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Zardoz

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1

Montag, 26. August 2013, 16:27

James Bond - Marathon nebst Bestenliste

Guten Tag, liebe Bond-Enthusiasten,

vielleicht kennen einige von euch das Problem mit ihrer persönlichen Bestenliste: Man hat zwar seine Favoriten sowie seine "Kellerkinder", jedoch ist man gemeinhin nicht in der Lage, den Rest dazwischen "objektiv" zu ordnen. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten, dass man sich oftmals irgendwie selber "betrügt". Den zuletzt gesehenen Film ordnet man im Ranking doch gerne einmal im Anschluss weiter oben ein, hatte man doch mal wieder "Bock" auf den Streifen. Auch verwässern temporäre Darstellervorlieben die eigene Bewertung. Des Weiteren verliert sich der gemeine Bondfan über die Jahre in Routine, will sagen, er versucht oftmals gar nicht, sich einem Film aus einer anderen, eventuell "objektiveren", Perspektive zu nähern. Zu festgefahren sind die persönlichen Mechanismen, wenn es um ein faires Ranking geht. Ganz zu schweigen davon, dass man einige 007-Werke gerne im Archiv verstauben lässt, verbindet man mit ihnen doch eher Negatives. Sicherlich erkennen sich nun einige wieder (oder auch nicht), ich jedenfalls habe oft das Gefühl, meiner Bestenliste fehlt manchmal der letzte objektive Feinschliff, gerade weil ich enormen Stimmungsschwankungen in Sachen Bond unterliege.

Daher habe ich mir überlegt, wir könnten mal wieder einen (chronologisch korrekten) Filmmarathon absolvieren. Logischerweise würde man mit DN beginnen. Direkt nach dem Sichten könnte man z. B. eine "Bauchnote" notieren (1-10 oder in Form einer Schulnote). Diese "Bauchnote" sollte ihren Namen alle Ehre machen und möglichst rasch aufgeschrieben werden. Anschließend gönnt man sich ein paar Minuten seiner kostbaren Lebenszeit und widmet sich einer Pro- und Contraliste, in welcher die Vor- und Nachteile des jeweiligen Streifens festgehalten werden. Anhand dieser Liste erfolgt eine abermalige Benotung.

Nun bin ich mir nicht so sicher, ob man aus diesen beiden Ergebnissen einen Mittelwert bilden sollte, schließlich würde die "Bauchnote" das Endresultat verwässern. Es macht in meinen Augen mehr Sinn, die beiden Bewertungen getrennt voneinander festzuhalten, um am Ende des Marathons 48 Ergebnisse zu haben (NSNA sollte natürlich ebenfalls bewertet werden). Am Ende ordnet man alles zu seiner persönlichen Bestenliste, die nun nach Möglichkeit von möglichst vielen subjektiven Einflussfaktoren "gereinigt" wurde. Am Ende ergäbe sich dann sicherlich eine gewisse Diskrepanz zwischen den beiden Rankings (also zwischen der "Bauchnote" und der Pro/Contra-Liste), welche Rückschlüsse auf den Unterschied zwischen der eigenen Sujektivität und Objektivität böte.

Ich möchte also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir könnten endlich einmal wieder einen James-Bond-Marathon veranstalten und gleichzeitig streben wir nach einer, möglichst objektiven, persönlichen Bestenliste, fernab persönlicher Vorlieben und Routinen.

Natürlich weiß ich um den zeitlichen Aufwand sowie um die Tatsache, dass man nicht immer Lust hat, einen bestimmten Film anzusehen. Daher könnte man den Marathon innerhalb eines Jahres bestreiten (als Beispiel). Auch bin ich mir bewusst, dass einige von euch eventuell keine Lust auf eine weitere Bestenliste haben, trotz meiner o. g. Intention. Sollte sich nur bedingt Interesse eröffnen, verwerfen wir das Ganze, aber ich würde mich freuen, wenn so viele User wie möglich mitmachen würden. Mein Vorschlag ist sicherlich noch ausbaufähig bzw. weiter zu verfeinern (möglicherweise durch bestimmte Bewertungskriterien). Mit diesem Thread sind daher bitte alle Interessierten aufgefordert, Anregungen, Verbesserungen, Erweiterungen etc. mit einzubringen. Es gibt hier sicherlich viele kluge Bond-Enthusiasten, die mein Vorschlags-Gesrüst weiter ausbauen können bzw. es ggf. effektiver "umbauen" möchten - ich bitte darum! :)
"Fuck you, I'm going to Hollywood!"

Kronsteen

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2

Montag, 26. August 2013, 17:48

Ich muss zugeben, dass es mir recht ähnlich geht. Ich könnte nahezu wöchentlich eine neue Bestenliste machen. Fast jedes Mal, wenn ich mich mit einem Film näher befasst habe oder wenn ich ihn angeschaut habe. In wenigen Fällen fällt der betroffene Film, meistens steigt er aber.
Auch die paar wenigen Fixpunkte in der Bestenliste kann ich bestätigen. Die ersten beiden Filme (TB + YOLT) sind mehr oder weniger gesetzt, dann kommt ein Dreierblock (TLD, TSWLM, CR), der geschlossen bleibt, aber in sich wechseln kann. Das gleiche gilt für die 2 kommenden größeren Blöcke und am Schluss stehen eben die 3 späteren Brosnans (außer GE) und davor QOS wieder recht fix.
Ich wundere mich dann immer, wie ein so genialer Film wie FRWL nur im vorderen Mittelfeld oder ein OP nur im mittleren Mittelfeld stehen kann. Aber wohin mit den guten Filmen, wenns eben noch besseres gibt?! ;)

Ich kann daher Dein Dilemma sehr gut verstehen, Zardoz!

Ich hab ja schon mit der Bondesliga einen Versuch gestartet, eine möglichst objektive Reihenfolge zu ermitteln, wobei das auf alle User bezogen vermutlich einfacher ist als für einen selber. Bei mir merke ich da z.B., dass ich bei manchen Bondesliga-Duellen für die Filme stimme, die in der Bestenliste weiter unten stehen. Schwieirg...

Daher wäre ich grundsätzlich dabei, wenn wir so einen Event aufziehen könnten. :thumbup:
Das ganze müsste eben eine gewisse Struktur haben und auch Freiheiten für jeden einzelnen beinhalten. Sonst machen nur wenige mit oder hören zwischen drin aus.
Und eine Bewertungsmatrix und genaue Vorgaben, wann und wie zu werten ist, sind natürlich auch unabdingbar.

Mich würde es deswegen freuen, wenn sich noch einige äußern, so dass wir den guten Gedanken Zardozs noch "verfeinern" können.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Maibaum

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3

Montag, 26. August 2013, 20:34

Ich würde das Ganze aber nicht versuchen "objektiv" nennen, denn jede Liste, egal nach welchen Kriterien sie erstellt wird, kann am Ende immer nur eine subjektive sein.

Ich finde den Gedanken etwas "objektives" (also etwas gesichertes zu bekommen) furchtbar langweilig. Listen machen nur Spaß wenn jeder versucht so präzise wie möglich seinen eigenen Geschmack wiederzugeben.

Count Villain

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4

Montag, 26. August 2013, 21:55

In einem anderen Forum, in dem ich bin, gibt es regelmäßig Film-Grandprixs. Da werden die Filme dann anhand entsprechender Unterkategorien bewertet (z. B. Spannung, Darsteller, Antagonist, Regie, Drehbuch, Musik, Humor).
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Zardoz

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5

Montag, 26. August 2013, 22:40

Ich würde das Ganze aber nicht versuchen "objektiv" nennen, denn jede Liste, egal nach welchen Kriterien sie erstellt wird, kann am Ende immer nur eine subjektive sein.

Ja, da hast du natürlich recht und das sollte auch jedem klar sein. Überdies setzte ich das Wort in meinem Eröffnungsbeitrag auch in Anführungszeichen. Natürlich weiß ich auch um den inflationären Gebrauch des Wortes "objektiv". Nur ließ sich dieses nicht vermeiden, um mein Anliegen zu erläutern.



Ich finde den Gedanken etwas "objektives" (also etwas gesichertes zu bekommen) furchtbar langweilig. Listen machen nur Spaß wenn jeder versucht so präzise wie möglich seinen eigenen Geschmack wiederzugeben.

Da wir ja nie wirklich etwas "Objektives" erhalten, sondern nur versuchen, uns diesem in unserer Bestenliste anzunähern, dürfte keine Langeweile aufkommen. Zudem ist ja gerade der eigene Geschmack essentieller Bestandteil des persönlichen Rankings, immerhin fließt er in die Pro/Contra-Liste hinein - "was gefällt mir, was weniger". Möglichst präzise versteht sich. ;)

In einem anderen Forum, in dem ich bin, gibt es regelmäßig Film-Grandprixs. Da werden die Filme dann anhand entsprechender Unterkategorien bewertet (z. B. Spannung, Darsteller, Antagonist, Regie, Drehbuch, Musik, Humor).

Ja, solche Kategorien meinte ich. Das klingt doch schon sehr detailiert. Man müsste eine, für alle die mitmachen wollen, vertretbare Kategorienliste erstellen ("Was soll bewertet werden?"). Die von dir aufgeführten Beispiele erscheinen mir sehr sinnvoll. Mal sehen, was die Anderen noch so für Vorschläge haben.
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Maibaum

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6

Montag, 26. August 2013, 22:56

OK, aber warum sollte dann bei dieser neuen Bestenliste etwas anderes herauskommen als bei der Bestenliste die ich bereits gemacht habe?

Zardoz

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7

Montag, 26. August 2013, 23:09

OK, aber warum sollte dann bei dieser neuen Bestenliste etwas anderes herauskommen als bei der Bestenliste die ich bereits gemacht habe?

Eine berechtigte Frage. :D
Tja, dafür gebe ich ja auch keine Garantie. Ich könnte mir eben gut vorstellen, dass man über eine lange Zeitspanne (z. B. das o. g. Jahr) etwas unvoreingenommener an die Sache herangeht. Schließlich hat jeder seinen persönlichen Geschmack, geschenkt, aber eventuell flossen in die früheren Bewertungen zu viele alteingesessene Routinen ("Connery mag ich sehr", "Moore überhaupt nicht" - "Lazenby kann niemals überzeugend Bond darstellen" etc.), die es aufzubrechen gilt. Als eventuell geeignete Instrumente sehe ich meine erläuterte Herangehensweise, die natürlich verfeinert werden kann/muss, wie auch immer. Jedenfalls stellten ja schon einige fest, dass es zu merkwürdigen Sprüngen innerhalb des Rankings kommt, gerade im Mittelfeld. Sicherlich sind viele davon vom jeweiligen Tageszustand abhängig, aber möglicherweise bringt ein solcher Filmmarathon ungeahnte sowie neue Blickwinkel hervor. Spaß sollte es in jedem Fall bereiten. :)
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Count Villain

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8

Dienstag, 27. August 2013, 01:01

OK, aber warum sollte dann bei dieser neuen Bestenliste etwas anderes herauskommen als bei der Bestenliste die ich bereits gemacht habe?


Ich denke schon, dass bei einer Rangfolge nach Kriterien sich im Vergleich zur Rangfolge nach "Bauchnote" gewisse Detailunterschiede ergeben können. Völlige Deckungsgleichheit bei allen Teilnehmern würde mich jedenfalls wundern. Es sei denn, man vergibt die Punkte in den Einzelkriterien nicht nach begutachteten Kriterium, sondern bewusst so, dass es in Summe zur Bauchnote passt. Aber genau das soll ja gerade nicht gemacht werden.

Außerdem wäre es doch mal ganz interessant zu sehen, in welchen Bereichen die User die Stärken und Schwächen einzelner Filme sehen.
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Felix Leitner

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9

Dienstag, 27. August 2013, 07:45

Wenn ich anfange, die Filme "objektiv" zu bewerten, dann zerbröselt es fast die gesamte Franchise: Plotholes, Unwahrscheinlichkeiten, Albernheiten, schlecht (oder nicht) ausgearbeitete Charaktere, technische Fehler, die oft episodische Herangehensweise der Drehbuchautoren, die versuchen, verschiedene gesetzte Höhepunkte miteinander zu verknüpfen, ohne, dass am Schluss wirklich ein koherentes Drehbuch herauskommt, das Schauplätze-Hopping, das dem Spannungsbogen im Grunde ja ebenfalls schadet, und und und...

Mir sind diese Schwächen beim Sehen durchaus bewusst, aber wenn ich das in den Vordergrund stellen würde, hätte ich gar keinen Spass mehr an der Franchise. Deswegen entscheiden für mich immer noch eher die "weichen" Kriterien über Spass oder Nicht-Spass: Atmosphäre, EInfallsreichtum, Charme, Score, Charisma, einzelne Charaktere, die den Film tragen, usw.

Wie hoch oder tief die Filme in meiner Bestenliste liegen, mache ich jedenfalls nicht an Pro- und Contra-Listen fest.
"I don't like your manner." "I'm not selling it."

Scarpine

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10

Dienstag, 27. August 2013, 08:37

Zuallerst: Da ich mit meiner Rewatched-Besprechungsreihe schon die Hälfte es Franchises bewertet habe, würde für mich eine Teilnahme an solch einem Marathon eher nicht infrage kommen.

Ich möchte mich aber mal zu der Frage Subjektive/Objektive Einschätzung eines Bondfilms äußern. Wer mal eine meiner Rewatched-Kritiken gelesen hat, der wird feststellen, dass ich mich bemüht habe, den Film/die Filme möglichst objektiv zu bewerten ohne jedoch die eigene Meinung völlig hinten anzustellen. Dafür muss man ja nicht, wie Felix Leitner meinte, bierernst die Filme nach Plotholes und Albernheiten sezieren. Die Einbeziehung einer objektiven Meinung bedeutet für mich in diesem Falle eine Form von Meinungspluralität. Es geht mehr darum Schwächen oder Stärken des Werks, die andere sehen, anzuerkennen und den Blickwinkel auch mal zu verschieben. Ich blende also meine persönliche Meinung nicht aus, sondern verbinde sie vielmehr mit einer common-sense-Anschauung, um ein etwas gerechteres Ergebnis zu erzielen. Gerade deswegen eignet sich ein Punkte-/Notensystem so gut, weil man hier die Unterschiede am einfachsten darstellen kann. Hinzu kommt ja noch der Umstand, dass sich die persönliche Wahrnehmung mancher Bondfilme (besonders nach längerer Bond-Pause) ändern kann.

In meinem Fall waren "Goldfinger", "Diamonds Are Forever" und "Moonraker" große Überraschungen. "Goldfinger" war für mich bis jetzt nie so ein uneingeschränkter Spitzentitel der Reihe; "Diamonds Are Forever" habe ich nie so kritisch gesehen, erkenne aber trotzdem seine Sonderstellung als absoluter Zeigeist-Bond an einer Zeitenwende an und "Moonraker" kam noch nie so positiv bei mir weg, weil ich früher die handwerkliche Stärken dieser Produktion noch nicht so sehr zu schätzen wusste. Möglich ist eine solche Herangehensweise also auf jeden Fall. Es muss eben jeder User selbst entscheiden, ob er so vorgehen möchte. Der ausufernd-analytische Stil, den ich anwende, ist ja nur eine Möglichkeit. Jeder Teilnehmer kann ja letztlich selbst entscheiden, ob er an einem Film objektive Achtungspunkte bzw. Minuspunkte vergibt oder aber seiner eigenen Meinung den (ausschließlichen) Vorrang gibt. Soweit meine Einschätzung zu diesem Thema...
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Kronsteen

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Dienstag, 27. August 2013, 09:30

Ich habe eigentlich eher damit begonnen, mich von "objektiven Meinungen" /eigentlich schon fast ein Widerspruch in sich) zu lösen und meinen Lieblingen auch dann einen Spitzenplatz in meiner Bestenliste zuzugestehen, wenn sie nach bestimmten Auswahlkriterien jämmerlich versagen würden. So habe ich YOLT und DAF ganz weit vorne, obwohl sie jeder "neutralen" Bewertung kaum standhalten können.

Aber vielleicht wäre es ja aus genau jenem Grund schön, die Bauchnote und die Kopfnote gegenüberzustellen, wobei bei mir immer die Bauchnote gewinnen dürfte.

Ein typischer Kopfnoten-Film wäre bei mir vermutlich LTK: Gut inszeniert, in sich logisch, spannende Handlung, starke Darsteller etc.

Ein typischer Bauchnoten-Film wäre DAF: Unlogisch, in manchen Momenten völlig überdreht, teilweise lächerlich und peinlich.

Und dennoch steht DAF über 10 Plätze vor LTK in meiner Bestenliste.

Meine Bauch-Bestenliste habe ich ja. Aber durch eine so eine Aktion könnte man die Unterschiede beider Betrachtungsweise herausfiltern.
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chrimarx

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12

Dienstag, 27. August 2013, 09:56

Zu dieser Diskussion fällt mir die Antwort des wohl schlechtesten Bundestrainer aller Zeiten, Erich Ribbeck, auf die Frage ein, wie sehr die Spieler in seine Mannschaftsaufstellung reinquatschen können:

" Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die
Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen,
ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind.
Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten.
Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven
subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven
einfließen lassen. "

Kein Wunder, dass unsere Jungs damals völlig von der Rolle waren..:)
"Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt sie nicht, sie ist nämlich tot."

Zardoz

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13

Dienstag, 27. August 2013, 11:37

@Felix Leitner und Scarpine: Vielen Dank für eure interessanten Kommentare.

Ich denke, ihr spiegelt ganz gut die zwei primären Sichtweisen wieder, die man zum Thema "objektiver" Bestenliste haben kann.

Mir sind diese Schwächen beim Sehen durchaus bewusst, aber wenn ich das in den Vordergrund stellen würde, hätte ich gar keinen Spass mehr an der Franchise. Deswegen entscheiden für mich immer noch eher die "weichen" Kriterien über Spass oder Nicht-Spass: Atmosphäre, EInfallsreichtum, Charme, Score, Charisma, einzelne Charaktere, die den Film tragen, usw.

Ja, ich weiß genau, was du meinst. Ich mache dies nicht anders. Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen, denn ohne ihn wäre die Bondleidenschaft arg in Gefahr. Meiner Meinung nach, steht eine solche Herangehensweise nicht im Widerspruch zu einer Pro/Contra-Liste. Man füllt sie eben mit, wie du es schriebst, "weichen Kriterien".

Wenn ich anfange, die Filme "objektiv" zu bewerten, dann zerbröselt es fast die gesamte Franchise: Plotholes, Unwahrscheinlichkeiten, Albernheiten, schlecht (oder nicht) ausgearbeitete Charaktere, technische Fehler, die oft episodische Herangehensweise der Drehbuchautoren, die versuchen, verschiedene gesetzte Höhepunkte miteinander zu verknüpfen, ohne, dass am Schluss wirklich ein koherentes Drehbuch herauskommt, das Schauplätze-Hopping, das dem Spannungsbogen im Grunde ja ebenfalls schadet, und und und...

Um ehrlich zu sein, kam mir persönlich nie der Gedanke, das Bond-Franchise nach diesen Kriterien zu "zerbröseln". Das machen eher die Leute in meinem Umfeld, die James Bond und seinen Filmen überhaupt nichts abgewinnen können und permanent nach "Schwächen" suchen, um dem Franchise seine Daseinsberechtigung abzusprechen.

Dafür muss man ja nicht, wie Felix Leitner meinte, bierernst die Filme nach Plotholes und Albernheiten sezieren. Die Einbeziehung einer objektiven Meinung bedeutet für mich in diesem Falle eine Form von Meinungspluralität. Es geht mehr darum Schwächen oder Stärken des Werks, die andere sehen, anzuerkennen und den Blickwinkel auch mal zu verschieben. Ich blende also meine persönliche Meinung nicht aus, sondern verbinde sie vielmehr mit einer common-sense-Anschauung, um ein etwas gerechteres Ergebnis zu erzielen.

Schön formuliert, Scarpine. U. a. deine Filmbesprechungen sind immer sehr lesenwert, weisen sie doch eine Struktur auf, die recht "professionell" zu sein scheint. Dr. MoVe ist da ja auch ein gutes Beispiel.

Aber ich möchte gewiss nicht den Eindruck erwecken, die Bondwerke wissenschaftlich sezieren zu wollen. Gerade meine Kritiken waren nie so angelegt. Dennoch finde ich den Gedanken reizvoll, anhand zweier Bewertungssysteme, eine "neue" Bestenliste zu schaffen, die den (möglichen) Unterschied zur alten Bestenliste aufzeigt. Dabei müssen gerade die Kriterien, die Felix Leitner nannte ("Atmosphäre, EInfallsreichtum, Charme, Score, Charisma, einzelne Charaktere, die den Film tragen, usw."), unbedingt einfließen. Ergänzt um die Vorschläge von Count Villain ("Spannung, Darsteller, Antagonist, Regie, Drehbuch, Musik, Humor"), hätten wir doch schon eine Menge möglicher Bewertungskriterien.
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Felix Leitner

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14

Dienstag, 27. August 2013, 11:48

Zitat von »"Zardoz"«

Um ehrlich zu sein, kam mir persönlich nie der Gedanke, das Bond-Franchise nach diesen Kriterien zu "zerbröseln"


Nein, nicht ich zerbrösel die Franchise, sondern die Franchise zerbröselt von selber, wenn ich allzu harte Maßstäbe ansetze. Und übrig bleiben vielleicht Filme wie FRWL, CR oder SF, die evtl. auch ein Hochqualitäts-Cineast mit Hitchcock-Messlatte noch durchgehen ließe, obwohl er schon bei FRWL die deutlichen Anleihen bei seinem Meisterregisseur bemängeln würde. So wie einst Francois Truffaut, der die Bond-Filme nur als "grobe Parodie" auf das Hitchcock-Schaffen und sogar als Ende des "wahrhaftigen Kinos" wahrgenommen hat.
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Zardoz

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15

Dienstag, 27. August 2013, 12:00

@Felix Leitner: Ja, ich habe deine Aussage schon verstanden. Du machst es ja eben nicht und ich mache es auch nicht. Vor dem Endresultat ("was übrig bleibt") graust es mir ebenfalls. Ich führte als Beispiel lediglich die Menschen an, die ohnehin mit Bond nichts anzufangen wissen und daher "zerbröseln".
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James

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Dienstag, 27. August 2013, 14:46

Mal eine ganz andere Idee:
Die , die mitmachen wollen, schauen eine Monat lang (ich weiss, es ist lang)) keinen 007-Film und erstellen dann eine Liste. Sozusagen mit etwas Abstand aus der Erinnerung. Wenn man dann die 24 Filme in Gedanken durchgeht, fallen einem sicher gewisse Dinge an einem Film auf an die man nicht denkt, wenn man Ihn gerade gesehen hat.
Life's a Blast... even when you're different. :thumbsup:

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Don-Corleone

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Dienstag, 27. August 2013, 21:52

Also ich wäre bei so einem Bondmarathon dabei und würde auch versuchen die Filme nach bestimmten Kriterien zu bewerten (z.B. visuelle Umsetztung / Production Design, Soundtrack, Drehbuch, Charaktere usw..) aber ich bin mir nicht sicher ob da soviel anderes rauskommt als wenn ich nach meinem Bauchgefühl entscheide.

Mir geht es da eher wie Kronsteen, ich habe vor ca. 10 - 15 Jahre auch eher versucht Filme nach "objektiven" Kriterien zu bewerten oder auch den vielbeschworenen Anspruch zu berücksichtigen. Heute entscheidet nahezu nur mein "Bauchgefühl". Das Problem ist, und davon bin ich immer mehr überzeugt - insbesonders bei den Bondfilmen - Filme sind viel mehr als die Summe seiner Einzelteile. Ein Film kann anspruchsvoll sein, technisch perfekt inszeniert, ein tolles Drehbuch haben aber wenn du z.B. keinen Bezug zu den Charakteren hast, dann kann der Gesamteindruck rapide sinken obwohl rein nüchtern betrachtet der Film nahezu alles hat was einem gefällt, die "objektive" Durchschnittsnote ist vielleicht trotzdem relativ hoch, aber der Film funktioniert bei einem vielleicht wirklich nur deshalb nicht weil einem 1 oder 2 Charaktere einem im Film nicht gefallen bzw. nicht zu überzeugen wissen.

Des weiteren ist die Bewertung nach dieser "Objektivität" genauso extrem subjektiv. Aber trotzdem verstehe ich schon auf was du hinaus willst Zardoz und ich würde gerne daran teilnehmen, bin selbst gespannt was der Unterschied zwischen meiner gefühlten Subjektivität und meiner Möchtegern Objektivität (die in Wirklichkeit genauso subjektiv) ist :D




Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Don-Corleone« (27. August 2013, 22:40)


Count Villain

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Dienstag, 27. August 2013, 22:11

Ich denke, man sollte den vorgeschlagenen Marathon auch nicht zu verbissen sehen. Der soll doch gar nicht den Anspruch haben, am Ende die ultimative und allgemeingültige Rangliste zu erschaffen, sondern ist doch ganz klar als Spiel und als Experiment gedacht.

Zuallerst: Da ich mit meiner Rewatched-Besprechungsreihe schon die Hälfte es Franchises bewertet habe, würde für mich eine Teilnahme an solch einem Marathon eher nicht infrage kommen.


Warum nicht? Es kann schließlich keiner kontrollieren, ob du den Film vor der Bewertung tatsächlich gesehen hast oder nur aus der Erinnerung heraus bewertest. ;)
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Scarpine

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Mittwoch, 28. August 2013, 08:29

@ Count Villain

Im Prinzip schon, aber die direkte Vergleichbarkeit hinkt dann. Schon jetzt ärgere ich mich, dass sich aus Zeitmangel wieder eine kleine Pause in meinem Besprechungsmarathon eingeschlichen hat.

Es wird Zeit, dass "For Your Eyes Only" in meinen Player landet. :pop:
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Zardoz

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Mittwoch, 28. August 2013, 13:36

@Don-Corleone: Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Da sind wir ziemlich deckungsgleich. :)



Warum nicht? Es kann schließlich keiner kontrollieren, ob du den Film vor der Bewertung tatsächlich gesehen hast oder nur aus der Erinnerung heraus bewertest. ;)

Wie ketzerisch. :D

Ich denke, man sollte den vorgeschlagenen Marathon auch nicht zu verbissen sehen. Der soll doch gar nicht den Anspruch haben, am Ende die ultimative und allgemeingültige Rangliste zu erschaffen, sondern ist doch ganz klar als Spiel und als Experiment gedacht.

Ja, so sollte die ganze Aktion gesehen werden.
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