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Beiträge: 385

Registrierungsdatum: 27. Mai 2013

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921

Freitag, 26. Oktober 2018, 07:43

Venom (2018/ Kino)

Mir gehen die ganzen Comic-Verfilmungen tierisch auf den Sack. In meinem Käseleben habe ich weder jemals was von einem Black Panther noch von einem Aquaman gehört. Nur von Der Mann von Atlantis mit Patrick Duffy, dem TV-Trash. Avenger 14 oder der fünfte Spiderman-Reboot ... Gähn!

In Venom sah ich nun die Chance der Macher, etwas Neues zu etablieren. Ähnlich wie mit Deadpool einen Gegenpart zu den quietschbunten Marvel- und DC-Verfilmungen zu schaffen.

Mein Wunschdenken wurde zwar nicht erfüllt, denn man bleibt recht familientauglich, wenngleich auch ungewohnt brutal, aber das Endergebnis stimmte mich freundlich. Tom Hardy, der den Kotzbrocken-Loser geben darf, macht seine Sache ausgezeichnet. Die Story ist übersichtlich, die Humordichte gut dosiert und Venom an sich eine coole Sau.

Die schlechten Kritiken verstehe ich nicht. Lieber noch drei Fortsetzungen von Venom als noch einen Avenger-Film.

6/10


Abgeschnitten (2018/ Kino)

Womöglich bin ich zu diesem Film völlig euphorisch, weil endlich mal eine Fitzek-Verfilmung vorliegt, die einem kein Fremdschämen über den Rücken jagt.

Ich ging völlig begeistert aus dem Film. Satt, rund, spannend. Selbst die nebulösen Szenerie-Beschreibungen, die Fitzek angenehm eng hält, womit das Meiste im Kopf des Lesers abgeht, kann die Kamera einfangen. Verregnet, stürmisch, dunkel - perfekt für diese Jahreszeit.

Für eine deutsche Produktion ungewöhnlich: selbst das Casting hat seine Sache gutgemacht. Bis zu den Nebenrollen.

Für mich ist das einer der besten deutschen Thriller der letzten Jahre. (Im Kino gibt es von denen ja nicht so viel, aber dafür spamt uns das TV damit ja voll.)

9/10


Halloween (2018 ) (Kino)

Tja. Da hat man mal einfach bei Star Wars abgeguckt, würde ich mal sagen. Einen Film drehen, sagen, es ist die Fortsetzung, dabei bekommt man nur eine Neuverfilmung zu sehen.

Wer das Original von '78 nicht kennt, dürfte Spaß an dem Grusel-Streifen finden. Ansonsten gibt es nix neues.

Was man mit dieser Reihe ganz gern macht: die neun anderen Vorgänger werden ignoriert. Michael Myers sitzt seit Teil 1 im Hochsicherheitstrakt und bricht nun, 40 Jahre später , aus. Und steht dann wieder in der Gegend rum, um kurze Zeit später andere kaputtzumachen.

John Carpenter hat wieder als Produzent seine Finger im Spiel. Womit ein wenig Charme der 80iger-Horror-Filme herübergerettet wird. Ob das allerdings noch zeitgemäß ist ... !?

Wie auch immer; habe gerade gelesen, daß die Fortsetzung zum zwölften Teil bereits in Arbeit ist.

5/10

Mister Bond

Felix Leiter

Beiträge: 1 264

Registrierungsdatum: 26. Mai 2013

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922

Donnerstag, 8. November 2018, 00:16


dass gerade beim frühen deutschen Tonfilm auch unglaublich genuschelt wurde.
Der deutsche Lieblingsschauspieler schlechthin, und ich mochte den trotzdem immer, Heinz Rühmann, sprach auch nicht glasklar. Ganz zu Schweigen vom österreichischen Obernuschler Hans Moser


Nö. Dem mag ich widersprechen.

Von Moser mal abgesehen, dessen Markenzeichen das grantelnde Nuscheln war, sprachen die meisten Schauspieler überdeutlich. Die meisten kamen von der Bühne. Die hätten gar keine Chance gehabt, hätten sie undeutlich gesprochen.

Insbesondere Rühmann habe ich nie undeutlich wahrgenommen.

Schaut man alte deutsche Schwarz-Weiß-Filme mit Lingen, Sima oder Rökk, liegt es wohl eher an der damaligen Technik bzw. dem Alter jener Tonspuren.

Die Qualität heutiger Schauspieler, die man trotz digitalem Firlefanz nicht versteht, ist eine ganz andere. Und keine positive.

Dass du Rühmann nicht undeutlich wahrgenommen hast, heißt ja trotzdem nicht, dass er eine reine, von der Theaterbühne, klare Aussprache hatte.
Aber ich gebe dir Recht, bei den ganz alten Filmen vor 1960 oder gar 1950 liegt es auch an der Technik. Lingen sprach übrigens auch kein deutsch, wie man es von professionellen Synchronsprechern erwarten würde. Wie gesagt, es gab sehr wohl einige.




Das Paradoxe ist dabei ja, dass viele deutsche Schauspieler auch als Synchronsprecher arbeiten und dann stimmtechnisch plötzlich ganz cool und sauber rüberkommen. Das würde mich zu der Vermutung bringen, dass es hauptsächlich ein Tonproblem ist. Ich weiß nicht genau, was die Amis da besser machen.

Wenn ich andererseits wieder an gegenwärtige deutsche Popmusik denke, dann ist das Genuschel da inzwischen auch etabliert. Mir ist das vor allem aufgefallen, als Heino vor einiger Zeit mal ein paar genrefremde deutsche Songs gecovert hat. Da musste er an vielen Stellen schneller singen, weil es melodisch nicht mehr gepasst hat, wenn er hochdeutsch und mit deutlicher Aussprache gesungen hat. Mittlerweile merke ich das bei fast allen neueren deutschen Songs und es geht mir zunehmend auf den Keks. Liebesalles, lass uns leehm... Man muss ja nicht mehr alles superkorrekt aussprechen oder das R rollen, aber ein bisschen mehr Sprachbewusstsein wäre nicht so schlecht.

Es ist eher der Tatsache zu verdanken, dass heute alles authentisch klingen soll. Sprich, auf der Straße spricht keiner wie im Theater oder Studio. Deshalb nuscheln viele. Schon der Schimanski konnte das ;)
Ich finde klare Aussprachen im Film und TV auch besser, aber das gilt ebenso für englischsprachige Produktionen.

Zur deutschen Popmusik: ich meine der Grönemeyer ist schon seit fast 40 Jahren dabei :P


Zum Thema Filme im Kino:
Venom interessiert mich Null. Die letzten richtig gelungenen Filme über einen Comic Superhelden waren die Nolan Batmans. Also 2012 mit dem Abschluss. Das ist qualitativ ein Quantensprung zu dem was das DCEU und MCU einem in den letzten Jahren voraussetzt.

Halloween gucke ich mir heute im Kino an. Ich gönnte mir letzte Woche noch das Original von 1978, fantastisch. So etwas wird heute auch kaum fabriziert. Stattdessen setzen viele, aber nicht alle Horrorfilme, auf die blöden Jump Scares. Auf jeden Fall interessiert mich der neue Michael Myers vs Laurie Strode mehr als Venom.

Martin

Brosnans Last Line of Defense

  • »Martin« ist männlich

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923

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 23:51

Salyut-7 (Klim Schipenko, 2017)

Moskau, wir haben ein Problem. Der Film schildert die Vorgänge um den Ausfall der zu dem Zeitpunkt unbemannten Raumstation Saljut 7 im Jahr 1985. Die mehrere Tonnen schwere Station drohte unkontrolliert abzustürzen, eventuell auf bewohnten oder gar US-amerikanischen Boden. Dazu kamen noch Spekulationen, dass die Russen Atomwaffen an Bord hätten. Die Sowjets mussten die Station unter Zeitdruck wieder in Gang bringen, da die NASA sie mit der Challenger quasi zu entern drohte. Durch den Kalten Krieg blieb diese Meisterleistung der beiden beteiligten Kosmonauten praktisch unbekannt und wurde wohl erst durch den Film einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Die Vorgänge sind dabei realistisch und spannend dargestellt, und handwerklich absolut auf Hollywood-Niveau. Der Film ist auch als 4K-Version erhältlich, was sich bei den Bildern auf jeden Fall lohnt. Die Szenen im Weltraum zeigen die Schönheit ebenso wie die teilweise klaustrophobische Enge und die subjektive Sicht aus den Raumanzügen. Auch die Schauspieler sind sympathisch. Manchmal kommt leicht unbeholfen wirkendes Pathos auf, was aber auch nicht weiter stört.

In letzter Zeit nähern sich ja viele Filme wie Gravity, Der Marsianer, Salyut-7 oder momentan Aufbruch zum Mond (mit Abstrichen auch Life und Intertellar) wieder auf realistische Weise der Faszination Raumfahrt an, was ich wirklich gut finde. Durch Star Wars, Star Trek und Co. hatte man lange Zeit das Gefühl, dass die Erkundung unseres 'kosmischen Hinterhofs' für die Allgemeinheit eher uninteressant wurde.