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Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 21. Mai 2020, 11:39

Zitat

Also ich würde sogar ein Moonraker 2.0 begrüßen, wenn Bond mal wieder Bond sein darf. Ein cooler, lässiger Kerl, der seinen Job macht, Damen vernascht und sich coole Wortgefechte mit seinen Gegnern liefert, so ganz ohne Familiengeschichte oder Verrat Sachen und ähnliches Psycho Gedöns.

Oh ja ^^ . Letzte Woche mal TMWTGG im TV. habe nur bis zu ersten Werbe-Unterbrechung geguckt und obwohl ja gerade dieser Beitrag von vielen jetzt nicht gerade als der Beste der Serie gewertet wird, dachte ich: Wie geil ist das denn :D ! Bond: Selbstsicher, witzig, herrlich-leicht arrogant, mit der nötigen Härte, clever... und vor allem immer obenauf :thumbup: . Nichts mit Psycho, mit Selbstzweifeln, mit dunkler Vergangenheit :thumbdown: . So macht es Spass - so will ich meinen Bond :dance:

Neben meinem Marathon, habe ich tatsächlich auch bei FRWL, YOLT, LALD und jetzt am Dienstag TSWLM wieder Nitro eingeschaltet. Manchmal hat man keine Lust etwas aus den Schrank zu holen, bei Netflix und co. zu wühlen und da es bis zum neuen Bond dauert und dauert.
Nitro ist auch der einzige Privatsender, wo ich mal einen Film schauen kann. TSWLM hatte am Dienstag zwei Werbeblöcke. Eine nach 31 Minuten mit 6 Minuten Dauer, der zweite und letzte nach weiteren 53 Minuten mit 5 Minuten Dauer und dann noch 35 Minuten Film. Er lief also von 20:15 bis 22:25 Uhr bei einer Netto-Spielzeit (PAL, ohne Abspann) von ca. 119 Minuten.
Jeder andere Privatsender hat da drei bis vier Werbeblöcke rein, die dann auch noch je acht bis zehn Minuten gehen. Ich glaube Sat.1 Gold ist auch noch sparsam mit den Werbungen.




Mit Liga meinte ich 'unverbrauchte, noch eher unbekannte Regisseure, die heiß auf eine große Chance sind'. Wie es ja Martin Campbell vor GE war, oder jetzt eben Fukunaga. Jemand wie Abrams, der drei verschieden Blockbuster-Franchises inszeniert und zum Teil produziert hat, ist für mich eher das Gegenteil von 'unverbraucht'. Ich stimme mit Scarpine auch darin überein, dass mich bisher noch kein Film von Abrams wirklich überdurchschnittlich beeindruckt hat. Obwohl ich 'Cloverfield' oder 'Super 8' an sich schon mochte. Trotzdem ist ein Abrams von der Gage her wohl nicht so weit von Nolan und Villeneuve. Das ist genau das, was ich mir für die Zukunft des Franchise' nicht mehr wünsche, teure Leute, die dann jede Szene mit Lensflares zukleistern.

Ok, so verstehe ich deine Ansicht und diese unterstütze ich ja. Mir wäre Abrams nur lieber als so ein ganz groß angesehener "Kunst"-Regisseur, obwohl Nolan ja mit seiner Dark Knight Trilogie den Spagat zwischen Fantasie und Realismus meisterte. Aber im Endeffekt wären unverbrauchte Leute wirklich mal wieder die beste Lösung. "Liga" irritierte mich halt.





Mir ist nicht entgangen, dass du mehr denn Aspekt der inhaltlichen Klasse meintest. Aber wo ist da die Rettung? Martin hat zurecht geschrieben, dass finanzieller Erfolg für eine populäre Reihe nicht ausreicht, wenn man im Gegenzug darüber die inhaltliche Identität opfert. Genauso verhält es sich jedoch auch andersherum. Was nützt es, wenn der Inhalt gut ist, aber die stilistische Klasse beim Publikum nicht ankommt; die Reihe quasi 'in Schönheit stirbt'? Nach meinem persönlichen Eindruck war Mission: Impossible III seinerzeit kein Überflieger. Er hat im Kino gerade so seine Kosten wieder eingespielt, was gegenüber den beiden Vorgängerfilmen schon eine Enttäuschung war. Die Studio-Spitze wollte Tom Cruise sogar durch Brad Pitt ersetzen. Die Kritiken 2006 waren - meiner Erinnerung nach - eher durchwachsen und das Zuschauerinteresse auch. Hierzulande hat Casino Royale den Konkurrenten sogar schon am Startwochenende überflügelt. Ich habe damals nirgendwo eine große MI-Euphorie gespürt. Wie Martin würde ich dann eher noch Mission: Impossible – Ghost Protocol als den 'Retter' der Reihe ansehen. Abrams hat für meine Begriffe nach zwei erfolgreichen Filmen einfach nur einen weiteren Beitrag gedreht, ohne dabei groß zu versagen oder zu brillieren.

In Deutschland liegen die Zuschauerzahlen von M:I 3 und den letzten drei Teilen gar nicht mal so weit auseinander! Außerdem vergisst du fast alle Aspekte, die zum Grund geführt haben, dass M:I 3 weniger als die ersten Filme einspielte:
1) außerhalb der USA --> Fußball WM
2) Popularität von Tom Cruise --> diese ist genau zu diesem Zeitpunkt, nach dem Film "Krieg der Welten" und einigen kuriosen TV-Auftritten extrem gesunken. Man kann sagen Ende 2005, Anfang 2006 war seine Popularität auf dem Nullpunkt.
3) Der zweite Teil wurde von fast allen im Nachhinein als sehr schlecht aufgenommen, da hatten viele wohl auch weniger Bock auf einen neuen Film, zu mal es sich nicht um einen Neustart wie bei Bond handelte.
3) und mit Casino Royale vergleichen? Bond? Ist doch klar, dass Bond mehr zieht und 2006 erst recht. Ein Mann, der dort seit 44 Jahren in der Kinolandschaft seine Spuren hinterließ und Ethan Hunt, den es gerade mal zu seiner dritten Mission zog. Also wahrlich ein schlechter Bezugspunkt.
4) Die Kritiken zum ersten Teil 1996 waren auch nicht alle rosig.


Ich finde, man kann Bond da nicht mit Star Wars vergleichen. Wäre dem so, dann könnte man Timothy Dalton als James Bond Sr. zurückbringen, der als Lehrmeister dem jungen Jimmy (Jamie Bell) hilft, den entstellten Ex-Sowjetgeneral Koskov (Jeroen Krabbé) zu besiegen, der nach über 30 Jahren aus dem russischen Gulag geflohen ist. Deswegen hat auch die neue Star Wars-Trilogie für mich nicht viel hergegeben. Sie war letztlich nur eine Schaubühne, um die drei sichtlich gealterten Hauptdarsteller (die Zeit zerstört alles...) nochmal in jeweils einem Film den großen Abgang zu gewähren. Und am Ende ist auch noch der alte & unkaputtbare Obermotz wieder der Gegner? Dafür eine neue Trilogie? Man hängt nur noch an den alten Recken (Harrison Ford gibt 2022 ja auch noch mal mit 80 den Indy) und der glorreichen Vergangenheit. Bezeichnend auch die Hamlet-artige Opa-Verehrung von Adam Driver. Wenn da die geschmolzene Maske angebetet wird, denkt man unwillkürlich: "Darth Vader war schon ein cooler Antagonist, Kylo Ren eher nicht..." Die Sinnkrise des gesamten Blockbuster-Kinos offenbart sich hier exemplarisch. Mutig ist das sicher nicht, sondern eher - abermals Gruß an Martin - von Marketing-Leuten nach dem Baukasten-System konzipiert. Auch hier kann von 'Rettung' folglich keine Rede sein, denn die Reihe war abgeschlossen. Hätte George Lucas nicht verkauft, wäre überhaupt keine Saga zu 'retten' gewesen. Das Bond ruhig einmal wieder klassischer und lässiger auftreten könnte, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt. ;)

Mir ging es auch nicht um den inhaltlichen Konzept. Es muss das Feeling stimmen, der Charme, die Technk die dahinter steht, Orte etc. und da hatten sämtliche Disney Star Wars Filme mehr von als die Prequels.


”It’s very moving. I bet you’re going to cry. When I watched it, I cried, which is weird because I am in it.”

OMG :bamm:

Man könnte fast meinen, du verteufelst "No Time To Die" :haha:
Mal abwarten, vielleicht ist das mit OHMSS 2.0 nicht weit hergeholt. Ich habe schließlich auch lange darauf getippt, dass Madeleine sterben wird. Und ja, es gab ein paar mal, da floß mir am Ende von OHMSS tatsächlich eine Träne.
Ansonsten ist halt alles Marketing Gequatsche. Da ist vor dem Kinostart immer alles touching, emotional bla bla bla.

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Feirefiz

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Donnerstag, 21. Mai 2020, 12:10


Mal abwarten, vielleicht ist das mit OHMSS 2.0 nicht weit hergeholt. .
Das "Problem" ist nur, dass es OHMSS 2.0 schon gibt. Er heißt CR. Gewissermaßen ist auch SF, an dessen Ende Bond weinend eine wichtige weibliche Bezugsperson in seinen Armen hält, die er nicht hat retten können, eine OHMSS-Variation. Das ist bei Craig ja inzwischen fast ebenso Klischee wie früher das obligatorische finale Vernaschen des Bond-Girls ... Aber vielleicht hat Bond ja in NTTD Glück und der Titel des Films ist für zumindest eine der Damen in seinem Umfeld Programm.
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 21. Mai 2020, 12:15

Ich denke jetzt auch nicht, dass man OHMSS am Ende plump 1:1 kopieren wird. Bin eh gespannt, es gibt drei Damen, zwei wurden im Trailer stärker beworben, die dritte hat durch Auftritte wie in Blade Runner 2047 und Knives Out, so wie die aktuelle Beziehung zu Ben Affleck, den höheren Popularitätsstatus. Mal schauen was man am Ende aus denen macht.
Ich dachte ja immer, dass Madeleine schon viel früher im Film stirbt, aber Sie hat anscheinend doch eine große Rolle.

Scarpine

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Donnerstag, 21. Mai 2020, 16:02

In Deutschland liegen die Zuschauerzahlen von M:I 3 und den letzten drei Teilen gar nicht mal so weit auseinander! Außerdem vergisst du fast alle Aspekte, die zum Grund geführt haben, dass M:I 3 weniger als die ersten Filme einspielte:
1) außerhalb der USA --> Fußball WM
2) Popularität von Tom Cruise --> diese ist genau zu diesem Zeitpunkt, nach dem Film "Krieg der Welten" und einigen kuriosen TV-Auftritten extrem gesunken. Man kann sagen Ende 2005, Anfang 2006 war seine Popularität auf dem Nullpunkt.
3) Der zweite Teil wurde von fast allen im Nachhinein als sehr schlecht aufgenommen, da hatten viele wohl auch weniger Bock auf einen neuen Film, zu mal es sich nicht um einen Neustart wie bei Bond handelte.
3) und mit Casino Royale vergleichen? Bond? Ist doch klar, dass Bond mehr zieht und 2006 erst recht. Ein Mann, der dort seit 44 Jahren in der Kinolandschaft seine Spuren hinterließ und Ethan Hunt, den es gerade mal zu seiner dritten Mission zog. Also wahrlich ein schlechter Bezugspunkt.
4) Die Kritiken zum ersten Teil 1996 waren auch nicht alle rosig.
Auch wenn Mission: Impossible III gewiss kein klassischer Misserfolg war (im Kino circa 10 Millionen $ Gewinn); eine alte Regel im Filmgeschäft besagt: "Irgendeine Ausrede gibt es bei einem Flop immer." ;) Nein, im Ernst: Egal, wie man es dreht und wendet, sehe ich da keine 'Rettung' durch Abrams. Und die Aspekte finde ich nur bedingt stichhaltig. Bei Start der WM war der Film bereits vielerorts einen Monat angelaufen. Zweitens ist die Homebase von Mission: Impossible - wie du richtig schreibst - ganz klar die USA (ähnlich wie bei Batman). Und wieso sollte man Bond nicht als Vergleich heranziehen? Mission: Impossible war im Kino erfolgreicher als GoldenEye, Mission: Impossible II erfolgreicher als Die Another Day und Mission: Impossible - Ghost Protocol erfolgreicher als Quantum Of Solace. Es stimmt zwar, dass Cruise seinerzeit nicht gerade seine populärste Phase hatte, aber auch da ist man in Sachen Kino in den USA bei weitem nicht so engstirnig wie in Europa. Und gerade in Amerika hat der Film an der Kinokasse finanziell eben nicht performt.

Ich erinnere mich noch gut daran, dass der Streifen in der allgemeinen Auffassung seinerzeit vielfach als 08/15-Action-Film eingestuft wurde und man gerade vom Serienschöpfer von Alias und Lost als kreativem Kopf hinter den Kulissen mehr erwartet hätte. Der zweite Teil, der zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Jahre zurücklag, spielte in der Vorberichterstattung kaum eine Rolle. Auch dessen negatives Image finde ich doch etwas zu sehr forciert. Ich erinnere mich noch gut daran, dass Mission: Impossible II in der Hochzeit der Raubkopierer Anfang der 2000er einer der beliebtesten 'guilty pleasures' unter Gelegenheitskonsumenten und Filmfans war. Die Zuschauerzahlen in Deutschland sind da auch wenig repräsentativ, weil M:I hierzulande nicht die größte Fanbase besitzt und Tom Cruise einer der ganz wenigen Hollywood-Stars ist, die bei uns kein sonderlich gutes Standing haben (zumindest seit der Jahrtausendwende). Beim Zahlenvergleich fällt aber auf, dass Mission: Impossible III gerade beim US-Gross schwächelt. Von daher ein guter, solider Beitrag von Abrams, aber unter einem 'Retter'-Film stelle ich mir etwas anderes vor.

Mir wäre Abrams nur lieber als so ein ganz groß angesehener "Kunst"-Regisseur, obwohl Nolan ja mit seiner Dark Knight Trilogie den Spagat zwischen Fantasie und Realismus meisterte. Aber im Endeffekt wären unverbrauchte Leute wirklich mal wieder die beste Lösung.
Da stimme ich dir absolut zu. Ehrlich gesagt würde ich genau wie J. J. Abrams auch Christopher Nolan aus diversen Gründen nicht haben wollen. Wenn die Regisseure irgendwann zu sicher im Sattel sitzen, ihr Ding machen und beginnen, ihren Stil zu konservieren, dann kommen keine echten Impulse mehr von ihnen oder sie wollen Bond ihren Stil überstülpen. Entweder man braucht wirklich frische Talente, die gierig sind und auf die große Chance warten oder aber qualitativ hochwertige 'Chamäleon'-Filmemacher, die sich gut in die Produktion einfügen und weder Kunst, noch Kommerz machen. Kein Hollywood, aber auch kein Arthouse. Genau wie bei den frühen Regisseuren der Reihe. Von daher finde ich, dass sie mit Fukunaga wirklich eine gute Wahl getroffen haben.

Mir ging es auch nicht um den inhaltlichen Konzept. Es muss das Feeling stimmen, der Charme, die Technk die dahinter steht, Orte etc. und da hatten sämtliche Disney Star Wars Filme mehr von als die Prequels.
Das kann ich nachvollziehen. Die Frage ist: Was bedeutet das bezogen auf Bond? Abrams oder ein anderer Filmemacher könnte ja nicht einfach den Stil von Lewis Gilbert und John Glen kopieren. Personen wie Ken Adam und John Barry bekommt man auch nicht ersetzt. Bei der neuen Star Wars-Trilogie waren ja immerhin noch John Williams und diverse andere frührere Kreative mit an Bord. Die glorreiche Zeit des Production Design mit überlebensgroßen Setbauten wird auch nicht wiederkommen. Ich bezweifele auch, dass man ein "klassisches Bondfeeling" extrahieren und konservieren kann und selbst wenn man dies vermochte: Wäre das wirklich die Zukunft des Franchise? Man muss mit der Zeit gehen. Und ich bin mir nicht sicher, ob der Ansatz "Alte Inhalte in neuem Gewand" für 007 tatsächlich funktioniert. Bereits die Bondfilme der Siebziger Jahre waren für die Anhänger der Sixties-Bondomanie ein echter Stilbruch. Die Sehnsucht nach einem lässigeren und souveräneren Bond kann ich aber voll verstehen und teile sie auch. Eigentlich muss der 00...7te Amtsinhaber fast ein Agent ohne Altlasten sein, so extensiv wie man das 'Personal Drama' mit Misstrauen, Versagen, Verlust und Verrat bei Craig ausgeschlachtet hat...
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

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Django

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Freitag, 22. Mai 2020, 08:57

Man könnte fast meinen, du verteufelst "No Time To Die"

Nein, ich hoffe wirklich, NTTD wird "gut". Nur leider habe ich ein ganz ungutes Gefühl :S . Und das meiste, was man im Vorfeld so von diesem Film erfährt, verstärkt dieses Gefühl noch :|

Nachtrag. Was mir grad so durch den Kopf gegangen ist, als ich die laufenden Beiträge zu SF gelesen habe: Lange Zeit hat Bond seine Abenteuer insgesamt "genossen", auch wenn er immer wieder Rückschläge einstecken musste (am übelsten wohl in OHMSS, wobei uns ja die Verarbeitung von Tracys Tod erspart blieb). Irgendwann - und das war vermutlich noch vor der Craig-Ära (nordkoreanische Gefangenschaft...) - nahm dieser Faktor stets ab. Das Abenteuer wandelte sich immer mehr zu einem Martyrium. Etwas plakativ formuliert: Wäre "Man(n)" früher noch gerne so wie Bond gewesen und hätte Spass dran gehabt, seine Abenteuer zu erleben, so trifft das heute (zumindest auf mich) nicht mehr zu. Bond ist de facto zu einem Wrack geworden mit einer Reihe von psychischen Problemen, ohne Perspektive auf ein "angenehmes" Leben. Kein Wunder: Er ist ja nur noch von rachsüchtigen Psychopathen umgeben, erfährt nur noch Schmerz (physisch und psychisch), hat eine düstere Vergangenheit und lebt in einer Welt voller Verrat. Wer will das schon? Okay - ich weiss: Dieser Bond ist näher an dem dran, was sich Fleming vorgestellt hat, aber fürs Kino wünsche ich mir den Abenteuer-Bond zurück. Es reicht langsam. Waren CR und QoS trotz allem noch okay, ist es vor allem in SF aber auch in SP richtiggehend ausgeartet. Und so wie's ausschaut, wird es in NTTD so weiter gehen :(

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Freitag, 22. Mai 2020, 21:45

Ein sehr interessanter Gedanke, Django. Dadurch, dass man nicht mehr unbedingt mit Bond tauschen möchte, ist er ja eigentlich auch keine Identifikationsfigur mehr, und ein Großteil der Faszination für ein adoleszentes Publikum schwindet. Ich würde das auch gar nicht so sehr auf Fleming zurück verorten. Die Romane hatten zwar auch immer wieder brutale Folterszenen und getötete Damen, aber der Hauptteil war doch schon ein deutlicher Eskapismus. Für die Craigfilme hat man eigentlich all das düstere aus der Anfangszeit (Casino Royale) und der Endphase (ab OHMSS) destilliert.

Django

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Montag, 25. Mai 2020, 13:44

Dadurch, dass man nicht mehr unbedingt mit Bond tauschen möchte, ist er ja eigentlich auch keine Identifikationsfigur mehr, und ein Großteil der Faszination für ein adoleszentes Publikum schwindet.

Genau - und ich frage mich, wie lange das Publikum das noch mitmacht. Es besteht die Gefahr, dass die Bond-Filme ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren (also irgendwie haben sie es schon verloren) und dann gute Nacht. Da ist es nicht hilfreich, dass nur noch alle Jubeljahre ein neuer Bond-Film rauskommt. So verblasst die Faszination James Bond allmählich. Wie bei einem Musiker, der lange erfolgreich war... vor langer Zeit. Und obwohl er heute immer noch Alben rausbringt, kennt ihn keine Sau mehr

Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 27. Mai 2020, 22:06

Exakt, Bond begeisterte auch über Jahrzehnte, weil er in allem ein Alleinstellungsmerkmal hat. Aber leider sehe ich das seit der Craig Ära nicht mehr ganz so.
Es ist ja schon ein wenig bedenklich, wenn viele sagen, dass die letzten drei Mission: Impossible Filme mehr James Bond als der EON James Bond seien :)

Es gibt aber immer noch sehr viele Menschen, die sich auch für die alten Filme begeistern. Das sieht man unter anderem auch an den Kommentaren bei Amazon und die Filme sorgen auch weiterhin für gute Einschaltquoten. Vox und Nitro können sich nicht beklagen.
Die Frage ist natürlich, ob auch die ganz jungen Menschen ein Interesse für Bond entwickeln? Da sehe ich Nachholbedarf oder einfach gute Unterrichtsstunden mit den Eltern :D

Django

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 07:31

Es ist ja schon ein wenig bedenklich, wenn viele sagen, dass die letzten drei Mission: Impossible Filme mehr James Bond als der EON James Bond seien

Ja - das ist sehr bedenklich :S .

Zitat

Die Frage ist natürlich, ob auch die ganz jungen Menschen ein Interesse für Bond entwickeln? Da sehe ich Nachholbedarf oder einfach gute Unterrichtsstunden mit den Eltern :D

Ich denke, das reicht halt einfach nicht. Klar lebt der Mythos Bond von seiner "Vergangenheit". Aber in der heutigen, schnelllebigen "alles-ist-immer-und-überall-verfügbar" braucht es halt mehr. Heute interessiert es keinen Teenager, dass ihre Eltern und teilweise Grosseltern früher mal Bond-Filme im Kino geschaut haben - die suchen sich ihr "Zeugs" selber aus. Früher war das anders: Mein Vater berichtete mir immer wieder begeistert, wie er 1964 FRWL im Kino gesehen hat und für mich war mein erster Kino-Bond (GE) eines der "wichtigsten" Erlebnisse meiner Jugend, auf das ich mich Monate gefreut hatte ^^ . Und wir hatten es ja auch schon gesagt: Wenn damals so alle Jubeljahre mal ein Bond-Film am TV kam, dann hat sich die ganze Familie versammelt und geguckt. Tempi passati - so was gibt's heute nicht mehr (leider). Und von daher muss sich die Franchise ganz warm anziehen - sonst geht sie unter und irgendwann wird niemand mehr wissen, was Bond ist. Früher haben die Bond-Filme Trends gesetzt und nicht welche nachgeahmt. Heute ist es umgekehrt: Die Bond-Macher scheinen sich nur noch anzubiedern, haben keinen Mut mehr, ihr Ding durchzuziehen und sich dabei auf ihre Tradition zurückzubesinnen. Nein, stattdessen muss alles dieser Sch***ss-Mode folgen, die vor etwa 15 Jahren aufgekommen ist, und nach der alle Filme und Serien grau, depressiv und von vornehmlich psychisch Kranken und Traumatisierten bevölkert sein müssen (ist das eigentlich eine Spätfolge von 9/11 ?( )

Scarpine

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 12:30

Tempi passati - so was gibt's heute nicht mehr (leider). Und von daher muss sich die Franchise ganz warm anziehen - sonst geht sie unter und irgendwann wird niemand mehr wissen, was Bond ist.
Ich stimme dir zu. Das fatale Problem ist auch, dass Bond seit den Sechzigern ein Selbstläufer war. Nur in den frühen Neunzigern musste man einmal zittern, aber Bonds Rückkehr 1995 wurde dann doch wieder zum Triumph. Heute wandelt sich die Gesellschaft aber durch die Digitalisierung viel schneller und das klassische Kino verliert ohnehin immer mehr an Boden. Der Siegeszug des Fernsehens konnte das Kino seinerzeit nicht zu Fall bringen, aber ich fürchte fast, dass das Digitale Verfügbarkeits- und Streamingangebot mit den Pandemie- und Post-Pandemie-Folgen und der Haltung vieler jüngerer Menschen im Rücken es tatsächlich schaffen könnte. Auch die immer bessere und größere Home-Media-Technik (Widescreen-Bildschirme und Beamer) bestärkt diesen Rückzug ins Private immer mehr.

Der Kinofilm wird im breiten Portfolio der Medien dem heimischen Geräte-Overkill hinzugefügt werden und 'aussterben', weil das 'Kultur-Erleben' immer stärker von einem einst öffentlichen Gesellschaftsereignis zu einem persönlichen, individuell zugeschnittenen Konsumerlebnis wird. Wenn Bond überleben will, müssen die Macher den Markenkern bewahren und ausspielen. Und vor allem müssen sie regelmäßig für konsumierbaren Nachschub sorgen. So wie es jetzt ist, werden Bondfilme immer mehr zu isolierten Stand Alone-Streifen. Auch wenn es bei 007 nie erkennbare erzählerische Linien gab, muss dennoch das serielle Gefühl erhalten bleiben. Nicht zuletzt macht genau das einen großen Teil des Franchise-Reizes aus.

Nein, stattdessen muss alles dieser Sch***ss-Mode folgen, die vor etwa 15 Jahren aufgekommen ist, und nach der alle Filme und Serien grau, depressiv und von vornehmlich psychisch Kranken und Traumatisierten bevölkert sein müssen (ist das eigentlich eine Spätfolge von 9/11 ?( )
Das könnte durchaus sein. Nach 2001 waren erst einmal leichte Kost und eskapistische Filme gefragt. Um 2005 herum hat sich das dann gewandelt und ist in die von dir genannte, komplett andere Richtung gelaufen. Das würde auch erklären, warum Die Another Day und Casino Royale in der Machart und ihrer Rezeption kaum unterschiedlicher ausfallen konnten, obwohl zwischen diesen Filmen nur vier Jahre liegen.
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Django

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 13:04

Heute wandelt sich die Gesellschaft aber durch die Digitalisierung viel schneller und das klassische Kino verliert ohnehin immer mehr an Boden. Der Siegeszug des Fernsehens konnte das Kino seinerzeit nicht zu Fall bringen, aber ich fürchte fast, dass das Digitale Verfügbarkeits- und Streamingangebot mit den Pandemie- und Post-Pandemie-Folgen und der Haltung vieler jüngerer Menschen im Rücken es tatsächlich schaffen könnte.

Ja, denkbar wär's ;( . Wobei das ja auch bedeuten würde, dass es irgendwann keine "Grossen Filme" mehr gibt. Zumindest nicht, solange keine alternative Finanzierungsmöglichkeit gefunden wird. Und da sehe ich in der heutigen Gratis-Mentalität schwarz. Nur ein Beispiel: Bis vor ein paar Jahren gingen Musiker auf Tournee, um ihre Alben zu promoten. Verdient haben sie damit meistens nicht viel. Heute ist es umgekehrt: Sie müssen mit dem Touren Geld verdienen, weil sich aus dem Verkauf der Alben kaum mehr was holen lässt :(

Zitat

Der Kinofilm wird im breiten Portfolio der Medien dem heimischen Geräte-Overkill hinzugefügt werden und 'aussterben', weil das 'Kultur-Erleben' immer stärker von einem einst öffentlichen Gesellschaftsereignis zu einem persönlichen, individuell zugeschnittenen Konsumerlebnis wird

Irgendwie paradox: Einerseits muss heute alles möglichst "privat" und individuell sein - andererseits wird alles öffentlich gemacht, jeder Schwachsinn, jede Nichtigkeit in die Welt hinaus gepostet... geinfluenced kommentiert und geliked. War früher James Bond eine Stilikone, so sind es heute drittklassige Fussballspieler, die ausschauen wie ein Möchtegern-Drogendealer aus der Favela :thumbdown:

Um 2005

Zitat

herum hat sich das dann gewandelt und ist in die von dir genannte, komplett andere Richtung gelaufen

Ja - aber nach fast 20 Jahren sollte nun mal genug und das Trauma überwunden sein ;)

Scarpine

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 15:43

Wobei das ja auch bedeuten würde, dass es irgendwann keine "Grossen Filme" mehr gibt. Zumindest nicht, solange keine alternative Finanzierungsmöglichkeit gefunden wird.
Ich denke, wenn die Pandemie sich merklich bis schlecht langfristig auf die Kino-Resonanz niederschlägt, wird das auch passieren. Eine Reduzierung der Film-Etats wird so oder so kommen. Prinzipiell sehe ich das aber auch als Chance für den Kinomarkt, sich komplett neu aufzustellen und alte, eingefahrene Muster zu durchbrechen. Eventuell wird es mehr Kooperationen zwischen dem klassischen Kino und den Streaming-Plattformen geben. The Irishman wurde ja auch von Netflix co-produziert und hatte ein Budget von 159 Millionen $. Auch die Streaming-Dienste nehmen für ihre Serien sehr viel Geld in die Hand. Wenn die auch vermehrt "große" Filme machen wollen, werden sie mit den altsituierten Filmfirmen und den Major Studios Deals machen. Es wird auf jeden Fall sehr viel weniger Filme geben, die über 200 Millionen $ kosten. Aber auch im Bereich von 80 bis 150 Millionen $ werden sich gute Publikumskracher realisieren lassen, wenn man an den richtigen Stellen spart und den Kreativen die Sonderwünsche aus dem Vertrag streicht oder eben auf Stars verzichtet. Das Kino ist noch lange nicht tot. Aber im Moment sind die Aussichten zumindest für die nächsten zwei Jahre eher düster. Es wird wohl auch sehr an der Frage hängen, inwieweit ein Großteil der Menschen nach der Pandemie in der Öffentlichkeit dauerhaft sein Verhalten anpasst oder einschränkt. Das lässt sich sehr schwer vorhersagen.

Irgendwie paradox: Einerseits muss heute alles möglichst "privat" und individuell sein - andererseits wird alles öffentlich gemacht, jeder Schwachsinn, jede Nichtigkeit in die Welt hinaus gepostet... geinfluenced kommentiert und geliked. War früher James Bond eine Stilikone, so sind es heute drittklassige Fussballspieler, die ausschauen wie ein Möchtegern-Drogendealer aus der Favela :thumbdown:
Der Mensch ist eben 'sozial' und kommunikativ. Je mehr man sich hinter digitalen Profilen und seinem eigenen Multifunktionsgerät verschanzt, desto mehr steigt natürlich das Bedürfnis mit anderen Menschen zu interagieren, zu kommunizieren und sich medial zu profilieren. Das Smartphone ist quasi das Tor zur Welt. Vieles was früher durch Optik und Kleidungsstil ausgedrückt wurde und was man als 'Persönlichkeit' erst im gegenseitigen Miteinander und in Gesprächen ausgedrückt bzw. kennengelernt hat, findet nun in der digitalen Selbstdarstellung statt. Durch das digitale Leben sind die sozialen und gesellschaftlichen Barrieren und Schranken gefallen. Musste man früher in der Regel seinem Gegenüber im persönlichen Gespräch die politische Einstellung mühevoll entlocken, prangt sie einem heute wie selbstverständlich direkt und unverblümt in einem Halbsatz in der Kommentarspalte einer x-beliebigen Plattform entgegen. Das ist nur ein Beispiel wie tiefgreifend die Digitalisierung das Verhalten, das 'soziale' Miteinander und die Gesellschaft verändert. Bond ist da wie aus der Zeit gefallen. Er steht für die alte Welt, das Empire, Anzüge, Glamour und den alten Stil; ist weiß, männlich, hetero und eine Ikone der maskulinen Standfestigkeit und unbedingten Pflichterfüllung. Im Grunde könnte 007 sogar kaum 'mehr' aus der Zeit gefallen sein... :(

Ja - aber nach fast 20 Jahren sollte nun mal genug und das Trauma überwunden sein ;)
Ich denke, der 11. September 2001 war am Ende nur der Stein des Anstoßes für diese Entwicklung. Aber so ganz verstehen kann ich das in dieser Breite auch nicht. Ich meine, im Kalten Krieg war die Welt zweigeteilt, man stand sich feindlich gegenüber, der atomare Supergau lag beständig in der Luft. Und trotzdem haben sich die Menschen nach Espkapismus gesehnt. Nach einem Superagenten, der coole Autos fährt, in den nobelsten Hotels absteigt, futuristische Spielzeuge verwendet und mit Bikini-Mädchen Vulkankrater besteigt. Heute ist man 'weiser'; es gibt keine Helden und keine Wahrheiten mehr. Die Welt ist komplex, vielfältig, zersplittert, grau und divers. Aber wieso will man das so breit und exzessiv auch im Lichtspielsaal sehen? Eigentlich kommt das Kino genau wie der Zirkus und die Kirmes doch ursprünglich vom Schaustellergewerbe mit all seinem jahrmarktartigen Zauber. Und genauso wie man eigentlich sinnlos Tigernummern anschaut, Zuckerwatte futtert und Autoscooter fährt, kann man doch auch im Kino mal die leichte Muse genießen. Sprich: Einen Sexgott, der reihenweise Frauen vernascht, Luxuskarossen schrottet, in exotische Länder jettet und den Bösewicht final abschießt... Wie war noch gleich sein Name? "Bond. James Bond." ;)
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Django

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 16:10

Die Welt ist komplex, vielfältig, zersplittert, grau und divers. Aber wieso will man das so breit und exzessiv auch im Lichtspielsaal sehen? Eigentlich kommt das Kino genau wie der Zirkus und die Kirmes doch ursprünglich vom Schaustellergewerbe mit all seinem jahrmarktartigen Zauber. Und genauso wie man eigentlich sinnlos Tigernummern anschaut, Zuckerwatte futtert und Autoscooter fährt, kann man doch auch im Kino mal die leichte Muse genießen.

Du sprichst mir aus dem Herzen :prost: . Das Kino sollte doch gerade die Möglichkeit sein, um abzuschalten - eine komplizierte, düstere Realität für zwei Stunden gegen eine einfache, sorgenlose Fiktion zu tauschen. Und "früher" war Bond immer genau das: Ein modernes Märchen, mal ernster mal durchgeknallter - aber immer leichte und coole Unterhaltung, die trotzdem - meistens zumindest - ein gewisses "Niveau" bot (und das hob Bond von einem Grossteil der Konkurrenz ab, die oft reine Exploitationfilme waren).

Und einfach, um das mal loszuwerden: Mir gefiel die "Welt" vom Feeling her bis vor etwa 10 Jahren einfacher besser als heute (Und das hat nichts mit meiner persönlichen Lebenssituation zu tun, die ich durchaus als gut bezeichnen kann :) ). Und ich glaube nicht, dass das (nur) daran liegt, dass ich älter geworden bin ;)

Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 28. Mai 2020, 17:51

(ist das eigentlich eine Spätfolge von 9/11 ?( )

Kurz und bündig: Ja

Man braucht nur aktuelle Seren schauen, nicht nur das "Homeland" dies aufgegriffen hat, also Irak oder Afghanistan Krieg etc., die psychologischen Folgen und das über mehrere Staffeln, auch Marvel's The Punisher! Frank Castle und Billy sind ja Veteranen des Irak (oder Afghanistan?) Einsatzes. Frank wurde zur Tötungsmaschine gedrillt, tötet aber, zurück in den USA, nie die Unschuldigen. Seine Methoden sind fragwürdig, Billy wiederum, der moderater scheint, schlägt Kapital aus dem Ganzen und ist das wahre Monster.
Es gibt auch immer wieder Folgen in anderen Krimiserien, wie Criminal Minds, da sind die Mörder und Irren alle vom Irak oder Afghanistan Einsatz geschädigt.
Das zieht sich jetzt alles fast 20 Jahre. Dennoch gibt es einige knallbunte Werke. Nehmen wir die in der Story geerdeteren Captain America Filme Nr. 2 & 3 aus, eventuell Iron Man 1&2 mit der Rüstungs/Kriegsthematik (da ist es auch, Tony Stark produziert vor seinem Alter Ego Dasein Waffen für die US-Armee), sind es ja reine Fantasieprodukte.
Aber ALLES, was nicht mit Außerirdischen und Comic Figuren zu tun hat, muss anscheinend hart und realistisch sein, halt mehr grau.
Da gebe ich euch beiden ansonsten in allem Recht.
Kingsmen schwelgt ja extrem im Eskapismus, aber dadurch, dass das ganze wie eine verdammte Parodie wirkt, ist es auch nicht mein Fall. Gut, ich kenne nur den ersten Film, das reicht mir auch.
Deshalb, ich kann mich nur wiederholen, sagt mir die Mission: Impossible Reihe zu. Cruise findet zur Zeit die beste Balance zwischen aktueller Thematik um Geheimdienste, ist aber wie der (frühe?) Bond immer da, wenn es darauf ankommt, und es macht Spaß zuzuschauen.

ollistone

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Freitag, 29. Mai 2020, 11:19

Und ich glaube nicht, dass das (nur) daran liegt, dass ich älter geworden bin ;)


Doch, genau daran liegt's. :) Aber ist okay, mir geht's ja ähnlich.

War nicht "Batman Begins" der Anfang dieser ganzen "Superhelden mit Identitätsproblemen"-Nummer? Können sie meinetwegen auch mal langsam wieder runterkommen, der Drops ist gelutscht.

Gute Nachricht: Die Kinos öffnen wieder! :party:
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Freitag, 29. Mai 2020, 12:13


Gute Nachricht: Die Kinos öffnen wieder! :party:


In Berlin ab 30.06. ... ;(

Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 29. Mai 2020, 14:12


War nicht "Batman Begins" der Anfang dieser ganzen "Superhelden mit Identitätsproblemen"-Nummer?

Sehe ich nicht so. Im Falle von Bruce Wayne ist der Tod seiner Eltern und die Verarbeitung ein essentieller Bestandteil zur Erschaffung seines Alter Egos Batman. Bruce Wayne ist nach dem Tod seiner Eltern nicht mehr der einfache Junge und sucht einen Katalysator für die aufstauende Gewalt, die in seinem Verborgenen liegt. Er sucht dann einen Weg, wie er das Verbrechen effektiv bekämpfen kann = Batman. Er hadert da ja auch nicht mit seiner Figur. Lediglich Alfred weist ihn daraufhin, dass er Grenzen beachten muss.
Der entscheidende Unterschied zu früheren Batman Verfilmungen ist das Stichwort Realismus, aber Nolan schaffte ja kunstvoll den Spagat zwischen Realismus und Fantasie. Deshalb ist ja gerade TSWLM einer seiner 16 Lieblingsfilme (oder ihn maßgeblich beeinflusst haben).
Ansonsten müsste man ja tatsächlich Sam Raimis Spider-Man 2 nehmen, da hadert Peter Parker eher mit seinem Alter Ego. Würde aber niemanden in den Sinn kommen, weil der Film Fantasie und Eskapimus pur ist.

Django

Der Andere

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Freitag, 29. Mai 2020, 14:50

aber Nolan schaffte ja kunstvoll den Spagat zwischen Realismus und Fantasie

Das ist wahr. Ich kann sonst ja nicht viel mit diesem "Superhelden-Zeugs" anfangen, aber "Batman Begins" (an dem ich vor der Glotze mal wirklich rein zufällig hängen geblieben bin), gefiel mit wirklich gut. Gerade, weil es den Rahmenbedingungen entsprechend vergleichsweise realitätsnah war :)

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Freitag, 29. Mai 2020, 22:45

Sehe ich auch so wie Mr. Bond. Nolans Batman-Interpretation war seinerzeit eine erfrischende Abwechslung, vor allem nachdem Joel Schumacher das ganze Sujet eher zur Travestie gemacht hatte. Das insgesamt doch sehr fantasy-lastige Bat-Universum mal aus einer eher realistischen Perspektive zu betrachten war mal ein innovativer Dreh.

Ein Vorreiter in puncto Nüchternheit mit sich stetig selbst geißelnden "Helden" war für mich auch die Bourne-Reihe ab 2002. Das war für diese drei Filme zu der Zeit auch mal innovativ und gut, aber leider wird das dann in der Folge auch zu Tode kopiert. Und viele Versuche in Richtung einer lockeren, eher auf bunten Eskapismus angelegten Unterhaltung kamen auch beim Publikum nicht so gut an. Ich denke da etwa an Guy Ritchies gut gelaunte Agentenchose 'Codename U.N.C.L.E.', die mir gut gefallen hat. Auch Disneys ging mit Filmen wie 'John Carter' oder 'Lone Ranger', die eher altmodisch gutgelauntes Blockbusterkino bieten wollten, massiv baden - und die fand ich ebenfalls jetzt nicht soo schlecht. Zum Teil liegt die Dominanz gebrochener Typen, die eher mit sich selbst kämpfen als mit Superschurken, also vielleicht auch am Publikum. Ich glaube tatsächlich, dass ein Großteil der Zuschauer heute kritischer und irgendwie 'mäkeliger' ist, als vielleicht noch in den 80ern und 90ern. Das merkt man oft bei amazon-Kritiken, wo sich viele Rezensenten selbst dafür feiern, irgendwelche vermeintlichen Fehler der ach so doofen Hollywoodfuzzies entdeckt zu haben. Dinge, die früher vom Publikum einfach als Teil der Illusion akzeptiert wurden. Sowas wie das extra beleuchtete Milchglas in 'Verdacht' würde heute als plumper Filmfehler beanstandet werden.

Auch 'Mission: Impossible' würde ich jetzt nicht unbedingt als ein Gegenbeispiel für die Bondreihe seit Craig sehen. Der erste Film ist ziemlich düster, der zweite vom Grundton her eigentlich auch sehr ernst und auf dramatisch und Weltbedrohung getrimmt. Der dritte von Abrams dreht da nochmal stark an der Schraube. M:I-4 sehe ich dann als vielleicht einzigen Film wirklich als erfrischend gutgelaunte, bunte Unterhaltung, während es dann mit der 5 und vor allem mit Fallout wieder in Richtung dramatischen, bedrohungsschweren Ernst geht. Für den großen Teil der Filme ist Hunt nicht weniger persönlich involviert wie Bond. (Aber ich weiß, Mr. Bond, you will agree to disagree ;) )

Mister Bond

Felix Leiter

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Samstag, 30. Mai 2020, 15:39

(Aber ich weiß, Mr. Bond, you will agree to disagree ;) )

Mission accepted :D
Düster finde ich gar keinen der Mission: Impossible Filme. Nicht mal ansatzweise, selbst wenn im ersten Film Ethans/Phelps namhaft besetztes Team (Emilio Estevez, Kristin Scott Thomas) plötzlich hopps geht. Das war damals schon eine fette Überraschung, besonders bei Emilio Estevez Charakter, der bis dahin ja schon populär war. Überraschend auch, dass er "uncredited" ist.
Zu den Filmen:
Teil 1:
Den ersten Beitrag vergleiche ich auch immer gerne mit den ersten beiden Bond-Beiträgen, besonders FRWL. Ist dieser Film doch wesentlich mehr Thriller als Action und ist allgemein ein sehr guter Spionage/Agenten-Beitrag. In beiden Filmen tappt der Held auch lange im Dunkeln. Ironischerweise finden die Höhepunkte auch in einem Zug statt.

Teil 2:
"der zweite vom Grundton her eigentlich auch sehr ernst und auf dramatisch und Weltbedrohung getrimmt."
Härter, aber nicht ernster. Das hatte man auch mit LTK. Und die Weltbedrohung? Ich glaube ich muss nicht die Bondfilme mit Weltbedrohungsthematik aufzählen :D

Teil 3:
Hunt gerät hier unter Beschuss, der Bösewicht ist auf Rache aus, Hunts Frau ist in Gefahr.
OHMSS: Bond gerät unter Beschuss, der Bösewcht will ihn tot sehen, Bonds Frau gerät in Gefahr (nur das Ende ist anders --> Drama bei Bond, Happy End bei Hunt)

Teil 4:
Der Spaß M:I, darf man gerne mit einigen Moore-Bonds vergleichen ;)

Teil 5:
Der Mix zwischen Action, Spaß und Thrill funktioniert hier von allen ersten fünf Filmen, am besten. Hunt lernt zum ersten Mal "Das Syndikat" nennen, das Pendant zu S.P.E.C.T.R.E
Die Szenerie beim Wiener Opernball ist ja mal so etwas von Bondlike, was Bildkomposition angeht und vor allem der Kampf Hunt gegen den großen Attentäter.

Teil 6:
Wie bei den Connery Bonds S.P.E.C.T.R.E immer wieder auftauchte, ist hier auch "Das Syndikat" wieder dabei, und wie Blofeld immer wieder auftauchte, zieht hier im Endeffekt auch Solomon Lane die Strippen.

Und auch wenn Hunts Team, seine Frau, dann Ex-Frau bedroht wird, Hunt ist immer da und bereit. Ein positiv denkender Kerl...und irgendwie verrückt.

Zum Rest: Zustimmung.