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21

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:28

Aber ein Verbrecher wie LeChiffre als Veranstalter wäre bei uns im Casino vermutlich nicht möglich. ;)
Dem muss ich ebenfalls widersprechen: LeChiffre ist zwar auf dem Radar des Mi6, aber er ist weder ein verurteilter Verbrecher, noch ist er offen in illegale Geschäfte verwickelt. Er tritt also mit weißer Weste als ganz normaler "Kunde" an die Spielbank heran. Und das wäre eben auch in jedem anderen Land möglich.

Außer der Tatsache, dass man keine kritischen Stimmen bei der Produktion haben wollte, gibt es keinen logischen Grund für Montenegro!
"That's one hell of a Pilot!"

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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22

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:36

Außer der Tatsache, dass man keine kritischen Stimmen bei der Produktion haben wollte, gibt es keinen logischen Grund für Montenegro!


OK, da mag was dran sein. :thumbup:

Immerhin hat man von "Isthmus" abgesehen. Das hätte mir den Film durchaus in gewissem Maße versaut.
Als Anhänger eines Bonds, der das Höchstunwahrscheinliche aber dennoch Mögliche darstellen sollte, muss die Authentizität gewahrt bleiben. Daher kann ich mit Montenegro auch gut leben (auch wenn Tschechien vielleicht noch interessanter gewesen wäre).
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

23

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 14:03

Und selbst wenn die Produzenten aus welchen Gründen auch immer Tschechien nicht wollten...warum hat man dann Karlsbad nicht einfach als Double für das, zwar fiktive, aber Flemingerechte Royale-les-Eaux genommen? Wir werden es wohl nie erfahren.
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Django

Der Andere

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24

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 15:11

...oder warum hat man nicht in Montenegro oder zumindest einem anderen Balkanland gedreht? Wäre sicher auch gegangen.

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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25

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 15:13

Hat nicht Not getan, würde ich jetzt mal sagen.
Karlsbad, Loket (und auch Prag) bieten die Optik und die Infrastruktur und Tschechien ist allgemein inzwischen eines DER Filmländer schlechthin, wenn es ums Doubeln anderer Schauplätze geht.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

kananga

MI6 Staff

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26

Dienstag, 26. November 2013, 19:38

Möchte mich hier einmal gleich als Kananga mit meiner ersten Kritik einführen. Ich will mich damit keineswegs mit den zahlreichen Craig-Fans verfeinden, sondern vielmehr betonen, dass ich DC für einen sicher guten Schauspieler halte und dass mir einzelne Szenen auch in CS und SF gefallen. Ich finde, dass CR von allen Craig Filmen den meisten Flair hat, und ich genieße auch die Musik von David Arnold.

Denen allerdings, die diesen Film immer wieder als Meisterwerk loben, seien hier meine Kritikpunkte entgegengehalten: Zunächst einmal hat die Bond-Vesper Story eben NICHTs mit dem gleichnamigen Ur-Bond von Fleming zu tun. Flemings Bond ist nie unsterblich verliebt in Vesper, meines Erachtens investiert er in sie sogar weniger Gefühle als etwa in Tiffany Case in DAF. Er spürt ferner selbst an den Höhepunkten ihrer Affaire ihre deutliche Reserve und Ambivalenz gegen ihn. Und schließlcih trauert er niemals so schmalzig Kate Winslet-artig über ihren kuriosen titan(ic-)schen "Suizid" im versinkenden Palazzo, sondern ist vor allem verärgert darüber, dass dieses "Biest" ihn und den Secret Service verraten hat. Und das ist sein letztes Wort in dieser Angelegenheit. Am unerträglichsten finde ich es hier aber, dass Bond gerade im Film die entgegengesetzte Botschaft mitbekommt, die er im Buch empfängt: Dort kommt er zu dem Schluss, dass man am besten tut, alle Feinde Merry Old Englands ohne nutzlose Grübeleien zu bekämpfen (ein Weltbild, mit dem man sich ja nun nicht identifizieren muss), dass aber auf die Frauen kein Verlass ist. Im Film lernt er (natürlich durch Judi M), dass es aus PR-Gründen der Terrorismusjagd abträglich ist, Botschaften in die Luft zu jagen (das hätte der Originalbond ohnedies auch in jungen Jahren gewusst, denn blöde war 007 nie, ebensowenig wie übrigens primitiv), dass sich die ansonsten so grundlos zickige Eva aber "für ihn aufgeopfert" hat.

Conclusio: Die Liebesaffaire im Film ist letztlich nichts als ein maßlos überkanditeltes, political korrektes, Rosamunde-Pilcher imitiierendes Remake des ohnedies aus anderen Gründen problematischen Lacenby-Rigg Plots aus OHMSS. Überhaupt wird bei DCs Erstauftritt klar, dass nunmehr nicht allein das Ziel ist, weibliche Seher zu gewinnen, dies war ja schon das durchaus legitime Ziel der PB-Ära. Nein, es existiert nunmehr längst eine ausschließliche weibliche (oder besser, barbara broccolische) DEFINITIONSHOHEIT über Bond. Craig ist nichts anderes als der exemplarische postfeministische Macho-Softie, der Muskeln an den richtigen Stellen hat, viel mehr Fleisch zeigt als das Bondgirl, sehr machohaft tut, aber nach innen, da ist er ohnedies ganz weich, wenn die Richtige kommt, nicht wahr? (Ob allerdings "Du bist eine blöde Kuh" der approbate Weg ist, stilvoll seine Männlichkeit zu artikulieren? Aber ok.)

Ad. Stilbruch: Bond nach Ian Fleming ist vielleicht nicht so ganz Lord Sinclair mäßig wie der unvergleichlicher Sir Roger (Fleming selbst allerdings hielt anfänglich Connery für zu "proletenhaft" für die Rolle). Aber er ist doch bitte jedenfalls von ADEL, er hat den Stil seiner Klasse oder seines Milieus einmal aufgesogen und dass er ein Waisenkind ist bzw. aus Eaton veriwesen wurde tut, tut dem keinen Abbruch. Ein Mann, der seine gute Kleidung "mit Verachtung" trägt ist er einfach nicht, ebensowenig jemand, dem im Film egal ist, wie sein Drink ihm verabreicht wird während er im Originalbuch diesen Drink erst ERFINDET und lang und breit erklärt, warum er so eine besondere Vorliebe für equisites Essen und Drinken hat.

Schließlich: das Kartenspiel: schon im Buch ist das für jemanden, der nicht selbst sein Leben dem Spieltisch verschrieben hat, eine ziemlich Durstrecke, die auch durch das Reichen vergifteter Cocktails und das Ansetzen von Defilibratoren viel erträglicher wird. Aber bitte, warum in aller Welt kann Bond nicht Bakkarat spielen? Warum um alles in der Welt muss er ausgerechnet pokern? In MR spielt er Bridge, na gut, in GF Canasta, aber pokern? Irgendwo wird einmal erwähnt, dass er dabei was verloren hat, aber ansonsten nimmt Poker im Unviersum der beliebtesten Bondspiele einen äußerst subalternen Rang ein.

Schließlich zerfällt der im übrigen zu lange Film auch in eine Reihe von teils durchaus gekonnt geschnittenen Actionszenen, die jedoch durch die eigenartige eclipse-Story nur sehr alibihaft zusammengehalten werden, sowie die von mir aus angeführten Gründen leider für verschenkt gehaltene Vesper-Story.

Fazit: Back to the roots? Nein, in die Arme des Zeitgeists geworfen. Vesper könnte eifersüchtig werden. Aber die ist ja ohnedies für die Fische, wie leider, der Großteil des Filmes.

Maibaum

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27

Dienstag, 26. November 2013, 20:06

Rein als Romanverfilmung betrachtet wäre CR allerdings eine Katastrophe, zum Glück hat er allerdings nicht all zu viel mit dem mittelmäßigen Roman zu tun. Im Film verstehe ich zumindest warum er sich in Vesper verliebt, im Roman war das für mich nicht nachvollziehbar. Aber ich stimme dir zu Tiffany in DAF war wesentlich plastischer gezeichnet. Hier versagt (zumindest in der 2. Hälfte) dagegen der Film. Unabhängig vom eher mittelmäßigen Roman betrachtet.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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28

Dienstag, 26. November 2013, 20:32

Möchte mich hier einmal gleich als Kananga mit meiner ersten Kritik einführen. (...)

Fazit: Back to the roots? Nein, in die Arme des Zeitgeists geworfen. Vesper könnte eifersüchtig werden. Aber die ist ja ohnedies für die Fische, wie leider, der Großteil des Filmes.
CR06 steht auf meiner Bestenliste auf Platz 7. Der wesentliche Grund für diesen hohen Rang ist seine Qualität als erste Literatur-Verfilmung seit 28 Jahren (NSNA). Er ist eine Literarur-Verfilmung, die sich (in groben Zügen) an die Roman-Vorlage hält. Und genau auf einer solchen Basis bewegt sich Deine Kritik, die Dich als Kenner des Fleming-Werks auszeichnet! Im Gesamt-Ergebnis kann ich Dir nicht zustimmen - aber: Seit heute habe ich CR06 ein weiteres Bond-Highlight zu verdanken - Diese Kritik!!! Das ist schon keine Kritik mehr, das ist Literatur!
Du hast - das ist offensichtlich - nicht lediglich einen Haufen von nachlesbaren Fakten in Deinem Kopf gesammelt, sondern (und das ist sehr selten) Du scheinst mir ein Kenner des Geistes, der hinter Fleming und seinem Romanhelden steht, zu sein. Das ist eine höhere Ebene, die nur durch geschulte Empathie zu erreichen ist, mehr noch: sie ist überhaupt nicht durch Betrachtung als vielmehr durch Empfindung zu erreichen (ein Gegensatzpaar, das ich hier dem Werk des großen C. S. Lewis entlehne). Fast könnte Deine Kritik Bestandteil eines Romanes sein, der den Ur-James-Bond durch einen Zeitsprung in unserer Welt landen, ihn CR06 sehen und dann diese Kritik verfassen lässt. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du im Laufe der Zeit Gelegenheit findest, auch alle anderen Bonds durch Deine Kritik zu adeln. Man verzeihe mir meine Geschwätzigkeit, aber das ist meine Art zu sagen: Dies ist ein verdammt guter Beitrag!
God save the Queen!

Ahab

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29

Dienstag, 26. November 2013, 23:18

Durchaus erfrischend zu lesen, deine Kritik, Kanaga! Da schließe ich mich Mr. Fogg an.

Ich bin selbst jemand der CR nicht ganz so hoch schätzt, wie dies viele andere tun. Die Geschichte mit Vesper ist ein Ritt auf der Rasierklinge mit der der Film (für mich) steht und fällt. Daher gibt es, wenn ich in der Stimmung bin, durchaus Sichtungen bei denen ich CR sehr schätze, allerdings gibt es auch welche bei denen ich die Geschichte um Vesper für zumindest kritisch halte.

Ohne die Romane genau zu kennen (ich oute mich hier mal wieder als Bond-Film Fan der mit den Büchern nicht viel am Hut hat) wäre allerdings die Frage, welcher Film denn eine gelungene Flemming-Verfilmung darstellt. Nach allem was ich hier im Forum so aufgeschnappt habe, bleibt es am Ende oftmals bei kaum mehr als dem Titel, was vom Buch übrig geblieben ist.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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30

Mittwoch, 27. November 2013, 00:06

Ohne die Romane genau zu kennen (ich oute mich hier mal wieder als Bond-Film Fan der mit den Büchern nicht viel am Hut hat) wäre allerdings die Frage, welcher Film denn eine gelungene Flemming-Verfilmung darstellt. Nach allem was ich hier im Forum so aufgeschnappt habe, bleibt es am Ende oftmals bei kaum mehr als dem Titel, was vom Buch übrig geblieben ist.
Fleming-Roman-Verfilmungen sind: DN, FRWL, GF, TB/NSNA, OHMSS und CR06.
Jede Verfilmung weist natürlich die eine oder andere Variation auf, aber das Grundgerüst der Roman-Handlung ist erkennbar. Herausgelöste Abschnitte aus Flemings Büchern lassen sich auch in anderen Filmen finden, die man deswegen jedoch nicht schon Verfilmungen nennen könnte.
God save the Queen!

Scarpine

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31

Mittwoch, 27. November 2013, 09:45

Fleming-Roman-Verfilmungen sind: DN, FRWL, GF, TB/NSNA, OHMSS und CR06.


...und YOLT, DAF, LALD, TMWTGG und MR. Ebenso wie CR54 & CR67. Es sind alles Romanverfilmungen. Dass diese größtenteils sehr frei sind und als Romanverfilmungen teils eine Katastrophe darstellen, ändert nichts an der Tatsache. Die Romane dienten in einer wie auch immer gearteten Weise als Vorbild. Einzig TSWLM könnte man einen Grenzfall nennen, weil dies der einzige Film ist, der außer dem Titel keinen Rückschluss auf den Roman zulässt. Als wirklich orginalgetreue Romanverfilmungen würde ich aber nur DN, FRWL, GF, TB und OHMSS ansehen. In dieser Hinsicht hast du recht, Mr. Fogg. CR06 ist dagegen eher eine freiere Verfilmung; vergleichbar etwa mit LALD.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Maibaum

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32

Mittwoch, 27. November 2013, 10:32

Das CR zu den gemessen am Roman originalgetreueren Bonds zählen soll finde ich sehr seltsam. Tatsächlich ist doch vom Roman nicht viel übrig geblieben außer ein paar Namen und ein paar Handlungselementen. Nach meiner Meinung ist schon Craigs Bond ein ganz anderer Charakter als der Fleming Bond, und Mathis und Vesper sind vollkommen verschieden von ihren Roman Vorbildern. Da enthält FYEO mindestens genau so viele Anteile die den beiden Kurzgeschichten entnommen wurden, eher mehr.

Nein, nur die ersten 4 Bonds + OHMSS folgen noch relativ oft den Romanen, bzw sind noch sehr deutlich von den Romanen geprägt. Alle anderen die noch die Romantitel benutzen nehmen nur noch einzelne Ideen oder Situationen aus den Büchern. Bei TSWLM ist es nur der Titel, da der Roman von der Handlung her (in der Bond erst zum Ende hin auftaucht) von ganz anderen Dingen handelt.

Spree

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33

Mittwoch, 27. November 2013, 10:56

Diese angebliche starke Diskrepanz zwischen den Figuren im Roman und Film CR kann ich mal so gar nicht nachvollziehen. Ebenso sind die meisten Kritikpunkte in Kanangas Post für mich nicht vorhanden.
Ich halte CR nach wie vor für ein Meisterwerk und DAS absolute Highlight der Reihe. :box:
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Maibaum

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34

Mittwoch, 27. November 2013, 11:14

Aber gerade Vesper ist doch eine vollkommen andere Figur im Film als das naive Dummchen des Romans. Sie ist extrem schlagfertig, selbstbewußt und selbstständig. Und hoch erotisch. Allerdings gebe ich zu daß so eine Frau kaum auf diesen billigen Yussuf (oder wie der noch mal hieß) Charme reinfallen würde.

Felix Leitner

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35

Mittwoch, 27. November 2013, 11:37

Das CR zu den gemessen am Roman originalgetreueren Bonds zählen soll finde ich sehr seltsam. Tatsächlich ist doch vom Roman nicht viel übrig geblieben außer ein paar Namen und ein paar Handlungselementen. Nach meiner Meinung ist schon Craigs Bond ein ganz anderer Charakter als der Fleming Bond, und Mathis und Vesper sind vollkommen verschieden von ihren Roman Vorbildern.


Nun, Flemings Buch wäre für einen Bond-Film aus dem Hause Broccoli/Wilson auch zu dünn. LeChiffre arbeitet nun mal nicht mehr für SMERSH. Der schmalzige und langatmige Aufenthalt in der Provinz-Herberge taugt ebensowenig für die großen Blockbuster-Leinwände wie ein alberner Spazierstock als Waffe oder ein Bond, der sich am Bakkarat-Tisch nach hinten fallen lässt. Auch dass statt Bakkarat das populärere Poker gespielt wird, ist für mich verständlich. CR06 ist der bestmöglich Versuch, eine kleine, seit langem veraltete Pulp-Story einem breiten Publikum im 21. Jahrhundert nahezubringen.

@Kananga Schön geschrieben, deine Kritik. Trotzdem lese ich mehr über deine Erwartungshaltung und deine Fleming-Liebe als über stichhaltige Argumente, warum der Film jetzt kein Klassiker sein soll. Ja, die Figuren sind anders, Bond ist anders. Es sind nicht mehr die Figuren der 50er Jahre. Man mag daran eine politisch-korrekte Zwangsjacke erkennen. Dann ist es halt so. Für dich kann ein Bond-Film nur als vorlagengetreu bezeichnet werden, wenn er Flemings Frauenbild übernimmt. Oder Bonds Post-WW2-Upper-Class-Lifestyle nicht ein bisschen ins heutige Zeitalter, in dem sich jeder einen Cocktail oder eine Reise nach Jamaika leisten kann, transzendiert.

Im übrigen verstehe ich nicht, warum jeder diese Vodka-Martini-Szene aus dem Kontext reisst: Zu Beginn der Poker-Runde bestellt er ausführlichst seinen Drink. Dass er später, in Rage, den klassischen Bond-Snobismus für kurze Zeit aufgibt, ist doch ein erkennbarer Wink ans Publikum: Wenn es Ernst wird, lässt dieser Bond auch mal die Mätzchen sein. Mit Dalton in Ballon-Zerplatzer-Stimmung hätte diese Szene auch funktioniert.
"I don't like your manner." "I'm not selling it."

Spree

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36

Mittwoch, 27. November 2013, 13:39

Gut, wenn man einen felixleitner hat, da muss man nie mehr schreiben als: Danke, stimme in allen Punkten zu, hast mir Schreibarbeit gespart! :thx:
I never left!

37

Mittwoch, 27. November 2013, 13:50

Gut, wenn man einen felixleitner hat, da muss man nie mehr schreiben als: Danke, stimme in allen Punkten zu, hast mir Schreibarbeit gespart! :thx:
Denk ich mir auch ständig...eigentlich brauche ich nur euch beide...dann brauche ich selbst gar nicht mehr zu denken!
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Felix Leitner

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38

Mittwoch, 27. November 2013, 14:31

Kinders, jetzt bin ich ganz rot im Gesicht...

Im übrigen schätze ich abweichende Meinung natürlich trotzdem, sonst wirds ja fad... In diesem Sinne nochmal Herzlich Willkommen, Mr. Kananga!
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39

Mittwoch, 27. November 2013, 16:48

Fleming-Roman-Verfilmungen sind: DN, FRWL, GF, TB/NSNA, OHMSS und CR06.


...und YOLT, DAF, LALD, TMWTGG und MR. Ebenso wie CR54 & CR67. Es sind alles Romanverfilmungen. Dass diese größtenteils sehr frei sind und als Romanverfilmungen teils eine Katastrophe darstellen, ändert nichts an der Tatsache. Die Romane dienten in einer wie auch immer gearteten Weise als Vorbild. (...)
Vermutlich würde ich den Begriff Roman-Verfilmung doch enger definieren als Du.
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Scarpine

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40

Mittwoch, 27. November 2013, 21:21

Was dein gutes Recht ist. Wie gesagt, für mich sind es alles Romanverfilmungen, weil sie alle den Roman als Ausgangsbasis nehmen. Ob man nun nur ein bisschen hier und da anpasst oder den ganzen Plot ignoriert und nur Charakternamen übernimmt, spielt dabei keine Rolle. Es ist eine Verfilmung auf Basis des Romans. Das kann man nun gut oder schlecht finden. Die Frage nach der Orginaltreue stellt eine ganz andere Kategorie dar. Richtig ist, dass die meisten Bonds scheußliche Romanverfilmungen sind. "You Only Live Twice", "Diamonds Are Forever" und "Moonraker" sind da für mich die "worst cases".

Fakt ist aber auch, dass die Fleming-Romane schon früh erheblich aufgepeppt werden wussten, was - ohne ihre Qualität schmälern zu wollen - schon darauf verweist, dass sie für das Kino der Sechziger schon teilweise zu bieder und langatmig waren. Daran war aber vor allem auch die rasante Entwicklung der Bondfilme selbst schuld: Die Streifen wurden rasch immer teuerer, gigantischer und utopischer. Schon "Goldfinger" und "Thunderball" (immerhin erst die Bonds Nummer 3 und 4) hatten mühelos allen Flemings-Plots den Rang abgelaufen, von "You Only Live Twice" ganz zu schweigen. Da blieb den Machern natürlich auch kaum noch etwas anderes übrig als die Romane immer freier zu adaptieren, wenn man das Publikum mit weiteren Höhepunkten bei der Stange halten wollte. Hätte Eon sich 1964/65 übrigens nicht mit Kevin McClory geeinigt, wäre "Diamonds Are Forever" der vierte Bondfilm geworden. Und man kann sich sicher denken, dass das ein ganz anderer Film geworden wäre als die schlussendliche Adaption aus dem Jahre 1971...

@ Maibaum

Dass Vesper auf Yusef hereingefallen ist, finde ich nicht unglaubwürdig. Das ist menschlich. Die klügsten, selbstbewusstesten und emanzipiertesten Menschen können "blind" vor Liebe sein. Unglaubwürdiger ist da eher, dass sie sich so schnell in Bond verliebt. Aber das ist nun mal das Gesetz der Serie oder wie sagte Hitchcock immer so schön, wenn seine Darsteller Handlungen ihrer Figuren nicht nachvollziehen konnten: "Because it`s in the script." ;)
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