Brosnan-Locations

  • Da Django im Bestenlisten-Thread die tristen GE-Locations erwähnt hat, hab ich mir überlegt, dass dies in den Brosnan-Bonds generell ein Thema ist.

    Entweder es gibt Schauplätze, die per se schon mal für eher weniger sommerlich-sonniges Urlaubsfeeling stehen (Russland, Aserbaidschan, Kasachstan, Hamburg, Schottland, London) oder auch Schauplätze, die zumindest meiner Meinung nach nicht angemessen eingefangen wurden (nochmals Hamburg, aber auch Istanbul oder Island).

    Vielleicht liegt dies ja auch an dem oft zitierten Vertrag Brosnans, der ihm einen großen Studio-Drehanteil zusichern soll.


    Daher meine Frage:
    Habt Ihr eine Lieblingslocation aus den 4 Brosnan-Filmen?
    Welcher Schauplatz ist besonders gut geglückt?

  • Die Brosnan sind beim Thema Locations in der Tat keine "goldene Ära", das ist schon relativ dünn.


    Am besten gefällt mir Cadiz das Kuba doubelt. Auch wenn es beim Dreh relativ kalt war, kommt da Sommerfeeling auf und es sieht alles sehr schön aus.


    Zweckmäßig und zur der Atmosphäre passend eingefangen finde ich Russland in GE und die Ölfelder in Aserbaidschan


    Verschenkt finde ich Hamburg, da wäre so viel mehr drin gewesen und am schlimmsten definitiv Istanbul (um Gottes Willen wer hat sich das ausgedacht).

    Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

  • Welcher Schauplatz ist besonders gut geglückt?

    Mir kommt da spontan Bilbao in den Sinn. Viel von der Stadt kriegt man zwar nicht zu sehen (beim grössten Teil dieser Szene handelt es wohl um Studioaufnahmen), aber von der für einen Bondfilm eher ungewöhnlichen (weil eben eigentlich so "gewöhnlichen") Location her gefällt mir das sehr gut

  • Wenn ich eine Lieblings-Location nennen müsste, wäre es wahrscheinlich das Arecibo-Teleskop in GE. Das hatte eine gewisse Exotik und Einmaligkeit, und die bondtypische Technikaffinität. Und man hat auch noch große Teile wirklich vor Ort gedreht. Als Kletterei auf einem Wahrzeichen hatte es auch etwas leicht Hitchcock-mäßiges, wie Eiffelturm und Golden-Gate-Bridge in AVTAK. Hätte ich gerne mal besichtigt, so lange es noch in Ordnung war. Mittlerweile ist es ja wohl eher ein Lost Place.


    Auch der Staudamm und Monaco waren echte Highlights in GE. St. Petersburg war für mich eher der Auftakt verschenkter Locations. Die Stadt ist eigentlich eine der schönsten Europas, wirkt in GE aber ein bisschen wie Leipzig kurz nach der Wende. War sicher auch beabsichtigt und teilweise der damaligen Realität entsprechend, aber in Anbetracht der Pracht dieser Stadt, und dass man nun schon einmal in Russland war, ist es schon etwas schade. Aber im großen und ganzen bietet GE noch einige Highlights, und wirkt nicht ganz so abfallend gegenüber den Vorgängern.


    Hamburg in TND ist dann leider für mich die Mutter aller verschenkten Locations. Insgesamt gibt es sehr wenige wirklich authentische Locations in den Filmen. Entweder wurden sie im Studio fabriziert, wie Island in DAD oder teilweise Istanbul in TWINE, oder Orte doubeln andere Orte. Dieses Gefühl wie in den früheren Klassikern - wir sind hier wirklich in Istanbul/Jamaika/Japan/Schweiz/Ägypten etc. pp. - hat man in den Brosnanfilmen, selbst in den gelungenen Szenen, leider eher selten. Aber das setzte sich dann bei Craig auf etwas höherem Niveau teilweise auch fort.

  • Interessante Frage, Kronsteen! Ist mir tatsächlich nie so aufgefallen, aber die Brosnan-Locations unterscheiden sich im "Tourismus-Exotic-Faktor" schon deutlich von Connery und Moore. Stört mich aber gar nicht, vielleicht auch, weil ich damit aufgewachsen bin. Eher finde ich Kuba in GE irgendwie unpassend...Severnaja ist aber sehr cool, wenn auch nicht unbedingt ein Ort, von dem man urlaubstechnisch träumt :) (außer Xenia vielleicht...)


    Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Dalton-Erbe ist (hin zu einer insgesamt realisitischerer Darstellungsweise, nicht in Bezug auf die Locations) und auch der Tatsache geschuldet, dass man in den 90ern auch als Normalo weiter reisen konnte und gereist ist, als das in den 60ern/70ern der Fall war...

    Wenn ich eine Lieblings-Location nennen müsste, wäre es wahrscheinlich das Arecibo-Teleskop in GE. Das hatte eine gewisse Exotik und Einmaligkeit, und die bondtypische Technikaffinität. Und man hat auch noch große Teile wirklich vor Ort gedreht. Als Kletterei auf einem Wahrzeichen hatte es auch etwas leicht Hitchcock-mäßiges, wie Eiffelturm und Golden-Gate-Bridge in AVTAK. Hätte ich gerne mal besichtigt, so lange es noch in Ordnung war. Mittlerweile ist es ja wohl eher ein Lost Place.

    Das ist auch definitiv mein Highlight aus GE - die Szene an der Antenne hat mich immer an Lukes Duell mit Vader in "Das Imperium schlägt zurück" erinnert und auch an Blofelds Vulkanbasis. Auch den Staudammsprung und Skulpturenpark finde ich klasse! Letzterer wirkt wie eine sozialistische Modernisierung der Pyramide in TSWLM.


    Mir kommt da spontan Bilbao in den Sinn. Viel von der Stadt kriegt man zwar nicht zu sehen (beim grössten Teil dieser Szene handelt es wohl um Studioaufnahmen), aber von der für einen Bondfilm eher ungewöhnlichen (weil eben eigentlich so "gewöhnlichen") Location her gefällt mir das sehr gut

    Die Location fand ich dagegen extrem blass, gerade weil sie überall auf der Welt hätte spielen können. Ich dachte übrigens lange, dass sie in der Schweiz spielt (Schweizer Bankier und so). Aserbaischan gefällt mir dagegen sehr - Ölfelder (trotz Studio), Höhle mit Kirche, Skiszenerie, Electras Villa am Fluss und nicht zuletzt die Kaviarfabrik - das war in den 90ern doch tatsächlich exotisch und außergewöhlich und ich finde es auch filmisch und designtechnisch gelungen umgesetzt.

  • Wenn ich eine Lieblings-Location nennen müsste, wäre es wahrscheinlich das Arecibo-Teleskop in GE.

    Ja, das ist prägnant, das stimmt. Leider ist das Teil ja inzwischen kaputt.

    Auch der Staudamm und Monaco waren echte Highlights in GE. St. Petersburg war für mich eher der Auftakt verschenkter Locations.

    Bin auch hier komplett bei Dir. Bei St. Petersburg hab ich auch immer das Pappmaché vor meinem inneren Auge. Aber vielleicht liegt dies auch daran, dass ich damals alles an Infos bereits verschlungen hatte, bevor ich den Film gesehen hatte (so zumindest meine Erinnerung).

    Severnaja ist aber sehr cool

    Die Szene ist mir immer viel zu lange. Gefühlt ist der zweistündige Filme 30 Minuten lang in Sewernaja. V.a. die Szene, wenn Natalya den Ausgang sucht, hätte man kürzen können - kürzen müssen.

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