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Daniel Dalton

Felix Leiter

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Dienstag, 21. Januar 2020, 16:13

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Felix Leiter

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Samstag, 1. Februar 2020, 11:28

OCTOPUSSY

1983, eigentlich war geplant einen neuen Bonddarsteller ins Rennen zu schicken, James Brolin war der Kandidat, ein Konkurrenzprojekt jedoch sorgte dafür, dass man Roger Moore mehr vertrauen schenkte um ins Rennen gegen den altehrwürdigen Sean Connery zu gehen.
Meiner Meinung nach haben beide gewonnen, auf jeden Fall finanziell. Connery und Moore waren schon lange befreundet und so sorgte Connery quasi für eine ordentliche Gage Moores.
Die Presse unkte damals aufgrund des Alters beider Stars.
Als Film erwies sich allerdings doch „Octopussy“ an den Kinokassen als klarer Gewinner. Moore hatte doch seine Fanbasis und zudem handelte es sich natürlich um das vertraute EON-Projekt.

Film:
Eins vorweg: als Fan der Pre-Title Ära 1977 – 1987, kann ich mich hier natürlich nicht beschweren. Im Gegenteil, gehört die Szenerie mit dem Acrostar zu meinen absoluten Lieblingsmomenten aller Pre-Titles. Wenn man das damals im Kino gesehen hat, empfand man es augenscheinlich als schlicht spektakulär. Als ich den Film Anfang der 90er sah, war das einfach eine Mordsgaudi und ja, ich feiere diesen Pre-Title auch heute noch.
Danach lässt es der Film allerdings doch ein wenig ruhiger angehen. Bond fängt seine Ermittlung ja sogar in London, bei Sotheby’s, an. Danach reist er nach Indien, genauer Udaipur. Einige Szenen ziehen sich anfangs doch ein wenig.
Der Indien Part, der bis zur Mitte des Films geht, wirkt allerdings farbenfroh und versprüht den Charme eines Abenteuerfilms. Der Kontrast dazu ist dann der Handlungsstrang danach, ab Ostdeutschland. Da tendiert der Film mehr in Richtung Agententhriller und der Film zieht die Spannung deutlich an.
Mir gefällt genau dieser Kontrast, bieten die Indien Szenerie und Kulissen doch eine verträumte Opulenz, die man in den anderen 80er Bondfilmen so nicht sieht.
Mir gefällt auch so ziemlich alles ab den Zeitpunkt an, als Bond im Monsun Palast gefangen gehalten wird. Seine Ermittlung dort, als alle denken er würde im Zimmer eingesperrt schlafen. Wie der sowjetische Hubschrauber angeflogen kommt, Barrys Musik dazu und die Frage: „Was hat das alles mit der sowjetischen Armee zu tun?“
Die Dschungelhatz bietet auch Abenteuerflair, wenn auch freilich dort zwei Punkte sind, die man hätte sich sparen können, ich mich aber nie extrem darüber aufgeregt habe, wie andere: Bond und der Tiger, so wie natürlich der Tarzanschrei. Zweiter Punkt musste wirklich nicht sein.
Ab Berlin wird der Film dem Agentenactiongenre völlig gerecht. Besonders die ganze Aktion mit dem Zug: Der Tausch der Juwelen mit der Bombe, Bonds ernstes Spiel als er auf Orlov trifft, die Verfolgungsjagd mit dem Benz und dem Zug, die Action am und auf dem Zug.
Diese Rasanz lässt auch nicht nach und findet im Zirkuszelt mit der Atombombe den Höhepunkt.
Bonds Kostümierung als Clown finde ich auch alles andere als albern, höchstens wie schnell er sich doch umziehen und schminken konnte. Sollte wohl der Rasanz dieser ganzen Szenerie dienen, keine Zeit zur Atempause.
Wenn ich recht bedenke bietet „Octopussy“ für mich, neben „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, die flottesten finalen 30 bis 45 Minuten, gerade in der Stringenz, dem Spannungsaufbau und den Actionszenen. Das Finale am Flugzeug ist bis heute atemberaubend.
Was natürlich noch abfällt sind wiederum diese Kleinigkeiten: eben der Tarzanschrei, die schnelle Kostümierung Bonds oder besonders wie schnell er in das Gorillakostüm ein- und aussteigen kann, ohne dass es Gobinda und Mishka (oder doch Grishka?) bemerken.

Bond:
Ob Moore zu alt oder doch nicht zu alt wirkte, soll jeder für sich beurteilen. Als Kind und Teenager interessierte es mich noch nicht mal. Natürlich sah Roger Moore in diesem Film optisch älter aus, aber im Vergleich zu seinem letzten Auftritt 1985, wirkt er doch fit, agil und gesund.
Moore war für mich immer die charmante und reifere Version Bonds und da ich die Connery- und Moore Ära als die eine Ära zähle, passt das auch. Schließlich alterten seine Co-Stars Lois Maxwell und Desmond Llewelyn ebenso. Bernard Lee konnte es nicht mehr erleben.
Roger Moore empfinde ich als Darsteller auch nicht albern, diese albernen Szenen hier im Film gehen ja nicht auf sein darstellerisches Konto. Im Gegenteil, seinen Humor empfinde ich als smart und charmant. Moore zeigt einige schöne seriöse Momente, wie im Zusammenspiel mit Octopussy und General Orlov.
Das Drehbuch gewährt ihm Chancen seine Stärken auszuspielen. Da man mit Louis Jordan einen passenden Antagonisten und mit Maud Adams eine passende Dame an Bonds Seite gestellt hat, kann Moore noch besser glänzen.
Das war sein sechster Einsatz als 007 und ich verspüre bei keinem seiner Auftritte auch nur den Ansatz von Lustlosigkeit oder gewisses runterspulen seiner Darbietung. Unter anderem deshalb ist Sir Rog meine Nr. 1.

Bondgirl:
Maud Adams, zum zweiten Mal in einer größeren Rolle, der Aufstieg vom „zweiten“ Bondgirl 1974 zum Haupt-Bondgirl, oder hier wahrhaftig Lady.
Wohl auch eine Entscheidung zugunsten Roger Moores, sowohl vor, als auch hinter der Kamera.
Beide verstanden sich bis zum Tode Moores 2017 prächtig und Moore betonte auch einige Male, dass Maud Adams sein liebster weiblicher Co-Star war. Vertraut wirken auch die zahlreichen Promo-Shoots zum Film. Da wirkten beide schon wie ein Ehepaar.
Maud Adams‘ Octopussy ist schließlich nach Honor Blackman das älteste Bondgirl Nr. 1 und die knapp achtzehn Jahre Altersunterschied zur Sir Roger wirken hier nicht dramatisch. Ihre Octopussy ist schließlich eine Dame, die ihre eigene Organisation führt und genug Erfahrung im Leben gesammelt hat.
Ihr Charakter wirkt bestimmt und strahlt anderen gegenüber auch Respekt aus.
Bei ihr könnte man sich tatsächlich am ehesten vorstellen, dass sich der Roger Moore Bond in Sie verlieben könnte.
Ich gebe zu, dass ich Maud Adams in diesem Film sogar noch attraktiver als 1974 finde und ich stehe auf ihre blauen Augen und speziellen Wangenknochen.

Villains:
Kamal Khan und General Orlov sind die Hauptgegenspieler. Beide unterstützen sich in ihren eigenen Interessen. Kamal Khan will noch mehr Geld und Reichtum, General Orlov lebt für seine verquere Ideologie, welche damals, 1982/83, wirklich fast zu einem dritten Weltkrieg geführt hätte.
Diese sowjetischen Hardliner, die sich für einen Atomkrieg nicht zu schade waren, gab es schließlich. Gott sei Dank gab es in der sowjetischen Regierung auch gesunde Köpfe, hier dargestellt von Walter Gotell in seiner wiederkehrenden Rolle als General Gogol (und endlich wieder mit Herbert Weicker als deutsche Stimme).
Zurück zu Kamal Khan, charmant, hochnäsig und mit einem Hauch „französisch“ dargestellt von Louis Jourdan, welcher schon seit den 1940ern in Frankreich und den USA eine beachtliche Leinwand Vita aufzählen konnte. Daniel Dalton nannte ein paar Beispiele, vergaß aber das Musical „Gigi“ (1958 ), für den Jourdan Golden Globe nominiert war.
In Kontrast zu Moore finde ich Khans Charakter sehr gut, einige Begegnungen amüsieren mich fast auf einer Ebene mit Bonds und Draxs Wortgefechte. Louis Jourdan war prädestiniert für den schurkenhaften Lebemann.
General Orlov wurde von Steven Berkoff dargestellt, der in den Jahren 1983, 1984 und 1985, also gleich in den darauffolgenden Jahren, jeweils den Bösewicht in drei beliebten Kassenhits gab. Eben hier, dann in „Beverly Hills Cop“ und anschließend in „Rambo II“.

Sein Orlov ist wiederum ein Kontrast zu Kamal Khan, sein Reichtum besteht darin in die Geschichte einzugehen und man sieht ihm in seinen Augen auch den Wahnsinn an. Wahrscheinlich wurde er auch deshalb später häufig für Bösewicht Rollen engagiert.
Dann haben wir noch Khans treuen Weggefährten und typischen Henchman Gobinda, dargestellt vom äußerst populären indischen Schauspieler Kabir Bedi („Sandokan“). Mit 1,90 m gehört er auch zu den physisch auffälligeren Darstellern. Er gibt seinen Gobinda äußerst wortkarg und erinnert da an die Tradition eines Beißers oder Odd-Jobs. Zum zweiten gibt es auch eine Parallele: Nachdem Bond Goldfinger beim Golfspiel lächerlich gemacht hat, zerdrückt Oddjob einen Golfball. Hier macht Bond Kamal Khan beim Würfelspiel lächerlich, daraufhin zermalmt Gobinda beide Würfel mit einer Hand.
Sein Gobinda ist für mich einer der prägenderen Henchman und auch wenn der Endkampf gegen Bond nur kurz währt, die Aufnahme auf dem fliegenden Flugzeug ist bis heute ikonenhaft.
Das Prinzip dieser Art von Schurkentrio wird übrigens vier Jahre später in „Der Hauch des Todes“ genauso aufgegriffen, nur dass ich das Bösewicht Triumvirat in „Octopussy“ insgesamt stimmiger und unterhaltsamer finde.
Kamal Khan = Koskov, General Orlov _= Brad Whittaker, Gobinda = Necros.

Helfer:
Bond erhält Unterstützung von der indischen Sektion bestehend aus Vijay, sehr sympathisch dargestellt vom damaligen Tennis-Profi Vijay Amritray, deshalb auch die Anspielungen mit dem Tennis-Sport, und seinem Vorgesetzten Sadruddin (Albert Moses), welcher aber deutlich weniger Screentime hat. Da ich Vijay schon immer sympathisch fand, ist sein Tod dafür umso grausamer, wenn man freilich eine gesunde Vorstellungskraft hat. Der Schnitt mit dem Säge-Jojo (oder wie man das nennt), wurde gut eingesetzt.
Und tatsächlich kann man Q hier noch mehr als Helfer miteinbeziehen. So gibt er Bond nicht nur nutzvolles Q-Spielzeug mit sich, sondern bewacht in Abwechslung mit Vijay auch Octopussys Palast und eskortiert Bond im Finale per Heißluftballon zu Kamal Khans Residenz.

MI6:
M ist vom Urlaub zurück. Spaß beiseite, mit Robert Brown haben wir nach Bernard Lees Tod einen Schauspieler, der seinen M fast genauso anlegt. Was natürlich nicht verkehrt ist, soll es sich ja schließlich um denselben M der Connery/Moore-Ära handeln, auch wenn Brown ganze 11 Jahre jünger als Lee war, fügte er sich optisch dem Alter gut ein. Bisweilen wirkte sein M bisschen weniger autoritär als Bernard Lees, aber da Lee immer mein „M“ bleiben wird, haben es alle Nachfolger schwer. Ich empfand Robert Brown immer als guten Ersatz und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Desmond Llewelyn hatte hier als Q wohl bis anno 1983 seinen größten Auftritt in einem Bondfilm, etwas was aber, wenn man die Connery/Lazenby und Moore Filme vergleicht, eine logische Schlussfolgerung war. Seit „Der Mann mit dem goldenen Colt“ erhielt er in jedem Bondfilm doch mehr als nur DIE EINE Szene, wie es bei den 60er Bonds der Fall war.
Moneypennys Rolle ist ähnlich wie in „In tödlicher Mission“. Im Gegensatz zu den Gilbert/Moore Bonds, darf Bond wieder ein wenig mit ihr flirten und charmant sein.
Einmalig sehen wir Moneypennys blutjunge Assistentin Ms Penelope Smallbone. Ich gebe zu, ich weiß bis heute nicht ob man damals wirklich Interesse hatte ihre Figur auszubauen. So darf Sie den deutlich älteren Bond lediglich anschmachten, Money hat ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, dann darf man schon mal träumen.

weitere Bondgirls:
Mit Kristina Wayborn in der Rolle der Magda haben wir eine anfangs eher undurchsichtige und äußerst attraktive Dame im Fokus. Bis Octopussy auftaucht, was ja erst in der zweiten Filmhälfte geschieht, ist Sie scheinbar das erste Bondgirl. Man sieht Sie erst an der Seite Kamal Khans, erst im Verlaufe des Films lernen wir, dass Sie Octopussy dient und somit kein „Bad“-Bondgirl ist.
Interessant, dass Sie genau wie Maud Adams eine Schwedin ist. Eine Parallele zu „Der Mann mit dem goldenen Colt“, indem ebenfalls beide Leading Ladies Schwedinnen waren, Maud Adams dieses Mal in vertauschter Rolle.
Erwähnen möchte ich, dass ich Kristina Wayborn im Film äußerst anziehend finde, was sogar die Bettszene mit Bond fast schon zur Art Erotikfilm macht. Man beachte nur ihren Mund, ihren Ansatz zum Kuss, nachdem Sie Ihr Glas Champagner ausgetrunken hat. Holla, ziemlich fordernd und sexhungrig. Natürlich kann ich mich Daniel Dalton auch nur anschließen, die wundervolle Dagmar Heller verlieh wieder ihr erotisches stimmliches Timbre, was das Ganze noch heißer machte.

Location:
Es dominieren die Filmhälften und jeweiligen Kontraste. In der Art der Filmunterhaltung, als auch in der visuellen Darbietung.
Ich möchte hier aber unserem Scarpine doch widersprechen, denn ich finde Indien, sehr schön eingefangen. Ziel eines jeden Bondfilms muss es sein, seinem Zuschauer auch zu vermitteln, dass man gerade tatsächlich dort ist, wo Bond sich gerade befindet. Natürlich streite ich nicht ab, dass einige Indien Klischees rausgehauen werden, aber vieles gehört zum Lokalkolorit und der romantischen Darstellung dazu. Das habe ich sehr viel lieber als dass man mir ein hochtechnisiertes, modernes, aber steriles Indien in einem Bondfilm präsentiert. Mit Indien verbinde ich nicht erst seit dem „Dschungelbuch“ Exotik, Dschungel, wilde Tiere oder auch prachtvolle Paläste. Das zeigt man nun in „Octopussy“ und ich finde es sogar von Alan Hume schön eingefangen.
Dagegen wirken die Szenen in der zweiten Filmhälfte nüchterner, was natürlich an den nicht exotischen Drehorten liegt. Es passt aber zur Filmhandlung, die in der zweiten Hälfte an Fahrt aufnimmt und sich auf das Wesentliche fokussiert.
Loben möchte ich noch die Kameraarbeit im Finale, in den Lüften. Wie schon in „Moonraker“: ganz toll, CGI war ein Fremdwort.

Setting/Bauten/Design:
Meiner bescheidenen Meinung nach sieht dieser Bondfilm von allen 80ern Filmen in diesem Punkt am besten aus. Auch wenn es keine geheimen Labore, Untergrundverstecke, Höhlen, Riesentanker à la Ken Adam gibt, aber alleine durch die indische Location und die schönen Paläste in Udaipur, egal ob Octopussys Wasserpalast inmitten des Pichola Sees oder Kamal Khans Monsunpalast, passenderweise hoch oben auf einem Berg.
Und natürlich besteht so ein Interieur dieser Paläste nicht aus Ikea-Möbel samt Osram Glühbirnen, es gibt nämlich wieder ausufernd dekadente Kronleuchter zu bestaunen oder Octopussys Schmusebett.
Das sind schon Kleinigkeiten die besonders in den 60ern und 70ern Bonds überwiegend Standard waren.
Den sowjetischen Konferenzraum, in dem sich Gogol, Orlov und Konsorten beraten, finde ich durch die Schlichtheit auch nicht übel, es passte halt zur Ideologie des sowjetischen Reiches.

Musik:
Hat eindeutig gewonnen, auch wenn es bei anderen Barry Granaten oder den innovativen neuen Ideen von George Martin oder Bill Conti es schwer ist ganz nach vorne zu preschen.
Aber es gab eine Phase, in der ich dem Score die Mitschuld gab, dass „Octopussy“ in meiner Gunst unter den Moore-Bonds ganz hinten lag..
Filmtechnisch und von der Musik hat sich das Blatt gewendet. Barry bevorzugt hier, anders als noch Bill Conti, wieder sehr klassische Töne, mit einem klassischen Orchester eingespielt und ohne elektronische Spielereien.
Wie immer gelang Barry auf schöner Weise den Titelsong instrumental in den Score einzubinden: „That’s My Little Octopussy“ oder „Bond Meets Octopussy“. Wir hören hier zarte Flötenklänge, welche sich dann auch zwei Jahre später wiederholen lassen sollten.
Außerdem schuf Barry einen speziellen Actiontheme, zu hören in „Gets Knife & Gobinda Attacks“, „Yo Yo Fight & Death Of Vijay“ und natürlich im „Palace Fight“.
Den Titelsong, gesungen von Rita Coolidge, finde ich eigentlich nicht übel, aber im Vergleich zu den Balladen von Nancy Sinatra, Carly Simon oder Sheena Easton doch ein wenig zu melancholisch.
Trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich den Song schon mal mitsumme. Hat dann doch etwas sehr sehnsüchtiges an sich. Man erinnert sich gerne an die gute, alte Zeit zurück.

Main-Title:
Unter den ersten dreizehn Bondfilmen wohl der schwächste Beitrag. Interessant ist, dass Roger Moore, wie seit „Der Spion, der mich liebte“, wieder kurz mit eingebaut wurde und auch der Charakter 007 wird durch einen Darsteller, allerdings nicht Moore, in schwarzer Silhouette präsentiert, was seit „Der Spion“ auch Tradition war. Kurioserweise sehen wir diesen 007 mit Damen artistisch tanzen. Dazu gibt es hübsche Damen, die nicht als Schattenfiguren, sondern voll ausgeleuchtet gezeigt werden. Das 007 Logo und das Octopussy Zeichen scheinen hier und da auch durch das Bild.
Main Title ist ok, aber im Vergleich zu den ersten zwölf Beiträgen weniger innovativ.

Wertung des Komplettwerks:
Puh, wären da nicht so viele tolle Beiträge von 1962-1981. „Octopussy“ unterhielt mich wieder bestens und ist in dieser Hinsicht, ein klarer Aufsteiger.
Der Film bietet Abenteuer und Thrill, hat exotische Schauplätze und Schauplätze des „Kalten Krieges“. Moore ist nochmal in Bestform und wirkt trotz Alter fit, Jourdan ist ein passender Gegenspieler, Maud Adams ist eine hübsche und reife Lady, die Musik sprach mich dieses Mal auch mehr an.
8/10

Daniel Dalton

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Samstag, 1. Februar 2020, 13:11

Wird morgen erlesen, LG
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Daniel Dalton

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Sonntag, 2. Februar 2020, 17:05

So, nun habe ich endlich vollumfänglich diesen deinen weiteren von Details geradezu durchtränkten Text lesen können und finde ihn ausgezeichnet,
der erste Abschnitt geht erst einmal ein wenig auf des Filmes (Vor-)Geschichte und Hintergründe ein, später greifst du die Kombination Agententhriller/Abenteuerfilm-Charme auf, eine Paarung wohl, welche ich in vergleichbar kontrastierender Form tatsächlich nur in dem deinerseits anderswo im review erwähnten TLD wahrnehme, dorten für mich NOCH besser, aber ich schätze OP wahrlich SEHR, John Glen kann es wirklich, da verzeihe ich ihm selbst AVTAK, seinen einzigen Ausrutscher.
Die Palast-Szenen missfallen auch mir mitnichten, ganz im Gegenteil - und ja, OP ist eine außerordentlich respektvolle und gediegene Dame und auch Louis Jourdan ist perfekt besetzt worden, oder wie du sagest: er war prädestiniert.
Und obendrein erwähnest du mit "yo yo fight & death of Vijay" mein Lieblingsstück des Films, "MOVE!" ;)

"Gobinda=Necros", ja, die beiden sollten mal eine gemeinsame Serie namens "Die 2" drehen, ich glaube: Die Welt wäre danach eine andere..... ;(, Gobinda ist freilich unterhaltsamer, aber Necros finde ich im Detail dann doch noch besser, beide nicht zu unterschätzen und jeweils die rechte Hand des Teufels. LG
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Sonntag, 2. Februar 2020, 23:46

Das stimmt, die Agentenfilm/Abenteuer-Variante ist auch in TLD vorhanden, lediglich in umgekehrter Reihenfolge.

Necros finde ich übrigens auch besser. Auf jeden Fall ist das Hauptschurken-Duo von OP, Jourdan & Berkoff, unterhaltsamer als Krabbe & Baker.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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Montag, 3. Februar 2020, 14:30

:thumbup:
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Montag, 3. Februar 2020, 18:53

Mir fällt ein, ein Kontrast zum Redeschwall des Rainer Brandtschen "Die 2", wären Oddjob und der Beißer ja noch hervorragende Alternative :D
Und noch eine parallele zu TLD fällt mir ein, im akustischen Sinne:
Die Musik beider Gunbarrels ähnelt sich am meisten, bei den anderen sind die Unterschiede dagegen ganz klar zu hören.

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Dienstag, 4. Februar 2020, 08:03

Danke für das Review, Mister Bond. Es ist ein richtiger Genuss, es zu lesen, da OP - der mein zweitliebster Moore-Bond ist - hier deutlich besser weg kommt als in den meisten anderen Reviews (obwohl ich auch diese Ansichten selbstverständlich respektiere) :prost:

Daniel Dalton

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Dienstag, 4. Februar 2020, 14:40

Ihr werten OP-Freunde,
Die 2 mit Oddjob und dem Beißer, eine sehr gute Idee :) , vielleicht schlösse ich mit diesen beiden albernen Figuren dann endlich mal Frieden - denn "mit Feinden würden Sie ja auch nicht Ihren Sonntag verbringen, oder was beißt mich da?" ;)
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