr gesehen ( ;) ), verstehe aber gleichzeitig warum man diesen Schritt nicht weiter verfolgt hat.
+ Die Villains. Angefangen bei der mysteriösen Nummer 1 Blofeld, bis hin zu den Henchmen, die für mich fast die besten in der ganzen Reihe sind. Klebb, Kronsteen und natürlich Grant. Letzterer ist für mich das perfekte Beispiel, dass es auch gute Henchmen in der Craig Ära geben könnte. Er besitzt keine auffälligen Merkmale wie etwa Oddjob, Beißer oder Tee-Hee, besticht aber durch seine Kaltblütigkeit und sein bestimmtes Auftreten. Herausragend, dass Grant bis zur Zugszene kein Wort spricht, dann aber starke Dialoge mit Bond hat.
+ Einige Dialoge sind einfach Kult. Vor allem die Szene mit dem Rotwein und Fisch
+ Der ganze Film ist unglaublich atmosphärisch und das spiegelt sich auch in der Musik wieder. Highlights "Stalking", "Meeting in St. Sophia" und "Zagreb Express"

o Romanova rangiert bei den Bondgirls bei mir im (oberen) Mittelfeld. Vom Aussehen her, als auch vom Charakter und der schauspielerischen Leistung von Daniela Bianchi.

- Mich stört an dem Film eigentlich nichts. Lediglich ein paar Rückblenden, aber das sollte man knapp 50 Jahre später etwas lockerer sehen.


Ein sehr gelungener Übergang vom ersten Film DN zu der Ikone und Blaupause GF. In FRWL wird das erste Mal das Schema Gunbarrel-PTS-TS verwendet, was bei DN ja schon ansatzweise vorhanden war.
Nicht der actionreichste Bond, aber dafür gibt es ja andere. Für mich die perfekte Mischung aus allem und daher der Agenten-Film schlechthin!



An die Roman Kenner: Wird im Buch Näheres zur Sexualität von Klebb geschrieben? Im Film gibt es ja zwei Szenen die relativ eindeutig sind.

"Gert Fröbe war der beste Gegenspieler, den ich je hatte." - Sean Connery

Django

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Freitag, 7. Juni 2013, 16:27

Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Bei FRWL passt einfach alles. Auch wenn Sachen wie etwa das Periskop in der russischen Botschaft (heute) eher lächerelich wirken (wenn schon, hätte man eine Abhöranlage einbauen sollen...).
Im Roman war Klebb offenbar hetero:
http://en.wikipedia.org/wiki/Rosa_Klebb

00Beisser

Grand Slam

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Freitag, 7. Juni 2013, 16:36

Danke für den Link.
Allerdings steht in dem Artikel, dass sie lesbisch sei.

Das Periskop stört mich nicht, allerdings wäre natürlich ein Mikrophon sinnvoll gewesen. So bleibt aber die Spannung erhalten, Kerim Bey hat ja sichtlich Angst als er Krilenkus Gesicht sieht. Und ohne die genauen Details zu wissen, kann Krilenku jederzeit im Film zuschlagen.

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Freitag, 6. Dezember 2013, 19:12

Den Koffer aus dem Film stellt das Unternehmen immer noch her, und wer mal eben 2000,-€ übrig hat, könnte sich daran erfreuen.

http://www.jamesbondlifestyle.com/produc…tach%C3%A9-case

Ich selbst muß wohl verzichten, aber dieser Koffer hatte es mir schon angetan, als ich 12 war. Befand sich das Original eigentlich im Besitz von Desmond Llewellyn? Ich glaube, ich sah ihn mal in einer Talk-Show (Gottschalk?) damit auftreten. Ich erinnere mich noch, dass er ziemlich ramponiert war.
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largo

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Samstag, 7. Dezember 2013, 18:51

Der erste Bond,den ich je gesehen habe,also hab ich da schon Bezug zu .In dem Film passt einfach alles:großartiger James,unvergessliche Szenen,wie der Kampf im Orientexpress,Rosa Klebbs Schuhe und die Bootsverfolgungsjagd,fantastische Villains,einfach unvergleichlich !

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Samstag, 7. Dezember 2013, 21:58

Der erste Bond,den ich je gesehen habe,also hab ich da schon Bezug zu .In dem Film passt einfach alles:großartiger James,unvergessliche Szenen,wie der Kampf im Orientexpress,Rosa Klebbs Schuhe und die Bootsverfolgungsjagd,fantastische Villains,einfach unvergleichlich !
FRWL war mein erster Connery-Bond. Ich bin in allen Aussagen Deiner Meinung: Der Film ist ein einzigartiges Gemälde in Technicolor! Meine Nr. 2 direkt vor GF. Ich mag auch seine Bodenständigkeit. Außerdem: Connery hat den besten Haarschnitt, wogegen dieser Punkt ab TB wohl etwas vernachlässigt wurde.
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AnatolGogol

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Sonntag, 8. Dezember 2013, 08:05

Außerdem: Connery hat den besten Haarschnitt, wogegen dieser Punkt ab TB wohl etwas vernachlässigt wurde.

Das sehe ich auch so. Was nicht zuletzt daran lag, dass man ab GF auf nicht wirklich realistisch wirkende Zweithaar-"Mützen" statt wie bis dahin auf kunstvoll onduliertes und getrickstes Echthaar setzte - nothing beats the real thing (wobei man fairerweise zugestehen muss, dass Connerys fortschreitender Haarausfall ab 64/65 eine Fortsetzung der Kniffe rund ums verbleibende Echthaar wie in den ersten beiden Filmen kaum mehr möglich machte).


Ansonsten: FRWL ist auch in meiner Top3, ein Film wie aus einem Guss wie man so schön sagt. Der Film hat vielleicht die beste Atmosphäre aller Bondfilme, Istanbul, Orient-Express und Venedig sind enorm stimmungsvoll eingefangen worden. Auch in Punkto Spannung sehe ich FRWL ganz vorne innerhalb der Serie. Zudem sind die Topschurken mit Lenya, Shaw, Sheybal und dem gesichtslosen Dawson so gut besetzt wie in kaum einem zweiten Bondfilm.
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Sonntag, 8. Dezember 2013, 14:10

Den sah ich mir gestern auf BD an. Bildtechnisch ein Traum.
Darstellerisch ist dieser Bondfilm für mich auch das Maß aller Dinge.
Egal ob Connery, der zwar in GF und TB noch ein paar markigere Sprüche mehr auf Lager hat, ein Pedro Armendariz, Bonds Schatten Robert Shaw, Lotte Lenya, der gesichtslose Blofeld mit der hervorragenden Stimme von Eric Pohlmann (ich sah den Film im O-Ton), Herr Sheybal aka Kronsteen und Daniela Bianchi, an der ich immer mehr gefallen finde.
Vor allem ihre erste Szene mit Bond im Bett oder als Ehepaar Somerset im Orient-Express. In diesem Nachtkleid sieht Sie auch perfekt aus.
Und ja, das ist ja offensichtlich, Connery hat hier die beste Frisur. Momentan bin ich auch auf diesem Gentleman Seitenscheitel Trip, der ja wieder in Mode ist.
Im Übrigen finde ich, auch als Vetreter der heterosexuellen Ausrichtung, der Meinung, dass Connery in diesem Film am attraktivsten aussieht.
Und ihm stehen die Anzüge...also wirklich, ein Prachtkerl :D
FRWL manifestiert seinen Platz in der Spitzengruppe.
Ps.: ich mag übrigens die orchestrale Version vom Titelsong sehr und wenn dann noch das Bondtheme einsetzt, perfekt.

Django

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Montag, 9. Dezember 2013, 08:19

Auch für mich ist FRWL einer der allerbesten Bond-Filme (vielleicht sogar DER beste). Was Connerys Haarschnitt betrifft, so schaut der in FRWL gut aus (besser als in DN und GF) - am besten gefällt er mir aber in TB (ob echt oder nicht echt).

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Montag, 9. Dezember 2013, 10:59

Ein rundum erfreulicher und gelungener Film, der auch bei mir sicher zu den Top 6 gehört. Es wäre aber andererseits ja geradezu verblüffend, wenn das Durchschnittsniveau bei den frühen Connery-Filmen nicht am höchsten wäre, konnte man bezüglich der filmisch gut umsetzbaren Fleming-Vorlagen noch aus dem Vollen schöpfen. Nichtsdestotrotz passierte hier der erste radikale Bruch mit den Intentionen des Autors, da der von Fleming sicher sehr ernst genommene antikommunistische Aspekt im Film total entschärft wird. Davon gibt es, bezüglich Andeutungen auf die Rolle der VR China, noch mehr in GF und YOLT. Andererseits ist die filmische Erweiterung ja durchwegs spannend und gut gelungen. Connery gefiel mir in den ersten beiden Filmen noch nicht so gut, weil er m.E. noch nicht die nötige Distanz zur eigenen Rolle gefunden hatte. Aber hier gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander. Interessant, dass dem Film mehrfach "Plagiate" bzw. doch zumindest Epigonentum an anderen Filmen vorgeworfen wurde. Ich finde ihn dennoch rundum dramatisch, packend, voller heute schon ein wenig fremdartig wirkendem Flair.

Mister Bond

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Montag, 9. Dezember 2013, 12:41

Was Connerys Haarschnitt betrifft, so schaut der in FRWL gut aus (besser als in DN und GF) - am besten gefällt er mir aber in TB (ob echt oder nicht echt).

Nun ja, prinzipiell hat Connery in DN & FRWL den selben Haarschnitt, in DN nur etwas länger.
Also gefällt mir der Haarschnitt in DN nach FRWL, logischerweise, am besten.
Danach folgt der aus TB.

Gibt es übrigens schon einen Thread zum Thema Bonds Frisuren? :D

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Montag, 9. Dezember 2013, 12:46

Nun ja, prinzipiell hat Connery in DN & FRWL den selben Haarschnitt, in DN nur etwas länger.

Eben - und kürzer steht ihm besser :D . PS: Wäre ich mit meinen 36 Jahren Bond-Darsteller, müsste ich zumindest auf dem Hinterkopf vermutlich auch bereits 'n Toupet tragen (oder kann man so was heute mit CGI retouchieren ;) ?)

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Montag, 9. Dezember 2013, 15:37

PS: Wäre ich mit meinen 36 Jahren Bond-Darsteller, müsste ich zumindest auf dem Hinterkopf vermutlich auch bereits 'n Toupet tragen (oder kann man so was heute mit CGI retouchieren ;) ?)
Keine Bange, der EON-Fundus hat von deinen potenziellen Vorgängern da noch genug auf Lager. ;)
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Montag, 9. Dezember 2013, 16:06

Cool, mit den Läusen von SC drin ;)
Wer ausser SC war denn noch auf ein Toupet angewiesen? Elvis zählt nicht :D

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Montag, 9. Dezember 2013, 16:29

Wer ausser SC war denn noch auf ein Toupet angewiesen?


Herbie Melbourne in "Didi der Schnüffler". :D
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Django

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Montag, 9. Dezember 2013, 16:43

:D
Wobei mir neu ist, dass es sich dabei um eine EON-Produktion handelt :P