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Kronsteen

James Bond Club Deutschland - SPECTRE Nr. 005

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  • »Kronsteen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 317

Registrierungsdatum: 17. Mai 2013

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1

Donnerstag, 6. Juni 2013, 09:12

DER VILLAIN: Elliott Carver

In diesen Thread alles rund um den Bösewicht aus TND.

[img]http://www.solarnavigator.net/films_movies_actors/film_images/james_bond_007_elliot_carver_1997_movie_tomorrow_never_dies.jpg[/img]

Hier der alte Thread aus dem archivierten razyboard.


Und hier die Beiträge bisher:

Zitat von »Kronsteen«

An ihm scheiden sich die Geister der Bondfans.
Für die einen ist er einer der letzten großen und klassischen Bondgegner in der Tradition eines Goldfingers, Strombergs, Drax' oder Zorins: Höflich, charmant, steinreich und verrückt.
Für die anderen hingegen ist er ein hektischer Mensch, der als Villain nicht ernstzunehmen ist, da ihm die Präsenz fehlt.
In der deutschen Fassung wird häufig seine Stimme als Kritikpunkt genannt.


Zitat von »ollistone«

Dem kann man kaum noch etwas hinzufügen: gerade die Synchronstimme rundet die Sache ab - zum negativen. Mein Hass-Villain. In keiner Hinsicht mit den großen Villains wie Drax oder Stromberg zu vergleichen.

Nun ja, reich waren sie ja fast alle, die Bond-Schurken, das ist für mich kein Kriterium. Keiner aber war solch ein unausstehliches Rumpelstilzchen wie Carver. Sein Tod hat mich schon deshalb gefreut, weil ich ihn nicht länger ertragen musste.


Zitat von »Carsten«

So schlimm sehe ich Carver nun wieder nicht. Er ist kein 08/15 Bösewicht, sondern durchaus einer vorstellbaren Wirklichkeit entsprungen. Die Macht der Medien ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark angestiegen. Typen wie Rupert Murdoch haben wesentlich mehr Einfluss, als man dies vermutet. Daher war die Idee, einen Medienzaren als Schurken zu nehmen, hervorragend. Pryce spielt den selbstverliebten und machthungernden Carver absolut überzeugend - vorallem in seiner Originalstimme. Die Synchro-Stimme ist extrem unpassend. Ich empfehle dringend, die Szene, in der er vor der Medienwand seinen Mitarbeitern von der neuen Krise berichtet, mal in Originalton zu sehen. Wie Pryce diese leichte Unsicherheit und extreme Selbstüberschätzung eines intelligenten großen Kindes spielt, ist schon schön anzusehen. Schlecht ist, dass Carver schon zu Beginn der Endschlacht auf verlorenen Posten steht. Er verliert zu früh und kämpft - was sinnlos ist - immer noch weiter. Auch seine Todesszene ist zwar spektakulär aber viel zu platt.


Zitat von »Batman«

TOP 10 LAMEST MOVIE VILLAINS OF ALL TIME

3. JONATHAN PRYCE as ELLIOT CARVER in TOMORROW NEVER DIES
Being part of the Bond Villain Club isn’t all it’s cracked up to be; you’re always trying to out-do the last guy - when 007’s former enemies tried to cut him in two with a laser or blow up the sun, repeatedly kicking him in the nuts won’t do at all. Poor old Elliot Carver suffers in comparison to the all-time greats; a weedy, silver-haired, bespectacled geek who dreams of controlling the world through his news corporation, he actually suffers the indignity of being less villainous than several real-life media barons. Carver spends his nights concocting devious plans to play the worlds’ armies off each other, presumably in between bouts of World of Warcraft and updating his MySpace page (‘You have 0 Friends’). Bond might as well have defeated this nerd with a killer wedgie.

Ultimate act of lameness: No villain should ever know how to use Quark Xpress.

http://www.theshiznit.co.uk/review.php?id=177


Zitat von »Spree«

Ich mag Carver wegen der schon angesprochenen Pluspunkte (v.a in der Originalsynchro) und Sprüchen wie "There goes my new anchorman!"
Für mich in der Tat in einer Reihe mit Goldfinger, Frax und Zorin, wenn auch von diesen Legenden eher der letzte Platz für Carver übrigbleibt.


Zitat von »MisterBond«

Carver finde ich eigentlich gut. Kommt nicht in meine top-10, ist auch weit von Stromberg und Co. entfernt, aber was Jonathan Pryce aus seiner Rolle macht, finde ich schon interessant. Carver hat auch einige sehr nette Sätze parat. Hier haben wir übrigens wieder den Fall von "klassisch".
Carver orientiert sich an den klassichen Bondvillains wie eben Stromberg und Drax. Und das gefällt mir wiederum. Wann hatte man das letzte mal vor TND einen Bösewicht, der einen Krieg/Weltkrieg anzetteln will, weil sein Ego übergeschnappt ist?


Zitat von »felixleitner«

@ Spree & Carsten: Danke für den Hinweis mit der Synchronisation, muss mir wohl auch mal die Original-Version anschauen, da hat mich z.B. Drax auch schon sehr überrascht. Trotzdem glaube ich, dass man mit Carver die Chance verspielt hat, einen glaubwürdigen, zeitgemäßen Medien-Mogul alá Rupert Murdoch zu präsentieren. Und das war doch damals die Absicht (um vom TSWLM/YOLT-Aufguss abzulenken...).

Den Industriellen mit den zwei Gesichtern hat Christopher Walken meiner Meinung nach viel besser interpretiert. Seinen Zorin kann ich mir ohne Probleme auf einer Pressekonferenz, Vorstandssitzung oder bei einem Diner mit Staatsgästen vorstellen. Pryce passt mit seiner überzogenen, dauergrinsenden Darstellung eher in einen Batman-Film...

Aber wie gesagt, vielleicht gibt die Original-Version da mehr Aufschluss...


Zitat von »Sanchez«

Mir gefällt Carver recht gut. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn jemand sich an seinem selbstgefälligen, nervösen Gehabe stört. Für mich ist er aber aufgrund dessen einfach ein Vilain, den man so richtig durch und durch hassen kann.


Zitat von »Spirit54«

Konnte gestern nicht schlafen und hab mal über Bondvillains nachgedacht. Eigentlich wurde mit Carver ein neuer Typ Bösewicht eingeführt, den man als den falschen Wohltäter bezeichnen könnte. Praktisch alle Bösewichter davor haben die Öffentlichkeit eher gescheut. Als einzige Ausnahme könnte man Kananga/Mr. Big sehen, der ja als Politiker auch schon mal gern auf die nationalistische Pauke haut.

Carver ist der erste Bösewicht, der die Öffentlichkeit sucht und sich als Freund der Menschheit ausgibt. Ein Muster, das eigentlich auf Drax im Roman MR zurückgeht. Graves und Greene folgen diesem Schema in mittlerweile jedem zweiten Film. Alle lassen sich gern fotografieren und halten pathetische Reden. (Wobei es natürlich vorher schon Villains gab, die vorgeblich Gutes tun, wie OHMSS-Blofeld, Drax, Kristatos oder Max Largo, aber nicht in diesem großen Stil mit Reden, etc.)


Zitat von »Scarpine«

Für mich ist Carver einer der schwächsten Villains der Bondgeschichte. Jonathan Pryce ist ein guter Schauspieler, aber in dieser Rolle kann er mich einfach nicht überzeugen, so sehr er sich auch bemüht.

Die Drehbuchautoren hätten mit der Vorgabe eines größenwahsinnigen, einflussreichen Medienmoguls einfach viel mehr aus der Rolle herausholen müssen. Die filmische Umsetzung ist reichlich mager.

Zunächst einmal wird mir das Verhältnis Paris/ Carver zu oberflächlich und zu kurz beleuchtet. Da TND ohnehin keine sehr lange Laufzeit hat, hätte man hier viel mehr draus machen können, ohne das der Streifen zu lang geworden wäre. Dann ein weiteres Problem: Carver hat keine einzige Szene, in der er eine wirkliche Bedrohung darstellt. Selbst auf dem Stealthboot (by the way: Was tut dieser Mann dort überhaupt?), wenn er Bond mit der Waffe bedroht wirkt er harmlos und seine auf dem Papier eigentlich gelungene Abgangsszene (ironischerweise vom eigenen Fräsentorpedo zerfetzt) wirkt irgendwie recht plump und beiläufig umgesetzt. Die "Grimasenschneiderei" von Pryce, sein Kung-Fu-Rumgezappel und seine unpassende Synchronstimme geben dem Charakter den Rest.

Positiv ist hingegen seine Einführung, wenn er in seinem abgedunkelten Medienzentrum sitzt und beginnt mit den Schlagzeilen zu spielen. Wieso zeigt man eigentlich nicht mit deutlicheren Szenen welche Macht dieser Mann mit seiner medialen Macht auf die Weltpoltik und die Gesellschaftsmeinung ausüben kann? Dieser Aspekt rückt zu sehr in den Hintergrund, dabei hätte man das wunderbar für die Story nutzen können und der Film hätte durch eine intelligente Kritik am medialen Monopol deutlich mehr Tiefe und gesellschaftliche Relevanz bekommen.

Der Dialog im Wolkenkratzer ist die andere Szene, die ich noch gut finde, zeigt sich doch hier Carvers Wahsinn und das damit verbundene Desinteresse an den schrecklichen Folgen seines Machtstrebens. Aber auch hier bleibt das Drehbuch unter seinen Möglichkeiten. Ein Problem, das, wie ich finde, der Brosnan-Ära so deutlich, wie keiner anderen Darsteller-Ära anhaftet.

Unterm Strich bleibt ein Villain, der im Grunde so viel Potenzial hatte, wie kaum ein anderer Bondschurke. Leider wurde dieses Potzenial bei weitem nicht ausgeschöpft. Nur aus der Figur Gustav Graves wurde leider noch weniger gemacht. Carver ist und bleibt für mich ein schwacher Villian in einem schwachen Film. Leider


Da die oben zitierten Beiträge aus den Jahren 2007 bis 2009 stammen, wäre es interessant zu sehen, wie Carver heute hier beurteilt wird?!
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"