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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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21

Donnerstag, 6. August 2015, 08:55

So, klasse wars! :thumbup:

Für mich ein ähnlich hohes Niveau wie der 4. Teil.
Die Story ist OK, steht aber eindeutig hinter den teils überragenden Action-Sequenzen. V.a. die Motorradszene dürfte Maßstäbe gesetzt haben.
Sehr bondig kommt die Geschichte auch daher. So erinnern die Wien-Szenen fast schon zwangsläufig an TLD und teilweise auch an QOS (in der Oper).
Die Handlung, bei der es darum geht, dass der IMF aufgelöst werden soll, erinnert etwas an SF mit Alec Baldwin als CIA-Chef und Quasi-Pendant zu Bonds Ralph Fiennes-
Die größten Lacher gehen auf das Konto von Simon Pegg . Jeremy Renner hat diesmal deutlich weniger Action, aber mindestens so viel Screentime.
Kritikpunkt ist für mich die zu plakativ aufgebaute Leading Lady, die schon fast in der Tradition der Jinx (DAD) dem Hauptprotagonisten ebenbürtig sein soll, daber aber etwas zu "super" geraten ist - unabhängig davon, dass Rebecca Ferguson dabei klasse ausschaut. :P
Interessant dürfte auch die Frage sein, was sich BMW seine demonstrativ in Szene gesetzten Auftritte wohl hat kosten lassen. :D

Für mich sind die Teile 1, 4 und 5 auf einem Level, 3 und v.a. 2 fallen dann doch deutlich ab.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

HuntingBond

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22

Donnerstag, 6. August 2015, 10:43

Habe ihn auch gesehen und fühlte mich in einem Plot irgendwo zwischen Le Carre und Fleming. Die Action-Szenen - finde auch, dass die Motorrad-Jagd am schärfsten gelungen ist - kommen schon sehr bondig an, die Handlung selbst ist dann aber doch ein versucht klassisches Spionage-Schachspiel. Meiner Meinung nach stehen sich beide Seiten ein bisschen im Weg. Oder es fehlt an einer sinnvollen Verknüpfung.
Der Grund ist meiner Meinung nach, dass mir das Böse zu flach bleibt. Das "Syndikat" ist weder die große, unsichtbare Bedrohung wie es Spectre stets war (und wohl bald wieder ist), noch kommen sein Strippenzieher und die Handlanger (allen voran der "Bone Doctor") ernsthaft gefährlich rüber. Cruise selbst funktioniert aber ganz gut in all dem. Es ist schön, dass er mit Ethan Hunt seine eigene Agentenrolle gefunden hat. Wäre er ein Bond, müsste er mehr Sprüche bringen, wäre er ein Jason Bourne, müsste er mehr draufhauen - dass seine Figur auf beides verzichtet, macht sie eigentlich zu einem klassischen Agentenwerkzeug. Gefällt mir.
"What exactly do you do?" - "Oh, I travel... a sort of licensed troubleshooter."

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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23

Donnerstag, 6. August 2015, 10:56

Der Grund ist meiner Meinung nach, dass mir das Böse zu flach bleibt. Das "Syndikat" ist weder die große, unsichtbare Bedrohung wie es Spectre stets war (und wohl bald wieder ist), noch kommen sein Strippenzieher und die Handlanger (allen voran der "Bone Doctor") ernsthaft gefährlich rüber.

Das stimmt. Im Endeffekt gehts nur ums Geld, weshalb kein richtiges Bedrohungsszenario entsteht.
Den Knochendoktor finde ich auch eher mäßig. Die Figur ist weit weniger bedrohlich als sie vermutlich sein soll. Ein Effekt wie bei Stamper in TND.

Cruise selbst funktioniert aber ganz gut in all dem.

Ich finde Cruise auch klasse in der Rolle, wobei ihm in "Rogue Nation" Rebecca Ferguson etwas die Show stiehlt. Und das gefällt mir nur bedingt.

Aber das alles hört sich jetzt negativer an als es ist. Tolles Bombast-Kino mit einer Weltreise wie in einem Bondfilm.
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HuntingBond

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24

Donnerstag, 6. August 2015, 11:10

Ich finde Cruise auch klasse in der Rolle, wobei ihm in "Rogue Nation" Rebecca Ferguson etwas die Show stiehlt. Und das gefällt mir nur bedingt.

Mir gefällt, dass sie ein bisschen in den Mittelpunkt rückt. Sie ist eigentlich der einzige ambivalente Charakter im Film - ihre Rolle bleibt am längsten undurchsichtig. Die Macher könnten das bei einer möglichen Fortsetzung sogar wieder aufgreifen und aus ihr eine tatsächliche Bedrohung machen. Dann würde sich sogar der Kreis zum ersten MI-Teil schließen; denn irgendwie ist Verrat und das Spiel mit Identitäten ja ein Kernelement der Reihe.
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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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25

Donnerstag, 6. August 2015, 11:37

Das ist natürlich auch wahr.
Um ehrlich zu sein: Ich hatte etwas darauf gehofft, dass sie sich als böse entpuppt, auch wenn es zusehends unwahrscheinlicher war (eigentlich ja am Anfang schon). Ein Kampf mit Ethan hätte schonw as gehabt.
Ich fand sie einfach etwas zu gut in ihren Aktionen.
Und meiner Meinung nach hätte man zumindest eine Szene haben sollen, in der Ethan Ilsa rettet. So bleiben nur seine Rettungen durch Ilsa im Gedächtnis. Vielleciht bin ich da aber auch einfach zu sehr von Bond geprägt (sogar Jinx wird am Ende von DAD von bond gerettet).
A propos Bond: "Ilsa Faust" könnte glatt aus der Feder Ian Flemings stammen.
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Dr. moVe

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26

Montag, 10. August 2015, 20:13

Gott, wie ich diese Filme liebe. Der neue, fünfte Teil war der Blockbuster dem ich in diesem Jahr neben Spectre die zweitgrößte Vorfreude entgegenbrachte (Sorry an alle Star Wars-Fans). Und ich wurde nicht enttäuscht !
:party:
Ich habe die M:I-Kino-Reihe seit ihrem Bestehen als würdige Konkurrenz zu Bond wahrgenommen, und freute mich stets für jeden Triumph den sie einfahren konnte.
Somit ist es auch nicht verwunderlich das ich sie zu meinen 10 liebsten Filmreihen zähle.

Ghost Protocol war sicher etwas fulminanter, und sowohl Handlungs-Szenario als auch die Locations Larger than Life-artiger als im neuen Film.
Dafür ist Rogue Nation trotz seiner im Verhältnis spürbaren 'Nüchternheits'-Ansätzen (die aber zum Glück keinen so drastischen Break darstellen wie zwischen MR und FYEO) etwas zackiger inszeniert und teilweise auch etwas moderner, aber auch auf gewisse Weise geklonter. Sehr viele Versatzstücke und Anlehnungen an die Agentenfilme der letzten Jahre sind spürbar. Wobei dieser Aspekt allerdings dermaßen exzessiv und gleichzeitig rasant serviert wird, daß es fast schon wie ein eigenes Stilmittel und gar nicht mal störend wirkt.
Gadget-Höhepunkt war für mich diesmal das Programm-Heft zur Wiener Oper, das aus Smartpaper war.
Das das Hunt-Universum BMW als Product Placement-Partner bisher sämtliche Filme bis heute gehalten hat, empfinde ich als angenehm konsequent.

Bei dieser Filmreihe fällt es mir äußerst schwer eine Rangliste zu erstellen, denn jeder einzelne Jahrgang ist für mich eigentlich abfeiernswert. Ja, selbst der so oft verschmähte und gehasste Teil 2 von Mr. Woo.
Sicher gibt es an dem Film viel zu kritisieren. Kaum einer der 5 Filme der Reihe läd so dazu ein, diverse Elemente von ihm kräftig zu zerreißen. Aber für mich funktionieren Filme eben nicht nur nach purem Regelwerk-Dogma und konventionell-erzählerischen Kriterien und Genre-Gesetzen. M:I-2 mag ja ein arg merkwürdiges, über's Ziel hinaus schießendes und somit ziemlich kurioses Glied der Reihe sein, ABER: ich kenne keinen Actionfilm von dermaßen poetisch-über­wäl­ti­gender Sinn­lich­keit. Ein ausgesprochen ästhetischer Höhepunkt des Edel-Trashkinos, das stets eine 'Underdog'-Sonderstellung in meiner Wahrnehmung einnehmen wird.

Dennoch stimme ich wiederum vollkommen in den 'Einheitschor' der Allgemeinheit ein, wenn es um die Beurteilung der Reihe ab Teil 3 geht. Die Serie scheint mit jedem Film mehr zu sich selbst zu finden und somit tatsächlich von mal zu mal BESSER denn je zu werden.
Kann es eine wünschenswertere Entwicklung für einen Fan geben ? :dance:

Hier mal meine persönlichen aktuellen Franchise-Favoriten:

Film: Mission: Impossible - Rogue Nation
Haupt-Villain: Owen Davian (Philip Seymour Hoffman)
Haupt-Girl: Ilsa Faust (Rebecca Ferguson)
Henchman: Franz Krieger (Jean Reno)
Infiltrate-Sequence: CIA headquarters in Langley (M:I-1)
Pre-Title-Sequence: Rogue Nation "Open the door !"
Title-Sequence: Kyle Cooper (M:I-1)
Director: Brad Bird
Briefing-Scene "Good Morning, Mr. Hunt": Sunglasses-Scene at Monument Valley, Utah
This Message will destruct in 5-Seconds-Moment: Callbox (Ghost Protocol)
Score: Danny Elfman (M:I-1)
Car: BMW Concept Vision Efficient Dynamics (Ghost Protocol)
Official Film-Poster: Ciara Mcavoy (US-Hauptplakat für M:I-1)
Costume Design: Michael Kaplan (Ghost Protocol)
Location: Burj Khalifa in Dubai
Fight-Sequence: Rauf- und runter-Nummer in der Wiener Staatsoper (Rogue Nation)
Action-Sequence: Climbing Burj Khalifa (Ghost Protocol)

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (10. August 2015, 23:30)


Baron Samedi

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27

Donnerstag, 13. August 2015, 23:56


Bei dieser Filmreihe fällt es mir äußerst schwer eine Rangliste zu erstellen, denn jeder einzelne Jahrgang ist für mich eigentlich abfeiernswert. Ja, selbst der so oft verschmähte und gehasste Teil 2 von Mr. Woo.
Sicher gibt es an dem Film viel zu kritisieren. Kaum einer der 5 Filme der Reihe läd so dazu ein, diverse Elemente von ihm kräftig zu zerreißen. Aber für mich funktionieren Filme eben nicht nur nach purem Regelwerk-Dogma und konventionell-erzählerischen Kriterien und Genre-Gesetzen. M:I-2 mag ja ein arg merkwürdiges, über's Ziel hinaus schießendes und somit ziemlich kurioses Glied der Reihe sein, ABER: ich kenne keinen Actionfilm von dermaßen poetisch-über­wäl­ti­gender Sinn­lich­keit. Ein ausgesprochen ästhetischer Höhepunkt des Edel-Trashkinos, das stets eine 'Underdog'-Sonderstellung in meiner Wahrnehmung einnehmen wird.


Schön bei all der Mäkelei, die M:I-2 sonst entgegengebracht wird, einen Gleichgesinnten zu finden und diese sprachlich wunderbare Liebeserklärung an den zweiten Teil zu lesen. Ach, was habe ich von dieser Motorradjagd und der finalen Prügelei am Strand geschwärmt, als ich 2000 in England aus dem Kino kam. Ja, M:I-2 hat eine einzigartige Ästhetik, und auch wenn es sicher nicht John Woo's beste Arbeit ist (die hat er zu Hong Kong-Zeiten abgeliefert), auch wenn Tom Cruise in der ein oder anderen Szene seltsam wirkt: ich habe noch immer eine tiefe Schwäche für diese unverhohlen dick aufgetragene Zelebrierung des Action-Kinos.
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bondandy

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Donnerstag, 3. September 2015, 19:48

Hab ich vorletzte Woche auch endlich im Kino gesehen. Was für ein Hammer Film!
Richtig geile Action (kommt vor allem viel beeindruckender rüber, wenn man die Making-Of's dazu gesehen hat).
Tolle Chemie zwischen den Schauspielern.
Extrem lustig und unterhaltsam (Gott, was hab ich gelacht).
Tolle Locations.
Zu guter letzt: REBECCA FERGUSON! :rolleyes: :bleah: :bleah: :bleah: :heiss:


Ihr merkt er hat mir sehr gefallen. Ähnlich gut wie Teil 4. Freue mich schon auf Teil 6.

Kurze Frage.

Die Location, welche kurz vor Ende des Films (Szene mit Maske um den Polizeichef/ Geheimdienstchef zu doubeln (Schlagwort Wahrheitsserum)) hat mich stark an die Making-Ofs von James Bond zu Spectre erinnert. Ist da was dran?
"Pistole weg, ich bin schneller!"

"Und, 007, wie war die letzte Nacht?" - "Ach, Q, ein ständiges auf und ab!"

"Freuen Sie sich nicht zu früh, Sie haben noch viel Zeit um zu sterben!"

"Ich bin doch schon tot!" - "Für mich nicht tot genug!"

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29

Montag, 7. September 2015, 11:20

Gegen Ende sieht man übrigens in London auf dem Parkplatz einen Aston Martin DB5 im Hintergrund.

Ansonsten ist es ein starker Film, spannend, übersichtlich und gut gefilmt mit beeindruckender Action. Nur der Auto Überschlag in Marokko sah zu billig aus. Und nicht zu vergessen die fantastische Hauptdarstellerin.

Baron Samedi

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Freitag, 11. September 2015, 00:25

Ich gehe ja mittlerweile so gut wie gar nicht mehr ins Kino, aber wenn es einen Pflichtfilm im Jahr 2015 neben SPECTRE gibt, dann den neuen Mission Impossible.

Und nun habe ich ihn endlich gesehen und bin erwartungsgemäß begeistert. Das üblich hohe M:I-Niveau mit vielen guten Ideen, die zu einem stimmigen Gesamtpaket mit fulminanter Action verarbeitet werden. Besonders hat mir das Verwirrspiel in der Wiener Oper gefallen.

Übrigens: Beste Trailer neben SPECTRE (schön, ihn auf der großen Leinwand zu sehen): Sicario und Black Mass. Zwei Filme, die ich im Hinterkopf behalten sollte.
"Good morning Boss, it's sure going to be a beautiful day, yes a beautiful day."

31

Freitag, 11. September 2015, 17:44

Ich gehe ja mittlerweile so gut wie gar nicht mehr ins Kino, aber wenn es einen Pflichtfilm im Jahr 2015 neben SPECTRE gibt, dann den neuen Mission Impossible.
:kneel: Star Wars!
"That's one hell of a Pilot!"

32

Freitag, 11. September 2015, 19:33

Ich gehe ja mittlerweile so gut wie gar nicht mehr ins Kino, aber wenn es einen Pflichtfilm im Jahr 2015 neben SPECTRE gibt, dann den neuen Mission Impossible.
:kneel: Star Wars!
Auf jeden Fall! Und wenn es möglich ist, wieder im IMAX! :thumbup:

Martin

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Freitag, 17. August 2018, 22:01

Mit leichter Verspätung hab ich nun Mission: Impossible - Fallout gesehen. Die Kritiken vermittelten ja den Eindruck, dass dieser Teil quasi der Dark Knight der M:I-Reihe ist. Und man las nicht selten, dass das Franchise jetzt qualitativ Bond überholt hat. Gerade in Bezug auf den letzten Bond Spectre kann ich dem ohne weiteres zustimmen. Verglichen mit Fallout ist die schnarchige Rom-"Jagd" und vor allem das Finale von Spectre einfach nur ein peinlicher Haufen Mist. Das muss man leider so knallhart sagen.

Die drei großen Actionsequenzen von Fallout sind grandios und dank Tom Cruise' todesverachtendem Einsatz schweißtreibend. Man kann von Cruise ja halten, was man will, aber in Zeiten, wo Marvel-Faschingshelden nur noch zwei Stunden lang vor einer Greenscreen herumturnen, wirkt sein halsbrecherischer Einsatz wie ein erfrischendes Relikt aus den glorreichen Zeiten des Kinos, von Buster Keaton über Errol Flynn bis zu Jackie Chan. Auch die Bondreihe hatte einmal diesen Nimbus der Echtheit durch waghalsige Stunts oder authentisch vor Ort gefilmten Locations. Bei diesem Aspekt muss man wirklich zugeben, dass M:I Bond da tatsächlich weit überholt hat.

Auch bei seinem Einsatz hinter der Kamera führt Cruise meiner Meinung nach vor, wie wahre Leidenschaft für ein Franchise aussieht. Er kriegt regelmäßig hin, was für EON scheinbar unmögliche Missionen sind. Von wirklich neuen und exotische Drehorten wie Australien, Dubai oder Norwegen - die die Bondmacher immer aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen wie Gewerkschaften, etc. nicht hinkriegen, über regelmäßige neue Franchise-Beiträge bis hin zu den Startterminen. Während sich die Bondfilme seit 1995 in ihrer Winternische verstecken und selbst dort mittlerweile von Marvel und Star Wars aufgescheucht werden, macht Cruise einfach ebenso klassische wie aufregende Sommer-Blockbuster, die selbst in der Rekordhitze die Leute in Scharen in die Kinos locken. Ich würde mir mal wieder einen Sommer-Blockbuster-Bond à la Spy wünschen, der von sich reden macht. (Natürlich kann man Cruise wegen seiner Scientology-Aktivitäten auch kritisch sehen, aber ich finde es immer sehr schade, wenn er nur darauf reduziert wird. Das erscheint mir immer als typisch deutscher penetranter Moral-Narzissmus.)

Der Film an sich schafft einen beeindruckenden Spagat zwischen augenzwinkender Selbstironie - vor allem im Zusammenspiel mit Bond-Anwärter Henry Cavill, der mit seiner Chefin Angela Bassett anfangs tatsächlich ein bisschen wie ein sich ins fremde Franchise verirrter Bond wirkt, gelungenen Anspielungen auf sowohl frühere M:I-Filme als auch Bond-Klassiker, und einem ernsthaften, selbstreflektiven Überbau, der das ganze dramaturgisch zusammenhält und der Figur Ethan Hunt wesentlich mehr Profil verleiht. Insofern ist Ethan Hunt mittlerweile längst als Heros im Olymp der Popkultur angekommen. Gerade in Bezug auf Themen wie Privatleben versus Weltretten wirkt Fallout um Lichtjahre reifer und runder als Spectre.

Das native RealD war zumindest in dem Kino, das ich besuchte, nicht perfekt und hatte oft Geisterbilder, aber gerade in den Actionszenen war es insgesamt ein Mehrwert.

Bei allem Lob muss ich aber auch sagen, dass ich Fallout (noch) nicht als den "Dark Knight der M:I-Reihe" sehe, und jetzt auch nicht besser als alle letzten vier Bondfilme zusammen, wie manche Kritiker meinten. Dafür finde ich vor allem CR, aber auch QOS und SF dann doch nicht soo schlecht. Und ich glaube, mein Favorit wird trotzdem der erste Teil von Brian De Palma bleiben. Und auch Brad Birds Phantom Protocol wird vielleicht auch nach weiteren Sichtungen seinen zweiten Platz behalten.

Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 17. August 2018, 22:29

Da bin ich auch mal wieder. Habe den Film vorgestern im Kino geguckt und kann mich den positiven Kritiken nur anschließen. Ich finde den Film großartig und schaue ihn mir morgen nochmal im Kino an.
Bisher war, trotz der tollen "Ghost Protocol" und "Rogue Nation" immer noch De Palmas Erstling mein Favorit. "Fallout" könnte daran rütteln.

Der Film hat auch das beste Finale des Franchises! Gerade wegen der atemberaubenden Jagd durch die Lüfte, Tom klettert am Hubschrauber, Kamera immer nah dran, ohne Firlefanz, man sieht alles. Da bleibt einem die Spucke weg und man muss einfach den Hut vor Tom Cruise ziehen.
Auch die zeitgleiche Konfrontation zwischen Ilsa und Solomon Lane, dazu eben die emotionale Bindung. Das alles zusammen hebt sich deutlich von anderen "typischen" Finals ab.
Die Charaktere sind alle stark und meine Hoffnungen bezüglich der Fortführung von Lanes Charakter und dass Henry Cavill eben nicht einfach so einen weiteren Good Guy im IMF-Team spielt, wurden erhört. Rebecca Ferguson, Vanessa Kirby sind beide top. Dazu unsere alten Freunde, aber Gott sei dank ist immer noch Ethan Hunt der Anker, Herz und Seele des Films und wird trotz der guten anderen Darsteller nicht als Nebendarsteller degradiert.

Außerdem dachte ich gerade beim Pariser Coup sehr wohl an Nolan/Dark Knight und Heat. Die Planung von Hunts Team, dazu noch der Score, welcher dort in einigen Szenen sehr stark an Hans Zimmers Werke für Nolan, eben die Batman Filme und Inception, erinnert.
Diesen Film muss man auch auf der großen Leinwand goutieren. Die Cinematografie ist fabelhaft. Paris wird toll eingefangen, egal ob beim Halo-Jump oder den wilden Verfolgungsjagden oder das Finale über den Bergen.


Spätestens seit Teil 4 bin ich Fan dieses Franchises. Bs auf Teil 2 stecken diese Filme leider auch unsere Bondfilme seit 1995 locker in die Tasche. Ausnahmen sind da für mich die beiden Campbell Beiträge und ich wiederhole mich gerne, dass ich Spectre mag, dann gefolgt von Skyfall, welche ich aber nicht auf dem Niveau von Mission: Impossible Filme Nr. 1, 4, 5 und 6 sehe.

Meine Wertung der Filme:
M: I 10/10
M:I 2 3/10
M:I 3 7/10
M:I - Ghost Protocol knappe 9/10
M:I - Rogue Nation 9/10
M:I - Fallout 9/10? 10/10?...die Zukunft wird es sagen.

Martin

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Sonntag, 19. August 2018, 23:17

Außerdem dachte ich gerade beim Pariser Coup sehr wohl an Nolan/Dark Knight und Heat. Die Planung von Hunts Team, dazu noch der Score, welcher dort in einigen Szenen sehr stark an Hans Zimmers Werke für Nolan, eben die Batman Filme und Inception, erinnert.


Stimmt, vom Stil her kommt es Nolan durchaus sehr nahe.

Eine Sache ist mir noch eingefallen, die M:I für mich ebenfalls Bond voraus hat: Das Schaffen glaubwürdiger Bedrohungsszenarien. Bei allen M:I-Filmen, auch dem recht schwachen Zweiten, hat man das Gefühl, dass hier einiges auf dem Spiel steht. Hunt hat nicht nur buchstäblich immer eine enorme Fallhöhe. In der Craig-Ära ist gerade das ein ziemliches Manko. Bei CR hat das als erfrischender Kontrast zu DAD noch gut funktioniert. Bei QOS ging es um die Wasserversorgung von Bolivien. Nun ja. Die Hacker-Szenarien von SF und SP sind auch eher abstrakt, wenn auch nicht un-intelligent. Aber man hat hier im Gegensatz zu M:I nicht das Gefühl, dass etwas wirklich ganz Schlimmes passiert, sollte Bond versagen.

Bei Bondfilmen gibt es offenbar dieses Dogma, dass große, globale Bedrohungen nur in den augenzwinkernden Fantasy-Beiträgen funktionieren, während es in den geerdeten Filmen immer bewusst ein paar Nummern kleiner gehalten werden muss. Dass sich Anspruch und Ernsthaftigung und ein überlebensgroßes Bedrohungsszenario aber nicht notwendigerweise gegenseitig ausschließen müssen - sondern sich sogar wunderbar ergänzen können - zeigt Fallout eindrucksvoll.

Spoiler Spoiler

Das Stichwort Wasser als Ressource der Zukunft zeigt das exemplarisch sehr gut. Hier ist Fallout deutlich konsequenter als QOS, in dem die Thematik in ihrer globalen Bedeutungen lediglich angedeutet wird. Überhaupt wird die Gefahr in den letzten Bondfilmen immer eher in Dialogen erklärt, als gezeigt. "Wenn wir scheitern, haben wir den globalen Terrorismus finanziert", "Wir müssen uns diese Ressource sichern", etc. pp. Während in Fallout eine kurze effektive Szene zu Beginn die Gefahr visualisiert und dabei gleichzeitig noch Spaß macht und das klassische M:I-Feeling vermittelt.

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 21. August 2018, 00:19

Das stimmt wohl. Ich sah "Fallout" am Samstag zum zweiten Mal im Kino und war wieder gebannt. Die Action-und Spannungssequenzen drückten mich wieder in den Sessel.

Ich muss dann eine weitere Lanze für "Fallout" brechen, hat Dr.moVE doch im anderen Thread diesen Film fehlende in Erinnerung haftende Szenen vorgeworfen. Etwas was Teil 1 mit Langley und "Ghost Protocol" mit dem Burj Khalifa hat.
Zum einen sollte man wissen, dass die EINE kultige Szene noch keinen guten Film ausmacht. Klar hat man bei "Jäger des verlorenen Schatzes" die Szene vor Augen wie Indy vor der Kugel abhaut, aber ist diese Szene DER Grund dafür, dass dieser Film ein Klassiker ist? Nein.
Bei Mission: Impossible (1996) denke ich auch vor allem an die komplette Eröffnung in Prag. Das ist meisterhaft inszeniert, genauso wie das Aufeinandertreffen von Hunt und den von Henry Czerny verkörperten Charakter im Prager Café. Dann natürlich das Finale!
Teil 3 bietet auch mehrere Szenen, die bei mir im Gedächtnis verankert sind. Das wären natürlich die komplette Vatikan Szene und Entführung von Owen Davian, so wie der spektakuläre Angriff auf der Brücke, aber diese Szenen sind mir persönlich noch wichtiger: nämlich als Ethan Hunt gefesselt und verzweifelt um das Leben seiner Frau flehen muss.
"Rogue Nation" hat ebenfalls DREI große Szenerien. Die Wiener Oper Sequenz ist einfach meisterhaft umgesetzt und eines Hitchcockwürdig. So etwas fehlt mir dann im spaßigen "Ghost Protocol". Dazu die nicht minder spannende Sequenz im Wassertank und die darauffolgende spektakuläre Hatz durch Marrakesch.
"Fallout", ich möchte nicht spoilern, deshalb eher in Stichworten: Halo-Jump (hallo Mark Forster, so wird eine Szene im freien Fall gedreht), Pariser Club/Toilettenkampf, Befreiungsaktion Paris mit spektakulären Verfolgungsjagden (Marrakesch wird einfach mal getoppt), das komplette Finale und zwar auch in cinematografischer Hinsicht.
Ebenfalls wichtig für gute Filme sind die Charaktere und da bieten "Rogue Nation" und "Fallout" doch wesentlich interessantere als eben "Ghost Protocol". Paula Patton ist zwar sexy, aber Rebecca Ferguson kann auch sexy sein und ihre Ilsa Faust ist für mich vielleicht die beste Frauenrolle in einem Actionfilm.
Sean Harris als Solomon Lane steckt Michael Nyqvist als Bösewicht auch locker in die Tasche und spielt mit Philipp Seymour Hoffmanns Owen Davian in einer Liga. Simon Peggs Figur ist auch ausgereifter, generell ist der ganze Cast fantastisch.
"Ghost Protocol" ist ein Spaß-Film, aber ich sehe den wie in der Bondreihe "Moonraker": macht Bock, hat tolle Aufnahmen, aber "Liebesgrüße aus Moskau" oder "Der Spion" sehe ich mit den Thrillerelementen doch deutlich im Vorteil.
Und "Burj Khalifa" ist wohl auch so im Kopf, weil man vor Kinostart NUR über diesen Stunt berichtete und der Burj Khalifa auch noch sehr jung war.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mister Bond« (21. August 2018, 00:54)


Martin

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Freitag, 24. August 2018, 04:41

Ich muss dann eine weitere Lanze für "Fallout" brechen, hat Dr.moVE doch im anderen Thread diesen Film fehlende in Erinnerung haftende Szenen vorgeworfen. Etwas was Teil 1 mit Langley und "Ghost Protocol" mit dem Burj Khalifa hat.


So toll ich Fallout auch fand, ein Stück weit kann ich die Kritik schon nachvollziehen. Es gab jetzt die dritte Motorradjagd in bisher sechs Filmen. Gefühlt heizt Hunt in jeden zweiten M:I-Film mit dem Motorrad herum. Dann wieder die nukleare Bedrohung (ist bei dem Titel ja kein echter Spoiler). Als wirklich relativ neuartig empfand ich eigentlich nur das Finale.

"Ghost Protocol" ist ein Spaß-Film, aber ich sehe den wie in der Bondreihe "Moonraker": macht Bock, hat tolle Aufnahmen, aber "Liebesgrüße aus Moskau" oder "Der Spion" sehe ich mit den Thrillerelementen doch deutlich im Vorteil.
Und "Burj Khalifa" ist wohl auch so im Kopf, weil man vor Kinostart NUR über diesen Stunt berichtete und der Burj Khalifa auch noch sehr jung war.


Naja, ganz so abgefahren wie Moonraker fand ich ihn nun auch wieder nicht. Neben der Burj-Khalifa-Szene ist mir hier einiges sehr gut in Erinnerung geblieben. Der Einbruch in den Kreml mit der Holowand, der Deal vor der Klettersequenz und die Sandstumjagd danach und schließlich auch das Finale. Sicherlich steht bei dem Film der Spaß etwas mehr im Vordergrund, aber den machte die Originalserie ja nun mal auch aus. Genau das ist auch der Punkt, der Ghost für mich allen anderen Filmen voraus hat: Er kommt dem Geist des Originals am nächsten. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Serie so eine ernsthafte, teils apokalyptische Grundstimmung hatte. Zudem ist der Erfolg am Ende hier auch am meisten Team-Arbeit. Und auch darum ging es ja immer hauptsächlich bei M:I, nicht nur um die Aktionen und Affären von Jim Phelps.

Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 24. August 2018, 07:52

Moin :)

Also es ist die dritte Mottorradverfolgungsjagd in sechs Filmen. Die von Teil 2 ist zum Vergessen, dieses lächerliche auf cool getrimmte. Richtig gut sind eben die aus Rogue Nation und diese hier, wobei bei "Fallout" es durch den ganzen Innenstadt Paris Verkehr nochmal was anderes ist.
Und das mit der Atombombe ist eben bei "Protocol" und "Fallout" der Fall. Beide Bösewichte haben ähnliche Motive, aber dadurch dass Solomon Lane schon in "Rogue Nation" dabei war ist seine Figur besser ausgearbeitet.

Bei "Ghost Protocol" sehe ich die Szenen um den Burj Khalifa als was Ganzes, also mit Deal und Sandsturm.

Und die Serie hatte sehr wohl ernste Momente und sie war eben nicht so "witzig" wie "Ghost Protocol".
Und das mit "Moonraker" meine ich mit meinem persönlichen Spaßfaktor. Der Spaß-Bond und der Spaß-M:I.

ollistone

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Dienstag, 28. August 2018, 10:48

Jetzt habe ich M:I auch endlich gesehen, leider in 3D, was nicht nur keinen Mehrwert brachte, sondern ich sogar störend empfand, als hätte ich nur noch 80 % Sehkraft… Das tat dem Gesamterlebnis allerdings keinen Abbruch: bombastischer Film, keine Frage.

Ich war bislang kein sonderlicher Fan der Serie, werde es vermutlich auch nie in dem Maß sein, wie ich mich für Bond begeistern kann; M:I ist für mich selten mehr als die Summe seiner Actionszenen. Hübsch anzusehendes Popcorn-Kino auf höchstem Niveau, eine Tom-Cruise-One-Man-Show mit banalem Inhalt und einer Story, die ich in der Regel schon am nächsten Tag wieder vergessen hatte. Ohne Zweifel muss man der Serie popkulturell prägende Momente bescheinigen, insbesondere die Einbruchszene im ersten Teil. Mit solchen Szenen schreibst du Filmgeschichte.

Fallout hat mir dagegen ausnehmend gut gefallen. Zwar hatte ich die Vorgeschichte mit Ilsa, Salomon Kane oder Julia überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, man kann den Film aber auch ohne dieses Vorwissen genießen. Mit Rebecca Ferguson, Henry Cavill (Codename U.N.C.L.E.) und Vanessa Kirby (Prinzessin Margaret in The Crown) und Sean Harris (musste da noch jemand ständig an Tom Hardy denken?) richtig gut besetzt, der schon angesprochene Score perfekt, cineastisch einfach meisterhaft. In manchen Momenten ist er tatsächlich nahe dran an Nolan (Vorbereitung der Entführung Kanes in Paris), andere Szenen suchen ihresgleichen, etwa Kashmir. Da kann ich mich meinen Vorrednern nur vorbehaltlos anschließen.

Jetzt kann man sich fragen, inwieweit Mission Impossible eine Vorlage für Bond ist, inwieweit sich der nächste Bond daran messen lassen muss, ob M:I der bessere Bond ist, ihn gar ablöst. Meiner Meinung nach völlig falsche Fragen. Dass Fallout Maßstäbe an der Actionfront setzt, ist unbestreitbar. Aber ist es damit getan, einen Craig gegen Cruise auszuspielen, mit dem Hinweis, dass Cruise selbst in einem Höllentempo durch Paris rast, während in Istanbul nur eine schlecht gemachte Kopie von Craig auf dem Motorrad sitzt? Zum einen ist nichts Ehrenrühriges dabei, Stunts von Stuntmen ausführen zu lassen – bei allem Respekt für Cruise’ Einsatz muss man das nicht von jedem Schauspieler erwarten. Zum anderen gibt es dann immer noch diese kleinen, unerreichten Momente, wenn Bond sein Motorrad etwa gegen die Brüstung fährt, um sich auf den Zug zu katapultieren. Von der anschließende Baggerszene ganz zu schweigen. Das kann Bond besser als zuletzt in Spectre gezeigt, und wenn sie sich Mühe geben, hat Bond auch in Zukunft solche Einfälle exklusiv, das muss dann meinetwegen auch gar nicht so beeindruckend aussehen wie in M:I. Mir persönlich gefällt eine pfiffige Idee oft besser als die mit Riesenaufwand gedrehte Szene.

Insbesondere die Craig-Ära hat in den Actionszenen ein Maß zwischen handgemacht, spektakulär und dennoch glaubwürdig gefunden, das nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal ist – denke ich nur an die Parcour-Verfolgung in CR. Die Hubschrauber-Verfolgung in Fallout ist atemberaubend, unfassbar gut gefilmt, vor der Landschaft von Kashmir sensationell eingefangen, mit Bildern, die man so noch nie gesehen hat – ob es zwingend eine Blaupause für Bond wäre, ist fraglich. Möglicherweise würde man sich damit schon wieder auf dem „Over the top“-Niveau der Brosnan-Bonds bewegen.

Jedenfalls kann ich einen Mission Impossible in vollen Zügen genießen, ohne mich zwanghaft fragen zu müssen, ob das der Genickschuss für die Bond-Reihe ist. Ist es nicht. Aber die Messlatte wurde ein Stück nach oben gesetzt, das räume ich ein. Davon angesehen ist Bond einfach so viel mehr als nur gute Action. Schauen wir mal, was sie daraus machen.

Ich habe mich während des Films trotzdem oft gefragt bzw. mir vorzustellen versucht, wie ich diesen Film als Bondfilm empfinden würde. Mit Craig statt Cruise, mit Q, Moneypenny und M anstelle Hunts Team. Streckenweise würde es vermutlich durchaus funktionieren. Würde ich einen solchen Bond gut finden, würde er meine Erwartungen erfüllen? Weiß ich nicht. Vielleicht hätte mir doch zu viel gefehlt, möglicherweise würde ich dem Werk eine gewisse Oberflächlichkeit attestieren, die wir jedenfalls mit den besseren Craig-Bonds überwunden hatten. In einem Bond hätte mich die Szene, wie Hunt bei seinem ersten Treffen mit der Weißen Witwe vier oder fünf mordbereite Killer mal eben aus dem Weg räumt, vermutlich kopfschüttelnd irritiert. Andererseits, zu einem unstimmigen Werk wie Spectre hätte es wiederum gepasst.

Da wir schon dabei sind: den Vorwurf einiger schamloser Bond-Plagiate muss ich an der Stelle doch mal erheben. Hunt wird von Benji durch London dirigiert – kennen wir aus Skyfall. Die Toilettenprügelei hatten wir in CR, nimmt hier natürlich viel mehr Raum ein. Die Fahrstuhlszene – Hunt hängt sich unten an den abfahrenden Fahrstuhl – ist eine 1-zu-1-Kopie aus Skyfall, und auch das erste Treffen mit der Weißen Witwe inklusive Cocktail erinnert mich sehr an Bonds erstes Treffen mit Severin, so wie mich die ganze Figur der Weißen Witwe auch an Severin erinnerte, dieses flüsternd-geheimnisvolle Understatement, auch wenn die Witwe eine größere Rolle hat.

Man wünscht Fallout noch ein paar Zuschauer mehr, von den 7 Millionen, die Skyfall oder Spectre in Deutschland hatten, ist er doch noch ein Stück entfernt (im Moment knapp 1 Mio.), die von Martin angesprochenen „Scharen“ hat er jedenfalls gestern nicht mehr ins Kino gelockt.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (28. August 2018, 13:49)


Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 28. August 2018, 12:37

Sehr schön, nur sehr viel Vergleich zu Bond, statt nur die Meinung zum Film ;)

Anbei paar Korrekturen:
Benji führt Etha Hunt bereits in M:I 3 (2006) durch die Gegend. Wer hat also kopiert? Toilettenprügeleien gab es schon in mehreren Filmen und früher. Das WIE ist aber der Knackpunklt und da unterscheidet sich Fallout doch sehr stark von CR.
Die Fahrstuhlsequenz? Außer dass beide darunter hängen gaaanz anders inszeniert.
Und Fallout hat in Deutschland leider immer noch nicht die 1 Mio. Besucher geknackt, wird das aber auf jeden Fall schaffen.

Insgesamt aber haben die M:I Filme bis auf Teil 2 für mich tatsächlich mehr Substanz, auch abseits der Action, als die Bondfilme der Ära Babs/Michael. Ausnahme hier: CR und persönlich auch GE. Diesen prätentiösen Mist wie in SF und SP sollen die lassen, dann wären es noch bessere Filme gewesen. Tom Cruise schafft mit M:I Filme, die Thrill, Action und Humor auf Topniveau bieten mit guten weiteren Darstellern.

Ansonsten soll sich Bond ja nicht actionmäßig unbedingt an M:I orientieren und Huint ist ein anderer Charakter als Bond.
Bond war auch für mich früher nicht immer nur Action. Das stimmt.