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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

  • »Kronsteen« ist männlich
  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 316

Registrierungsdatum: 17. Mai 2013

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1

Donnerstag, 30. Mai 2013, 20:23

DIE REGISSEURE: Lewis Gilbert

Hier bitte alles über den Regisseur, der quasi 3 mal den gleichen Over-The-Top-Film gedreht hat: "You only live twice", "The spy who loved me" und "Moonraker".

[img]http://www.kimwatson.com/wp-content/uploads/2012/07/Portrait3.jpg[/img]

Hier der alte Thread aus dem archivierten razyboard.

Und hier die Beiträge von dort im einzelnen:

Zitat von »MisterBond«

Ja, ohne Zweifel, Lewis Gilbert benutzte dreimal die gleiche Struktur.
Wobei man sagen muss, das sie wohl beim zweiten mal am gelungensten ist: TSWLM.
Da wirkt seine Mixtur am besten. In YOLT waren einige Effekte noch zu "trashig" und MR war eben etwas zu sehr übertrieben (Star-Wars-Hype).
Insgesamt gefallen mir aber alle drei Filme gut, wobei ich YOLT und MR 7 Punkte geben würde und TSWLM auf eine Klassikerstufe mit GF stelle, 10 Punkte, da eh mein Favorit.

Ich frage mich nur, warum Gilbert tatsächlich dreimal so ähnlich im Aufbau rangegangen ist?


Zitat von »Sanchez«

Obwohl seine Filme nicht gerade ganz oben auf meiner Liste stehen und alle drei Filme nach der selben Struktur aufgebaut sind, haben Lewis Gilberts Bondfilme eine große Stärke: die des optischen Reizes. Kein anderer Bond-Regiesseur hat es geschafft, die Schauplätze, seien es Landschaften oder extravagante Kulissen wie den Krater in YOLT dermaßen schöne einzufangen und auf Leinwand wiederzugeben. Auch wenn die Handlung nicht immer unbedingt besonders packend ist, sind YOLT, TSWLM und MR einfach eine Wohltat fürs Auge.



Zitat von »nullnullsieben«

Würds eher so formulieren, dass er für drei Filme verpflichtet wurde, die die gleiche Struktur haben. Lag wahrscheinlich eher an einem gewissen Schubladendenken, zu dem Produzenten leider oft neigen. "Ein ähnlicher Film wie YOLT? Da brauchen wir auch den Regisseur von YOLT nochmal. Ein ernsterer Film? Da brauchen wir jemand anders."

Gilbert selbst hätte sich vermutlich auch gern mal an einem anders-artigen Bond versucht. Inwieweit er damit erfolgreich gewesen wäre, kann man schlecht beurteilen. Sein kreatives Output neben den Bondfilmen ist ja nicht so üppig. Kenne eigentlich nur noch "Alfie", der letztens mal remaket wurde.


Zitat von »MisterBond«

Dass Lewis Gilbert nach 10 Jahren wieder für einen Bondfilm verpflichtet wurde, liegt ja in erster Linie daran, dass der anfangs schon feststehende Guy Hamilton dann doch abgesagt hatte und man eben einen Bonderfahrenen Regisseur nehmen wollte. Da lag eigentlich noch nicht fest in welche Richtung TSWLM gehen würde.
Cubby Broccoli wollte aber einen "großen" Bondfilm haben. Ein richtiges Action-/Abenteuerepos und das hat man dann wohl auch geschafft.


Zitat von »DocotrMoVe«

Lewis Gilbert war wohl ein idealer Regisseur, die von Young und Hamilton geprägte Serie auf eine betont ästhetische und übersteigerte Art weiterzuführen.
Ich bezeichne ihn gern als den Bilderbuch-Bondregisseur. All seine Szenenfolgen fügen sich gemälde-artig aneinander, so das sich der Zuschauer in eine durchdesignte Bond-Welt begeben kann, in der die Franchise-Attraktionen zuverlässig und jahrmarktartig vorgeführt werden.

Wenn man diesem Stil böse will, könnte man sagen "Das ganze gleicht einem hochtechnisierten Kasperletheater", wie sich damals ein Film-Kritiker beim Erscheinen von TSWLM ausdrückte.
Gilbert war wohl der erste Regisseur an dessen Stil sich die Bondanhänger tatsächlich entzweiten.
Während sich die einen 2 Stunden langweilten und dem erdigen, greifbaren Stil von Young und Co. nachtrauerten, verließen andere euphorisiert und 'superlativisiert' das Kino.

Ich denke der Fokus von Gilbert's Bondschaffen läßt sich mit dem Impuls umschreiben einen möglichst schönen Bondfilm zu drehen.
Selbst tragische oder brutalste Momente wirken in diesen Filmen Bonbonfarben. Man denke nur an Helga Brandt's Dahinscheiden: Knallrotes Kleid, tiefgrünes Wasser und grelle Musik. TSWLM geht sogar noch weiter: Die menschliche Haifischmahlzeit wird mit Bach-Musik untermalt.

Bei Gilbert schimmerte der broccoli'sche Anspruch, 'perfekte Bondunterhaltung' zu bieten am wörtlichsten durch. Das sich dieser Aspekt in seinen 3 Bondfilmen auch selbstironisch spiegeln darf, machte und macht diese Bondfilme für ein breites Publikum so sympathisch.

Der Film-Moment in dem dies am plakativsten unterstrichen wird, ist das Ende seines gelungensten Franchise-Werks: Wenn Moore nach seinem phallischen Schlußspruch den strahlend weißen Plüsch-Vorhang zu Variety-Klängen herunterfährt, dürfte wohl stets auch der hinterletzten Kinoreihe klar geworden sein:

That was Bondentertainment !


Zitat von »felixleitner«

Zitat von »DoctorMoVe«


Ich denke der Fokus von Gilbert's Bondschaffen läßt sich mit dem Impuls umschreiben einen möglichst schönen Bondfilm zu drehen.
Selbst tragische oder brutalste Momente wirken in diesen Filmen Bonbonfarben. Man denke nur an Helga Brandt's Dahinscheiden: Knallrotes Kleid, tiefgrünes Wasser und grelle Musik. TSWLM geht sogar noch weiter: Die menschliche Haifischmahlzeit wird mit Bach-Musik untermalt.



Ein grauselig-schöner Moment ist auch der Tod von Corinne Clery in MR.

Ein Stilelement von den Gilbert-Filmen sind sicher auch die heruntergefahrenen Doppeldeutigkeiten und sexuellen Anspielungen, wie sie besonders in den Hamilton-Filmen vorkamen. Die meisten Witze kommen für mich heute genauso rüber wie etwa im Alter von neun Jahren. Bei den Hamilton-Filmen ist mir dagegen heute einiges "klarer" geworden als damals...

Hamiltons Filme waren auch "comichaft" aber eben eher im Sinne von Satire und eher für ein erwachsenes Publikum geeignet (z.B. Mr. Wint & Mr Kidd). Gilbert dagegen hat Comic-Filme für Kids inszeniert, die auch "Superman" oder "Star Wars" geguckt haben und Spiderman-Comics lasen. Und da machen sich übertriebene Anzüglichkeiten natürlich nicht so gut für die Altersfreigabe...


Zitat von »MisterBond«

Oh ja, die arme Corinne Clery. Ich fand Sie übrigens schon immer ganz schnuckelig. Eines meiner Lieblingsbondgirls, die dran glauben müssen

Ps.: wenn ich mit Freunden MR gucke und diese Szene vorkommt fragen mich die meisten warum Corinne nicht diesen Wagen benutzt. Da erwider ich immer, dass der Wagen eh nicht schnell genug ist udn auch nicht geschlossen. Die Dobermänner hätten Sie leicht.
Dann stellen sie sich die Frage, wie ich damasl auch, warum Corinne nicht versucht auf einen Baum zu klettern. Nun, da habe ich die "Ausrede", das die Bäume wohl nicht zum klettern geeignet waren und Sie wohl nicht heile runterkommen würde


Zitat von »Photographer«

Julie Waters im Gespräch mit Lewis Gilbert


Zitat von »chrimarx«

Ein Radiointerview von BBC mit Lewis Gilbert als Podcast

http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/b00sqkg8
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

chrimarx

James Bond Club Deutschland - 007010

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2

Montag, 18. Mai 2015, 14:48

"Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt sie nicht, sie ist nämlich tot."

Maibaum

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3

Dienstag, 19. Mai 2015, 10:19

Hat sich hier eigentlich mal irgendwer auch mit dem sonstigen umfangreichen Output von Gilbert (oder auch von Young und Hamilton) auseinandergesetzt?

4

Dienstag, 19. Mai 2015, 11:07

Hat sich hier eigentlich mal irgendwer auch mit dem sonstigen umfangreichen Output von Gilbert (oder auch von Young und Hamilton) auseinandergesetzt?
Die Verfilmung des Theaterstücks "Educating Rita" (1983) mit Michael Caine haben wir im Englisch-Leistungskurs gesehen.
Das ist aber auch einer der wenigen Gilbert-Filme, die ich bis heute bewusst gesehen habe. Liegt daran, dass er meist in Genres unterwegs war, die mich nie so gereizt haben.

Aber dass er bereits in seinem 96. Lebensjahr ist ... wie die Zeit vergeht. :-)


Von Terence Young mag ich den wunderbaren Thriller "Wait Until Dark" (1967), ebenfalls eine Theaterstück-Verfilmung mit Audrey Hepburn.


Guy Hamilton hat in seinem Oeuvre nichts, was mich wirklich interessiert.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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5

Dienstag, 19. Mai 2015, 11:42

Von Guy Hamilton gefällt mir "Das Böse unter der Sonne" sehr gut (Agatha Christie Verfilmung, Miss Rigg aus OHMSS ist ebenfalls mit von der Partie).
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

6

Dienstag, 27. Februar 2018, 15:35

-
Ein Nachruf unseres geschätzten und werten Kollegen und Forumsmitglieds chrimarx auf Lewis Gilbert, der am 23. Februar diesen Jahres gestorben ist.


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »photographer« (27. Februar 2018, 17:08)


Mister Bond

Felix Leiter

Beiträge: 1 229

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7

Mittwoch, 28. Februar 2018, 20:24

Für mich ist Gilbert neben Terence Young und Guy Hamilton der wichtigste Bond-Regisseur. Diese drei haben die Filmreihe und den Filmcharakter Bond richtig populär gemacht und dementsprechend geprägt. Im Unterbewusstsein der Menschen ist immer was aus deren Schaffen, speziell vielleicht sogar Gilberts, hängengeblieben.
Es ist ja hier auch kein Geheimnis, dass Gilbert mit TSWLM meinen absoluten Lieblings Bondfilm schuf. Dazu gesellt sich auch "Moonraker" mit Platz 6 in meiner persönlichen Rangliste und auch der zuletzt hier im eigenen Filmthread verschmähte YOLT rangiert im guten Mittelfeld und macht mir Spaß.
Es ist wohl auch der Opulenz der Gilbert Filme zu verdanken, die eben bei vielen in Erinnerung ist und die ich bei Gilberts Filmen zusätzlich so toll finde. Dazu auch ein Dank an Ken Adam und den jeweiligen Kameraleuten Freddie Young, Claude Renoir und Jean Tournier.
In der Tat hat Lewis Gilbert unseren Sir Roger und Guy Hamilton, welcher ja auch über 90 wurde, überlebt. Sei es ihm gegönnt, R.I.P.