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ollistone

Consigliere

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1

Montag, 3. Juni 2013, 09:37

HENCHMEN: Erich Kriegler

Hier die archivierte Diskussion.

Zitat von »Kronsteen«


Wohl der einzige Promi unter den Henchmen..;)


[img]http://images2.wikia.nocookie.net/__cb20121220145154/jamesbond/images/7/7a/Erich_Kriegler_-_Profile.png[/img]


Zitat von »MisterBond«


Kriegler hatte leider nicht so viel Profil, wie all die anderen Henchmen. Seine Figur war, wie man im Film sieht, ziemlich wortkarg und witzlos. Während einige Henchmen ihre Späße und Witze machten, agiert Kriegler sehr trocken. Er konzentriert sich ganz auf seinen Job. Finde ich es aber auch logisch, da auch der gesamte Film von MR abweicht und einen ernsteren, realistischeren Grundton inne hält.
Weiterer Unterschied ist, dass er nicht, wie die anderen Henchmen, für den eigentlichen Bösewicht seinen Job macht. Das macht ja eigentlich eher Loque, weshalb ich zwangsläufig einen Extra-Henchmen-Thread für ihn aufmachen werde ;)



Zitat von »DoctorNo«


Was hatte ich früher Angst vor dem :wacky: :happy:

Nunja ich finde ihn etwas unglücklich. Sagt wenig, wirft nur mit Motorrädern und anderen Sachen um sich. Kann ihn leider nicht richtig erstnehmen (nicht so wie früher ;) ), finde Loque um Längen interessanter.



Zitat von »webster«


Erich ist einer der Henchmen vom Typ "blonder Henchman". Er hat vielleicht ein bißchen was von Red Grant, aber mit Sicherheit sind spätere Henchmen wie Necros (TLD) oder Stamper (TND) stark an Erich angelehnt, auch wenn sie mehr Text haben.



Zitat von »flexxo«


also kriegler ist so gar nicht mein fall. würde ihn nie mit grant oder necros vergleichen. die beiden sind um längen besser. weise an der stelle immer gern auf mein Necros Fan Video auf youtube hin :) (hier gehts zum video). die person kriegler hat einfach nichts besonderes an sich. er ist am ende einfach nur ein blöder vorgeschickter schläger der russen. und er tritt auch nicht viel mehr als seine restlichen namenlosen motorradkumpels in den vordergrund.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (3. Juni 2013, 10:29)


largo

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Mittwoch, 30. Oktober 2013, 17:11

Mich erinnert er sehr an Hans aus YOLT

Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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Freitag, 8. November 2013, 11:59

Kriegler ist für mich einer jener Charaktere, warum ich FYEO nicht als ernster ansehe als OP (wir hatten diese Diskussion ja unlängst).

Ein Karikatur eines bösen Handlangers. Kaum eine Gefühlsregung (außer vielleicht der Wutausbruch, als er in Beißer-Manier mit dem Motorrad nach Bond geworfen hat). Mich erinnert er fast noch mehr an Vargas aus TB denn an Hans aus YOLT.

Dass er während eines Wettkampfs aussteigt, um Bond zu töten, ist durchaus etwas skurril.
Ob es damals schon Fernsehkameras bei solchen Wettkämpfen gab? ;)
Dass Bond und Bibi wie auch die anderen Zuschauer quasi auf das Wettkampfgelände mit ihren Skiern fahren können, ist auch lustig.

Aber an einem der besten Stunts des Franchise durfte Kriegler mitwirken: Der Verfolgungsjagd durch den Eiskanal.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

DrShatterhand

Ministerium für kulturelle und intellektuelle Tiefschläge

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Freitag, 8. November 2013, 15:38

Dass er während eines Wettkampfs aussteigt, um Bond zu töten, ist durchaus etwas skurril.
Ob es damals schon Fernsehkameras bei solchen Wettkämpfen gab? ;)


Darüber war ich auch gestolpert, als ich mir den Film angesehen habe, und in meiner Filmrezension habe ich mich auch dazu geäußert. Zu der Zeit ga es wohl noch nicht überall auf der Strecke Kameras, sodaß man theoretisch wohl durchaus mal verschwinden konnte. Man hätte allerdings eine gute Erklärung für den unerwarteten Zeitverlust haben müssen. Der alte Spruch "Wo ist Behle?" ist wohl in solchen Bedingungen entstanden; manche Streckenteile waren mangels Kamera schlicht nicht einzusehen.
The needs of the many outweigh the needs of the few or the one.
I have been and always shall be your friend.
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Spree

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Freitag, 8. November 2013, 15:40

"Wo ist Kriegler?" :D
I never left!

Maibaum

00-Agent

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6

Samstag, 9. November 2013, 13:24

Damals wurde ja noch längst nicht soviel Sport im TV übertragen.

In den 70gern wurden nicht mal alle Fußball Länderspiele übertragen. Weil dann die Gefahr zu groß war daß die Stadien leer blieben.

Daß Kriegler da einfach so mitten im Wettkampf aussteigt ist natürlich absurd. Aber, hey, es ist ein Bond Film der auch sonst sich nur wenig um Realismus oder Logik kümmert ...

  • »Martin« ist männlich

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7

Samstag, 9. November 2013, 17:31

Der ganze Wettkampf ist doch für den KGB-Mann Kriegler eh nur Mittel zum Zweck, um ungehindert im Westen agieren zu können. Dass die Jagd auf Bond ihm da wichtiger ist finde ich schon nachvollziehbar. Er wollte ja eh mit dem ATAC nach Russland verschwinden, die Medaille war ihm da sicher schnurz.

Mister Bond

Felix Leiter

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8

Mittwoch, 13. November 2013, 13:02

"Wo ist Kriegler?" :D

Sehr gutes Beispiel. Die Geschichte um Behle fand doch bei den olympischen Winterspielen 1980 statt.
Deshalb war die Entfernung Krieglers abseits des Geschehens um Bond zu töten, für mich nie verwunderlich.

AnatolGogol

Supernase

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Donnerstag, 21. November 2013, 16:11

Ich finde Kriegler vor allem deshalb spannend, weil er ja der eindeutige Verweis auf den eigentlichen Hintermann und wenn man so will den wirklichen Schurken von FYEO ist: mein Namenspatron Genosse Gogol. Spannend deshalb, weil uns der Film ja eigentlich weismachen will, dass Kristatos der böse Bube ist und unser alter Bekannter Gogol letztlich nur von Berufsinteresse wegen am ATAC interessiert ist, aber er mit den Mordanschlägen auf Bonds Leben nichts zu tun hat. Das kulminiert ja dann in Gogols Schlussszene, in welcher er lachend als guter Verlierer und echter Vertreter der Entspannung stilisiert wird. Geht man den Ereignissen von FYEO aber mal genauer auf den Grund, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass Gogol wohl nicht nur billigend den Kauf von feindlichen/ausländischen Agenten in Kauf genommen hat (Havelock, Ferrara) sondern aller Wahrscheinlichkeit die Liquidierung von Bond sogar explizit befohlen hat. Wir erinnern uns an Kristatos Worte zu Kriegler: "Die Stimme des KGB" - der Film zeichnet Kriegler eindeutig als Befehlsempfänger, der sich strikt an seine Vorgaben aus Moskau hält. Und was macht Kriegler nochmal genau in Cortina? Genau, er schiesst ohne erkennbaren Grund auf Old Rog. Warum macht er das? Gehen wir mal davon aus, dass es kein Akt der Eifersucht auf den vermeintlichen Nebenbuhler um Bibis Gunst war so bleibt als Erklärung nur, dass er eindeutige Anweisungen diesbezüglich aus Moskau, ergo von Genosse Gogol hat. Es erscheint äußerst unwahrscheinlich, dass Kriegler eine derart weitreichende Entscheidung wie die Liquidierung eines britischen Agenten eigenmächtig und ohne den Auftrag seines Vorgesetzten trifft. Gogol will also den Tod von Bond, quasi initiiert er damit genau das, was sein Waffenbruder Koskov den Briten als Gute-Nacht-Geschichte in TLD auftisch: smiert spionam.

P.S. Ob diese Interpretationsmöglichkeit nun ein geschickt, quasi subkutan versteckter interner Gag der Drehbuchautoren Maibaum und Wilson war oder doch nur ein nicht bemerktes bzw. nicht gestopftes Handlungsloch darüber lässt sich natürlich trefflich diskutieren. In jedem Fall aber wurde dadurch für mich Erich Kriegler derjenige, der aus der positiven russischen "Friedenstaube" Gogol einen üblen Bondschurken machte - zumindest in FYEO. :D
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  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Donnerstag, 21. November 2013, 21:19


(...) den wirklichen Schurken von FYEO ist: (...) Genosse Gogol.(...) dass Gogol wohl nicht nur billigend den Kauf von feindlichen/ausländischen Agenten in Kauf genommen hat (Havelock, Ferrara) sondern aller Wahrscheinlichkeit die Liquidierung von Bond sogar explizit befohlen hat. (...) Gogol will also den Tod von Bond, quasi initiiert er damit genau das, was sein Waffenbruder Koskov den Briten als Gute-Nacht-Geschichte in TLD auftisch: smiert spionam.
(...) In jedem Fall aber wurde dadurch für mich Erich Kriegler derjenige, der aus der positiven russischen "Friedenstaube" Gogol einen üblen Bondschurken machte - zumindest in FYEO.

Das ist eine sehr kluge Analyse! Vielleicht ist das sogar die (einzige, zumindest bestimmt die Haupt-)Funktion Krieglers in FYEO. Anmerken möchte ich jedoch, dass die Figur des Gogol immer parallel zum öffentlichen Erscheinungsbild der UdSSR angelegt war. In TSWLM war er mit Sicherheit der Mann, der Bonds Tod befohlen hat (durch Agent Sergej Borzov). Diese offene "Aggression" wurde dann in den nächsten Filmen zwar stark abgemildert oder wenigstens nicht mehr hervorgehoben, aber - abgesehen von dem Kooperations-Intermezzo in TSWLM, repräsentierte er doch, jedes Mal, wenn er auftrat, den großen Gegenspieler - Russland. Oft ganz witzig, zugegeben: das Telefonat in MR, als sei er ein guter Kumpel der Amis, Ordensverleihungen, etc. In OP war er ja geradezu die Personifizierung der Bestrebungen der Bond-Macher, niemandem auf die Füsse zu treten (was hätte Fleming wohl dazu gesagt?) Aber bedenkt man, dass FYEO vier Jahre vor Gorbatschows Machtantritt gedreht wurde, als noch niemand von Glasnost und Perestroika sprach, dann ist ein Tötungsbefehl gegen einen britischen Agenten nicht vergleichbar mit einem, der den Russen 1987 (TLD) untergejubelt wird.
Trotzdem sehe ich keinen Widerspruch darin, bei "Konkurrenz-Firmen" zu arbeiten aber gut miteinander zurecht zu kommen. Die "positive, russische Friedenstaube" wurde Gogol erst mit OP (auch noch etwas früh!) Bis dahin waren die Russen die Gegner, ja - aber keine "üblen Bond-Schurken"! Durch die jeweilige Installation eines unparteiischen Villains wurden die West-Mächte und die Russen sogar oft Waffenbrüder, nach dem Motto: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund." In der Folge "Kennen Sie S.N.O.B?" aus der Serie "Mit Schirm, Charm und Melone" sagt Steed vorwurfsvoll über einen der Russen: "Nanu, wir waren doch immer die besten Feinde...?!" In Kurzform ist das die Botschaft, die uns so liebenswert in FRWL vermittelt wird, als Kerims Sohn zu Bond sagt: "Sie verfolgen uns, wir verfolgen sie - das tut der Freundschaft keinen Abbruch." Gogol will Bond töten lassen: In TSWLM, in FYEO, das war damals ganz natürlich, gehörte einfach zum Job. Aber deswegen musste man sich nicht gleich unsympatisch sein! ;)
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Mister Bond

Felix Leiter

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Donnerstag, 21. November 2013, 21:34

In den 70ern herrschte aber Entspannungspolitik zwischen den West- und Ostmächten.
Und dass Gogol nicht unbedingt der Strippenzieher sein muss sehen wir doch in OP.
So kann in FYEO durchaus ein anderer sowjetischer Oberer die Tötungsaufträge veranlasst haben.
Gogols Rolle bleibt eher undurchsichtig, ich tendiere aber dazu, dass er Bond nicht umbringen lassen wollte, sonst hätte er am Ende ganz einfach den Befehl dazu gegeben. A.T.A.C. hin oder her.

  • »Mr. Fogg« ist männlich

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Donnerstag, 21. November 2013, 23:00

In den 70ern herrschte aber Entspannungspolitik zwischen den West- und Ostmächten.
Und dass Gogol nicht unbedingt der Strippenzieher sein muss sehen wir doch in OP.
So kann in FYEO durchaus ein anderer sowjetischer Oberer die Tötungsaufträge veranlasst haben.
Gogols Rolle bleibt eher undurchsichtig, ich tendiere aber dazu, dass er Bond nicht umbringen lassen wollte, sonst hätte er am Ende ganz einfach den Befehl dazu gegeben. A.T.A.C. hin oder her.
Trotz der "Entspannungs-Politik" in den 70-ern, lieber Mister Bond, ist da aber noch die Causa Sergei Borzov: Wie ordnest Du die dann ein? Zumindest muss Gogol davon gewusst haben, oder? Aber vielleicht hast Du Recht: Gogol sagt, glaube ich: "Wir vermuten, dass es einen Zusammenstoss mit dem britischen Secret Service gegeben hat." Borzov hatte zwar den Auftrag - muss ihn aber nicht von Gogol bekommen haben. Gogol könnte das russische Pendant zu Admiral Canaris bei den Nazis gewesen sein - zwar für Mütterchen Russland, aber nicht unbedingt im Herzen ein Bolschewik.

In FYEO wollte er, dass Kristatos ihm das A.T.A.C. besorgt, daher hat er möglicherweise Arrangements getroffen, die die "Karten zu dessen Gunsten mischen". Dazu könnten Anschläge auf Bond gehört haben. Bond war die "Fliege in der Suppe".
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Felix Leitner

Witwe Bolte

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Freitag, 22. November 2013, 07:18

In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder interessant, dass im öffentlichen Bewusstsein weiterhin Connery-Bond als der Kalte Krieger gilt. Das hat wohl damit zu tun, dass die 60er unter dem Eindruck des Eisernen Vorhangs, der Kuba-Krise, Vietnam und dem allgemeinen Interesse am Thema "Geheimagent" einfach das Bond-Jahrzehnt schlechthin darstellen. Dabei war es Moore, der die meisten direkten Konfrontationen mit den Sowjets gehabt hat und dessen letzte Agentenjahre mit dem letzten Aufwallen des Kalten Kriegs zusammentrafen (Stichwort Pershing), bevor dann Dalton das Gorbi-Zeitalter einläuten durfte (auch wenn Moore-Bond am Schluss noch den Lenin-Orden bekommen hat, wahrscheinlich der einzige Preisträger, der schon Scharen russischer Soldaten und Agenten über den Haufen geschossen hat)
"I don't like your manner." "I'm not selling it."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Felix Leitner« (22. November 2013, 08:04)


AnatolGogol

Supernase

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Freitag, 22. November 2013, 08:13

Ich denke, wir sollten nicht versuchen eine zu große Kontinuität in der Rolle Gogol zu suchen, denn dafür sind die Filme ja bekanntermaßen zu sehr Einzelproduktionen und hatten nie wirklich den Anspruch aufeinander aufzubauen – sei es charakterlich oder inhaltlich – trotz häufig wiederkehrender Figuren (man denke zB an den kameradschaftlichen Umgang den Bond und Frederick Grey in TSWLM pflegen, während man in allen anderen Filmen eher den Eindruck vermittelt bekommt Grey könne Bond nicht ausstehen). Abgesehen davon stimme ich Mr. Fogg zu, dass Gogol genaugenommen schon in TSWLM den Befehl zu Bonds Tötung gegeben haben könnte. Allerdings empfinde ich diese Situation als weniger klar als die in FYEO, da wir hier die genauen Hintergründe nicht kennen. Was genau Bond in Österreich gemacht hat wissen wir ja nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass er mal wieder russische Informationen, Pläne, Bauteile oder ähnliches in seinen Besitz gebracht hat und dabei von den Russen gestellt wurde – also die gleiche Situation wie in der PTS von AVTAK. Dazu passt auch Anyas spätere süffisante Bemerkung hinsichtlich der Pläne von Wet Nellie. Und last not least ist ja das Geschachere um entwendete Geheimnisse der eigentliche Aufhänger der Story. Sollte also diese Vermutung hinsichtlich der Hintergründe des Berngarten-Zusammenstossen stimmen, so hatte Borzov vermutlich gar nicht explizit den Auftrag Bond zu liquidieren, sondern ihm das entwendete Was-auch-immer wieder abzunehmen. Das aber natürlich um jeden Preis und die Tötung von Bond unter diesen Umständen wäre mit Sicherheit auch kein Stein des Anstosses für die Briten gewesen, denn genau das waren ja die Regeln des Spiels. Daher interpretiere ich Gogols Rolle im Berngarten-Zusammenstoss wie folgt: er beauftragte Borzov Bond an dessen Mission zu hindern und zwar unter Einsatz aller Mittel. Er beauftragte ihn aber nicht explizit mit der Liquidierung von Bond. Dass Gogol als Chef des KGB der Drahtzieher des Überfalls auf Bond in Berngarten ist steht für mich dabei außer Frage (siehe Ausführungen im nächsten Absatz zu FYEO), dass er sich etwas kryptisch gegenüber Anya äußert ist für mich da kein Widerspruch, sondern ist verständlich: der hochrangigste Geheimnisträger einer Nation wird sein Wissen sicherlich nicht nur aus Pietät mit einer vergleichsweise kleinen Agentin teilen.

Etwas anders beurteile ich aber den Fall in FYEO: bei Krieglers versuchtem Attentat auf Bond in Cortina abseits der Biathlon-Strecke
kann es für den guten Erich zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Auftrag gegeben haben als den britischen Agenten zu liquidieren. Der Nutzen daraus wäre natürlich, dass Bond im Ringen um das verschollene ATAC aus dem Rennen gewesen wäre. Allerdings wäre die Liquidierung eines gegnerischen Agenten ein ganz anderes Kaliber gewesen als die mehr und minder unvermeidliche Tötung bei einem Zusammenstoss mit der Gegenseite. Genau das ist ja auch einer der Hintergründe der Smiert Spionam-Geschichte, die willentliche Ermordung von gegnerischen Agenten nur um sie „aus dem Spiel zu nehmen“ stellte nicht nur einen Bruch der beiderseitig stillschweigend akzeptierten Regeln dar sondern musste gleichzeitig als eine offene Aggression angesehen werden. Kriegler als Mann des KGBs kann seine Befehle nur vom KGB bekommen haben und der Chef des KGBs ist Gogol. Bei einer so straff zentralistisch geführten Einrichtung wie es der KGB war ist es unwahrscheinlich, dass ein Befehl mit so weitreichenden Folgen (bis auf diplomatische und politische Ebene) auf einer unteren Ebene erteilt wurde. Dagegen spricht auch, dass Gogol ja am Ende des Films persönlich zur Übergabe erscheint und er zu Beginn des Films ja als bestens informiert gezeigt wird als er ankündigt, dass er persönlich Kristatos aktivieren werde (und ihm gleichzeitig Kriegler als Unterstützung und Aufpasser zu Seite zu stellen). Gogols Rolle in FYEO sieht daher für mich wie folgt aus: er beauftragt Kristatos ihm das ATAC zu besorgen unter Einsatz aller Mittel. Dass diese Mittel unter Umständen die Liquidierung von gegnerischen Agenten beinhaltet nimmt er wissentlich in Kauf, kann letztlich seine Hände aber trotzdem in Unschuld waschen, da er bzw. die Russen ja nicht direkt involviert sind. Klingt ähnlich wie bei Borzov in TSWLM, ist es aber nicht wirklich, da wenn meine Vermutung bezüglich der Hintergründe des Berngarten-Zusammenstoss stimmt die Russen Bond ihr Eigentum wieder abnehmen wollen – also quasi eine defensive Aktion. Hingegen sind alle Bemühungen der Russen um das britische Eigentum ATAC ganz klar eine offensive Aktion und daher sind auch die eingesetzten Mittel anders zu bewerten. Endgültig ein Schuh wird dann aus Gogols Beteiligung aus Krieglers unmissverständlichem Mordanschlag auf Bond in Cortina.

Der eigentliche Clou an FYEO diesbezüglich ist für mich die Tatsache, dass es Drehbuch und Inszenierung geschickt gelingt die Russen in Form von Gogol als sauber aus dem Ganzen rauszuhalten. Obwohl man ja genügend Hinweise auf die Verwicklung von Gogol bekommt macht die launige Inszenierung seiner Szenen aus ihm den altbekannten Sympathieträger und lässt den Zuschauer nicht wirklich über seine eigentliche Beteiligung an der Ermordung bzw. der versuchten Ermordung diverser mehr (Mrs Havelock, Lisl) oder weniger (Bond, Havelock, Ferrara) unschuldiger Menschen nachdenkt. Denn wenn man es genau betrachtet ist FYEO daher der erste (und einzige) Bondfilm, in welchem die Russen die Schurkenrolle übernehmen – ohne die Ausrede, dass es „nur“ alleinhandelnde Abtrünnige wie Orlov oder Koskov sind. Dieses mal war es sozusagen „offiziell“, wenn natürlich die Frage bleibt wie viel davon letztlich wirklich bewusst im Drehbuch so angedacht war.
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »AnatolGogol« (22. November 2013, 08:29)


Felix Leitner

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Freitag, 22. November 2013, 08:31


Der eigentliche Clou an FYEO diesbezüglich ist für mich die Tatsache, dass es Drehbuch und Inszenierung geschickt gelingt die Russen in Form von Gogol als sauber aus dem Ganzen rauszuhalten. Obwohl man ja genügend Hinweise auf die Verwicklung von Gogol bekommt macht die launige Inszenierung seiner Szenen aus ihm den altbekannten Sympathieträger und lässt den Zuschauer nicht wirklich über seine eigentliche Beteiligung an der Ermordung bzw. der versuchten Ermordung diverser mehr (Bond, Havelock, Ferrara) oder weniger (Mrs Havelock, Lisl) unschuldiger Menschen nachdenkt. Denn wenn man es genau betrachtet ist FYEO daher der erste (und einzige) Bondfilm, in welchem die Russen die Schurkenrolle übernehmen – ohne die Ausrede, dass es „nur“ alleinhandelnde Abtrünnige wie Orlov oder Koskov sind. Dieses mal war es sozusagen „offiziell“, wenn natürlich die Frage bleibt wie viel davon letztlich wirklich bewusst im Drehbuch so angedacht war.


Volle Zustimmung. Dass FYEO quasi der einzige 100%ige Kalte-Kriegs-Bond ist, ist mir auch schon aufgefallen. Aber sind die Russen hier wirklich die Bösen? Der Clou war doch das Gleichgewicht der Kräfte. Wenn die Briten (oder die Amis) ein neuartiges System zur Atomwaffen-Lenkung benutzen, stören sie dieses doch letztlich. Nach der Logik jener Ära war die Jagd nach einem Vorteil doch legitim - und das Beibehalten des Gleichgewichts klug.
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AnatolGogol

Supernase

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Freitag, 22. November 2013, 08:39


Volle Zustimmung. Dass FYEO quasi der einzige 100%ige Kalte-Kriegs-Bond ist, ist mir auch schon aufgefallen. Aber sind die Russen hier wirklich die Bösen? Der Clou war doch das Gleichgewicht der Kräfte. Wenn die Briten (oder die Amis) ein neuartiges System zur Atomwaffen-Lenkung benutzen, stören sie dieses doch letztlich. Nach der Logik jener Ära war die Jagd nach einem Vorteil doch legitim - und das Beibehalten des Gleichgewichts klug.

Ronald Reagan hätte dies bestimmt anders gesehen als du :D .

Die Entwendung bzw. die Erlangung von gegnerischen Geheimnissen - versucht oder erfolgreich - würde die Russen in meinen Augen auch nicht zu den Bösen stempeln, da genau das ja der Zweck eines Geheimdienstes ist und Bond selbst in vielen Filmen ja auch nichts anderes macht. Was für mich die Russen in FYEO zu den Schurken macht sind die verwendeten Mittel bei einer eindeutig offensiven Aktion (in erster Linie die Liquidierung von feindlichen Agenten) und die Tatsache, dass diese von höchster Ebene (Gogol) befohlen werden.
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Felix Leitner

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Freitag, 22. November 2013, 08:50

Ronald Reagan hätte dies bestimmt anders gesehen als du :D.


Das stimmt. Zumindest hat er das Wettrüsten nicht mit seinem spektakulären SDI("Star Wars")-Projekt gewonnen. Das wäre quasi das Defensiv-Gegenstück zum ATAC geworden.

Übrigens war der Fleming-Bond mit dem prophylaktischen Liquidieren auch nicht zimperlich, wenn man an seinen ersten 00-Auftrag denkt.

(Jetzt sind wir mal wieder weit vom Thema abgekommen)
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AnatolGogol

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Freitag, 22. November 2013, 08:56


Übrigens war der Fleming-Bond mit dem prophylaktischen Liquidieren auch nicht zimperlich, wenn man an seinen ersten 00-Auftrag denkt.

(Jetzt sind wir mal wieder weit vom Thema abgekommen)
Absolut, und damit stellt der gute Biathlonchampion Erich ja genaugenommen eine verkannte spiegelbildliche Variante des Flemingschen Bonds dar (womit auch der Themenbezug mehr oder weniger elegant wieder hergestellt wäre)
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Freitag, 22. November 2013, 10:31

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Kurzer Querverweis hinsichtlich der Intention des Drehbuchautoren Christopher Wood zur Eingangssequenz in "The spy who loved me"

Auszüge aus der deutschen Filmnacherzählung "James Bond und sein größter Fall" von Christopher Wood:


… Fast 9000 Fuß über der Stadt lag Sergei Borzov von SMERSH Otdyel II, der Operations- und Hinrichtungsabteilung des Mordapparates des russischen KGB mit offenen Mund da und beobachtete, wie sein Blut ein Loch in den Schnee schmolz. Aber es würde nicht mehr lange dauern …


Wo ist er gestorben?“
„In den französischen Alpen. Er hatte den Auftrag, einen britischen Agenten zu eliminieren. Leider versagte er.“
...



Gogol hieß in der Buchvorlage übrigens noch Nikitin.
Willkommen auch in diesem Forum, Anatol!



.

AnatolGogol

Supernase

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Freitag, 22. November 2013, 10:49

Danke, photographer! Das ändert den Sachverhalt natürlich wenn wir davon ausgehen, dass die Filmhandlung hier Woods Romanfassung entspricht. Wenn man bedenkt, dass Pushkin ja eigentlich Gogol in TLD sein sollte wirft das auch wieder ein interessantes Bild auf Koskovs vermeintliche Lügengeschichte über "smiert spionam". Denn eigentlich erzählt er ja dann nur das, was Pushkin alias Gogol ohnehin schon jahrelang praktiziert hat: die (versuchte) Ermordung von gegnerischen Agenten.

Entspricht der von dir zitierte Dialog aus dem Wood-Roman der Filmszene mit Gogol und Anya? Wenn ja wäre es interessant zu wissen, ob man im fertigen Film die Hintergründe von Borzovs Aktion gegen Bond im Gegensatz zur Romanversion bewusst nicht erwähnt hat um die Russen nicht als böse Buben hinzustellen (was ja die übliche Praxis in den EON-Filmen war - mit der bewussten/unbewussten Ausnahme FYEO).
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