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Scarpine

Verschlagener Korse

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Freitag, 13. Januar 2017, 14:46

Ich sehe den Fall Tarkin ansich ähnlich wie Mister Bond eher weniger dramatisch. [...] Schauspielerei ist auch Spiel. Illusion gehört beim Film dazu.

So dramatisch ist es natürlich nicht; das stimmt. Trotzdem muss ich so etwas auch nicht toll finden. Natürlich ist Schauspielerei Spiel und Film Illusion, aber richtig gutes Schauspiel packt einen, berührt einen und reißt einen bestenfalls mit. Schauspiel kann tausendmal mehr Emotionen beim Publikum hervorrufen als noch so tolle digitale Effekte. Und da sehe ich das Problem. Dieses Digital-Hybride hat etwas enorm künstliches und seelenloses und ist damit Dimensionen von dem darstellenden "künstlichen" Spiel eines Menschen entfernt. Vielleicht ist das bei mir auch ein persönliches Ding. Ich konnte auch mit dieser Motion Capture-Technik (Lord of the Rings, Avatar) nie besonders viel anfangen. Aber das ist auch eine andere Baustelle und hat in diesen Fällen durchaus seine Berechtigung. Auch die digitalen Verjüngungskuren der letzte Jahre finde ich fürchterlich, beispielsweise Jeff Bridges in Tron: Legacy (wobei das bei der Künstlichkeit des Themas jetzt sogar nicht so störte).

Es gibt ja auch angeblich schon Überlegungen in die Jahre gekommene Stars wie Harrison Ford und Bruce Willis in ihren Paraderollen Indiana Jones und John McClane für ihre zukünftigen Abenteuer (potenziell verschiedene Zeitstufen der Handlung) an den digitalen Jungbrunnen zu führen (och, nö...). Aber auch die junge CGI-Leia in Rogue One sah schrecklich aus; fast wie eine asiatische Porzellanpuppe. Da war wirklich nichts von dem jungen, unverbraucht-frischen Wesen der 1977-Leia zu sehen. Bei Tarkin war es jetzt nicht so schlimm und schon besser gelöst, aber die Idee an sich gefällt mir persönlich trotzdem nicht.* Manche Schauspieler sind einfach nicht mehr jung und manche sind eben schon verstorben. Ich verstehe nicht, wieso man das seitens Hollywood nicht akzeptieren kann oder will. Irgendwie passt das ja doch zum Thema: Man hängt am Atem der Vergangenheit, anstatt jungen und frischen Schauspielern mit neuen Figuren, Geschichten und Formaten eine Chance zur Etablierung zu geben.

* Auch wenn es den Gesamteindruck des Films nicht stört oder gar schmälert; da muss ich euch zustimmen.

Die auch in diesem Forum schon angeschnittenen Probleme des Mainstream-Kinos liegen meiner Meinung nach ganz woanders [...]. Man dreht sich, was die Geschichten und Charaktere angeht seit einigen Jahren schon in einem spürbar enger werdenden Kreis. Es kommen wenig wirklich frische Ideen ins Kino denen (finanziell) auch etwas zugetraut wird. Es wird auf Ikonen und längst etablierte und toterzählte Reihen gebaut.

Ja, die Filmindustrie ist da in einer Spirale gefangen, aus der sie nicht mehr herauszukommen scheint. Ein bisschen muss man wohl auch dem Publikum die Schuld geben, denn der enorme Erfolg beweist ja, dass die Zuschauer Franchise und etablierte Marken im Kino sehen wollen. Wie sonst könnte man sich erklären, dass Franchise-Auskopplungen wie die eher mäßige Hobbit-Trilogie oder die biedere, nun gestarte fünfteilige (gähn…) Tierwesen-Reihe (nach Harry Potter) weltweit Milliarden einspielen? Ich habe beobachtet, dass die Menschen nur noch für die großen Event-Filme ins Kino gehen, weil man durch das Home-Kino und die digitalen Medien übersättigt ist und hochkarätige Fernseh- und Streaming-Serien dem Kino erzählerisch langsam aber sicher den Rang abgelaufen haben. Da rettet sich das Kino Hollywoods in 200 bis 300 Millionen-Spektakel nach everybodys darling Stoffen und Vorlagen. Das Einzige, was das Fernsehen zumindest budgettechnisch noch nicht leisten kann. Auf die Idee, wieder mehr auf erzählerische Klasse zu setzen, kommt scheinbar niemand. Wie im Kinojahr-Thread schon erwähnt, sind die 20-50 Millionen-Filme (Schnittstelle zwischen purem Blockbuster und purem Arthouse-Kino) mittlerweile kaum noch vertreten. Stattdessen stampft man ein Cinematic Comic- oder Bookverse nach dem anderen aus dem Boden. Leider scheint aber ein Großteil der Zuschauer genau das zu wollen…

P.S.: Die Diskussion wird jetzt arg off-topic; ich weiß. ^^
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Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 15. Januar 2017, 12:10

Ich kann mich nur wiederholen, du siehst das viel zu dramatisch. Die junge Leia war ja auch nur kurz im Bild.
Ps.: der junge Michael Douglas fand ich in Ant-MAn sogar perfekt.

Da gibt es andere Probleme: endlich wieder packende Drehbücher im Blockbuster Segment. Klar, paar Ausnahmen gibt es, aber im Bereich der Comic-Superhelden ist man längst im 08/15 angekommen, dennoch kommen demnächst weitere "Superhelden" auf die Leinwand, die die Welt nicht wirklich braucht.
Symptomatisch, dass beim Amazon Prime Contest aus drei Pilotfolgen, anhand der Stimmen und Bewertungen nur den Sieger eine ganze Staffel zu spendieren, wieder einmal ein "Superheld", wenn auch Parodie, gewinnt. USA sei dank (dort führt diese Serie "The Tick" mit Abstand, anders als in Europa). Leidtragende sind der superironische Jean-Claude Van Johnson mit Jean-Claude Van Damme und I Love Dick! mit einem klasse Kevin Bacon.

Aber wieder kurz on-topic: "Rogue One" fand ich im Gesamtpaket einfach klasse. Für mich sind das wichtigste in Filmen, die Dramaturgie, egal ob Drama, Thriller, Action oder Komödie. Und ich gehöre auch zu denen, die mit fast allen Charakteren zufrieden waren. Außer Jyn und Krennic, eben auch Cassian Andor, den Droiden, Galen Erso, Donnie Yens Figur und Vader UND Tarkin. Ich erkannte zwar auch Tarkins Künstlichkeit, finde dennoch, dass es sehr gut umgesetzt wurde.
Ich wette, dass es genügend Leute gab, die Peter Cushing gar nicht mehr kennen und sich auch von der Technik haben blenden lassen.

JamesBond

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 20:04


Pille

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Sonntag, 29. Januar 2017, 18:32

Um dies hier aus dem Jahresrückblick 2016 aufzugreifen:

Zitat von »Mister Bond«

Also weshalb Jyn Erso für dich ein unsympathischer Charakter ist, solltest du mal im Star Wars Thread erläutern. Da bin ich gespannt.

Ich habe mir jetzt tatsächlich lange Gedanken darüber gemacht, wie ich die Frage zufriedenstellend beantworten könnte. Leider gibt es keine rationale Erklärung dafür. Kennst du das Gefühl, wenn du bei der ersten Begegnung schon weißt, daß du mit einer Person nicht ums Verrecken warm werden wirst? So ähnlich ist das hier. Ich hatte sie mit Katniss aus den "Tribute von Panem"-Büchern verglichen. Ich rede absichtlich von den Büchern, in den Filmen geht's. Eine saumäßig unsympathische Person, um die es mir nicht schade gewesen wäre, wenn sie hops gegangen wäre. Muuh, alles geht mir am Arsch vorbei, ja, alles ist furchtbar, mir aber egal, auch wenn Leute sterben, ist zwar schlimm, lässt mich aber nach zwei Krokodilstränen aber total kalt und daß du mich liebst, ist mir auch wurscht, das hab ich nur für die Show getan und das sag ich dir jetzt einfach so ins Gesicht, auch wenn es dich zutiefst verletzt, bäh.
Zugegeben, Jyn ist dann doch deutlich glaubwürdiger, was ihre Emotionen angeht. Sie hat immerhin welche. Trotzdem geht mir ihre Kaltschnäuzigkeit ein bisschen auf den Keks. Nur wenn's um Daddy geht, taut sie mal auf. Um K2-SO und Chirrut Imwe war es mir zum Schluss schade und auch Baze Malbus und der Pilot hatten mich etwas getroffen. Der Tod von Jyn und Cassian war mir dagegen relativ egal. Wahrscheinlich muss ich den Film noch mal sehen, um es - auch für mich - gescheit erklären zu können. Jedenfalls liegt sogar Krennic auf meiner Smypathieskala weiter vorne.
Keine Mätzchen mehr, jetzt wird gespielt!

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ollistone

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Mittwoch, 13. September 2017, 10:24

J.J. Abrams übernimmt nun auch Episode IX, Colin Trevorrow ist raus. Halte ich für eine gute Nachricht, auch wenn wir nun ein halbes Jahr länger warten müssen.

KLICK!
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

JamesBond

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Dienstag, 12. Dezember 2017, 14:53

viel spaß bei SW :)

ollistone

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Donnerstag, 14. Dezember 2017, 10:05

viel spaß bei SW :)


Ich habe meine Kinokarte schon seit dem 3. November. *freu*

Allerdings erst am Samstag. Zoo Palast 1, 3D Atmos.

:box:
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Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 15. Dezember 2017, 00:06

Bin am Samstag im Kino...Vormittag! 11:30 Uhr :D Im Kleinstadt-Kino, welches vor einem Jahr aufwendig modernisiert wurde und passend zu "Rogue One" eröffnet wurde, gibt es in der hintersten Reihe bewegliche Sitze, mit 3D schon ganz nett und wenn nicht für Star Wars, für was dann? Ansonsten kann ich auf so ein Schnickschnack verzichten, aber bei "Rogue One" passte es.
Da die meisten Sitze dieser Art schon bis Ende nächster Woche belegt waren, diese frühe Uhrzeit.
Nach Weihnachten werde ich mir den Film auf jeden Fall, mit anderen Leuten, nochmal angucken. Dann im Multiplex, aber ohne Schnickschnack.
Star Wars ist für mich wie Bond, Indiana Jones...ein Muss.
Heute auch mit dem Auto von der Arbeit nachhause, plötzlich ertönte im Radio "Imperial March" in seiner vollen Pracht. Einfach Gänsehaut Moment, Radio stark aufgedreht, da habe ich mich schon etwas erhaben, wie in einem Raumschiff gefühlt 8)

ollistone

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Samstag, 16. Dezember 2017, 23:34

ACHTUNG SPOILER

Ich finde "The Last Jedi" einfach großartig. Hat mich fast noch mehr überzeugt als "Das Erwachen der Macht". Ich kann auf die Schnelle gar nicht aufzählen, was der Film alles richtig macht und wie wenig falsch; mich verwundert nur, wie durchwachsen er bei den Fans ankommt. Dafür gibt es eigentlich wenig Grund. The one and only Luke Skywalker trägt den Film auf seine eigene Weise, endlich ist sie wieder da, diese unnachahmlich spirituell-mystisch-mysteriöse Stimmung, und wenn dann auch noch Yoda erscheint, mag man fast heulen vor Glück. Oder am Ende tiefe Trauer tragen.

Keylo Ren hat enorm dazu gewonnen und in Rey eine überraschend ebenbürtige Gegenspielerin. Poe mehr Raum zu geben war eine richtige Entscheidung, Nur mit Finn wussten sie offenbar nicht viel anzufangen, der muss sich damit begnügen, eine weitgehend überflüssige Nebenhandlung zu bestreiten - einer der wenigen Schwachpunkte des Films. Der andere: Leia schwebt durchs All. Hm. Und: Wenn man dem "Erwachen der Macht" vorwerfen mag, zu sehr auf Remake zu machen, kann man diesen Vorwurf "The Last Jedi" natürlich auch machen. Die Eröffnungssequenz ähnelt Episode V, die Ausbildung Reys bei Luke erinnert natürlich an Lukes Ausbildung bei Yoda, und die Konstellation Snoke / Rey / Keylo Ren ist kaum unterscheidbar von Imperator / Luke / Vader und teilweise wortgleich.

Dennoch geht Episode VIII eigene Wege, ist visuell natürlich absolut überwältigend, hat überraschend viel Humor, ist vertraut und dennoch innovativ. Es prickelt wieder! Ein mächtiger, gewaltiger Film, der noch ein paar Tage sacken muss, bevor ich mehr dazu schreiben kann.

Es wird spannend, wie sich Episode IX schlagen wird, da das alte Stammpersonal nun doch weitgehend eliminiert ist.
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Mister Bond

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Sonntag, 17. Dezember 2017, 12:57

Sehe ich ähnlich, nur dass The Last Jedi dann eben doch alles anders macht als "Das Imperium schlägt zurück" und "Dei Rückkehr der Jedi-Ritter", gerade in der Dreiecks Konstellation Luke/Vader/Imperator und nun Rey/Kylo Ren/Snoke....oder warst du NICHT überrascht? Auf jeden Fall scheint Kylo Ren einen ganz anderen Weg einzuschlagen als Darth Vader....in jeglicher Hinsicht.
Bei Finn hatte ich aber schon in TFA ein wenig das Gefühl, dass er lediglich ein Quotenschwarzer ist. Sorry für diese Ausdrucksweise. Da ich Oscar Isaac für einen guten Schauspieler halte, begrüßte ich die größere Rolle Poe Damerons.
ABER: einiges ist immer noch unklar. Wer ist Snoke nun? Woher kommt er? Und sollen die Eltern von Rey tatsächlich unwichtige Menschen sein? Woher hat Sie die Kräfte, die eigentlich nur von der Blutlinie Skywalkers würdig ist?

ollistone

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Sonntag, 17. Dezember 2017, 22:29

gerade in der Dreiecks Konstellation Luke/Vader/Imperator und nun Rey/Kylo Ren/Snoke....oder warst du NICHT überrascht?


Doch, war ich, wie ich so oft überrascht war in diesem Film. Aber die Parallele ist schon da: Vader tötet den Imperator, um Luke zu retten, Keylo Ren tötet Snoke, um Rey zu retten. Was danach kommt, war natürlich so nicht absehbar. Dramaturgisch ganz groß gelöst.

Vielleicht bedauerlich, dass Snoke so einen frühen und unerwarteten Abgang hat, das hätte ich erst in Episode IX erwartet. Wer er ist, woher er kommt - werden wir wohl nie erfahren. Schade. Andererseits gibt es Keylo Ren den Raum, aus Snokes Schatten zu treten und mehr zu sein als nur das "Kind mit einem Helm", das er in Episode VII war.

Bei Finn hatte ich aber schon in TFA ein wenig das Gefühl, dass er lediglich ein Quotenschwarzer ist.


Ja und nein. Für einen Quotenschwarzen war seine Rolle eigentlich zu groß. Ich fand ihn da auch nicht schlecht, aber dass er jetzt deutlich weniger Screentime hat, habe ich auch nicht bedauert, ohne wirklich sagen zu können, warum. Poe passt einfach besser zu der neuen Linie, die auch "Rogue One" verfolgt. Weniger glatt, etwas kantiger, dreckiger. Das fehlt einem Finn, der vielleicht zu sehr den Disney-Markenkern bedienen sollte.

Und sollen die Eltern von Rey tatsächlich unwichtige Menschen sein? Woher hat Sie die Kräfte, die eigentlich nur von der Blutlinie Skywalkers würdig ist?


Das frage ich mich auch. Nach Episode VII gingen meine Spekulationen eher in Richtung "Luke's heimliche Tochter" oder so was.
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (18. Dezember 2017, 13:55)


Martin

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Freitag, 29. Dezember 2017, 01:35

So, nun hab ich ihn auch mal gesehen, obwohl ich eigentlich kein Geld mehr für Disney ausgeben wollte. Für mich ist das mittlerweile das Monsanto der Filmindustrie.

Der Gesamteindruck ist gut bis sehr gut. Lockere, gut gemachte Unterhaltung. Der Humor ist manchmal wohl etwas schenkelklopferig (Stichwort Bügeleisen), aber sowas schreckt einen Bondfan ja nicht ab. Und es ist zum Glück nicht dieser penetrante Insider-Humor wie in den Marvel-Filmen, der einem als Nichtfan mittlerweile nur noch auf die Nerven geht. Die Knuddelaliens hatten die richtige Balance zwischen niedlich-putzig und glaubwürdig.

Auch in Bezug auf Charaktere und Entwicklungen wirkte auf mich alles glaubwürdig und rund. Laura Dern und Benicio Del Torro sind tolle Neuzugänge. Harrison Ford hinterlässt dagegen eine Lücke, die mir im Film mehrmals bewusst wurde. Im Endeffekt gab es eigentlich nichts, was mir besonders unangenehm oder negativ aufgefallen ist.

Was ich allerdings grundsätzlich etwas schade finde ist, dass man sich nicht wirklich von der Ikonographie der Ur-Trilogie lösen kann. Es ist auf jeden Fall weniger offensichtlich als in TFA, aber es gibt trotzdem immer wieder die ähnlichen Bilder. Sicherlich ist SW immer auch ein bisschen "Schrott Fiction", aber es spielt ja nun doch ungefähr ein halbes Jahrhundert später. Warum sehen die AT-ATs noch genauso aus und bewegen sich genauso, ebenso wie Zerstörer, X-Wings, T-Fighter, etc.? Wenn man sieht, wie sich alleine das Design von Autos in der Realität in zehn Jahren ändert, finde ich das doch etwas mutlos. So seltsam und verschenkt Lucas' Prequel-Trilogie auch ist, ich hatte da viel mehr das Gefühl, dass er sich in Bezug auf Designs doch von den alten Bildern lösen und etwas Neues schaffen wollte. Wenn es Abrams gelungen wäre, das fortzuführen UND das alte Feeling zu erzeugen, dann hätte ich wirklich Respekt vor ihm.

Mir ist auch mal wieder aufgefallen, wie clever SW eigentlich verschiedene Weltbilder verbindet. Die ganze "f*ck the system"-Attitüde mit viel Widerstands- und Rebellenpathos ist eher progressiv (auch wenn ich das mitterweile etwas aufgesetzt finde, seit bei Disney Onkel Dagobert auf dem Thron sitzt). Während die Handlungsstränge um die Macht dagegen ziemlich konservativ sind. Es stellt Religion als eine positive Kraft dar, und es gibt im Prinzip eine Art Macht-Adel, ein mythisches Gegenstück zum blauen Blut. Vielleicht liegt in dieser Vielfalt im Vergleich mit Star Trek ein Erfolgsgeheimnis. Letzteres ist in vielen Aspekten eher anti-konservativ (auch wenn das bei TOS noch nicht so sehr der Fall war, und meiner Meinung nach auch nicht so allumfassend ist wie es viele Fans denken.)

Spoiler Spoiler

Stichwort Reys Eltern: Die Szene mit den vielen Spiegelbildern empfand ich als einen Hinweis darauf, dass sie ein Klon sein könnte. Vielleicht geklont aus Lukes Blut oder sowas?

Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 1. Januar 2018, 16:15

Ich habe mir letzte Woche den neuen Film nochmal im Kino angeschaut. Dieses mal aber kein 3D.
Fand viele Entscheidungen schlüssiger. Auch Snokes Tod und wie es dazu kam. Snoke sagt er kann vorhersehen was in Kylo Ren vor sich geht und wie eben Kylo seinen Schwert richtet um zu töten...nur glaubte er, dass es eben um Kylos Schwert handelt, welcher auf Rey gerichtet war --> Irrtum :)
Und so emanzipierte sich Kylos Figur. Ich war aber schon bei "Das Erwachen der Macht" von Adam Driver überzeugt und finde es sogar folgerichtig, dass er in den Credits vor Daisy Ridley genannt wird!
Einzige kleine Schwäche bleibt weiterhin der Handlungsstrang von Finn & Rose, vor allem auf dem Casino Planeten und mit diesen komischen Reitviechern. Später auf dem Schiff der Ersten Ordnung, kurz bevor Sie auf Captain Phasma treffen, steigt die Spannung aber wieder.

Momentan würde ich den Film 8/10 geben. Zum Vergleich, "Das Erwachen der Macht" 9/10 und meine beiden Top-Favoriten "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" 10/10.

ollistone

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Donnerstag, 21. November 2019, 09:27

Der finale Trailer ist vermutlich bekannt. Ohne spoilern zu wollen - ist das bei Minute 0:52 der Imperator??? 8|
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Mister Bond

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Donnerstag, 21. November 2019, 12:00

Ja klar. Ist auch kein Spoiler, steht seit dem Teaser Trailer Anfang Juni fest. Dort hörte man am Ende lediglich sein Lachen.
Bin mal gespannt, wie das erklärt wird mit ihm. In den Prequels sagte Palpatine ja noch, dass er von Darth Plageious (oder wie der Ur-Meister heißt) gelernt hätte den Tod zu überwinden.

ollistone

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Sonntag, 22. Dezember 2019, 23:35

STAR WARS IX – DER AUFSTIEG SKYWALKERS


Die Saga endet, die Legende lebt weiter – das dürfte es nun endgültig gewesen sein. Episode IX bereitet der finalen Trilogie ein würdiges Ende, ist aber vermutlich von den drei Sequels derjenige, der mich am wenigsten flasht.

Die Star Wars-Reihe stand nach den Episoden I bis III ungefähr dort, wo Bond nach der Brosnan-Äre stand: durch lieblos dahingeschlunzte Blockbuster-Overkills den Mythos zerstört und die Fans vergrault. Bond bekam die Ära Craig und Star Wars bekam Disney, und alles wurde gut.

DAS ERWACHEN DER MACHT hat mich wie die meisten überwältigt, bei allen berechtigten Vorwürfen, Episode IV etwas zu deutlich zu kopieren. Der Retro-Charme war wieder da, schrottreife, rußende Gleiter, das Design der Uniformen und Interieurs der Raumschiffe, der Witz stimmte und die Geschichte war gradlinig. Der nächtliche Laserkampf im Wald, hach, das waren doch mal endlich wieder Bilder, die man sehen wollte. Und alle waren sie wieder an Bord, Leia, Han, Chewy, die Droiden und in der Gänsehaut-Szene am Ende sogar Luke. Dieser Auftakt hat mich komplett abgeholt.

Erst in den letzten Tagen, bei gründlicher Lektüre der Kritiken zum finalen Teil, wurde mir bewusst, wie umstritten Episode VIII – DIE LETZTEN JEDI war, und das ist mir ein Stück weit unverständlich, weil mich dieser Teil wirklich umgeworfen hat. Ja, weite Teile der Handlung sind an die etwas statische Verfolgung des Rebellenschiffs durch die Erste Ordnung verloren, der Exkurs, die Suche nach dem Codeknacker, war letztlich für die Story völlig unerheblich und diente offenbar vor allem dazu, irgendwie den armen Finn zu beschäftigen, der als Sympathieträger in die Reihe eingeführt wurde, mit dem sie dann aber nichts mehr anzufangen wussten, was sich übrigens auch im letzten Teil nicht ändert. Aber diese Szenen auf Lukes Insel! Die Interaktion zwischen Kylo Ren und Rey! Dieses Finale in der Salzwüste, mein Gott, dieses Finale! Ich habe schon meine Gründe, warum ich den Film in die Liste der besten Filme der 10er aufgenommen habe. Audivisuelle Effekte für die Ewigkeit, man denke nur an die Szene, wie das Rebellenschiff mit Lichtgeschwindigkeit in den Sternzerstörer reindonnert. Zuerst lautlos, dann: POING! Ganz großes Kino. Und der Abgang Luke Skywalkers – wie hier zu Ende ging, was 40 Jahre zuvor angefangen hatte, das hat mich berührt. Letztlich war es der gelungene Spagat zwischen leichtfüßigem Witz und rätselhafter Mystik, den DIE LETZTEN JEDI so gut hinbekommt wie kein anderer nach RÜCKKEHR DER JEDI, das hat die Prequel-Trilogie niemals auch nur ansatzweise geschafft.

DER AUFSTIEG SKYWALKERS hat diese Momente auch, spätestens wenn Rey am Ende nach Tatooine fliegt, Lukes Haus aufsucht, der Blick in die Wüste mit den zwei Sonnen, wenn sogar dieses riesige Transportfahrzeug samt der kleinen Sklavenhändler durchs Bild rollt, die einst R2D2 und C3PO verkauft haben, dann ist das mehr als ein Zitat oder eine nostalgische Verbeugung, es ist angemessen und würdevoll. Aber es versöhnt auch mit einem Film, der mir zwar durchgehend gut gefiel, mich aber dennoch nicht so konsequent begeistern konnte wie sein Vorgänger. Das liegt zum einen am Drehbuch, der mit über 140 Minuten doch sehr lange Film erzählt im Grunde kaum mehr als die Suche nach dem Imperator, eine Schnitzeljagd nach einer kleinen Wegweiser-Pyramide, die, endlich gefunden, auch gleich wieder zerstört wird, aber eigentlich auch gar nicht so wichtig war. Wenn das mal sackt und man wieder klar sieht, ist es eigentlich doch etwas wenig Inhalt. Dazwischen passiert ganz viel, alles spektakulär, schön anzusehen, fürs Storytelling aber auch irrelevant. Alles wird noch einmal reingepresst, jede Figur bekommt ihren Kurzauftritt, selbst die Ewoks sind noch einmal dabei, das verleiht dem Film mitunter einen etwas atemlosen Charakter. Auch wenn ich mich natürlich über Lando Calrissian sehr gefreut habe.

Zum anderen war ich mit einigen Drehbucheinfällen dann doch nicht einverstanden. Wenn sich der Imperator / Kanzler Palpatine als Reys Großvater entpuppt, ist das nicht weit entfernt von einem Blofeld als Bonds Stiefbruder. Und wenn der Imperator gesteht, für alles Böse, was Rey in den letzten Teilen widerfahren ist, verantwortlich zu sein, ist es sogar ziemlich nahe dran. Ich, ich, ich, das war immer ich, der Autor all deiner Schmerzen, Rey. Ein in letzter Sekunde aus dem Hut gezaubertes Kaninchen, das nie auch nur angedeutet wurde, aber für alles verantwortlich war, was vorher passierte. Nee, finde ich doof. Der war doch tot. Und ein Imperator hat keine Kinder und keine Enkelkinder. Das geht nicht.

Mir fehlen auch die überragenden Bilder, die man noch mit in den Schlaf nimmt. Sicherlich, die Wüsten-Szene, in der Rey und Kylo Ren um das Raumschiff kämpfen, hat was, der abgestürzte Todesstern im tosenden Meer – nette Idee! Das Finale ist mir aber deutlich zu düster, nur graue Höhlen und Dunkelheit, die Weltraumschlacht zu unübersichtlich, und per Pony über den Sternenzerstörer – also bitte!

Ich schließe mich nicht der Kritik an, dass den Machern eine übergeordnete Idee für die Episoden VII bis IX fehlte. Das mag so sein, war aber in der Original-Trilogie auch nicht anders. Jeder Film stand für sich, war in sich abgeschlossen und funktionierte auch ohne die anderen. DER AUFSTIEG SKYWALKERS scheitert weder an seinen Erwartungen noch enttäuscht er diese, ich halte ihn nicht für schwach, aber im Vergleich zu zwei überragend guten Vorgängern vielleicht doch nicht für das Meisterwerk, das der allerletzte (?) Star-Wars-Film sein sollte.

Und wenn mir dann bitte noch jemand den Titel erklären würde?
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (22. Dezember 2019, 23:41)


Mister Bond

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Montag, 23. Dezember 2019, 14:23

Ich habe den Film am Samstag mit Freunden gesehen und wir waren alle begeistert und zufrieden mit dem Abschluss. Die Fragen wurden beantwortet, dass ist ja mitunter ein Kritikpunkt an "Die letzten Jedi" gewesen, dass man Fragen aufwirft und keinen Millimeter vorankam. Wie du schon schriebst, es war eine Verfolgungsjagd und die Szenen mit Finn und Rose waren irgendwie unnötig.
Was ich aber nie verstand, wenn man sich so Blötschkopp Kommentare auf imbd oder Filmstarts durchliest, dass man nicht akzeptieren möchte, dass auch ein Luke Skywalker desillusioniert sein darf und den Film dadurch per se total schlecht macht.
Mein Gott, was war und bin ich froh, dass es diese neue Trilogie gibt. Du hast ja die positiven Punkte genau getroffen. Ein wenig Nostalgie musste nach den schwachen Prequel Filmen, obwohl ich "Die Rache der Sith" doch noch ausklammern möchte, sein.
Alles sah wieder besser aus, der Witz funktioniert besser als in den Prequels, epische Bilder, Dramaturgie, geile Weltraumschlachten, Verfolgungsjagden, die Lichtschwertkämpfe waren nicht so übertrieben. Das alles hat mich gepackt und ich verstehe dieses Rumgeheule von wegen Disney hat alles kaputt gemacht, nicht mal ansatzweise und will es nicht.
Jeder, der Ahnung vom Filmemachen hat, kann doch dieses Gestänker nicht Ernst nehmen. Die Kritiker sehen die neuen Filme auch wohlwollender.
Und wenn ich bei imdb und sonst wo lese, dass sich Leute positiv zu den neuen Filmen äußern, gibt es direkt idiotische Kommentare wie "Stimme von Disney" gekauft, weil diese Trottel nicht wahrhaben wollen, dass es sehr wohl sehr viele Menschen gibt, die die neuen Filme gut finden.
In meinem großen Freundes-,Bekannten-und Verwandtenkreis, so wie die Familie, gibt es gerade einen sehr guten Freund, der nicht alle Teile gut findet, hier doch über "Die letzten Jedi" mosert.


Nun zu DER AUFSTIEG SKYWALKERS:
Doch, für mich, ich werde mir den Film mit Familie am Freitag nochmal anschauen, ist es der beste Film der neuen drei Teile. Und zwar aus dem Grund, den du nicht so magst, nämlich das Auftreten Palpatines und dass der Film gerade zum Finale schön düster wird. Das ist großes, emotionales Kino. Und die besten Teile der einzelnen Trilogien, sind genau diese eher düsteren: "Das Imperium schlägt zurück", "Die Rache der Sith" und "Der Aufstieg Skylwalkers". Selbst die neuen Figuren finde ich sensationell gut, auch wenn manche nur kurz da waren, wie Keri Russell als Zorii Bliss, dieser Baba Wick, der neue ganz kleine Roboter und der größte Coup Richard E. Grant als General Pryde. Der hätte eigentlich von Anfang an dabei sein sollen. Ein würdiger, dämonischer Moff Tarkin Nachfolger.
Dass Palpatine sich als Großvater herausstellt, störte mich nicht ansatzweise so wie die Enthüllung Blofelds, dass er Bonds Adoptivbruder ist. Zweites ist wesentlich dümmer. Außerdem spekulierten eh viele, dass Rey eventuell eine Palpatine sein könnte, deshalb auch schon diese Macht ohne Training.
Finn ist hier immerhin größtenteils mit Poe, Chewie, Rey, C-3PO und BB-8 unterwegs, also gibt es keine unnötigen Szenen. Poe ist eigentlich einer meiner Lieblingscharaktere der neuen Filme, das liegt auch daran, dass ich Oscar Isaac neben Adam Driver für den fähigsten Darsteller der neuen halte.
Das einzig unnötige an Episode IX ist für mich aber auch der Ritt mit diesen komischen Viechern auf dem Sternenzerstörer. Nun gut, aber so fühlte sich der Film nie langweilig an, Fragen wurden geklärt, endlich sah man die Ritter von Ren neben Kylo und halt das Finale. Ich kann nicht betonen, wie sehr ich mich auf diese Düsternis freute.

Spoiler Spoiler

"Strecke mich nieder", da war es wieder, Gänsehaut! Und Kylos Rettungsversuch, das verzweifelte Ankämpfen der Rebellen, bis dann Lando samt Hilfe erscheint, es scheint gut auszusehen, bis der "einzig wahre Imperator", wie er selbst im Film sagt, die Macht ALLER Sith ausspielt! Das war super.
Auch das Ende, Kylo/Ben und Rey, dann Rey Lukes und Leias Lichtschwerter vergrabend, ihr eigenes gebaut, Sonnenuntergang Tattooine, da hatten wir alle eine kleine Träne vergossen.
Und die Musik, ja, die Musik! Nicht viel neues, aber das macht für das Finale überhaupt nichts. Was für Gänsehaut Momente als das Imperial March ertönte oder die Musik vom Imperator, die ich liebe und und und.

Zur Frage, ob man dir den Filmtitel erklären kann. Da musste ich nach dem Film auch kurz nachdenken, aber es gibt sie:

Spoiler Spoiler

1) Kylo Ren wird wieder zu Ben Solo, welcher ja Leia SKYWALKER als Mutter hat
2) Rey entscheidet sich für die Jedi und somit für die Skywalkers und nicht für Palpatine
3) Rey nimmt zum Schluss den Namen Skywalker an, weil Luke und Leia ihre Mentoren waren, ihre Bezugspersonen und Ersatzeltern.


9/10

Dr. moVe

MI6 Staff

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Montag, 30. Dezember 2019, 15:09

In der Retrospektive finde ich am gesamten Franchise-Phänomen das Feedback seiner Fandom-Masse am interessantesten und amüsantesten.

Da ich selbst kein 'Gläubiger', sondern nur hoch-interessierter und fleißiger Auswendiglerner und Bonusmaterial-aufsaugender Konsument der Filme bin (was es mir leicht macht sämtliche andere Produkte abzuwinken), genoß ich stets das luxuriöse Gefühl emotional und spirituell uninvolviert die Fan-Reaktionen auf die einzelnen Jahrgänge zu observieren und analysieren. Und das Star Wars-Fandom hat es in ihrer naturgemäß innewohnenden... ähm 'Bescheidenheit' tatsächlich geschafft, auch beim Bashing ihrer eigenen Übermarke jegliches Maß zu verlieren. In der Retrospektive stellt es sich für mich so dar: Bis 1999 gab es eine starke Fraktion, denen die Ewoks stets ein Dorn im Fan-Auge waren, was 'Return of the Jedi' zum meist als 'schwächer' bewerteten Film der Saga werden ließ. Dann brach das Jar Jar Binks-Young Anakin-Phänomen über die Popkultur herein und 'The Phantom Menace' transformierte sich vom im Vorfeld gehyptesten Vorfreude-Werk zum gebashtesten Fandom-Futter seiner Zeit - trotz geradezu unheimlichen Rekord-Box-Office. Mit den 2 Nachfolgewerken wurde nicht gnädiger umgegangen - obwohl offensichtlich seitens der Filmemacher auf des Episode 1-Bashing inhaltlich hier und da reagiert wurde. 10 Jahre lang galt der Ur-Schöpfer der Reihe fortan bei einer großen Fraktion als Hochverräter und Ketzer an der eigenen Religion. Ein 'Stümper' Namens Lucas. Dann kam Disney und J.J. Abrams - und ab hier wurde es imho nur noch köstlich. Das Fandom zersplitterte sich offensichtlich in 2 Lager die sich unversöhnlich gegenüber standen: Ich nenn sie einfachhalber mal die Abrams-ianer und die Lucas-aner. Dann folgte Rian Johnson's 'The Last Jedi' - ein Werk das sämtliche Hate-Wellen innerhalb meinen eigenen Konfessionsgemeinden (007 und Star Trek) - sei es das Bashing von Daniel Craig ("This is NOT Bond!"), Quantum of Solace ("worst Bond-movie of all time!"), 'Star Trek Into Darkness' ("worst Star Trek of all time!"), 'Star Trek Discovery' ("a ultimate shame for roddenberry's legacy!") usw. wie einen harmlosesen Sandkastenstreit aussehen läßt: Denn eine große Fan-Fraktion HASSTE diesen Film - und das extrem leidenschaftlich. Und da Star Wars-Fans nach meinen Erfahrungswerten stets die größten Alphas aller Genre-Nerds sind, zelebrierten sie das im Netz auch äußerst lautstark und exessiv. Nach dem Motto: "VERBRENNT SIE! VERBRENNT SIE ALLESAMT!" (ich habe das im O-Ton nicht nur einmal gelesen und gehört). So teilte sich das Fandom abermals in 4 weitere Lager: Die Abrams-Zurückwünscher und eine Fraktion die der Meinung war, das The Last Jedi der erste wirklich innovative Film seit The Empire Strikes Back ist, außerdem die "Star Wars-Disney ist von Grund auf totaler Müll."-Fan-Clique und schließlich auch die cholerischen Anti-Feministen, denen die Saga zu 'weiblich' geworden ist - mit Produzentin Kathleen Kennedy als Hassobjekt Nr 1. Nun kommt also noch ein Abrams-Film: Und was macht der Mann uns sein Team ?! Er folgt seiner Force Awakens-Nostalgie-Linie, aber bedient nebenbei quasi ALLE Lager gleichzeitig (am Erstsichtungsabend kam es mir noch so vor, als sei der viel zitierte dominierende 'Stinkefinger' gegenüber dem Vorgängerwerk der Hauptaspekt der neunten Episode - aber nach einer Zweitsichtung und längerem Sinnieren mußte ich feststellen, das viele Elemente von Teil VIII doch weiterentwickelt werden. Ein totaler 'Bruch' von dem viele 'Last Jedi'-Fans sprechen sieht jedenfalls imho anders aus.) Und jetzt wird es natürlich besonders herrlich: Denn nun wirken die Reaktionen und Bewertungen auf mich völlig orientierungslos und verstrahlt in sämtliche Richtungen. Das gilt sowohl für Abram's Ouvre, für die Bewertung der aktuellen Trilogie, aber vorallem die Wahrnehmung der gesamten Saga. Mein Fazit: Wenn etwas dermaßen langfristig und generationsübergreifend populär geworden ist, wie Star Wars - kann man es niemals wieder einer gefühlten Mehrheit recht machen. NIEMALS. Bond bildet da natürlich auch keine Ausnahme. Aber bei Star Wars ist es aufgrund seines weltweiten Label-Status nun noch offensichtlich geworden. Die Menschheit ist einfach viel zu zerstritten und spektral für eine bindende, gemeinschaftliche Wahrnehmung. Spätestens seit es das Internet gibt. Oder wie sagen einige Philosophen gerne so treffend: "Pop IST Politik!"

my personal franchise favorites:

Character: Kylo Ren / Ben Solo
Theme: The Imperial March
Score: The Empire Strikes Back
Production Design: A New Hope
Post-Title-Moment: Battle over Coruscant (Revenge of the Sith)
World: Coruscant
Outfit: Padmé Amidala’s adorable 'arena outfit' in Attack of the Clones :blush:
Laser-Sword-Fight: Kylo Ren and Rey against Snoke's elite guards (The Last Jedi)
Battle-Sequence: Battle of Scarif (Rogue One: A Star Wars Story)
Movie: The Empire Strikes Back

Spoiler Spoiler

Best End-Scene: Rey on Tatooine "Im Rey... Rey Skywalker." :thumbup:

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (30. Dezember 2019, 22:21)


Mister Bond

Felix Leiter

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179

Dienstag, 31. Dezember 2019, 00:17

Exakt so verhält es sich. Du hast den Kern der Sachen gefunden.
Was mich auch amüsiert, wenn Leute positive Kommentare über die neuen Filme geben und daraufhin Pappnasen mit "durch Disney gekaufte Stimme" antworten. Dümmer geht es doch nicht.
Auch wenn ich mich nicht als Jedi und sonstiges verkleide, würde ich mich als Star Wars Fan bezeichnen. Das ist neben Bond die Reihe, bei der ich mich auch nach etwas schwächeren Beiträgen, trotzdem auf Neues freue.
Episode I finde ich allerdings nach 20 Jahren richtig schwach. Generell bin ich froh, dass Lucas verkauft hat, denn für mich haben die letzten Disney Filme mehr Herz und Seele als die Prequels oder die Serie Clone Wars.
Und genau da bin ich auch erstaunt, wenn es plötzlich Menschen gibt, die die Storyline der Prequels und Clone Wars loben. Schon klar.

Darauf habe ich auch noch Bock, ich eifere dir mal nach, Dr. MoVe.

my personal franchise favorites:

Character: hmmm, also Kylo Ren ist schon der interessanteste Charakter der neuen Filme, aber sonst tendiere ich zwischen Luke Skywalker und Darth Vader. Han Solo war es früher, aber die Story Arc um Luke und Vader ist ja entscheidend.
Theme: The Imperial March...yo, da bekomme ich auch jedes Mal einen Kick
Score: The Empire Strikes Back
Production Design: The Empire Strikes Back
Post-Title-Moment: A New Hope
World: Dagobah
Outfit: Lukes schwarzer Dress in "Return Of The Jedi"
Laser-Sword-Fight: Luke vs. Darth Vader "Return of the Jedi"
Battle-Sequence: finale Weltall Schlacht "Return of the Jedi".
Movie: The Empire Strikes Back

Würde es noch zweite Plätze geben, so wäre da einiges aus den Disney Filmen.

ollistone

Consigliere

  • »ollistone« ist männlich

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180

Dienstag, 31. Dezember 2019, 12:07

@ Dr. moVe: Das hast du in der Tat treffend zusammengefasst. Diese unterschiedlichen Fan-Strömungen habe ich auch noch nie verstanden. Ich hatte mich irgendwann mal in das Fan-Forum von projectstarwars.de verirrt. Abgesehen davon, dass die hundert Mal mehr Traffic haben als wir und Posts im Minutentakt (was an sich löblich ist), gibt es dort jede Menge Mord und Totschlag und Fraktionen, die ich nicht raffe. Aus welchen Beweggründen sie den einen Film heilig sprechen und den anderen verdammen - ist mir ein Rätsel.

Ich denke, viel hängt damit zusammen, in welchem Alter man zu Star Wars gestoßen ist. Ich habe damals Anfang der 80er Star Wars IV und V auf VHS-Kassette bei Freunden gesehen und Star Wars VI dann im Kino. Habe ich bis heute nicht vergessen. Als Kinder haben wir Star Wars nachgespielt, so wie die heutigen Jungs Avengers oder Ninjago nachspielen. Dementsprechend wenig konnte ich mit der Prequel Trilogie anfangen, das war für mich ein kultureller Fremdkörper. Bis heute kann ich diesen Filmen wenig abgewinnen, auch nicht "Rache der Sith". Wer dagegen mit den Episoden I bis III aufgewachsen ist, hat da eine ganz andere Herangehensweise und Sicht. Dementsprechend anders wird dann auch die Sequel-Trilogie bewertet.

So sehr ich Star Wars immer in meinem Herzen hatte, so wenig dogmatisch bin ich als Fan. Mir genügten immer die Filme, mit sämtlichen Ablegern - Clone Wars, Ewoks-Filme, Videospiele, Romane, Comics - habe ich mich nie beschäftigt, kann mich daher auch nicht als SW-Experten bezeichnen und wohl aus diesem Grund auch viele Diskussionen nicht nachvollziehen. Der Hass, der insbesondere den Sequels entgegenschlägt oder jedenfalls einzelnen Episoden oder wenigstens Elementen dieser, ist aber so stilistisch deplatziert wie in der Sache unbegründet. Aber gut, wenn wir uns erinnern, wie einige Bond-Fans unter uns am Zeiger drehen, wenn mal die Gun Barrel nicht da ist, wo sie hingehört, sollten wir nicht mit Steinen schmeißen.

Ich würde mich jedenfalls Dr. moVe's Fazit anschließen, dass man es nicht allen Fans Recht machen kann. Irgendwer hat immer was zu nörgeln. Wer "Die letzten Jedi" für den größtmöglichen Griff ins Klo hält und gleichzeitig "Rache der Sith" für einen herausragenden Beitrag, hat auch ein bisschen das Recht verwirkt, ernst genommen zu werden.

Zum Film selbst möchte ich noch anmerken: Erstens, leider gelingt es John Williams nicht mehr, große Themen zu schreiben. Das Hauptthema, das Darth-Vaders-Thema, Kaliber solcher Art, die man noch im Schlaf mitsummen kann, bringt er nicht mehr. Zweitens - und da gebe ich den Hardcore-Fans mal recht - hatten die besseren Episoden immer lokale Handlungsschwerpunkte. Die Eiswüste und Dagobah in Episode V, Tatooine in Episode IV und VI, der Waldmond Endor in Episode VI, immer nahm sich die Geschichte 30, 40 Minuten Zeit, um zu verweilen. Das fehlt mir in dem insofern deutllich hektischeren "Aufstieg des Skywalker".
"Morgen spreche ich endlich mit Malone."