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Martin

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Dienstag, 10. Mai 2022, 03:53

Retro-Thread der Woche

In der Nachbetrachtung zu NTTD hatte ich nach alten Forenbeiträgen gesucht, in denen die Möglichkeit von Bonds Tod diskutiert wurde, lange bevor dieses Thema in den Filmen überhaupt denkbar wurde. Ich kann mich an einen Post erinnern, den ich selbst eröffnet hatte und in dem ich ein bisschen provokativ in den Raum geworfen hatte, dass Bond ja eigentlich auch mal sterben könnte, weil er ja eh immer wieder mehr oder weniger soft rebootet wird. Ich kann mich an keine einzige auch nur annähernd positive Reaktion auf diesen Gedanken erinnern, aber wie das immer so ist, finde ich genau diesen Beitrag beim besten Willen nicht mehr. Aber es gab im guten alten Razyboard-Forum ähnliche Threads. Und beim Suchen ist mir aufgefallen, wie unglaublich zahlreich und vielschichtig die Themen seinerzeit waren. Warum also nicht mal das wöchentliche Ausgraben eines interessanten Threads aus dieser interessanten Zeit?

In diesem Sinne: Was glaubt ihr wie WÜRDE Bond mal sterben???

Interessant fand ich vor allem folgenden Beitrag: „ Ich gehe davon aus, rein filmisch werden wir Bonds Tod tatsächlich nie zu Gesicht bekommen, obwohl Brosnan mal meinte, er fände es interessant zu spielen (kurz drauf durfte er wirklich für TOP eine Sterbeszene hinlegen, aber es gefiel dem Testpublikum nicht, und so flog es wieder raus). Irgendwann halt wird die Serie ihr Ende finden - es wird einfach kein neuer Film mehr gedreht.

Abgesehen davon, habe ich einen Aspekt aus dem "Abgang" Thread im Kopf: Bond sollte so sterben, wie er gelebt hat. Er sollte selbst entscheiden - das ist ein Luxus, den nur die Wenigsten haben werden. In TND zum Beispiel ist er geblieben, obwohl Admiral Roebuck bereits die Missile zum Abschuß freigegeben hatte, um die MIG mit dem atomaren Sprengkopf zu evakuieren. In freundlichem Feuer als Kollateralschaden zu enden ist zwar an sich ne blöde Art, aber es wäre seine eigene Wahl gewesen.“

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Martin« (20. Mai 2022, 03:40)


Daniel Dalton

Felix Leiter

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2

Dienstag, 10. Mai 2022, 21:37

Coole Idee mit den Retro-Threads. Bond starb nun, der nächste Reboot ist nahezu vorprogrammiert, eine neue Generation, ein neuer Bond, neues L eben......

Die Beiträge (inklusive u.a. Wolfgang) sind ungefähr von 2003, tatsächlich hatte man das mit Bonds Tod ja etwa in dieser Zeit (GoldenEye Rogue Agent, 2004, Multiplattform / PS2 - NGC - Xbox...) mal "versucht", allerdings zähle ich das nur bedingt, erstens weil viele Foristen die interaktiven Werke nicht so recht zum Filmkanon zählen (ich ja auch nicht, nur Alles oder Nichts :D), zweitens weil es selbst unter den games eher das "NSNA" ist (man spielt nicht einmal Bond, sondern einen Handlanger Goldfingers, alles fühlt sich ein wenig strange nach Fremdkörper an, da wollte man mit dem GE-Namen nun einmal auch Geld verdienen, auch die Musik weicht stark von den Erwartungen an einen Bondtitel ab, lediglich das Mitwirken von K en Adam und Co. hilft da enorm), drittens ist die Szene (anfangs in Fort K nox), in welcher Bond dahinstarb, extrem kurz geraten, man sieht einfach nur, wie er in die Tiefe stürzt, kein Dialog o.ä. ging dem voraus. Innerhalb der seltsamen Entwicklung der Craig-Ära, ergibt der Tod in NTTD sogar irgendwo Sinn, bezogen auf die GESAMTreihe hingegen ist es meines Erachtens eher Unfug -- bzw. nicht ganz, es hätte ansatzweise funktionieren können, wenn die Inszenierung nicht so gestelzt rüberkäme. Eine anschließend den V8 klauende L éa mit K inde im Wagen und zu guter L etzt noch "Bond, James Bond", davor diese seltsamen Tränen zwischen ihr und ihm, überhaupt die gesamte doch recht dürftige Chemie zwischen L éa und Craig, hmm, eher schwach. Wegen sowas steigt bei mir die Ära Brosnan, ein nach Folter sich einfach nur rasieren müssender 007 und schon ist er wieder fit und stürbe auch nicht, eigentlich ein Blödsinn, aber gerade Moore und Brosnan vermögen Unglaubwürdiges glaubhaft zu machen, das ist irgendwo schon wieder eine K unst. Bei Craig schlugen alle "lockeren" Versuche fehl (siehe "Humor" in Spectre), überhaupt fühlt sich die Reihe seit dem Reboot irgendwie spießiger und verklemmter an als zuvor. Vieles sehr gewollt auf Anspruch gemacht, aber im Detail weiß doch jeder: so komisch wie die Figuren in den Craig-Filmen, SO empfindet doch keiner. Daher berührt mich das immer weniger. OHMSS, das war ein amouröser Film, SO funktioniert Psychologisierung, die auch mal dem Tode nahe ist, aber ohne dass es sich nicht mehr nach einem Bondfilme anfühlen wird. Aber nun gut, ich schweife ab. Anyways: Warum ich aber mal wieder (GE Rogue Agent mit Bonds Tod bot da irgendwo Steilvorlagen) ein Telespiel erwähne?
Durch die Geschichte mit den Nanobots scheint sich NTTD tatsächlich mal an den Bond-games (EON) orientiert zu haben, da fehlet nur noch Willem Dafoe :)
"L oyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."

Martin

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Freitag, 20. Mai 2022, 04:06

Aus heutiger Sicht auch sehr interessant: Glaubt ihr an eine Stiländerung in Bond 21? vom Januar 2003.

Interessant insofern, dass die Fangemeinde - zumindest die in diesem Forum - hier an einem ähnlich ernüchtert-pessimistischen Punkt angelangt war wie jetzt nach NTTD. Die entscheidende Frage - Wird Eon den eingefahrenen Stil grundsätzlich ändern, nachdem man damit enormen Erfolg hatte? - wurde fast asschließlich negativ beantwortet.

Auszüge: "(seufz) ne Stiländerung wäre fast schon ein Wunder. Dazu ist der tolle neue Stil zu erfolgreich." - "Ich fürchte auch dass Bond 21 ähnlich sein wird wie DAD! Ich glaube nur ein Box-office-Desaster oder ein mutiger und guter Regisseur könnten da was ändern!!" - "Ich glaube die Produzenten haben wohl keinen Mut für eine Stiländerung!" - "Wieso sollten die Produzenten für eine Stiländerung sein? DAD hatte an den Kinokassen einen riesigen Erfolg. Also werden sie versuchen DAD noch zu toppen. Also noch mehr Action und Computereffekte. Ich habe dabei als Bondfan ein ganz mieses Gefühl." - "Ich vermute mal der Film wird sich nicht großartig von DAD unterscheiden da er sich so ja ganz gut verkaufen lässt. Ich finds echt ätzend das sich die Bondfilme so entwickeln."

Gab aber auch Ausnahmen: "Wir sollten die Produzenten der Bond-Filme nicht als Ignoranten hinstellen, die keinen Sinn für die Traditionen Bonds haben. Ich finde, Ihnen ist die Balance zwischen Tradition und modernen Actionfilm in den 90ern mit den Brosnan-Bonds gut gelungen ist. Das trifft besonders auf TWINE zu. Zugegeben, in DAD ist relativ viel Geballer und Action und relativ wenig gute Story, wobei der Film bis Kube wirklich großartig ist. Da kann er sich meiner Meinung nach gut mit Filmen wie GF, OHMSS, TSWLM, FYEO oder TLD messen. Nur ist er eben danach abgeflacht.

Also, ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Produzenten und Drehbuchautoren für Bond 21 was gutes einfallen lassen. Sie können schließlich nicht noch einen Jubiläumsfilm drehen, dem man die ganzen Anspielungen zu vorherigen Filmen noch verzeiht. Im nächsten Film muss wirklich mal wieder was neues her. Ich denke im Moment sind die Filme an einer Stelle, wie es nur 1979 nach MR war. Noch höher, schneller und weiter geht nicht."


Bekanntermaßen kam Eon dann mit einer Stiländerung um die Ecke, die wohl selbst die vorsichtigsten Optimisten umgehauen hat. Vielleicht ein Grund für vorsichtige Hoffnung. Grundsätzlich gilt hier wohl die alte Connery-Weisheit "Sag niemals nie". Der Unterschied zu damals ist allerdings, dass man a) die Entwicklung wohl bei Eon selbst kritisch sah, und b) die Produzenten noch wesentlich jünger waren.

Django

Der Andere

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Montag, 23. Mai 2022, 07:17

Vielleicht ein Grund für vorsichtige Hoffnung. Grundsätzlich gilt hier wohl die alte Connery-Weisheit "Sag niemals nie".

Oh ja - wer weiss.

Auch ich habe nach DAD übrigens eine Änderung herbeigesehnt und fand CR dann richtig gut. Ich schreibe bewusst "Änderung" - ich brauchte keine Stiländerung wie sie dann mit CR vollzogen wurde, sondern lediglich weniger Schwachsinn als in DAD. Evolution statt Revolution wäre mir im Nachhinein wesentlich lieber gewesen :S . Denn unter dem ganzen Trash war selbst DAD noch ein mehr oder weniger "klassischer" Bond-Film... mehr als alle Craig-Bonds zusammen!