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DrShatterhand

Ministerium für kulturelle und intellektuelle Tiefschläge

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Donnerstag, 14. Oktober 2021, 15:40

The Dark Crystal (1982)

Jahrelang war der Film von meinem Radar verschwunden, dann bin ich über ein youtube-Review gestolpert, und Kindheitserinnerungen wurden wach. „The Dark Crystal“ ist ein Puppenfilm aus der Schmiede von Jim Henson und Frank Oz (bekannt für die Muppets).

Zur Orientierung: In einem unbekannten Land herrscht seit fast 1000 Jahren Düsternis, weil die damaligen Bewohner in ihrer Arroganz einen großen Kristall, der das Leben positiv steuerte, beschädigten. Es entstanden zwei Rassen, die bösen Skeksis und die guten, weisen Mystics. Eine Prophezeiung besagt, daß nach 1000 Jahren, wenn die drei Sonnen in einer Linie stehen, ein Gelfling den Kristall wieder reparieren wird und somit die Düsternis dem Licht weicht. Um dies zu verhindern, haben die Skeksis alle Gelflinge umgebracht. Dachten sie jedenfalls, denn die Mystics haben einen gerettet und großgezogen.

Dieser Gelfling, Jen, zieht nun los, um das fehlende Kristallstück zu finden und den ganzen Kristall zu „heilen“. Unterwegs stößt er auf einen zweiten Gelfling, Kira. Sie wurde von kleinen Wesen namens Podlings großgezogen. Als Mädchen hat sie Flügel und kann fliegen, was sie und Jen später mal rettet.

Die Prophezeiung erfüllt sich schließlich; der Kristall wird geheilt, und es herrscht wieder Licht.

Daß die Skeksis und die Mystics miteinander verbunden sind, wird im Verlauf des Films deutlicher. Zu Beginn scheint es eher ein Zufall zu sein, daß es von beiden Rassen nur noch zehn Vertreter gibt und der jeweilige Anführer im Sterben liegt. Später tritt die Verbindung aber klarer hervor. In einem Kampf mit einem Skeksis verletzt Jen ihn mit dem Kristall an der rechten Hand, und die Hand blutet. Gleichzeitig beginnt bei einem der Mystics, die unterwegs zu den Skeksis sind, ebenfalls die rechte Hand zu bluten, und das genau an der gleichen Stelle wie beim verletzten Skeksis. Später fällt bei einem weiteren Kampf ein Skeksis in einen tiefen feurigen Schacht und verbrennt. Als das geschieht, löst sich auch ein Mystic plötzlich in Flammen auf. Ganz deutlich wird die Verbindung zwischen beiden Rassen am Ende. Die Mystics ziehen in das Schloss ein, in dem der große Kristall ist und die Skeksis leben. Sie positionieren sich um den Kristall, und jeder Mystic verschmilzt mit einem Skeksis. Als neue Rasse entschweben die verbliebenen acht Wesen in den Himmel und überlassen die neue Welt Jen, Kira und den anderen Lebewesen.

„The Dark Crystal“ ist ein reiner Puppenfilm; ich habe versucht, herauszufinden, ob nicht doch hier und da Menschen eingesetzt wurden, aber das scheint nicht der Fall zu sein, selbst in den Szenen, wo im Rahmen einer Totalen Jen von A nach B läuft. Den größten Einsatz scheinen die Landstrider verursacht zu haben, auf denen Jen und Kira zum Schloss reiten. Man sieht förmlich, wie sich in dem Kostüm Menschen auf Stelzen bewegen. Dieser totale Einsatz von Puppen ohne eine Schummelei macht den Film besonders liebenswert.

Die Tricktechnik sah für die frühen 1980er Jahre sehr gut aus; daß sie nicht so gut gealtert ist, liegt in der Natur der Sache und ist keinem Sparen an der falschen Stelle geschuldet.

Auch die Story kommt eher simpel daher, aber schließlich ist „The Dark Crystal“ ein Kinder- bzw. Familienfilm, und da wäre ein komplexer Plot hinderlich gewesen. Da passt es auch ganz gut ins Bild, daß Gut und Böse deutlich voneinander zu unterscheiden sind. Die bösen Skeksis sind entsprechend hässliche, echsenartige Wesen, die Mystics strahlen von Anfang an Vertrauenswürdigkeit aus.

„The Dark Crystal“ mag nicht mehr so mitreißen wie in den frühen 1980ern, insgesamt bleibt es aber ein – ich bleibe mal bei dem Prädikat – liebenswerter Film.
The needs of the many outweigh the needs of the few or the one.
I have been and always shall be your friend.
I´ve been dead before.
Live long and prosper.

He is not really dead as long as we remember him.

Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 15. Oktober 2021, 10:08

Da gibt es auch die Vorgeschichte zu THE DARK CHRYSTAL als Serie auf Netflix. Dabei wurde ja alles so wie früher gemacht, mit paar modifizierte Ausnahmen in den Effekten. Wollte ich eigentlich mal reinschauen.

@Kronsteen:
BALLON hat mich auch auf angenehmerweise überrascht, dass Michael Herbig halt auch seriös kann. Die Darsteller tun ihr übriges. Kann man empfehlen.
FUNNY GAMES ist so etwas, was man eigentlich nur einmal sehen kann. Dabei kenne ich nur das Remake, ebenfalls von Haneke, mit Tim Roth und der bezaubernden Naomi Watts. Ist ja 1:1 dem deutschen Original, meine ich. Von der "Qualität" muss der wohl auch nichts einbüßen, aber der Film lässt einen schockierter zurück als viele Horrorfilme.
Seitdem meide ich Haneke eigentlich, seine Themen scheinen mir zu depressiv :)

Whisper

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1 103

Samstag, 27. November 2021, 21:09

Gestern mal wieder "Zwei bärenstarke Typen" mit Bud Spencer und Terence Hill gesehen. Dabei wandelt das Duo zum ersten und einzigen Mal auf den Spuren von James Bond. Der zunächst gesichtslose Gangsterboss K1 will mit seiner K-Bombe das Zahlenverständnis der Menschheit auslöschen. Im Kontrollraum seines Schiffes drückt er am Ende auf den roten Knopf zum Abschuss einer Rakete auf ein Spaceshuttle (warum, ist mir im Nachhinein auch nicht mehr klar :D).

Für mich der schrägste aller Spencer/Hill Filme. Die Bondanleihen sind unübersehbar: Q taucht auf, beim Aston Martin wurde das per Knopfdruck ausspritzende Öl abgekupfert, ein Henchwoman gibt es sowie natürlich Blofeld (hier ein irrer Fettsack dargestellt durch Buffy Dee). Neu ist ein starker Kleber, der aus dem Agentenauto ebenfalls per Knopfdruck auf die Straße auf die Straße gespritzt wird, so dass alle 4 Räder des Verfolgerautos am Boden kleben bleiben und die Karosserie TLD-mäßig abfliegt. Witzigerweise ist dieser Film von 1983, also hat TLD hier abgekupfert :D
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Whisper« (28. November 2021, 00:24)


Django

Der Andere

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Montag, 29. November 2021, 07:26

hier ein irrer Fettsack dargestellt durch Buffy Dee

Wobei dieser Typ so manchem Bond-Bösewicht durchaus das Wasser reichen könnte :thumbsup:

Zitat

Im Kontrollraum seines Schiffes drückt er am Ende auf den roten Knopf zum Abschuss einer Rakete auf ein Spaceshuttle (warum, ist mir im Nachhinein auch nicht mehr klar :D).

Auch das ist doch durchaus bond-like ;)

ollistone

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Mittwoch, 5. Januar 2022, 16:03

Spiderman - No Way Home (im Kino)

Ich will nicht zum wiederholten Male beschreiben, wie mich dieses ganze MCU-Zeug anödet. Aber wenn der Nachwuchs halt mal wieder ins Kino will, bitte schön. Meine persönliche Spiderman-Erfahrung endete mit dem dritten Tobey-Maguire-Beitrag, irgendwas mit Sand, glaube ich. Die Andrew-Garfield-Filme habe ich mir komplett gespart, mal wieder ein Reboot, gähn... Dass Spiderman dann irgendwie von den Avengers vereinnahmt wurde, habe ich genau so wenig mitbekommen wie die beiden folgenden Spiderman-Beiträge mit Tom Holland. Man muss aber "Homecoming" und "Far From Home" nicht zwingend gesehen haben, um "No Way Home" zu kapieren, und der hat tatsächlich einige sehr hübsche Überraschungen in petto (spoiler ich mal lieber nicht).

Auch Dr. Strange ist an Bord (dessen eigenen Film ich ebenfalls nicht kenne) und verantwortlich für einige optisch wirklich überragende Momente (Stichwort Spiegelwelt). Unterm Strich ein selbstironischer Beitrag, trotz seiner befürchteten Länge (muss eigentlich heute jeder Film an die drei Stunden dauern?) ungemein unterhaltsam und kurzweilig.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 5. Januar 2022, 17:03

Die Spider-Man Trilogie von Sam Raimi habe ich auf Blu-ray und mag sie auch heute noch. Genau wie Nolans Batman-Trilogie oder Del Toros Hellboy-Filme.
Aber der ganze MCU-Kram ist doch seit einigen Jahren nur noch Stangenware. Das Blockbuster-Kino krankt erheblich, der letzte, der mir da wirklich, also uneingeschränkt zusagte, war "Mission: Impossible - Fallout". Und ich schaue mir alleine aus Neugier fast alles an, deshalb kann ich für mich so ein Fazit ziehen.
Ich denke der ganze Hype um "No Way Home" wird mich genau so kopfschüttelnd zurück lassen :) Da helfen auch die Überraschungen nicht, die doch schon seit einem Jahr im Internet die Runde machen. Auch so eine Unart, erklärt aber diesen schon abartigen Erfolg an den Kinokassen. Eigentlich Nordamerika sei dank. Zieht man da die Differenz der Einnahmen von diesem zu NTTD ab (sind ja schon jetzt wahnsinnige 500 Mio.!!!) wäre Spider-Man noch hinter NTTD, aber da China noch fehlt und die Amis weiter wie bedepperte reinrennen, wird der aktuelle Spider-Man sogar locker unter den fünf erfolgreichsten (nach Einnahmen) Filmen aller Zeiten landen.

Django

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Donnerstag, 6. Januar 2022, 09:08

Abgesehen, dass ich mit dieser Superhelden-Materie ohnehin nicht viel anfangen kann (ist einfach so...), schrecken mich mich diese ganzen "Universen" zusätzlich gab (wobei es diese ja nicht nur dort gibt). Insbesondere Filme sollten einfach möglichst "Stand alone" sein. Eine losen Reihe oder eine Mini-Serie ist auch noch okay. Nennt mich altmodisch, aber ich möchte einfach nicht ein Dutzend weitere Filme aus dem entsprechenden Universum anschauen müssen, um einen einzigen Film "verstehen" zu können. Und bis und mit Brosnan hat auch jeder Bond-Film für sich alleine sehr gut funktioniert und m.E. war das ein grosser Vorteil der Franchise, da dies die Konsumation der Bond-Filme sehr einfach machte. Ab CR änderte sich das leider. So zeigte sich etwa neulich ein Kollege ob Blofeld/Spectre in NTTD reichlich verwirrt, da er SP nicht gesehen hatte bzw. sich nicht mehr ausreichend an dessen Handlung erinnern konnte...

Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 6. Januar 2022, 13:41

Dem stimme ich überwiegend zu, wobei es auch Sachen gibt, die zwar zu einem "Filmuniversum" gehören, man aber dennoch ohne Vorkenntnisse gucken kann.
So gerade bei der Boba Fett Serie. Gut, besser ist es "Das Imperium schlägt zurück" & "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" zu kennen, aber trotz seiner Auftritte in der zweiten Staffel von "The Mandalorian", muss man "The Mandalorian" nicht kennen.
Anders beim aktuellen Spider-Man, ohne die Kenntnisse von Dr. Strange und natürlich den vorletzten Spider-Man Film "Far From Home", ist das ganze eigentlich sinnlos.
Und noch verwirrender wird es anscheinend für die, die bisher überhaupt keinen Spider-Man Film gesehen haben, also weder mit Holland, noch mit Maguire oder Garfield.
Und ja, habe ich kurz vor NTTD auch zu vielen schon gesagt, dass man besser vorher zumindest nochmal SP gucken sollte.

Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 9. Januar 2022, 12:27

So, habe in den letzten 2 Wochen auch so einige neue und relativ neue Filme nachholen können, unter anderem auch der aktuelle Kinoblockbuster, der mich allerdings, wie erwartet nicht so geflasht hat und mich nur kopfschüttelnd zurücklässt, sei es über das aktuelle cineastische Verständnis der Studios, Filmemacher oder auch dass der Fans.

Natürlich gehörten zum Weihnachtsfest für mich auch Filme wie Ist das Leben nicht schön? und Wir sind keine Engel, desweiteren sah ich die Tage kurz vor Weihnachten noch Die Abenteuer des Robin Hood (oder auch "Robin Hood, König der Vagabunden") mit Errol Flynn. Da gibt es ja seit letzten Jahr, endlich, auch die deutsche Blu-ray und da gibt es von mir aus nichts zu bemängeln.
Ebenfalls der Anthony Mann/James Stewart Western Klassiker Meuterei am Schlangenfluss mit ener hübschen Julie Adams ("Der Schrecken vom Amazonas") und einem jungen Rock Hudson. Welche Mühen damals aufgefahren wurden, da spürte man jeden Stein, jeden Schweiß, jeden Grashalm. Wo ist das heute nur geblieben?
Und natürlich Ben Hur von William Wyler mit Charlton Heston: hier sowieso, jedes Sand- und Staubkorn schmeckt man beim Zuschauen. Dazu zählte die Präsenz echter Menschen/Darsteller mehr als jeder zu viel gewollte CGI-Effekt.

Ich möchte allerdings mehr auf diese neuen Filme eingehen, die mich überwiegend nur kopfschüttelnd zurück lassen, auf die Punkte eingehen, die dazu führen.

Jungle Cruise
Eigentlich recht sympathischer Film, der auch Spaß macht und ein sympathisches Hauptdarsteller-Trio aufweist. Emily Blunt liebe ich irgendwie sowieso in allem. Jesse Plemons als schräger deutscher Antagonist aus Kaiser Wilhelms II. Gilde macht auch Spaß. An den Darstellern liegt es nicht. Woran also?
Ganz einfach: WARUM zum Teufel muss heute in Abenteuerfilmen, die im Wald, im Dschungel spielen, alles vor der Green Screen aufgenommen werden???
Hier möchte ich den Schweiß, die Hitze doch auch spüren. Genau wie bei den Indiana Jones Filmen, oder Thema Dschungel Rambo II oder Predator!
Wenn man für die Bondfilme oder Tom Cruise für sein Mission: Impossible passende Locations, trotz Corona, finden kann, wieso scheint es unmöglich hier wie gewöhnlich nach Hawaii, Mexiko oder Guatemala zu reisen? Hollywoods Lieblings Locations zum Thema Dschungel.
Nun gut, was mich aber noch mehr anpisst, die schrecklich animierten CGI-Tiere! Dann lasst die doch bitte ganz weg, wenn ihr die, weshalb auch immer, plötzlich wieder viel schlechter hinbekommt als in "Der König der Löwen" (2019).
Warum man nicht mehr echte Tiere nehmen kann, scheint auch diesen SJW/Political Correctness Wahn zum Opfer gefallen sein. Gut, beim Jaguar wird es schwierig, aber echte Vögel, echte Affen, echte Insekten? Meine Güte.
Wenn das alles nicht wäre, würde dieser Film bei mir wesentlich besser abschneiden, denn ich begrüße auch jeden Action/Abenteuerfilm, wo so wenig wie möglich geballert wird (heute auch schon fast unmöglich).


The Suicide Squad
Der soll besser sein als der Film von 2016??? Nein, nein, nein, nein. Der Film ist nur dumm und wenn man einem Rambo Gewaltverherrlichung vorwerfen will, dann st dieses hier widerlichstes zynisches Hollywoodkino.
Morden ist hier großer Spaß, statt zu lachen oder zu schmunzeln, geht jeder Gag flöten oder bleibt einfach nur peinlich. Dazu sehr viele Einstellungen/Sequenzen, bei denen ich mich frage, was das soll? Soll das eben lustig gewesen sein? Anscheinend sollte es, war es aber nicht.
Zwei Charaktere hätten Potenzial, sind noch irgendwie sympathisch und nein, dazu zählt nicht Harley Quinn. Ganz ehrlich, diese Quinn geht auch nur auf den Sack. Das ist heruntergespieltes Schauspielern. Vor allem frage ich mich, warum soll Sie nicht weiterhin so sexy wie im 2016er Film auftreten, also mit knappes Höschen? Ach so, ist ja eine Frau, der lateinamerikanische Macker aber, mit den Sie im Film auch schläft, darf sich als Toyboy präsentieren, also bis auf ein knappes Badehöschen seine männlichen Attribute zegen, genau so wie John Cena als Peacemaker in seiner tollen Unterhose. Mann ja, Frau nein. Scheiß Welt.
Die Charaktere von denen ich aber sprach: Idris Elba als Bloodsport und Joel Kinnaman als Rick Flag, die als einzige normale menschliche Wesenszüge zeigen dürfen. Leider hat man aus dem Rick Flag / Peacemaker Konflikt nicht mehr herausgeholt, das musste leider in diesem Film abgespeist werden. Dafür ist diese Konfrontation noch das Highlight des Films.
Ansonsten zeigt die Serie "The Boys" sehr viel besser wie man Superhelden Arschlöcher präsentieren kann. Bessere Charaktere, Story, Humor etc.
Die 7.2 Wertung und die einige Kritiker, wie auch die 4.5 Sterne bei Filmstarts, unfassbar. Lässt mich am Geschmack der Menschheit verzweifeln.
Sorry, falls es hier jemand anders sieht, aber das ist nun mal mein Geschmack, meine Gefühle.


Wonder Woman 1984
So, hier sehe ich es fast ein wenig anders. Ziemlich katastrophale Wertungen, ein 5.4 gegenüber 7.4 des ersten Teils bei imdb.
Klar, der Film ist banal und hat vor allem eins: Längen! Das ist aber ein weiteres Hollywood-Manko, jeder Actionschmarrn muss heute wohl um die 150 Minuten laufen. Herrje.
Der Film zieht sich einfach viel zu lange, allerdings hat der Film doch eins, was ich eben bei anderen neuartigen Hollywoodfilmen vermisse: Herz!
Gal Gadot bleibt sympathisch und idealistisch. Die Botschaft kann man an sich nicht kritisieren und ein wenig erinnerte mich der Film auch an den ersten Superman-Film mit Christopher Reeve. Auch da ging es nicht um die Action, sondern die Botschaft. Dazu halt auch der 1980er-Style.
Dem Film hätte halt ein flotteres Pacing besser zu Gesicht gestanden.


Monster Hunter
Begann sogar recht vielversprechend, trotz der Warnung Paul W.S. Anderson & Milla Jovovich (wobei diese Paarung auch ihre Fans hat). Dabe ist auch Martial-Arts Künstler Tony Jaa.
Der Film beginnt flott und recht hart, geht in Richtung Horrorfilm und Camerons "Aliens" oder Verhoevens "Starshipp Trooper", mIt zunehmender Spieldauer lässt das aber nach, Jovovichs und Jaas Charaktere lernen sich zu vertrauen, der Film schwängt in Fantasygefilde herum und hat ausgerechnet in der zweiten Hälfte ein paar Längen. Ron Perlman ist auch ziemlich bad-ass dabei.
Die Kreaturen finde ich sogar sehr gut getrickst und auch furchterregend genug. Da muss man sich nicht hinter den größeren Hollywood-Studios verstecken.


The Hunt
Endlich mal eine neuere Produktion, die mich doch von Anfang bis Ende keine Sekunde gelangweilt. Die Prämisse um Menschen, die von anderen Menschen gejagt und getötet werden, ist zwar alt, der Hintergrund und die Ausführung aber frisch. Außerdem rockt Betty Gilpin als wehrhafte Hauptdarstellerin und auch Hillary Swank, die physisch erst spät in Erscheinung tritt, vorher hört man nur ihre Stimme, war ein Pluspunkt.
Der Film ist übrigens kein Horrorfilm, weil es Leute gibt, die mit dieser Einstellung den Film schauen und dann einfach abstrafen (siehe einige Amazon-Bewertungen), sondern eine Satire und Survival-Thriller, bei der, wenn man nicht komplett verblödet st (leider sind wohl zu viele Menschen verblödet, auch da siehe einige Amazon-Bewertungen), jede politische Seite & Weltanschauung ihr Fett wegbekommt.



A Quiet Place 2
Gehört auch zu den besseren neuen Produktionen. Dieses mal stößt ja auch Cilian Murphy zum Hauptcast. Ein Gewinn. Ich würde sogar sagen, dass dieses Mal der Fokus noch viel stärker auf Emily Blunts Filmtochter, die übrigens wirklich stark spielt, und Cilian Murphy liegt. Der Filmsohn geht mir dafür in ein paar Szenen auf den Kranz.
Natürlich kommt der Film nicht genau an Teil 1 heran, hier weiß man ja, wie diese Monster/Außerirdischen aussehen, die Attacken kommen häufig schnell und spannend ist der Film auch, aber die ganz große Intensität wie beim ersten Film (z.B. die Badewannen-Szene oder die Szenen im überfluteten Keller) habe ich nicht ganz verspürt.
UND: natürlich kann das Ende nicht das Ende sein. Ich habe zwar nichts gelesen, aber wenn kein Teil 3 kommt, fresse ich einen Besen.
Aber gut, "A Quiet Place 2" ist ja der erfolgreichste Horrorfilm in der Pandemiezeit. Die Darsteller überzeugen und ich hoffe auf einen runden Abschluss.


Im Kino dann:
Spider-Man: No Way Home
Letzte Woche schon 620 Mio alleine in den USA eingespielt, weltweit knapp 1.3 Milliarden und noch ohne China. Eine imdb-Wertung, die aktuell sogar noch bei 8.8 steht.
Ich lach mich schlapp. Der Film ist lediglich Fanservice!!! Mehr nicht!
An den ersten beiden Sam Raimi Spider-Man Filmen kommt er nicht ansatzweise heran! Nicht ansatzweise. Der Humor ist platt, also ich habe kein einziges Mal gelacht (lacht die Jugend heute bei jedem platten Spruch?) und dann wären wir wieder beim Thema Länge & Pacing. Unglaublich! De erste Hälfte, da wird bedeutungsschwanger geschwafelt, dumme Scherze gerissen, HOLLYWOOD, MENSCHHEIT, was ist los?
Wollt ihr so unsere Kinder "erziehen"? So plump.
Das was den Film rettet sind die zahlreichen Widersachern, da will ich nicht zu viel verraten und das späte Auftreten zwei bekannter Superhelden Darsteller. Dies waren meine Highlights, besonders die Interaktion der drei Helden. Da habe ich mich gefragt, warum nicht doch früher, endlich.
Aber wenn ich ehrlich bin, fand ich sogar Tom Hollands ersten Spider-Man Solofilm "Homecoming", den mit Michael Keaton als Widersacher, unterhaltsamer.
Sieht übrigens ein Kollege von mir, der absoluter Marvel/MCU Geek ist, genau so.
Darstellerisch möchte ich Tom Holland aber hervorheben, dagegen wirkt Zendaya (warum ist die nochmal so populär?) einfach nur extrem blass. Und natürlich auch die beiden anderen Helden und die Darsteller-Riege der Bösewichte. Klar mussten diese nur ihr Programm runterspulen, der eine hat mehr drehbuchtechnische Präsenz als der andere, das bewältigen die aber auch mit Charisma.

Havanna

MI6 Staff

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1 110

Sonntag, 9. Januar 2022, 15:20

The Suicide Squad
Der soll besser sein als der Film von 2016??? Nein, nein, nein, nein. Der Film ist nur dumm und wenn man einem Rambo Gewaltverherrlichung vorwerfen will, dann st dieses hier widerlichstes zynisches Hollywoodkino.
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Die Charaktere von denen ich aber sprach: Idris Elba als Bloodsport und Joel Kinnaman als Rick Flag, die als einzige normale menschliche Wesenszüge zeigen dürfen. Leider hat man aus dem Rick Flag / Peacemaker Konflikt nicht mehr herausgeholt, das musste leider in diesem Film abgespeist werden. Dafür ist diese Konfrontation noch das Highlight des Films.
Ansonsten zeigt die Serie "The Boys" sehr viel besser wie man Superhelden Arschlöcher präsentieren kann. Bessere Charaktere, Story, Humor etc.
Die 7.2 Wertung und die einige Kritiker, wie auch die 4.5 Sterne bei Filmstarts, unfassbar. Lässt mich am Geschmack der Menschheit verzweifeln.
Sorry, falls es hier jemand anders sieht, aber das ist nun mal mein Geschmack, meine Gefühle.
Nicht, dass ich falsch verstanden werde, beide Filme sind ganz sicher keine Oscar-Kandidaten. Den zweiten Teil bzw. das Reboot finde ich aber in dem Sinne doch deutlich besser, weil er zumindest in Ansätzen das verspricht, was "Suicide Squad" eigentlich sein sollte. Nämlich genau das, was du kritisierst: zynische, moralisch abgewrackte und am Morden Spaß habende Schurken und, ja, Arschlöcher, eben keine Sympathieträger (außer Rick Flag, der ja einer von den Guten ist und dir ja auch sympathisch war). Im Film von 2016 hat man gar nicht gemerkt, dass es sich um Schurken handelt, das waren einfach (Anti)Helden, die nur noch mehr kaputt gemacht haben und "frechere" Sprüche hatten als klassische Superhelden. Ganz deutlich zu merken an Will Smith, der mal wieder Will Smith spielte.
Wie du sagst, bleibt es letztlich Geschmacksache, aber das, was du an den Figuren kritisierst, ist das, was diese Figuren transportieren sollen, insofern hat der Film erreicht, was er soll, auch wenn er deinen Geschmack nicht getroffen hat.
Die Faszination an Harley Quinn, die viele haben, kann ich allerdings auch nicht teilen.

Mister Bond

Felix Leiter

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1 111

Sonntag, 9. Januar 2022, 16:00

Dann hast du mich nicht richtig verstanden, denn ich schrieb ich, wie man es besser machen kann: THE BOYS.
Oder halt eine bessere Story erzählen, das war nämlich nur für die Tonne. Und als mal etwas Spannung aufkam, eben Flag gegen den Peacemaker, musste man es in 10 Minuten abspeisen.
Sorry, ohne Spannung, ein zumindest solides Storygerüst oder wirklich guten schwarzen Humor, ist das nichts.

Havanna

MI6 Staff

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Sonntag, 9. Januar 2022, 16:16

Ich finde The Boys auch deutlich besser, aber der verfolgt auch einen anderen Ansatz, weil er Arschlöcher zeigt, die sich als Helden präsentieren (müssen), selbst der übermächtige und bis ins Mark verdorbene Homelander ist dadurch gebunden. Der Ansatz bei Suicide Squad als Comic und Film ist es aber gerade, Schurken ins Zentrum zu stellen, die solche persönlichen oder sozialen Fesseln nicht mehr haben und so endgültig freidrehen können, wie es Homelander in der einen Szene aus Staffel 2 mit seinem Laserblick und den Demonstranten in seiner Fantasie gemacht hat.
Wie gesagt, jeder soll von dem Film halten was er mag, aber es sind schon zwei unterschiedliche Ansätze.

Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 9. Januar 2022, 20:49

Also findet du nicht, dass man eine bessere Story hätte präsentieren dürfen? Irgendeinen Spannungsaufbau? Markantere Bösewichte, statt nur Kanonenfutter? Die Suicide Squad selber auch, trotz Arschloch-Dasein, irgendetwas mitzugeben, bei dem man sagt, ja, der ist ja doch cool und nicht nur platt. Einzig Idris Elbas Bloodsport bleibt da positiv hängen und halt Kinnamans Rick Flag (weil er ja kein "böser" ist").
Es ist immer leicht Filme verteidigen zu wollen, in denen man salopp sagt "der Film bedient ganz andere Ansätze". Ja und nein.

Im Übrigen schaute ich heute mit meinem Neffen, der zu Besuch war nochmal Jungle Cruise, weil er ihn nicht sah.
Revidiere meine Meinung etwas. Die Umgebung ist auch schon echt und habe bei imdb nachgeschaut, es wurde auch auf Hawaii gedreht. Wahrscheinlich ist es dieser etwas glatte Kameraeinsatz, ähnlich wie beim vierten Indiana Jones, der vieles etwas zu sauber aussehen lässt.
Und halt besonders die Elemente, die nach "Fluch der Karibik" erinnern, bei denen wirklich CGI zum Einsatz kommt (und halt die Tiere).
Dennoch gefällt mir der Film von allen Blockbustern in diesem Jahr, doch am besten. Die Darsteller machen Laune, man bietet auch andere Action statt Dauerexplosionen oder nur herumzuballern. Dazu komme die Laufzeit, bis zum Abspann dauert es 118 Minuten, HERRLICH! Deshalb stimmt auch überwiegend das Pacing von Herrn Jaime-Collet Serra.
Einer der zwei Blockbuster aus diesem und letzten Jahr, denen ich mehr als 6/10 geben würde.

ollistone

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Montag, 17. Januar 2022, 16:35

Fabian oder Der Gang vor die Hunde (2021)

Aus irgendeinem Grund mag ich Filme mit Tom Schilling, was vermutlich weniger an ihm und mehr an seinem Händchen für gute Drehbücher liegt. "Napola", "Schwarze Schafe", später "Oh Boy" und "Werk ohne Autor" - alles tolle Filme, letzterer sogar meiner Meinung nach einer der größten deutschen Filme der letzten Jahre. Allerdings bin ich mir nie ganz sicher, ob Schilling wirklich so ein guter Schauspieler ist. Manchmal fehlt mir ein wenig die Wandelbarkeit, auch optisch, und er scheint immer die gleichen Rollen zu spielen, Künstlertypen, Nihilisten, die in den Tag hinein leben... so auch in der Erich Kästner-Verfilmung "Fabian", für die immerhin Dominik Graf auf dem Regiestuhl sitzt.

Ich muss zugeben, dass ich anderes erwartet hatte. Dieses dreistündige, irritierende Experiment überforderte mich und vor allem meine Frau, so dass wir nach einer Stunde zunächst abbrachen, dann aber angefixt von den herausragenden Kritiken am nächsten Tag weitersahen. Graf dreht konsequent im 4:3 Format und wechselt zwischen wackliger Handkamera, die an Dogma-Produktionen erinnert, grobkörnigen Aufnahmen ohne Kunstlicht, Splitscreen, schnellen Schnitten, gestochen scharfen Bildern und Schwarz-weiß-Originalaufnahmen aus der Weimarer Republik, in der der Film spielt. Das ist teilweise verstörend, teilweise hektisch, wozu die Musik ihren Teil beisteuert. Der Film beweist Mut zur Hässlichkeit, Drogen, Sex, Ausschweifungen, Prostitution sind die Thmen, die das Berlin der fühen 30er Jahre (vor der Machtergreifung) beherrschten. Zwischen schrillen Nutten tummeln sich entstellte Kriegsversehrte, die wirtschaftlichen und psychischen Spätfolgen des verlorenen ersten Weltkriegs treffen auf die Unmoral des Großstadt-Nachtlebens. Fabian (Tom Schilling) zieht mit seinem besten Freund Labude, gespielt von Albrecht Schuch ("Systemsprenger", "Bad Banks") um die Häuser und lernt die zauberhafte Filmjuristin und angehende DEFA-Schauspielerin Cornelia (Saskia Rosendahl, "Weißensee", "Babylon Berlin", "Werk ohne Autor") kennen, für die jedoch ihre Karriere Prioirität hat. Nach einer zwischenzeitlichen Trennung, Fabian ist mittlerweile wieder in seiner sächsischen Heimat, während Cornelia zum Star geworden ist, entscheiden sie, sich eine zweite Chance zu geben.

Kein Film, der einen kalt lässt. Unterm Strich mir zu sperrig, um mich den Lobeshymnen und Jubelstürmen anschließen zu können, gesehen haben sollte man ihn aber allemal.
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