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  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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81

Freitag, 21. August 2015, 21:21

Ich sage nicht, dass Adams Kulissen für DN schlecht sind, die Gitterdecke ist toll, Nos "Wohnzimmer" ebenfalls gelungen, der Kommandoraum ist mir aber zu lahm "Maschine-an-Machine-gereiht". Daher gibt es m.E. noch bessere Arbeiten.

Nochmal zum "Welpenschutz" für DN: Wenn ich über einen Bondfilm von einem extremen Abfall der zweiten Hälfte schreibe, von schlechten Bildeffekten, einem "Möchtegern-interessanten" Villain und stumpfen Dialogen mit einem blöden Bondgirl, dann kommen alle immer gleich auf DAD. Auf DN treffen diese Kritikpunkte ebenfalls zu, fallen aber scheinbar deutlich weniger ins Gewicht.

Eben. Sie fallen weniger ins Gewicht - noch nicht einmal das würde ich unterschreiben, da sie meiner Meinung nach nicht zutreffen, aber das ist Ansichtssache.
Aber wenn wir schon bei anderen Filmen sind, welchen das vorgeworfen wird was auf DN zutrifft und dennoch nicht oft im DN-Zusammenhang Erwähnung findet, füge ich mal hinzu, dass die Vorwürfe im Bezug auf NSNA, es handle sich aufgrund des Fehlens bondiger Merkmale nicht um die typische Pracht eines Bondfilms, auch auf DN zuträfen, dem man dies jedoch eher nachsieht, da er als Erstling noch als ungeschliffener Diamant durchgeht, die Routine dieser Merkmale war ja noch nicht da.
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Django

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82

Freitag, 21. August 2015, 22:05

Spree, ich stimme Dir in den meisten Punkten zu (auch wenn ich das Ergebnis als Ganzes nun nicht so misslungen finde wie Du): DN ist ein B-Movie, das tatsächlich teilweise "sehr billig und teils amateurhaft bis ungeschickt" wirkt (die "Autoverfolgungsjagd" lässt mich jedes Mal echt erschaudern). Und ja: Der Quantsprung bei FRWL - für mich übrigens der erste "echte" Bondfilm - war extrem.

Hinzu kommt, dass mir einfach zu viele für die damalige Zeit bondtypische Elemente fehlen (ich hatte ja mal irgendwo hier im Forum die Theorie geäussert, dass NSNA eigentlich der typischere und vielleicht sogar "EON-rigere" Film ist als DN).

Trotzdem muss man DN zugute halten, dass er nun mal die schwierige Aufgabe hatte, "der Erste" zu sein. Es musste alles neu entwickelt, aufgebaut und erfunden werden. Und dafür finde ich den Film echt nicht schlecht. Eine Bewertung sollte zudem immer "relativ" sein, sonst ist sie nicht fair. Das hat nix mit "Artenschutz" zu tun, aber ein Film von 1962 sollte nun mal an Filmen von damals gemessen werden und nicht an heutigen Werken. Daher hinkt auch der DAD-Vergleich: Bei DAD konnten die Macher auf ein bestehendes Team und vor allem auf die 40-jährige Erfahrung mit 18 Bond-Filmen zurückgreifen. Dies bei einem schier unermesslichen Budget. Auch wirkt DAD gezwungen und gesucht, wohingegen wohl niemand DN eine gewisse - wenn auch vielleicht naive - Frische, Ungezwungenheit und Leichtigkeit absprechen kann.

DN ist sicher kein Meisterwerk und auch in meiner Rangliste eher (ziemlich) hinten anzutreffen, aber sicher auch kein "Totalausfall".

Martin

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83

Freitag, 21. August 2015, 23:35

Trotzdem muss man DN zugute halten, dass er nun mal die schwierige Aufgabe hatte, "der Erste" zu sein. Es musste alles neu entwickelt, aufgebaut und erfunden werden. Und dafür finde ich den Film echt nicht schlecht. Eine Bewertung sollte zudem immer "relativ" sein, sonst ist sie nicht fair. Das hat nix mit "Artenschutz" zu tun, aber ein Film von 1962 sollte nun mal an Filmen von damals gemessen werden und nicht an heutigen Werken.


Sehe ich ähnlich. DN hat ja die Maßstäbe für Bondfilme erst eingeführt, und kann daher schlecht nach den erst danach weiterentwickeln Standards gemessen werden. Bei mir ist er zwar auch in den "Flop 5" und landet ziemlich selten im Player, aber nicht weil ich ihn schlecht finde, sondern weil die meisten nachfolgenden sich eben verbessert und weiterentwickelt haben und mehr Spaß machen.

Viele Kritikpunkte kann ich gut nachvollziehen, aber am wenigsten ehrlich gesagt die an den Dialogen. Sätze wie "This is a Smith & Wesson, and you've had your six", "World domination. The same old dream.", "No, I'm just looking", etc. finde ich gut und einfallsreich geschrieben. Schlicht, aber pointiert. Ich glaube, die wären auch ohne den späteren Bondhype berühmt geworden. Überhaupt mag ich die gesamte Begegnung zwischen Bond und No. Auch das comic-artige gefällt mir sehr. DN verkörpert für mich das, was man im heutigen Sprachgebrauch als Atompunk bezeichnet. Diesen recht naiven, zugleich zukunftsgläubigen und alarmistischen Umgang mit Nukleartechnologie kann man natürlich kritisieren, aber das macht für mich auch einen großen nostalgischen Reiz dieser Ära aus. Die ganzen Superhelden-Comics und Filme mit riesigen Spinnen und schrumpfenden Menschen zählen da ja auch zu.

Was ich an DN auch sehr schätze, ist das Fleming-Feeling. Wobei das zugegebenermaßen wohl ein sehr subjektiver Aspekt ist. Wenn man die flemingschen Romane jetzt nicht so prickelnd findet, fällt die Nähe dazu wohl kaum positiv ins Gewicht. Bei mir ist es eher so, dass ich den Roman DN streckenweise sogar besser finde als den Film. Die Pulp-Elemente wie No als Fu-Manchu-Hommage und Honey als ungeniert reine Männerphantasie machen mir da mehr Spaß. Im Film wird mir das im Gegensatz zur ursprünglichen Konzeption alles etwas zu ernst genommen. Ursula Andress finde ich auch immer etwas überhypt. Sie ist gut gebaut und hat in ihrem Bikini die Nachkriegsjugend beglückt, aber das allein reicht für mich nicht für das Prädikat "Mutter aller Bondgirls".

Im Buch wirkt No durch seine Mengele-artigen Menschenexperimente auch etwas dämonischer und bedrohlicher. Das Sabotieren von Raketen allein zeugt nicht so sehr vom überlegenen Verbrechergehirn. Trotzdem macht der Film je nach Lust und Laune aber schon Spaß.

Kronsteen

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84

Samstag, 22. August 2015, 09:22

Bei mir arbeitet sich DN von hinten so langsam ins Mittelfeld vor. Hat jetzt die Laterne als schlechtesten EON-Bond Connerys an FRWL abgegeben.
Ich mag die erste Hälfte sehr. Das ursprüngliche Jamaika ist phantastisch eingefangen und die Story sehr agentenmäßig.
Ab Crab Key fällt er dann schon ein wenig ab.

Wo aber soll die Story mit Quarrel rassistisch sein, Spree??
Nur weil er an den Hopkuspokus mit dem Drachen gaubt? Das tut Honey auch...

Und auf Jamaika ist der Glaube an Voodoo u.ä. nunmal noch weit verbreitet.
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Spree

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85

Samstag, 22. August 2015, 09:49

Tendenzen bei Quarrel zum leichtgläubigen, saufenden und brutalen Inselbewohner mit fehlerhaftem Englisch sind doch deutlich spürbar, ebenso wie Honey und Sylvia als Frauen überhaupt nicht ernst genommen werden und nur der Unterhaltung des "weißen Mannes" dienen. Ist jetzt etwas überspitzt formuliert, aber so empfinde ich das teilweise, wohingegen ich die Rassismusvorwürfe an den Film LALD stets übertrieben fand.

Den Bonus der Innovation mag ich DN auch nur teilweise zugestehen, da ja doch alles auf (inzwischen mehreren) Romanvorlagen fußt.
Hier wurden zudem Stichworte wie Pulp und B-Movie genannt, das trifft m.E. zu und ist gleichzeitig für mich ein No-Go für einen Bondfilm.
Der wichtigste Punkt ist aber, dass ich die ganze Geschichte spätestens ab Crab Key ebenso platt finde, wie die meisten Charaktere, und das betrifft schon auch die Dialoge. Ein paar positive Beispiele wurden schon genannt, aber z.B. die Sabbelei mit Honey ist größtenteils zum Fremdschämen und auf DAD-Niveau ("Did I do wrong? - Do you have a woman of your own?" aber auch mit Sylvia: "Immediately ... almost immediately." im Dt. "Dafür ist immer Zeit." im Vgl. zu DAD "Wow, now that's a mouthful." - "Don't take it out yet.").

Es bleibt dabei, DN ist für mich eine der größten Krücken der Serie und bekommt die gleiche Flak wie DAD (der mich insgesamt übrigens besser unterhält). Ich finde ihn in mindestens 60% der Szenen auf mehreren Ebenen schlicht misslungen.

Btw: FRWL als schlechtester Connery? Alleine die Sortierung hinter DN will mir schon nicht im Geringsten einleuchten. :huh:

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Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von »Spree« (22. August 2015, 10:16)


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86

Samstag, 22. August 2015, 10:51

Tendenzen bei Quarrel zum leichtgläubigen, saufenden und brutalen Inselbewohner mit fehlerhaftem Englisch sind doch deutlich spürbar, ebenso wie Honey und Sylvia als Frauen überhaupt nicht ernst genommen werden und nur der Unterhaltung des "weißen Mannes" dienen. Ist jetzt etwas überspitzt formuliert, aber so empfinde ich das teilweise, wohingegen ich die Rassismusvorwürfe an den Film LALD stets übertrieben fand.


In dem Punkt stimmen wir teilweise überein. LALD ist überraschend unpolitisch und unrassistisch und Quarrel wird in der Tat so dargestellt, wie du es schilderst.
Allerdings halte ich diese Darstellung für undrastisch, leichtgläubig sind unzählige Menschen, das ist kein Sondermerkmal. Und Säufer sind unzählige Menschen, das ist kein Sondermerkmal. Und Brutalität erkennt man in ihm "nur" in den Szenen des Misstrauens, Bond und er bilden ja bereits in Bälde eine Einheit. Im Übrigen kann man einen Film aus dem Jahre 1962 als eine Art Zeitdokument verstehen, sowohl politischer, als auch sonstiger Natur. Nicht präsentabel sind die Dialogzeilen von Honey, das stimmt und sie wird wirklich nicht für voll genommen, was aus heutiger Sicht Mist ist, aber das war die Nachkriegszeit, die Menschen suchten im Kino nach unbeschwerter Wohlfühlkost, eben nach einem wie ein Wunder aus dem Wasser kommenden Muschelengel :D
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87

Samstag, 22. August 2015, 10:59

Das verstehe ich, Daniel, aber besser/unterhaltsamer macht es den Film für mich leider trotzdem nicht.
DN spricht mich emotional leider auch fast nicht an, einer von nur wenigen Bondfilmen, denen das kaum gelingt, allerdings sind 4 von den insgesamt 5-6 aus den 60ern dabei (früher, als ich FRWL noch nicht mochte, waren es sogar 5). Daher habe ich wohl grundsätzlich auch wenig Herz für alte Schinken.

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Kronsteen

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Samstag, 22. August 2015, 11:41

Tendenzen bei Quarrel zum leichtgläubigen, saufenden und brutalen Inselbewohner mit fehlerhaftem Englisch sind doch deutlich spürbar

Sind die Darstellungen von Kriegler oder Stamper dann auch rassistisch?

Btw: FRWL als schlechtester Connery? Alleine die Sortierung hinter DN will mir schon nicht im Geringsten einleuchten.

Ich schätze FRWL sehr, finde ihn aber wirklich den langweiligsten Bondfilm der 6 Connery-EON-Bonds. Die tolle Besetzung und die spannende Geschichte können leider nicht darüber hinwegtäuschen. Aber es ist jammern auf höchstem Niveau. Auch ein FRWL hat bei mir seinen Mittelfeldplatz sicher und stand schon wesentlich höher.
DN unterhält mich einfach gut und lässt mich in das spätkoloniale Jamaika eintauchen. Das mag ich sehr.
DN hat FRWL in meiner Bestenliste nun aber auch erst zum ersten Mal überholt und steht einen Platz davor. Es sind also keine Welten, die die Filme trennen, und nächstes Mal kann es schon wieder ganz anders aussehen.
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89

Samstag, 22. August 2015, 16:15

Den B-movie-Aspekt konnte ich einst nicht ertragen, doch seit des Jubiläums im Jahre 2012 ist er mir willkommen, im Übrigen sollte das Budget nicht ausschlaggebend sein. "El Mariachi" (1992) ist 30 Jahre jünger und etwa eine Million billiger gewesen (7.000,- Dollar) und dennoch ein Meisterwerk, dies ist nur eines von vielen Beispielen. In DN hat man sich somit sehr auf die Darstellungen als solche konzentriert und im Bezug auf Urlaubsstimmung ist es zweifellos ein Vorreiter des ersten großen Strand-Bonds: Thunderball, der unlängst 50 Jahre jung wurde, Glückwunsch :)
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Django

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Samstag, 22. August 2015, 16:35

Bei mir ist es eher so, dass ich den Roman DN streckenweise sogar besser finde als den Film. Die Pulp-Elemente wie No als Fu-Manchu-Hommage und Honey als ungeniert reine Männerphantasie machen mir da mehr Spaß.

Stimmt, DN ist auch meiner Lieblings-Bond-Romane. Schon das für den Film leider arg kastrierte "Todesrennen" am Schluss des Buches ist einfach genial :thumbsup:. Dafür wurde der Film mit Taro und Dent um zwei spannende Figuren ergänzt

Kronsteen

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Samstag, 22. August 2015, 16:48

Ich kenne etliche Leute, die den Roman DN für den besten halten. Ob das daran liegt, dass der Film hier am nächsten am Buch ist und man daher vieles "erkennt"?
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Django

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Samstag, 22. August 2015, 17:28

Also bei mir ist es halt so, dass es mein erster Fleming-Roman war (1993 gelesen :)). Das verzerrt meine Beurteilung möglicherweise etwas. Aber es war sicher auch ein Vorteil, dass ich den Film in diesem Buch sehr gut wiedererkannt habe. Hätte ich z.B. YOLT oder TSWLM zuerst gelesen... Ich denke, das wäre mein erster, einziger und letzter Bond-Roman geblieben :D

Feirefiz

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Samstag, 22. August 2015, 19:21

Hier wurden zudem Stichworte wie Pulp und B-Movie genannt, das trifft m.E. zu und ist gleichzeitig für mich ein No-Go für einen Bondfilm.
Immerhin bis zu Craig -und frei sind auch seine Beiträge nicht von diesen Tendenzen - sind eigentlich ALLE Bond-Filme klassischer Pulp, klassisches B-Film-Material (Mad Scientists und andere größenwahnsinnige Überschurken, ein unbesiegbarer übercooler Held, schöne Frauen noch und nöcher, kuriose Waffen, Geheimorganisationen, Stützpunkte in Vulkanen, unter Wasser und im Weltraum undundund ...) - nur eben wesentlich teurer - damit hat Bond gewissermaßen das Blockbusterkinokonzept vorweggenommen: überteuere B-Filme (von Star Wars bis zu all den Superheldenfilmen). Insofern finde ich diesen Einwand erstaunlich, oder beziehst Du Dich nur auf das Produktionsniveau? Trotz diverser Einschränkungen macht Dr. No doch das Beste aus seinem Budget und wirkt um einiges teurer, als er war.
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

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Samstag, 22. August 2015, 21:11

Trotz diverser Einschränkungen macht Dr. No doch das Beste aus seinem Budget und wirkt um einiges teurer, als er war.
Eben. Es stellt sich ja immer die Frage, ob von einem dialoglastigen Film im Stil von Eric Rohmer die Rede ist (da müsste ein Minimalbudget von einer Million nicht negativ auffallen), oder ob auch Action im Vordergrund steht. Diese gibt es in Doctor No (für 1962) reichlich und dementsprechend ist das mit dem Budget verblüffend.

PS: Bezieht sich auf ein Zitat von Feirefiz, nicht von Spree.
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Samstag, 22. August 2015, 23:03

Ich meinte schon das Produktionsniveau. Schlimm ist aber eben wirklich vor allem, dass ich vieles am Film blöde und langweilig finde, das "billige" Aussehen, ist eher ein sekundärer Grund.

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  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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Samstag, 22. August 2015, 23:30

Es gäbe da noch einen Punkt, der mich an DN und FRWL etwas stört, nämlich der dass Bond einerseits bereits als Alleskönner und Dauerreisender charakterisiert wird, jedoch andererseits noch nicht mit einem ganz persönlichen vierrädrigen Begleiter ausgestattet wurde. Ein Fahrzeug gehört da meiner Meinung nach einfach dazu, den Bentley meine ich, sowas wird bei einem "erwachsenen Kind" wie James Bond einfach zu einem Teil der Persönlichkeit. So hingegen fängt er bereits mit dem Aston Martin an, den er in den Büchern erst später erhielt, wird halt in GF nur kurz thematisch angeschnitten und das wars.
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Sonntag, 23. August 2015, 07:20

Es gäbe da noch einen Punkt, der mich an DN und FRWL etwas stört, nämlich der dass Bond einerseits bereits als Alleskönner und Dauerreisender charakterisiert wird, jedoch andererseits noch nicht mit einem ganz persönlichen vierrädrigen Begleiter ausgestattet wurde.

Genau wie in YOLT, DAF, LALD, TMWTGG, MR, OP, AVTAK, LTK und QoS :D

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Sonntag, 23. August 2015, 10:12




Genau wie in YOLT, DAF, LALD, TMWTGG, MR, OP, AVTAK, LTK und QoS :D
Korrekt. Aber in YOLT bekommt er immerhin den rabiaten Mini-Hubschrauber, in DAF sieht man in einer Szene kurz einen DBS (das spendet Trost), in LALD trösten Amischlitten über den Verlust hinweg, in TMWTGG gibt es tatsächlich keinen Ersatz, in MR ebenfalls nicht, in OP haben die Gangster immerhin den W116, hätte besser zu Bond gepasst, in AVTAK gibt es wenigstens den Rolls Royce, hätte besser zu Bond gepasst, in LTK gilt die Entschuldigung dass Bond seinen Dienst verlässt und in QoS fährt er immerhin in der an CR anknüpfenden Szene den Aston Martin :)
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Maibaum

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Sonntag, 23. August 2015, 10:51

Ich finde es sehr erstaunlich daß fast sämtliche Elemente der Bond Formel in DN bereits vertreten sind. Das einzige was ihn von späteren Bonds unterscheidet ist das Fehlen der groß angelegten Actionszenen. Weil sich das erst in den nächsten Filmen mehr und mehr dahin entwickelt hat. Die sind zwar hier auch vorhanden an den Stellen wo sie sonst auch meist zu finden sind, aber halt noch in eher rudimentärer Form.

Und auch wenn sich der Aufwand von DN nur schwer mit den späteren typischeren Bonds vergleichen lässt, zu keinem Zeitpunkt ist DN ein B-Picture. Es war kein billiger Film, sondern eher im mittleren Budget Segment angesiedelt. Kein Vergleich zu den Protzproduktionen der damaligen Zeit, aber auch meilenweit entfernt von den flott abgedrehten B-Pictures.

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Sonntag, 23. August 2015, 11:11

Ich finde es sehr erstaunlich daß fast sämtliche Elemente der Bond Formel in DN bereits vertreten sind. Das einzige was ihn von späteren Bonds unterscheidet ist das Fehlen der groß angelegten Actionszenen. Weil sich das erst in den nächsten Filmen mehr und mehr dahin entwickelt hat. Die sind zwar hier auch vorhanden an den Stellen wo sie sonst auch meist zu finden sind, aber halt noch in eher rudimentärer Form.
Zunächst einmal bin ich wahnsinnig erfreut! Erst die Tage diskutierten wir hier im Forum das gegenwärtige Fehlen von Debatten, Beiträgen und dergleichen und schon heute läuft hier ein intensiver und das Forum aufblühen lassender Austausch bezüglich eines Bondfilms, der für die Reihe sehr wichtig war und ist. Nach deinem Argument müsste mir DN sogar am Besten gefallen, denn nicht vorhandene Anwesenheit dieser Actionszenen ist mir eigentlich hochsympathisch. Gunbarrel und Bondmelodie hat der Film auch schon, einen hervorragenden Darsteller und exotische Drehorte ebenfalls, es ist im Gesamtbild gewiss ein waschechter 007-Streifen :)
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