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  • »Mr. Fogg« ist männlich

Beiträge: 977

Registrierungsdatum: 4. August 2013

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81

Freitag, 18. Januar 2019, 16:41

Was mich allerdings über die Jahre viel mehr verwirrt hat, ist dass der Dialog in der Massage Szene suggeriert das Aki/S(u)ki die selbe Frau aus der Anfangsszene in Hong Kong ist. Ist sie aber natürlich nicht.
Verflixt!
Ich habe den Unterschied nicht einmal bemerkt! 8o
God save the Queen!

Mister Bond

Felix Leiter

Beiträge: 1 511

Registrierungsdatum: 26. Mai 2013

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82

Freitag, 18. Januar 2019, 17:57

Tröste dich. Ich habe diese Aussage Akis nie wichtig genommen. Hätte ja sein können, dass es etwas gab, was man halt nicht on screen sehen konnte. Auf jeden Fall kein wichtiger Punkt, nichts elementares für den Verlauf des Films. Ist wie auf Toilette gehen, wird auch nicht erwähnt.
Ich habe schon früher immer gesagt, dass YOLT wesentlich mehr Gaga und unschlüssiger ist als MR, das betrifft aber vor allem die ganzen Kameraaufnahmen vom Weltraum oder vom Hubschrauber, welches Bond auf den Wagenmonitor verfolgt.
Das mit Aki/Suki/Ski ist mir auch Wurscht :)

  • »Mr. Fogg« ist männlich

Beiträge: 977

Registrierungsdatum: 4. August 2013

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83

Freitag, 18. Januar 2019, 18:13

Tröste dich. Ich habe diese Aussage Akis nie wichtig genommen. Hätte ja sein können, dass es etwas gab, was man halt nicht on screen sehen konnte. Auf jeden Fall kein wichtiger Punkt, nichts elementares für den Verlauf des Films. Ist wie auf Toilette gehen, wird auch nicht erwähnt.
Ich habe schon früher immer gesagt, dass YOLT wesentlich mehr Gaga und unschlüssiger ist als MR, das betrifft aber vor allem die ganzen Kameraaufnahmen vom Weltraum oder vom Hubschrauber, welches Bond auf den Wagenmonitor verfolgt.
Das mit Aki/Suki/Ski ist mir auch Wurscht :)
Sehr treffend bemerkt!

Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ich in den 35 Jahren, die ich YOLT kenne, nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht habe!
God save the Queen!

Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

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84

Sonntag, 17. März 2019, 12:17

Seid gegrüßt. Wie versprochen ein YOLT-Beitrag, LG

Die Pforten öffnen sich
asiatisch, so trat er unlängst im TV wiedermals in Erscheinung, der
von Tränen, einem Lächeln und Reiselust umsponnene Märchenklassiker
aus dem Jahre 1967: you only live twice (yolt), getragen von Liebe
und dem Tatendrange aus dem Jahrzehnte der eng aufeinanderfolgend
produzierten Bondwerke, es begrüßet Sie stilvollst ein Kultfilm in
einem Kosmos der poetischsten weiblichen Erscheinungen, extravaganten
Sets und verträumten Musikgefühle, fürwahr handelt es sich um
einen der eher wenigen mir nahezu vollständig zusagenden
„Over-the-top-Bonds“, zumal begrüße, bevorzuge und favorisiere
ich doch für gewöhnlich zumeist eher die „realistischeren“
Beiträge zur Reihe, als da wären u.a. OHMSS und Licence to Kill, so
bestätigen Ausnahmen dann doch die Regel, „you only live twice“
jedenfalls empfinge Sie in lieblichstem Japan-Setting, in Rollen von
Nebenprotagonisten mit von der Partie sind u.a. auch Harvey Lomax aus
„Der große Lomax“ (Die 2) sowie der „warmherzig“ veranlagte
Herr Zorakis aus „Entführung auf Spanisch“ (einmal mehr: Die 2),
das hieße: wie also auch des Nachfolgewerk OHMSS (1969) setzt YOLT
auf mehrere spätere Die-2-Gesichter und weiß somit insbesondere
meinen persönlichen Vorstellungen von Nostalgie nicht unwesentlich
zu gefallen, die Worte „Unser Mann in Hongkong ist bereits in der
'Sache' tätig“ führen Bond in das hiesige Werk (anfangs noch
anderswo in Asien demnach) ein, das erste zu erblickende
Damengeschöpf ist chinesischer Natur, geleitet uns sogleich mithilfe
einer etwas sprunghaften „Bettbewegung“ aus der Anfangssequenz
hinaus auf direktem Wege in die Titelsequenz mitsamt ihres sanft gar
zu ertastenden Liedes...



Neonnächte begleiten uns
sodann, nachdem eines der Länder Asiens bereits eine Rolle spielte,
in Richtung Japan, der deutsche Titel „Man lebt nur zweimal“ ist
mitnichten zu verwechseln mit „Der Tod kommt zweimal“ (body
double von Brian De Palma, 1984), wir erleben einen nach wie vor sehr
guten, gleichwohl jedoch erstmals etwas entlüsteten bzw. sichtlich
weniger motivierten Sir Sean Connery, dessen inzwischen eher (mehr
denn je) ironisch gefärbter Argumentationsstil (dem die
ursprüngliche Härte sozusagen ein Stück weit wich, sodass ein Bond
von der Drastik eines frühen Doctor-No-und-Moskau-Connery erst
wieder Dekaden darauf mit Dalton in Erscheinung trat) meiner
persönlichen Vorstellung der Rolle zwar keinesfalls vollends
entspricht, sehr wohl aber nicht wenige Befürworter seitens des
Publikums wird finden können, ...die häufige Bondfilm-Eigenschaft
übrigens, ein politisches Zeitdokument der entsprechenden Ära zu
erzeugen, schlüge diesmal zwar teilweise (zumindest auf den ersten
Blick) eher fehl, da die Geschichte in ihrer phantasievollen
Gestaltung ihren Finger nur bedingt an den „realen“ Puls der
damaligen Weltpolitik gelegt hat, doch andererseits gälte es
(insbesondere gegenwärtig zu Zeiten von Trump und dergleichen mehr)
zu erwähnen, dass auch die sogenannte Realität es oftmals nahezu
vermag, die Albernheiten des Fiktionalen zumindest annähernd
einzuholen, die typischen Bond-ist-Unfug-purer-Fantasie-Sprüche
somit, erachtete ich, mögen sich ihre Träger auch etwas dabei
gedacht haben, daher seit jeher als nicht so recht vonnöten seiend,
denn so überspitzt die Darstellungen innerhalb der Filme auch
ausfallen, so sehr lüden Meinungen im Stile von „Kann doch sowieso
alles nicht passieren“ im Extremfalle dazu ein, die Möglichkeiten
des „Echten“ zu unterschätzen und gegen Ende verblüfften
Blickes zu denken: Was ist denn nun passiert?


Bonds (d.h. Nein,
Connery's) besagtes Weniger-lustvoll-denn-zuvor-Agieren ist meines
Erachtens zu „entschuldigen“, erstens bestünde auch der
bondigste Schauspieler nicht nur aus Bond, des Weiteren ist in
„Fachkreisen“ bekannt, wie sehr man die seinigen Nerven zu
speziell jenem YOLT-Zeitpunkte dreist beansprucht hat, die
Erfolgswelle war grenzenlos und noch auf Feuerball-Zenit – und
einer der unzähligen Fans soll gar Connery's Pfad in Richtung einer
Toilettenkabine verfolget haben, spätestens an diesem Punkte gelänge
es den wenigsten Schauspielern, ihrer zu bekleidenden Rolle weiterhin
das zufriedenste Grinsen auf Erden zu widmen, zurück zum Filme
kommend nun ergeben sich zunehmend hübsche Zitate, mit Szenen wie
„Wie kann ein so zartes Geschöpf so brutale Einfälle haben“
oder Dialogen im Stile von „Hatten Sie einen schweren Tod?“ -
„Nein, sehr angenehm.“, verschüfe sich das hiesige Werk seinen
Platz in unserem Filmherzen, schon das anfängliche Lied, welches das
Wort „dream“ nur zu deutlich betont, sagt es unmissverständlich
und beruhigend: „Don't think of the danger.“ , ….fürwahr
fürwahr, hierin genau liegt eine Hauptstärke des Filmes, seine
gelassene Fähigkeit nämlich, die vielen undiplomatischen
Unannehmlichkeiten des Beinahe-Sterbens in einer derart absurd
übertriebenen Über-Fähigkeit des Die-Dinge-Verdrängens so
unbetroffen auszublenden, als sei ein Mörder lediglich ein kleiner
Störenfried, der einen kaum unangenehm zu überraschen imstande ist.


Auch Miss Moneypenny
blühet in einem umfassenderen Maße auf denn in den Jahren zuvor,
nicht nur ist sie attraktiver hergerichtet, auch die ihr verliehene
Synchronisation klänge diesmal etwas moderner und flirtfreudiger, in
nahezu jedweder Szene scheint die Zeit stillzustehen und nichts das
Geschehen der geschliffenen Dialoge aus der Ruhe zu bringen, zudem
der Soundtrack es versteht, uns auf sensible, unaufgeregte und
exotische Weise in eine erdentrückte Welt einzuführen, lebend und
profitierend von zauberhaften Kulissenbildern (welche uns entführen)
und einem nunmehr wieder etwas „sympathischeren“ (gleichwohl er
selbstredend immer noch genügend Menschenwesen umzubringen weiß und
selbige Jenseitsbeförderungen auch schon aus zeitlichen Gründen
kaum bedauert und betrauert) Bonde, war er doch in seinem fast schon
ZU sehr über den Dingen stehenden Auftritte Thunderballs zwei Jahre
zuvor doch ein wenig süffisant und zynisch, was bis zu einem
gewissen Grade zwar zu gefallen weiß, jedoch bisweilen fast zu sehr
auf die Spitze getrieben worden ist, als dass es noch glaubhaft
erschiene, nun, YOLT ist ein kinematographisch kunstvoller Meister
darin, selbst ungemein unerfreuliche Stresssituationen so stilvoll
und unbeschwert zu inszenieren, als habe bereits Roger Moore alias
Lord Brett Sinclair die Rolle übernommen, als Blofeld sehen wir im
Nach-Nachfolger „Diamantenfieber“ dann übrigens und
erwähnenswerterweise einen Herrn, welcher hier im 67er Werke als ein
Verbündeter in Erscheinung trat, Connery's Reise nach Japan
erfordert auch seinerseits eine Rollenveränderung,
bedauerlicherweise aber mimt er den Japaner tendenziell weniger gut
als beispielsweise ein George Lazenby den Stammbaumforscher Sir
Hilary Bray, welcher im O-Ton allerdings leider (für George)
synchronisiert worden ist.


Nicht uninteressant ist an
YOLT, wenngleich es hier nur inszeniert ist und wird zwecks
Verwirrung bei den unliebsamen Gegenspielern, dass man Bond
gewissermaßen SCHEINBAR sterben („für einen Mann, der vor Kurzem
noch tot war, laufen Sie beachtlich schnell, Mister Bond“) ließ
(erstmals), NOCH mutiger wurde dieser Schritt 2004 unternommen in dem
interaktiven Beitrage „Goldeneye: Rogue Agent“ (NGC, PS2, Xbox,
mit diversen Abstrichen DS), wogegen prinzipiell nichts zu sagen ist,
d.h. mit Ausnahme dessen, dass GE RA leider Gottes das mit gehörigem
Abstande schwächste Werk von Bond-EA darstellte, gewissermaßen ein
Never say never again der Videospielwelt, wenn man so will, doch sei
dem wie dem wolle, der Film schritt inzwischen voran und macht uns
indes mit der einen oder anderen Lady bekannt, dabei gilt es zu
betonen (obgleich der nachfolgende Vorwurf bei YOLT tendenziell
berechtigter ist als bei den weiteren 60er Jahre Bonds, oder auch
nicht, je nachdem wie ernst der Film genommen wird), dass das häufige
Klischee, die Damen haben damals oftmals als „schmückendes
Beiwerk“ fungiert und seien heutzutage hingegen viel
handlungsrelevanter eingesetzt worden, manchmal etwas unzutreffend
ist, da es in der Bondgeschichte (obschon die Entwicklung von 1962
bis hin etwa zu einer Electra King doch recht beachtlich ist, obzwar
wir selbst heutzutage aber noch einen weiten diesbezüglichen Weg vor
uns haben) stets „beide“ „Arten“ gegeben zu haben schien
(nicht dass es nicht noch viel mehr Eigenschaften gäbe), d.h. sowohl
naivere „Mädchen“ als auch ebenbürtige Vollblut-Powerfrauen
(ich dächte da etwa an Fiona Volpe, welche auch einem gegenwärtigen
wie morgigen Bondfilme zu Ehre gereichte und zu diesem jede Menge
beitrüge) waren im Grunde genommen seit jeher mit von der Partie,
äußerstenfalls die Badehausszene („warum in die Ferne schweifen
und die Gute steht so nah“) mit dem selbsternannten „Hausherrn“
würde heutzutage vermutlich vollkommen anders inszeniert,
andererseits aber ließe sich sagen, dass selbst in dieser
rückschritthaften Damendarstellung die „Mächte“ selbiger
Übergöttinnen (meistens, aber) nicht immer völlig ausbleiben, denn
zumindest sind sie hier in der Überzahl und tragen das Talent in
sich, ihrem Umfelde derart den Kopf zu verdrehen, es im Notfalle auch
leichter manipulieren zu können, im Gegenzuge könnte man außerdem
sagen, dass sich die Männer in solchen Situationen mindestens
gleichermaßen „lächerlich“ machen, da sie allen Ernstes
klammheimlich glauben könnten, auf diese Rollenverteilung angewiesen
zu sein und andernfalls nicht vollständig zurechtzukommen, ich
plädiere daher eher für ein Augenzwinkern dem betagten Filme
gegenüber.


Lange Rede, anti-unkurzer
Sinn, die Filme haben sich hier schon recht respektabel entwickelt
über die Jahre (was auch vonnöten war), doch die Kirche sollte
gleichwohl im Dorfe gelassen werden dürfen, denn Zeitdokumente
einstmals entstandenen Films bedürfen (bei den Nachfolgern schon,
aber eben nicht beim ursprünglich Erschaffenen) nicht immer einer
nachträglichen Veränderungskorrektur, sondern können, nachdem
diese Albernheiten langsam ein Stück weit der Vergangenheit
angehören sollten, durchaus auch mit „Humor“ betrachtet werden,
zumindest aus heutiger, nicht mehr vollständig
rollenverteilungstränenbetroffener Sicht, zurück zum Filme nun
spricht es übrigens aus meinem Munde, dass vor allen Dingen die
TECHNISCHE Seite sehr stark zum Faszinosum erhoben worden ist, der
Film streichelt mithilfe der damals jüngsten Spielereien die Sinne
seiner Zuschauerschaft, hochmoderne Gerätschaften erreichen hierbei
für damalige Verhältnisse und unter Berücksichtigung der
eingeschränkten Möglichkeiten ein hohes Maß an Machbarem, es ist
schlichtweg einer jener Filme, die den zusehenden Menschen in
gewisser Weise zum Kinde werden lassen, alles wirkt außerordentlich
verspielt (nie im „dümmlichen“ Sinne, sondern in einer
erhabenen, ergreifenden und Vieles in uns bewegenden Weise), umso
interessanter mutet der Kontrast an, wenn die eine oder andere
unsanft vonstatten gehende Liquidierung in Kraft träte, Helga Brandt
z.B. (Karin aus der nicht perfekt recherchierten Vox-Dokumentation
„Sean Connery – der Mann, der nicht Bond sein wollte“,
…..“lieber Jean....“, auch wird hier Halle Berry
fälschlicherweise mit 'Der Morgen stirbt nie' in Verbindung
gebracht) träget hier zum „angsteinflößenden“ Knistern bei und
dies auch teils maßgeblich, die etwas „naive“ Regie Lewis
Gilberts erhöbe den Film dabei aber wie gesagt zu einem
einzigartigen und putzigen Goldstücke, zumal NOCH lockerer agierte
ein Bondwerk wohl nach meinem Dafürhalten nur in Diamantenfieber,
die Sympathie ist dabei wie gesagt nicht als abhanden-kommend zu
bezeichnen, nur sind es hässliche Sprüche wie etwa „Alles für
England“ (vor dem Verkehre mit einer Lady wohlgemerkt), die in
ihrer derart albernen Unverschämtheit doch irgendwo dazu einlüden,
zu glauben, eine Bond zugedacht seiende Backpfeife sei nicht völlig
unangebracht in dieser reichlich respektlosen Situation – da
verzeihen wir ihr (Miss Brandt) doch beinahe, dass sie sich im
anschließenden Fluge unterwegs des Bondes zu entledigen gewillt ist
(oder es zumindest so gestalten muss – Befehl).


Ich liebe Schiffe,
wollte als Kind immer Kapitän werden“, mit derart goldigen
Ausreden versuchet sich unser geschwätziger Spion aus der Affäre
einer Gefangenschaft zu ziehen, als man ihn nahe der Gewässer
festzuhalten droht und fraget, weshalb er sich dort aufhielt, der
Arbeitgeber solcher Wir-halten-dich-fest-Gauner trägt stolz den
Namen Ernst Stavro Blofeld, wird diesmal porträtiert von Donald
Pleasence („cul de sac“, „Columbo“, „Phenomena“) und ist
auch erstmals im Antlitze sichtbar, auch sein schneeweißes Kätzchen
darf dabei mitnichten fehlen, versteht sich.......und nicht nur er
erbringt einen eindrucksvollen Auftritt, denn auch Q, unser
Waffenmeister vom Dienste, ist diesmal zu besonders belustigenden
Scherzen aufgelegt und beliebt sich zu erheitern („Ich habe
Ihretwegen diese blödsinnige Reise auf mich genommen und bin fix und
fertig!“), einige (wenngleich beachtlich aufwendige/aufwändige)
Albernheiten, zum Bleistifte die werte „little Nelly“ voller
Flugkraft und Schwebekunst, sind dem lieblichen 67er Bondfilme zu
verzeihen, außerdem führen sie uns zuweilen an erwähnenswerte
Orte, etwa zum später anderweitig zu erkundenden Vulkanversteck
(welches ein wenig an „Fantomas gegen Interpol“, genauer gesagt:
des Meisters Residenz, erinnert, ...auch die „schießende
Zigarette“ übrigens fand sich bereits zwei Jahre zuvor bei Bonds
genial brillantem Frankreich-Pendant), YOLT ist ein über alle Maßen
gemütliches Werk, die lasziven Agentinnen atemberäubisieren das
Geschehen, abgeschiedene Domizile am Strande trennen uns von der
unbequemen Außenwelt, nächtens so poetisch funkelnde Inszenierungen
rohmerischer Stille wissen zu gefallen und versteckte Höhlen dürfen
alsbald erforscht werden, Sonnenaufgänge direkt am Wasser begrüßen
die Morgenstund' und ein Wasserfall in den Bergen zelebriert die
unendliche Anmut der Natur.


Auch wenn YOLT gemeinhin
mehr oder weniger als erster Over-the-top-Bond wahrgenommen werden
könnte (zumindest in diesem Ausmaße, greift er doch buchstäblich
nach den Sternen und nimmt er doch Weltuntergangsszenarien etwa eines
Moonraker indirekt vorweg), so bliebe meinerseits nicht unerwähnt,
dass die skurrilen SF-Elemente (SF wie science fiction, nicht Skyfall
oder Scarface) vereinzelt bereits in Doctor No seltsam auf sich
aufmerksam machten, zumindest teilweise und bis zu einem gewissen
Grade möcht' ich meinen, YOLT ist in der Tat auch ein Film, welcher
dank seiner geheimnisvollen Liebe zum All, zu den Höhen und Tiefen
dieser Welt sowie zur Übertreibung im Allgemeinen, überaus deutlich
und erklärlich macht, weshalb insbesondere einige Kindeswesen (ehe
sie eines Tages um die Tatsache wissen, dass es sich in Wirklichkeit
mit um die kompliziertesten Berufe überhaupt handelt, oh welch
unschöne Überraschung aber auch) so bestrebt sind, eines Tages
Geheimagent oder Astronaut zu werden, zumal wer sich fraget, worin
die Faszination läge und weshalb die Kinder ausgerechnet diese
eigentlich kaum schaffbaren Aufgaben in Betracht zögen, der sehe
sich diesen Film an und werde fündig bei der Suche nach adäquaten
Antworten, drum führet euch YOLT zu Gemüte in aller Blüte, „Logik“
sollte dabei natürlich im Hintergrunde verwesen und nicht als
wichtig erachtet werden (z.B. verstand ich nie, weshalb das überaus
auffällige Ninja-Training niemandes Feindseele ins Auge stach, als
mögliche Gegenbewegung wahrgenommen worden ist es offenbar nicht),
visuell steht der Film freilich nahezu ununterbrochen auf einem hohen
Podest, die Arbeiten eines Ken Adam können nicht deutlich genug
hervorgehoben werden und verdienen Applaus, selbst im Falle unsanfter
Prügeleien flackert im Hintergrunde teils noch das romantische
Kaminfeuer des üppigen Raumes, seiner vielen Spielereien wegen ist
dieser filmische Meilenstein auch deutlich parodabler als einige
„ernstere“ Teile der Reihe und einzelne Szenen gehören zu den
Bekanntesten, abermals in einem Schlauchbötchen (siehe Feuerball)
endet das Werk lieblichst.


Mag der Film auch als
oberflächlich gelten können, so gedenke ich mit der Bemerkung zu
schließen, dass es manchmal auch oberflächlich und flach sein kann,
Oberflächliches und Flaches als oberflächlich und flach zu
bezeichnen, denn was der Film in unserer Wahrnehmung auslöst, wie
künstlerisch er Form über Inhalt hebt, wahrlich all dieses traf den
richtigen Nerv und wird hiermit nahezu mit Höchstpunktzahl bewertet,
9 von 10 entzückenden Asiatinnen für das in verdoppelter
Darstellung erwachende Leben: „Man lebt nur zweimal.“



Es füllen sich die Särge,

die Feindschaft sie nicht
immer glänzt,


doch Visuelles versetzt
Berge,


das Bild es Grausames so
ironisch ergänzt.



Denn stürben auch so
viele Leute,


denn verwesen auch nicht
wen'ge Gestalten,


denn ist ein Wesen auch
die Beute,


so all dies wir gleichwohl
für düster nicht können halten,


nur zu entspannt das Werk
nämlich es weiß sich zu entfalten.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Scarpine

Verschlagener Korse

  • »Scarpine« ist männlich

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85

Dienstag, 4. Juni 2019, 23:13

James Bond 007: Man lebt nur zweimal

Bond Marathon # 00…5; Originaltitel: You Only Live Twice, GB 1967, Regie: Lewis Gilbert, Drehbuch: Roald Dahl und Harold Jack Bloom nach dem Roman von Ian Fleming, Darsteller: Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Mie Hama, Tetsurô Tanba, Charles Gray, Teru Shimada, Karin Dor, Donald Pleasance, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn u. a., Premiere: 12. Juni 1967

Zitat von »James Bond 007: Man lebt nur zweimal«

Während die beiden Supermächte den Weltraum erobern wollen, verschwindet bereits beim Verlassen des Orbit eine brandneue Gemini-Raumkapsel der USA spurlos. Zuvor hatte die Radarüberwachung ein unbekanntes Flugobjekt geortet, das den Zwischenfall veruracht hat. Die Amerikaner beschuldigen die Sowjets, die eine Beteiligung zurückweisen. Durch die Vermittlung der Briten kann eine Eskalation vorerst vermieden werden. Aber es ist klar, dass eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Machtblöcken droht, wenn sich ein solcher Zwischenfall wiederholen sollte. Man vermutet, dass das feindliche Raumschiff in der Nähe von Japan gelandet ist. Ausgerechnet jetzt fällt der britische Topspion James Bond in Hongkong einem Attentat zum Opfer. 007 erhält eine würdige Seebestattung mit allen Ehren. Allerdings war der plötzliche Tod nur vorgetäuscht, um seine Feinde in Sicherheit zu wiegen. Bond reist nach Tokio und macht die Bekanntschaft der reizenden Aki. Aber kann der Doppel-Null-Mann ihr trauen? Sein Kontaktmann Henderson wird ermordet. Die Spur führt zum Konzern des Chemiegiganten Osato. Aber 007 erkennt rasch, dass hinter dem Großindustriellen in Wahrheit sein alter Erzfeind SPECTRE steht...

Zitat von »Scarpine (2013)«

Regisseur Lewis Gilbert und Autor Roald Dahl katapultieren 007 in immer größere Höhen und lassen ihn doch gleichzeitig an Substanz verlieren. Die wunderschöne Cinematographe, die grandiosen Bauten und die atmosphärischen Schauplätze können nicht vollständig übertünchen, dass sich inhaltliche Mittelmäßigkeit in die Produktion eingeschlichen hat. Drehbuchschwächen, eine mangelnde Charakterisierung und teils durschnittliche Darstellerleistungen lassen diesen Film schließlich - den vorherigen Streifen gegenüber - eindeutig hinten anstehen.

Der fünfte Eon-James Bond-Film schließt sich noch als Vorläufer des Eastern jener europäischen Kino-Strömung an, die ab dem Beginn der 1960er Jahre als Hongkong- bzw. Fernost-Reißer bekannt wurde. Anders als diese Filme, die meist in Hongkong, China, Thailand oder Singapur spielen, verlegt der erste Asienbond seine Handlung nach Japan. In den ersten 40 Minuten befindet sich You Only Live Twice gänzlich auf dem souveränen Niveau der letzten Top-Beiträge der Serie. Dann jedoch schleichen sich in den folgenden zwei Filmdritteln immer mal wieder leicht zähe Passagen und tonale Merkwürdigkeiten in den Handlungsablauf ein. Über Logiklöcher und seien sie auch noch so vulkankratergroß, sieht man als Bond- und Genrefan noch geflissentlich hinweg; über technische Defizite hingegen weniger. Die Landesequenz des SPECTRE-Raumschiffs wirkt bisweilen leider wie aus einem B-Picture der 1940er oder 1950er Jahre geschnitten. Aber man merkt, dass dem neuen Regisseur es ohnehin noch ein wenig an Souveränität im Umgang mit dem Sujet mangelt. Lewis Gilbert baut im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern immer wieder leicht irritierende Schnitte und Szenen ein, die dem Streifen wahrlich eine etwas "lustlos mechanische" Attitüde verleihen, wie ein Mitforist einmal treffend schrieb. Die Allgegenwart der Technik mag in den Fällen der Büros von Tanaka und Osato faszinierend sein, in den Action-Momenten wie dem "Abschleppservice" oder der "Super Little Nellie" ist sie ein echter Spannungskiller, weil es den Helden hier in der Handhabung der Gefahr viel zu einfach gemacht wird. Auch die ganze Scharade in Osatos Docks regt bisweilen eher unfreiwilig zum Amüsieren, denn zum Mitfiebern an. Es gelingt Gilbert einfach nicht konsequent genug, einen runden Ausgleich zwischen Hektik und Langsamkeit, zwischen Ernst und Spaß, zwischen Tradition und Moderne zu finden. Gerade zum Finale hin geht dem Film beinahe die Puste aus. Die Kratererstürmung kommt gerade zur rechten Zeit. Insgesamt immer noch ein überdurschnittlicher Bondfilm, aber man merkt in gewissem Umgang den Verfall in Routine oder eben Nervösität.

Noch viel mehr als beim letzten Einsatz wird bei diesem Streifen liebend gerne über Sean Connerys Schauspiel gefachsimpelt. Ist er gelangweilt, schlecht in Form, erstarrt im Mittelmaß oder einfach nur glücklos? Ich würde sagen: Von allem etwas. Tatsächlich ist es die bisher ausdruckloseste darstellerische Leistung des Schotten. Das trifft es wohl am ehesten. Dennoch würde ich vor allem der Regie hier eine erhebliche Mitschuld geben wollen und trotz alledem ist auch ein etwas zu routiniert agierender Connery noch immer ein würdiger Hauptdarsteller. Alle anderen Rollen sind ordentlich besetzt und gespielt, soweit das etwas sehr fahrige Drehbuch Roald Dahls den Akteuren dafür den Raum gibt. Akiko Wakabayashi und Mie Hama sind schöne, kompetente Bondgirls und Tetsurô Tanba ein gelungener Helfer. Irgendwie widmet sich die Story ihnen aber nur recht halbherzig. Unter ihren Möglichkeiten bleiben auch die Antagonisten. SPECTRE bekommt kein so strukturiertes Gesicht wie in den Vorgängern und seine Individuen wirken in ihrer Präsentation durch die Bank wie etwas lieblose Pastiches vergangener Charaktertypen. Karin Dor (Typ: Fiona) und Teru Shimada (Typ: Kronsteen) werden ohne Bonds Zutun von den eigenen Leuten umgebracht und Donald Pleasance (Typ: Dr. No) und Ronald Rich (Typ: Grant) sind – obwohl effektive Schurken – am Ende einfach zu überschaubar im Schlussakkord präsent. Pleasance hat auch einfach nur wenig Möglichkeiten seine an sich ikonische Rolle angemessen auszuspielen. Das Team des MI-6 hat wieder sehr amüsante Auftritte, die jedoch im Gesamtbild der Reihe nicht sonderlich herausstechen.

Dafür ist fast alles andere an dem Werk ein einziger Triumph und gehört ungetrübt zum allerbesten, was das Franchise überhaupt zu bieten hat. Dem Kameramann Freddie Young gelingen wunderschöne Aufnahmen von pulsierenden Metropolen, unterirdischen Anlagen, pittoresken Interieurs, Inselstränden, Vulkanen und Sonnenuntergängen. Die hell-warme Cinematographie ist auch heute noch ein malerischer Augenschmaus. Lediglich die gewachsene Dynamik eines Ted Moore kann Young nicht ganz erreichen. Eine ganz eigenwillige, verträumte Spielerei ist die Verbindung aus Titelsequenz und Titelsong. Maurice Binders Vorspann und Nancy Sinatras Gesang zählen zu den jeweils exquisitesten Darbietungen ihrer Art. Die Arbeit von Ken Adam und John Barry erreicht nun eine derartige Meta-Ebene, die die Serie danach wohl nie wieder erreicht hat. Brillante Designs und Dekors, untermalt von musikalischen Klängen, die die Handlung in völliger Schwerelosigkeit hinwegtragen. Diese handwerkliche Erstklassigkeit sichert dem Film ein derart hohes künstlerisches Level, dem Drehbuch und Inszenierung bisweilen einfach nicht gewachsen sind. Japan ist eine wunderschöne exotisch-fremdländische Location mit ihren ganz eigenen Gebräuchen und Riten. In den traditionellen Passagen gelingt es Gilbert effektiv, das Youngsche Folklore-Feeling ausgiebig zu bedienen, schafft es aber zugleich nicht immer, zwischen diesen Sequenzen und den Action-Momenten die richtige Balance zu halten. Diesen Sinn für Timing lässt der neue Regisseur, der ansonsten einen grundsoliden Einstand abliefert, ein paarmal innerhalb der gesamten Laufzeit vermissen, sodass manche Szenen leider sichtlich vor sich hin plätschern. Und obwohl dem Streifen die ganz großen Höhepunkte und Bondmomente eher abgehen, ist das Werk mit seiner sommerlich-schwelgerischen Atmosphäre des fernen Ostens rundherum als ein durchaus gelungener Serieneintrag zu werten.

"One life for yourself and one for your dreams" – Zwischen hitzig-abschweifendem Fiebertraum und mechanisch-handwerklicher Ermüdung ist die fünfte 007-Mission ein guter Beitrag zur Reihe, der mit mehr Esprit seitens Buch und Inszenierung wohl möglich Perfektion erlangt hätte.

00 00 00 00 00 Doppel-Null-Lizenzen
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (5. Juni 2019, 17:08)


Mister Bond

Felix Leiter

Beiträge: 1 511

Registrierungsdatum: 26. Mai 2013

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86

Samstag, 8. Juni 2019, 17:47

Genau, der Film ist eigentlich balla balla, aber macht Spaß. Natürlich war wohl jedem klar, dass YOLT nun nicht wie die drei Filme zuvor die Höchstwertung bekommt.
Und an alle Menschen, die immer den Moore Filmen vorwerfen "Gaga" zu sein, vornehmlich wohl eher "Moonraker", "You Only Live Twice" hat mehr dieser unlogischen balla balla Momente.
Wir kennen das natürlich:
- wer zum Teufel filmt die Weltraumaufnahmen, so dass die NASA das sehen kann? Schwebt draußen die Enterprise und übermittelt die Videoaufnahmen?
- und wer zum Kuckuck filmt den japanischen Helikopter, der die bösen Jungs mittels Magnet entsorgt, so dass James und Aki ihn auf dem Auto-Monitor sehen können? :think:

Aber die Musik ist toll. Eben Maurice Binders Titelvorspann, die Animationen mit Nancy Sinatras Titelsong, John Barrys kompletter Score, welcher zu meinen drei Favoriten gehört. Die Aufnahmen von Japan, die kulturelle Darbietung, der große Engländer (Schotte) unter den Japanern, einige Sprüche, die Little Nelly Sequenz allerdings liebe ich dank dem effektiven und energischen Einsatzes des James Bond Themas aber auch...und dann Bonds "Synchro"-Spruch mit der Belästigung der Luftlümmel und dass sich Little Nelly erfolgreich wehren konnte.
Die Gegenspieler kommen etwas zu kurz, dennoch bleibt auch mir die attraktive Karin Dor, vor allem ihre Szenen mit Bond und ihr Ableben immer in Gedächtnis. Pleasence sieht man erst spät komplett, aber das wird dann natürlich ikonenhaft in Szene gesetzt. Und Ken Adams Arbeit ist natürlich erhaben.
Zwar mag und finde ich generell die Gilbert Filme mit Moore besser, aber YOLT ist auch unterhaltsam.

Scarpine

Verschlagener Korse

  • »Scarpine« ist männlich

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87

Sonntag, 9. Juni 2019, 12:24

- wer zum Teufel filmt die Weltraumaufnahmen, so dass die NASA das sehen kann? Schwebt draußen die Enterprise und übermittelt die Videoaufnahmen?
- und wer zum Kuckuck filmt den japanischen Helikopter, der die bösen Jungs mittels Magnet entsorgt, so dass James und Aki ihn auf dem Auto-Monitor sehen können? :think:

Das mit dem Abschleppservice ist noch halbwegs plausibel, weil durch die Monitore in Tanakas Büro ja angedeutet wird, dass der Geheimdienst den ganzen Großraum Tokio mehr oder minder überwachen kann, weshalb Aki Bond ja auch so passgenau vor dem Attentat bei Osato retten kann. Im Weltraum wird wohl ein Spionage-Satellit das alles filmen. Der Gipfel der Unlogik ist hier also eher, dass SPECTRE so einen "Film"-Satellit hat, die Supermächte jedoch das Treiben nur auf ihren Radar-Monitoren verfolgen können. Aber wie erwähnt, schmälert diese Art von Schwachsinn den Filmgenuss nur unwesentlich.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Martin

Felix Leiter

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88

Mittwoch, 12. Juni 2019, 01:44

Das mit den Raumschiff-Aufnahmen finde ich nicht so extrem unplausibel. Die ISS hat zum Beispiel ausfahrbare Arme mit Webcams daran. So etwas könnte der Bird One auch gehabt haben. Spectre war eben der Zeit schon immer weit voraus, auch mit der landenden Rakete, die vor kurzem erst Elon Musk realisiert hat.

Aber grundsätzlich muss man schon sagen, dass viele Logiklöcher auch auf Ken Adams Entwürfe zurückgehen. Er hat sich nie großartig um physikalische Gesetze gekümmert, was für mich der größte Kritikpunkt an seiner Arbeit ist. Die Rakete hat beispielsweise niemals genug Treibstoff für einen Start, geschweige denn für eine Landung. Besonders auffällig ist das für mich in Moonraker. Von Science Fact kann da keine Rede sein.

Mister Bond

Felix Leiter

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89

Donnerstag, 19. Dezember 2019, 12:43

MAN LEBT NUR ZWEIMAL

1967, das Bondfieber ist noch im Gange. Der Mann, der Bond für die große Leinwand salonfähig machte und an dem sich alle Nachfolger messen lassen mussten, verkündete nach diesem, seinen fünften Auftritt, die Lizenz zum Töten abzulegen und sich künftig anderen Projekten zu widmen. Zu sehr nagte da schon der Status des Doppelnull-Agenten. Statt Sean Connery, war er auch im realen Leben James Bond.
Es hieß ja nicht umsonst auf den englischen und US-amerikanischen Kinopostern: SEAN CONNERY IS JAMES BOND.

Film:
Nach Terence Young und Guy Hamilton, durfte nun ein dritter Regisseur Bond in Szene setzen. Genau wie die beiden Vorgänger hatte Lewis Gilbert seine eigene Vision und Herangehensweise.
Setzte Young noch mehr auf den Agententhriller und eine ansprechende Umsetzung der Leinwandfigur Bond, hervorragend verkörpert von Sean Connery, schliff Guy Hamilton an der Ironie und Leichtigkeit, flirtete mit Bond und seinen Gegnern. Lewis Gilbert setzte wiederum in aller erster Linie auf das Optische, das Pompöse, so wie Verschwenderische, schlicht auf das Große.
Auch wenn man hier einige Ungereimtheiten findet und die darstellerische Riege nicht ganz so groß auftrumpfen „darf“ wie in den Vorgängern, so macht der Film dennoch vor allem eins: Spaß.
Dieser Beitrag ist eine audiovisuelle Wucht. Freddie Young ersetzte Pionier Ted Moore an der Kamera und das was er aus Japan und der kompletten Landschaft herausholte, ist allererster Sahne.
Der Bondfilm erlangte nun vollkommen epische Ausmaße. Damit die Bilder und jegliche Szenen endgültig in einer großen Symphonie erklingen, kreierte John Barry ein Meisterwerk, vielleicht eines seiner besten Arbeiten.
Das alles greift im Film so, dass man fast vergessen möchte, dass fast alle Charaktere eher flach gezeichnet wurden und man wundert sich schon, wo anscheinend überall Kameras herumschwirren.
Bond beobachtet die luftige Abschleppung eines Vehikels auf einem Monitor. Doch wer zum Kuckuck filmt diese Szenerie? Oder weshalb macht es Helga Brandt so umständlich Bond zu töten? Nun, nicht weiter darüber nachdenken, dann ist alles Gut.
Was macht den Film noch so unterhaltsam? Da wären die verträumten Bilder, die unterirdischen Geheimgänge, Verstecke, größere Actionszenen, Stichwort „Little Nelly“ und „Vulkan Erstürmung“, Ninjas und Piranhas. Alles was das Herz eines Jungen und Mannes erfreut. Langeweile kommt nie auf.

Bond:
Sean Connery definierte den Charakter James Bond für die große Masse. Er war die Inkarnation des Geheimagenten und er verfeinerte sein Spiel von Film zu Film. Hier aber merkt man doch ein wenig an, dass Connery vielleicht nicht mehr ganz motiviert war seiner Figur neue Facetten zu entlocken. Vielleicht war es auch nicht Lewis Gilberts Anliegen. Allerdings wirkte Connery auch nicht ganz so frisch wie in den Vorgänger Filmen. Was man aber Connery nicht absprechen sollte, ist seine enorme Präsenz und das Selbstbewusstsein, sowie Selbstverständnis, die er als 007 rüberbringt.


Bondgirl:
Wer ist nun das Haupt-Bondgirl? Diejenige, die mehr Screentime besitzt oder diejenige, die die letzte halbe Stunde an der Seite Bonds kämpft und mit ihm das traditionelle Happy End eines Bondgirls mit Schmuseeinheiten beenden darf? Laut Credits ist es anscheinend doch erstere, wird Akiko Wakabayashi (Aki) doch vor Mie Hama (Kissy) geführt.
Für mich sind beide Haupt-Bondgirls, allerdings hinterlässt Akiko Wakabayashi auf mich den größeren Eindruck und etwas mehr Sympathie. Mie Hama als Kissy darf süß sein und im Stile des „Iron Man“ (nein, nicht Marvel, sondern den auf Hawaii), Hilfe holen, doch ist es Aki, die Bond paar Mal das Leben rettet und schlicht ein wenig charismatischer wirkt. Ihr Ableben, das erste eines führenden Bondgirls (nicht erst Tracy!), durfte wohl zusätzlich dafür sorgen.
Zumindest nimmt es mich doch ein wenig mit, wenn die arme Aki vergiftet wird.
Aber das folgende „Pfannkuchengesicht“, da erlaubte sich einer Scherze, ist niedlich anzuschauen.
Da vergisst sogar Bond, dass Aki ihm zuvor doch treu ergeben und verfallen war.

Villains:
Ähnlich wie bei „Liebesgrüße aus Moskau“ fehlt hier lange Zeit der große Antagonist. Es ist halt wieder Blofeld, welcher vom Hintergrund die Strippen zieht und seine Befehlsempfänger, die diese ausführen. Man sieht Blofeld wie schon in „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Feuerball“, wie er seine weiße Katze kraulend, Befehle und Drohungen ausruft.
Unter den vielen Spectre Leuten, der Name Spectre fällt übrigens das erste Mal in der deutschen Synchronisation, sind es hier nun Teru Shimada als Mr. Osato und Nr. 11 Helga Brandt, dargestellt vom deutschen Export Karin Dor, auf denen das Hauptaugenmerk liegt. Osato ist allerdings eher ein Strohmann, dessen Firma als Tarnung Spectres dient. Helga Brandt als anscheinende Sekretärin Osatos ist in Wirklichkeit die Assassine Spectres, ähnlich wie Fiona Volpe in Feuerball. Sogar optisch musste sich die natürliche Brünette Karin Dor an Luciana Paluzzis Fiona anpassen und durfte mit roter Haarpracht Bond ans Leder und auch küssen. Dabei hat ihre Helga Brandt doch weniger Screentime und darf nicht ganz so präsent sein wie Paluzzis Fiona Volpe. Das macht nichts, fand ich Karin Dor so oder so in den 60ern erotisch und eine ansprechende Verhörszene mit Bond, „na dann bedienen Sie sich“, so wie ihr Abgang als kulinarische Delikatesse, bleiben sehr wohl in Erinnerung.
Dann gibt es natürlich die eine Szene, die Popkultur Geschichte ist: Blofeld zeigt Bond und dem Publikum erstmals sein Gesicht. Donald Pleasences Blofeld gilt wohl als ikonischste Verkörperung.
Man darf sich als aufmerksamer Zuschauer dennoch fragen, ob Blofeld in den paar Jahren nach „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Feuerball“ plötzlich Haarausfall bekommen hat. Sah man vorher nie sein Gesicht, so doch zumindest den Hinterkopf und das Haupthaar.
Nun denn, mit der Narbe im Gesicht sollte Blofeld anscheinend noch diabolischer wirken.
Ähnlich wie Joseph Wiseman als Dr. No, sieht man Pleasence jedoch sehr spät vollständig im Film.
Aufgrund der ikonischen Darstellung, ist Pleasence bis heute nach Savalas mein zweitliebster Blofeld, dessen Gesicht man kennt, wohlgemerkt.
Ihr erinnert euch, mein Lieblings Blofeld ist der „ohne Gesicht“ der ersten Filme.

Helfer:
Tetsuro Tanba spielt hier M’s japanisches Gegenstück, namens Tanaka, unter Freunden Tiger genannt, aber viel mehr als Helfer und nicht als Befehlsgeber. Tenba hat in der Tat nach Connery die größte Leinwandpräsenz und einige amüsante Szenen mit Bond, so wie erwähnenswerte Dialoge: „Machen Sie sich nicht unglücklich, es ist ja doch nur ein Spielzeug.“ – „Rauchen Sie Raketen und Sie leben länger“. Auch macht er sich einen Spaß mit Bonds Heirat und dem Pfannkuchengesicht. Schön anzusehen als die „Auserwählte“ präsentiert wird, zuvor aber zwei andere „Grazien“ anscheinend Bonds Gemahlin mimen dürfen. Die Gesichtsausdrücke von Bond und Tiger Tanaka amüsieren mich jedes Mal, vor allem Tanakas diebische Freude.
Tanaka ist selbst beim actionreichen Finale eine große Hilfe, leitet er seine Ninjas doch persönlich und rettet mit beherztem Wurf des Ninja-Sterns Bonds Leben.

MI6:
Hier muss ich eher sagen: solide, auf jeden Fall nicht so prägnant wie zuvor. Weil Gilbert es dabei belässt Ihnen nur wenig Screentime zu bieten. Gerade M hatte in den ersten vier Filmen noch ein wenig mehr zu bieten als Bond nur auf Mission zu schicken.
Ein wenig besser hatten es hier Moneypenny und Q. Moneypenny darf noch mal ein wenig mit James flirten „Ich liebe dich“, Q darf, wie in „Feuerball“ die Strapaze auf sich nehmen und seine Little Nelly im fernen Japan präsentieren.

weitere Bondgirls:
Da es zwei führende Bondgirls gibt und Karin Dor als Henchwoman, fallen nur noch die Masseusen Tanakas ins Auge, so wie die chinesische Dame im Pre-Title, welche etwas anders schmeckt als europäische Damen.

Location:
JAPAN! Und zwar ganz groß. Wie bereits erwähnt, Kameramann Freddie Young zelebriert beinahe seine Arbeit. Sei es das moderne Tokio, mit den leuchtenden elektronischen Tafeln, die Menschenmasse in der Stadt, der große Brite Bond unter den doch eher kleingewachsenen Japanern, das Einfangen der traditionellen, sei es während des Sumokampfs oder in den Bauten, etwa die Anwesen Hendersons und Tanakas und natürlich Tanakas Ninja Schule oder das Fischerdorf und natürlich die Landschaft. Egal ob eben das Fischerdorf mit seinen malerischen Buchten und der glühenden Sonne inmitten der Bucht oder die vulkanischen Landschaften Japans. Für Japan Fans ist alles dabei.

Setting/Bauten/Design:
Der Vulkankrater, also das Versteck und Blofelds Kommandozentrale, ist eventuell das berühmteste Werk Ken Adams innerhalb der Bondreihe. Getoppt wird es meiner Meinung nur noch durch die Liparus in „Der Spion, der mich liebte“. Im Großen und Ganzen ist der ganze Film ein Top 3 Beitrag Adams im Franchise. Alle drei Filme wurden im Übrigen von Lewis Gilbert inszeniert. Zufall?
Wie schon eine Freundin von mir beschrieb: „Mir gefallen die mysteriösen Unterschlüpfe, die Verstecke“. Fürwahr. Auch die Dekoration, bei Bonds Widersachern ist alles opulent. Ein Blofeld gibt sich nicht mit Minimalismus zufrieden. Ein Gemälde hier, ein paar Kronleuchter dort, da ein Piranhabecken mit Überraschungsbrücke. Was will man mehr? Ken Adams Arbeit, insbesondere hier, sollte ebenfalls das visuelle Verständnis vieler Menschen prägen, wenn Sie sich „Bond“ vorstellen.

Musik:
Grandios. Alles andere wurde nochmal getoppt. Bis heute ist dieser Score ein Meilenstein der Bondhistorie. Man kann sich freilich streiten welcher Bond Score der Beste ist, aber „You Only Live Twice“ gehört meinem Verständnis zufolge klar zu den drei Besten.
Nancy Sinatras Titellied, welches für mich, bis ein gewisser Herr aus Liverpool kam, das beste Bond Titellied ist. Träumerisch erklingt ihre Stimme, voller Sehnsucht, passend zum visuell verträumten Film. Sorry Madame Bassey.
Oder Barrys Stücke wie „Capsule in Space“ im Prolog, das spannendste was diese doch recht schwache Pre-Title zu bieten hat, und das ähnliche „Astronaut“ zum Finale hin.
Die beiden Final-Stücke „Countdown für Blofeld“ und „Bond averts World War Three“, Barry weiß musikalisch Spannung zu erzeugen und Actionszenen Dynamik zu verleihen.
Aber auch für das Träumerische, zur Prägung der audiovisuellen Stärke, kreierte Mr. Barry wieder Melodien basierend auf dem Titelsong: „Mountains and Sunsets“.
Auch das 007 Thema darf kurz vorm Luftkampf Little Nelly gegen die ausgewachsenen Luftlümmel majestätisch erklingen, bevor dann dynamisch das James Bond Thema erklingt.
Mein Lieblingsthema ist aber wahrscheinlich „The Wedding“. Eigentlich recht simpel, wiederholt sich das Stück doch gleich zweimal, aber immer in einer anderen Instrumentalisierung. Auch in der Einfachheit liegt Schönheit.

Main-Title:
Wie bei „Feuerball“ erschuf Binder eine Sequenz, die mit dem Hauptthema und der Location des Films verschmolz: Vulkane, Lava, japanische Mädchen. Dazu eben Nancy Sinatras Titelsong. Ein Top 5 Beitrag der Bond Main-Title.

Wertung des Komplettwerks:
Ich schrieb schon alles dazu. Darstellerisch von allen Beteiligten nicht schlecht, aber nicht so prägend wie davor. Einige Szenen, bei denen man nicht groß darüber nachdenken sollte. Ansonsten bitte die Kameraarbeit, die Musik, die Sets genießen. Ich habe mit dem Film überwiegend Freude.
8/10

Django

Der Andere

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90

Freitag, 20. Dezember 2019, 07:46

YOLT war mein erster Bond-Film überhaupt... gesehen als Zehnjähriger. Ich war damals natürlich mehr als begeistert. Leider wiederholte sich dieser gute Ersteindruck bei späteren Sichtungen nicht... Was es irgendwie auf den Punkt bringt: YOLT ist ein "Kinderfilm". Klar - er hat seine grossen Momente, aber leider werde diese durch die absolut fahrlässige Umsetzung in Regie (das mit den herumschwirrenden Kameras hat Mister Bond ja schon erwähnt... eine Kamera gab es offenbar auch im Weltall, welche die übrigens absolut trashig gemachte Kaper-Szene aufzeichnete) und Drehbuch (sorry, aber ein Bond-Film ist keine Schokoladenfabrik!). Schade. Und wie ich bereits im Rahmen von TB geschrieben hatte: Ich verstehe nicht, weshalb man mit YOLT alles umgekrempelt (neuer Drehbuch-Autor / erstmals ein Plot, der überhaupt nichts mit der flemingschen Vorlage zu tun hat / neuer Regisseur...) und der Reihe damit schlussendlich einen harten Schlag verpasst hat. Und klar: Mit FYEO und noch viel mehr CR hat man auch alles "umgekrempelt", aber dort befand man sich bei den Vorgängerfilmen ja auch irgendwie in einer Sackgasse. Bei YOLT war's genau umgekehrt: Man befand sich nicht in einer Sackgasse und statt eines "erdigeren" Films hat man einen SiFi-Märchen gemacht.

Ich weiss - bei vielen steht YOLT hoch in der Gunst und auch ich möchte den Beitrag keinesfalls missen, doch finde ich, dass er eher zu den schwächeren Momenten der Reihe gehört. Und ich muss auch sagen, dass die beiden Gilbert-Bonds aus den 1970ern - obwohl teilweise fast schon ein "Remake" von YOLT viel besser umgesetzt wurden

Mister Bond

Felix Leiter

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91

Freitag, 20. Dezember 2019, 11:13

Und ich muss auch sagen, dass die beiden Gilbert-Bonds aus den 1970ern - obwohl teilweise fast schon ein "Remake" von YOLT viel besser umgesetzt wurden

Da bin ich vollends bei dir. Alleine handwerklich auch noch besser umgesetzt. Aber neue Sichtungen und Meinungen folgen noch.