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Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 12. März 2021, 22:37

Interessanter Ansatz, in der Tat.
Ich werde dieses Jahr nicht mehr alle Bondfilme gucken, aber sporadisch den ein oder anderen. Vor dem eventuellen Kinostart von No Time To Release, aber auf jeden Fall nochmal Skyfall und Spectre.

Und wenn auch DAD, wegen der mäßigen Effekte und einer etwas zu forschen Jinx, in der Bestenliste ganz unten ist, der Film sieht von den Locations und den Bauten hochwertiger als TND aus. TND ist optisch unter den Bondfilmen in der Tat so etwas wie eine graue Maus. Es fehlen auch die großen Kameraaufnahmen, die Panoramen und dann natürlich das öde aussehende Finale, dass auch bei mir im Keller hätte stattfinden können (ok, ich habe jetzt etwas übertrieben :D ).

Whisper

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222

Sonntag, 14. März 2021, 20:19

Meiner Meinung nach beschädigt Barbara Broccoli mit ihrem Motto, so viel wie möglich in GB zu drehen, die Filme nachhaltig. Auch die Craig-Bonds. Cubby hätte für Carvers Party und Büro auf einer schönen Location in Hamburg mit viel Hintergrund-Flair bestanden und allein dadurch die erste Hälfte enorm aufgewertet. Man stelle sich vor, Zorins Party in AVTAK wäre in irgendeiner Joghurt-Fabrik in London gedreht worden.
Interessanter Gedanke! Wobei die Craig Bonds gegenüber den Brosnan Bonds schon eine Augenweide sind (zumindest die ersten drei). Hamburg wurde in TND wirklich enttäuschend in Szene gesetzt, wenn man bedenkt, was dieses "Tor zur Welt" alles zu bieten hat (bin da geboren und kenne mich daher ein wenig aus ;)).
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Mister Bond

Felix Leiter

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223

Sonntag, 14. März 2021, 21:07

Ich würde mir für einen Bondfilm auch wieder eine deutsche Metropole wünschen und eben Hamburg hat da doch einiges zu bieten. Zu Cubby Broccolis Zeiten, hätte es mit Kameramänner wie Ted Moore, Freddie Young oder Claude Renoir auch wesentlich stilvoller ausgesehen.

  • »Martin« ist männlich

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224

Montag, 15. März 2021, 00:53

@Mister Bond: Ja, bezüglich DAD sehe ich das absolut genauso. Allein Bonds Ankunft in Havanna mit dem Schwenk über die Strandpromenade finde ich jedes mal fast den ganzen Film wert. Da steckt sehr viel Liebe und Aufwand drin, die Oldtimer, diese Pioniergruppe, ... Sowas fehlt TND völlig. Auch das Innere des Eispalastes mag ich. Dafür hat DAD aber dann wieder andere, noch größere Mankos. Die Brosnan-Ära erinnert mich in dem Punkt immer an einen Dialog aus 'Jurassic Park 2': "Sie sehen, wir haben aus unseren Fehlern gelernt." - "Ja, aber dafür machen Sie lauter neue."

@Whisper: Ich finde Hamburg auch eine der schönsten Städte Deutschlands. Man hätte das sehr stilvoll fotografieren können, wenn man es gewollt hätte. Aber diese Mischung aus ausdruckslosen, tristen Sets und der lieblos reingeschnitten Postkartenansicht vom Hafen macht auf mich manchmal den Eindruck, als mag Spottiswoode Deutschland nicht, und als ob er es bewusst kalt, ungemütlich und von wenig netten Menschen bewohnt darstellen wollte. Komischerweise findet Bond ja dann auch eine Blitz-Illu in Carvers Safe, eine Anspielung auf ein eher weniger gut konnotiertes deutsches Wort im Englischen.

Die Craig-Bonds sehen im Punkt Locations schon wesentlich besser aus, auch da hat man ein bisschen aus vergangenen Fehlern gelernt. Vor allem CR und QOS sind vergleichsweise phantastisch. Mittlerweile schleicht sich aber ein digitales Frisieren von Locations ein. Es sieht zwar schon etwas besser aus, wenn man eine Londoner Gegend digital nach Hongkong verlegt etc., aber für mich geht da trotzdem ein bisschen von dem Flair verloren, was die Filme bis 1989 hatten.

Whisper

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225

Montag, 15. März 2021, 01:13

Die Craig-Bonds sehen im Punkt Locations schon wesentlich besser aus, auch da hat man ein bisschen aus vergangenen Fehlern gelernt. Vor allem CR und QOS sind vergleichsweise phantastisch. Mittlerweile schleicht sich aber ein digitales Frisieren von Locations ein. Es sieht zwar schon etwas besser aus, wenn man eine Londoner Gegend digital nach Hongkong verlegt etc., aber für mich geht da trotzdem ein bisschen von dem Flair verloren, was die Filme bis 1989 hatten.
CR hat eine Farbgewalt, die selbst manche Bondfilme der Ära bis 1989 in den Schatten stellt. Selten hat man das blau des Ozeans so kräftig leuchten sehen wie hier. Auch die Shanghai-Szenen in SF sind farblich brillant fotografiert worden. Dagegen wirken die Brosnan-Bonds wie schwarz/weiß Filme. Aber selbst viele Connery-Bonds kommen im Vergleich mit CR oder SF etwas blass rüber. Für mich war LALD übrigens der erste Bondfilm, der schöne kräftige Farben aufweist.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Montag, 15. März 2021, 17:38

@Mister Bond: Ja, bezüglich DAD sehe ich das absolut genauso. Allein Bonds Ankunft in Havanna mit dem Schwenk über die Strandpromenade finde ich jedes mal fast den ganzen Film wert. Da steckt sehr viel Liebe und Aufwand drin, die Oldtimer, diese Pioniergruppe, .

Ja, das sind auch so meine optischen Highlights und auch als Bond sich im Sanatorium an den Spiegeln vorbeischleicht. Das ist schon fast visuelle Brillanz. Der Jurassic Park 2 Zitat st aber gut :)


Zum Thema Farben, also da finde ich gerade die 1960er und 70er herausragend und fast unerreicht. Das liegt auch an die Kameramänner Ted Moore, Freddie Young, Michael Reed, Claude Renoir und Jean Tournier.
Der einzige Bond, der danach in dieser Hinsicht auf einer Stufe ist: Casino Royale! Alle anderen Craigs sehen schon gut aus, aber der digitale Look sagt mir halt nicht so zu. Häufig zu glatt poliert. Und CR wurde halt noch nicht digital gedreht.

Whisper

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Dienstag, 16. März 2021, 08:53

Zum Thema Farben, also da finde ich gerade die 1960er und 70er herausragend und fast unerreicht.
Bei den 70ern stimme ich dir zu, aber einige Bondfilme der 60er wirken auf mich farblich doch recht trist (FRWL) oder etwas blass. Bei DAF habe ich manchmal den Eindruck, dass der Film mit einem Filter überzogen ist (so wie der Anfang von Spectre). Selbst aus TB hätte man mehr herausholen können: ich habe letztens den Swimmingpool mit Alain Delon von 1969 gesehen und war beeindruckt von den frischen und leuchtenden Farben! Und das in einer exzellenten Bildqualität. Wie gesagt, LALD ist für mich der erste Bondfilm, der farblich richtig hervorsticht und das Swimmingpool-Niveau erreicht. Leider ist die Bildqualität von LALD phasenweise nicht so berauschend. Da hat mich die Restaurierung von DN deutlich mehr überzeugt.
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Dienstag, 16. März 2021, 15:05

Mit kräftigen und schönen Farben meine ich jetzt nicht, das es bunt sein muss. FRWL ist da etwas erdbetonter, dennoch sieht das alles exquisit aus.
Ebenso DAF, aber kann sein das du dich etwas vom HD-Master blenden lässt. Da wirkt DAF an manchen Stellen etwas überkontrastiert.
LALD sieht für mich auch schön aus, kann aber beim besten Willen nicht mit DN, FRWL, GF, TSWLM oder MR mithalten. Ist aber kein Jammern, sondern wirklich hohes Niveau.

Whisper

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229

Donnerstag, 18. März 2021, 14:50

FRWL ist da etwas erdbetonter, dennoch sieht das alles exquisit aus.
In Punkto Kameraarbeit hast du auf jeden Fall recht. Leider trüben die Rückprojektionen den optischen Genuss bei FRWL und GF ein wenig. Besonders die Schlussszene von FRWL sieht amateurhaft aus. Genauso schlimm finde ich die Miami-Szenen von GF.
LALD sieht für mich auch schön aus, kann aber beim besten Willen nicht mit DN, FRWL, GF, TSWLM oder MR mithalten.
Die Verstecke von Mr. Big sehen leider etwas billig aus. Da sind die von dir aufgezählten Filme (insbesondere die beiden letzten ;)) tatsächlich um Längen besser. Die Außenaufnahmen finde ich bei LALD sehr gut gelungen.
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Donnerstag, 18. März 2021, 22:49

Bunt ist auch etwas unvorteilhaft ausgedrückt. Die Star Wars Prequels sind ja auch bunt....furchtbar :D
Ich meine halt das Zusammenspiel von Kamera, den kräftigen Farben und die BDs haben natürlich bei den 1960ern, 70ern Klassikern ganze Arbeit geleistet.
Ich habe da nichts auszusetzen, im Gegenteil, ich feiere das auch heute. Und auch die Rückprojektionen haben mich damals nie gestört, im Gegensatz zu schwachen und unnötigen CGI-Einsätzen.
Von den HD-Auswertungen finde ich lediglich "Goldeneye" schwächer umgesetzt, en wenig zu wachsartig die Gesichter und Konturen. Am meisten Tristesse in der Kameraarbeit und Farbpalette verspüre ich wieder bei "Der Morgen stirbt nie". Da ist "Goldeneye", dank Phil Meyeux (Casino Royale) wesentlich besser.
Und bei den Craig Bonds bevorzuge ich halt das analoge, aber klare "Casino Royale", tolle Kameraarbeit, tolle Farben. "Skyfall" sieht schon gut aus, aber den digitalen Look werde ich nie den Vorzug geben. Ich mag zum Beispiel auch den etwas körnigeren Look von "M:I - Fallout" lieber, der wurde auch größtenteils analog gedreht, außer in den IMAX-Szenen.
"Spectre" ist mir wiederum zu orangelastig, auch so ein komischer moderner Trend in manch Filmen.