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Dr. moVe

MI6 Staff

  • »Dr. moVe« ist männlich

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501

Samstag, 27. Januar 2018, 11:40

Ähnlich wie im Lieblingsfilme-Thread hier mal eine Liste rein nach dem Apekt der 'Rewatchability' erstellt:

1) Moonraker
2) The Living Daylights
3) Skyfall
4) The Man With The Golden Gun
5) A View To A Kill
6) Casino Royale (2006)
7) Quantum of Solace

Passend zu meiner eigentlichen Top-oo7, sind wir uns offenbar auch bei der REWATCHABILITY-LIST sehr einig, Martin. :prost:
Deine ersten oo7-Plätze könnte ich direkt so übernehmen - nur in etwas anderer Reihenfolge:

1. Skyfall
2. Moonraker
3. The Living Daylights
4. Quantum of Solace
5. A View To A Kill
6. Casino Royale (2006)
7. The Man With The Golden Gun

Lange Zeit liefen die Brosnan-Filme wegen ihres universellen Fast-Food-Aspektes bei mir heiß, aber inzwischen scheine ich 'geheilt' von dieser speziellen Rewatch-Sucht zu sein (ich hatte es echt übertrieben).
Dennoch findet sich diese gesamte Ära deutlich höher platziert in meinem rewatchability-ranking, als in meiner Bestenliste.
Kurioser Weise bilden im Gegenzug gleich 3 Filme meines favorisierten Bond-Darstellers die rote Laterne dieser Liste: DN, TB & YOLT.
Wohingegen Werke die bei mir das Schlußlicht der eigentlichen Bestenliste bilden, sich eindeutig im Top-15-Bereich tummeln: OP & DAD.
Beim Blick auf die 3 Moore-Filme in der rewatchability-Top-oo7 fällt zudem auf, das ausgerechnet die von der breiten Allgemeinheit als 'kontrovers' aufgenommenen Jahrgänge, diese Ära anführen.
Würde ich mich nicht so schwer mit den Schwächen von OP tun (meine diesbezüglichen Problemchen hatte ich schonmal näher ausgeführt), würde ich diesen sogar ganz oben auf die Moore-rewatchability-Liste setzen - so wie es bei unserem geehrten Sir photographer auch nachvollziehbar der Fall ist. Freut mich natürlich den von mir stets gefeierten SF bei ihm auf Platz 3 zu sehen. :thumbup:

Mister Bond

Felix Leiter

Beiträge: 1 210

Registrierungsdatum: 26. Mai 2013

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502

Mittwoch, 31. Januar 2018, 22:24



TSWLM ist bei mir auch in fast allen Aspekten sehr weit oben. Die zweite Hälfte hat - vor allem auf der Liparus - einige sehr sorgfältig inszenierte Suspense-Sequenzen, wie der Ritt auf der Kamera, das Entschärfen der Bombe, etc., die ich für sich genommen höherwertig finde als beispielsweise das Lasergefecht in Moonraker. Aber wenn man alles in- und auswendig kennt, macht die Selbstironie in MR auf Dauer halt einfach mehr Spaß.

Diese Suspense-Sequenzen sorgen ja bei mir dafür, dass TSWLM mein Favorit ist. So oder so.



@photographer:
Erstaunlich, die Brosnan-Bonds favorisierst du im O-Ton? Bei mir eher umgekehrt. Bei allem Respekt, aber Brosnans Timbre beeindruckt mich nicht so wie Moores, Daltons, Connerys oder auch Craigs. Daher favorisiere ich da Frank Glaubrecht.

Die Connery/Moore/Dalton und Craig Bonds schaue ich in beiden Fassungen sehr gerne. Stimmungsabhängig. Da im TV ja die deutschen Fassungen laufen, schaute ich mir in den letzten Jahren auf BD die Filme häufiger im O-Ton an, es sei denn ich schaue mit bestimmten Leuten.
OHMSS bevorzugte ich immer i nder deutschen Fassung, da ich Lazenbys Timbre noch schwächer finde und er nur in der deutschen Fassung durch G.G. Hoffmann gewinnen konnte. Aber dieses Ton-Massaker seit den Ultimate Edition DVDs vermiest es mir ein wenig.
Außerdem war ich schon immer ein großer Fan von der Synchronsprecherin Margot Leonard. Für mich vielleicht die beste weibliche Synchronstimme (zumindest kann ich mich in dieser immer wieder verlieben).

503

Freitag, 2. Februar 2018, 12:58

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@ Mister Bond

Ab 1989 habe ich begonnen, Filmpremieren innerhalb des Bond-Franchises möglichst als erstes in der OV zu besuchen, was mir im anschliessenden Verlauf nachfolgender Jahrzehnte bis auf DIE ANOTHER DAY und CASINO ROYALE auch weiterhin gelungen ist. Mit Ausstrahlung der alten Bond-Filme im Fernsehen, mit der erstmalig zu Pfingsten in der Bundesrepublik Deutschland 1984 begonnen wurde, wurden die Filme als Wiederaufführung aus den Lichtspielhäusern genommen und wurden für den Rest des Jahrzehnts primär im falschen Bildformat im Fernsehen gezeigt. Selbiges galt auch für deren Umsetzung auf deutschen Kaufträgermaterial auf Video. Mit dem Veröffentlichung der Filmreihe auf US-amerikanischen NTSC-Laserdisc-Fassungen zu Anfang bis Mitte der Neunziger bekam ich eine Alternative an die Hand, welche die Filme sowohl im richtigen Bild- und Tonformat als auch ungeschnitten präsentierte. Dadurch habe ich die Werksbeiträge in jenem Jahrzehnt dann in der Originalsprache konsumiert. Mit Aufkommen des DVD-Medium brauchte der Deutsche Markt seine Zeit, bevor die Filme alle erhältlich waren. Ab 2006 / 2007 kam dann mit dem Aufkommen der blu-ray dann noch einmal eine Verbesserung in Sachen Bild- und Tonqualität hinzu. Hierbei ist es nun so, dass dieses Medium hinsichtlich der verschiedenen Sprachfassungen, abhängig vom zu veröffentlichenden Studio, leider in Sachen Tonausgaben oft zweigleisig fährt. So sind bis auf die Veröffentlichung einer SONY-Fassung von CASINO ROYALE die OV-Fassungen als HD-DTS-Master den deutschen komprimierten DTS-Fassungen überlegen, was über entsprechende Receiver auch deutlich hörbar wird, so dass gerade die neueren Filme, die bei ihrer Premiere schon mit einem Digitalton versehen waren, im derzeitig hochwertigsten Tonverfahren klanglich einen entsprechenden Zugewinn erfahren.

Zu den Brosnan-Bond-Filmen:
GOLDENEYE habe ich 1995 auf 96 im Kino sechs Mal gesehen; dabei einmal auf Deutsch. Ich kann mich gut daran erinnern, wie leise ich Pierce Brosnan erst einmal von der Stimme empfunden habe, da mir seine Originalstimme bis dahin unvertraut war. Es sollte dann rund zwanzig Jahre dauern, bevor ich mit meinem Sohn den Film erstmalig in einer HD-Ausstrahlung im Deutschen Fernsehen auf Deutsch wieder sah (und hörte), während der Film zu dem Zeitpunkt noch nicht auf blu-ray vorgelegen hatte. Ich wusste bei der TV-Ausstrahlung, was mich seit Beginn der Brosnan-Ära bei der deutschen Synchronisation schon immer missfallen hat, aber hatte auch verdrängt, dass bei Brosnans Einstiegs-Bond einiges noch härter für mich kam.
Ich lege viel Wert auch auf die Stimmen der Gegenspieler und kann nicht leiden wenn diese goofy-esk oder einfach "deppert" klingen. Während Sean Bean vorwiegend von Torsten Michaelis gesprochen wird, kam Norbert Langer hier zum Einsatz, den ich einfach unpassender finde. Der Akzent, den Martina Treger Xenia Sergeyevna Onatopp verpasst hat, rollt mir nur die Fußnägel hoch, während das grösste Synchro-Verbrechen für mich Santiago Ziesmer in GOLDENEYE darstellt. Der Sprecher funktioniert mit seiner bewusst quäkig gehaltenen Stimme gut als Winnie Puuhs Freund Ferkel (seit 1995) und als Steve Urkel in der US-amerikanischen Sitcom ALLE UNTER EINEM DACH, aber als häufiger Sprecher von Steve Buscemi diskreditiert er für mich persönlich förmlich Auftreten und Wirken dieses Film- und Bühnenschauspielers. Für mich schafft Ziesmer Schauspieler mit seiner Stimme zu gefühlten Jar Jar Binks-Farcen zu verwandeln.
Es gab auch früher bekannte Synchronsprecher, die bei komödiantisch geprägte Figuren hervorragend passten, aber für ernsthaftere Rollen der Originalinterpretation immer etwas schadeten. So war etwa Gerd Duwner mit seiner hohen, angerauten und leicht kieksenden Stimme optimal für Ernie aus der Sesamstraße und für Barney Geröllheimer bei den Feuersteins, bzw. als Sprecher für Deputy Sheriff Festus Haggen in der Fernsehserie Rauchende Colts. Als Quarrel in Dr. NO fand ich ihn dagegen problematisch, während er später als Stammsprecher von Danny deVito wieder hervorragend kam und man ihn nicht mit den alten Sprachrollen gleich klanglich in Verbindung bachte.
Ähnlich ergeht es mir mit Lutz Mackensy auf Jonathan Pryce, Martin Keßler auf Robert Carlyle und Tom Vogt auf Toby Stephens. Diese Stimmen sind mir als Bonds Gegenspieler etwas zu hell und klingen meist etwas spaßiger bemüht.
Da bevorzuge ich markante Stimmen, wie die von Herbert Weicker, der – obwohl er die Stimme von Mister Spock war – eben sowohl als Dr. Kananga / Mister Big und als Francisco Scaramanga mich hervorragend unterhielt.

Dieser Aspekt trifft übrigens auch bei RAIDERS OF THE LAST ARK zu. Was habe ich die deutsche Originalstimme von Hermann Ebeling in der Rolle von Dr. René Belloq geschätzt. Die Neusynchronisation empfinde als reines Sakrileg. Da man leider schon merkt, dass der alte deutsche Surround-Ton mit dem englischen Master nicht mithalten kann, sehr ich die blu-ray nur in der OV.

Was nun die alten Bond-Filme angeht, die ich gerne auf Deutsch sehe, ist dies sicherlich auch einer Form von beglückter Kindheitserinnerung geschuldet, wobei entscheidend für mich ist, wie viel Situationskomik und Humor in den Sechziger Werksbeiträgen, bzw. wie viel zusätzliches Schnodderdeutsch in den Siebziger und Achtziger Filmen enthalten ist.


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