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ollistone

Consigliere

  • »ollistone« ist männlich
  • »ollistone« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 109

Registrierungsdatum: 27. Mai 2013

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1

Donnerstag, 6. Juni 2013, 11:31

DIE HELFER: Rene Mathis

Hier geht's zu den Razyboard-Einträgen.

[img]http://www.wearysloth.com/Gallery/ActorsG/6501-27085.jpg[/img]

Zitat von »Kronsteen«


Erst im nächsten Bondfilm dürfte sich aufklären, ob man das "Helfer" oder das "Henchmen" im Titel streichen darf.[br][br][Dieser Beitrag wurde am 24.11.2012 - 23:53 von Count_Villain aktualisiert]



Zitat von »ollistone«


Oder auch nicht - wie wäre es denn, wenn auch in Bond 22 unklar bleibt, ob "Ihr Freund Mathis mein Freund Mathis" ist/war? Seine Rolle bleibt undurchsichtig, Bond muss sich aber auf ihn verlassen... oder so ähnlich. Bis Bond 23. [img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/30.gif[/img]



Zitat von »Spree«


Wenn er denn kein Henchman war, bin ich gespannt, wie der Satz mit dem "Freund" aufgelöst wird. Denn ich könnte mir sonst immer noch nicht erklären, warum LeChiffre das sonst sagen hätte sollen. Um Bond weiter zu verwirren? Er hat ihn doch im Sack und ist sich sicher, dass er nicht mehr lebend aus der Sache rauskommt.

Aber zur Figur Mathis: Eigtl. bis zum Verdacht Bonds gg. ihn) ein super sympathischer Helfer in der Art von Columbo (auch vom visuellen drängt sich der Vergleich auf). Toll besetzt. Klasse Sprüche und wie er die Leichen entsorgt ist einfach nur spitze. Freu mich schon auf ihn im nächsten Film, egal auf welcher Seite er nun letztendlich steht. Wenn er ein Villain ist, dann ein sympathischer, wie einst Dr. Kaufmann.



Zitat von »MisterBond«


Das wurde doch schon so oft diskutiert.
ich persönlich glaube, dass er ein Helfer ist und Bond einene Fehler gemacht hat, was zum Bondcharakter im Film passt. Er hat seine 00-Lizenz erst bekommen und zieht eben noch nicht immer die richtigen Schlüsse.

Giancarlo Giannini finde ich als Mathis überhaupt klasse. Für mich einer der überzeugendsten Figuren im Film!



Zitat von »Carsten«


Da die Charaktere aus dem Roman in der Einteilung gut böse sonst im Film wie bei Fleming waren, gehe ich davon aus, dass sich Mathis im nächsten Film als gut erweist.

Vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass die Rolle Columbo aus FYEO sehr ähnelt. Auch dort war die Frage gut oder böse nicht sofort klar. Da sich sogar die Darsteller ähneln, glaube ich an einen letztlich guten Mathis.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

  • »Mr. Fogg« ist männlich

Beiträge: 1 020

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2

Donnerstag, 12. November 2020, 09:15

Eine der schillerndsten Figuren im Bond-Kosmos ist René Mathis, dargestellt von Giancarlo Giannini (CR06, QoS). Unter den wenigen Sätzen, die er in QoS zu sagen hat, befinden sich zwei, die ich für geeignet halte, den roten Faden der Craig-Ära ins Wort zu fassen:

"Aber ich schätze, wenn man jung ist, fällt es einem noch leicht, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Wird man älter, wird es schwieriger: Man kommt mit Schurken und Helden durcheinander."

Wie ich schon bei Jeffrey Wrights Felix Leiter bemerkte: Es ist eine Verbitterung darüber festzustellen, dass die Eindeutigkeiten der frühen Filme mittlerweile verschwommen sind. Es klingt möglicherweise überfrachtend zu sagen, dass die Bond-Filme "erwachsen" geworden sind, ganz sicher aber sind die Gegenüberstellungen von Gut und Böse "älter" geworden und damit "schwieriger"!
Alles ist nicht mehr so klar zu unterscheiden. Die Hinterfragung der eigenen Haltung einerseits, das Verständnis (nicht die Akzeptanz!) für die gegnerische Haltung andererseits sind ein Zeichen für Reife. Paradoxerweise führt zunehmende Weisheit nicht zu vermehrter Erkenntnis, sondern vielmehr dazu, zu erkennen, dass man weniger erkennt. "Ich weiß, dass ich nichts weiß.", sagte Sokrates.

Die Verzweiflung, die ob solcher Verwirrung entsteht, verlangt nach einer Handlungs-Maxime, die die Figuren (im Film wie im Leben) befähigt, weiter handeln, zielorientiert handeln zu können.
Bond, Felix und auch Mathis stochern mittlerweile moralisch-ethisch im Nebel, aber sie geben nicht auf. Sei es nun das Bewusstsein, keine berechtigte Hoffnung auf Klarheit zu haben, oder aber zu wissen, dass das Stehenbleiben im Nebel erst recht nicht weiterbringt, sie machen weiter!

Felix hilft sich mit Zynismus (die Welt ist schlecht, und ich kanns nicht ändern), Mathis hat "Tabletten für alles", aber was macht Bond? Was hält ihn am Leben, was lässt ihn weitermachen?
In Skyfall gibt es ein paar Hinweise, warum er so und an dieser Stelle weitermacht.
"007 meldet sich zum Dienst", "Ich bin hier!", "meine lächerliche Vaterlandsliebe nicht zu vergessen!", "Land: England"...
Während noch Craigs Vorgänger Pierce Brosnan in TWINE erläutert, wie er all das ausgleicht "Ich labe mich an Anmut und Schönheit" - was als Maxime auch für alle vorherigen Filme gelten kann, muss angesichts mittlerweile nicht mehr so eindeutiger Gegebenheiten für den wurzellosen Agenten Ihrer Majestät schon substantielleres heran!

"Wird man älter, wird es schwieriger!"
Wir brauchen einen Kompass an Bord unseres Schiffes - besonders, wenn es neblig ist! Wir wissen zwar inzwischen, dass er nur auf den magnetischen und nicht auf den geographischen Nordpol zeigt, aber ihm zu folgen ist in jedem Fall besser als nichts ... und mit Sicherheit besser, als stehenzubleiben!

Das ist m. E. der Unterschied zwischen den "Guten" und den "Bösen":
Die "Guten" halten den in besseren Tagen gewählten Kurs.
Die "Bösen" suchen sich einen neuen, der sie vermeintlich und kurzfristig an ein Ziel bringt.
Nummer 007 in der Mitgliederliste!
God save the Queen!

Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

Beiträge: 917

Registrierungsdatum: 30. Mai 2013

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3

Donnerstag, 12. November 2020, 10:54

Treffend analysiert, Mr. Fogg :thumbup:

Zitat

Es ist eine Verbitterung darüber festzustellen, dass die Eindeutigkeiten der frühen Filme mittlerweile verschwommen sind.

Ja, leider. Also zumindest mir gefällt diese Entwicklung nicht :(

Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

  • »Spree« ist männlich

Beiträge: 1 034

Registrierungsdatum: 25. Mai 2013

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4

Donnerstag, 12. November 2020, 15:08

Chapeau für diese Analyse, Mr. Fogg. Würde ich einen Hut tragen, ich würde ihn ziehen. Ich schwanke ob dieser Leistung nur noch zwischen Bewunderung und Neid!

Besonders treffend finde ich den Absatz über unsere (reale) Gesellschaft und den Weg der einfacheren Lösung. Einfach mal mit zwei Sätzen die Trumpisten und Quer"denker" zerlegt. :thumbup:

Den Absatz werde ich mir beizeiten mal für den Unterricht klauen! :prof:
I never left!

  • »Martin« ist männlich

Beiträge: 1 234

Registrierungsdatum: 31. Mai 2013

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5

Freitag, 13. November 2020, 23:04

Das ist m. E. der Unterschied zwischen den "Guten" und den "Bösen":
Die "Guten" halten den in besseren Tagen gewählten Kurs.
Die "Bösen" suchen sich einen neuen, der sie vermeintlich und kurzfristig an ein Ziel bringt.


Eine interessante Zusammenfassung. An einem gewählten Kurs festhalten ist eigentlich konservativ sein. Das kommt in Skyfall meiner Meinung nach auch gut zum Ausdruck. "The old ways are sometimes the best". Ich denke, in der Realität würde sich Bond auch dafür einsetzen, dass Werte wie die Liebe zu seinem Heimatland, Demokratie und Grundrechte nicht abgebaut werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Martin« (16. November 2020, 00:39)