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  • »TheSilencer« ist männlich
  • »TheSilencer« ist der Autor dieses Themas

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921

Freitag, 26. Oktober 2018, 07:43

Venom (2018/ Kino)

Mir gehen die ganzen Comic-Verfilmungen tierisch auf den Sack. In meinem Käseleben habe ich weder jemals was von einem Black Panther noch von einem Aquaman gehört. Nur von Der Mann von Atlantis mit Patrick Duffy, dem TV-Trash. Avenger 14 oder der fünfte Spiderman-Reboot ... Gähn!

In Venom sah ich nun die Chance der Macher, etwas Neues zu etablieren. Ähnlich wie mit Deadpool einen Gegenpart zu den quietschbunten Marvel- und DC-Verfilmungen zu schaffen.

Mein Wunschdenken wurde zwar nicht erfüllt, denn man bleibt recht familientauglich, wenngleich auch ungewohnt brutal, aber das Endergebnis stimmte mich freundlich. Tom Hardy, der den Kotzbrocken-Loser geben darf, macht seine Sache ausgezeichnet. Die Story ist übersichtlich, die Humordichte gut dosiert und Venom an sich eine coole Sau.

Die schlechten Kritiken verstehe ich nicht. Lieber noch drei Fortsetzungen von Venom als noch einen Avenger-Film.

6/10


Abgeschnitten (2018/ Kino)

Womöglich bin ich zu diesem Film völlig euphorisch, weil endlich mal eine Fitzek-Verfilmung vorliegt, die einem kein Fremdschämen über den Rücken jagt.

Ich ging völlig begeistert aus dem Film. Satt, rund, spannend. Selbst die nebulösen Szenerie-Beschreibungen, die Fitzek angenehm eng hält, womit das Meiste im Kopf des Lesers abgeht, kann die Kamera einfangen. Verregnet, stürmisch, dunkel - perfekt für diese Jahreszeit.

Für eine deutsche Produktion ungewöhnlich: selbst das Casting hat seine Sache gutgemacht. Bis zu den Nebenrollen.

Für mich ist das einer der besten deutschen Thriller der letzten Jahre. (Im Kino gibt es von denen ja nicht so viel, aber dafür spamt uns das TV damit ja voll.)

9/10


Halloween (2018 ) (Kino)

Tja. Da hat man mal einfach bei Star Wars abgeguckt, würde ich mal sagen. Einen Film drehen, sagen, es ist die Fortsetzung, dabei bekommt man nur eine Neuverfilmung zu sehen.

Wer das Original von '78 nicht kennt, dürfte Spaß an dem Grusel-Streifen finden. Ansonsten gibt es nix neues.

Was man mit dieser Reihe ganz gern macht: die neun anderen Vorgänger werden ignoriert. Michael Myers sitzt seit Teil 1 im Hochsicherheitstrakt und bricht nun, 40 Jahre später , aus. Und steht dann wieder in der Gegend rum, um kurze Zeit später andere kaputtzumachen.

John Carpenter hat wieder als Produzent seine Finger im Spiel. Womit ein wenig Charme der 80iger-Horror-Filme herübergerettet wird. Ob das allerdings noch zeitgemäß ist ... !?

Wie auch immer; habe gerade gelesen, daß die Fortsetzung zum zwölften Teil bereits in Arbeit ist.

5/10

Mister Bond

Felix Leiter

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922

Donnerstag, 8. November 2018, 00:16


dass gerade beim frühen deutschen Tonfilm auch unglaublich genuschelt wurde.
Der deutsche Lieblingsschauspieler schlechthin, und ich mochte den trotzdem immer, Heinz Rühmann, sprach auch nicht glasklar. Ganz zu Schweigen vom österreichischen Obernuschler Hans Moser


Nö. Dem mag ich widersprechen.

Von Moser mal abgesehen, dessen Markenzeichen das grantelnde Nuscheln war, sprachen die meisten Schauspieler überdeutlich. Die meisten kamen von der Bühne. Die hätten gar keine Chance gehabt, hätten sie undeutlich gesprochen.

Insbesondere Rühmann habe ich nie undeutlich wahrgenommen.

Schaut man alte deutsche Schwarz-Weiß-Filme mit Lingen, Sima oder Rökk, liegt es wohl eher an der damaligen Technik bzw. dem Alter jener Tonspuren.

Die Qualität heutiger Schauspieler, die man trotz digitalem Firlefanz nicht versteht, ist eine ganz andere. Und keine positive.

Dass du Rühmann nicht undeutlich wahrgenommen hast, heißt ja trotzdem nicht, dass er eine reine, von der Theaterbühne, klare Aussprache hatte.
Aber ich gebe dir Recht, bei den ganz alten Filmen vor 1960 oder gar 1950 liegt es auch an der Technik. Lingen sprach übrigens auch kein deutsch, wie man es von professionellen Synchronsprechern erwarten würde. Wie gesagt, es gab sehr wohl einige.




Das Paradoxe ist dabei ja, dass viele deutsche Schauspieler auch als Synchronsprecher arbeiten und dann stimmtechnisch plötzlich ganz cool und sauber rüberkommen. Das würde mich zu der Vermutung bringen, dass es hauptsächlich ein Tonproblem ist. Ich weiß nicht genau, was die Amis da besser machen.

Wenn ich andererseits wieder an gegenwärtige deutsche Popmusik denke, dann ist das Genuschel da inzwischen auch etabliert. Mir ist das vor allem aufgefallen, als Heino vor einiger Zeit mal ein paar genrefremde deutsche Songs gecovert hat. Da musste er an vielen Stellen schneller singen, weil es melodisch nicht mehr gepasst hat, wenn er hochdeutsch und mit deutlicher Aussprache gesungen hat. Mittlerweile merke ich das bei fast allen neueren deutschen Songs und es geht mir zunehmend auf den Keks. Liebesalles, lass uns leehm... Man muss ja nicht mehr alles superkorrekt aussprechen oder das R rollen, aber ein bisschen mehr Sprachbewusstsein wäre nicht so schlecht.

Es ist eher der Tatsache zu verdanken, dass heute alles authentisch klingen soll. Sprich, auf der Straße spricht keiner wie im Theater oder Studio. Deshalb nuscheln viele. Schon der Schimanski konnte das ;)
Ich finde klare Aussprachen im Film und TV auch besser, aber das gilt ebenso für englischsprachige Produktionen.

Zur deutschen Popmusik: ich meine der Grönemeyer ist schon seit fast 40 Jahren dabei :P


Zum Thema Filme im Kino:
Venom interessiert mich Null. Die letzten richtig gelungenen Filme über einen Comic Superhelden waren die Nolan Batmans. Also 2012 mit dem Abschluss. Das ist qualitativ ein Quantensprung zu dem was das DCEU und MCU einem in den letzten Jahren voraussetzt.

Halloween gucke ich mir heute im Kino an. Ich gönnte mir letzte Woche noch das Original von 1978, fantastisch. So etwas wird heute auch kaum fabriziert. Stattdessen setzen viele, aber nicht alle Horrorfilme, auf die blöden Jump Scares. Auf jeden Fall interessiert mich der neue Michael Myers vs Laurie Strode mehr als Venom.

Martin

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923

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 23:51

Salyut-7 (Klim Schipenko, 2017)

Moskau, wir haben ein Problem. Der Film schildert die Vorgänge um den Ausfall der zu dem Zeitpunkt unbemannten Raumstation Saljut 7 im Jahr 1985. Die mehrere Tonnen schwere Station drohte unkontrolliert abzustürzen, eventuell auf bewohnten oder gar US-amerikanischen Boden. Dazu kamen noch Spekulationen, dass die Russen Atomwaffen an Bord hätten. Die Sowjets mussten die Station unter Zeitdruck wieder in Gang bringen, da die NASA sie mit der Challenger quasi zu entern drohte. Durch den Kalten Krieg blieb diese Meisterleistung der beiden beteiligten Kosmonauten praktisch unbekannt und wurde wohl erst durch den Film einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Die Vorgänge sind dabei realistisch und spannend dargestellt, und handwerklich absolut auf Hollywood-Niveau. Der Film ist auch als 4K-Version erhältlich, was sich bei den Bildern auf jeden Fall lohnt. Die Szenen im Weltraum zeigen die Schönheit ebenso wie die teilweise klaustrophobische Enge und die subjektive Sicht aus den Raumanzügen. Auch die Schauspieler sind sympathisch. Manchmal kommt leicht unbeholfen wirkendes Pathos auf, was aber auch nicht weiter stört.

In letzter Zeit nähern sich ja viele Filme wie Gravity, Der Marsianer, Salyut-7 oder momentan Aufbruch zum Mond (mit Abstrichen auch Life und Intertellar) wieder auf realistische Weise der Faszination Raumfahrt an, was ich wirklich gut finde. Durch Star Wars, Star Trek und Co. hatte man lange Zeit das Gefühl, dass die Erkundung unseres 'kosmischen Hinterhofs' für die Allgemeinheit eher uninteressant wurde.

ollistone

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Montag, 7. Januar 2019, 15:11

Der Grinch

Sehr sympathischer und einfallsreicher Animationsspaß. Da haben mich meine Kinder schon für schlechtere Filme ins Kino getrieben.


Mary Poppin's Rückkehr

Sehr aufwendige, ungemein fantasievolle Fortsetzung des Disney-Klassikers. Mit 130 Minuten viel zu lang und für meinen Geschmack deutlich zu viele Gesangseinlagen, im Grunde ein einziges Musical, die reinste Friedrichstadtpalast-Revue. Muss man mögen, ich mag's nicht. Spätestens ab der 100. Minute hat man das Gefühl, wenn jetzt noch einmal einer den Mund aufmacht und singt, dann schrei ich. Äußerst gelungene Zeichentricksequenz, die in einer Porzellanschüssel spielt, die ist wirklich sehenswert. Durchweg gut besetzt, nicht zuletzt mit Ben "Q" Wishaw.


Roma von Alfonso Cuaron

Um es kurz zu machen, ich habe mich schrecklich gelangweilt. Ja, der Film hat Preise und Wettbewerbe gewonnen, geschenkt. Meisterwerk hin, lange ungeschnittene Einstellungen her, wenn die erste dreiviertel Stunde nichts anderes als die tägliche Arbeit eines Hausmädchens unter nahezu völliger Dialog-Vermeidung zeigt, fehlt mir offenbar die cineastische Ader, um das angemessen zu goutieren. Die Szene im Kreißsaal war bewegend, der Rest die reinste Quälerei.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 7. Januar 2019, 18:29



Meisterwerk hin, lange ungeschnittene Einstellungen her, wenn die erste dreiviertel Stunde nichts anderes als die tägliche Arbeit eines Hausmädchens unter nahezu völliger Dialog-Vermeidung zeigt, fehlt mir offenbar die cineastische Ader, um das angemessen zu goutieren.

Danke. Gut, dass ich genau solch eine Befürchtung hatte. Ich hasse solche Filme, die dann auch noch bei Preisverleihungen abräumen. Das ist für mich gewollter künstlerischer Mist.
Wenn ich mir die Gewinner bei der Sparte bester Film anschaue, insbesondere der letzten 20 Jahre, da ist es meistens grausig. Wahre Meisterwerke waren selten Gewinner.
Und diesen Cuaron halte ich auch für extrem überbewertet! Schon Gravity fand ich extrem öde und eine Frechheit, dass dieser 2014 gegen American Hustle und Wolf of Wall Street gewonnen hat.

"Mary Poppins Returns", habe ich mir auch gedacht, dass die beim Gesang eine Schippe drauflegen. Mag ich beim Film weniger, dann gehe ich direkt ins Musical. Deshalb mag ich als alter Disney-Fan auch schon "Die Schöne und das Biest" von 1991. Alleine die 10-Minütige Singsang Eröffnung verschreckt mich.
Und da hier auch zu viel gesungen wird, Schade, denn ich mag Emily Blunt sehr. Ich finde Sie süß und auch schauspielerisch top.

Und bei "Der Grinch"...da lasse ich es auch sein. Gibt seit der Jahrtausendwende, ähnlich wie bei den Superhelden-Filmen, eine Art Überschwemmung dieser Animationsfilme und meine Erfahrung:
Lediglich Disney und Pixar halten eine hohe Qualität. Dreamworks hat ja schrecklich abgebaut und beim Rest, na ja, der erst Ich- einfach unverbesserlich oder Megamind fallen mir positiv ein. Und damals der erste Ice Age.


Der letzte Film, den ich im Kino sah, war immer noch Halloween. Aquaman reizt mich auch überhaupt nicht. Eventuell Bumblebee, der doch ganz anders sein soll als die bisherigen Transformers Filme (Zitat: E.T. trifft auf Herbie)....nun, da Michael Bay auch nicht die Regie führte :)

Martin

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 21:54

Roma habe ich im alten Jahr auch noch gesehen. Mich hat er letztendlich doch schwer beeindruckt. Sicherlich, die erste halbe Stunde ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Lange Einstellungen, Schwarz-Weiß, mexikanisch mit Untertiteln, etc. pp. Dazu kommen am Anfang auch teilweise 360°-Kameraschwenks, bei denen mir fast schwindelig geworden ist.

Aber dann hat der Film für mich doch eine Art Sog entwickelt. Vor allem in der zweiten Hälfte gibt es teilweise Bildkompositionen, die mich völlig verblüfft haben. Straßen, die bis zum Horizont mit Oldtimern und realistischen Straßenszenen gefüllt sind, eine subjektiv aus dem Fenster gefilmte Massengewaltszene (die damals in Mexiko wirklich stattgefunden hat) oder eine Fahrt ins aufgewühlte Meer hinein. Allein deshalb fand ich den Film schon äußerst sehenswert, und hätte ihn gern auf der großen Leinwand erlebt. In Bezug auf Rekonstruktion einer vergangenen Epoche und Location ist der Film für mich absolute Meisterklasse. Sowohl handwerklich als auch storytechnisch, da Cuaron teilweise minutiös Dinge aus seiner Kindheit nachstellt. Da ich der Meinung bin, dass Period Pieces auch eine gewisse Verantwortung haben, finde ich das sehr gut.

Die Handlung ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. Hier hat Cuaron im Prinzip eine sehr kleine und intime Geschichte in episch breiten Bildern erzählt, was völlig atypisch ist. Aber für mich irgendwo auch erfrischend anders. In der Nachwirkung finde ich ihn sehr gelungen. Aber ich fand auch schon Gravity (auf den es hier eine schöne kleine Anspielung gibt) sehr beeindruckend.

ollistone

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927

Donnerstag, 10. Januar 2019, 10:50

Lass es mich anders ausdrücken, der Begriff "reinste Quälerei" wird dem Film sicherlich nicht gerecht. Ich habe mit "Roma" kein ästhetisches Problem. Ich mag die Schwarz-Weiß-Optik, ich fand "The Artist" toll, Jim Jarmusch's "Dead Man" zählt zu meinen Lieblingsfilmen. Spanisches OmU stört mich auch nicht, ich habe drei Staffeln "Narcos" überlebt. Die bisherigen Arbeiten Cuarons sind über jeden Zweifel erhaben, "Große Erwartungen" und "Y Tu Mama Tambien" hatte ich im Kino gesehen, die Harry-Potter-Verfilmung ist auch anständig, und "Gravity" war, jedenfalls im Kino, ein absolutes Erlebnis, eine völlig neue Erfahrung.

Was stört mich also an "Roma"? Tja, das Stilmittel "lange ungeschnittene Einstellungen" ist nicht ganz einfach. Wenn man es so konsequent durchzieht wie in "Viktoria" oder (technisch getrickst) "Birdman" oder auch "Gravity", kann es visuell interessant sein, im besten Fall atemberaubend. Es muss dann aber auch einen künstlerischen Mehrwert haben, nicht nur Selbstzweck sein. Wenn eine lange Einstellung nichts weiter aussagt als "Seht her, was bin ich doch für eine tolle lange Einstellung", fehlt mir dieser Mehrwert. Das ist dann eben eine Einstellung ohne Schnitt, na und?

Letztlich fehlt mir in "Roma" einfach eine interessante Handlung, die mich einfängt, darauf läuft es wohl hinaus. Minimaler Inhalt in maximale Länge gezogen - finde ich schwierig. 90 Minuten statt 135, die Sache sähe vielleicht schon anders aus. Figuren wortlose zehn Minuten dabei zu begleiten, wie sie von A nach B gehen, interessiert mich einfach nicht. Wenn der Mangel an Inhalt dann nicht von Bildern kompensiert wird, die mich umhauen - und das ist hier nicht der Fall, auch wenn ich dir, Martin, natürlich Recht gebe, dass es interessante Perspektiven und Bildkompositionen gibt - dann wird meine Geduld doch etwas überstrapaziert. Nehmen wir diesen Weihnachtsausflug aufs Land - die ganze Szene kapiere ich nicht. Die Familie reist mit Kindermädchen zu einem Familientreffen, wir sehen Menschen in einer endlosen Einstellung auf irgendetwas (Wild oder Fasane oder gar nichts) schießen. Später bricht ein Feuer im Wald aus, in einer weiteren endlosen Einstellung beobachten wir die Leute bei dem Versuch, das Feuer zu löschen, bis sich jemand in den Vordergrund schiebt und singt. Dann fahren alle wieder nach Hause. Wie gesagt - die Relevanz dieses Kapitels, in dem so gut wie gar nicht gesprochen, nur beobachtet wird, kapiere ich nicht.

Dass es dem Film an sympathischen Charakteren mangelt, ist wohl ein weiterer Grund für meine fehlende Begeisterung. Außer Cleo lernen wir eigentlich auch niemanden wirklich kennen, der Film hält eine große Distanz zu seinen Figuren. Cleo mag in ihrem Schicksal bedauernswert sein, ans Herz wächst sie mir aber nicht.

Wer den Film für ein Meisterwerk hält, mag das mit guten Gründen tun, meinen Geschmack trifft er einfach nicht.
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Martin

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928

Samstag, 12. Januar 2019, 11:19

Wer den Film für ein Meisterwerk hält, mag das mit guten Gründen tun, meinen Geschmack trifft er einfach nicht.


Völlig okay. Ich hatte während des Films selbst oft genug Momente, wo ich mich gefragt habe, ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht. Vielleicht sind es gerade diese Filme mit diesen Momenten, die einen quasi zu der Entscheidung Meisterwerk oder Mist zwingen, die man hinterher besonders verteidigt oder verwirft.

Der geschilderte Ausflug inklusive dieses seltsam selbstverständlichen Ballerns am See, dem Saal mit den ausgestopften Tieren oder des eher als eine Art Party-Gag wahrgenommenen Waldbrandes hatte für mich so etwas bizarr Überzogendes, dass es schon wieder spannend war. Aber dabei gar nicht mal dieser Reiz des reinen Absurden wie bei den Coens, sondern eher des Absurden, das tatsächlich so stattgefunden hat. Wenn man sich vergegenwärtigt, was Mexiko immer noch für ein enormes Problem mit Gewalt hat, verbunden mit einer paradoxen Faszination mit dem Thema Tod, glaube ich Cuaron durchaus, dass er da so authentisch wie möglich seine Kindheits-Eindrücke schildern und dadurch einen Beitrag zum Verständnis seines Landes liefern wollte. Man sieht Leute, die quasi mit einer Flasche Chamapgner ein Feuer löschen wollen, oder wie auf der Titanic gegen jegliche Panik ansingen. Die Gewalt, die sich später Bahn bricht, sehe ich da durchaus im Zusammenhang.

Mister Bond

Felix Leiter

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929

Samstag, 12. Januar 2019, 12:38

Also alles was ollistone zu ROMA schrieb, zeiht auch meine Abneigung zu solchen inszenatorischen Mitteln.
Lange Einstellungen, die zu nichts führen = Schrott
Ein Leone hat es richtig gemacht, seine Einstellungen besagten immer was oder führten zu einem Klimax.
Außerdem liebe ich, weil er genannt wurde, "The Artist" und so wie so die Charles Chaplin Filme. Großes Kino, mit AUSSAGE, sympathischen Darstellern und Emotionen.
Und zu Cuaron:
Zumindest "Gravity" konnte mich leider nie packen. Die anderen Filme habe ich schon weniger in Erinnerung. Deshalb gehört er leider nicht zu der Sorte Regisseuren, welche mir jetzt sofort in Erinnerung kommen, wenn nach den besten gefragt wird.

Martin

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930

Sonntag, 13. Januar 2019, 00:30

Lange Einstellungen, die zu nichts führen = Schrott


Für mich haben sie zu etwas geführt. Liegt immer im Auge des Betrachters. Mit Betonung auf Betrachter. ;) Aber ist doch okay, wenn du denkst, dass der Film nichts für dich ist. Nur gibt es eben in dem Fall keine echte Diskussionsgrundlage.


Jacob's Ladder (Adrian Lyne, 1990)
Ein Film, den ich in den 90ern im TV sah und sehr beeindruckend fand. Da er auf amazon endlich verfügbar ist, habe ich ihn mal wieder angeschaut. Tim Robbins sehe ich immer äußerst gern, schade, dass er nicht mehr so häufig im Kino zu sehen ist. Regisseur Adrian Lyne war eher ein Spezialist für skandalös angehauchte Erotik, wie '9 1/2 Wochen', 'Ein unmoralisches Angebot' oder 'Untreu'. Sein Ausflug in den Psychothriller blieb leider einmalig. Dieses Genre hat sich seitdem in Bezug auf Wendungen und überraschende Enden stark weiter entwickelt, so dass man den Film mit heutigen Augen vielleicht weniger spektakulär findet. Aber ich glaube, dass er damals wegweisend war und viele Regisseure beeinflusst hat. Damals war ein Film mit Verwirrspielen und überraschenden Enden noch etwas besonderes, ähnlich wie 'Angel Heart'. Auch der traumatisierte Kriegsveteran ist mittlerweile ein Standard-Klischee in Hollywoodfilmen. Damals war es, vor allem in Bezug auf Vietnam, auch schon nicht mehr so ganz frisch, aber ist hier noch glaubwürdig.


A Beautiful Day (You were never really here, Lynne Ramsy, 2017)
Kleine Nachlese vom letzten Jahr. Von dem Film hatte ich mehr erwartet. Joaquin Phoenix als wortkarger Einzelgänger, der auf brutale Weise Kinder aus kriminellen Kreisen befreit. Hätte ein interessanter Film werden können. Aber hier hatte ich das Problem, was Olistone bei Roma hatte. Ich konnte mit dem Inszenierungsstil einfach nix anfangen. Zu gewollt, zu artifiziell. Ein englischer Titel als Ersatz für einen englischen Originaltitel ist auch so eine bescheuerte Verleih-Marotte.

loyd

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931

Donnerstag, 24. Januar 2019, 10:25

Equalizer 2 Wie es bei einer Fortsetzung zu erwarten war, ist der zweite Teil nicht mehr so packend wie der erste. Aber an Action mangelt es nun nicht und der Story kann man auch durchaus was abgewinnen. Wer der Gegner ist, konnte aber recht schnell vorhergesehen werden und auch das Ende fiel entsprechend aus.

Die Auslöschung Muss man sich ansehen, und sein eigenes Urteil bilden. Der Film bietet irgendwie ne komische Mischung aus SciFi-, Horror- und Drama-Elementen. Das Ende wirft Fragen auf und lässt viele Interpretationen zu. Mir ist es ein wenig zu verdreht, wenig nachvollziehbar gewesen, ob es nun eine Bedrohung durch die Quelle des Schimmers rund um die Area X gab oder nicht... es passiert zwischendrin auch zu wenig, was die Spannung minimiert und zu einer Aufklärung hätte beitragen können ... es kommen scheinbar aus dem Nichts paar Feststellungen , was in dieser anderen Welt vor sich geht und dann muss das hinnehmen und beobachten, ob die Erklärung passt.
"Sind Sie nicht der Mann, der erschossen wurde?"
"Nein, ich bin der Mann, der verfehlt wurde."
(Casino Royale, 1954)

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932

Mittwoch, 13. Februar 2019, 10:26

Sunset Boulevard (Billy Wilder,1950) - Boulevard der Dämmerung

Ein Meisterwerk, das - wie öfters bei Wilder - Figuren in ihrer eigenen Rolle auftreten und agieren lässt.

Eine ältere Frau versucht, die Vergangenheit zu konservieren. Sie wird dabei unterstützt und begleitet durch einen Butler, dessen Beziehung zu ihr über das Dienstverhältnis hinausgeht. Sie hat gelegentlich Gesellschaft von Freunden aus alten Zeiten und in der Sylvester-Nacht spielen die Musiker "Charmaine".

Wurde das Drehbuch vom Sketch "Dinner for one" inspiriert? :)

Aber im Ernst:
Selten hat mich ein Film über die Bewältigung des Endes großer Zeiten so berührt!
God save the Queen!