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Mister Bond

Felix Leiter

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181

Mittwoch, 5. Februar 2020, 08:33

Ich muss mich sputen, da ich nun auch schon TLD gesichtet habe.
Ich werde für den Film aber eine dicke Lobeshymne schreiben ;)
Ich empfinde TLD, mit Ausnahme von CR, als den letzten rundum gelungenen Bondfilm. Barrys Score, so viel schon vorweg: meine Nr. 1! Und NOCH besser als AVTAK...wie war das mit den Geschmäckern?
Dann sind da noch einige Punkte, bei denn ich Scarpine dieses Mal leider widersprechen muss.
Aber bei den Hauptschurken sind wir d'Accord. Ich erwähnte es bereits im OP-Thread.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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182

Mittwoch, 5. Februar 2020, 16:05

Da schlösse ich mich Mister Bond doch sogleich an bezüglich der Tatsache, dass auch ich Scarpine diesmal trefflich widersprechen kann (und ja, auch bei mir ist TLD der Soundtrack Nummer 1!),
meinem eigenen Review von vor einigen Wochen ist meine Liebe zu diesem Film ja ebenfalls anzusehen.
Und gleichwohl, mögen Scarpine und ich diesmal unterschiedlicher Meinung sein, erkenne ich natürlich auch diesmal eine Hammer-Textqualität (an), die das Deinen-Ausführungen-Folgen auch dann zu einem Erlebnis macht, wenn die Meinungen kaum stärker auseinanderdriften könnten.
Ja, Dalton ist der "Fan-Bond" und genau das gefällt mir mit am Besten,
freilich freilich: Die recht krasse Aussage Connery's (wohingegen Moore sich mal recht positiv über Dalton äußerte, obgleich seine Rolleninterpretation jener Daltons natürlich unähnlicher war als Seans) dürfte für Timothy, der ja großer Fan der frühen Connery-Werke ist, eine verdammt bittere Pille gewesen sein, zudem in Daltons Arbeit sehr viel Herzblut steckt, er hat mit am Meisten Mühe in die Rolle investiert, dieser "Arbeitsgeist" wurde ihm zum Verhängnis, das Publikum will eben einen müheLOSEN 007, dessen Krawatte selbst dann noch hübsch glänzt, wenn Bond in Lava schwämme...
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Bond '89 - Robert Davi

Scarpine

Verschlagener Korse

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183

Mittwoch, 5. Februar 2020, 18:37

Die recht krasse Aussage Connery's (wohingegen Moore sich mal recht positiv über Dalton äußerte, obgleich seine Rolleninterpretation jener Daltons natürlich unähnlicher war als Seans) dürfte für Timothy, der ja großer Fan der frühen Connery-Werke ist, eine verdammt bittere Pille gewesen sein, zudem in Daltons Arbeit sehr viel Herzblut steckt, er hat mit am Meisten Mühe in die Rolle investiert[...]
Ich glaube nicht, dass Connery Dalton schmähen wollte. Die Aussage fiel im Kontext von GoldenEye und war als Kontrastbemerkung in ein Lob über Brosnan eingebettet. Er meinte wohl folgendes: Dalton hat die literarische Figur überernst genommen. Er wäre ein idealer Bond gewesen, wenn man Fleming vorlagengetreu fürs Fernsehen umgesetzt hätte. Der Film-007 hat aber eine andere Genese genommen. Er ist eine Ikone der Männlichkeit und Coolness. Und eine solche Figur kann man nicht ernst nehmen, sondern sie nur mit einer süffisanten Distanz spielen. Und das, was Connery und Moore konnten, dieses charmante, augenzwinkernde Spiel mit dem Zuschauer ging Dalton völlig ab. In der Zellenszene aus Goldfinger könnte ich mir Dalton zum Beispiel gar nicht vorstellen. Die anderen Darsteller waren situativ vielseitiger, mal ernst, mal ironisch, mal knahllhart, mal lässig cool; wie es die Szene gerade erforderte. Das konnte Dalton eindeutig nicht so gut, ohne die Intensität seiner Interpretation schmälern zu wollen...
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Django

Der Andere

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184

Donnerstag, 6. Februar 2020, 07:26

Barrys Score, so viel schon vorweg: meine Nr. 1! Und NOCH besser als AVTAK...wie war das mit den Geschmäckern?

Da gebe ich Dir Recht: Der Score ist ein Meisterwert. Da hat Barry zu seinem Bond-"Abschied" nochmals sämtliche Register gezogen. Besonders gut gefällt mit auch, dass der Score mit dem Titelstück und den Pretenders-Songs gleich über drei(!) gewichtige Leitmotive verfügt. Die Platte lege ich jedenfalls immer gerne wieder auf :thumbup:

Zitat

Ich empfinde TLD, mit Ausnahme von CR, als den letzten rundum gelungenen Bondfilm.

Ja, das kann ich unterschreiben. Wobei ich sagen muss, dass mich TLD noch besser unterhält als die eher "schwere Kost" CR (was jetzt aber natürlich nichts über die Qualität der Werke aussagt). TLD ist einfach wesentlich "lockerer", geht runter wie Öl und verzichtet zum Glück auf jegliche psychologischen Untertöne. Fairerweise muss ich aber sagen, dass mich seit TLD auch LTK, TWINE (ja :thumbsup: ) und QoS durchaus zu überzeugen vermögen :)

Mister Bond

Felix Leiter

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185

Donnerstag, 6. Februar 2020, 08:42

Also bei der Bond-Interpretation Daltons kann ich Scarpine wiederum zustimmen. Das ist aber auch nichts neues, dass Dalton seinen Frauenheld Charme, das spitzbübische und die Ironie nicht so gut rüberbringen kann wie Sean und Roger.
Allerdings kann ich mir so eine Zellenszene wie in GF auch NUR mit Sean, Roger oder Pierce vorstellen. Selbst bei Daniel Craig würde es mir zu gezwungen aussehen.
Für TLD und LTK macht das aber gar nichts, die Filme haben eh einen anderen Fokus. Und Dalton hatte ja seine Stärke mit einer anderen physischen Präsenz und dem festen, entschlossenen Blick.


@Django:
TLD und CR halte ich nur für die letzten wirklich tollen fast Meisterwerke. Ansonsten gefällt mir auch LTK sehr gut. GE und SF werden bei mir auf dem Prüfstand stehen. Die anderen? Da erwarte ich weniger.
Mein Resümee zu TLD muss auch verfasst werden, da ich den Film ebenfalls, wie AVTAK, bereits sah.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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186

Donnerstag, 6. Februar 2020, 13:45

"Fairerweise muss ich aber sagen, dass mich seit TLD auch LTK, TWINE (ja :thumbsup: ) und QoS durchaus zu überzeugen vermögen",
ganz deiner Meinung, Django.
Nun, Scarpine, sehe es ja teils ähnlich, ich denke ebenfalls nicht dass Connery Dalton bewusst hat schmähen wollen, dennoch: Ich kann mir nicht vorstellen dass das für Dalton sonderlich leicht war, er ist immerhin Connery-Fan seit er 16 war, das formt dich, ist Teil deiner Identität - und wenn dein Lieblingsbond all dieses dann so einschätzt, ist das schon irgendwo ein Missvergnügen. Ich möchte Seans Worte auch nicht aus dem Kontexte reißen, für die Allgemeinheit gesprochen (die mit ihrem "es geht immer nur darum dass die Welt vernichtet wird" aus jedwedem Bond einen Moonraker macht) mag er ja richtig gelegen haben, aber zumindest für die Fans und Insider-Kenner kann Daltons Interpretation sehr spannend sein :thumbup:
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Mister Bond

Felix Leiter

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187

Freitag, 14. Februar 2020, 23:09

DER HAUCH DES TODES

1987, nachdem „Im Angesicht des Todes“ bei Publikum und Kritiker nicht mehr so gut wegkam und auch Roger Moore erkannte, dass die Damen an seiner Seite, seine Töchter sein könnten, brauchte man frisches Blut. Wir kennen die Geschichte um Timothy Dalton, Pierce Brosnan, Timothy Dalton.
Und natürlich wurde die Konkurrenz im Actiongenre nicht kleiner. Was bleibt also?

Film:
Der Film beginnt spannungsgeladen und fulminant. Alleine der Sprung der drei britischen Agenten über Gibraltar wurde wieder toll gefilmt. Alles echt, so wie es bei Bond sein muss.
Der Aufbau um die der drei Agenten, wer denn nun der neue James Bond sein soll, ist auch gelungen. Die Actionsequenz sowieso. Für mich immer in den Top 5 meiner Allzeit Top Pre-Title.
Die Geschichte um Smiert Spionem ist angenehm bodenständig, der Film ist neben „Liebesgrüße aus Moskau“ und „In tödlicher Mission“ wohl der realistischste, zumindest was die Spionagetätigkeit angeht. Alleine die Sequenz in Bratislava, als Bond sein Smoking kurzerhand in einen Tarnanzug umfunktioniert, dies ganz simpel, und zum Sniper wird, erzeugt eine dichte Agentenatmosphäre. Die Actionsequenz im Blayden House, der Kampf zwischen dem MI-6 Butler und Necros ist überhaupt die beste Action-Kampfsequenz, in der Bond gar nicht involviert ist.
Die Szenen in Bratislava erzeugen auch eine dichte Spionage Ostblock Atmosphäre und die Verfolgungsjagd James Bond und Kara im Aston Martin, die vor dem KGB und der tschechoslowakischen Polizei flüchten, macht auch sehr viel Spaß. Das alles wird auch wieder durch Barrys Musik veredelt.
Die Filmaufnahmen in Wien zeigen viel Lokalkolorit. Neben der „Entspannung“ dort, ist die Eliminierung von Saunder durch Necros‘ perfide Falle, eines der Highlights.
Danach macht der Film einen kleinen Wechsel und ich sehe Parallelen zu „Octopussy“, nur dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge. Von den „Kalter Krieg“ Locations geht es nun ins orientalische.
Vom Agententhriller wandelt der Film ein wenig in Abenteuergefilde hinzu.
Dieses Flair ist in Tangier noch nicht ganz so existent, schließlich ist sich Bond noch nicht zu 100% sicher wie es um General Pushkin steht. Die Ermittlungsarbeit Bonds, sein Instinkt, das alles gefällt mir sehr.
Vollends ins abenteuerliche gerät der Film dann in Afghanistan, als die Mujaheddin ins Spiel kommen. Damals waren es halt eben die Freiheitskämpfer gegen die sowjetische Besatzung.
Nach der Befreiung aus dem sowjetischen Gefängnis verliert der Film leicht an Schwung, das nimmt an der Militärbasis, dem Umschlagplatz aber wieder an Fahrt auf.
Das Duell Bond gegen Necros am fliegenden Flugzeug sehe ich bis heute als einer der absoluten Stunt-Highlights in der Geschichte der Bondfilme an. Dazu wieder actiongeladene Musik und für mich ganz wichtig, dass nichts computergeneriert ist. Das ist einfach toll gefilmt.
Dem Film kann ich in diesem Sinne kaum Mängel vorweisen, das alles ist einfach mit so viel Stil und Agentenflair ausgestattet, dass mich selbst Kamran Shah und seine Mannen beim plötzlichen Auftritt bei Karas Konzert in Wien, gar nicht so stören.
Und ich bin ehrlich, ich wünsche mir einen Bondfilm in diesem Stil so sehnlich. Wenn schon keine over the top Bonds im Stile von „The Spy“ oder „Moonraker“, dann bitte so eine Agentenstory ohne Psychogedöns und Vergangenheitsbewältigungen.
Wahrscheinlich ist dies auch der letzte wirklich „klassische“ Bondfilm.

Bond:
Natürlich, Timothy Dalton hat nicht den augenzwinkernden Charme, das spitzbübische eines Connery oder Moore. Gewisse Oneliner kommen nicht so schmunzelnd herüber und der Womanizer Typ war er auch nie. Das sind eben für mich schon alles Punkte, weshalb Sean und Roger meine Favoriten sind. Die beiden, die eine gewisse Leichtigkeit herüber brachten. Dalton war eher der verbissene Typ.
Für mich wirkte er lange Zeit auch ziemlich bieder.
Damals, bis um die Jahrtausendwende, konnte ich deshalb mit Dalton noch wenig anfangen. Neben Sean und Roger war Pierce Brosnan meine klare Nr. 3.
Aber mit der Zeit seht man die Stärken von Dalton: ich lobe seine entschlossenen Blick. Zudem erkenne ich bei ihm doch einen gewissen Charme. Bei aller Härte wirkt er nie wie ein Rüpel und manche Szenen in diesem Film finde ich durch ihn sehr stark: wie eben der Pre-Title, die Sniper Szene in Bratislava, die Szene mit Saunders Tod in Wien oder der Besuch bei Pushkin in Tangier. Das ist schon stark gespielt. Außerdem ist es selbst für mich als Roger-Anhänger, eine Wohltat den frischen Dalton zu sehen. Deshalb finde ich „Der Hauch des Todes“ extrem stark. Ein frischer Bond und die Inszenierung ist auch wesentlich spannender und flotter als bei Rogers letztem Auftritt.
Zudem sehe ich seine erste Darstellung auch wesentlich stärker, mit eigenen Facetten ausgestattet, als die des anderen „Außenseiter“ Bonds Lazenby.
Fazit: Daltons Darstellung als Bond ist nicht mein persönlicher Favorit, aber mit den Jahren extrem in meiner Gunst gestiegen.

Bondgirl:
Leider nicht meine Favoritin. Kara wirkt zwar sympathisch, wie mein guter Freund anmerkte, der ihr anscheinend mehr abgewinnen konnte: Sie macht sich als eine der wenigen Bondgirls wirklich etwas aus 007, sie macht sich Sorgen um ihn.
Allerdings ist mir die restliche Charakterisierung Kara Milovys zu verhuscht, zu bieder und zu naiv.
Kara: „Du warst fantastisch! Wir sind frei!" – Bond: „Kara, wir sind auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt mitten in Afghanistan."
Mir fehlt da doch eine erotische Spannung, eine sexuelle Ausstrahlung. Maryam D’Abo hat dabei noch im September 1987 für den niederländischen Playboy nackt posiert, die Fotos sind in der Tat nicht von schlechten Eltern, und ich sah mal einen Film mit ihr, welcher nur paar Jahre nach „Der Hauch des Todes“ gedreht wurde, in dem Sie wesentlich erotischer rüberkam.
So nervt Sie eine Weile lang, erst im Finale, als Sie sich eben Sorgen um James macht, kann Sie sich von ihrer zaghaften, scheuen Verkörperung befreien und sammelt bei mir einige Sympathiepunkte.
Aber an Damen wie Domino, Fiona, Tracy, Solitaire, Anya oder Melina reicht Sie nicht heran.

Villains:
Ähnlich wie beim stilistischen Aufbau des Films, eine Hälfte Agententhriller in „kälteren“ europäischen Gefilden, die andere Hälfte mehr Abenteuerfeeling im exotischen Milieu, hat man hier zwei Oberschurken, die gegensätzliche Ziele haben, sich aber gegenseitig helfen, und einen Henchman, der für den arroganteren, dafür weniger idealistischen Bösewicht arbeitet.
Ich erwähnte die Konterparts bereits: Orlov ist hier Brad Whitaker. Beide machtversessen, idealistisch total kaputt, Kriegsgeil.
Kamal Khan ist hier Georgi Koskov: der Lebemann, der Betrüger, der keine wirklichen Freunde kennt.
Gobinda ist hier Necros. Beide arbeiten für den Snob, den Betrüger. Beide haben eine physisch starke Statur, wobei Necros doch bisschen redseliger als Gobinda ist.
Bis auf Necros, finde ich Whitaker und Koskov aber weniger amüsant als die „Octopussy“ Pendants.
Es liegt auch daran, dass Louis Jourdan stärkere Szenen im Zusammenspiel mit Bond vergönnt war, als Koskov hier. Dasselbe gilt auch für Whitaker. Orlov und Bond treffen sich einmal, die Szene ist aber wirklich gelungen, vor allem dank Roger Moore. Whitaker und Bond treffen sich erst im Finale, da haben sich die Fronten geklärt, Bond hat keine Forderung mehr.
Auch durch Steven Berkoffs leicht irre Ausstrahlung macht Orlov mehr Spaß und Louis Jourdan hat für mich auch mehr Format als Jeroen Krabbé.
Von Andreas Wisniewski als Necros bin ich aber voll überzeugt, er erinnert teilweise an Robert Shaws Grant. Zudem ist der Kampf zwischen ihn und dem „Butler“, so wie sein Kampf gegen Bond grandios in Szene gesetzt. Barry weiß ihn auch effektiv durch „Where Has Everybody Gone“ in Szene zu setzen, so hat Necros seine eigene Erkennungsmelodie. Top!

Helfer:
Darf man Saunders einen Helfer nennen? Eher einen Mittelsmann, anfangs sind beide dem anderen gegenüber skeptisch, Saunders arbeitet strikt bürokratisch. Als sich beide dann in Wien doch menschlich annähern, ist es schon zu spät. Die Reaktion auf Saunders Tod von Bond finde ich sehr gelungen. Da ist er, dieser entschlossene Blick, „zerplatze Smiert Spionem“.
Sehr spät kommt plötzlich auch Felix Leiter nach langer Abstinenz wieder vor. Allerdings wirkt John Terry in seiner Rolle dermaßen blass und austauschbar, für mich neben Norman Burton („Diamantenfieber“), der Felix, dem ich am wenigsten etwas abgewinnen kann. Und schon wieder diese Synchro, wie bei „Diamantenfieber“: „James, SIE dürfen mich Felix nennen, aber siezen“ – „Felix, SIE siezen mich, nennen mich aber beim Vornamen.“ Finde ich einfach doof, weil spätestens seit „Leben und sterben lassen“ beide dicke Kumpel sind.
Und wer steckte Felix in diese Jogging Klamotten??? Als wenn er gerade von der Couch aufstand um sich am Kühlschrank paar Bier zu holen. Felix sollte immer das amerikanische Pendant zu James sein. Deshalb finde ich Jack Lord in seiner Coolness und David Hedison in seiner charmanten Lockerheit, beide stilsicher gekleidet, am besten.
Weitere Helfer? Kamran Shah, der allerdings eigene Interessen gegen die sowjetische Besatzung verfolgt und erst durch Kara animiert wird James zu helfen. Zumindest wird er überzeugend und nicht unsympathisch von Art Malik dargestellt, welcher sieben Jahre in einer komplett anderen Rollenauslegung in „True Lies“ den Fiesling geben durfte.
Kein Helfer, aber unbedingt erwähnenswert: John Rhys Davies, in den 80ern bekannt als guter Freund und Vertrauter des peitscheschwingenden Abenteurers und Archäologen Indiana Jones, sowie später als Professor Arturo in der Serie „Sliders“ und Gimli in der „Herr der Ringe“-Trilogie, füllt seine Rolle nicht nur optisch gut aus. Er hat auch ein paar gute Sätze: „Also muss ich sterben?“ – „…als Diplomaten-Asche“. Auch seine Begegnung mit Brad Whitaker imponiert mir. Es zeigt, dass Pushkin ein Mann mit den richtigen Prinzipien ist.

MI6:
Robert Brown gibt seinen M wieder souverän und bestätigt, dass er ein guter Ersatz für Bernard Lee war. Desmond Llewelyn darf sich Späße erlauben: „Sagen Sie es nicht“ – „Nehmen Sie Platz“.
Geoffrey Keen sehen wir ein letztes Mal als Sir Frederick Gray. Wirklich verabschiedet wird er leider nicht. Der nächste, der doch eine Epoche, von 1977 an, mitprägte, nahm seinen Hut.
Als neue Miss Moneypenny haben wir Caroline Bliss. Ein jüngerer Bond = eine jüngere Moneypenny. Schließlich sollten beide wieder glaubhaft flirten. Leider reicht das nicht am leichterotischen Geplänkel zwischen Connery und Maxwell in den ersten Filmen heran. Wie ich schon schrieb, Dalton fehlt doch dieses Womanizer Appeal, diesen spitzbübischen Charme und auch Caroline Bliss fehlt das neckische, dass eine Lois Maxwell hatte. Andererseits finde ich es süß, wie Bond Penny wieder ihre Brille aufsetzt und sogar den leichten Klaps, welcher nur hörbar ist. Oh Gott, heute wäre es wirklich sexuelle Belästigung, aber da mögen sich halt zwei Individuen. Ich denke Bliss hätte schon Potential gehabt, aber im zweiten Dalton Film gab man ihr noch weniger.

weitere Bondgirls:
Außer die Dame auf der Yacht im Pre-Title gibt es keine weitere Dame, mit der Bond anbandelt. Viele sagen, es war eine Reaktion auf AIDS. Andererseits war es auch gut, Daltons Bond nicht als Verführer und Womanizer zu porträtieren. Das wäre ihm nicht zu Gute gekommen. Die Beziehung zu Kara entwickelt sich schließlich auch.

Location:
Sehr gute Auswahl der Drehorte, noch eine „Octopussy“-Parallele, die Kontraste der Drehorte. Die Szenen in Bratislava wurden in Wien gedreht. Faszinierend wie Wien als „Ostblock“-Stadt verkauft werden kann. Für den normalen Menschen und der, der gewisse Ortschaften nicht kennt, ist es einfach die damalige Tschechoslowakei.
Die offensichtlichen Szenen in Wien, der Prater mit dem Riesenrad, Schloss Schönbrunn und die dortige Oper, hier muss ich auch ein Kompliment an Alec Mills machen, welcher Alan Hume an der Kamera beerbt hat und seine Sache besser macht als Hume im Film zuvor.
Dann haben wir die orientalischen Schauplätze: Tangier in Marokko mit den charakteristischen Häusern und Whitakers Villa. Und Afghanistan, freilich auch in Marokko gedreht. In Afghanistan war 1986 die Lage auch schon sehr prekär. Hier weht ein Hauch Abenteuer, ein wenig von 1001 Nacht.
Und trotz Wüste und Sand wirkt es nie Schnöde.
Neben „Octopussy“ und „In tödlicher Mission“ empfinde ich die Location Auswahl im Zusammenwirken mit der Kameraarbeit von den 80ern Bonds am besten. Die Farben wirken nicht blass, sondern kräftig ohne zu übertreiben und der Soap Opera Look, der in einigen Szenen von „Im Angesicht des Todes“ herrschte (Zorins Party), ist auch nicht vorhanden.

Setting/Bauten/Design:
Wie üblich in der Ära John Glen, zu Gunsten des Realismus verzichtet man auf überbordende Bauten wie in den 60ern und 70ern.
Aber auch hier gefällt mir der Stil, wie Octopussy, von den 80er Bonds am besten. Das meiste wird halt von den Locations herausgeholt, also reale Schlösser, Häuser und Oper, welches alles der Authentizität dient. Somit ist „Der Hauch des Todes“ auch visuell für mich ein 1A-Agentenfilm.

Musik:
John Barrys letzte Bondarbeit ist für mich dann auch seine absolute Krönung. Er verabschiedet sich mit einem Knall und im Nachhinein kann ich nur den Kopf schütteln, dass ALLES, was danach kam, nicht mal ansatzweise an die Klasse eines Barry kam, geschweige denn an die Grandezza dieses Kunstwerks. Wahnsinn wie er seine geliebten klassischen Töne mit der moderne verwebt.
Wahnsinn wie mal wieder der Titeltrack in den Score Platz findet, zum Beispiel in „Hercules Takes Off“ .
Dazu gibt es zwei weitere Songs, die auch fabulös ihren Weg in den gesamten Score finden.
Der Titeltrack von a-ha ist meiner Meinung nach sehr unterschätzt. Für mich steht er Duran Durans „A View To A Kill“ nur ein wenig nach. Der Song ist sehr eingängig und flott und ich bin immer froh, wenn es eben mal einen schnelleren Bondsong zur Abwechslung gibt.
The Pretenders, die Gruppe um Frontfrau Chrissie Hynde steuerte zwei Songs bei: „If There Was A Man“, die Ballade, die auch im Abspann zu hören ist (das erste Mal überhaupt, dass man im Abspann weder den eigentlichen Titeltrack, noch das Bondthema hört, sondern eben einen zweiten neuen Song) und im Film für die ruhigeren Passagen bestimmt ist („Kara Meets Bond“, „Into Vienna“), und „Where Has Everybody Gone“, ein aggressiverer Song, welcher vor allem als Leitmotiv für Necros verwendet wird, zum Beispiel „Necros Attacks“ und „Inflight Fight“ (der finale Kampf Bond vs. Necros!).
Beide Songs gefallen mir ebenfalls sehr. „Where Has Everybody Gone“ stößt eine bedrohliche, gefährliche Aura aus.
Des Weiteren schuf Barry ein weiteres Leitthema für die Actionsequenzen, eingearbeitet in „Ice Chase“, welches stark 80er Synthesizerklänge mit den typischen Trompetenklängen Barrys plus das Bondthema verbindet.
Nicht zu verachten ist „The Sniper Is A Woman“, ein geheimnisvoller Track, in voller Würde eines Agentenfilms, wie nur John Barry es konnte. Ein Geheimtipp!
Die beiden absoluten Meisterwerke für meine Gehörgänge sind aber „Mujahadin And Opium“, meine Nr. 1, ein Traum, hier nimmt John Barry schon die edlen, pompösen Klänge seines Oscarprämierten Werks „Dances With Wolves“ vorweg, und „Afghanistan Plan“, orientalische Klänge im klassischen Streicherarrangement, dazu das liebgewonnene Flötenspiel.
Beide Tracks bilden für mich die Essenz eines Bond-Soundtracks und eines John Barry Werks.

Main-Title:
Wieder etwas schlechter als zu „Im Angesicht des Todes“. Es fehlen die ausgefallenen Momente wie eben das Spiel mit der Dunkelheit und den neonfarben oder die Eisskulpturen, oder halt etwas Neues wie der Interpret oder der Bonddarsteller visuell im Title, obwohl das ja in diesem Sinne 1987 nicht neu gewesen wäre.
Kompositionstechnisch harmonieren die Bilder aber mit a-has schwungvollem Song. Das Ganze wirkt nicht ganz so schwülstig wie bei „Octopussy“ (artistisch tanzender Agent und Dame zu einem eher sentimentalen Song). Alles in allem kein neues Meisterwerk Binders, aber ein Main-Title welches mir durchaus zusagt.

Wertung des Komplettwerks:
Obwohl es für mich kleine Schwächen bei der Rollenauslegung der wichtigen Komponenten Bondgirl und Haupt-Villains gibt, besticht der Film durch den ganzen Rest.
Daltons Debüt und Interpretation, auch wenn nicht meine favorisierte, ist spannend, die Musik ist durchgehend großartig, John Barry verabschiedet sich mit einem Knall, die Geschichte ist eines Agentenfilms würdig, die Stunts wurden hervorragend in Szene gesetzt, die Locations sind abwechslungsreich und mit angenehmen Kontrast und ich habe durchgehend Spaß an diesem Film.
Gleichzeitig bildet genau dieser Film den wirklichen Schlusspunkt der klassischen James Bond Ära.
Da schaut man auch mit ein wenig Wehmut hin.
9/10

Daniel Dalton

Felix Leiter

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188

Samstag, 15. Februar 2020, 22:10

Top gemacht, großartig,
dein Text hat es geschafft, habe mich so in den Film hineinversetzt dass er jetzt ohne Neusichtung auf meinen Platz 2 rückt (den er sich eigentlich knapp vor FYEO mit OHMSS teilt). Rezensiere den Film doch einfach erneut, dann überholt er vielleicht sogar LTK ;)

9/10 von dir, von mir knapp 10, "verhuscht" (:DD) fanden andere Kara auch schon, dieses köstliche Wort tauchte schon auf über die Jahre, ich sehe sie mehr wie dein Kamerad, liebe sie, auch wenn ihr Verständnis von Manipulation und Weltpolitik etwas .... eingeschränkt ist manchmal. Georgi Georgi, eine Zeit über mutet es so an als seien das ihre einzigen Worte, aber manchmal überrascht sie dich dann wieder und hat ihre Momente,

hmm, aber das mit dem Luftwaffenstützpunkte zitierte ich in meiner Rezension ebenfalls, wirklich einer ihrer naivsten Augenblicke, "frrrrei..."
Ja, genau wie du schätze ich außerordentlich, dass der geniale Necros seine eigene Erkennungsmelodie spendieret bekam, andere Stücke auch erwähnst du einzeln gar und "the sniper was a woman" habe ich mir noch einmal angehöret,
meine Nr. 1 ist ebenfalls Mujahadin and Opium, Afghanistan Plan ist stellenweise nah dran, für mich hat kein anderer Bond einen vergleichbaren Soundtrack!
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Bond '89 - Robert Davi

Daniel Dalton

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189

Samstag, 15. Februar 2020, 22:12

Aber einen noch:
"Die Geschichte um Smiert Spionem ist angenehm bodenständig, der Film ist
neben „Liebesgrüße aus Moskau“ und „In tödlicher Mission“ wohl der
realistischste, zumindest was die Spionagetätigkeit angeht.",
nun, stimme nur zu wegen "zumindest was die Spionagetätigkeit angeht", INSGESAMT hingegen würde ich (Gleichstand) sagen: LTK und Liebesgrüße aus Moskau.
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Martin

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Sonntag, 16. Februar 2020, 05:14

Natürlich, Timothy Dalton hat nicht den augenzwinkernden Charme, das spitzbübische eines Connery oder Moore. Gewisse Oneliner kommen nicht so schmunzelnd herüber und der Womanizer Typ war er auch nie. Das sind eben für mich schon alles Punkte, weshalb Sean und Roger meine Favoriten sind. Die beiden, die eine gewisse Leichtigkeit herüber brachten. Dalton war eher der verbissene Typ.
Für mich wirkte er lange Zeit auch ziemlich bieder.


So sieht ihn die breite Masse ja auch. Aber wenn man es genau nimmt, hatte bisher jeder Bonddarsteller Defizite. Connery hat nie diese menschlich-verletztliche Seite gezeigt, die den Romanbond auch ausmacht. Mal abgesehen davon, dass das in seinen Filmen absolut keine Rolle spielte, kann ich mir nicht vorstellen, wie er Tracy traumatisiert im Arm hält, oder Vesper, oder M. In seiner Filmographie fällt mir auch kein Film ein, in dem er so einer Szene nahe kommt. Aber da er als Ur-Bond gilt, wird auf diese Eigenschaft eben auch kein Wert gelegt. Im Gegenteil, sie galt bei Lazenby eher als unwürdig.

Über Lazenbys Defizite braucht man sicher nicht näher eingehen. Moore ging dann das physisch bedrohliche ab. Wenn er rannte sah er immer ein bisschen aus wie jemand, der bei einsetzendem Hagel zum nächsten Hauseingang eilt. Brosnan hat auch nicht alles hundertprozentig glaubwürdig rübergebracht, und Craig kann ich mir nicht in einem Film wie MR oder DAF vorstellen. Im Prinzip hat jeder seine Nische bedient.

Letztens hatte ich auch mal wieder "The Rocketeer" gesehen, quasi als Ersatz für den dritten Dalton-Bond. Und ich finde, Dalton zeigt da einen wunderbaren Sinn für Humor und Selbstironie. Er hat als Schurke richtig gute Szenen, etwa wenn er zu einem Deutschen "Halt die Fresse" sagt. Und er kommt da auch nicht gerade als Frauenverächter rüber, im Gegenteil. In "Hot Fuzz" spielt er eine ähnlich gelagerte Rolle, und ich muss sagen, ich liebe ihn in dem Film! Auch hier Selbstironie und Timing in Perfektion. Wenn ich diese Filme sehe, kann ich mir grundsätzlich auch einen leichteren Bondfilm mit ihm vorstellen.

Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 16. Februar 2020, 14:20

INSGESAMT hingegen würde ich (Gleichstand) sagen: LTK und Liebesgrüße aus Moskau.

Ich bezog mich freilich auf die Filme bis einschließlich "Der Hauch des Todes" ;)
Ansonsten herzlichen Dank und ja "Mujahedin and Opium" ist wundervoll :love:



@Martin:
Nun ja, dass mit den Defiziten muss ja nicht schlimm sein. Es muss zum Typ passen. Zu Roger passt halt mehr Charme und Ironie, zu Sean das virile und spitzbübische.
Sean spielte in seiner Karriere auch weniger sensible Typen, hat aber durchaus häufiger Rollen gespielt, die ambivalent waren:
Marnie, Sein Leben in meiner Gewalt, Der Mann der König sein wollte oder als Mentor Typ "Die Unbestechlichen".
Es ist im Endeffekt alles Geschmackssache, ich bevorzuge halt Sean und Roger, mag aber Timothy recht gerne.
Und da du es erwähnst, seit gestern habe ich auch vor heute "The Rocketeer" zu gucken :D
Dalton zeigt da viel Charme, er bezirzt ja die junge Jennifer Connelly, aber das hat zugleich auch etwas böses, schmieriges, was ja absolut perfekt zu seinem Filmcharakter dort passt.


Ich vergaß noch eine, nicht ganz so wichtige, Parallele zu "Octopussy":
Die Musik der Gunbarrel-Sequence ähnelt sich in beiden Filmen am meisten, während in allen anderen Bondfilmen, die Komposition deutlich anders ist.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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Sonntag, 16. Februar 2020, 20:25

Jennifer Connelly hat für mich ein wenig das Marceau-Syndrom, ihre Schönheit wuchs komischerweise mit den Jahren noch, finde sie viel attraktiver in Werken wie "Haus aus Sand und Nebel" als weiland als sie blutjung war, apropos junge Frauen und Dalton: In FRAMED spielt er mit Penelope Cruz 1992/93 ;) , auch sie war bereits sehr erkennbar.

Zur Frage noch einmal, welcher Bond am Realistischsten ist, woraufhin ich einen Gleichstand zwischen FRWL und LTK anführte:
Mein Gefühl hat es noch einmal überdacht, ich lege mich nun fest: Liebesgrüße sie sind für mich der realistischste Bondfilm.
Dass Bond jemanden wie Sanchez mehr oder weniger allein unschädlich macht, auch sein ganzes Netzwerk, das ist schon recht unwahrscheinlich, freilich nicht unmöglich, aber äußerst weit hergeholt.
Bezüglich Connery: Seine meines Erachtens beste Darbietung überhaupt lieferte er in "Die Strohpuppe" als eiskalter Manipulator.
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Montag, 17. Februar 2020, 10:46

Zitat

Liebesgrüße sie sind für mich der realistischste Bondfilm.

Wobei... gerade wenn man die frühen Bonds nimmt: Was ist mit TB? Okay - er ist nicht so geerdet wie FRWL, aber handlungstechnisch ist er eigentlich sehr realistisch und stringent (und gerade da sehe ich bei FRWL einige Defizite was Sinn und Logik des SPECTRE-Plans betrifft, der auf den zweiten Blick doch unnötig kompliziert ist) und auch die "Gesetze der Physik" werden in TB nicht überstrapaziert (okay - lassen wir die PTS mal aussen vor :D )

Zu TLD äussere ich mich dann später noch, wenn ich etwas mehr Zeit habe :)

Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 17. Februar 2020, 20:55


Bezüglich Connery: Seine meines Erachtens beste Darbietung überhaupt lieferte er in "Die Strohpuppe" als eiskalter Manipulator.

Da auch, er spielte in den 60ern und 70ern solche Rollen ganz gut. Aber als weichgespülter oder zweifelnder Kerl würde er sich nicht so gut eignen.

Aber doch bitte back to TLD :)
Hier gibt es keinen wahnwitzigen Erpressungs- oder Weltherrschaftsplan. Wenn ich darüber nachdenke, TLD ist realistischer als LTK, den Grund hast du ja genannt, Daniel.
Ich bleibe dabei, neben FRWL und FYEO der realistischste Bond bis zumindest CR kam.

Martin

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Dienstag, 18. Februar 2020, 02:10


Bezüglich Connery: Seine meines Erachtens beste Darbietung überhaupt lieferte er in "Die Strohpuppe" als eiskalter Manipulator.

Da auch, er spielte in den 60ern und 70ern solche Rollen ganz gut. Aber als weichgespülter oder zweifelnder Kerl würde er sich nicht so gut eignen.


Wieso denn weichgespült? Also ich finde keine einzige Szene eines späteren Darstellers "weichgespült".

Django

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Dienstag, 18. Februar 2020, 07:15

So, hier nun also wie angekündigt noch ein paar Sätze von mir zu TLD: Für mich einer der mit-besten Bondfilme ever :thumbup: . Und Mister Bonds Review kann ich so gut wie 1:1 unterschreiben... nur würde ich dem Werk eine 10/10 geben :D . Der Film besticht durch viele Highlights und es gibt eigentlich nichts, was störend abfällt. Und im Gegensatz zu den meisten Anderen hier find ich Koskov mit seiner schleimig-jovialen Art einfach herrlich und einen tollen Gegner :thumbsup: . Hingegen finde ich die Kritik am Charakter Kara leider mehr als gerechtfertigt. Vermutlich das nervendste Bond-Girl aller Zeiten und definitiv das Dümmste. Da kommt im Vergleich selbst eine Mary Goodnight als Intelligenzbestie Und dass sie dann noch Bond mit ihrem "Ex" (oder was auch immer) "hintergeht"... :thumbdown: . Die hätte ich als Bond bei der ersten Gelegenheit an ein paar Kamelhändler verkauft :D . Aber das ist Gemeckere auf hohem Niveau :) .

Übrigens noch spannend, dass Koskov der m.W. Einzige Bond-Gegner ist, der am Schluss des Films nicht "explizit" getötet wird (okay - was mit "Diplomatenasche" gemeint ist, können wir nur vermuten :P ) und der in keinem weiteren Bond-Film auftaucht. Apropos: Hey - ich hab da grad 'ne Idee für Bond 26. So mit etwas "Dunklem" aus der Vergangenheit, das Bond nun wieder einholt ;) !

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Django« (18. Februar 2020, 07:23)


Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 20. Februar 2020, 09:22

Hehe, am besten finde ich Koskov ja am Ende, als er sich Pushkin um den Hals wirft :D

Daniel Dalton

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Donnerstag, 20. Februar 2020, 17:45

Unterhaltsame Runde, die Foristen blühen.
Nun, Django, deine TB-Erklärung mag ja plausibel sein, aber selbst so etwas wie "Realismus" scheine ich mal wieder sehr subjektiv zu bewerten - und rein gefühlt ist TB weiter von jedweder greifbaren Welt entfernt als fast jeder andere Film, der Realismus scheitert schon an der übermenschlichen Darstellung von Bond himself,
ich sage nicht dass die Szenen nicht wenigstens "rein theoretisch denkbar" sind, aber als Ganzes betrachtet für mich der pure Eskapismus,
ich bleibe bei FRWL, selbst Mängel im Spectre-Plan halte ich da für realistisch, denn ein zu perfekter und zu logischer Plan wäre schon wieder unrealistisch ;-)
"Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld." - Aus des Problembeseitigers Spiegelbilde sprach die Stimme sanften Verwesens!
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Django

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Freitag, 21. Februar 2020, 07:13

Ja - in diesem Sinne gebe ich Dir Recht: "Realistisch" (ein Wort, das bei einem Bond-Film eh' Fehl am Platz ist :D ) ist nicht ganz dasselbe wie "bodenständig/geerdet" :)

Daniel Dalton

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Freitag, 21. Februar 2020, 17:50

Mein Onkel sprach vor fünf Jahren:
Lizenz zum Töten war der letzte realistische James Bond.
Natürlich kam ich ihm dann noch mit den ersten beiden Craigs, insbesondere CR, aber im Kerne finde ich tatsächlich dass die Filme nach der Langpause tendenziell "hektischer" geworden sind, die Action wurde gefühlt anstrengender, die "ursprüngliche" Bondreihe ist für mich tatsächlich jene von '62 bis '89.
Der Realismus im eigentlichen Sinne des Wortes ist selbst in Werken wie LTK oder FRWL schwer zu finden, aber sie sind deutlich näher dran.
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