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ollistone

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Freitag, 7. Juni 2013, 11:23

Mi6: M

Hier Eure Meinungen zu

Bernard Lee (1962 - 1979)

[img]http://www.nndb.com/people/148/000043019/bernard-lee-3-sized.jpg[/img]

Robert Brown (1983 - 1989)

[img]http://i42.tinypic.com/j9obj5.jpg[/img]

Judi Dench (1995 - 2012)

[img]http://www.noise11.com/wp/wp-content/uploads/2012/04/Judi-Dench-as-M.jpg[/img]

Ralph Fiennes (2012 - ?)

[img]http://www.flicksandbits.com/wp-content/uploads/2012/10/Ralph-Fiennes-Gareth-Mallory-Skyfall2.jpg[/img]


Zitat von »15Fountainbridge«


Hört sich jetzt vilt. doof an, aber als ich gehört habe das Ralph Fiennes Mallory spielt, habe ich nur gedacht das wäre ein guter Darsteller mit Langzeitbesetzung und am besten als M.
Ich schätzte ihn so oder so als Schauspieler und mag seine Filme und mein Gedanke war nur, das wäre ein guter M und etwas like Bernard Lee.

Da ich Judi Dench als M immer mochte habe ich den Gedanken verworfen und gehoft er bleibt uns in seiner ersten Position erhalten. So schade der verlust auch um Dench ist, genauso freu ich mich auch über Fiennes.
Denke er wird eine Art Neuen-Alten Wind in die Craig Filme bringen.

Auch das Klassische Ende fand ich Grandios mit einem Mänlichen M und Moneypenny im Vorzimmer, da kann man sich nur noch mehr auf den nächsten Bond Film freuen.

Denn es geht so wie es aussieht wieder etwas zu den alten Bond zurück (wenn auch auf einer neuen frischen Art).

Fazit: Einen bessere Nachfolge hätte es meiner Meinung nicht geben können.



Zitat von »ollistone«


Was für M's Wohnung gilt, gilt auch für das Büro des neuen M: Schade, dass man sich von der Moderne verabschiedet hat! Wirkte M's Zuhause in CR noch stylish und durchdesigned, ist sie in SF offenbar wieder in viktorianischen Altbau umgezogen.

Analog das Büro des neuen M: Adieu moderne Innenarchitektur, willkommen zurück in der Welt der Holzvertäfelungen, Ohrensessel und Ölgemälde-Schinken an der Wand.

Das hat mir nicht so sehr gefallen. Ein Rückschritt zur Tradition.



Zitat von »felixleitner«


Mir schon. Irgendwie cool.

Ich denke, dass wir im nächsten Film M nicht nur in diesem Büro sehen werden, sondern ebenfalls in einer modernen Kommandozentrale, wo er mehr agieren und kommunizieren kann.

Bei einem Schauspieler wie Ralph Fiennes kann man davon ausgehen, dass die Rolle ebenfalls aktiver angelegt werden wird als zu Bernard Lee's Zeiten. Seinen "Feldtest" hat er ja schon bestanden...



Zitat von »ChrisMainz«


Ich fands ganz gut, denn das gibt mir die Hoffnung, dass die 00-Abteilung nicht mehr so technisiert und verkopft dargestellt wird wie in den letzten Filmen.

Der MI6 arbeitet weiter mit dem Schnick-Schnack und die Doppelnullen bekommen dank M1 flammender Rede vor dem Ausschuss wieder mehr Freiheiten.
Würde mir für den nächsten Bond wirklich mal wieder ein klassisches Briefing und dann Aktionen auf eigenen Faust wünschen.
Tradition ist ja an sich nichts schlechtes, es wird noch genug Craigstyle (Yeah, dance the Craignamstyle) übrigbleiben, wie SF ja gezeigt hat.



Zitat von »00Beisser«


Im Gegensatz zu James Bond weine ich der alten M keine Träne nach [img]imageshack.us/a/img196/1566/hops.gif[/img]

Im Gegenteil. Ich fand ihre sämtlichen Auftritte nur noch nervend, um so mehr freut es mich, dass Fiennes der nächste M geworden ist.
Auch die Art und Weise wie er eingeführt wurde und die Szene in dem klassischen Büro hat mir sowieso gefallen.



Zitat von »MisterBond«


Ich habe zwar nichts gegen Judi Dench, sehe es aber wie der Beisser.
Ein Freund hatte das Gefühl, dass beinahe M die Hauptrolle inne hatte.



Zitat von »maxzorin«


Ich würde mich meinen beiden Vorrednern anschließen wollen. Judi Dench ist eine hervorragende Schauspielerin und hat zweifelsfrei ihre Verdienste für die Reihe. Nach nunmehr 7 Auftritten begrüße ich den Wechsel zu einem männlichen Darsteller aber ausdrücklich. Dass der Grund für den Wechsel neben dem Alter wohl primär gesundheitlicher Natur ist, hinterlässt natürlich einen bitteren Nachgeschmack. Ich wünsche Dench alles Gute für ihren Lebensabend. Persönlich bin ich ohnehin erst in der Craig Ära mit Dench warm geworden. Gleichermaßen wie Samantha Bond hat mich ihr Charakter in der Brosnan Ära weitestgehend genervt. Diese herablassende, misstrauische, feministische Art empfand ich als extrem störend. Mit CR tendierte sie dann teilweise eher zur gutmütigen Großmutter, die auch mal beide Augen zudrücken kann. Insgesamt betrachtet würde ich sagen, dass der Figur M einfach ein zu großer Stellenwert zugute kam. Ihre Präsenz war ja teilweise gefühlt größer als die der Villains oder Bondgirls. Spätestens mit SF wurde M ja zur absoluten Hauptfigur neben Bond. Natürlich muss man Fiennes jetzt auch erst einmal größere Präsenz einräumen als Lee oder Brown; grundsätzlich wünsche ich mir aber wieder ein eher hintergründiges Agieren.[br][br]
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ollistone

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Freitag, 7. Juni 2013, 11:29

Mi6: M

Zitat von »jimhunter«


M - interessante Person ! Der Vorgänger des weiblichen MI6 Chefs war Admiral. Er könnte auch Commander Bonds berufung zum Secret Service gefördert haben.

Das er sehr gediegen ( mit Butler ) wohnt und Schmetterlinge sammelt wissen wir ja - nichts jedoch über sein privates Leben : Verheirater, verwittwet oder single - dies bleibt wohl ein Geheimniss.

er ist sehr streng - aber nicht ohne Schwäche "Moneypenny was würde ich ohne sie machen"-nachdem er Bond mit Hilfe seiner Sekretärin ausgetrickst und seine Kündigung verhindert hat.

er ist von Bonds amorösen Lebenswandel alles andere als angetan, billigt ihn aber aufgrund der Grossen Erfolge die letztlich doch jede Mission von 007 kennzeichnen.

Herrlich komisch finde ich die Szene als Bond, M und Freddy Grey mit Gasmasken in Drax's Büro stehen[img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/22.gif[/img].

Denchs M macht darüber hinaus besonders deutlich wie sehr sie hinter Bond steht und auch Angst um ihn hat. Nach den anfänglichen Querellen " ich halte sie für einen sexistischen Dinosaurier" haben sie nun ein gutes vertrauensverhältniss - wenn man von CR ausgeht muss sich das noch entwickeln !




Zitat von »MisterBond«


Tja, auch wenn M Bond oft gerügt hat, merkt man doch immer, dass ER/SIE immer hinter Bond stehen.
Auch bei fragwürdigen Aktionen wie in TB "Wenn 007 sagt er hätte Derval gesehen, reicht es..." und MR (mit Gasmasken vor Drax) :happy:
Für mich ist Bernard Lee immer noch der "Klassiker". Wahrscheinlich weil er der Erste war, in den meisten Filmen mitgespielt hat und diese Filme selber zu den Klassikern gehören (FRWL, GF, TSWLM).
Die beiden Nachfolger Robert Brown und Judi Dench machten/machen ihre Sache aber auch sehr gut, wobei Brown ja wohl der selbe M wie Bernard Lees war und natürlich eine ähnliche Interpretation dazu lieferte.



Zitat von »DoctorMoVe«


Bernhard Lee ist selbstverständlich eine geniale und grundsympathische Besetzung gewesen. Er hat unser Bild von M wie kein anderer geprägt.

Doch nun, nach 5 Filmen mit Judi Dench, läßt sich wohl mit einer gewissen Berechtigung behaupten, das sie die bisher interessanteste Nachfolge-Besetzung ist.
Man tat gut daran ihren Part in TWINE auszubauen und der Figur ein bißchen privatere Konturen zu geben.
Ich mochte sie eigentlich von Anfang an. Da konnte ihre aufgesetzte 'Dinosaurier'-Unterhaltung mit Bond in GE auch nicht viel kaputt machen. Man nimmt dieser guten Schauspielerin ihren Chef-Part einfach immer ab.
An der Seite von Craig gefällt sie mir sogar noch besser.
Hoffentlich ist sie noch ein paar Filmchen mit an Bord...[br][br]



Zitat von »Thunderball«


Zu Judi Dench:

In GE fand ich sie zunächst unterträglich, was allerdings an der Wortwahl beim Dialog mit Bond im Büro lag bzw. der allgemeinen Charakterisierung von M in diesem Film. Als Schauspielerin ist Dench unbestritten Klasse.

Ich stimme meinem Vorredner zu, dass ihre Rolle in den Folgefilmen eine interessante Entwicklung durchgemacht hat.
Bei CR war ich zunächst skeptisch, als man sie trotz des Restarts wieder mit ins Boot holte. Diese Entscheidung war aber im Nachhinein betrachtet goldrichtig, denn mit Craig harmoniert sie wirklich hervorragend. Das Gespräch mit Bond in Ms Wohnung ist ein kleines Highlight des Films.



Zitat von »cyrus_poonawalla«


Die Beziehung zwischen Bond und M wandelt sich schon im Laufe der Bondfilme mit Bernard Lee. Bond mag vieleicht einer der besten Agenten sein, aber sein Chef ist ihm immer noch überlegen. Das wird schon in DN kar, als Bond zunächst wie ein Schuljunge vor M steht und sich rechtfertigen muss, warum er um diese Zeit nicht schläft. Ein paar Minuten später will Bond die Beretta aus dem Zimmer schmuggeln - und M sagt ihm ohne aufzublicken, Bond solle sie hierlassen. Und wieder reagiet Bond wie ein kleiner Junge, der beim Naschen ertappt wurde. Ganz schuldbewußt schiebt er die Beretta mit dem Zeigefinger auf dem Schreibtisch zu M.
In FRWL hat Bond eine flapsige Bemerkung auf der Zunge, als er in Moneypennys Büro kommt, aber er verschluckt sie, als er M sieht. Dieser wiederum deutet nur mit einer Kopfewegun an, Bond möge ihm folgen. Auch hier ist die Rangordnung noch völlig klar.
In GF beginnt sich das Verhältnis der beiden ein wenig zu ändern: erst wird Bond von M zurechtgestutzt, weil er in Miami gepatzt hat. Bonds Reaktion: "I am aware of my shortcomings, but I am prepared to continue this assignment in the spirit you suggest" - und dann wird Bond erstmals heftiger: "...If I knew what it was about!" - und am erstaunten Gesichtsaudruck von M sieht Bond, daß er sich im Ton vergriffen hat. Das nachgeschobene "Sir!" drückt die Anerkennung von Ms Autorität aus.
In TB hat M erstmals Gelegenheit, sich zu revanchieren, als er Bond gegenüber seinem eigenen Vorgestzten in Schutz nimmt.
Bond begreift langsam, daß er aufgrund seiner Fähigkeiten von M geschätzt wird, und er beginnt, dies auszunutzen und sich M gegenüber immer respektloser zu verhalten: In YOLT kommt auf Ms Ermahung, Bond habe nicht viel Zeit, nur ein Seufzer "wie eigentlich immer" über Bonds Lippen, in OHMSS geraten die beiden ernsthaft in Streit über einen Befehl, und in DAF verdreht M erstmals die Augen, als Bond bginnt, über Sherry zu dozieren.
Wie sauer M manchmal auf Bond und seine überhebliche Art ist, sehen wir am besten in TMWTGG, als Bond mit völliger Unschuldsmiene die Frage stellt, wer denn eine Million Dollar für seinen Tod ausgeben wollen könne.
In TSWLM reißen sich beide wieder zusammen. Schließlich wollen sie ja General Gogol und Major Amasowa imponieren und zeigen, daß die Briten mindestens genuso gut sind wie die Russen. Und auch dafür folgt die Belohung auf dem Fuße bzw im nächsten Film, als M sich über eine explizite Anweisung des Verteidigungsministers hinwegsetzt und Bond weitermachen läßt, nachdem dieser gerade vorher seinen beiden Vorgesetzten einen beschämenden Auftritt beschert hat. M kennt halt die Fähigkeiten seines besten Agenten...
In FYEO wird Bond von Tanner und dem Minister wieder zurechtgestutzt, und in OP muss Bond sich dem Neuen M ebenfalls erst erneut beweisen: Bond schwenkt das Flugticket nach Delhi breits, als M in auffordert, Kamal hinterherzufliegen. Daß auch der Neue M stolz auf Bond ist, sehen wir an Ms Lächeln in dieser Situation. Das Lächeln erscheint aber erst, NACHDEM Bond das Büro verlassen hat. Es ist als Hinweis zu verstehen: M schätzt Bond, aber er wird ihm nicht die Freiheiten lassen, die der alte M ihm ließ.
Und Robert Brown zieht diesen Stiefel durch: War Bernard Lee zuletzt eher der gutmütige Vater für Bond, Moneypenny und auch für Q, ist Brown eher der strenge Chef. Wir sehen es an seinem Umgang mit Moneypenny, als er sie wegen ihrer Rechtschreibfehler zurechtstutzt (LTK), etwas, was Lee nie getan hätte. Wir bemerken auch den entsetzten Blick, als Bond zur Besprechung mit Koskov eine Flasche Bollinger mitbringt und seinem Chef erklärt, der Wein auf der Einkaufsliste sei indiskutabel gewesen. Lee hätte lediglich genervt die Augen verdreht, Brown hält sich nur zurück, um vor versammelter Mannschaft keine Szene zu machen (TLD). Und auch Dalton als Bond unterwirft sich ihm. Dies ist besonders im Hemingway-Haus zu sehen, als Bond vor Wut fast platzt, aber vor M mühsam die Ruhe bewahrt. So wie Connery gegenüber M in GF in der oben beschriebenen Szene. So schließt sich der Kreis...

Über Judy Dench als M und ihre Beziehung zu Bond haben wir hier im Forum schon genug gelesen; ich verzichte daher auf eine weitergehende Analyse...
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (7. Juni 2013, 13:25)


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Montag, 2. September 2013, 06:17

Die Figur des "M" repräsentiert m. E. am treffendsten das British Empire:
Überall zu Hause, wo auch immer er anzutreffen ist - er hat sein holzgetäfeltes Büro um sich, mit Gemälden von Schiffen an den Wänden. Die Pfeife, die Anzüge (die sich in den ersten Filmen weniger, in den späteren dann mehr von Bonds unterscheiden), und - die anglikanische Haltung zu moralischen Fragen. Letztere betrifft allerdings mehr die Form als den Inhalt. Konsequenterweise müsste ein guter Anglikaner (wie auch ein guter Katholik) es ablehnen, Böses zu tun um Gutes zu erreichen. Ms Aufgabe verbietet es ihm, sich an dieses moraltheologische Prinzip zu halten. Er muss, ganz im Gegenteil und gemäß seinem Posten als Chef des Geheimdienstes, die Maxime verfolgen: "Der Zweck heiligt die Mittel" (Macchiavellismus). Auch darin könnte in diesem Charakter eine Allegorie des britischen Weltreichs und seiner Geschichte gesehen werden: An erster Stelle steht immer das Ziel. Fast wörtlich wird es so auch formuliert in dem Film "Die Brücke am Kwai" durch Col. Green, dessen Rolle mich immer sehr an M erinnert hat.
Bond selber hat sich an dieses Prinzip gebunden: allgemein, aber auch personell. Besonders deutlich wird dies in SF zum Ausdruck gebracht. M geht über Leichen, hier sogar über Bonds, um das Ziel zu erreichen. Bonds Einsicht und letztlich Bejahung dieses Prinzips ist es, welche ihn befähigt (anders als Silva), zurückzukehren und dem System weiter zu dienen. Die besondere Bindung Bonds an M - in den meisten Filmen unterschwellig behandelt - wird hier so plastisch gestaltet, dass Aussagen wie "Alles für England" (TB?) und "England auch" (TSWLM) nicht mehr nur als Worthülsen zu betrachten sind. Ist M die Metapher für das Empire, dann ist Bonds Bindung an diesen ein farbiger Ausdruck seines Patriotismus und seiner unbedingten Treue zu Königin und Vaterland.
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Kronsteen

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Sonntag, 15. September 2013, 11:07

Gestern habe ich mir SF mal wieder angeschaut.
Irgendwie muss auch ich zugeben, froh zu sein, dass die Ära von Judi Dench als M zu Ende ist.
Mir ging dieses ewige Misstrauen gegen Bond auf den Nerv und die ständgen Tadel gegenüber Bond fand ich unsympathisch.
Nur selten mal blitzte der alte Stolz und das Vertrauen auf den besten Mann des MI6 auf (z.B. PTS von TND), wie ihn Bernard Lee versprühte (man denke nur an die Szene in Venedig, als M Bond trotz Flops weiter dran lässt).
Bei Judi Denchs M, die ohnehin einen für meinen Geschmack zu großen Part in den Filmen einnehmen durfte (mir gefällt der M im Hintergrund besser), sah Bond oft richtig treudoof aus, da er trotz aller Schmähungen nicht den Dienst quittiert hat. Und Gründe dazu hätte es genug gegeben:
  • GE: Beleidigung als sexistischen Dinosaurier des Kalten Krieges (4 Filme später erklärt M dann, dass ihr der Kalte Krieg fehlt)
  • DAD: M gibt zu, dass sie Bond nicht gegen Zao ausgetauscht hätte ("der Preis war zu hoch!)"
  • CR: M gibt zu, dass sie ihm nicht vertraut. Sie lässt ihm später einen Chip verpassen, um überprüfen zu können, wo er sich befindet.
  • QOS: M betont erneut, dass sie nicht weiß, ob sie Bond trauen kann.
  • SF: M nimmt Bonds Tod in Kauf, nur um eine Chance zu haben, an die Festplatte zu kommen. Nach Bonds überraschender Rückkehr reagiert sie demonstrativ kalt und sachlich ("Hätten Sie mal angerufen", "Die übliche Vorgehensweise", "Hier schlafen Sie bestimmt nicht", "Eine Dusche würde nicht schaden"


Gerade z.B. nach Ms Rettung durch Bond in TWINE habe ich diese Antipathie Ms gegenüber Bond nie verstanden, die sie gleich am Anfang des nächsten Films DAD schon wieder an den Tag legte.

Bond ist sicher der einzige "Held" der modernen Filmgeschichte, der in diesen ganzen Fällen nicht "Leck mich am Arsch" gesagt hat, sondern als "getreuer Terrier ihrer Majestät" weiter seinen Dienst erfüllt.

Ich wünsche mir, dass mit Mallory nun Zeiten zurückkehren, in denen M Bond blind vertraut, auch wenn er mal anderer Meinung ist (z.B. TB: Bond fliegt auf die Bahamas, obwohl er für Kanada eingeteilt war). Oder dass Bonds Bericht ein Grund für M ist, Ermittlungen anzustellen (ebenfalls TB).
Zudem darf M - wie auch der ganze MI6-Apparat - gerne wieder etwas mehr in den Hintergrund rücken.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

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Sonntag, 15. September 2013, 13:29

(...)Bond ist sicher der einzige "Held" der modernen Filmgeschichte, der in diesen ganzen Fällen nicht "Lack mich am Arsch" gesagt hat, sondern als "getreuer Terrier ihrer Majestät" weiter seinen Dienst erfüllt.

Ich wünsche mir, dass mit Mallory nun Zeiten zurückkehren, in denen M Bond blind vertraut, auch wenn er mal anderer Meinung ist (...).
Zu 1) Das war mir so nie bewusst, fügt den vielen anderen Gründen für meine Präferenz Bonds aber einen sehr wichtigen hinzu. Ich nannte das in Bezug auf SF einmal "Nibelungentreue", eine Haltung, die ich - obschon in der Geschichte mißbraucht - bewundere.

Zu 2) Mallory erhielt eine großartige Einführung! Ich befürchte aber, dass die Kontinuität der Besetzung der Rolle uns nicht vergönnt sein wird - Ralph Fiennes wird zu teuer sein.
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Kronsteen

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6

Sonntag, 15. September 2013, 13:47

Zu 1.)
Ja, dieses Ehrgefühl macht Bond so besonders in einer Welt, in der der Egoismus immer mehr um sich greift. In einer Filmwelt der hemdsärmeligen Ego-Shooter, die persönliche Rache über das Allgemeinwohl stellen und aufgrund ihrer persönlichen Geschichte die Sympathie der Zuschauer erlangen - aber nicht wegen ihres hehren Zieles. Und diese "Helden" haben wir ja zuhauf.
Gerade in SF wird ja sehr gut skizziert, dass Bond nicht der Held der Moderne ist, sondern eher der antiquiert gewähnte Held früherer Tage, dessen Wert nicht jedem sofort bewusst ist.
Das spiegelt sich z.B. in Bonds ironischer Antwort gegenüber Silva wider: "Nicht zu vergessen: Meine lächerliche Vaterlandsliebe".
Oder auch in der toll inszenierten Passage als M Tennyson zitiert und Bond dabei passend in Szene gesetzt wird: "Sind wir auch länger nicht die Kraft die Erd und Himmel einst bewegte,so sind wir dennoch was wir sind. Helden mit Herzen von gleichem Schlag...".

Zu 2.)
Ich habe es so verstanden, dass Mallory auch in den zukünftigen Bonds den M mimen wird. Sein "teurer Preis" wird vermutlich eben eine reichlich präsente M-Figur zur Folge haben.
Mallorys Einführung im klassischen Büro fand ich grandios. Er gefällt mir als M sehr gut.
In Bond24 würde ich mir in seinem Büro eine Ahnengalerie der Vorgänger wünschen - das wäre ein toller Brückenschalg zu den früheren Filmen.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (15. September 2013, 14:09)


Moperman

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Sonntag, 15. September 2013, 13:57

Zu 2.)
Ich habe es so verstanden, dass Mallory auch in den zukünftigen Bonds den M mimen wird. Sein "teurer Preis" wird vermutlich eben eine recihlich präsente M-Figur zur Folge haben.
Zumal die gute Judi sich sicherlich auch nicht für Erdnüsse vor der Kamera gestellt hat.
Ich für meinen Teil freue mich auf Fiennes als M, wobei ich Kronsteens Hoffnung auf die Rückbesinnung zur passiveren Rolleninterpretation teile.

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8

Sonntag, 15. September 2013, 13:59

Zu 1.)
Ja, dieses Ehrgefühl macht Bond so besonders in einer Welt, in der der Egoismus immer mehr um sich greift. In einer Filmwelt der hemdsärmeligen Ego-Shooter, die persönliche Rache über das Allgemeinwohl stellen und aufgrund ihrer persönlichen Geschichte die Sympathie der Zuschauer erlangen - aber nicht wegen ihres hehren Zieles. Und diese "Helden" haben wir ja zuhauf.
Gerade in SF wird ja sehr gut skizziert, dass Bond nicht der Held der Moderne ist, sondern eher der antiquiert gewähnte Held früherer Tage, dessen Wert nicht jedem sofort bewusst ist.
Das spiegelt sich z.B. in Bonds ironischer Antwort gegenüber Silve wider: "Nicht zu vergessen: Meine lächerliche Vaterlandsliebe".
Oder auch in der toll inszenierten Passage als M Tennyson zitiert und Bond dabei passend in Szene gesetzt wird: "Sind wir auch länger nicht die Kraft die Erd und Himmel einst bewegte,so sind wir dennoch was wir sind. Helden mit Herzen von gleichem Schlag...".

Zu 2.)
Ich habe es so verstanden, dass Mallory auch in den zukünftigen Bonds den M mimen wird. Sein "teurer Preis" wird vermutlich eben eine recihlich präsente M-Figur zur Folge haben.
Mallorys Einführung im klassischen Büro fand ich grandios. Er gefällt mir als M sehr gut.
In Bond24 würde ich mir in seinem Büro eine Ahnengalerie der Vorgänger wünschen - das wäre ein toller Brückenschalg zu den früheren Filmen.
Kronsteen! Ich kriege eine Gänsehaut!!!

Ahnengalerie - das ist ein schöner Gedanke! In TWINE gab es ja schon dieses wunderbare Gemälde von Bernard Lee. Weißt Du vielleicht, ob davon ein Druck oder eine Datei zu haben ist?
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Kronsteen

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9

Sonntag, 15. September 2013, 14:40


Ahnengalerie - das ist ein schöner Gedanke! In TWINE gab es ja schon dieses wunderbare Gemälde von Bernard Lee. Weißt Du vielleicht, ob davon ein Druck oder eine Datei zu haben ist?


Gibts das wirklich? Wusste ich gar nicht. Muss TWINE wohl doch mal wieder anschauen...
Ich kann Dir daher leider auch nicht sagen, ob es da eine Datei gibt.
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Sonntag, 15. September 2013, 15:14

Ich habe hier eine sehr unscharfe Abbildung - hinter dem Schreibtisch von Ms Besprechungszimmer in diesem schottischen Schloss. Auf Blue-Ray wird man es erheblich besser sehen.

[img]http://www.shapeloft.com/imageupload/2013/09/15/0/image-170064-f3d85db4.jpg[/img]
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Moperman

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Sonntag, 15. September 2013, 15:23

Zu 1.)
Ja, dieses Ehrgefühl macht Bond so besonders in einer Welt, in der der Egoismus immer mehr um sich greift. In einer Filmwelt der hemdsärmeligen Ego-Shooter, die persönliche Rache über das Allgemeinwohl stellen und aufgrund ihrer persönlichen Geschichte die Sympathie der Zuschauer erlangen - aber nicht wegen ihres hehren Zieles. Und diese "Helden" haben wir ja zuhauf.
Gerade in SF wird ja sehr gut skizziert, dass Bond nicht der Held der Moderne ist, sondern eher der antiquiert gewähnte Held früherer Tage, dessen Wert nicht jedem sofort bewusst ist.
Das spiegelt sich z.B. in Bonds ironischer Antwort gegenüber Silve wider: "Nicht zu vergessen: Meine lächerliche Vaterlandsliebe".
Oder auch in der toll inszenierten Passage als M Tennyson zitiert und Bond dabei passend in Szene gesetzt wird: "Sind wir auch länger nicht die Kraft die Erd und Himmel einst bewegte,so sind wir dennoch was wir sind. Helden mit Herzen von gleichem Schlag...".

Zu 2.)
Ich habe es so verstanden, dass Mallory auch in den zukünftigen Bonds den M mimen wird. Sein "teurer Preis" wird vermutlich eben eine recihlich präsente M-Figur zur Folge haben.
Mallorys Einführung im klassischen Büro fand ich grandios. Er gefällt mir als M sehr gut.
In Bond24 würde ich mir in seinem Büro eine Ahnengalerie der Vorgänger wünschen - das wäre ein toller Brückenschalg zu den früheren Filmen.

Ich habe hier eine sehr unscharfe Abbildung - hinter dem Schreibtisch von Ms Besprechungszimmer in diesem schottischen Schloss. Auf Blue-Ray wird man es erheblich besser sehen.

BILD
Hier ist es ein wenig besser zu erkennen. Das Foto stammt wohl von der Ausstellung "Designing 007".
[img]http://www.mi6-hq.com/sections/articles/images/event_barbican_designing_007_opening2.jpg[/img]

Kronsteen

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Sonntag, 15. September 2013, 15:23

Super, danke! :thumbup:
War mir noch nie aufgefallen.
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Count Villain

Schurkengraf

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Sonntag, 15. September 2013, 19:52

Bezüglich Finnes:
Ich denke, die Produzenten werden da schon bei der Verpflichtung des neuen MI6-Teams für Skyfall einen Deal für mehrere Filme ausgehandelt haben. Alles andere wäre unlogisch.
Vernichte alles, was wir bei uns haben. Man hat uns enttarnt.

Feirefiz

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Sonntag, 15. September 2013, 21:07

Bei Judi Denchs M, die ohnehin einen für meinen Geschmack zu großen Part in den Filmen einnehmen durfte (mir gefällt der M im Hintergrund besser), sah Bond oft richtig treudoof aus, da er trotz aller Schmähungen nicht den Dienst quittiert hat. Und Gründe dazu hätte es genug gegeben:
  • GE: Beleidigung als sexistischen Dinosaurier des Kalten Krieges (4 Filme später erklärt M dann, dass ihr der Kalte Krieg fehlt)
  • DAD: M gibt zu, dass sie Bond nicht gegen Zao ausgetauscht hätte ("der Preis war zu hoch!)"
  • CR: M gibt zu, dass sie ihm nicht vertraut. Sie lässt ihm später einen Chip verpassen, um überprüfen zu können, wo er sich befindet.
  • QOS: M betont erneut, dass sie nicht weiß, ob sie Bond trauen kann.
  • SF: M nimmt Bonds Tod in Kauf, nur um eine Chance zu haben, an die Festplatte zu kommen. Nach Bonds überraschender Rückkehr reagiert sie demonstrativ kalt und sachlich ("Hätten Sie mal angerufen", "Die übliche Vorgehensweise", "Hier schlafen Sie bestimmt nicht", "Eine Dusche würde nicht schaden"


Gerade z.B. nach Ms Rettung durch Bond in TWINE habe ich diese Antipathie Ms gegenüber Bond nie verstanden, die sie gleich am Anfang des nächsten Films DAD schon wieder an den Tag legte.

Man darf hierbei nicht vergessen, dass Judi Dench wegen des Reboots im Prinzip zwei verschiedene Ms spielte, die sich wiederum mit einem ganz anderen Hintergrund mit zwei nicht zu vereinenden Bonds (anders als z.B. Connery und Moore) auseinanderzusetzen hatten. In den Brosnan-Filmen war sie die Erneuerin, die sich mit dem etablierten Bond, der zwar ein neues Gesicht erhielt, aber als „sexistischer kalter Krieger“ denkbar ‚klassisch‘ konzipiert war, zusammenraufen musste: Sie war der Neuling, er das Inventar. Ab CR war sie dann die erfahrene Chefin (selbst eine ehemalige Kalte Kriegerin), die den hitzköpfigen Jungspund Bond auf ihre zugegeben schroffe Art anleitete und förderte.In QOS ist Bond immer noch Anfänger, dazu nach wie vor in einer emotionalen Ausnahmesituation. Da ist es nachvollziehbar, dass sie ihn über geäußerte Zweifel stets auf seine Loyalität verpflichten will. In SF, der inhaltlich allerdings nicht direkt an QOS anschließt, ist sie gerade in der PTS gewiss eiskalt und brutal in ihrem Vorgehen, aber es geht ja auch um die nationale Sicherheit (und ihr persönliches Schicksal, um sie nicht zu sehr in Schutz zu nehmen). Zudem bringt sie Bond zwar in Lebensgefahr, aber er ist ja nicht das Abschussziel, sondern mögliches, wiewohl nicht intendiertes Opfer ihres Befehls. Ihre höchst kalte Reaktion bei ihrem Wiedersehen ist nicht zuletzt Selbstschutz und Ausdruck schlechten Gewissens. Muss man nicht sympathisch finden, ist aber konsequent, und Bond scheint das (von seiner emotionalen Bindung an sie einmal abgesehen) auch so zu verstehen. Es ist eben ein unmenschliches Geschäft, in der Sympathie und Vertrauen allenfalls indirekt artikuliert werden. M sagt ausdrücklich, dass Bond ihr Agent sei und sie ihm vertraue - nur sagt sie es nicht zu ihm, und das ganz bewusst (ähnlich wie schon über den Brosnan-Bond: "Er ist der Beste, auch wenn ich es ihm nie sagen würde"). Deswegen schickt sie Bond in SF ja auch auf die Mission, obwohl er mit Pauken und Trompeten durch den Eignungstest gefallen ist. Das ist ein ähnlicher Vertrauensbeweis wie Ms Verhalten zum gescheiterten Bond in MR, nur weniger herzlich, doch das ist auch der Entstehungszeit und der Grundstimmung der Filme geschuldet. Silva versucht zwar, M als Person darzustellen, die Bond kaltblütig in den Tod schickt, aber: Das ist der Job! Jede Mission Bonds ist lebensgefährlich, und auch in SF will sie Bond nicht loswerden, sondern schickt ihn als ihren besten Mann. Denn wie Bond schon in NSNA sinngemäß sagt: "Der wirkliche Einsatz ist doch immer etwas anderes als Training." Was ihr Verhalten in DAD angeht, kann man allerdings - nach ihrer Rettung durch Bond in TWINE - tatsächlich nur darauf verweisen, dass auch die Brosnan-Filme nicht wirklich aufeinander aufbauen, wenngleich in der Beziehung Bonds zu M und Moneypenny anders als in den diesbezüglich statischen Jahren zuvor erstmals eine Entwicklung zumindest angedeutet wurde. Andererseits könnte man aber auch sagen: In TND werden die Neuerungen in diesen Beziehungen im Wesentlichen zurückgenommen, und seitdem waren sie bis CR auf ihre variierte Weise so statisch wie zuvor. Ms Umgang mit Bond in DAD ist m.E. nicht von Antipathie ihrerseits geprägt, sondern eher von ihrer extremen Professionalität, die natürlich in den Momenten besonders kalt erscheint (was wiederum Selbstschutz ist), in denen sie Entscheidungen, die sie im nationalen Interesse als notwendig erachtet, die aber menschlich problematisch sind, gar nicht erst auf die persönliche Ebene kommen lassen möchte. Muss man wie gesagt nicht sympathisch finden, ist m.E. aber eine ziemlich konsequente Charakterisierung seitens der Autoren und Judi Denchs.
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Dienstag, 17. September 2013, 05:17

Weil es thematisch auch hier m. E. sehr interessant ist, möchte ich ebenfalls an dieser Stelle auf die Website der schottischen Künstlerin Judith I. Bridgland hinweisen, die M allegorisch mit Lord Nelson identifiziert - mit ihrer Begründung, die im wahrsten Sinne des Wortes malerisch ist:

http://jibridgland.blogspot.de/2012/11/s…-ms-office.html

(Meine Übersetzung steht im Thread zu Skyfall)
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Feirefiz

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Dienstag, 8. April 2014, 22:22

Unter allen Ms ist Edward Fox gewiss das Stiefkind. (P.S. Ich finde es übrigens schade, dass er im Eröffnungsbeitrag nicht wie seine Kollegen mit einem Bild geehrt wird.) Bernard Lee genießt gottgleiche Ehren, Judi Dench kaum minder, Robert Brown immerhin hohe Achtung, Ralph Fiennes nach seinem eindrucksvollen Einstand zumindest beste Vorschusslorbeeren. Alles zu Recht! Edward Fox indes wird von den meisten als Klischee-Choleriker abgetan, dazu im „Bastard“ NSNA. Nun, ich würde Edward Fox nun auch nicht über einen seiner prominenteren Kollegen stellen, dennoch meine ich, dass er für NSNA – für mich ein untypischer Höhepunkt der Bond-Filme – passt wie die Faust auf des Henchmans Auge. NSNA ist ein Bond, der trotz des notgedrungenen Fehlens gewisser Standards (Gunbarrel, 007-Theme etc.) extrem klassisch daherkommt (Connery, Spectre und Blofeld, den EON in FYEO nur halbherzig und deshalb vergebens exekutiert hatten), in dem aber trotzdem alles anders ist.

Im Großen und Ganzen war Bond zwar stets ein Vertreter des Establishments, aber ebenso stets der etablierten Gesellschaft voraus in seinen permanenten Verstößen gegen Konventionen und Regeln, dabei regelmäßig zurechtgewiesen durch die Vaterfigur M, der Bond eigentlich immer mit hohem Respekt begegnet – bis hin zu Dalton, der in TLD Browns M engagiert widerspricht, um ein fast entschuldigendes „Sir“ nachzuschieben, und noch in LTK ist unübersehbar, wie schwer ihm seine Kündigung fällt.

In NSNA waren die Rollen erstmals vertauscht: Bond ist sichtbar älter als M, sein Respekt denn auch eher dem Amt als der Person geschuldet, doch nicht er war aus der Zeit gefallen, sondern M. Zwar sollte M der“ jugendliche“ Neuerer sein, doch scheitert er, da er die Zeit nicht versteht. Er mag gedanklich dieser Zeit voraus sein, doch es nützt ihm nichts, da die Uhr nicht nach dem Kalender, sondern mit Bond tickt: Blofeld, gescannte Augäpfel und pure Intuition mögen altmodisch sein, aber immer noch die Gegenwart von NSNA, und so ist es nur folgerichtig, dass am Ende, als Largo beinahe besiegt ist, auf einmal M der Vertreter der alten Garde ist, als er Bond zu einem Mittagessen in seinem Club einladen möchte, der aber in Gegenwart einer jungen Frau, die erst am Beginn ihrer Filmkarriere stand, Besseres zu tun hatte. In dem Kontext wird Fox' Cholerikertum im besten Sinne zu einer Rebellion in Richtung Vergangenheit und Zukunft innerhalb einer Zeit, die Bond selbst definiert.

Und so wird Edward Fox vielleicht sogar zur Blaupause beider Ms des Craig-Bonds: Gerade in Brosnans ersten beiden Filmen war Judi Dench die gegenüber Bond höchst reservierte Neuerin gegenüber dem „Dinosaurier“, dessen Erfolg sie aber letztlich auf seine Seite brachte, um dann spätestens gegenüber dem höchst effizienten Craig-Bond das klassische Establishment zu repräsentieren („Wie mir der Kalte Krieg fehlt!“). Und genau da knüpft wiederum Ralph Fiennes an: In der ersten Hälfte von SF überwiegt die gegenseitige Abneigung, und auch wenn Mallory und Bond sich einander annähern, bleiben die Distanz und ein derart geringer Altersunterschied, dass hier ein Vater-Sohn-Verhältnis kaum denkbar ist, sondern eher eine im besten Sinne spannungsgeladene Zweckgemeinschaft, der aber letztlich mehr Sympathie und Vertrauen innewohnen wird als in NSNA …
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Mittwoch, 9. April 2014, 06:31

@Feirefiz:
Die Brillanz Deiner "Verteidigung" von Edward Fox´M verstärkt sich vor allem durch die Aussichtslosigkeit dieses Versuchs! Irgend etwas stimmt einfach nicht mit der Darstellung. Während Bernard Lee immer den konservativen Anker Bonds gibt, und - auf der anderen Seite - man Judi Dench sogar die modernistische Kampf-Emanze (vor ihrer wunderbaren Bekehrung) abnimmt, schafft es Fox m. E. schlichtweg nicht, die linke Opposition Bonds zu Beginn von NSNA, noch die rechte Flanke (mit der Einladung in den Club) mit Leben zu füllen. Da ich Fox für einen sehr fähigen Mann halte, vermute ich, dass er einfach keine Lust gehabt hat. Für die Besetzung des Admirals hätte ich Fox´Bruder James für wesentlich geeigneter gehalten. Dieser strahlt erheblich mehr Gelassenheit aus - ich denke da besonders an seinen Secret-Service-Mann in "Das Russlandhaus"!
Dem Abschnitt Deines Plädoyers, der die "Blaupause" thematisiert, stimme ich vorbehaltlos zu! Ich gebe zu, dass ich das so noch nie gesehen habe. Dennoch: Ich hätte von Edward Fox mehr und Besseres erwartet.
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Mittwoch, 9. April 2014, 11:55

M.M.n. unterscheiden sich Denchs und Foxs M-Interpretation aber darin, dass Denchs M eine ernstzunehmende Figur ist, die eben nur andere Vorgehensweisen als Bond hat. Foxs M ist in der Reihe von Atkinsons Nigel Small-Fawcett eigentlich nur eine Karikatur. Z.B. in der Szene, in der Bond aus dem Blauen heraus richtig tippt, dass man an Petachis Auge manipuliert hat, entgegnet M dermaßen demonstrativ ablehnend "Seien Sie doch einmal ernst, Bond", dass die Szene zwar eine gewisse Komik hat, M aber dennoch (oder gerade deswegen) nicht wirklich ernstgenommen werden kann. M dient in NSNA eigentlich nur dazu, Bonds Ausnahmestellung zu zementieren. In keinem anderen Bondfilm ist es so eindeutig, dass der MI6 ohne Bond nichts wäre: Der Tölpel Small-Fawcett, der asthmakranke Q, die unscheinbare Moneypenney. Und hier reiht sich eben auch der unglückliche M ein.
Ich würde daher Fox nicht mal unterstellen, unter Wert gespielt zu haben. Ich denke vielmehr, dass die Figur seines M von Anfang an nicht wie Denchs M als ernste Figur angesetzt war, sondern eigentlich nur der Belustigung dienen sollte.
Dies spiegelt sich auch in Bonds Umgang mit M am Schluss. Gegenüber den anderen Ms (auch Dench) war Bond stets loyal und untergeben (auch wenn er sich z.B. in LTK oder DAD widersetzt hat). In NSNA macht er sich über M aber geradezu lustig ("dann werd ich das Weißbrot weglassen", "ich habe 2 Kilo abgenommen") und lehnt ein Essen mit ihm ab. Um einen in Bondkreisen vielzitierten Satz zu wählen: "Das wär dem andern nie passiert!" ;)
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Mittwoch, 9. April 2014, 15:45

(...) Foxs M ist in der Reihe von Atkinsons Nigel Small-Fawcett eigentlich nur eine Karikatur. (...)
Eine weitere sehr interessante Verteidigungsstrategie! Mir scheint, dass nicht nur die Rolle des M stark darunter leidet, dass der ganze Film um Sean Connery "herumgestrickt" wurde. Ich glaube, das war auch gar nicht anders zu machen, denn Connery ist die einzige Person in NSNA gewesen, die nicht nur bereits im Bond-Universum zu Hause gewesen war, sondern in den Augen einer breiten Zuschauerschaft immer auch die einzige wirklich notwendige "Zutat" repräsentierte. Alle anderen Rollen wirken mitunter wie das Brötchen, das die Wurst festhält.
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Feirefiz

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Mittwoch, 9. April 2014, 22:06

Wenn ich Edward Fox‘ M als Blaupause für Judi Denchs Entwicklung von Brosnan I – Craig III sowie für Ralph Fiennes‘ ersten Eindruck genannt habe, dann nicht, um diese drei Ms gleichzusetzen, sondern allein, um inhaltliche Parallelen zu benennen. Wahr ist, dass der Fox-M wie der ganze NSNA-MI6 siechend dargestellt wird, aber Ähnliches gilt gewiss auch für den MI6 in SF (Gegner ist eine vermeintliche Leiche in Ms Keller, Q und Moneypenny bauen jeweils großen Mist). Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern im Erzählstil. In SF dramatisch, in NSNA komödiantisch, doch wenn es – trotz aller Moores – zwei Bond-Filme gibt, die man nicht nur als humorvoll (denn das sind selbst LTK und QOS), sondern tatsächlich (fast) als Komödien bezeichnen kann, sind es DAF und eben NSNA. Und entsprechend benehmen sich sowohl Bond als auch das Restpersonal: in SF tragisch (inkl. Bonds persönlicher Anteilnahme und Tränen), in NSNA augenzwinkernd (Bond) und (tragi)komisch (MI6 allgemein und besonders M). Wiewohl ich Mr. Fogg zustimme, dass Edward Fox‘ Bruder James vielleicht die bessere,weil gelassen-resigniertere Besetzung gewesen wäre, finde ich Edward immer extrem unterhaltsam (unter uns: ich dachte sogar lange, es wäre James F., was der Familienähnlichkeit und Jürgen Thormann geschuldet war). In beiden Fällen – NSNA und Judi Dench, von GE bis SF – erfüllt M ähnliche Funktionen, das persönliche Verhältnis zu Bond ist eben der Anlage der entsprechenden Filme geschuldet, und solange Bond und M an verschiedenen Strängen ziehen, werden sie auch unter Judi Dench nicht warm: Dieser Konflikt ist aber in NSNA m.E. viel amüsanter gelöst als in GE oder zu Beginn von DAD. Warum Judi Dench bei Craig nicht als Fremdkörper wirken kann, hat wiederum Phileas indirekt hervorgehoben, wenn er schreibt, in NSNA sei Connery für den Zuschauer die einzige eminente Verbindung zur Bond-Welt. Ab CR war dies ausgerechnet Judi Dench, nachdem der Neustart vollzogen wurde und sogar Q und Moneypenny für zwei Filme wegfielen, um dann neu (und inhaltlich doch irgendwie wie in NSNA) eingeführt zu werden: Die Welt klammerte sich in CR nicht mehr an 007, sondern an M, doch auch sie schwebte eben nicht im luftleeren Raum, sondern füllte eine neue Position aus, wenngleich v.a. TWINE den Bruch nicht zu deutlich werden ließ, und das, obwohl Judi Dench (siehe meinen Beitrag weiter oben) im Grunde zwei verschiedene Ms spielte, die Edward Fox nichtsdestotrotz in NSNA beide komödiantisch-leicht präfiguriert hatte. Fox wird damit nicht zum größten M unter der Sonne (auch bei mir rangiert er auf Platz 5), aber sein M ist nach meinem Empfinden eben doch zumindest etwas mehr als ein freiwillig komischer Schreihals.
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Feirefiz« (9. April 2014, 22:48)