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Daniel Dalton

Felix Leiter

  • »Daniel Dalton« ist männlich

Beiträge: 1 806

Registrierungsdatum: 18. Februar 2014

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101

Mittwoch, 29. Januar 2020, 18:13

183)-


1983



Wir schreiben einen
Doppeljahrgang sich klonender Darstellung, nur wenige Monate oder gar
Wochen nach dem octösen Moore-Werke, seinem sechsten Bonde in Folge,
trat Sir Sean Connery mit dem inhaltlich feuerballähnlichen (aber
qualitativ nicht deckungsgleichen) „never say never again“
abermals und zum nullnullsiebenten Male als Bond an und schlüpfte in
einen beigen Urlaubsanzug, um auf den Bahamas im Zuge einer (zu)
gemütlichen Nonsense-Gaudi verschiedenen Unruhestiftern in sanfter
Eleganz das Handwerk zu legen – das Resultat ist bedauerlicherweise
der vielleicht unspannendste, am wenigsten Dramatik aufbauende
Bondfilm, welchen es jemals hat geben sollen (wenngleich Spectre
meinerseits noch einen Stern weniger erhielt), überhaupt wird sich,
so viele Elemente auch enthalten sein mögen, Sag niemals nie für
mich immer als „Fremdkörper“ anfühlen, ähnlich wie es im
interaktiven Bereiche bei „Goldeneye – Rogue Agent“ der Fall
ist, ebenfalls einem Bonde ohne Bond, der keinesfalls in den Kanon
der Gesamtreihe passt, Sag niemals nie lebet nach meinem Dafürhalten
von einem – was im geschmäcklerischen Bereiche läge, wie alles im
Leben – mehr als unerträglichen (!) Score, einem Soundtrack zum
Nicht-Niederknien, ALLES erzeugt einen ebenso einzigartigen wie
bisweilen bescheuerten Kosmos außerhalb der Hauptreihe (und ohne
gunbarrel / Gewehrlauf – aus juristischen Gründen, leider), was
für den Individualisten in mir zwar Seelenbalsam sein müsste, in
der Praxis jedoch mitnichten funktioniert, da habet ihr eine uns
fremde und uns in ihren wenigen Szenen, den Zuschauer, völlig kalt
lassende Miss Moneypenny blassen Dialoges, einen kaum sein
schauspielerisches Talent freisetzen dürfenden Max von Sydow (the
magician, Ingmar Bergman, 1958) als ermüdetes und glattes Feld in
den Blo-Gefilden, einen teurer (!) als sein gleichjährig‘
Moore-Pendant seiend‘ Werksbeitrag (36 Millionen und 25 bei Roger),
der er dennoch nach weniger finanziellem Aufwande aussieht, ...vor
allen Dingen aber spüren wir einen Film, welcher von einem
legendären Bonddarsteller dreier (!) Bondjahrzehnte (betreffend die
60er sowie jeweils einmalig 70er und nun auch 80er Jahre) Gebrauch
macht und dennoch nahezu nirgends zündet, einzig die Crew scheint
„Spaß“ zu haben, aus Zuschauersicht ist der Film eine Farce,
fürwährlichst ist fast die gesamte Besetzung brillant und ändert
dennoch nichts daran, dass der Film austauschbarer und festgefahrener
kaum sein könnte, vieles wirkt eintönig und wird nicht
diversifiziert, ein Glanzteam bestehend aus Barbara Carrera, Kim
Basinger, Sean sowie Herrn Brandauer vermag es komischerweise kaum,
das höhepunktlose Drehbuch adäquat auszugleichen, kaum eine
positive Aussage ließe sich meinerseits affirmieren, kein „Fehler“
des Films erscheint reversibel oder korrigabel, der Streifen
okkupiert sich stehlerisch sämtliche Stärken der Hauptreihe, ohne
diese jedoch in ausreichender Eleganz in den eigenen Film einzubetten
oder in Einklang zu bringen, ein einziges Durcheinander wie die
hiesige Rezension nun, drum was übrigbliebe, ist eine Mélange
überflüssiger Szenen, welche mehr als zwei Stunden über, getränkt
in Langeweile, gnadenlos aneinandergereiht und anschließend als
Bondfilm verkauft werden, all dieses innerhalb der Geschichte ohne
spürbare Bedrohung, ein einziger Witz, ein Spiel der Gesichter, der
Blicke, der Pointen, nicht mehr – aber auch nicht weniger … und
dafür zumindest einen zweiten Stern, weil der Film nie weniger als
ein Nichts ist, das muss man anerkennen.




Die Besetzung Connery‘s
erscheint mir alterstechnisch deutlich passender als jene Rogers
knapp zwei Jahre darauf in dem actionreichen „a view to a kill“
(nur in diesem einen Filme schien Bond zu betagt, mit leichten
Abstrichen noch in Skyfall, obschon dorten teils der Geschichte und
dem Schnitte der Haare geschuldet), meines Erachtens wäre das Jahr
1983 für beide Sir-Herren und Ur-Protagonisten der richtige
007-Abschiedszeitpunkt gewesen (sähe man bei Connery von seiner
2005er Stimmdarbietung in den interaktiven Liebesgrüßen aus Moskau
einmal ab, die ich tatsächlich begrüße und welche in der deutschen
Version ebenfalls eine Verbindung zu Sag niemals nie herstellen kann,
wird Bond hier doch von Engelbert von Nordhausen synchronisiert,
welcher in Seans 83er Werk bei der Nachsynchronisation mitwirkte,
dabei aber nicht vollends an den Ton von GG Hoffmann anknüpft, ….in
besagtem FRWL-‘63-Videospiele erinnert Seans Altersverhältnis
zwischen 75 und 32 im O-Tone ein wenig an Lutz Mackensy im Paten:
einmal 1972 als junger Mann, nun vor einigen Jahren erneut dorten zu
hören seiend), Sag niemals nie beinhaltet bereits im Titel eine
zweifache Verneinung, die diesmal bedauerlicherweise kein Plus
ergibt, einzig die recht guten Unterwasseraufnahmen erretten einige
wenige Augenblicke, doch sonsten wohl gäbe es kaum eine einzige
Hinsicht, in welcher auch nur annähernd die Qualität von
Thunderball erreicht wird, der ein ganz anderes Maß an Bondcharakter
aufweist und den Spagat zwischen Urlaub und Arbeitsauftrag deutlich
exquisiter und einladender ins Leben ruft als Sag niemals nie es
jemals vermögen wird, auch der hiesige 83er Neu-M (Edward Fox aus
dem „Morde im Spiegel“, nicht zu verwechseln mit der brillanten
Vice-Episode „Blutiger Spiegel“, Abschluss der vierten Staffel
mit Julia Roberts, der Tante von Emma „Addie Singer“ Roberts) ist
Bond gegenüber nicht übermäßig sympathisch und übertreibt es mit
seiner neuentdeckten Autorität derart theatralisch, dass es
äußerstenfalls albern anmutet, nirgends aber sonderlich
ernstnehmbar erscheint, generell bemüht sich der Film vergeblich um
unsere begeisterte und ungeteilte Aufmerksamkeit, denn durch viele
typische Klischee-Elemente bäte er uns mit Engelszunge darum, als
Bondfilm anerkannt zu werden, doch nichts will sich so recht in den
Zauber der Gesamtreihe einfügen können, die parodistischen Inhalte
kennen keine natürlichen Grenzen, auch der aggressive „Stift“
ist ungefähr so unzuverlässig wie 17 Jahre darauf im PSone-Werk zu
„Die Welt ist nicht genug“ (nun gut, womöglich war ich zum
erfolgreichen Spielen auch schlichtweg zu dämlich in meiner
Knopfwahrnehmung, zu viele Tasten, zu viel Stress) und in der
Glücksspielwirkung genauso wenig ausgereift wie der eigentliche Film
selbst, alles wirkt unfertig, unvollkommen, krude, grobschlächtig,
platt, absurd und unfreiwillig komisch, wie ich es in dieser Form
selten erlebet habe, wahrhaftig...




Fatima Blush (eine Vorläuferin
von Xenia Onatopp, ohne Top) arbeitet auf gnadenloseste Weise im
Beseitigungsgeschäft und genösse jedweden finsteren Augenblick,
ihre inneren Übertreibungen leben jenseits jeder Grenze, u.a.
mithilfe einer Schlange befördert sie jemandes Person ins Jenseits,
die eigentliche Schlange der Szene ist jedoch selbstredend sie
selbst, ihr , gelinde gesagt , „emotionaler Exzess“ verleiht dem
ansonsten eher biederen und leidenschaftslosen Film zwar das gewisse
Etwas und erfüllt ihn mit Kontrasten, jedoch ging man bei ihr derart
weit, dass auch hier wieder ein gehöriger Hauch von Albernheit sich
durch ganze Szenen und Aktionen zöge, in einer Szene kann sie den
Zuschauern gar fast leidtun, das, sagen wir, „sexuell Labile“ an
ihr wird seitens Bond recht ironisch kommentiert („...es gab da
noch eine in Philadelphia...“), in Bonds Abschiedszeilen verlangt
sie Aussagen seinerseits, die sie in solch absurder Form
normalerweise eher von Männern erwünscht werden, bei „Du sollst
schreiben!!“ weiß der Betrachter in einem tiefen Kelche des
Ein-Fremdschämen-Herbeiführens nur schwerlich, ob er lachen oder
weinen soll, so bedeutsam scheint ihr die „Qualität“ ihrer
„Leistungshorizontale“ zu sein, alles kein Liebesgedicht der
Zwanglosigkeit, sondern purer emotionaler Stress am Rande der
Hysterie, spannend aber ist an ihrer ebenso zerbrechlichen wie
aufgedrehten Figur (so gesehen wohl eher eine Dame für einen
Zulawskifilm?, dorten fände ich sie super) tatsächlich, dass ihr
(vermeintlicher) Egotrip selbst jenen eines Bondes maßlos überträfe,
ihrer exotischen Aura wegen fiele es mir natürlich zugegebenermaßen
sehr schwer, ihr ihre doch reichlich unsanften Aktionen über die
Maßen übelzunehmen, es sei ihr verziehen.




Nicht wenige Szenen des Films
muten in ihrem (aus heutiger Sicht ein wahrlich alter Hut seienden)
Gepiepse an wie ein frühes prähistorisches Videospiel (und auch die
fast allgegenwärtige visuelle Glanzlosigkeit erinnert an grafisch
frühe Zeiten), so gesehen mag der Film in einem geschichtlichen
Medienkontext nicht ganz uninteressant sein, aber gleichsam eben auch
schlechter altern als unser Geäug und unser Gehör es ertrügen,
sodass nur noch eine ironische Note mitschwänge, aber nichts mehr
die Zuschauerseele zu beeindrucken imstande ist, später im
zockfreudigen Casino wird die Thematik der Videospiele tatsächlich
in klarem Joystickschwunge vertieflichet, auch diese ursprünglich
recht neuartige Szene entfaltet aus gegenwärtiger Sicht nicht das
geringste dramaturgische Potential (meine Generation ist hier auf
technischer Ebene zu verwöhnt als dass hier, wie würde Danny Wilde
sagen, der Staunemann aus dem Auge träte), zudem der gesamte
Soundtrack des Films eher einem spitzbübischen Streiche gleichkommt
und keine einzige Passage bondwürdig, epochal oder elegant klänge,
hinzu kommen diverse ebenfalls bereits zur Erwähnung erhobene Punkte
von einer farblosen Miss Moneypenny bis hin zu einem (eigentlich sehr
guten) Jürgen Thormann (Edward Fox) in seiner gefühlt ersten
richtig unsympathischen Rolle (nun gut, in dressed to kill war
Thormanns zu synchronisierende Person ebenfalls nicht immer die Ruhe
selbst, aber auch dieser Film wird sich hoffentlich nicht zu ernst
genommen haben, insbesondere das küchenpsychologische Erklärungsende
liegt weit unterhalb der üblichen erzählerischen Standards eines
Brian De Palma, obzwar Alfred im Jahre 1960 mit seiner Psycho-Vorlage
20 Jahre zuvor denselben „Fehler“ beging und dem Zuschauer
jedwede Erläuterung detailliert aufs Butterbrot schmierte, als
reimte sich niemand auch nur annähernd etwas Eigenes zusammen), die
beiden Bonddamen Fatima und Kim/Domino sind atemberaubend
zweifelsohne, spielen jedoch buchstäblich im falschen Filme, Kim ist
zartfühlend synchronisiert worden und erweckt unser Begehren, eben
wie gesaget ein typisches Filmbeispiel für das nicht allzu seltene
Phänomen von wegen „herausragend besetzt, aber Handlung nicht für
vonnöten seiend befunden“, auch den albernen Füller als Waffe
hatte ich bereits spielerisch ironisch aufgegriffen und für
kritisierbar zu erklären versucht …. und im Jahre 2000 auf der
PlayStation („Was ist PS4?“) schien er aber besser funktioniert
zu haben, auch der neue Q aus Sag niemals nie scheint perfekt zur
merkwürdigen Stimmung des Films zu passen, er beschwert sich über
seinen Arbeitsplatz, echauffiert sich und scheint somit auf den
ersten Blick zu Edwards M zu passen, doch weit gefehlt, der hiesige Q
ist unterhaltsamer, netter, belustigender, lebhafter, köstlich,
….erschwerend hinzu käme zu den bereits besprochenen Besetzungen
u.a. ein junger Rowan Atkinson (damals noch ohne besagten Paten und
Mister Tubbs Lutz Mackensy), dessen Rolle dem Film aber ebenfalls
kein erinnerungswürdiges Profil verleiht (sich hinter einer Säule
zu verstecken und schräg dreinzublicken, das reicht schlichtweg
nicht aus, auch der herzinnigliche Wunsch nach dem Schnorcheln-Gehen
böte nicht genug, um uns nachhaltig im Gedächt zu bleiben), eine
Urlaubsgaudi ohne echte Höhen, kaum eine Pointe zündet, sitzt, nie
macht sich irgendein Zuschauer nass vor Lachen, auch nicht in Nassau,
dem Orte der er atmosphärischerweise in Feuerball wohl besser hat
eingefangen werden können, in gewisser Weise auch im Jahre 2006 in
Casino Royale.




An Land ziehen“, hier
treffen wir noch auf ein recht ömalich synchronisiertes bond girl,
mit ihr begibt sich Bond ins richtige Zimmer, Anderswelches nämlich
wird in die Lüfte gejagt, doch selbst das brächte den unspannenden
Film nicht annähernd aus der Ruhe, er hat also – positiv
gesprochen – eine gewisse Contenance, doch diese von Ironie
profitierende Eigenschaft funktioniert in Filmen wie Moonraker mit
Roger schlichtweg besser und hat mit dem (siehe beispielsweise Dr.
No) Biss des ursprünglichen Sean Connery nicht das Geringste gemein,
obgleich eine gewisse Selbstironie des Films angesichts des
fortgeschrittenen Alters des Hauptdarstellers zweifellos nicht völlig
zufällig eingesetzt worden ist und manchen Zuschauern sicherlich
nicht missfällt, gleichwohl: mir war es zu viel des Guten, zudem:
der brave Film leistet sich abgesehen von Fatima kaum einen
drastischen Ausbruch und schlendert ohne nennenswerten Herzschlag vor
sich hin.




Die Unannehmlichkeiten mit den
Haiverfolgungen sind handwerklich recht gut gemacht (aber auch hier:
die Musik um Welten zu unbedrohlich, der Hai lacht sich doch tot,
womöglich rettet gerade das Bond das Leben, denn ein totes Tier, so
sagte man mir, sei nicht sonderlich bissfest), GG Hoffmanns Stimme in
Sag niemals nie klingt zwar angenehm tief, bisweilen aber bereits
etwas abgemüht (vermutlich bereits gesundheitlich bedingt), optisch
und visuell handelt es sich um keinen zeitlosen Film, er hängt sehr
tief in den 80er Jahren fest (was ausnahmsweise auch seitens eines
80er Jahre Fans wie meiner Wenigkeit keinesfalls positiv gemeint
ist), …..denn mag er auch Teil der 80er sein, so ist er dieses nur
leider OHNE die Stärke zu haben, deren zahllos vorhanden‘
positiven Seiten gebührend hervorzuheben, ….die zuvor beschriebene
Unfähigkeit zur Dramatik manifestiert sich dann endgültig in Felix
Leiter, sein sportiv-lebenslustiger hiesiger Auftritt – und
obendrein schon in einer extrem aufgedrehten Begrüßung sich
andeutend – ist sehr eigen und macht die gemeinsame Arbeit zu einem
einzigen Joke („Gönn‘ deinen Augen auch mal was“, „na das
ist doch mal was für Vaters Sohn“ , okay, den Part fand ich ganz
gut), wogegen ich prinzipiell diesmal gar nicht so viel einzuwenden
hätte, wäre da nicht der Wermutstropfen vorhanden, dass der Film es
dennoch partout nicht schafft, kurzweilig und unanstrengend zu
werden, auch hier ist die wie aus einem Gusse daherkommende Vorlage
Thunderball begrüßenswerter (deren Namen Domino und Largo erhalten
blieben, bei dem Worte Largo dächte ich aber ohnedies eher an das
geniale Georges-Delerue-Stück aus Zulawskis Nachtblende), Fiona
Volpe wurde namentlich umgestaltet und aus ihr zauberte man besagte
Fatima, Fiona war noch professioneller, Fatima überdreht jedwede
Aktion und handelt indes persönlicher, gekränkter auch, die
Gesamtdarstellung ist noch deutlich extremer geworden, erboste Zungen
würden sagen „alberner“, der Diplomat spräche zartfühlend:
sensibler!




Das Faszinosum einer
selbstbestimmten und modernen Killerfee à la Fiona will sich bei der
(immerhin psychologisch spannenden) Fatima im Gesamtbilde nicht so
recht einstellen, obzwar sie durchaus Potential böte und einen
besseren Film redlich verdient hätte, der Film Sag niemals nie
funktioniert fast nur in Worten, in Taten wirkt er eher blass, so
spricht Bond beispielsweise die verheißungsvollen Worte „Alles
oder Nichts“, dies sind große Töne, Töne wohl, welchen dieser
recht schläfrige Film nicht vollends gerecht wird, ABER: Ungefähr
20 Jahre später erschien mit „Alles oder Nichts“ ein
interaktiver Brosnan-Bondfilm, der dieses (wie wohl auch „Die Welt
ist nicht genug“, „ein schöner Leitspruch“), wenn man so will,
!Familienmotto!, diese Lebensphilosophie Bonds, auf die Spitze treibt
und uns eine On-the-edge-Darbietung serviert wie selten gesehen (eine
Art Moonraker 2.0), wirklich weit vor waget sich der
Sag-niemals-nie-Bond gefühlet nur in den Dialogen mit seinem Villain
(Brandauer), aber auch hier in ausgebremster Form, also weniger
extrem als etwa im Pendant „Feuerball“, dorten lieferte er,
herrlich, mehrfach das Wort „Phantom“ in einem diesbezüglich
sehr heiklen, diffizilen, delikaten Zusammenhange, u.a. „Sprechen
Sie mal mit Ihrem Phantom, vielleicht verhext es die Karten“, ein
ähnliches („verhextes“) Manipulationsmodell ergab sich u.a. in
und aus den Glückswürfeln aus „dem anderen 83er Bonde“, „das
gedenke ich zu tun, Kamal Khan....“




Nach einem Morde in einem
Anwesen mit offenem „Miami-Treppenhause“ folget Bond auf einem
Zweirade dieser gewissen Fatima (auch hier kann ich mich nur
wiederholen: selten gefallen mir Motorradszenen, äußerstenfalls
z.B. in Fantomas von 1964, jene Sportiven in Sag niemals nie nahmen
mich nicht sonderlich mit, auf ihre Reise gehen sie allein), ihre
alsbaldige Forderung bezüglich des Papiers, Bonds
Liebesabschiedsbrief betreffend, nun, ich ließ es ja schon
anklingen, pardon, so etwas Dämliches will sonst wirklich nur einem
Manne einfallen, sie diktiert es ihm regelrecht, weiß somit genau
dass es seinerseits noch nicht einmal von Herzen kommet, aber die
Selbstbestätigung verlangt, trachtet, dürstet danach, für einen
kurzen Augenblick sehen wir das liebliche labile „Mädchen“, ehe
sie binnen weniger Sekunden wieder in ihren üblicherweise brachialen
Modus des Kämpferischen umschaltet, man vergäße zuweilen mal kurz
ihre Morde und Untaten, anschließend treten sie wieder auf, unsagbar
lustig ist sodann aber eine Äußerung seitens Felix, nämlich dass
unser ebendieser Jogger F. nicht eingreift, nicht hülfe, sondern
sich zurückhält, wohl in dem Glauben, Bond habe und genösse gerade
eine Art Privatgespräch und wolle ungestört sein, um Haaresbreite
hätte es ihn seinen Kopf kosten können, doch Felix bliebe locker,
bemerkenswert locker…, ist ja eine Privatangelegenheit zwischen der
Lady und Bond, also warum sollte man seinen Kollegen unterstützen?




Brandauer, auch er, ist
gewillt, „seiner“ Domino ein nur bedingt angenehmes Ende zu
bescheren, quält sie obendrein mit jener Musik, zu welcher tanzend
er sie mit Bond erstmals auf annähernd intimen Ebenen erblickte, die
Umgebungen und Lokalitäten sind an und für sich recht schön
(interessante Formationen und Unterwasserhöhlen), werden aber im
Keime des nervtötenden Restes des Filmes mehr oder weniger erstickt,
auch die „Jetpacks“ sind diesmal deutlich sperriger und seltsamer
als in Thunderball und FRWL 2005 (wie eben der gesamte Film, um beim
Worte zu bleiben, sehr sperrig, seltsam, „besonders“ bleibt), das
Finale voller Zeitlupe unterhalb der Wasseroberfläche reüssiert
nicht und lüde zum Einschlafen ein (hier soll mal jemand sagen, ein
Film von Éric Rohmer sei langsam), das darauffolgende Ende im Pool:
naja…., ebenfalls nicht preisverdächtig, ein Augenzwinkern
schlimmer als der Blinkfisch aus Licence to Kill.



Im Größlichen und Gänzlichen
definitiv kein Glanzwerk am Himmel der Bondgeschichte…., sag ruhig
nie, ein Niemals-Nie-Sagen verhalf dem Filme nur peripher zu
qualitativen Erfolgen….




Poesielos gezwungene Stunden,


ein seelenloser Pfad,


träge und gewunden,


mühsämlichst und fad.



Geschmacksrichtung leer,


Präsentation dünnlich
schwach,



zwar locker und leger,



doch selten blieb das Äuglein
wach.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Mister Bond

Felix Leiter

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102

Montag, 13. Juli 2020, 13:51

Lustig, ich habe mich sonst nie darum geschert, wie es ausschaut. Auch sah ich NSNA nicht so häufig wie die EON-Bondfilme, aber beim letzten Sichten hat mein Kumpel mir eine Frage gestellt, die ich selbst nicht beantworten konnte und nun frage ich nach, denn es interessiert mich brennend:
WIE ZUM TEUFEL KOMMT BOND AUF LARGO?

In TB ist das ganze noch schlüssig, über Major Dervals Schwester, Domino, zu Largo. Aber hier? Im Krankenzimmer von Jack Petacchi findet er diese Streichholzschachtel, die er aufklappt. Aber war soll da schon stehen? Etwa Maximilian Largo? Wäre ja großer Quatsch. Ein paar Szenen weiter recherchiert Bond schon am Computer nach Largo.
Überhaupt fielen mir viele weitere Ungereimtheiten auf. Wenn der Film sich nicht so ironisch nehmen würde, müsste ich den tatsächlich richtig abstrafen. Da sind alle anderen Bondfilme schlüssiger.

Scarpine

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103

Montag, 13. Juli 2020, 19:25

Wenn ich mich richtig erinnere, wird das im Film nie explizit gesagt, sondern rein visuell erzählt. Bond findet in Shrublands Petachis Zigarettenpackung unter der Matratze. Diese zeigt ein Emblem mit gekreuzten Fahnen, welches das Logo von Largos Unternehmen bzw. Meeresforschungsinstitut ist. Wenn Largo später auf seiner Yacht "Flying Saucer" mit dem Helikopter landet, prangt auf der Hubschrauberplattform das gleiche Logo. Scheinbar hat er seine eigene Zigaretten-Marke, die er an Mitarbeiter und Gäste ausgibt.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Mister Bond

Felix Leiter

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104

Montag, 13. Juli 2020, 22:24

Scheinbar hat er seine eigene Zigaretten-Marke, die er an Mitarbeiter und Gäste ausgibt.

Also doch so doof :bleah: Ne, sorry, das ist vom Drehbuch her ganz schwach.
Überhaupt gibt es in NSNA auch mehrere Anschlussfehler, dass füllen sonst ein dutzend anderer Bondfilme zusammen. Zum Beispiel als Bond mit Domino und dem Pferd ins Wasser springt. Gerade noch Hose, Schuhe, Hemd und JACKE! an, als er hochkommt nur noch Hose 8o Na ja, der unterhält mich aber sonst. Wäre mal wieder Zeit für meine weiteren Resümees.

Django

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105

Dienstag, 14. Juli 2020, 06:59

Überhaupt gibt es in NSNA auch mehrere Anschlussfehler, dass füllen sonst ein dutzend anderer Bondfilme zusammen.

Also sooooo sicher wäre ich da mal nicht. Ist zwar schon ein Weilchen her, dass ich NSNA das letzte Mal sah (muss ich mal wieder nachholen), aber da gibt es doch etliche ältere EON-Bonds, die nur so von Anschluss- und Logik-Fehlern strotzen. Habe zum Beispiel grad gestern - da ich was an meiner Stereoanlage am "Umbauen" war, über den PC das GF-Hörspiel gehört und mir das so bildlich vorgestellt (übrigens beste Unterhaltung auch so :thumbsup: ). Da strotzt es ja nur so von - teils durchaus gewollten oder zumindest bewusst in Kauf genommenen - Fehlern :S .

Mister Bond

Felix Leiter

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106

Dienstag, 14. Juli 2020, 12:28

Aber plottechnisch ist da mir alles schlüssig. Bonds Herangehensweise in NSNA, eben mit diesen Streichhölzern oder Zigaretten ist ja sehr albern. Klar gibt es in jedem Film mal den Faktor Zufall, aber dass Maximillian Largo seine eigene Zigaretten-oder Streichholzmarke hat, Jack Petacchi GENAU DIESE benutzt und GENAU DIESE lediglich unter dem Laken versteckt (später im Film iist es plötzlich unter der Matratze) = Schwachsinn. Da muss man sich als Drehbuchautor schon etwas eingeschmissen haben :D
Natürlich kommen auch die Helfer meistens wenn Bond die prekäre Lage schon geklärt hat, aber Felix Antwort, dass er schon eine ganze Weile da war (hat er zugeguckt?), bis Bond mit Fatima Blush fertig war :haha:
Aber wie ich schon schrieb, meinen Spaß habe ich bei dem ganzen trotzdem, Brandauers und Carreras irres overacting inklusive.

Django

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107

Dienstag, 14. Juli 2020, 12:59

Bonds Herangehensweise in NSNA, eben mit diesen Streichhölzern oder Zigaretten ist ja sehr albern. Klar gibt es in jedem Film mal den Faktor Zufall, aber dass Maximillian Largo seine eigene Zigaretten-oder Streichholzmarke hat, Jack Petacchi GENAU DIESE benutzt und GENAU DIESE lediglich unter dem Laken versteckt (später im Film iist es plötzlich unter der Matratze) = Schwachsinn.

Jaja und da gebe ich Dir auch absolut recht. Nur: Ich find's halt trotzdem nicht viel "schlimmer" als in vielen anderen Bond-Filmen, wo gar nicht versucht wird, zu erklären, sondern Bond von Anfang an auf eine bestimmte Person angesetzt wird. Oder mit irgendeiner Kontaktperson zusammenkommt, die ihn auf die richtige Spur bringt. Also auch ziemlich banal. Zudem ist ja auch die Romanvorlage TB und der gleichnamige Film diesbezüglich m.E. unnötig umständlich und zu sehr auf Faktor Zufall aufbauend. Aber wie Du richtig bemerkst: Mann das in NSNA nicht noch schlimmer zu machen brauchen ;)

Mister Bond

Felix Leiter

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108

Dienstag, 14. Juli 2020, 13:33

Sorry, da muss ich weiter auf NSNA hacken, gerade im Vergleich zum doch wesentlich schlüssigeren TB:
1) eben Bonds Aufspüren von Largo
2) Fiona Volpe und Fatima Blush: In beiden Filmen sind ihre Egos groß und Sie vollziehen mit Bond den sexuellen Akt. In TB sieht es jedoch so aus, als wenn Sie Bond wohl doch zu Largo bringen möchte. In NSNA versagt Sie erst mit den Haien, aber der Sinn erschließt sich mir nicht, wieso Sie Bond nicht in der Villa tötet, sondern nur die arme Michelle, dann abhaut und...etwas konfus das Ganze :D
3) das Ende von Largo durch Domino. In TB ist es schlüssig, da Domino eine Gefangene auf der Disco Volante war, also bewusst zu Gegen. Aber in NSNA??? Nach dem Motto "Miss Petacchi, James ist irgendwo da unten in Gefahr, wir haben hier ein Tauchanzug für Sie. Möchten Sie mit uns kommen? Sie dürfen Largo auch töten." MAl ehrlich, was zum Teufel sucht Sie plötzlich da unten? Sie wurde ja noch nicht mal als eine exzellente Schwimmerin oder Taucherin eingeführt. Einfach willkürlich das Ganze :haha:
4) der Tot von Graf Lippe/Jack Petacchi (das sind dann doch eher die Parallelen) durch Fiona/Fatima. In TB wird sein Wagen abgeschossen, kurz und bündig. In NSNA schmeißt Fiona erst die Schlange in den Wagen, nur um danach eine Sprengladung (per Zünder) an Petacchis Wagen anzubringen. Ähm, warum nicht gleich? :vogel:
5) Nicht zu vergessen Bonds Training zu Beginn. Man benutzt auch echte Granaten, die zum explodieren kommen 8o

Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

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109

Dienstag, 14. Juli 2020, 14:26

Klar - TB ist (diesbezüglich) eindeutig überlegen. Das wollte ich ja auch gar nicht abstreiten. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass auch in TB der Zufall in Übermassen beansprucht wird und dass es auch andere Bond-Filme gibt, die von der Schlüssigkeit her ziemlich untere Schublade sind. Ich sage nur "DAF" :whistling: . Okay - vielleicht kein gutes Beispiel, denn im Vergleich zu NSNA war es wohl gar nie die Absicht, diesen Film auch nur einigermassen schlüssig zu machen ;)

  • »Martin« ist männlich

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110

Dienstag, 14. Juli 2020, 18:04

Bei TB fand ich es schon immer grundsätzlich etwas konstruiert, dass Bond zufällig in dem Sanatorium landet, in dem gerade Spectre an einem Plan arbeitet. Im Roman ist das ja wenigstens so begründet, dass Bond schon etwas älter ist und sehr ungesund lebt. Genau das hat man dann auch in NSNA aufgegriffen, wo das sogar noch besser passt. In TB dagegen ist Bond gesundheitlich auf dem Zenit, seine Gesundheit ist kein Thema. Er hat sich nur ein bisschen geprügelt und Schläge mit einem Feuerhaken bekommen. Solche Blesssuren hat er in jedem Film, ohne dass er wochenlang ins Sanatorium muss. Das fand ich immer ziemlich schwach motiviert in TB. Dass Bond das Logo nicht auf einer Tätowierung, sondern auf einer Streichholzschachtel sieht, finde ich jetzt nicht so wild.

Mister Bond

Felix Leiter

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111

Mittwoch, 15. Juli 2020, 03:03

Bei TB fand ich es schon immer grundsätzlich etwas konstruiert, dass Bond zufällig in dem Sanatorium landet, in dem gerade Spectre an einem Plan arbeitet. Im Roman ist das ja wenigstens so begründet, dass Bond schon etwas älter ist und sehr ungesund lebt. Genau das hat man dann auch in NSNA aufgegriffen, wo das sogar noch besser passt. In TB dagegen ist Bond gesundheitlich auf dem Zenit, seine Gesundheit ist kein Thema. Er hat sich nur ein bisschen geprügelt und Schläge mit einem Feuerhaken bekommen. Solche Blesssuren hat er in jedem Film, ohne dass er wochenlang ins Sanatorium muss. Das fand ich immer ziemlich schwach motiviert in TB. Dass Bond das Logo nicht auf einer Tätowierung, sondern auf einer Streichholzschachtel sieht, finde ich jetzt nicht so wild.

1: Sorry, dass mit dem Sanatorium in TB ist eine Kleinigkeit zu dem Blödsinn in NSNA. Dann ist er halt im Sanatorium. Warum sollte er kein Anrecht darauf haben? Verstehe ich nicht. Dafür muss man nicht alt sein und irgendwann ist man reif dafür.
2: er erkennt an Lippe ein Logo, aber nicht deshalb tastet er sich an Largo ran, sondern immer noch über den Anhaltspunkt Derval und Schwester Domino. Das Logo sieht er später eh wieder zufällig bei Largos und Fionas Ring. Und das Logo macht ja in TB Sinn, da es für Spectre steht. In NSNA ist das Largo Logo doch vollkommen willkürlich auf der Schachtel. Au weia...und sofort legt Bond los. Der weiß auch, dass dies die Streichholzschachtel einer Firma ist, deren Boss zufällig einer der Hauptschurken von Spectre ist :bamm: 8o


Zu NSNA fallen mir noch paar große, unnötige Dummheiten ein, da ihr noch nicht genug habt :D
6) Die Szenerie mit Bonds Hotelzimmer, der Bahama Lady und Fionas Sprengstoff Attentat hätte so schön und schlüssig sein können, wären die Macher nicht auf die unnötige Idee gekommen, dass Nigel-Small Fawcett anruft. WIESO? WOZU? Das macht doch die ganze Schlüssigkeit mit dem Zimmertausch zu Nichte. Welche Hotelrezeption sagt schon: "Bond? Ach, der ist gerade nicht auf sein Zimmer, mit einer Frau in ihrem Zimmer kuscheln. Moment, ich stelle Sie sofort durch." Wtf? Nur um zu zeigen, dass Small-Fawcett Bond auf den Keks geht?

Tut mir leid, dass sind aber bei NSNA alles zu große und vermeidbare Logiklöcher. Wie ich schon erwähnter, die Szene als Bond mit Domino und Pferd ins Wasser fällt.
Es wäre ja echt noch verzeihlich, wenn Bond dann in der nächsten Einstellung keine Schuhe hat, oder die Jacke in einer anderen Farbe, solche Einstellung- und Folgefehler passieren oft, aber halt von komplett angezogen: Schuhe, Hose, Hemd, Jacke --> auf einmal nur Hose :think:

Und wie gesagt, ihr müsst mir dann halt auch diese anderen Punkte erklären. In den anderen Filmen ist zum Beispiel das Bondgirl da, wo es sein soll. Plottechnisch motiviert. Aber hier ist Domino aus Null Anlass plötzlich unten und erschießt Largo. Das ist ganz schwach geschrieben.
Aber als Spaß-Bond sehe ich den Film gerne und damit es einige tröstet: ich finde ihn besser als DAF und noch paar Konsorten.

  • »Martin« ist männlich

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Mittwoch, 15. Juli 2020, 23:23

1: Sorry, dass mit dem Sanatorium in TB ist eine Kleinigkeit zu dem Blödsinn in NSNA. Dann ist er halt im Sanatorium. Warum sollte er kein Anrecht darauf haben? Verstehe ich nicht. Dafür muss man nicht alt sein und irgendwann ist man reif dafür.


Für mich ist das keine Kleinigkeit. Das Sanatorium ist ein Haupt-Handlungsort, da sollte man schon erklären, warum genau sich Bond dort aufhält. Und dass man als kerngesunder, omnipotenter Mann wegen ein paar blauen Flecken tagelang in so eine Erholungsanstalt eingewiesen wird, halte ich eben keineswegs für selbstverständlich. TB zeigt ansonsten einen Bond, der topfit und zu jeder Zeit voll einsatzfähig ist. Da war Bond in TWINE nach einen metertiefen Sturz wesentlich reifer fürs Sanatorium, oder Craig in SF, und war trotzdem nicht drin.

Das hat man einfach aus dem Roman übernommen, ohne sich großartig Mühe zu geben, es wirklich zu begründen. Da stören mich Anschlussfehler wesentlich weniger. Wenn es nicht gerade so bekloppt ist wie beim Autostunt in DAF - der wohl doofste Fehler der Bondgeschichte - fällt mir das meistens gar nicht auf. In TB wechselt ja auch die Farbe von Bonds Taucherbrille, und er klettert gegen Ende barfuß ins Wasser und kommt mit Schuhen wieder raus.

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Donnerstag, 16. Juli 2020, 02:41



Für mich ist das keine Kleinigkeit. Das Sanatorium ist ein Haupt-Handlungsort, da sollte man schon erklären, warum genau sich Bond dort aufhält. Und dass man als kerngesunder, omnipotenter Mann wegen ein paar blauen Flecken tagelang in so eine Erholungsanstalt eingewiesen wird, halte ich eben keineswegs für selbstverständlich. TB zeigt ansonsten einen Bond, der topfit und zu jeder Zeit voll einsatzfähig ist. Da war Bond in TWINE nach einen metertiefen Sturz wesentlich reifer fürs Sanatorium, oder Craig in SF, und war trotzdem nicht drin.


Also wirklich. Es ist doch Schnuppe WANN er drin ist, es besteht halt immer die Möglichkeit, dass so ein Agent halt mal ins Sanatorium geht und das ist nun mal in TB der Fall. Es wird ja auch nicht im jeden Film gezeigt, wie er sich rasiert, geschweige denn aufs Pöttchen muss. Das ist doch Wumpe. Da Dervals Doppelgänger Angelo nun mal im Sanatorium war, hat man dies kombiniert. WO ist das etwas falsches oder unschlüssiges dran?
Bond hätte von mir aus auch Goldfinger im Sanatorium kennenlernen dürfen, statt beim Kartenspiel am Pool. Das sind doch alles keine Filmfehler oder unlogischen Plots. Vielleicht war Bond zwischen den Filmen mehrmals im Sanatorium. Wen juckt das?

Da stören mich Anschlussfehler wesentlich weniger. Wenn es nicht gerade so bekloppt ist wie beim Autostunt in DAF - der wohl doofste Fehler der Bondgeschichte - fällt mir das meistens gar nicht auf. In TB wechselt ja auch die Farbe von Bonds Taucherbrille, und er klettert gegen Ende barfuß ins Wasser und kommt mit Schuhen wieder raus.

Aber das meinte ich doch, dass so ein Anschlussfehler, wie falsche Farbe oder halt Schuhe/keine Schuhe relativ normal sind. Aber in NSNA verliert Bond gleich fast die komplette Kleidung 8o Was ist denn daran so schwer zu verstehen? Das mit dem Auto in DAF ist auch auffällig, nichtsdestotrotz zähle ich in NSNA gleich mehrere Handlungs- und Anschlussfehler. Also von beidem mehreres. oder schlicht Idiotie, denn ich komme immer noch nicht über die saudämliche Streichholzgeschichte hinweg. Irgendwo doch schon peinlich vollzogen.

Irgendwie wird hier versucht die Dummheit des NSNA Drehbuchs auf andere Bondfilme zu lenken.
Lieber Martin, ich möchte dir im Voraus mitteilen, dass ich NSNA besser bewerten werde, als du es getan hast ;)

  • »Martin« ist männlich

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Donnerstag, 16. Juli 2020, 13:38

Also von beidem mehreres. oder schlicht Idiotie, denn ich komme immer noch nicht über die saudämliche Streichholzgeschichte hinweg. Irgendwo doch schon peinlich vollzogen.


Du ziehst dich an dieser Streichholzgeschichte hoch, die hier bisher niemand thematisiert hat, aber kannst dann nicht verstehen, dass andere Fans eben andere Dinge gravierender finden. Fakt ist nun mal, dass Bond im Roman aufgrund seiner desolaten Gesundheit im Sanatorium ist, und TB als Romanverfilmung diese Begründung einfach übergeht. Wenn Bond für dich so oft im Sanatorium ist wie andere aufs Klo müssen, dann ist das deine Annahme, die muss aber nicht jeder Zuschauer teilen. Ich glaube eben nicht, dass ein Geheimdienst einen topfitten Agenten nach einem kleineren Auftrag einfach mal so für ein paar Tage in ein Sanatorium schickt, weil er Geld und Mitarbeiter im Überfluss hat. Vor allem wenn auf diesem Umstand dann ein sehr großer, handlungs-entscheidender Zufall aufgebaut wird, ist mir diese Begründung "Er ist halt da drin, so what?" einfach zu dünn. Und NSNA setzt dieses Detail des Romans schlüssiger um.

Irgendwie wird hier versucht die Dummheit des NSNA Drehbuchs auf andere Bondfilme zu lenken.
Lieber Martin, ich möchte dir im Voraus mitteilen, dass ich NSNA besser bewerten werde, als du es getan hast


Das ist schön für dich, aber es ist nun mal einfach so, dass ich diese "Dummheiten" nicht schlimmer finde als die in anderen Bondfilmen. In TSWLM fährt Bond mit dem Nachtzug von Ägypten nach Süditalien, in MR fährt er mit einem Luftkissenfahrzeug ohne Antrieb herum, findet er ganz zufällig Kisten mit der Aufschrift Rio, und auf der Raumstation wird der Verbleib der Paare einfach unter den Teppich gekehrt, in FYEO wird der Hinweis auf das Versteck des Schurken zufällig von einem Papagei (!) gegeben. Wenn ich dann sehe, dass Domino sich einen Taucheranzug geschnappt hat, um Bond zu Hilfe zu kommen, denke ich eben nicht "Boah, wie bekloppt ist das denn?".

Scarpine

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Donnerstag, 16. Juli 2020, 15:32

Und wie gesagt, ihr müsst mir dann halt auch diese anderen Punkte erklären. In den anderen Filmen ist zum Beispiel das Bondgirl da, wo es sein soll. Plottechnisch motiviert. Aber hier ist Domino aus Null Anlass plötzlich unten und erschießt Largo. Das ist ganz schwach geschrieben.
Das haben die Macher 1:1 aus dem Roman so übernommen. Das müsste man dann Fleming ankreiden. Im Buch ist das auch viel drastischer und packender geschildert. Hier rettet Domino Bond in letzter Sekunde während eines Todeskampfes mit Largo, den er zu verlieren droht. In den beiden Verfilmungen hält dieser 007 nur jeweils am Gunpoint, als Domino aus dem Nichts auftaucht und Largo erschießt.
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Freitag, 17. Juli 2020, 12:35

@Martin:
Mir ist das mit den anderen Filmen auch bewusst, ich frage mich auch jedesmal warum Solitaire Baron Samedi (Guten Morgen, Boss) nicht erkennt oder es James verschweigt, als Sie Richtung Mohnfelder gehen. Dennoch sind dies alles für mich keine relevanten Drehbuchschwächen.
Ja, das mit dem Streichholz ist einfach nur FAUL geschrieben. Es fiel nicht nur mir auf, sondern auch meinem Kumpel, der mit mir den kompletten Bond-Marathon vollzog.
Ich habe eher das Gefühl, dass du plötzlich einen Narren an dieser Story gefressen hast, Martin. Und es ist, ich wiederhole mich, die Häufigkeit des Blödsinns in EINEM Film.


@Scarpine:
Welches Ende ist 1:1 übernommen? Wie ich schon schrieb, in TB ist es plausibel. Sie wird von Largo auf der Disco Volante gefangen gehalten, st also die ganze Zeit präsent. In NSNA erscheint sie urplötzlich, ohne jede Motivation. Warum sollte Sie sich, ebenfalls urplötzlich, als Profitaucherin ausgeben und auch ganz zufällig, weiß Sie wo Bond sich gerade unten im Meer aufhält?

Es tut mir echt Leid, dass man nicht versucht zu erkennen, dass NSNA in der Tat von allen Bondfilmen, Drehbuch- und Handlungstechnisch der Schwächste ist. Das heißt nicht, dass er im Gesamtkontext der Schwächste sein muss.
Und man muss mir nicht jedes Mal vor's Auge halten, dass es quasi in jedem Bondfilm fragwürdige Momente gibt. Diese sind aber im Gegensatz zu NSNA lapidar.

Ich fasse die Hauptkritikpunkte zusammen:
1) faules Schreiben wie Bond auf Largo kommt. Vergleich mit den anderen Filmen:
Dr. No: Bond ermittelt auf Jamaika über Prof. Dent, die radioakativen Proben bis er auf die Insel kommt
FRWL: Bond hat hier nur die Aufgabe die Lektor zu stehlen
GF: Hier wird das Thema Goldschmuggel aufgegriffen und Goldfinger als Goldliebhaber auf die Vermutungsliste von CIA und MI6 gesetzt. Also hefteet sich Bond deshalb auf Goldfingers Fersen.
TB: über Derval, Dominmo zu Largo
YOLT: Bond kann erahnen, das SPECTRE dahintersteckt (wer sonst, außer USA, UdSSR?)
OHMSS: Blofeld ist das Thema
DAF: Bond ist selber überrascht als er auf Blofeld trifft
LALD: Bond wird von Mr. Big erst erwischt, trifft auf Solitaire, die wiederum auch was mit Kananga am Hut hat. Außerdem wurde Kananga observiert.
TMWTGG: Scaramanga ist das Thema
TSWLM: klar, ist es Zufall, dass ein Teil vom Fischlogo auf die Aufnahme der Konstruktionspläne war. Aber das ist doch nicht so bekloppt wie das Logo des Bösewichts als Herausgeber der Streichholzschachtel, die Petacchi ausgerechnet benutzt.
MR: da über mehrere Stationen recherchiert wird, ist es bis zum Dschungel auch nicht so dumm erklärt.
FYEO: über Loque zur Taube zu Columbo zu Kristatos
OP: über die Auktion zu Kamal Khan zu Octopussy zu dem Zirkus und Orlov
AVTAK: ähnlich wie in GF wird Zorin als suspekte Person in Betracht gezogen und man ermittelt
TLD: von Koskovs Verschwinden zu Kara zu der Verbindung mit Whitaker
LTK: Sanchez ist das Thema
GE: von Natalya über Ouromov nach St- Petersburg bis zum überraschenden Wiedersehen mit Alec
TND: klar, WIE kommt "Der Morgen" so früh auf die Schlagzeilen. Ist auch crazy. Aber ein netter Seitenhieb auf Medien und zu schnellen Journalismus
TWINE: Bond soll Electra beschützen, trifft zufällig auf Renard, als Bond seinen detektivischen Instinkten nachgeht
DAD: Detektiv- und keine Zufallsarbeit, wie eigentlich in jedem EON-Bondfilm, über die Blutdiamanten zu Gustav Graves

Die Craig Filme lasse ich jetzt mal außen vor, denke da ist es auch schlüssig.

2) unwillkürliches finales Auftreten des Bondgirls:
DN: Honey wird zusammen mit Bond gefangen genommen. Sie ist auf Crab Key also die ganze Zeit zugegen.
FRWL: Tania ist auch die ganze Zeit an Bonds Seite
GF: Pussy ist immer noch Goldfingers Pilotin, bevor er mit ihr abrechnen möchte
TB: nochmal: Domino wird auf der Disco Volante gefangen gehalten, ist also zugegen.
YOLT: Kissy gehört als Agentin zum Bondteam
OHMSS: Tracy wird von Bond befreit
DAF: Tiffany irgendwie auch, plus dass Bond Blofelds Mission verhindern muss
LALD. Solitaire, dito.
TMWTGG: Goodnight ebenfalls.
TSWLM: sogar Anya, wobei Sie ja eh mit Bond stark zusammenarbeitete
MR: Bond & Holly machen sich gemeinsam auf dem Weg zur Raumstation
FYEO: Bond, Melina, Columbo und Team erklimmen zusammen St. Cyril
OP: Octopussy will sich an Kamal Khan rächen, Bond nimmt die Verfolgung auf
AVTAK: Bond & Stacey gehen zusammen zur Mine
TLD: Im Finale gegen Whittaker ist Kara nicht dabei
LTK: Bond verfolgt per LKW, Pam per Flugzeug
GE: Bond & Natalya fliegen zusammen in den Dschungel
TND: Bond und Lin (als Agentin) arbeiten zusammen
TWINE: Christmas wird wohl als Belohnung entführt und mit auf's U-Boot geschleppt :D
DAD: Bond und Jinx arbeiten zusammen
CR: Bond verfolgt hier Vesper
QoS: Bond und Camille arbeiten zusammen
SF: kein klassisches Bondgirl
SP: Bond muss natürlich das Bondgirl retten

Auf jeden Fall nirgends, wo das Bondgirl die letzte Viertelstunde überhaupt KEINE Rolle spielt, dann aber aus Faulheit des Drehbuchs (oder von Fleming) wie der heilige Geist im Meer auftaucht und Bond rettet.

Zu Anschlussfehler, Thema Klamotten:
Auch hier schrieb ich --> nicht nur in Bondfilmen, auch in anderen Filmen gibt es das: weißes Unterhemd, nächste Einstellung braunes Unterhemd. Armbanduhr an, nächste Einstellung keine Armbanduhr. Rotes Hemd, nächste Einstellung orange.
HIER ist es aber die Krönung! Bond springt ins Wasser und ist sofort beim direkten Auftauchen seine Schuhe, Socken, Jacke und Hemd los. Chapeau.

Django

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Freitag, 17. Juli 2020, 13:30

Danke für die Zusammenstellung, Mister Bond. Sehr spannend :flower:

Pussy ist immer noch Goldfingers Pilotin, bevor er mit ihr abrechnen möchte

Wobei ich das nie so ganz verstanden habe. Pussy weiss ja vermutlich schon, dass Goldfinger mit ihr noch abrechnen will und vermutlich hat er Pussy auch "entführt" - sie ist ja wohl kaum freiwillig mitgegangen, nach allem, was war. Und Goldfinger weiss, dass sie das weiss. Also ist sowohl Pussys Verhalten unlogisch, die da einfach vorne in der Kanzel sitzt und das Flugzeug nach Goldfingers "Wünschen" völlig widerstandslos fliegt. Andererseits ist auch Goldfingers Verhalten unlogisch, denn von einer solchen "tickenden Zeitbombe" würde ich mich nicht fliegen lassen. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Zitat

DAF: Tiffany irgendwie auch, plus dass Bond Blofelds Mission verhindern muss

Aber warum um alles in der Welt schleppt Blofeld Tiffany auf diese Bohrinsel ?( (hab's nicht mehr 100%ig in Erinnerung). Okay - DAF ist diesbezüglich wohl kaum ein Massstab :D

Zitat

Es tut mir echt Leid, dass man nicht versucht zu erkennen, dass NSNA in der Tat von allen Bondfilmen, Drehbuch- und Handlungstechnisch der Schwächste ist.

Doch - ich erkenne aufgrund Deiner Beschreibungen, dass es hier offenbar zumindest sehr grosse Defizite gibt :prost: . Ich muss mir aber diesen Film wirklich wieder mal angucken (ist schon Jahre her und NSNA ist vermutlich der Bond-Film, der mir am wenigsten geläufig ist) um das für mich beurteilen zu können.

Scarpine

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Freitag, 17. Juli 2020, 15:03

Welches Ende ist 1:1 übernommen? Wie ich schon schrieb, in TB ist es plausibel. Sie wird von Largo auf der Disco Volante gefangen gehalten, ist also die ganze Zeit präsent. In NSNA erscheint sie urplötzlich, ohne jede Motivation. Warum sollte Sie sich, ebenfalls urplötzlich, als Profitaucherin ausgeben und auch ganz zufällig, weiß Sie wo Bond sich gerade unten im Meer aufhält?
Dass Domino eine schlanke, sportliche Taucherin ist und im Finale im Meer auftaucht, ist 1:1 übernommen. Hier sind beide Verfilmungen jedoch in der Umsetzung etwas ungenau. Im Roman hält Largo Domino an Bord der Disco Volante gefangen und foltert sie. Wie sie sich befreit hat, wird nicht erklärt. Im Unterwasserkampf droht Bond gegen Largo zu unterliegen und bekommt keine Luft mehr. In letzter Sekunde lässt der Spectre-Agent von ihm ab. Als Bond aufschaut steckt eine Harpune in Largos Hals. Domino ist aus dem Nichts aufgetaucht. Sie blutet infolge der Folterung aber stark und ist wegen des Blutverlustes zu schwach zum Auftauchen. Auch Bond ist der Ohnmacht nahe, aber vereint schaffen sie es irgendwie zurück an die Oberfläche und verlieren das Bewusstsein. Leiter rettet sie vor dem Ertrinken. In Thunderball folgt Bond Largo an Bord der auf der Flucht befindlichen Disco Volante. Domino wurde zwar gefoltert, aber nicht so drastisch wie ihm Roman. Kutze befreit sie und sie harpuniert Largo, bevor der Bond nach dem Faustkampf auf der Brücke erschießen kann. In Never Say Never Again fehlt Dominos Gefangenschaft und Folterung, aber ihr plötzliches Auftauchen Unterwasser ähnelt eher dem im Roman; ebenso Bonds & Largos Kampf um die Bombe.

In beiden Fällen kommt es jedoch zu diesem ruhigen Gunpoint-Moment, den ich eher unvorteilhaft finde. Wäre es wirklich inmitten dieses packenden Todeskampfes passiert, würde man Dominos Auftreten vielleicht auch nicht als so plakativ wahrnehmen. Somit finde ich hier beide Adaptionen nicht perfekt. Der 1965er Film verzichtet auf den packenden Unterwasserkampf um die Bombe und das 1983er Remake spart Dominos Anwesenheit und Folterung auf der Disco Volante aus. Auch wenn das Auftauchen von Domino Derval durch die szenische Erzählung plausibeler ist, würde ich den Tauchgang von Domino Petachi aber nicht als unlogisch betrachten. Dank Leiters Marine-Kollegen wusste sie ja auch, wo Bond und Largo sich ungefähr befinden und musste 007 mit diesen ja nur durch den Brunnenschacht, der eine Verbindung zum Meer hat, folgen. Jedenfalls finde ich die Kritik an diesem Punkt doch etwas überzogen. Allerdings würde ich dir voll zustimmen, dass das Drehbuch unbestreitbare Schwächen aufweist. Gerade viele der Szenen, die sich um Jack Petachi und/oder Fatima Blush drehen, sind teilweise haarsträubend unlogisch und unsinnig geraten.
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Sonntag, 19. Juli 2020, 11:32


Wobei ich das nie so ganz verstanden habe. Pussy weiss ja vermutlich schon, dass Goldfinger mit ihr noch abrechnen will und vermutlich hat er Pussy auch "entführt" - sie ist ja wohl kaum freiwillig mitgegangen, nach allem, was war. Und Goldfinger weiss, dass sie das weiss. Also ist sowohl Pussys Verhalten unlogisch, die da einfach vorne in der Kanzel sitzt und das Flugzeug nach Goldfingers "Wünschen" völlig widerstandslos fliegt. Andererseits ist auch Goldfingers Verhalten unlogisch, denn von einer solchen "tickenden Zeitbombe" würde ich mich nicht fliegen lassen. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Das kann auch sein, war auch früher meine erste Intention, dass er Sie entführt hat und SIe zwingt zu fliegen. Aber irgendwie denke ich mir doch eher aus, dass er Sie im Glauben lässt, dass er Sie nicht im Verdacht hat. Das ist halt nebulös, aber nicht offensichtlich bekloppt wie Dominos "here I am" in NSNA.


Aber warum um alles in der Welt schleppt Blofeld Tiffany auf diese Bohrinsel ?( (hab's nicht mehr 100%ig in Erinnerung). Okay - DAF ist diesbezüglich wohl kaum ein Massstab :D

Weil er auch eine sexuelle Libido hat. Also, warum nicht? ;)


@Scarpine:
Danke für die Aufklärung. Aber dann ist TB eben doch die bessere Umsetzung, Weil eben schlüssig ist, dass Domino auch anwesend ist. Man entschied sich halt nur wieder gegen einen Unterwasserkampf, vielleicht weil man zuvor schon lange unter Wasser war.
Das mit Dominos Auftauchen in NSNA bleibt einfach nur hanebüchen. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass die Marine Leute Sie freiwillig mit runternehmen. Wieso sollen die auc auf so eine Idee kommen? Und ich glaube auch nicht, dass Domino die einfach überreden kann. Und woher sollen die Bonds Standort kennen? Von der Höhle aus schwimmt er durch die Gegend, er hat ja keinen Peilsender dabei.

Und es gibt zuvor auch nur eine Szene, in der Domino im Meer ist und das auch noch unfreiwillig. Als Sie halt mit Bond & Pferdchen da reinstürzt. Also wirklich, man dreht auf den Bahamas und bei Nizza, Domino schwimmt nicht einmal herum, stattdessen übt Sie lieber Ballett und lässt sich massieren.

Ja, lustig ist's, wie der Film.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Mister Bond« (19. Juli 2020, 11:46)