DER FILM: Leben und sterben lassen

  • Was mir aber aufgefallen ist (und nicht das erste Mal): LALD verfügt eigentlich über keinen "richtigen" Score oder zumindest über keinen Score, der nennenswert im Film vorkommt. Der Titelsong gehört zwar für mich mit zu den Besten, aber sonst ist da nicht viel.

    Prinzipiell mag ich George Martins Arbeit, aber ich verstehe, was du meinst. Ich besitze das ausführliche Soundtrack-Album. Und da muss man sagen: Der Score hat schöne Momente, aber er wirkt sehr im Hintergrund (und fast nicht ohne den Film). Da ist ein Track wie "Baron Samedi's Dance of Death" schon ein atmosphärischer Ausreißer. Der Sound ist häufig a-typisch, wie überhaupt der ganze Film. Gegenüber den anderen Alben der Serie fällt der Score, was die Wiederhörbarkeit angeht, schon ziemlich ab. Da finde ich komischerweise andere Gastspiele wie die von Marvin Hamlisch, Bill Conti oder Michael Kamen insgesamt stärker. Von John Barry oder David Arnold ganz zu schweigen. Letztendlich kam Martin wohl durch Paul McCartney an Bord. Andererseits schätze ich sehr, dass man mit Roger Moore als neuem Bond viel Neues wagte: Kein Barry, Bassey, Adam oder Maibaum und obendrein keine Casino-Szene und kein Aston Martin. Vielleicht sollte Denis Villeneuve bei Bond 26 mal ähnlich wagemutig sein und sich von der letzten 007-Ära deutlich abgrenzen.

  • Quote

    Letztendlich kam Martin wohl durch Paul McCartney an Bord


    Wenn man den englischen Wikipedia-Eintrag Glauben schenken darf, war das genau so:

    Quote

    Broccoli and Saltzman instead asked Paul McCartney to write the theme song. Most of their $25,000 music budget went to McCartney's fee. The remainder was not enough to hire a composer of Barry's stature. They settled on George Martin, who had been the Beatles producer, to score the film


    Würde also bedeuten: "Kost nix - ist nix"


    Wobei man aber auch zwischen dem Score selber und dessen Einsatz im Film unterscheiden muss. Und da verstehe ich einfach nicht, weshalb in LALD viele Szenen musikalisch einfach "leer" gelassen wurde. Irgendetwas hätte Martins Score doch hergeben müssen - immer noch besser als nichts. Und grad bei einem Bondfilm, der ja schon damals alles Andere als eine Low-Budget-Produktion war, hätten die Macher doch in so einem Fall noch etwas Geld springen lassen müssen, um die Lücken zu schliessen.


    Andererseits schätze ich sehr, dass man mit Roger Moore als neuem Bond viel Neues wagte: Kein Barry, Bassey, Adam oder Maibaum und obendrein keine Casino-Szene und kein Aston Martin.

    Ja, ich auch. Obwohl rückblickend nicht ganz alles 100% funktioniert hat - grad im Vergleich zum super-schwachsinnigen Vorgänger DAF wirkt LALD unglaublich erfrischend! Und trotz allem blieb Bond im Grundsatz doch jener Bond, den man kannte und "wollte"

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