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Martin

Brosnans Last Line of Defense

  • »Martin« ist männlich
  • »Martin« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 944

Registrierungsdatum: 31. Mai 2013

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1

Montag, 4. Mai 2015, 00:40

Das beste Jahr der Filmgeschichte

Was ist eurer Meinung nach das beste, denkwürdigste und fruchtbarste Jahr in der gesamten Filmgeschichte?

Nach Meinung vieler Experten ist das 1939, zumindest bezogen auf Hollywood. Es war der Höhepunkt der Goldenen Ära. Mit The Wizard of Oz und Gone with the Wind hatten zwei wegweisende Megaklassiker Premiere. Für den Oscar waren sage und schreibe zehn Filme nominiert, darunter Goodbye, Mr. Chips, Mr. Smith goes to Washington, Ninotschka (auch einer meiner persönlichen Lieblingsfilme), Stagecoach und Wuthering Heights. Fast alle wichtigen Genres waren abgedeckt. Viele Regisseure wie John Ford, Ernst Lubitsch oder Frank Capra waren hier auf der Höhe ihres Schaffens. 1939 ist außerdem das Geburtsjahr von Batman.

Meine persönlichen Favoriten wären:

1) 1999

Hat mit The Sixth Sense, Fight Club, The Straight Story, Snow Falling on Cedars und Terence Malicks The Thin Red Line gleich fünf meiner absoluten Lieblingsfilme hervorgebracht. Außerdem gab es The Matrix, Sam Mendes' Debüt American Beauty, Being John Malkovitch, Eyes Wide Shut, The Green Mile, Star Wars - The Phantom Menace, Galaxy Quest, Blair Witch Project, Cruel Intentions, Arlington Road, Pi, 13th Floor, The Thomas Crown Affair, The Iron Giant, Notting Hill, American History X, Shakespeare in Love, Entrapment, eXistenZ, ... Ich glaube, ich war in keinem Jahr so oft im Kino und wurde so selten enttäuscht. (Selbst den heute so nicht mehr so geschätzten TWINE empfand ich damals im Kino als erfrischend und besten Brosnanbond.)

Auch hierzulande gab es mit Gloomy Sunday, 23 und Sonnenallee viel gutes im Kino.

2) 1977

Lucas und Spielberg hoben mit Star Wars und Unheimliche Begegnung der dritten Art den modernen Blockbuster aus der Taufe. Bond hatte mit TSWLM eine seiner größten Sternstunden. Woody Allen drehte mit Der Stadtneurotiker einen seiner besten und bekanntesten Filme. Und David Lynchs veröffentlichte seinen ersten Kinofilm Eraserhead.

3) 1989

Hier gabs Indiana Jones and the last Crusade, Back to the Future II, Batman und Dead Poets Society. Für Bond kein so gutes Jahr, gemessen am Einspiel und der nachfolgenden Pause, aber immerhin ist LTK der erste postmoderne Bondfilm. Im TV starteten zudem mit den Simpsons eine der erfolgreichsten Serien.

4) 1982

Hat mit Blade Runner und E.T. zwei meiner Top-10-Lieblingsfilme. Star Trek II gilt als der beste Film des Franchise. Zusammen mit Tron und John Carpenters The Thing eins der besten SF-Jahre.

5) 1979

Mit Moonraker erreichte der eskapistische Bondfilm seinen Höhepunkt. Für Star Trek begann die Kino-Ära, mit meinem Lieblingsfilm der Reihe The Motion Picture. Mit Ridley Scotts Alien und Mad Max erblickten zwei weitere SF-Ikonen das Licht der Welt. Außerdem das Jahr von Apocalypse Now. Mit Die Blechtrommel, Nosferatu - Phantom der Nacht, Fleisch und Die Ehe der Maria Braun gab es auch in Deutschland einige Klassiker und sogar einen Oscar.


Das Jahr, das für mich dagegen die meisten Enttäuschungen im Kino bot, war 2001. Tim Burtons Planet of the Apes, Ridley Scotts Hannibal, Jurassic Park III (ein einziges Ärgernis), Spielbergs A.I. Artifical Intelligence, Robert Zemeckis' Cast Away, Brian De Palmas Mission to Mars, Final Fantasy, Annauds Duell - Enemy at the Gates, Tomb Raider, Swordfish, Renny Harlins Driven und als Krönung Pearl Harbor. Vor allem PotA, A.I. und JP 3 empfand als fast schon traumatisierend.

  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

Beiträge: 1 621

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2

Montag, 4. Mai 2015, 12:10

Toller Thread, fällt mir sehr schwer die für mich richtige Antwort darauf zu finden. Obwohl mein Lieblingsfilm Scarface 1983 erschien, ist ´83 für mich weder das denkwürdigste, noch das beste Filmjahr.

Bestes Filmjahr: 1989
Viele verschiedene interessante Filme vollkommen unterschiedlicher Genres, ich habe sicherlich über 20 Filme aus diesem Jahr gesehen, womöglich gar 30, da ich immer wieder auf dieses Jahr gestoßen bin, wenn ich nach Filmen Ausschau gehalten habe. Ein paar Beispiele: The Killer, Time to Kill, Licence to Kill, Meine Nächte sind schöner als deine Tage, Weiße Hochzeit, Black Rain, Der Club der toten Dichter, The Abyss, Schöne Bescherung, Geboren am 4. Juli, Die fabelhaften Baker Boys, Sea of Love, Die Verdammten des Krieges, Glory, Violent Cop, Death Strip, Hexenkessel Miami, die Liste ist schier unmöglich zu beenden, es geht weiter und weiter...

Denkwürdiger als alle anderen Filmjahre: ?
Da kann ich mich beim besten Willen nicht festlegen, als Thriller-Fan würde ich hier einfach mal zum Bereich der späteren 90er tendieren, ich habe den Eindruck dass mit Filmen wie beispielsweise Cruel Intentions, Wild Things, Denn zum küssen sind sie da und dergleichen eine Lawine an intriganten Verwirrspielen auf uns zukam.
Im Bezug auf Dramen war diese Zeit ebenfalls nicht gänzlich zu verachten, sehr interessant finde ich z.B. den 1999 gedrehten, sehr mystischen Film "Invisible Circus", dessen Romanvorlage ebenfalls zu empfehlen ist.


Fürchterlichstes Filmjahr: 2011
Aus meiner subjektiven Sicht 2011, allerdings kenne ich hier wirklich nicht allzu viele Filme, die die ich sah sagten mir nicht zu, "Meine erfundene Frau" finde ich da sogar noch ganz gut, auch wenn es eine ziemlich klischeebehaftete Komödie ist. Der 2011er Transformers-Streifen ist für mich einer der unerträglichsten Blockbuster gewesen mit 3D und allem was mich nicht anspricht, Fast Five halte ich für den mit Abstand am meisten überschätzten Film der Reihe, Nicolas Cage bot mit Tempelritter, Trespass und Co ebenfalls nur mäßige Werke, der Abschluss von Harry Potter erreicht mich ebenso wenig und hier kann ich noch nicht einmal so recht sagen woran es liegt, gab ansonsten noch einige andere uninteressante Sachen damals, da müsste ich jetzt weit ausholen.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
Bond '89 - Robert Davi

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Daniel Schweikert 1996« (4. Mai 2015, 12:45)


Dr. moVe

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3

Montag, 4. Mai 2015, 15:26

Ich freue mich auch über die Thread-Eröffnung, Martin. :thumbup:
Zumal ich mir die Frage in der Überschrift, die gewiss nicht leicht zu beantworten ist, selbst auch schon oft stellte.

Der gravierenste Problem ist sicherlich, das man für eine faire objektive Beurteilung eigentlich jedes Filmjahr selbst erlebt haben müßte, was ja leider aufgrund des Alters des Mediums unmöglich ist.
Zum anderen glaube ich das das eigene Lebensalter, oder die Lebensdekade in der man sich als Kinofan befindet, ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielt, wie man ein jeweiliges zeitliches Kinostartfenster wertet.

Ich persönlich sehe, als leidenschaftler Besten-Listenfan und cineastischer Hobby-Statistiker, bei der Einteilung der Kinojahre schon immer ein Problem im unterschiedlichen Veröffentlichungsdatum von Filmen zwischen dem ausländischen (vorallem natürlich dem amerikanischen) und dem deutschen Markt.
Da ich von klein auf unseren heimischen Kinomarkt bei der Einteilung der Kinojahre, als den für mich relevanteren ansah, habe ich es mir angewöhnt die Filmwelt primär nach den deutschen Veröffentlichungsdaten einzuteilen. Schließlich bevorzuge ich beim Erstkonsum eines jeweiligen Film in der Regel auch stets die deutsche Synchronfassung und diese existiert ja fast immer auch erst in 'unserem' Veröffentlichungsjahr.
Unser seit 2004 alljährlich zelebrierter Filmjahresrückblück hier im Forum und die Jahresrésumés der deutschsprachigen Magzine und Zeitungen setzen ja stets genau die selben Direktiven.
Ich sehe das übrigens nebenbei bemerkt zusätzlich als eine Art Retourkutsche zur us-amerikanischen Mentalität, da die wenigen nicht-amerikanischen Filme, die dort ein wenig Aufmerksamkeit von Filmfans bekommen, oft auch nur in den Filmjahreslisten aufgezählt werden, in denen sind in den USA gestartet sind, unabhängig vom tatsächlichen Uraufführungsdatum im Entstehungsland.

Genau wie Du, Martin, sehe ich auch das Ende der 90er Dekade und den direkten Übergang ins neue Jahrtausend als eine sehr starke Film-Phase an, wobei ich aufgrund der oben ausgeführten Problematik, hier gar nicht mal speziell das Filmjahr 1999 unterstreichen möchte, da beispielsweise Werke wie Snow Falling on Cedars, American Beauty, Being John Malkovich, The Green Mile, Galaxy Quest zum deutschen Kinojahr 2000 zählen.

Ich bin gerade dabei eine zweite, alternative Jahres-Bestenlisten-Statistik aufzustellen, die sich speziell nach den Uraufführungsdaten richtet, aber bis dahin kann ich die Threadfrage erstmal nur mit der erwähnten nationalen Marktpriorität beantworten.

Außerdem beschränke ich mich jetzt erstmal bewußt auf die Kinojahre, die ich selbst erlebt habe, da mir der restliche Zeitozean der Filmgeschichte einfach zu gigantisch für eine Beurteilung ist, zumal ich wie wohl die meisten hier, immernoch zu wenig Werke gesehen habe.

Bestes deutsches Filmjahr: 1994

Meine persönliche Jahres-Top-20
:
  1. Schindler's List
  2. Forrest Gump
  3. The Lion King
  4. Pulp Fiction
  5. True Romance
  6. Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles
  7. True Lies
  8. Clear and Present Danger
  9. Natural Born Killers
  10. Short Cuts
  11. Four Weddings and a Funeral
  12. What's Eating Gilbert Grape
  13. Trois couleurs: Rouge
  14. La reine Margot
  15. Trois couleurs: Blanc
  16. Speed
  17. The Crow
  18. Nightmare Before Christmas
  19. Reality Bites
  20. Philadelphia

Quasi im 2 wöchtlichen Takt trudelten hier ständig Superknaller in unsere Kinos, die heute noch oft Erwähnung finden. Allein die ersten 6 sind ein zementierter Teil meiner All-Time-Top-50.
Man werfe nur mal ein Blick auf die Genre oder die Filmmacher. Herr Spielberg serviert uns Schindlers Liste, Herr Tarantino startete mit Pulp Fiction durch, Disney präsentierte den König der Löwen, Robert Altman beeindruckte mit Short Cuts, Zemeckis triumphierte mit Forrest Gump, und auch unser hier so heißgeliebtes Action-Kino war durch True Lies, Das Kartell und Speed gleich mit 3 starken Werken unterschiedlicher Ausrichtung präsent usw. Für all diese Herren und Genre war es ein ruhmreiches deutsches Veröffentlichungs-Jahr.
Vielleicht lag es auch an meinem damals 20-Jährigen Alter, das ich in diesen Zeiten das Gefühl hatte, Zeuge einer wahrhaft goldenen Ära des Medium zu werden.
Das gilt übrigens für die gesamte Dekade, die ich liebe wie kein anderes Filmjahrzehnt.

Als zweitbestes deutsches Filmjahr will ich 1998 nennen, das mit Fear and Loathing in Las Vegas, Boogie Nights und The Big Lebowski gleich 3 meiner Lieblingsfilme beinhaltet. Sowie mit Werken wie Titanic und Saving Private Ryan Hollywoodgeschichte schrieb und eine ganze Reihe unterbewerteter oder weniger im Fokus stehende Spitzenfilme bot, wie Tarantino's Jackie Brown, Scorsese's Kundun, Atom Egoyan's The Sweet Hereafter, die brilliante Neuverfilmung meines Lieblingsroman's Lolita, sowie Gattaca, Hana-bi, Good Will Hunting, The Truman Show, Elizabeth, U-Turn, Buffallo 66, The Red Violin - alles sehr schöne und erinnerungswürdige Filme. Auf dem Animationssektor wußte The Prince of Egypt von Dreamworks zu überzeugen, Woddy Allen präsentierte Deconstructing Harry, den ich als einen seiner stärkeren Filme (zumindest von denen, in welchen er selbst die Hauptrolle spielte) schätze, und als Trekkie muß ich natürlich noch erwähnen das Captain Jean-Luc Picard von Regisseur Jonathan Frakes durch ein weiteres Enterprise-Kinoabenteuer geführt wurde.

Auf Platz 3 steht für mich 2006, das ebenfalls mit so vielen gehaltvollen Knallern gefüllt war, das ich nochmal ne persönliche Top-15-Rangliste liefere:
  1. Casino Royale
  2. The New World
  3. Where the Truth Lies
  4. Little Miss Sunshine
  5. Children of Men
  6. Good Night, and Good Luck
  7. Brokeback Mountain
  8. Capote
  9. Candy
  10. Stay
  11. Syriana
  12. Lord of War
  13. The Departed
  14. Babel
  15. Das Leben der Anderen

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Über die vielen Filmjahre vor meiner Zeit bin ich gespannt, was dieser hoffentlich lange Thread noch für Erkenntnisse bringen wird.
Das 1939 bei vielen Experten als Favorit gilt, habe ich auch schon oft gelesen. Wobei mir dieses Jährchen aber etwas überbewertet vorkommt. Klar ist das nicht irgendein Jahr, sondern eins, in dem nicht nur die Filmwelt in und vor gravierenden Veränderungen stand.
Aber so sehr die aufgezählten filmischen Meisterwerke auch Evergreens geworden sind, so waren auch viele andere Filmjahre nicht minder faszinierend, und brauchen sich vor dem Jahrgang 1939 nicht zu verstecken.
Ohne dies nun stichhaltig und fachlich ausgefeilt begründen zu können, will ich hier als Beispiel mal den legendären Jahrgang 1968 aufführen, der die etablierten Genre zu ultmativen Höhenflügen in ungeahntem Ausmaß führte:

Krimi: Bullitt
Horror: Rosemaries Baby
Western: Spiel mir das Lied vom Tod
Science-Fiction: 2001: Odyssee im Weltraum, Planet der Affen, Solaris
Historien/Theater/Kostüm-Film: Der Löwe im Winter
Komödie: Der Partyschreck
Heist-Movie: Thomas Crown ist nicht zu fassen

Nebenbei drehte der junge Spielberg seinen ersten Super-8-Film Amblin und im Oktober begannen in der Schweiz die Dreharbeiten zu OHMSS. Wenn das kein bedeutendes Jahr für das Medium ist, dann weiß ich auch nicht.

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Zu den eher schwachen deutschen Kinojahren zähle ich: 1988 und 2005, die insgesamt verhältnismäig wenig Highlights boten.

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@Daniel Schweikert 1996: Ich schätze 1989 auch für seinen mehr als kuriosen Blockbuster-Sommer, in dem sich zum ersten Mal etliche große Franchise-Filme gegenseitig die Luft abschnürten. Aber mal abgesehen von diesem Aspekt bin ich erstaunt, das dieser Jahrgang bei Dir so hoch gewertet ist.
Bei mir zählt er qualitativ eindeutig zu den schwächeren Jahren, weil ich da wenig 'anspruchsvolle' Kost ausmachen kann.
Deine 2011er Wahrnehmung finde ich auch interessant. Das Jahr habe ich nämlich umgekehrt gar nicht als auffällig schwach empfunden, da es mit The Tree of Life, Melancholia, Black Swan, Super 8, Midnight in Paris, X-Men: First Class, Mission: Impossible - Ghost Protocol, dem Finale der Harry Potter-Saga, The King’s Speech, Winter's Bone etc. jede Menge Qualitätsstreifen innerhalb eines sehr breiten Spektrums bot.

Immer spannend wenn die Wahrnehmungen so auseinander driften. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (4. Mai 2015, 17:34)


  • »Daniel Schweikert 1996« ist männlich

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Montag, 4. Mai 2015, 17:56

Immer spannend wenn die Wahrnehmungen so auseinander driften. :)
Dem schließe ich mich an :thumbup:

Immer wieder faszinierend deine hervorragenden Texte zu lesen.
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
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Dr. moVe

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Montag, 4. Mai 2015, 18:30

Nachdem ich gerade noch mal einen Blick auf die Uraufführungen des Jahres 1989 geworfen habe, muß ich Euch beiden, Martin und Daniel, nun doch zustimmen, das es abseits des deutschen Kinojahres, doch ein Jahr war, das mit einem beeindruckenden Qualitätsspektrum aufwartete.
Zusätzlich zu dem bekannten Franchise-Blockbuster-Paket, gesellte sich so gelungene Kost wie:
Heinrich V., Sea of Love, Crimes and Misdemeanors, "Átame!" (Fessle mich!), My Left Foot: The Story of Christy Brown, Born on the Fourth of July, The War of the Roses,
sowie der von Martin bereits schon erwähnte Dead Poets Society, und Disney's brilliantes und liebenswertes Animationsfilmcomeback The Little Mermaid. Alles Werke die erst 1990 den Weg in unsere nationalen Lichtspielhäuser fanden.

Somit gilt meine Aussage, das 1989 - bezüglich des Qualitätsspektrum - ein eher schwaches Kinojahr war, ausschließlich für den deutschen Kinomarkt.
Von daher sehe ich Eure Ehrfurcht vor diesem Jahrgang als gerechtfertigt an... und ihr habt mich gerade ein bißchen damit angesteckt.:pop:
Ich selbst habe es in erster Linie als ultimatives Franchise-Jahr - in positiver wie negativer Hinsicht - in Erinnerung.
Positiv wegen Indy III und dem gelungenen Sequel meines ewigen Lieblingsfilms Back to the Future, das naturgemäß DAS größte Highlight des Jahres für mich war, wobei ich schon damals Indy III, als den besten Blockbuster des Jahres wertete.
Negativ weil ausgerechnet meine beiden Lieblingsfilmreihen mit Star Trek V - The Final Frontier und LTK mit Werken aufwarteten, die es einem auf den ersten Blick ziemlich schwer machten, sie direkt zu mögen. Wobei LTK in meiner Wertschätung über die Jahre erstaunlich weit empor gestiegen ist. Mit Star Trek V hat das leider nicht so gut geklappt.
Zu den negativen Dingen gehörte aber auch, das mir der damals erstmal verdammt merkwürdig wirkende Batman-Hype auf den Keks ging.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (4. Mai 2015, 18:37)


6

Montag, 4. Mai 2015, 19:37

Ich kann mich hier nur anschließen: 1989 und 1994 waren großartige Filmjahre.
Besonders deine Liste, Dr. moVe deckt sich wunderbar mit meinem Filmgeschmack. Dass du selbst tolle Filme wie "Reality Bites" (das Regie-Debut von Ben Stiller) und die Drei-Farben-Trilogie hier auflistest, finde ich großartig. Wirklich gutes Jahr in der ganzen Bandbreite.

Wie auch schon erwähnt wurde, hat man natürlich auch je nach Lebenssituation ein persönliches Highlight-Jahr, was einem Film-technisch stark in Erinnerung geblieben ist.
Das ist bei bei 2004. Nicht alle Filme, die ich hier jetzt aufliste, sind Meisterwerke, aber jeder für sich hat mich auf seine Art und Weise damals begeistert und begeistert mich heute noch:

- Gegen die Wand
- Garden State
- Eternal Sunshine of the Spotless Mind
- Finding Neverland
- Before Sunset
- Million Dollar Baby
- Layer Cake
- Ray
- Kill Bill Vol. 2
- The Incredibles
- Shaun of the Dead
- Crash
- Collateral
- Der Untergang
- The Merchant of Venice
- The Life and Death of Peter Sellers

Ein tolles Blockbuster-Jahr war es, wie man sieht, nicht. Dafür haben viele "kleine" Filme überzeugt.

Zardoz

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  • »Zardoz« ist männlich

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7

Montag, 4. Mai 2015, 20:17

@Martin: Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Ein schöner Thread! :)

Mit 1989, als sehr gehaltvolles Filmjahr, kann ich mich durchaus anfreunden. Besonders die Franchise-Perlen Batman, Back to the Future Part II Lethal Weapon 2 sowie die bereits erwähnten Streifen LTK und Indiana Jones and the Last Crusade lassen das Cineasten-Herz besonders höher schlagen. Weiterhin gefielen mir in diesem Jahr Driving Miss Daisy, Henry V, Sex, Lies, and Videotape und die ebenfalls erwähnte Special-Effect-Perle The Abyss.

Mein persönliches Filmjahr-Highlight ist jedoch 1984 (ohne Reihenfolge):

Terminator (WOW!)
Romancing the Stone ("Das waren italienische! - Jetzt sind es praktische!")
Gremlins (Eben ein Robert Zemeckis)
Ghostbusters ("Who you gonna call?")
Indiana Jones and the Temple of Doom (Der schwächste der Reihe, aber was heißt das bei diesem genialen Spielberg schon?!)
Once Upon a Time in America (Wer war noch einmal gleich Martin Scorsese?)
A Nightmare on Elm Street (Wes Craven erster Streich)
1984 (Wie passend)
Beverly Hills Cop (Der geht gut)
Dune (Wenn man dann die richtige Version gefunden hat...)
Star Trek III - The Search for Spock (Meiner Meinung nach sogar besser (!) als der überschätzte Vorgänger)
2010: The Year We Make Contact (Zwar nicht 2001, aber besser als sein Ruf)
Splash (Daryl Hannah sollte man tatsächlich nicht vom Haken lassen)

Was meiner Ansicht nach sehr ins Auge sticht, ist die Fülle an Franchise-Filmen, die 1984 ihren Einstand feierten. Ferner scharren viele der o. g. Streifen eine sehr große Fanbase um sich und sind mittlerweile in den Kult-Olymp aufgestiegen.
"Fuck you, I'm going to Hollywood!"

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Zardoz« (4. Mai 2015, 20:31)


Don-Corleone

009 - Killed in East Berlin - Dressed as a clown with a fake Faberge egg in my hand

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Montag, 4. Mai 2015, 20:28

Was für ein toller Thread - super Idee Martin :thumbup:

Bei der Bewertung des besten Filmjahrs möchte ich unterscheiden zwischen dem Zeitpunkt wo ich angefangen habe regelmäßig ins Kino zu gehen (ab 1989 als 12jähriger) und den Jahren die vor meiner eigenen "Kinozeit" liegen. Als Grundlage nehme ich auch den deutschen Starttermin.

1.) 1996

Meine Top 10:

1. Heat
2. Casino
3. Trainspotting
4. Fargo
5. Nixon
6. 12 Monkeys
7. Die üblichen Verdächtigen
8. Zwiellicht
9. Star Trek VIII -Der erste Kontakt
10. Strange Days

Die ersten 7 Filme sind für mich in einem normalen Kinojahr alles Kandidaten für den Titel Film des Jahres. Des weiteren war 1996 das letzte große Kinojahr meines Lieblingsschauspielers Robert de Niro. Das "Gigantentreffen" mit Pacino war dann der Höhepunkt des Kinojahrs für mich.

2.) 1994:

Unser verehrter Dr.Move hat hier schon alles gesagt was gesagt werden muss. Als Ergänzung möchte ich noch, den in meinen Augen besten Brian de Palma Film erwähnen: Carlito`s Way. Erwähnenswert sind auch noch die Filme Wyatt Earp und Perfect World.
Pulp Fiction, Schindlers Liste, Forrest Gump und der bereits erwähnte Carlito`s Way sind Filme die ich als Meisterwerk bezeichnen würde.

3.) 2009:

Für mich das stärkste Kinojahr im 00er Kinojahrzehnt.

1.Inglourious Basterds

2. Gran Torino
3. Watchmen
4. The Wrestler
5. Das weiße Band
6. Tödliches Kommando
7. Star Trek
8. The International
9. State of Play
10. District 9

Ein qualitativ sehr starkes Kinojahr mit sehr facettenreichen Filmen aus völlig unterschiedlichen Genres, die. Die ersten 5 Filme sind bei mir Kandidaten für eine Top 100 Best of Übersicht.

4.) 1999:

Auch das Kinojahr wurde ja schon ausgiebig gewürdigt. Meine Lieblingsfilme in diesem Jahr waren Fight Club, American History X, Matrix , The Straight Story und Eyes Wide Shut. Vor allem Finchers bis heute bester Film und Kubricks letzter Film bleiben als Kinoerlebnis besonders in Erinnerung.


Aus filmhistorischer Sicht hat - welch Überraschung - Dr.Move genau dieses Kinojahr erwähnt welches auch ich als erstes im Sinn hatte. 1968
Mit Kubricks 2001 und Leones Spiel mir das Lied vom Tod, 2 meiner absoluten Lieblingsfilme. Gott sei dank hatte ich auch schon mal das Glück beide Filme im Kino bewundern zu dürfen.
Desweiteren - auch ergänzend zu Dr.Moves Übersicht noch 2 tolle Filme aus diesem Jahr: Melvilles Klassiker Der eiskalte Engel und der meiner Meinung beste Matthau / Lemmon Film: Ein seltsames Paar

Desweiteren erwähnenswert 1960: Psycho, Das Apartment, Die glorreichen Sieben, La Dolce VIta, Sparatacus, Außer Atem und Die Zeitmaschine
1976; Taxi Driver, Rocky, Der Texaner, Die Unbestechlichen, Der Marathon Mann, Der Mieter
und das von Martin bereits erwähnte Kinojahr 1982 mit Filmen wie Blade Runner, Fitzcarraldo, E.T. , Rambo, Start Trek II - Der Zorn des Khan, Das Ding und Conan der Barbar

Das Jahr 1989 hat bei mir einen besonderen Stellenwert, da ich als 12jähriger zum ersten mal einen Bondfilm im Kino erleben durfte. Der Film hat mich damals zwar nicht begeistert, aber es war trotzdem etwas besonders. Filme wie Indiana Jones III, Zurück in die Zukunft II und Batman waren für mich damals absolute Highlights. Später auf Video wurden noch so tolle Filme wie Lethal Weapon II, Black Rain , Mississippi Burning und The Abyss nachgeholt. Der Grundstein für die Faszination Kino wurde für mich in diesem Jahr gelegt.

@Zardoz: 1984 ist auch eine tolle Wahl, das wird mir ja jetzt erst bewusst wie viele Fracnhise-Filme hier ihren Ursprung hatten bzw. fortgesetzt wurden. Dazu noch Leones letzter großer Film !!
Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Don-Corleone« (4. Mai 2015, 21:16)


Dr. moVe

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Montag, 4. Mai 2015, 23:06

@ Invincible1958
Zusätzlich zu Deiner 2004er-Aufzählung an interessanten, erinnerungswürdigen Filmen, sah es an der Blockbusterfront dieses Jahres auch nicht besonders schlecht aus, denn es war u.a. das Jahr in dem Alfonso Cuarón mit Harry Potter and the Prisoner of Azkaban den imho besten Film dieses Franchise ablieferte. Einem das immerhin die gesamte Dekade wie kaum eine andere mitprägte. Außerdem servierte uns Sam Raimi mit seinem zweiten Spider-Man die meiner Meinung nach bisher gelungenste Kino-Episode dieses extem populären Marvelhelden.
Bei den kleineren, ambitionierteren Prdouktionen würde ich Deiner Aufzählung noch Jonathan Glazer's Birth hinzufügen, den ich ebenfalls sehr schätze.

@Zardoz
Ja, auch ich blicke auf 1984 nostalgisch zurück. Allerdings war ich erst 10 Jahre alt, verpasste dadurch erstmal vieles, bzw. nahm von vielen Produktionen nur Plakate, Namen, Magazincover und Aushangfotos war.
Dennoch wurde ich - wenn auch ein sehr junger - Zeitgeistzeuge und konnte mich somit spielend leicht mit jeder später nachgeholten 84er-Produktion die ich konsumierte, in das Lebensgefühl dieses Jahres zurückversetzen.
Und in Deiner schönen Auflistung kultiger Werke hast Du sogar ein paar besondere Highlights des Jahres gar nicht aufgeführt, wie beispielsweise den Oscar-Abräumer Amadeus und den von mir im idealen Zielgruppenalter begeistert zelebrierten und heute noch geliebten Peterson-Knaller Die unendliche Geschichte (Filmheld Bastian ist so alt wie ich damals). Und um nochmal den ausführlichst erwähnten Aspekt des deutschen Startdatums zu erwähnen: Das deutsche Kinojahr 1984 war u.a. ein Bondjahr! 8)
Bezüglich: Star Trek III: The Search for Spock - tja, da sind wir uns einig ! Mir steht Nimoy's Spocksuche auch emotional näher, als das angebliche Vorgänger-'Überwerk'. Oft sprechen wir über das Phänomen 'Bondfeeling'. Es gibt aber auch das 'Star Trek-Feeling' - und eben das spüre ich bei Star Trek III noch einen Tick intensiver als bei Teil 2. Die breite Fandom-Mehrheit sieht das ja völlig anders, aber egal. :prost:

@Don-Corleone
Lustig. 1996 und 2009 sind genau die Jahrgänge die ich als nächstes erwähnt hätte.
Beides waren grandiose Filmjahre, mit einem überwältigenden Spektrum an unterschiedlichsten Qualitätswerken - sowohl im Low-Budget- und Indepentend-Bereich, als auch an der Blockbuster-Front und auch zwischen diesen extremen Welten wurde viel geboten.
1996 war auch nach 1995, das Jahr in dem ich am meisten im Kino saß - knapp 100 mal löste ich ne Eintrittskarte, was sich meistens auch lohnte.
Das deutsche Kinojahr 96' war so vollgestopft mit Highlights, das eine Top 10 nicht ausreicht um meinen Lieblingen in dem Jahr gerecht zu werden. Daher hier meine persönliche Top-20 (die ersten 7 sind, wie bei Dir geehrter Don, Kanditaten für den ersten Platz. Rot unterlegt habe ich mal die Werke, die ich von der Allgmeinheit für unterbewertet halte):
  1. 12 Monkeys
  2. Casino
  3. Leaving Las Vegas
  4. Dead Man
  5. From Dusk Till Dawn
  6. Heat
  7. Strange Days
  8. Devil in a Blue Dress
  9. Mission: Impossible
  10. Basquiat
  11. Star Trek: First Contact
  12. Nixon
  13. The Usual Suspects
  14. Toy Story
  15. Mulholland Falls
  16. Last Man Standing
  17. Chungking Express
  18. The Ogre
  19. Fargo
  20. Trainspotting

2009 bildete in der Tat einen tollen Abschluß der 00er Jahre (wenn man 2010 nicht mitzählt), und mit Das weiße Band, Inglourious Basterds und Star Trek lieferte das Jahr auf 3 persönlichen Bedürfnisgebieten meinerseits (Bahnbrechendes 'Anspruchskino', kultiger Edel-Pulp und souverän zelebrieter Franchise-Kult) absolute Spitzenknaller ab. Zudem wird es stets als das Jahr in den Geschichtsbüchern stehen, welches das Blockbuster-Kino dank Herrn Cameron und seinem Avatar-Stab '3D-isierte' - ob man das nun begrüßt oder zum davonlaufen empfindet. Hier meine persönliche Top-10 des deutschen Kinojahres 2009:
  1. Das weiße Band
  2. Inglourious Basterds
  3. Star Trek
  4. Taking Woodstock
  5. The Wrestler
  6. Hangover
  7. The Fall (total verspätet bei uns in die Lichtspielhäuser gewandert)
  8. Revolutionary Road
  9. Watchmen
  10. Che: Part One

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ollistone

Consigliere

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10

Dienstag, 5. Mai 2015, 09:52

Ich breche mal eine Lanze für die späten 70er, insbesondere das schon erwähnte 1976. Marathon Mann, Network, Taxi Driver, um nur einige zu nennen. Die zweite Hälfte der 70er finde ich extrem stark.

Und aus irgendwelchen Gründen war ich 1987, mit 14, extrem oft im Kino. Das Reich der Sonne, Auf Wiedersehen Kinder, Blind Date, Ein Goldfisch fällt ins Wasser, Wolfsmilch, Der letzte Kaiser, Stand By Me, Die Unbestechlichen, außerdem liefen Wall Street, Platoon und und und.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

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Martin

Brosnans Last Line of Defense

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Montag, 11. Mai 2015, 04:21

Der gravierenste Problem ist sicherlich, das man für eine faire objektive Beurteilung eigentlich jedes Filmjahr selbst erlebt haben müßte, was ja leider aufgrund des Alters des Mediums unmöglich ist.
Zum anderen glaube ich das das eigene Lebensalter, oder die Lebensdekade in der man sich als Kinofan befindet, ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielt, wie man ein jeweiliges zeitliches Kinostartfenster wertet.


Das subjektive Erleben ist natürlich ein Faktor, der sich schwer rausrechnen lässt. Vom rein persönlichen Empfinden her waren die Jahre 1989, 1993 sowie die Zeit zwischen 1998 und 2001 die am intensivsten erlebten. 1989 vor allem, weil ich hier zum ersten die Filmwelt als mediales Ereignis wahrnahm. Insgesamt für mich ein magisches Jahr, nicht nur aus filmischer Sicht, auch aus musikalischer oder politischer. Batman war der erste Film, bei dem ich von dem durch Werbung und Merchandising erzeugten Hype mitgerissen wurde. 1993 öffnete das erste Multiplex in der Nähe, und der erste Film hier war Jurassic Park. Darauf folgten dann Auf der Flucht, Cliffhanger, Demolition Man, In the Line of Fire, und so weiter.

Zitat von »Dr. moVe«

Ich selbst habe es in erster Linie als ultimatives Franchise-Jahr - in positiver wie negativer Hinsicht - in Erinnerung.
Positiv wegen Indy III und dem gelungenen Sequel meines ewigen Lieblingsfilms Back to the Future, das naturgemäß DAS größte Highlight des Jahres für mich war, wobei ich schon damals Indy III, als den besten Blockbuster des Jahres wertete.
Negativ weil ausgerechnet meine beiden Lieblingsfilmreihen mit Star Trek V - The Final Frontier und LTK mit Werken aufwarteten, die es einem auf den ersten Blick ziemlich schwer machten, sie direkt zu mögen. Wobei LTK in meiner Wertschätung über die Jahre erstaunlich weit empor gestiegen ist. Mit Star Trek V hat das leider nicht so gut geklappt.
Zu den negativen Dingen gehörte aber auch, das mir der damals erstmal verdammt merkwürdig wirkende Batman-Hype auf den Keks ging.


Gerade im Franchise-Bereich finde ich 1989 ebenfalls als wegweisend, in positiver wie negativer Hinsicht. Es gab zum ersten Mal dieses von dir erwähnte gegenseitige Luftabdrücken, das mittlerweile ja leider Standard ist. Batman war der erste moderne Superheldenfilm, der als Mega-Event zelebriert wurde und in diesem Subgenre Maßstäbe gesetzt hat. (Obwohl Batti strenggenommen ja eigentlich gar kein Superheld mit Superkräften ist...) Vor allem das Produktionsdesign ist genial. Ich denke, an der Umsetzung der an sich recht lächerlich wirkenden Verkleidung im Comic-Original zu einem plastisch und echt wirkenden Panzer orientieren sich alle nachfolgenden Superheldenverfilmungen ziemlich stark. Eine zeitgenössische Kritik schrieb zu Batman, dass der Hype um den Film mehr Spaß mache als der Film selbst. Wenn man Avengers und Co. heute sieht, ist auch das zum Standard geworden.

Back to the Future II zelebrierte erstmals den Cliffhanger mitsamt gleich im Anschluss gezeigtem Trailer für das Sequel. Zum ersten Mal wurden hier zwei Fortsetzungen zusammen abgedreht und zeitversetzt veröffentlicht. Eine Praxis, die seit den Herr-der-Ringe-Filmen ebenfalls zu heute üblichen Strategien zählt. Hier gibt es auch erstmals im großen Stil das 'Helden begegnen ihrem früheren Ich'-Sujet, das Sequels gleichzeitig zu Prequels macht.

Indiana Jones and the Last Crusade hat seinerseits bewiesen, dass der dritte Teil einer Trilogie nicht notwendigerweise der schwächste sein muss - im Gegenteil! Selbst Return of the Jedi verblasste 1983 ein bisschen gegenüber Empire Strikes Back. Und auch hier gibt es eine Heldenerweiterung - man sieht die jugendliche Version des Helden sowie erstmals dessen Vater. Wenn Star Wars die große Blockbuster-Franchise-Trilogie erfunden hat, dann haben Back to the Future II und Indiana Jones III sie als Erfolgsmodell etabliert.

Die beiden nächsten Blockbuster-Konkurrenten waren mit Lethal Weapon 2 und Ghostbusters 2 ebenfalls Sequels. Ein Phänomen, das heutzutage leider auch Standard ist. Es sind nicht mehr originäre, sensationelle Neuschöpfungen, die miteinander um die Zuschauer buhlen, sondern Sequels, Prequels, Reboots, Remakes, Retcons, etc. pp.

Selbst mit LTK gab es erstmals die Blaupause des modernen Bondfilms. This time it's really, really, really personal! (Der Werbespruch von "Jaws 19" in Back to the Future II, der innerhalb einer der besten Fortsetzungen der Filmgeschichte visionär den Fortsetzungswahn im Jahre 2015 auf die Schippe nimmt...)

James Camerons The Abyss lieferte außerdem einen Ausblick auf die Möglichkeiten von computergenerierten Effekten, die 1991 im Sequel Terminator II - Judgement Day duchstarten sollten und flächendeckend die Gegenwart prägen.

Wenn man mit 1977 das Geburtsjahr des modernen Blockbusters ansetzt, dann stellten sich 1989 im Prinzip die Weichen für seine moderne Ausprägung...

12

Montag, 11. Mai 2015, 11:28

Wenn man mit 1977 das Geburtsjahr des modernen Blockbusters ansetzt, dann stellten sich 1989 im Prinzip die Weichen für seine moderne Ausprägung...
Sehe ich ähnlich.
Nur wird eigentlich 1975 als das Geburtsjahr des modernen Blockbusters angesetzt: "Der weiße Hai"!

Sehr interessant wie wichtig es Spielberg war, dass er als bester Regisseur dafür nominiert wird.
Hier ein Video, was zeigt wie er die Nominierungs-Sendung sieht und sich richtig ärgert, dass er übergangen wird: