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Mister Bond

Felix Leiter

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121

Sonntag, 2. Juni 2019, 22:44


MR '79 ist ein Werk, welchem mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit insbesondere Männer und Kinder recht viel
abgewännen wohl, diesem erhabenen „Kunstwerk der Blödeleien“
kann man selbst die gröblichsten Fehler nicht übelnehmen, der die
Welt zerschlagende Frechling Hugo Drax nennt obendrein die wahrlich
besten „lines“ aller Villains sein Eigen gar, mit Stolz und
ungnädigem Urteile verkündet er all das, was ihm buchstäblich
„vorschwebt“, Drax' verbale Größe verbunden wiederum mit der
Visuellen Ken Adams fürwahr, erzeugte den vielleicht
faszinierendsten Bondfilm überhaupt

Richtig :thumbsup:




und „nur“ der sechstbeste bzw. zweitschlechteste
Moore nach meinem Dafürhalten

Bei mir ist er momentan auch "nur" der sechstbeste...Bondfilm überhaupt :D

Daniel Dalton

Felix Leiter

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122

Dienstag, 4. Juni 2019, 11:53

Ich danke dir für die zustimmenden Gesichter ;-), bei dir Nummer 6 weltweit, bei mir Nummer 6 unter den Rogers, insgesamt sehe ich ihn "nur" auf Platz 18 oder 19, aber wahrlich: Er hat seine Momente, ganz bestimmt. Die 9er Jahrgänge sind IMMER faszinierend (OHMSS, LTK und TWINE gesamtqualitativ, MR visuell und in den hohen Ambitionen und Visionen), LG
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Bond '89 - Robert Davi

Scarpine

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123

Freitag, 9. August 2019, 23:54

James Bond 007: Moonraker - Streng Geheim

Bond Marathon # 00…11; Originaltitel: Moonraker, GB 1979, Regie: Lewis Gilbert, Drehbuch: Christopher Wood nach dem Roman von Ian Fleming, Darsteller: Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Richard Kiel, Corinne Cléry, Toshirô Suga, Emily Bolton, Mike Marshall, Geoffrey Keen, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn u. a., Premiere: 26. Juni 1979

Zitat von »James Bond 007: Moonraker – Streng Geheim«

Bei der Überführung eines brandneuen Space-Shuttles auf dem Rücken einer Boeing 747, wird das Shuttle im Flug entführt und die Passagiermaschine stürzt ab. Der "Moonraker", ein Raumpendler, der die Fähigkeit besitzt bei Wiedereintritt in den Orbit des Planeten wie ein gewöhnliches Flugzeug zu landen, war den Briten von der amerikanischen Regierung überantwortet worden. In dieser heiklen Lage ist guter Rat teuer. James Bond entgeht ebenfalls nur denkbar knapp einen Attentat hoch über den Wolken. Nachdem er sicher gelandet ist, erhält er von M den Auftrag, nach Kalifornien zu reisen, um Nachforschungen bei der Firma Drax, die den "Moonraker" entwickelte, anzustellen. Der Amerikaner Sir Hugo Drax ist ein milliardenschwerer Philanthrop, der sich um die Zukunft der Menschheit sorgt. Er gestattet 007 die Produktion des Raumpendlers und den Unternehmenskomplex in Augenschein zu nehmen. Hier trifft Bond auf Dr. Holly Goodhead, die ihn überwachen soll. Bond entgeht mehreren Attentaten. Er folgt Drax und seinen Produktionsschritten über Venedig bis nach Rio de Janeiro. Und stets ist Holly Goodhead zur Stelle, die nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. Doch sie und 007 haben einen gemeinsamen Feind: Sir Hugo Drax`s Wohltätigkeit ist nur Fassade. Er hat einen wahnsinnigen, teuflischen Plan ersonnen, von dem die Welt nichts ahnt. Als Bond und Holly die Wahrheit entdecken, ist es fast schon zu spät...

Zitat von »Scarpine (2013)«

Mag der Reiz und die Faszination dieses Streifens in seiner schwebenden, gelösten Übererdigkeit liegen, so erweist sich diese aber auch gleichzeitig als dessen größter Fallstrick. Die langatmige Inszenierung und die wenig innovative Story können leider nicht mit der ansonsten hervorragenden Qualität in punkto musikalischer Untermalung, kreiertem Dekor, darstellerischer Klasse und handlungsörtlicher Vielseitigkeit mithalten. So gerät "Moonraker" inhaltlich leider in weiten Teilen zu einem uninspiriertem Aufguss des Vorgängerfilms, der seine Gigantomie größtenteils erfolgreich dafür nutzt seine weitgehende inhaltliche Unzulänglichkeit zu überdecken. Schade, denn die handwerkliche Erstklassigkeit der Produktion hätte das Potenzial zu einem wirklich meisterlichen Bondwerk geboten.

Auf die Sichtung von Moonraker war ich besonders gespannt und ehrlicherweise auch ein wenig besorgt, denn der Streifen ist einer von drei Bondfilmen, zu denen ich seit der Jugend ein fast schon neurotisches Verhältnis pflege und die es dementsprechend in der Vergangenheit nicht immer leicht bei mir hatten. Aber der letzte Bondbeitrag der Siebziger Jahre konnte dieses Mal alle alten Bedenken zerstreuen und präsentierte sich mir so bunt, so frisch und so hochklassig wie selten. Den starken Abfall an Qualität, den viele Zuschauer, Kritiker und Fans immer wieder bemerken wollen, kann ich beim besten Willen in der Breite nicht bestätigen. In der ersten Hälfte des Films ist Moonraker mit seinem Vorläufer nicht nur auf Augenhöhe, sondern übertrifft ihn gar in mancherlei Hinsicht. Der Grund, weshalb das Werk in der Schlussbetrachtung dann doch hinter The Spy Who Loved Me liegt, ist der zweite Filmteil. Als Problem erweist sich hier – meines Erachtens – nicht die ausgewalzte Weltraumthematik oder der Laserkampf, sondern der Umstand, dass die meditative Leichtig- bzw. Langsamkeit des Beitrags ihm nach hintenraus ein wenig die Puste ausgehen lässt. So schön der Südamerika-Part auch ist, so erhaben der "Flight into Space" auch anmutet, einige Sequenzen und Szenen ziehen sich hier zu stark. Demgegenüber bietet das Finale einen ebenso dramatischen Schlusskampf wieder der Vorgänger, eine gleichsam genüsslich zelebrierte Abrechnung mit dem Schurken und eine abschließende Globenjagd voller knisternder Spannung. Mögen manche Slapstick-Elemente und Script-Einfälle auch Geschmacksache sein, so gelingt es Lewis Gilbert doch abermals einen sehr dicht und in den Details sehr sorgsam inszenierten Film abzuliefern. Die Action-Einlagen werden zwar nicht ganz so intensiv wie bei The Spy Who Loved Me ausgekostet, aber insgesamt beweisen die Arrangements und Regieakzente Gilberts auch hier doch weit mehr stringentere und in den Feinheiten präzisere Klasse, als die Inszenierungsleistungen Guy Hamiltons am Anfang des Jahrzehnts. So erreichte die Serie in Sachen Larger than Life-Aspekt 1979 einen einsamen Höhepunkt und mit Lewis Gilbert und Ken Adam nahmen zwei Veteranen ihren Abschied von der Serie, die gemeinsam Großes leisteten und mit diesem, ihrem letzten Film noch einmal zur Hochform auflaufen konnten.

Die Darstellerriege dieses Werks ist so harmonisch ausgesucht wie selten. Alle Akteure erfüllen die an sie herangetragenen Anforderungen ihrer Rollen außerordentlich gewissenhaft. Sir Roger Moore ist hier so stilvoll und souverän wie selten unterwegs. Der Brite schwebt gewissermaßen über den Dingen, hat viele Glanzmomente und darf seinem Bond trotzdem in ausgewählten Momenten präzise, menschliche Züge verleihen. Mit Lois Chiles hat man ihm eine Aktrice zur Seite gestellt, die auf charmante, ungezwungene Art und Weise mit ihrem Co-Partner interagiert. Ihre Holly Goodhead ist eine Heroine, die glaubhaft und ausgewogen zwischen der Wissenschaftlerin und der Undercover-Spionin hin- und herwechselt und sich als echte Hilfe für 007 erweist. Corinne Cléry und Emily Bolton können trotz ihrer recht kleinen Nebenbondgirl-Parts dennoch Eindruck hinterlassen. Überhaupt bietet Moonraker ein regelrechtes Schaulaufen von so vielen, bildhübschen Bondinen wie kein anderer Serieneintrag. Auch bei den Antagonisten gibt es keinen Grund zur Klage. Als Oberschurke liefert Michael Lonsdale eine herrlich elegant-versnobte Performance ab. Besonders die entrückte, in sich ruhende Abwesenheit seines Hugo Drax ist enorm beeindruckend und bedrückend. Drax bewahrt beinahe in jeder noch so haarigen Situation die Contenance. Lonsdale gibt dem komplett Wahnsinnigen mit sparsamen Gesten und minimaler Mimik Profil. Dieser Bösewicht schwebt wahrlich in anderen Sphären und ist ganz der absonderlichen Aufgabe, der er sich voller würdevoller Hingabe verschrieben hat, verpflichtet. Seine Handlanger sind mit Toshirô Suga und Richard Kiel sehr solide besetzt und können Bond auch mehrmals in echte Bedrängnis bringen. Kiel gelingt es – trotz den noch stärkeren Slapstick-Momenten seines "Beissers" - die Integrität der Figur weitgehend zu wahren. Das Gespann des Secret Service präsentiert sich sehr spielfreudig. Leider war es der letzte Einsatz von Bernard Lee als 007s Chef, der hier noch einmal einen seiner erinnerungswürdigsten Auftritte als M absolvieren durfte. Auch Desmond Llewelyn bekommt in diesem Film seinen vielleicht kultigsten Schlagabtausch mit Bond auf den Leib geschneidert. Mein persönlicher Lieblingsauftritt von Q.

Handwerklich präsentiert sich das Werk sehr qualitätvoll und besticht durch überdurschnittliche Leistungen der Mitwirkenden. Kameramann Jean Tournier komponiert mit seiner Cinematographie geradezu gemäldeartige Leinwandimpressionen und zieht dahingehend mindestens mit seinem Landsmann Claude Renoir gleich. Ansonsten ist der Kameraeinsatz hinsichtlich der Dynamik ein wenig unaufgeregter angelegt, was jedoch mit dem übergeordneten Element des Sujets überzeugend korrespondiert. Einziger Wermutstropfen: Besonders in Südamerika fallen einige technisch sehr lapidare bis nachlässige Rückprojektionen negativ ins Auge. Titelsequenz, Score und die musikalische Lead-Interpretin sind dem Vorgänger durchaus ebenbürtig; ich persönlich würde ihnen sogar den Vorrang einräumen. Besonders beim Soundtrack merkt der Franchise-Enthusiast wie sehr etablierte Namen wie Shirley Bassey und John Barry doch für eine souveräne Qualität garantieren. Auch muss man Albert R. Broccoli und seinem Spielleiter Lewis Gilbert hier ein exzellentes Gespür für den adäquaten Einsatz der kreativen Köpfe attestieren. Während der hippe Seventies-Score Marvin Hamlischs perfekt zum hypermodernen Sommerblockbuster The Spy Who Loved Me passte, harmonieren die klassisch-zeitlosen, überirdischen Klänge Barrys aufs wunderbarste mit der Science-Fiction-Oper Moonraker. Mit Ken Adam nimmt einer der prägendsten Crew-Mitglieder Abschied von der Reihe. Ein letztes Mal sieht der Zuschauer gigantische Setbauten und luxuriöse Interieurs in verschwenderischer Pracht. Dieser Aspekt fehlte der Reihe in der Folge bisweilen schmerzlich. Nichts würde mein Bond-Herz mehr erfreuen, als wenn in einem neuen Bondfilm das Dekorum mal wieder solche Stilblüten treiben würde. Zum Drehbuch ist zu sagen, dass es sich über weite Strecken flüssig und gelungen präsentiert und mit teils köstlichen Dialogen aufzuwarten weiß. Genau wie beim Vorgänger dient der Futurismus weitgehend der Handlung, wohingegen die Action-Sequenzen der zweiten Hälfte ein wenig zu gewollt und gestreckt erscheinen. Als Schwäche erweist sich zudem, dass die Storystruktur sich in jeder Etappe am letzten Film orientiert. Das erscheint ungemein uninspiriert und funktioniert nur, weil man den Over-the-Top-Faktor und die Bedrohung nochmals effektvoll steigert. Inszenatorisch steht der Streifen sehr solide da und Gilbert beweist aufs Neue seine Befähigung zu einer ungemein stilsicheren Regieführung. Unterm Strich bleibt ein Film, der sich unter die besseren Werke einzureihen versteht und Bond sowohl handlungs- wie auch produktionstechnisch an den Rand seiner Möglichkeiten brachte.

Take my unfinished life and make complete.” - Ein kompletterer, cineastischer Serieneintrag wie dieser ist eigentlich kaum vorstellbar. Moonraker offenbart sich in vielen Kategorien gewissermaßen als der ultimative Bondfilm. Gäbe es nicht die schmerzlichen Abzüge in puncto Tempo und Handlungsinnovation wäre dieses malerische, überlebensgroße Werk ein narrensicherer Kandidat für das Podium.

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Spree

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Samstag, 10. August 2019, 15:08

An dieser Stelle muss mal wieder ein großes DANKESCHÖN! für deine wunderbar geschriebenen Rezensionen stehen, die ich immer wieder gerne lese. Mit solchen Texten wärst du wohl um einiges befähigter als viele der sebsternannten "Bondexperten", die ich absichtlich nicht namentlich erwähne, ein Bondbuch herauszubringen. Eventuell ein Projekt für die Zukunft?
Bei solch geschliffenen Sätzen kann ich gar nicht anders, als dir in allen Punkten zuzustimmen. :thx:
I never left!

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Daniel Dalton

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Sonntag, 11. August 2019, 09:00

Dem schließe ich mich vollends an,
in der Tat ein Bondfilm der deinerseits genannten verschwenderischen Pracht,
ein Kunstwerk der Kontraste, ein schwebender Roger, vereinzelt dennoch menschliche Augenblicke, in meinem eigenen Drei-Sterne-Bewertungstexte ging ich ja gerade auf diese Widersprüche ebenfalls ein, denn dein "fast neurotisches Verhältnis" zu diesem Film, das teile ich (leider - oder zum Glück, je nach Sichtweise), auf der einen Seite ist es der formvollendetste, künstlerischste und globalste Bondfilm, zugleich aber zuweilen ein (unfreiwillig?) komisches Absurdum verpasster Chancen und ausgeprägter Peinlichkeiten, in jedwedem Falle aber einzigartig.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 11. August 2019, 12:26

Ich las den Beitrag schon in der Nacht von Freitag auf Samstag und erfreute mich daran, dass jemand meine Sichtweise fast 1:1 formvollendet so niederschrieb :)
Moonraker ist einfach herrlich pompös, die visuellen Darbietungen sind erhaben und ja, gegen Ende geht dem Film vielleicht ein wenig die Puste aus, weshalb ich "The Spy Who Loved Me" auch besser finde, da dieser eine Stringenz zeigt und im Finale immer wieder auf kleine Spannungsbögen setzt. Bei Moonraker ist es dann doch nur die Jagd nach den Globen.
Und nur bei einem widerspreche ich, ich mag den Moonraker Score ein wenig mehr, weil man diesen noch ein Stück besser ohne den Film zu gucken genießen kann, aber bei den Titelsongs hat Basseys Moonraker gegen Carly Simons Nobody does it better nicht den Hauch einer Chance.

Django

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Montag, 12. August 2019, 07:37

Schön geschrieben Scarpine - danke :flower:

Zitat

ja, gegen Ende geht dem Film vielleicht ein wenig die Puste aus, weshalb ich "The Spy Who Loved Me" auch besser finde

Also ich finde, dass MR am Schluss nicht weniger nachlässt als TSWLM nach den Sardinien-Szenen. Ist natürlich Ansichtssache und schlimm finde ich beides nicht :prost: . Zudem hat ja so mancher Bond-Film Mühe mit dem Finale, was das Aufrechterhalten der Pace und Spannung betrifft :S

Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 12. August 2019, 08:36

Guten Morgen,

ich meine jeweils den Vergleich der Szenen auf der Liparus und der Weltraumstation. Das ist bei TSWLM wesentlich besser gelöst. Mit einzelnen Spannungsbögen meine ich unter anderem:
Die Entschärfung der Bombe, das Sprengen der Panzerwand, das zuvor glücklose Unterfangen einiger Matrosen die Wand zu "sprengen".
Dann aber auch noch Bonds Rettungsmission Anya zu befreien, das doch spannender inszenierte letzte Treffen auf Stromberg, Bond vs Beißer und die Rettung aus Atlantis.

Bei Moonraker haben wir leider nur die Laser-Weltraumschlacht, das eher amüsante letzte Duell Bond vs. Drax und als einziger wirklicher Spannungspunkt die Zerstörung der drei Globen.

ollistone

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Montag, 12. August 2019, 10:55

@ Scarpine, auch von mir ein ehrliches Dankeschön für deine eloquenten Beiträge. :thumbup:

Interessant, dass ich bei meinem Marathon teilweise doch zu erheblich anderen Einschätzungen kam. So empfand ich TMWTGG (bei mir Platz 7 der Bestenliste, bei dir 3,5 Punkte) um Längen stärker als MR (Platz 13 meiner Liste, bei dir 4 Punkte) und beinahe gleichauf mit TSWLM (bei dir 5 Punkte).

MR leidet für mich unter deutlich zu viel Klamauk, die überflüssigen Albernheiten werden auf die Spitze getrieben, insbesondere in den Beißer-Szenen. Daher schätze ich den doch eher gradlinigen (und bei der breiten Masse unterschätzten) TMWTGG höher ein.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Django

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Montag, 12. August 2019, 13:12

@ Mister Bond: Okay - das mit Anya ist wirklich noch ein schönes "Extra" nach dem eigentlichen Finale, was TSWLM diesbezüglich leicht über MR hebt. Allerdings sind für mich in beiden Filme die letzten rund 20 Minuten nicht überragend. Gilbert-typisch ein eher dröges Geballere zwischen zwei Miniarmeen in - zugegebenermassen beeindruckenden - Adam-Kulissen... da gibt's etliche Bond-Filme, die das besser können

Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 12. August 2019, 13:38

Deshalb meine ich ja, neben dem "typischen" Geballere gibt es in TSWLM die Punkte, welche ich aufgezählt habe und die meiner Meinung nach Erfrischung und Spannung reinbringen. Bis 1977 bot TSWLM für mich neben GF, OHMSS und TMWTGG (das Duell) auch das beste Finale unter den Bondfilmen.
Moonraker lässt es dann aber leider etwas vermissen. Da gibt es während der Laserschlacht keine Zwischensequenzen mehr, außer der kurzen, dafür amüsanten Entledigung Drax' durch Bond.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mister Bond« (12. August 2019, 13:47)


Scarpine

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Montag, 12. August 2019, 23:26

Einen ganz herzlichen Dank für die vielen wohlwollenden Kommentare zu meinem Besprechungen, werte Mitforisten! :thx:
Ich freue mich, dass der Marathon doch wieder ein größeres Interesse an den Filmen entfacht, und dass Martin und Daniel Dalton simultan Reviews posten, die ich auch stets sehr gerne lese! :thumbup:

Mit solchen Texten wärst du wohl um einiges befähigter als viele der sebsternannten "Bondexperten", die ich absichtlich nicht namentlich erwähne, ein Bondbuch herauszubringen. Eventuell ein Projekt für die Zukunft?
Interessantes Gedankenspiel! Ja, an ein eigenes Bondbuch-Projekt hatte ich auch schon ein paar mal gedacht. Aber dafür wäre viel Recherche notwendig und es gibt mittlerweile eine kaum mehr zu überblickende Anzahl an 007-Publikationen und es kommen jedes Jahr viele Neuerscheinungen hinzu. Wieso also noch ein eigenes Werk? In welcher Form? Und mit welchem Schwerpunkt? Aber ich fühle mich geehrt, dass du so große Stücke auf mich hältst, Spree! :angel: Also, wer weiß... Sag niemals nie. ^^

MR leidet für mich unter deutlich zu viel Klamauk, die überflüssigen Albernheiten werden auf die Spitze getrieben, insbesondere in den Beißer-Szenen. Daher schätze ich den doch eher gradlinigen (und bei der breiten Masse unterschätzten) TMWTGG höher ein.
Ja, Moores Zweiter hat bei mir auch zugelegt (siehe Review) und ich rätsele auch, wieso er bei der breiten Masse so einen schlechten Leumund hat. Moonraker finde ich aber als Gesamtpaket stilsicherer und souveräner umgesetzt. Und die überflüssigen Albernheiten stören mich nicht mehr groß. Gerade die Beisser-Szenen empfand ich im wesentlichen als recht amüsant umgesetzt. Die kitschig-naive Liebe zwischen diesem "Alice"-Püppchen Dolly und dem schlichten Grobian Beisser ist ein hübscher ironischer Kniff der Macher, um die lächerlichen Superrasse-Paar-Fantasien von Drax zu konterkarieren und Beissers Seitenwechsel glaubhaft zu machen. Beisser ist ja eine Art gutherziger Frankenstein (siehe seine Inszenierung im Vorgänger) und lehnt sich folglich gegen seinen Meister - den irren Intellektuellen - auf. Und Dolly ist als naiv-hilfsbereites Brillenschlangen-Mädel das totale Gegenteil der gedrillten Draxschen Supermodels aus dem Eishaus, die ganz ungerührt einem Mann beim Todeskampf zuschauen. Insofern kann ich diese Szenen mit einer hochgezogenen Moore-Augenbraue problemlos durchwinken. Mich stören eher diese viel zu umfangreichen Schenkelklopfer-Momente auf dem Markusplatz oder der tiefblaue Tourist Tourjansky. Sowas ist einmal lustig, aber nicht in drei Filmen hintereinander. ;)

@ Mister Bond: Okay - das mit Anya ist wirklich noch ein schönes "Extra" nach dem eigentlichen Finale, was TSWLM diesbezüglich leicht über MR hebt. Allerdings sind für mich in beiden Filme die letzten rund 20 Minuten nicht überragend. Gilbert-typisch ein eher dröges Geballere zwischen zwei Miniarmeen in - zugegebenermassen beeindruckenden - Adam-Kulissen... da gibt's etliche Bond-Filme, die das besser können
Ich finde, dass Moonraker etwas von einer großen Oper hat und der Film eine leichtfüßige Ebene besitzt, aus der die Action-Szenen (auch wegen der Kameraarbeit und dem Score) kaum ausbrechen. Deswegen finde ich, geht dem Film zum Ende hin sichtlich stärker die Puste aus. Die ganze Action am Boden in Südamerika ist auch nur eine Art langes Vorgeplänkel, bis man dann endlich an der Raumstation ankommt. In The Spy Who Loved Me wird die Action dagegen richtig reißerisch zelebriert, beispielweise mit der mehrfachen Attentatserie zu Land und Unterwasser und mit den knalligen Liparuskampf. Die Spannungsszenen wirken hier stärker und Hamlischs in diesen Momenten zugegebenermaßen etwas effekthascherische Musik kann den Zuschauer stärker packen als Barrys Kompositionen. Trotzdem mag ich Barrys Score insgesamt lieber. Zustimmen würde ich dir dahingehend, dass andere Bonds straffere, knackigere Schlussakkorde aufweisen.
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Django

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Dienstag, 13. August 2019, 07:18

Zitat

In The Spy Who Loved Me wird die Action dagegen richtig reißerisch zelebriert, beispielweise mit der mehrfachen Attentatserie zu Land und Unterwasser und mit den knalligen Liparuskampf.

Da gebe ich Dir absolut Recht... Die Action im Zug, sowie danach auf und "um" Sardinien ist wirklich erstklassig und für das beste Phase des Films :thumbup: . Diesbezüglich liegt TSWLM auch klar vor MR. Der Liparuskampf mag ja "knallig" sein... das war's dann aber für mich auch schon ;)

Daniel Dalton

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Dienstag, 13. August 2019, 10:32

Merci,
es wehen wieder diskussionsfreudige Winde in diesem Forum, so möge es sein :prost:
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Django

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Mittwoch, 14. August 2019, 07:12

Noch ein kleiner Nachtrag (habe noch ein bisschen nachgedacht): Vor allem die Gilbert-Filme kranken m.E. ein bisschen am Problem, dass besonders in der Schlussphase die Handlung dem Production Design folgt und nicht umgekehrt... Die Macher müssen sich wohl irgendwie gesagt haben "Wir haben Millionen in diese Kulisse investiert und Adam hat grossartige Arbeit geleistet, also müssen wir da auch ordentlich was rausholen". Bitte nicht falsch verstehen, die Kulissen sind ja wirklich grossartig, aber sie dienen eher nicht dazu, die Handlung sinnvoll voran zu bringen... ja, sie verhindern dies teilweise sogar. In GF und TB zum Beispiel, wo Adam ebenfalls tolle Arbeit geleistet hat, war dies noch nicht der Fall. Da waren die Filmsets tatsächlich sinnvoll in die Handlung eingebettet. Hingegen wirken all diese übergrossen Filmsets wie der Krater, die Liparus oder die Raumstation ein bisschen wie schwarze Löcher, die zumindest das ganze darin spielende Finale zu verschlucken drohen :S

Daniel Dalton

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Mittwoch, 14. August 2019, 07:18

Ganz recht, das sehe ich genauso,
obskurerweise gefällt mir aber gerade dieser Unfugsansatz sehr gut in den Gilbert-Bonds, it's meaninglessly brilliant ;)
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Mittwoch, 14. August 2019, 08:28

Pompös brilliant :)

Django

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Mittwoch, 14. August 2019, 13:48

Ja - es "passt" irgendwie schon. TSWLM und MR wirken in sich sehr "aus einem Guss", absolut von sich selbst überzeugt und gradlinig (und genau das vermisse ich so vor allem bei den letzten beiden Bonds... die wirken teils völlig orientierungs- und ziellos :thumbdown: ) wozu trägt Adams Arbeit zu einem grossen Teil bei trägt. Auf der anderen Seite vermisse ich halt bei diesen Werken ein bisschen die Ecken und Kanten und auch die "Härte" und Ernsthaftigkeit... Tja - man kann nicht alles haben :D

Scarpine

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Mittwoch, 14. August 2019, 23:04

Noch ein kleiner Nachtrag (habe noch ein bisschen nachgedacht): Vor allem die Gilbert-Filme kranken m.E. ein bisschen am Problem, dass besonders in der Schlussphase die Handlung dem Production Design folgt und nicht umgekehrt...
Eine vollkommen berechtigte Kritik, Django. Tatsächlich spaltet diese Eigenart der Set-gebundenen Endkämpfe der Gilbert-Bondfilme sich gleichermaßen in seine Vor- und Nachteile auf. Einer der negative Aspekte ist eben - wie du treffend beschreibst -, dass sie Story in den Finals ab einem gewissen Zeitpunkt auf geradezu langweilig-einförmige Weise an diese Großbauten gebunden ist. Zu den ebenso vorhandenen Vorteilen dieser Konstruktion schrieb ich vor einiger Zeit einmal:
Bei Adam hatte die Architektur der Schurken nicht nur eine glamourös-luxuriöse, sondern eben auch eine erhaben-einschüchternde Komponente (wie etwa bei den Nazi-Protzbauten). Man denke nur an die langen, durch den Score intensivierten Kamerafahrten durch Blofelds Vulkankrater, Strombergs Liparus-Tanker oder Drax`s Raketenabschuss-Basis. Diese Momente, wo Bond mit dem Zuschauer gemeinsam von der überwältigenden Macht der Villain-Technologie erstmal erschlagen wird. Dieses Faszinosum, dass Infrastruktur und Schurkenplan im letzten Akt der Handlung quasi eins werden und Bond und der Zuschauer unsicher sind, ob diese Maschinerie überhaupt noch zu stoppen sein wird.
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Martin

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Freitag, 16. August 2019, 05:48

Noch ein kleiner Nachtrag (habe noch ein bisschen nachgedacht): Vor allem die Gilbert-Filme kranken m.E. ein bisschen am Problem, dass besonders in der Schlussphase die Handlung dem Production Design folgt und nicht umgekehrt... Die Macher müssen sich wohl irgendwie gesagt haben "Wir haben Millionen in diese Kulisse investiert und Adam hat grossartige Arbeit geleistet, also müssen wir da auch ordentlich was rausholen". Bitte nicht falsch verstehen, die Kulissen sind ja wirklich grossartig, aber sie dienen eher nicht dazu, die Handlung sinnvoll voran zu bringen... ja, sie verhindern dies teilweise sogar. In GF und TB zum Beispiel, wo Adam ebenfalls tolle Arbeit geleistet hat, war dies noch nicht der Fall. Da waren die Filmsets tatsächlich sinnvoll in die Handlung eingebettet. Hingegen wirken all diese übergrossen Filmsets wie der Krater, die Liparus oder die Raumstation ein bisschen wie schwarze Löcher, die zumindest das ganze darin spielende Finale zu verschlucken drohen


Da ist auf jeden Fall was dran. Wobei ich das vor allem bei YOLT sehe, zumal das Set hier dramaturgisch auch viel zu früh preisgegeben wird. TSWLM und MR haben dagegen immerhin den Vorteil, dass die Adam'sche Überwältigung auf zwei Sets aufgeteilt ist. Bei SPY geht es vom wimmelnden Kampf auf der Liparus noch mal auf die eher verlassenen Sets von Strombergs Atlantis. Bei MR vom Inneren der Maya-Pyramiden auf die Station.


Ein Punkt, der mir bei MR immer besonders positiv auffällt, ist das Sound-Design. Jede Location hat hier wirklich ihren eigenen, unverwechselbaren Klang, der sich auch in den Stimmen sehr gut widerspiegelt. Dann das Lasergewitter, dessen imposanter Klang mir erstmals im Kino im Berliner Filmmuseum sehr positiv aufgefallen ist. Und dann natürlich diese geniale Raumbahnhof-Atmosphäre... 'Moonraker One ready for launch'... Kein Flughafen klingt auch nur annähernd so cool! Wahrscheinlich auch nicht der BER in zwanzig Jahren. :D