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Spree

Bondforumswissenschaftlicher Forscher & Mitglied der QOS-Splittergruppe

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121

Dienstag, 19. November 2019, 01:02

Danke, olli, mir geht's haargenau so. Daniel Stil trägt m.E. nicht wirklich zu einem erquicklichen Diskurs bei. Geschwurbel würde man's wohl nennen, wenn man gehässig wäre ...
JAMES BOND WILL RETURN!

Daniel Dalton

Felix Leiter

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122

Dienstag, 19. November 2019, 07:31

Nun, geschätzter Mister Bond, das mit dem Gegen-den-Strom-Schwimmen ist teilweise auch eher unfreiwillig, einige meiner Ansichten sprechen freilich dafür, zweifelsohne, aber dann gibt es ja auch wieder andere ("logischere") Meinungen meinerseits, z.B. eine sehr Positive zu you only live twice, Feuerball, Liebesgrüße aus Moskau, OHMSS, live and let die, FYEO, TLD, sowas.
Wenn jemandes Person den Text "nur" überflöge, dann reicht mir das auch, kann sich ja jeder einen bevorzugten Absatz aussuchen und gut ist, 100 Leute sind es (da stimme ich Stone zu) hier in der Tat mitnichten, die zugegen sind, aber selbst wenn wir bei diesem Ein-Prozent-Prinzip blieben, kommen hier immer noch 0,x angetane Dezimal-Mitlesende zustande ;) , Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen 8) , mir tut das ja auch von Herzen leid, aber ich gedenke den Stil nicht umzuformen, habe mir den so nett zurechtgelegt im Rausche der gedanklichen Natur, schon schlimm genug dass ich das im "echten" Leben tun muss (die Formulierungen fortzuräumen), aber an der Tastatur brauche ich mich so wie ich bin. Sobald ich (im Dezember folget OP) in einigen Monaten ALLE rezensieret habe, mache ich forentechnisch auch so halb einen partiellen Cut und werde eher als Mitleser fungieren, in den Einzeldebatten schreibe ich ja zumeist ohnedies nur kleine Kurznachrichten. Ich hatte mich ja eigentlich schon, wann war's, 2018 ausgeklinkt, aber dann kam diesjährig nitro mit all den Ausstrahlungen und mir schoss durchs Gedächt: Beschreibe sie mal alle. Ein paar Mal wird man den Stil also noch ertragen ;) , LG
"L oyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."

123

Dienstag, 19. November 2019, 21:50

Da muss ich mich leider anschließen. Grundsätzlich ist es sehr schön, dass du dich regelmäßig einbringst, Daniel, und ich hoffe, du machst das auch noch weiterhin. Aber es sollte doch eigentlich in deinem Interesse sein, dass deine ausführlichen Beiträgen auch gelesen und diskutiert werden. Ich verstehe diese "friss oder stirb"-Einstellung nicht so ganz.

Einer meiner Professoren (3. Semester, "Juristische Methodenlehre") sagte mal: "Überflüssiges ist falsch. Jedes Wort stellt die Mindestbehauptung auf, dass es nicht ebenso gut wegfallen könnte."

So kompromisslos muss man es nicht handhaben. Aber eine gewisse Lesbarkeit erleichtert den späteren Austausch von Argumenten.


Das ist perfekt ausgedrückt. Ehrlich gesagt glaube ich, dass das auch das wahre Erfolgsgeheimnis von Kunst ist. Echte Kunst ist nie "Geschwurbel", im Gegenteil. Das gilt auch im Bereich Prosa und sogar Lyrik. Da sogar eigentlich besonders. Wenn ich an Werke von Schiller, Kästner, Rilke, etc. denke, da ist kein Wort zuviel, keines fehl am Platz. Diese Selbstbeschränkung führt meines Erachtens auch zu wahrer Meisterschaft.

Geschwurbel gibt es in den Filmen übrigens ebenfalls, nur eben weniger sprachlich, eher visuell. Würde man z.B. Ken Adams Bilder mit Sprache gleichsetzen, da kämen noch viel anstrengendere Sätze zustande als die Meinigen


Da würde ich auch widersprechen. Wo sind Ken Adams Werke denn bitte Geschwurbel? Da ist keine Ecke zuviel, kein Inventarstück am falschen Platz. Teilweise sind die Kulissen bestechend simpel, wie der Tarantelraum in DN. Am ehesten als Geschwurbel bezeichnen würde ich die Musik in GE oder NSNA, aber die sind eben auch nicht so dolle.

Daniel Dalton

Felix Leiter

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124

Mittwoch, 20. November 2019, 11:36

Danke Dir, ihr bringt das ja auch durchaus fair, ich habe da im Netze meine Zeilen betreffend schon ganz andere Töne vernommen, trotzdem: dachte mir schon dass ich meine eigene Fraktion bleibe ;-), gibt eben nur wenige Masochisten unter den Lesenden, die willens sind, schwindelerregend absurde Texte zu inhalieren.

Richtig, "zu viel" ist es nicht bei Adam, in gewisser Weise genau richtig dosiert, aber mich dünkt, nicht weil die Dosis überschaubar wäre, sondern weil "zu viel" in manchen Situationen (so häufig ausgerechnet ich auch "weniger ist mehr" sage, aber ist schwer zu verallgemeinern) auch mal angebracht sein kann, Kunst arbeitet mit sehr unterschiedlichen Richtungen und kann doch auf dasselbe Ziel zusteuern, nehmet z.B. so Extrembeispiele wie Éric Rohmer und Andrzej Zulawski, beide kommen im Kerne auf amouröse Innenthemen wie die "Komplikationen der Liebe" (nicht immer, aber häufig), bedienen sich aber auf den ersten Blick diametral unterschiedlicher Herangehensweisen. Rohmer atmet die Natur der Stille, den vermeintlichen "Weniger"-Part, aber dafür mit umso "mehr" Dialog, Zulawski hingegen böte hier und da wiederkehrend exaltiert-hysterische Gefühlsorkane seiner Figuren, für jedweden "normalen" Geschmack auf den ersten Blick "zu viel", aber nach meinem Dafürhalten dann im Detail doch wieder genau richtig dosiert, weil manche Innenstürme derart grenzenlose Gedankenfluten freisetzen, dass so ein sich/einem selbst gesetztes Limit mit Pech auch mal Selbstbetrug sein könnte, ich sage nicht dass Bond ein emotionaler und visueller Exzess ist, Bond ist kein body double von DePalma, aber dadurch dass sich Bond in Übertreibungskosmen luxuriöser und unnötig teurer Umgebungen befindet, "on the edge" lebet und dieses zuweilen auch (wenn auch ausgleichendermaßen aus der Überlebenwollensnot heraus) ein Stück weit zelebriert, halte ich diesen unsubtilen und überladenen Schreibstil auf verquere Art tatsächlich für angemessen, auch auf die Gefahr hin, nicht gelesen zu werden, das ist eben die Nebenwirkung, heilste die eine Wunde so kreierst du eine andere, Schreibarbeit ist wie ein Medikament, nur stärker.
Zu den Leuten wie Schiller kann ich bedauerlicherweise nichts beitragen, die habe ich alle nicht gelesen, Lesen ist ja nicht gerade meine Welt, da ich die Literatur - zumal, von der Fantasie des Rezipienten einmal abgesehen, "nur" aus Worten bestehend und weniger audiovisuell und mit anderen Kunstformen arbeitend - für die bislang unvollendetste künstlerische Ausdrucksform halte. Ja ja, widersprüchlicherweise sagt das nun jener Typ, der privat Romane schreibet, schon seit Jahren, aber ich seh's nun einmal so und ich habe mir antrainiert sehr offen dazu zu stehen, weil es mich andernfalls nur unnötig zerrisse, ...mich tangiert in der Kunst eben eher das Rauschhafte und das verkörpern für mich eher diejenigen, die völlig kompromisslos ohne Punkt und Komma schreiben. Ultrakurze Sätze auf den Punkt finde ich ebenfalls gut, aber die sprachliche Mitte langweilt mich doch sehr, Ausnahmen mag es geben.
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MilesM

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125

Donnerstag, 21. November 2019, 10:57

Dann möchte ich mich mal in die allgemeine Stilkritik einklinken. Wobei ich weniger mit dem Stil, als mit der Formatierung so meine Probleme haben (wenngleich sie natürlich auch zum Stil gehören mag). Als Fließtext haben die Texte für mich durchaus ihren Reiz, die (bewusst gesetzten?) Zeilenumbrüche machen es mir aber tatsächlich sehr schwer, den teilweise durchaus interessanten Beobachtungen zu folgen...
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Daniel Dalton

Felix Leiter

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Donnerstag, 21. November 2019, 15:05

Vielen lieben Dank, werter Miles,
die Formatierung finde ich ebenfalls nicht ideal, ich schreibe die Dinger in libre office, kopiere anschließend den Text bzw. markiere ihn, drücke Steuerung C und Steuerung V, ziehe ihn herüber. Warum auch immer ändert er mir das dann so, fast als sei es ein Gedicht und als würde man nicht die gesamte Zeile ausnutzen. Habe mich inzwischen damit angefreundet und von Technik nicht die geringste Ahnung, drüben im Rezensionsbereiche Amazoniens ist die Formatierung normal, wenngleich auch gerade da - zugegeben - mit zu wenig Absätzen. Aber jetzt wo du es sagst: Diese eigentlich aus den deinerseits genannten Gründen auch mir nicht sonderlich zusagende Formatierung der Texte..., tja, irgendwo passt diese schräge Formatierung ja doch wieder zum Stil :-)
Die anderen Forenbeiträge meinerseits entbehren solcher Formatierungsfehler, da diese direkt im Forum verfasst werden. LG
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MilesM

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Dienstag, 26. November 2019, 16:23

Deswegen war ich mir ja unsicher, ob es gewollt ist oder nicht ;)

Mit den Formatierungen ist das immer so eine Sache. Prinzipiell könntest Du ja per Hand in dem Fenster, in das Du den Text reinkopierst, die Zeilenumbrüche löschen. Ist eine herrlich meditative Beschäftigung :D
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Daniel Dalton

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Freitag, 29. November 2019, 13:06

Danke Dir,
habe und trage "irgendwie" die Befürchtung in mir, dass der nächste Text (TLD vor OP) doch wieder die "gewollt ungewollte" Formatierung haben wird,
aber immerhin: Man muss ihn nicht in einem Rutsche ertragen, gibt ja 1.1 und 1.2 ;) , oder wie gesagt: Man sucht sich einen Absatz aus. Zu TLD schon einmal so viel: Nach den traurigen 2 GF-Sternen sind es nun wieder 5, TLD wird immer Teil der Top 5 sein,
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Mister Bond

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Dienstag, 10. Dezember 2019, 23:17

GOLDFINGER

1964, das Bondfieber grassierte, James Bond wurde endgültig zum Phänomen und stieg in die Popkultur ein. Sean Connery manifestierte mit seinem dritten Auftritt seinen Status als, für viele, auch heute noch besten 007-Darsteller, Gert Fröbe als bester Gegenspieler Bonds und Goldfinger eben als bester Bondfilm.



Film:

Die Blaupause für alle Bondfilme, die noch folgen sollte. Ein übergroßer Gegenspieler, James Bond agiert smart und mit viel Ironie, es gibt technische Spielereien, markante Sets und sehr wichtig, mit die besten Dialoge im gesamten Franchise. Nahezu jedes Wortgefecht ist Kult.
Als Kind mochte ich von den Connery Bonds noch „Man lebt nur zweimal“ mehr, wen verwundert es, aber ich komme nicht drumherum „Goldfinger“ den Legendenstatus anzuerkennen.
Auch für mich der beste Connery-Bond und er wird nur von einem anderen Film in meiner Gunst überragt. Warum finde ich diesen Film so gut? Es ist der gesamte Cocktail, eine Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Es gibt keine Längen und der Film erstickt in seiner Kürze, mit 110 Minuten der drittkürzeste Bond, auch nicht in langweiligen Dialogen oder im Actiongewitter.
Einige mäkeln, dass Bond zu lange in Gefangenschaft ist. Allerdings sehe ich dennoch die große Präsenz eines Connery. Selbst als Gefangener ist er gerissen und unwiderstehlich.
Man muss auch sehen, was alles passiert während er in Gefangenschaft ist. Da passiert allerhand was Kultstatus besitzt: Goldfinger erläutert vor den Gangstern seinen Plan, die Ermordung der Gangster durch Gas, Solos Tod durch Oddjob plus Autopresse, das komplette Finale!
Das Golfspiel ist Kult, alles mit dem Aston Martin, die Vergoldung Jill Mastersons und die Zitate:

„Der Mensch hat den Mount Everest bezwungen, er hat den Grund des Ozeans erforscht, er hat Raketen auf den Mond geschossen, Atome gespalten. Er hat Wunder vollbracht auf allen Gebieten menschlichen Strebens, nur nicht in der Kriminalität."
„Erwarten Sie von mir, dass ich rede?" – „Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben! Es gibt nichts, das Sie mir erzählen könnten, was ich nicht schon wüsste."
„Fabelhaft. Aber was wird der Clubmanager dazu sagen?" - "Gar nichts, Mr. Bond. Der Club gehört mir."
Ich könnte fortfahren, Zitate für die Ewigkeit.

Bond:
Sean Connerys Meisterleistung, deshalb macht es auch keinen Unterschieid ob er gefangen ist oder nicht. Das mindert sein Spiel in keiner Weise. Hier verfeinerte er sein Spiel nochmals, er zeigt Ironie und die legendäre Connersche Schlitzohrigkeit, das spitzbübische, erreicht hier seinen Höhepunkt.
Das ganze wird besonders in jeder Szene mit Gert Fröbe deutlich. Beide spielen sich die Bälle nur zu.
Nach „Liebesgrüße“ sieht Connery hier am besten aus, was Frisur, modischer Style, komplette Ausstrahlung angeht.
Physisch präsentiert sich Connery auch hier in Hochform, es gibt absolut nichts zu mäkeln. Auch wenn ich Fan eines anderen Darstellers bin und Connery „nur“ mein zweitliebster Bond ist, komme ich nicht herum dies hier als beste Bond Performance zu bezeichnen.

Bondgirl:
Manche mäkeln auch hier, dass Honor Blackman etwas zu herb sein, aber ganz ehrlich, ich stehe drauf. Total. Sie hat eine gute Präsenz und sieht auch sehr gut aus. Man muss nicht immer ein Püppchen sein. Hinzu kommt, dass Sie bis heute das älteste Haupt Bondgirl und auch als einziges Haupt Bondgirl älter als der Bonddarsteller selbst ist.
Auch wenn Sie, ähnlich wie Honey Rider, erst spät im Film auftaucht, so ziemlich genau in der Mitte des Films, ist mir ihr Charakter präsenter als Madame Ryder. Deshalb ist Honor Blackman für mich auch eine Top 5 Kandidatin unter den Bondgirls.

Villains:
Als absoluter Gegenspieler, Hauptantagonist, ragt natürlich Gert Fröbe heraus. Nicht nur seine körperliche Gestalt, auch seine Manierismen, Reaktionen, Zitate sorgen dafür, dass Goldfinger ebenfalls zur Popkultur gehört. Vorteil hier, dass sein Auric Goldfinger früh präsentiert wird und er sich voll entfalten kann.
Als treuergebener stummer Diener, haben wir Harold Sakata in seiner unvergessenen Rolle als Oddjob. Nochmal ein Charakter aus dem Film, der Popkultur ist und neben dem „Beißer“ der bekannteste Henchmen der Bondreihe ist.
„Ich dachte Sie nehmen vor jeder Dame den Hut ab?!“
Das Finale Bond gegen Oddjob im Innenraum von Fort Knox, muss man da noch mehr sagen?


Helfer:
Felix Leiter kehrte hier zurück, spielt der Film doch ab der zweiten Hälfte in den USA und auch kurz nach dem Pre-Title verweilt Bond in den USA, in Miami und trifft auf Felix.
Cec Linder übernahm hier die Rolle. Im Gegensatz zu Jack Lord, der gleichalt wie Connery wirkte, wenn auch tatsächlich zehn Jahre älter, und eine Coolness ausstrahlte, ist Linder eher der väterlich wirkende Freund.
Ich kann nur mutmaßen, dass Cubby und Harry nicht wollten, dass Felix in einem Atemzug mit Bond genannt wird, da James natürlich auch in den USA die Nr. 1 bleiben sollte und nicht der Verbündete vom CIA. Freilich, dank Connerys Spiel, eher Utopie.
Dennoch wählte man einen gegensätzlichen Felix zu Jack Lords Interpretation. Trotzdem werde ich auch mit Cec Linder warm. Er wirkt auf mich sehr sympathisch, im Gegensatz zu einem späteren Felix Darsteller in Connerys Ägide, und man merkt, dass er und James sich schon etwas länger kennen.

MI6:
Bernard Lee und Lois Maxwell wie gehabt, fantastisch. M darf weiterhin auch mit glänzenden Dialogen brillieren „Col. Smithers unterrichtet hier, 007.“
Was endgültig eingeführt wurde, die Interaktionen zwischen Bond und Q. Hiermit schuf Desmond Llewelyn seinen Q wie ihn alle kennen und lieben gelernt haben.
Bonds Antritt in Q’s Werkstatt und Q’s Unterredung, ich kann dieses Wort hier nur wiederholen, Kult!
„Schleudersitz? Das ist doch wohl ein Scherz!“ – „Ich scherze nie, wenn es sich um meine Arbeit handelt, 007!“ …und daraufhin Connerys köstlicher Blick. Immer wieder eine Freude.

weitere Bondgirls:
Schon erstaunlich, Shirley Eaton ist nur wenige Minuten zu sehen und gehört dennoch zu den berühmtesten Bondgirls. Aurics Vergoldung sei Dank. Allerdings ist das Liebesgeplänkel zwischen ihr und Bond auch erwähnenswert.
Später möchte ihre Schwester Tilly Rache an Goldfinger üben. Tatsächlich ist Darstellerin Tania Mallet auch länger zu sehen, allerdings kommt es hier nicht mehr zum Liebesspiel mit Bond. Auch hier ist ihr Abtritt wohl am bekanntesten. Der Mörder ist derselbe, allerdings dieses Mal mit Hut.

Location:
Hier könnte man Goldfinger tatsächlich vorwerfen für Bondverhältnisse mit den Standorten ein wenig bieder daherzukommen. Keine Palmen, keine Strände, kein Orient. Neben Schauplatz England, nämlich das Golfspiel, bekommen wir Miami von oben zusehen, plus Apartment und Poolanlage, die Schweiz, wo Aurics Firma ansässig ist und wieder die USA, allerdings hauptsächlich zu Sehen Aurics Anwesen und schließlich Fort Knox.
Ted Moore fängt das Ganze aber wieder mit seiner ganzen Begabung ein, vor allem die Fahrt durch die sommerlichen oder spätfrühlingshaften Schweizer Alpen, als Bond sich auf die Fersen von Goldfinger macht, sieht einfach phänomenal schön aus. Da bekommt man Lust diese Gefilde auch aufzusuchen.

Setting/Bauten/Design:
Ken Adam ist wieder zurück und kreierte insbesondere mit dem Innenraum von Fort Knox ein Highlight der Reihe. Das Ganze sah so echt aus, dass man sogar Sonderlob von oberster Fort Knox Stelle bekam. Es ist nämlich strikt untersagt tatsächlich in Fort Knox zu drehen.
Es wirkt nichts künstlich, wer hat damals nicht gedacht, dass sich James und Oddjob im echten Fort Know bekämpfen?
Ebenfalls superb, Aurics Konferenzraum, in dem er seinen Plan Fort Knox zu überfallen erläutert.
Oder auch Aurics Schweizer Firma mit dem Tisch und der Laseranlage.

Musik:
Im dritten Film benutze ich erstmals das Wort GENIAL. John Barry erschuf hiermit endgültig den Barryschen Bondsound, dazu gehören die musikalische Einbindung des James Bond Themes und des Titelsongs.
Sir Michael Caine soll 1964 der erste gewesen sein, der von John Barry persönlich den kompletten Soundtrack vorgespielt bekam. Welch‘ Ehre.
Hier reiht sich ein Ohrwurm an den nächsten. Alpine Drive – Auric’s Factory, Bond Back in Action, Teasing the Korean und gerade zum Finale gibt es die volle orchestrale Wucht mit dem Angriff auf Fort Knox, ohne die musikalische, wuchtige Untermalung kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen: Dawn Raid on Fort Knox! Dieses wird für mich aber noch übertroffen, nämlich dann wenn die Bombe scharf gemacht wird und es um die Wurst geht: The Arrival of the Bomb and Countdown.
Treibend, pulsierend, effektiv…bis der Ticker bei 007 stehen bleibt.

Main-Title:
Robert Brownjohn übernahm zum zweiten Mal. Visuell ein wenig an „Liebesgrüße aus Moskau“ angelehnt, denn die schwarzen Silhouetten waren Bindertypisch.
Allerdings sieht man hier zum einzigen mal Szenen aus dem aktuellen Film, projiziert auf der goldenen Haut einer jungen Dame, was aber wiederum typisch Bond ist: die Anspielung, Einbindung des Grundthemas des Films. Hier ist es natürlich Gold. Und das Gold auf der jungen Dame, ja, davon konnte dann Jill Masterson noch ein Lied singen.
Künstlerisch sollten noch stärkere Main-Title folgen, ich denke aber schon dass dieser hier zu den populärsten gehört.


Wertung des Komplettwerks:
Der Film bleibt in meiner Gunst ganz weit vorne, nämlich Platz 2. Ich werde nie müde den zu gucken und er bereitet mir jedes Mal Freude. Es sind halt die Darsteller, die Dialoge, das Design, der Aston Martin und auch der komplette modische Look, die mich erfreuen.
10/10

Mister Bond

Felix Leiter

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130

Montag, 30. Dezember 2019, 11:51

Lustig. Ich war gerade auf imdb und sah, dass heute Jack Lords Geburtstags gewesen wäre.
Unter Trivia wird tatsächlich meine Vermutung mit den wechselnden Felix Darstellern bestätigt :)

Zitat

Lord was about to reprise the role of Felix Leiter in James Bond 007 - Goldfinger (1964), but producer Albert R. Broccoli feared that his portrayal of 007's CIA partner would overshadow the persona of James Bond as the main character. The character part was recast, with Cec Linder as the new Leiter.


Jack Lord Trivia

Whisper

Agent

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131

Samstag, 28. August 2021, 22:29

„Vieles ist Gold, was glänzt – aber nicht alles“


Drehbuch:
Bemerkenswert für Goldfinger ist der von Anfang bis Ende gleichmäßige Rhythmus. Keine einzige Szene kommt überhastet daher, keine einzige ist langweilig und bremst das Geschehen (wie z.B. die viel zu lang geratenen Unterwasserszenen in TB). Selbst die auf den ersten Blick ruhig wirkenden Szenen wie das Golfplatzduell sind ein Genuss und spannend inszeniert. Heute wäre so etwas leider nicht mehr vorstellbar. Ein Manko ist die Passivität von Bond in der 2. Hälfte, wo er nur noch reagieren, aber nicht mehr vollumfänglich agieren kann. Dies wird jedoch durch geniale Szenen wie Goldfingers Vortrag vor den Gangstern immerhin etwas ausgeglichen. Völlig misslungen finde ich das Umfallen der Soldaten beim Luftangriff auf Fort Knox, das total albern und unglaubwürdig wirkt. Auch biochemisch wäre es wohl unmöglich, dass das Nervengift so schnell wirkt. Gut, es war nur gestellt, aber trotzdem hätte dem Film hier etwas mehr Realismus gut getan.
8/10

Musik:
Das Titellied ist natürlich legendär. Auch der Einsatz der Hörner bei den Attacken von Oddjob ist wuchtig und unterstreicht perfekt die Dramatik. Insgesamt gesehen ein guter Soundtrack, es gibt aber doch einige Filme (wie TSWLM, MR, TLD), die eine deutlich größere musikalische Bandbreite mit noch schöneren Themen zu bieten haben. Das ist aber wirklich Jammern auf hohem Niveau.
8/10

Optischer Eindruck:
Die Rückprojektionen in Miami sind leider ziemlich misslungen. Jammerschade, dass man mit Connery nicht vor Ort gedreht hat. Golfplatz und Schweiz sind dagegen schön eingefangen worden. In der 2. Filmhälfte sind es vor allem die Inneneinrichtungen, die beeindrucken. Der Billiardraum und das Innere von Fort Knox sind toll gelungen. Die Außenanlagen der Ranch wirken dagegen recht beliebig und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck.
7/10

James Bond:
Sean Connery zeigt hier die beste Performance eines Bonddarstellers – knapp vor Moores Darstellungen in TWSLM und FYEO. Er trifft die perfekte Mischung aus Spielfreude, Coolness und physischer Stärke. Es macht einfach Spaß ihm zuzusehen.
10/10

Gegner:
Auch hier vergebe ich eine Goldmedaille! Gert Fröbes Präsenz ist einfach großartig und unerreicht. Interessanterweise kommt er gar nicht so bösartig wie andere Bösewichter (z.B. Drax) rüber, sondern wirkt richtig sympathisch, ohne dabei jedoch seine Bedrohlichkeit aufzugeben. Genial auch seine Dialoge mit Bond!
10/10

Bondgirls:
Hier haben wir gleich drei an der Zahl, von denen die ersten beiden natürlich nur einen relativ kurzen, aber doch sehr prägnanten Auftritt haben. Jill verzaubert uns mit ihrem Lächeln und ist noch leicht zu erobern. Tilly macht es Bond da schon schwerer, aber am Ende kann auch sie Lächeln. Mit Pussy haben wir dann zum ersten Mal einen ganz anderen Frauentyp als in DN und FRWL. Für meinen Geschmack agiert sie viel zu abweisend und herb gegenüber Bond. Dies wird auch durch ihre maskuline Kleidung unterstrichen. Das ist sicherlich ein neuer Ansatz und hebt sich deutlich von dem späteren „Bondgirl wird vom Bösewicht gefangen und muss von Bond gerettet werden“ ab. Trotzdem gehen bei mir als Betrachter dadurch Schutzinstinkte verloren. So fehlt mir persönlich bei Goldfinger in der 2. Hälfte einfach die weibliche Note. Da wussten die Vorgängerfilme mehr zu überzeugen.
7/10

Handlanger:
Und hier vergebe ich die dritte Goldmedaille. Wir haben hier einen Handlanger, der wie nur ganz wenige bereit ist, für seinen Herrn in den Tod zu gehen. Legendär natürlich auch die Golfballzerkleinerung. Seine Mimik ist dabei einfach genial!
10/10

Helfer:
Wie kam man nach dem wunderbaren Jack Lord bloß auf die Idee diesen Opa-Leiter zu engagieren? Glücklicherweise hält sich seine Screentime in Grenzen, aber er hilft keineswegs dabei, die 2. Hälfte des Films aufzuwerten.
5/10

Fazit:
In den Medien gilt der Film ja als bester Bondfilm aller Zeiten. Für die erste Hälfte des Films mag das sogar gelten. Danach zeigt der Film doch einige kleinere Schwächen. Trotzdem hat er drei Goldmedaillen abgeräumt, was in meiner Bewertungstabelle sonst kein Bondfilm geschafft hat. Er hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck und hat mit Sicherheit den Weg zu noch größeren Bondfilmen bereitet. Ein Film, der für meinen jährlichen Bondmarathon immer
gesetzt ist und auf den ich mich auch immer freue. Außer der Reihe sehe ich ihn aber so gut wie nie an, da greife ich dann doch eher zu den leichteren, bildgewaltigeren Moore-Bonds.

8,4/10 (ganz knapp die Gesamtwertung „sehr gut“ verfehlt)
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Whisper« (29. August 2021, 00:12)


Mister Bond

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Montag, 30. August 2021, 13:17

Die James Bond Darstellung sehe ich ähnlich. Allerdings zusammen mit TB (eventuell FRWL) vor unserem Moore mit TSWLM. Das war Connery auf seinem Bond-Zenit.
Dennoch kommt mir deine Bond-Charakter etwas überraschend, gerade im Kontext zum Drehbuch, weil du da Bonds Passivität nicht gerade als Vorteil siehst.
Ich sehe aber in der Passivität gerade die Stärke dieser Bond-Darstellung. Selbst wenn Bond gefangen ist, scheint Connery immer Herr der Lage zu sein, ultra lässig, er bleibt galant, wartet auf Fehler, versucht seine Möglichkeiten auszuspielen. Das ist für mich schlicht grandios und deshalb werde ich die Kritik an Bonds Passivität nie ganz verstehen können, weil er ja trotzdem irgendwie auf seine Art und Weise agiert.

Der Soundtrack ist jetzt nicht in meiner Top 5, aber dich dahinter. Dafür hat es doch mehrere Ohrwürmer, nicht nur das instrumentale Goldfinger Theme, auch das donnernde Dawn Raid On Fort Knox, das nervenzerreibende The Arrival Of The Bomb And Countdown oder Alpine Drive - Auric's Factory, eigentlich alles große Stücke.

Beim Henchman überrascht es mich leicht, dass du die Goldtrophäe an Odd-Job vergibst und nicht doch an den Beißer :D
Und Cec Linder ist zwar kein lässiger David Hedison, cooler Jack Lord oder ein Rik Van Nutter und Jeffrey Wright, aber trotzdem wirkte Cec Linder für mich immer sympathisch, gerade seine humorvollen Kommentare zu James' Lage auf Aurics Anwesen in Kentucky :D
Ist mir viel lieber als der bierernste Norman Burton oder der blasse John Terry.

Whisper

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Montag, 30. August 2021, 16:29

FRWL, GF, TB, TSWLM und FYEO sind auch bei mir die Filme mit einer 10/10 Wertung der Bonddarstellung. Die Sensitivität Moores in TSWLM und seine reifere, väterliche Art in FYEO ist mir persönlich noch eine Mini-Nuance lieber als Connery in FRWL und TB.

Vielleicht ist es auch nicht vordergründig die Gefangenschaft von Bond, die mich stört, sondern eher die Tatsache, dass Fort Knox nur durch das "Umkrempeln" von Pussy gerettet werden konnte. Der Versuch mit dem Peilsender schlug ja fehl. Bonds Missionserfolg war also einzig und allein von Pussys Drehung um 180 Grad abhängig. Dies mit ein bisschen Judo im Stroh zu erreichen scheint mir doch etwas fragwürdig zu sein. So einfach hat man es Bond in TB zum Glück nicht gemacht.

Der Beißer zählt tatsächlich nicht gerade zu meinen Lieblingen und ist die einzige Kategorie, in der TSWLM nicht 10/10 Punkten von mir erhalten hat. Mich stört seine etwas comichaft angelegte Darstellung, die ab der ägyptischen Tempelanlage Fahrt aufnimmt.

OK, ich korrigiere den Opa-Felix zum Onkel-Felix, das trifft es wohl ganz gut ;). Van Nutter gefällt mir aber definitiv besser und sieht mit Sonnenbrille auch fast so cool aus wie Jack Lord 8).
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Feirefiz

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Montag, 30. August 2021, 20:12

Selbst wenn Bond gefangen ist, scheint Connery immer Herr der Lage zu sein, ultra lässig, er bleibt galant, wartet auf Fehler, versucht seine Möglichkeiten auszuspielen. Das ist für mich schlicht grandios und deshalb werde ich die Kritik an Bonds Passivität nie ganz verstehen können, weil er ja trotzdem irgendwie auf seine Art und Weise agiert.


Predige ich ja schon seit Jahren: Wenn Bond nicht gefangen genommen worden wäre, hätte e sich am besten gefangen nehmen lassen: Nach seinem Ausbruch aus der Zelle hätte er ja auch problemlos fliehen können ...
"How do you make a hero logical? You don't, and you must accept that.
The illogic is what makes something like Superman. The more rational a
story you try to write about Superman, the more you kill him."
(Dan Barry)

Django

Der Andere

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Dienstag, 31. August 2021, 08:46

Auch ich finde das mit der Passivität nicht allzu schlimm. Denn wir Ihr schreibt: Es ist ja keine eigentlich Passivität, sondern eher halt ein "Ausgeliefert/Gefangen Sein". Und da macht Bond das Beste draus. Klar - er hätte fliehen können, aber dann hätte er nie erfahren, was Goldfingers Plan ist und diesen somit erst recht nicht vereiteln können... Da gibt's insbesondere in neueren Bond-Filmen Plots, die ich diesbezüglich weit problematischer finde.

Zitat

Dies mit ein bisschen Judo im Stroh zu erreichen scheint mir doch etwas fragwürdig zu sein.

Wir wissen ja nicht (aber wir können es erahnen), was genau Bond mit Pussy im Rahmen der Umpolung so alles gemacht hat (*Nicht jugendfrei* :D )

Mister Bond

Felix Leiter

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Dienstag, 31. August 2021, 09:21

Wie Bond in GF auf Goldfingers Kentucky Anwesen herumschlendert, möchte ich nicht missen. Das wirkt einfach alles 007 pur. Da brauche ich keinen Darsteller, der da von außen alles infiltriert oder herumballert aber 0 % dieser Connerschen Ausstrahlung besitzt.


Der Beißer zählt tatsächlich nicht gerade zu meinen Lieblingen und ist die einzige Kategorie, in der TSWLM nicht 10/10 Punkten von mir erhalten hat. Mich stört seine etwas comichaft angelegte Darstellung, die ab der ägyptischen Tempelanlage Fahrt aufnimmt.


Stimmt, ich erinnere mich auch wieder an deinen ersten Foren-Beiträgen, eben zu den Filmen TSWLM und MR, in der du den Charakter Beißer doch kritisiert hast.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Samstag, 9. Oktober 2021, 08:21

Da im Rahmen der "Rapist"-Vorwürfe, die im Zuge der #MeToo-Debatten jüngst auch von Cary Fukunaga adaptiert wurden, immer wieder und vor allem auch die Szene aus Goldfinger zitiert wird - jene, die im Heuschober von Goldfingers Gestüt stattfindet -
möchte ich einige Gedanken dazu äußern.

Als Erstes fällt mir ein Ausspruch ein, an den ich mich aus dem Film Das große Rennen rund um die Welt erinnere:
"Wenn ein Soldat in der Schlacht fällt, sollten wenigstens seine Stiefel geputzt sein!"

Der Vorwurf der "Vergewaltigung" bezüglich der Heuschober-Szene generiert bei mir einen ganz ähnlichen Eindruck von mangelnder Verhältnismäßigkeit. Ist der Zustand meiner Stiefel im Augenblick des Todes tatsächlich noch ausschlaggebend oder überhaupt interessant für mich?
Nun, genau darum - weil im Grunde völlig unerheblich - wurde der Satz ja in der Blake Edwards o. a. Komödie gebracht ... und in diesem Umfeld auch passend verwendet!

In Goldfinger nun, der einem ganz anderen Genre entspringt, wäre solch eine Maxime beispielsweise sicher fehl am Platz. Aber 57 Jahre nach seiner Entstehung beginnt man, dem ´64-er Bond Diskussionen beizugesellen, die sich groteskerweise ganz ähnlich ausnehmen.
Man rufe sich ins Gedächtnis:
James Bond gerät in Gefangenschaft und soll brutalst getötet werden. Durch einen brillanten Dialog, den Bond mit Goldfinger führt, kann er die Vollstreckung aufschieben, bleibt in Gefangenschaft und wird nach Kentucky gebracht. Auf dem Weg dorthin lernt er weitere Mitarbeiter seines Feindes kennen, unter anderen Pussy Galore. Diese weiß um die Pläne ihres Arbeitgebers, sicher auch um die, die jener mit Bond selbst im Sinn hat und ist daher mit schuldig!
In einem Moment nun, in dem Bond mit Miss Galore unter vier Augen sprechen kann, nutzt er die Chance, für sich das Beste aus der Situation herauszuholen.
Wen würde es wundern, wenn alle Regeln von Anstand und Etikette, derer er nicht nur mächtig ist, sondern die er sicher auch befürwortet, bricht ,und nun in erster Linie alle Möglichkeiten in Betracht zieht, das beste und naheliegendste aus der Situation zu machen?!

Verhältnismäßigkeit!
Anstandsregeln haben, wenn es ums Überleben geht, nur noch geringfügige Berechtigung.
God save the Queen!

DrShatterhand

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Sonntag, 10. Oktober 2021, 17:39

Ich habe die Frage nach der Bewertung dieser 1964er Szene heutzutage auch gesehen (auf fb), und meine erste Antwort war: "Gar nicht." Die Szene ist 1964 gedreht worden, und da soll ich sie mit einer 2021er Sichtweise neu bewerten? Nein. Damit gieße ich nur Öl ins Feuer von Diskussionen, die mMn nur denjenigen helfen, die auf Teufel komm raus selbst Vergangenes auf "politisch korrekt" zimmern wollen.
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  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Sonntag, 10. Oktober 2021, 20:13

Ich habe die Frage nach der Bewertung dieser 1964er Szene heutzutage auch gesehen (auf fb), und meine erste Antwort war: "Gar nicht." Die Szene ist 1964 gedreht worden, und da soll ich sie mit einer 2021er Sichtweise neu bewerten? Nein. Damit gieße ich nur Öl ins Feuer von Diskussionen, die mMn nur denjenigen helfen, die auf Teufel komm raus selbst Vergangenes auf "politisch korrekt" zimmern wollen.

Bezüglich der Bewertung der "historisch-kritischen" Herangehensweise (der zufolge das ´Heute` als Maßstab aller Zeiten gelten soll) bin ich ganz Deiner Meinung!
Ich zitierte bereits an anderer Stelle C. S. Lewis, der solche Verirrungen als "historischen Provinzialismus" bezeichnete.

Mir ging es aber eher um eine inhaltliche Prüfung der modernen Einwände: Wenn es ums Überleben geht, dann wird alles andere zurückstehen! Ich bin überzeugt, dass in ähnlichen Situationen auch kein Vertreter der #MeToo-Fraktion lange darüber nachdenken würde, ob seine Handlungen immer mit seiner "Kinderstube" in Einklang zu bringen sind!
God save the Queen!

Mister Bond

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Montag, 11. Oktober 2021, 12:32

Ein weißer Philosoph namens Rehakles sagte immer: Alles Kokolores.