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Django

Der Andere

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Dienstag, 27. Juli 2021, 07:20

Da gab es sicher auch erst Fans, denen er zu dunkelblond oder zu weich, etc. war.

Wobei - leichter Themenwechsel - ich mich eh' frage, wie das war als Bond(-Film)-Fan in den 1970ern. Gab es so was überhaupt im engeren Sinn? Bezogen auf die Filme meine ich. Denn es gab damals genau eine Möglichkeit, einen Bond-Film zu sehen: Im Kino! Am TV kamen damals noch keine Bond-Filme, VHS und Konsorten gab's auch noch nicht. Und ich denke auch nicht, dass ältere Bondfilme damals dauernd im Kino wiederholt wurden. Heute haben wir den Vorteil, dass wir uns alle Bond-Filme reinziehen können, wann (und wo) immer wir möchten. Kosten: Null (ausser die Zeit). Wir können alles analysieren, wir können online diskutieren und uns aus dem WWW alle Infos zum Thema Bond holen, die wir möchten. Aber vor 40 oder 50 Jahren gab's all diese Möglichkeiten nicht. Selbst als ich Mitte der 1990er zum "bewussten" Bond-Fan wurde, war das ganz anders als heute. Aber immerhin gab es damals reichlich Sekundärliteratur, VHS und Bond-Filme liefen regelmässig am TV. Und echt: Ich weiss selber nicht so genau, worauf ich hinaus will - nur so ein paar Gedanken, die mir spontan durch den Kopf gingen :D

Zitat

Deshalb finde ich es auch hirnrissig, wenn heutzutage gefordert wird, dass Rollen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe nur von echten Vertretern dieser Gruppe gespielt werden sollten.

Nur wenn diese zu spielende Bevölkerungsgruppe wie im Falle des James Bond weiss, heterosexuell und männlich ist, dann gilt diese Forderung nicht mehr, sondern das Gegenteil :S . Siehe Forderungen nach einem nicht-weissen Bond-Darsteller, oder nach Bond als Frau :thumbdown:

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 27. Juli 2021, 11:40

Zumindest die Briten und Amerikaner kamen schon sehr viel früher in den Genuss Bondfilme im TV zu gucken. LALD hatte im UK seine TV-Premiere 1980, so weit ich weiß, also ganze 7 Jahre vor Deutschland. Und in den USA lief der noch etwas früher im TV.
sprich die Connery Bonds liefen in den USA schon seit Anfang/Mitte der 70er im TV.
Ansonsten wurden damals erfolgreiche, beliebte Filme tatsächlich häufiger, auch als Sonderaufführungen, oder länger im Kino gezeigt.
Aber die Möglichkeit es jeden Tag zu gucken und ausgiebig Meinungen/Kritiken in die Welt zu streuen, hatte man freilich nicht.

Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

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Dienstag, 27. Juli 2021, 12:46

LALD hatte im UK seine TV-Premiere 1980, so weit ich weiß, also ganze 7 Jahre vor Deutschland. Und in den USA lief der noch etwas früher im TV.
sprich die Connery Bonds liefen in den USA schon seit Anfang/Mitte der 70er im TV.

Interessant. Da stellt sich natürlich die Frage, wieso das nicht überall in etwas gleich(-zeitig) war... welche Überlegungen dahinter stehen ?( .Klar - es dürfte irgendwie mit der Kohle zu tun gehabt haben :D . Vermutlich liess sich aus dem US-Markt schon nach wenigen Jahren nichts mehr "herausholen" - hierzulande hingegen schon. Wobei mich das erstaunt: Videotheken gab es ja erst ab etwa Ende der 1980er und allzuviel dürften die Kino-Wiederaufführung auch nicht gebracht haben... oder vielleicht doch?

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 27. Juli 2021, 14:09

Videotheken erst ab Ende der 80er ?( ?( ?( Also ich weiß nicht, was ich , Jahrgang 1980, vorher gemacht hätte, wen dem tatsächlich so gewesen wäre :D

Django

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Mittwoch, 28. Juli 2021, 08:52

Sorry - Vertipper: Sollte natürlich Anfang der 1980er (oder Ende der 1970er) heissen :whistling:

Whisper

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Gestern, 09:53

Sean und Roger sehen für mich nach Bond aus und sind es auch.
Bei Sean und Roger habe ich auch immer das Gefühl, dass sie Bond sind. Bei allen anderen Bond-Schauspielern kommt es mir so vor, als ob sie Bond nur darstellen (wenn auch größtenteils sehr gut). Ob es daran liegt, dass ich mit Seans und Rogers Bond groß geworden bin und die anderen Filme erst viel später gesehen habe?
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Whisper

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Gestern, 10:59

Für mich sind die Bondfilme von DN bis LTK zeitlich zusammengehörend. Man denke nur an Felix Leiters Bemerkung in LTK "James was married once. But it was a long time ago." Der Bezug zu Tracy tauchte ja bereits vorher schon in TSWLM und FYEO auf.

Danach wurde die Hochzeit mit Tracy meines Wissens nie wieder in einem Bondfilm erwähnt. Oder fällt euch noch etwas ein?

Ab GE beginnt für mich daher eine neue, zeitlose Bond-Ära. Übrigens hat Cubby auch in GE etwas gemacht, das es so vorher noch nie gab: der Zeitsprung "9 Jahre später".

Jedenfalls habe ich mit dem Restart in CR keine Probleme. Im Gegenteil. Irgendwie würde es unglaubwürdig wirken, wenn heute immer noch auf ein Ereignis aus dem Jahr 1969 verwiesen würde. 20 Jahre später (LTK) war das sicherlich noch OK, aber fast 40 Jahre später funktioniert das für mich nicht mehr.
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Dr. moVe

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288

Gestern, 23:44


Liebe ich das Franchise also so sehr, dass ich es lieber quasi auf dem 'Pet Cemetary' beerdigen würde, damit es als Zombie weiter seinen Weg geht, oder ist irgendwann ein Punkt erreicht, wo ich es lieber als in der Gegenwart tot, aber in der Erinnerung in Ehren bewahrt sehe?

Sicherlich auch eine etwas egoistische Sichtweise, denn vielleicht ist es für andere ja quicklebendig. Bei Star Trek ist dieser Punkt bei mir leider erreicht. Das ist wie wenn bei Bond mit großem Elan alle zwei Jahre ein neuer Film ins Kino gebracht werden würde, aber zu dem Preis, dass alle unter der Produktion von Roger Spottiswoode oder Lee Tamahori entstehen. Früher war ich mal der Meinung, dass Bond unbedingt weiter gehen muss, weil das Weiterleben allein eine Frage der Kreativität ist. Mittlerweile muss ich jedoch sagen, dass es für mich nicht unbedingt um jeden Preis weitergehen muss. Ich habe kein Problem damit, zu sagen, ich bin Fan von "Ian Flemings klassischem James Bond", so wie ich bei Star Trek sage, ich bin Fan von Gene Roddenberrys klassischem Star Trek.

Obwohl ich mit der aktuellen Star Trek-Ära deutlich weniger Probleme habe wie Du, habe ich im Bezug auf das Fortbestehen von Franchise-Labels, eine sehr ähnliche Meinung wie Du, geschätzter Martin. Nichts muß ewig andauern. In der alten Phrase 'All good things must come to an end', die u.a. so treffend im Finale von 'Star Trek - The Next Generation' geschwungen wird, wohnt doch mehr Weisheit als Fans sich oft eingestehen wollen. Leider sind altehrwürdige, dekaden-überspannende Serien-Trademarks aber numal, in einer Welt in der die Gesetze des Profits nach wie vor das mächtigste Wertemodel darstellen, einem quasi unaufhaltsamen Fortsetzungszwang unterworfen, solange sich aus der Sache noch irgendwie Geld herauspressen läßt.

Da bleibt einem als Enthusiast für gewisse Epochen, wirklich nur noch der Rückzug in die pure Nostalgie, falls einem nachfolgende Produkte zunehmend weniger zusagen.

Interessanter Weise liegen meine 'Krisen' als Bond-Fan (zumindest aktuell) sehr lange hinter mir und sind eher in eine Zeit zu verordnen, in denen ich mich geradezu sinnlos oft an ärgerlichen Detailfragen aufhing, in deren Resultat sich bei mir eine stetig größere emotionale Gleichgültigkeit gegenüber dem 'einst' geliebteren Franchise-Label entfaltete (also Fragen wie z.B. warum ein Bond-Finale auf einem Stealth Boat, unbedingt dermaßen einfallslos und hohl zerballert werden muß, warum Weltraum-Effekte von 1995 so aussehen müssen wie 1979, warum der Pre-Title wiederholt das beste an einem jeweiligen Jahrgang sein muß, warum man das Gefühl hat alles irgendwie schonmal als fasziniernder, orgineller, kreativer und stilvoller serviert bekommen zu haben usw.)

Dennoch muß ich zugeben weniger Vorfreude auf unseren neuen Film zu haben, als im Vorfeld zu CR, QoS oder SF. Aber ich denke das liegt hauptsächlich am enttäuschenden Eindruck, den der letzte Film auf mich machte. Und das gilt eben auch für unseren Titeldarsteller, der mit seiner 4. Interpretation ein wenig auf der Stelle getreten ist. Ich teile somit den hier im Thread vorherrschenden Tenor, eines eher abnehmenden Craig-Enthusiasmus bis zu einem gewissen Maße. Allerdings möchte ich hier mal in Erinnerung rufen, das bisher kein Bond-Darsteller mit seiner Performance in seinem vierten Bondfilm das Rad neu erfunden hat. Im Gegenteil: Der ikonische TB mag zwar den größten Bondhype aller Zeiten entfacht haben, aber sowohl der Film selbst, als auch Connery drehen sich im Gegensatz zu den 3 innovativen Vorgängern zum ersten Mal im Kreis. Auf MR und Moore trifft imho das selbe zu, vorausgesetzt man zieht seine rosarote Fanbrille mal kurz ab. Und von DAD will ich gar nicht erst reden. Somit sehe ich SPECTRE eigentlich in einer gewissen Serientradition, der gefühlten kreativen 'Endpunkte' einer jeweiligen Ära. Da Craig der erste Darsteller seit Connery und Moore ist, dem ein fünfter Film vergönnt ist, bleibt nun natürlich die große Frage, mit welchem Eindruck seine Ära beendet wird. Einer Erfrischung ? Einer Fanfare ? Einem Abgesang ? Oder gar einem weiteren Franchise-Sargnagel ? In einigen Wochen wissen wir (hoffentlich) mehr.

Man braucht jemanden, der nicht nur im Moment der Verpflichtung dankbar für die Rolle ist, sondern es auch bleibt. So wie Moore. So wie Dalton. So wie Brosnan. (Sean gelten keine Vorwürfe, niemand hat so viel für Bond getan und wurde so sehr durch die Rolle belastet.) Der ihr Bestes will, sein Ego dabei nicht mit sich durchgehen lässt und damit die Reihe lahmlegt. (Das ist, bei allen Verdiensten, mein Vorwurf an Craig. Bond hätte auch ohne ihn überlebt.)

Diese Ansicht kann ich sehr gut nachvollziehen, aber ich nehme das etwas differenzierter war. Sicher wünscht man sich einen Darsteller der genauso begeistert zu der Rolle steht, wie ein Fan. Allerdings hat sich Craig nicht anders verhalten, als es vermutlich die meisten seiner Kollegen in diesem Buisness getan hätten. Er nutzte seinen offensichtlich erreichten Marktwert in dieser Rolle ohne Skrupel aus. Bei aller herrlichen Begabung vom seeligen Sir Roger, die Rolle auf die sympathischste aller uns bisher bekannten Arten zu vermarkten, unterstelle ich selbst ihm in erster Linie stets seine Finanz- und Star-Status-Interessen beim Umgang mit der Bondverpflichtung gewahrt zu haben. Die Frage ist doch vielmehr in wie weit sollten Produzenten, die ganzen Launen, Stimmungen und das finanzielle Rumgepokere seines jeweiligen Titel-Darsteller mitmachen. Und da sehe ich im Falle von Craig vielmehr die Schuld bei Eon, die Craig unbedingt den roten Teppich ausbreiten mußten. Quasi das Gegenteil was Cubby und Saltzman in den 60ern mit Connery veranstalteten. Beides wirkt in der Retrospektive unverhältnismäßig.

Sean und Roger sehen für mich nach Bond aus und sind es auch.
Bei Sean und Roger habe ich auch immer das Gefühl, dass sie Bond sind. Bei allen anderen Bond-Schauspielern kommt es mir so vor, als ob sie Bond nur darstellen (wenn auch größtenteils sehr gut). Ob es daran liegt, dass ich mit Seans und Rogers Bond groß geworden bin und die anderen Filme erst viel später gesehen habe?

Ich glaube diese Frage kann man durchaus mit ja beantworten. Ähnliches berichten ja die meisten Fans. Auch die Brosnan-Fan-Fraktion im Bezug auf ihren geliebten Pierce. Das Lebensalter halte ich sowieso für den entscheidensten Aspekt, wenn es um die jeweilige Fanwerdung und Franchise-Magie geht. Ich lernte Bond erst als 10-Jähriger kennen und bis zum 13. Lebensalter kannte ich erstmal auschließlich nur Sean. Der Darsteller spielte für mich zwar in diesem Zeitraum bewußt keinerlei Rolle, aber im Nachhinein habe ich mich dann letztendlich doch zu einem ausgeprägten 'Connerianer' entwickelt, was mit Sicherheit an eben diesem persönlichen Einstieg, den ich in die Serie hatte liegt. Und tatsächlich schaffen es für mich nur ganz intensive nachfolgende Bond-Performances, die Wirkung von Connery in der Rolle verblaßen zu lassen - was vorallem für all die Starken Momente von Dalton und Craig gilt. Nur hier sehe ich den wahrhaftigen "echten" Bond aufblitzen. Ich bin allerdings jedesmal auf's neue fasziniert welchen immensen Status Roger in den Herzen seiner Bewunderer bis heute hat. Ich tue mich bei seiner Performance da immer etwas schwerer und nehme vielmehr stets den beliebten Star Moore war, der uns zum Vergnügen für uns allen 'seine' ganz spezielle Bondnummer macht, aber viel weniger DEN ultimativen und leibhaftigen Bond... Aber das ist halt alles eine spirituelle Frage - wie die Frage ob man den katholischen, evangelischen, jüdischen, muslimischen oder irgendeinen anderen Glauben hat... ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (Gestern, 23:54)