DER FILM: SkyFall

  • Tim Dalton ist übrigens 9 cm größer als Daniel Craig. ;)


    Es wurde vieles bereits gesagt, was ich unterstütze, daher kein ewiglanger Beitrag von mir.


    Wenn SF ein Monat wäre, so wäre er November: Trist, traurig, kalt, grau, regnerisch. Es gibt sicher auch November-Fans, aber ich bin es nicht.

    Was mich meisten stört ist das Graben in Bonds Vergangenheit.

    Wenn es nach mir ginge, müsste Bond einen Auftrag erhalten und diesen erfüllen. Ich will nichts über seine Herkunft und seine Vergangenheit wissen - selbst dann nicht, wenn dadurch so tolle Figuren wie Kincade entstehen.

  • Vielen Dank - das hast Du sehr treffend formuliert!

    Hilfe, wenn wir uns nun sogar schon uneingeschränkt einig sind, wo bleibt dann die Diskussionsgrundlage? :P Ich kann mittlerweile noch nicht mal guten Gewissens zum Moore-Bashing ansetzen, weil ich inzwischen umgedreht wurde 8o


    Zum Glück ist Don-Corleone in die Bresche gesprungen, denn

    Er ist zu groß ?!?! :D Kein Wunder das du Connery nicht so sehr magst. :D

    Ja, mir ist er definitiv zu groß und zu breit - es stehen nicht alle Frauen auf groß und muskelbepackt, auch wenn einem das die Werbung suggerieren will :S Craig und Connery sprechen mich optisch beide deswegen wirklich absolut nicht an.

    Bei Bond ist das (normalerweise) aber auch keine Kategorie für mich, der wäre auch aus anderen Gründen niemand, für den ich mich als Partner intessieren könnte.

    Ausnahme: Dalton-Bond. Kronsteen: Den Hinweis habe ich deshalb erwartet, es sind laut Google allerdings nur 5 cm (Craig ist 1,83m, Dalton ist 1,87m) 8o, aber ja, Dalton ist größer. Er wirkt allerdings nicht so grobschlächtig und breit (keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll...).


    Im realen Leben wären mir aber beide zu groß: Wer mich kennt, weiß, dass ich selbst echt klein bin - wenn euch das noch nicht so aufgefallen ist, liegt das daran, dass ich entweder im Kinosessel neben euch saß und/oder z.T. 12cm hohe Absätze trage.


    Buchbond, der mir ja immer sympathischer ist

    Sympathischer als der Filmbond, hätte ich vielleicht dazuschreiben müssen. Würde ich jetzt auch nicht absolut und in jeder Einzelheit unterschreiben, es gibt genug Äußerungen, die auch hier gar nicht gehen, weil sie sexistisch oder rassistisch sind.

    Während sich aber der Filmbond z.B. über Honey lustig macht, ist dem Buchbond klar, dass sie offenbar einen Zugang zur Natur hat, die ihm fehlt. Wenn er sich für eine Frau entschieden hat, übernimmt er Verantwortung (z.B. bei Tiffany Case). In der Regel lässt SIE ihn ja dann auch stehen, nicht umgekehrt.

    Felix ist sein Freund, daneben versteht er sich aber mit diversen Kollegen noch gut und ist loyal.

    Er reagiert wie ein Mensch, wenn er sich z.B. vor Panik übergibt - kann Emotionen aber gleichzeitig unterdrücken, um professionell zu agieren. Er reflektiert über Leben und Tod und tötet nicht gern, tut es aber, weil es sein Job ist.

    Dabei handelt er aber immer wieder nach eigenem Ermessen (etwa in der Kurzgeschichte "Living daylights"), wenn er es moralisch für geboten hält.

    Und er mag gutes Essen (noch mehr als der Filmbond).

  • Kronsteen: Den Hinweis habe ich deshalb erwartet, es sind laut Google allerdings nur 5 cm (Craig ist 1,83m, Dalton ist 1,87m) 8o , aber ja, Dalton ist größer. Er wirkt allerdings nicht so grobschlächtig und breit (keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll...).

    Ich hatte zu Craig 1,78 m gefunden, was mir irgendwie auch wahrscheinlicher vorkommt. Die 1,83 m erscheinen mir "etwas zu seinen Gunsten gemischt" (wie Bond in LALD so schön sagt)., damit er die 1,80 m knackt. ^^

  • Quote

    Bond ist für mich da am besten, wo in seine Agentenwelt ein "Außerhalb" tritt. Das können Personen sein, die nicht zu seiner Welt gehören, oftmals muss die Welt (oder ein Teil von ihr) "außerhalb" aber auch einfach verteidigt werden.

    Dadurch wird deutlich, dass Bond FÜR etwas kämpft.

    In LTK ist ja eine ähnliche Situation, aber da gibt es immerhin Della und eine Bedrohung durch Sanchez' Drogenschmuggel. Dafür, daß Silva so überlebensgroß aufgebaut wird, fand ich seinen Plan, sich an M zu rächen, auch immer etwas mickrig und unpassend. Da sind so Sachen bei SF, die nur an der polierten Oberfläche funktionieren, aber sobald man darüber tiefer nachdenkt, wirkt es irgendwie unausgegoren. Dazu zähle ich auch die Nähe zu den Romanen.

    Die Loyalität zum Vaterland nehme ich ihm auch nicht ab - letztendlich ist er in SF ein kaputtes Wrack, dass sich benimmt wie ein egoistisches Arschloch und alle Menschen um sich herum nur benutzt und zwar auf eine Weise, die ihnen jede Menschlichkeit nimmt. Das hat aus seiner Geschichte heraus Gründe - aber damit wird er eindeutig zum soziopathischen Antihelden.

    Sehe ich mittlerweile ähnlich. Das fügt sich in das Bild, wie er mit dem toten Mathis in QOS umgeht, oder auch mit seiner schwangeren Geliebten in NTTD. Das wirkt letztlich soziopathischer und auch misogyner als Connery jemals war. Mich wundert es immer wieder, wenn viele Fans das so nahe an Flemings Bond finden. Ich erkenne den Buchbond in Craig absolut überhaupt nicht wieder, äußerlich so wenig wie innerlich. Aber ich gehöre eh zu einer Minderheit, die den Buchbond weder soziopathisch, noch rassistisch oder frauenfeindlich findet.

  • Das wirkt letztlich soziopathischer und auch misogyner als Connery jemals war. Mich wundert es immer wieder, wenn viele Fans das so nahe an Flemings Bond finden.

    Ich denke, genau deswegen. So nach dem Motto: Der Connery/Moore/Brosnan-Bond wird so als ohne Makel und Fehler dargestellt - das ist ja völlig unrealistisch. Der Craig-Bond hingegen zeigt Gefühle, hat Fehler noch und noch und ist am Schluss doch der siegreiche Held. Also muss er sicher auch näher am Fleming-Bond sein.


    Einfach damit's klar ist: Ich teile diese Ansicht nicht. Und die meisten "Siege" des craigschen Bonds sind schlussendlich nichts weiter als Pyrrhussiege: M tot in SF, Blofeld "nur" verhaftet in SP und was in NTTD geschah, muss ich wohl hier nicht erwähnen. Und in SF, SP und NTTD war schlussendlich stets das Unvermögen des MI6 die Ursache der Bedrohung. Wobei Bond hier oft nicht hilfreich war. Und noch schlimmer: Er war es wohl - wenn auch nicht mit Absicht - der Oberhauser in SF zu Blofeld gemacht hat. Und hat damit seine Nemesis sozusagen selber geschaffen.

  • Quote

    Der Craig-Bond hingegen zeigt Gefühle, hat Fehler noch und noch und ist am Schluss doch der siegreiche Held. Also muss er sicher auch näher am Fleming-Bond sein.

    Genau das mit dem "Gefühle zeigen" hab ich nie kapiert. Er zeigt ja eben keine, und das in Situationen, in denen der angebliche so holzschnittartige frühere Bond regelmäßig welche gezeigt hat. Craig geht beispielsweise am Ar... vorbei, wenn Solange ermordet wird, während Bond in Goldfinger sichtbar bewegt ist, als Tanya und Jill ermordet werden. Genau das macht den Film hier ja so gut, daß Goldfinger Bond überhaupt schocken kann. Und genau das ist ja kongruent zu den Romanen, wo ihn der Tod von Menschen auch tangiert, selbst wenn er sie vorher benutzen musste. Ein Bond, der genauso abgebrüht und kalt ist wie der Bösewicht, macht dramaturgisch überhaupt keinen Sinn. Dasselbe in SF, wenn er eine schwer traumatisierte Frau benutzt, sexuell ungleich unangenehmer bedrängt als Connery Patricia in TB, und dann einen lockeren Spruch macht, wenn sie abgeschossen wird. Daß er dann ausgerechnet heult, als seine bitchige Chefin stirbt, die ihn vorher selbst ohne mit der Wimper zu zucken hat wegballern lassen, wirkt auf mich einfach nur plakativ und unpassend. So nach dem Motto: Seht her, wir lassen Bond weinen. Craig zeigt Emotionen, aber irgendwie genau an den falschen Stellen. Er lässt etwa seine Geliebte in größter Gefahr einfach im Stich, während er dann plötzlich zum Wannabe-Daddy wird, wenn er einen Stoffhasen findet. Das ist psychologisch alles andere als plausibel.

  • In LTK ist ja eine ähnliche Situation, aber da gibt es immerhin Della und eine Bedrohung durch Sanchez' Drogenschmuggel. Dafür, daß Silva so überlebensgroß aufgebaut wird, fand ich seinen Plan, sich an M zu rächen, auch immer etwas mickrig und unpassend. Da sind so Sachen bei SF, die nur an der polierten Oberfläche funktionieren, aber sobald man darüber tiefer nachdenkt, wirkt es irgendwie unausgegoren. Dazu zähle ich auch die Nähe zu den Romanen.

    Gerade die Sache mit Della und Felix ist für mich ein deutliches "Außen" - ja, Felix ist ein Kollege und damit Teil der Agentenwelt. Aber Bond rächt ihn ja nicht als Kollegen, sondern als Freund. Wenn ich aber länger drüber nachdenke, muss ich dir schon recht geben - nur kommt mir die ganze Sache bei LTK trotzdem plausibler vor als bei SF, vielleicht wegen des Drogenschmuggels, und weil ich Bond die Bindung zu Felix (und Della) abnehme.



    Sehe ich mittlerweile ähnlich. Das fügt sich in das Bild, wie er mit dem toten Mathis in QOS umgeht, oder auch mit seiner schwangeren Geliebten in NTTD. Das wirkt letztlich soziopathischer und auch misogyner als Connery jemals war. Mich wundert es immer wieder, wenn viele Fans das so nahe an Flemings Bond finden. Ich erkenne den Buchbond in Craig absolut überhaupt nicht wieder, äußerlich so wenig wie innerlich. Aber ich gehöre eh zu einer Minderheit, die den Buchbond weder soziopathisch, noch rassistisch oder frauenfeindlich findet.

    Ganz genau! Bei letzterem geht es mir ähnlich, wenn auch nicht in allen Bereichen: Buchbond hat meines Erachtens durchaus rassistische (LALD!) Züge. Soziopathisch finde ich ihn aber nicht - wenn er, wie es in den Romanen mehrfach heißt "seinen Geist verschließt", ist das eine professionelle Bewältigungsstrategie, die ihm hilft, mit schwierigen Situationen umzugehen.

    Bei den frauenfeindlichen Aspekten habe ich immer den Eindruck, dass die Rezensenten Film- und Buchbond vermischen... Kaum jemand davon hat sich wirklich mit Fleming beschäftigt, so wie argumentiert wird. Neulich hab ich wieder gelesen, dass die Pussy-Galore-Vergewaltigungsszene so bei Fleming steht - da liest sie sich aber am Ende GANZ anders...


    Der Buchbond ist quasi permanent unglücklich verliebt und in der Regel wird er am Ende auch sitzen gelassen (oder spätestens kurz nach Ende des Romans, wie bei DAF)

    Die Damen kommen in aller Regel auch ganz gut alleine klar (was nicht heißt, dass sie sich nicht hin und wieder retten lassen können). Insbesondere gemessen an der Zeit (den Fünfzigern!!!) halte ich die Frauenfiguren für ziemlich emanzipiert, auch in sexueller Hinsicht. Da liest sich das normale Frauenbild normalerweise ganz anders.


    Dass Bond mit Felix den ein oder anderen Herrenwitz bringt - geschenkt. Ich bin mit mehreren Brüdern und Cousins aufgewachsen und hatte auch danach mehr Jungs als Freunde, da ist mir durchaus klar, dass diverse Sachen einfach eine Form von Socialising sind, die nicht immer absolut ernst gemeint sein müssen. Solange ich mir das nicht anhören muss, ist das okay.

    Ich denke, genau deswegen. So nach dem Motto: Der Connery/Moore/Brosnan-Bond wird so als ohne Makel und Fehler dargestellt - das ist ja völlig unrealistisch. Der Craig-Bond hingegen zeigt Gefühle, hat Fehler noch und noch und ist am Schluss doch der siegreiche Held. Also muss er sicher auch näher am Fleming-Bond sein

    Ich sehe das so wie Martin:

    Genau das mit dem "Gefühle zeigen" hab ich nie kapiert. Er zeigt ja eben keine, und das in Situationen, in denen der angebliche so holzschnittartige frühere Bond regelmäßig welche gezeigt hat. Craig geht beispielsweise am Ar... vorbei, wenn Solange ermordet wird, während Bond in Goldfinger sichtbar bewegt ist, als Tanya und Jill ermordet werden. Genau das macht den Film hier ja so gut, daß Goldfinger Bond überhaupt schocken kann. Und genau das ist ja kongruent zu den Romanen, wo ihn der Tod von Menschen auch tangiert, selbst wenn er sie vorher benutzen musste. Ein Bond, der genauso abgebrüht und kalt ist wie der Bösewicht, macht dramaturgisch überhaupt keinen Sinn. Dasselbe in SF, wenn er eine schwer traumatisierte Frau benutzt, sexuell ungleich unangenehmer bedrängt als Connery Patricia in TB, und dann einen lockeren Spruch macht, wenn sie abgeschossen wird. Daß er dann ausgerechnet heult, als seine bitchige Chefin stirbt, die ihn vorher selbst ohne mit der Wimper zu zucken hat wegballern lassen, wirkt auf mich einfach nur plakativ und unpassend. So nach dem Motto: Seht her, wir lassen Bond weinen. Craig zeigt Emotionen, aber irgendwie genau an den falschen Stellen. Er lässt etwa seine Geliebte in größter Gefahr einfach im Stich, während er dann plötzlich zum Wannabe-Daddy wird, wenn er einen Stoffhasen findet. Das ist psychologisch alles andere als plausibel.

    Gerade die Solange-Szenen [Edit: gemeint ist natürlich Bérénice in SF, sorry!] fand ich auch extrem verstörend. Ich hatte SF schon sehr lange nicht mehr gesehen und konnte mich insbesondere an die Schussszene nicht mehr erinnern. Bis zum Ende bin ich FEST davon ausgegangen, dass Bond, als er die Waffe in die Hand bekommt, innerhalb von Sekunden Silva und seine Leute fertig macht und mit Solange abhaut. Definitiv jeder Bond vor ihm hätte das so gemacht. Stattdessen schießt er daneben (und es macht nicht den Eindruck, als wäre das absichtlich gewesen!) und lässt einen absolut verachtenden Spruch los, als sie abgeknallt wird. Wie Martin geschrieben hat: Passt zum Umgang mit dem Tod von Matthis.


    Parallel zeigt gerade die MI-Reihe, wie es anders geht: Ethan Hunt ist diesbezüglich das EXAKTE Gegenteil des Craig-Bonds. Immer müssen Unschuldige bis zum letzten Rest geschützt werden und im Gegensatz zu Bond muss Hunt noch nichtmal mit den Damen im Bett gewesen sein. Man kann drüber diskutieren, ob das der Mission angemessen ist: Aber deutlicher in unterschiedliche Richtungen gehts ja kaum noch.


    Genau deswegen nehme ich es Craigbond auch nicht ab, wenn ihm der Tod von M nahegeht oder er sich für die Welt opfert.

  • Passt zum Umgang mit dem Tod von Matthis.

    Wobei ich das im Vergleich noch weniger schlimm finde. Bei Solange hätte Bond noch etwas tun können (müssen!), um sie zu retten, bei Mathis nicht. Trotzdem finde ich auch diese Szene daneben. Obwohl ich QoS insgesamt im Vergleich zu den folgenden Filme noch recht gut finde. Mir kommt es so vor, als seien die Macher der Ansicht, müsse man Bond zuweilen als "Ar***l*ch" oder als versoffenen Versager zeigen, damit er menschlicher wirkt als seine souveränen Vorgänger :wacko:

  • Ah, ich seh grade, ich habe Solange mit Bérénice verwechselt...Inhalt bleibt aber gleich

    Liegt wohl an mir, ich hatte ursprünglich Severine geschrieben, hab es aber geändert, weil ich doch Solange meinte. Wie Bond hier in CR auf den Tod von Solange reagiert, den er durch ihr Verführen ja auch verursacht hat, steht exemplarisch für viele spätere Szenen. M stellt die Gleichgültigkeit ja noch heraus, in etwa wie "Geht Ihnen am Allerwertesten vorbei, oder?" - "Jupp!". In QoS hatte ich das Gefühl, daß man hier wenigstens andeuten wollte, daß Bond anfängt, sich zu ändern. Immerhin scheint er da ein wenig überrascht, als Fields gefunden wird, und findet ein paar positive Worte für sie. Aber in SF und den restlichen Filmen wird das dann wieder negiert, wie vieles andere.

  • Puh, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Meine Geschichte mit SF ist eine Geschichte voller Missverständnisse (na, wer kennt das Werbe-Zitat noch?).

    Vor meinem ersten Kinobesuch im IMAX einige Tage nach der Premiere wurde mir im Forum das Blaue vom Himmel versprochen, selbst Nicht-Fans wie meine Freundin (oha) zeigten sich angetan.

    Als ich dann aus dem Kino kam, fragte ich mich ernsthaft, ob die denselben Film gesehen hatten wie ich.

    An dem Film stimmt für mich sehr wenig, angefangen bei der verpatzten Gunbarrel, dann die völlig irrelevante Szene mit dem verblutenden Ronson und dem Double-Check der Festplatte mit den wichtigen McGuffin-Daten. Während der Diskussion um Ronson wird aber im Auto mit dem Seitenspiegel rumgealbert...

    Die erste von einigen Szenen, die Martin schon perfekt beschrieben hat, ich nenne sie inkonsequent-verfolgte Pseudo-Emotionalität (IVPE).

    Während die Einführung von Silvas Racheplot dann noch funktioniert, ist Bonds Wiederauferstehung m.E. eher in die Hose gegangen, aber sei's drum. Es ist, was die Drehbuchautoren wollten, an der Q-Szene hatte ich sogar Spaß. Im Folgenden lässt Bond zu wie Wieheißternochgleich zwei weitere Männer erschießt, ehe er ihn vom Dach schubst. Mega-Fail! Auch das ganze Setting mit dem Modigliani-Bild (das dann in SP nochmal auftaucht) ergibt doch drehbuchtechnisch alles keinen Sinn!

    Im Casino von Macao spielt Berenice Marlohe brilliant, die Szene mit dem Waran und zwei echt platten Sprüchen von Bond ist wieder misslungen.

    Die Verführung unter der Dusche ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten ..., halt nein, doch, Bond überbietet sie 5 Minuten später selbst. Ihr habt schon genug dazu geschrieben, was zur Hölle macht Bond da? Erst direkt nach Severines Tod gibt er Gas, nicht ohne ihr verbal nach ihrem Tod noch einen mitzugeben. :kotz: IVPE!

    Silvas Einführungsmonolog ist zwar recht gut, die homoerotischen Anspielungen hätte man aber sein lassen können. IVPE-Alarm!

    Silvas Konfrontation mit M geht in Ordnung, danach bricht er durch ein U-Bahn-großes Plothole, das er schon vor Jahren installiert hat, aus. Die Inszenierung bei der Anhörung ist gut gelungen, danach geht es nach Schottland, wo mir eigentlich nur noch Kincaid Spaß macht. Das Setting um das Elternhaus ist eigentlich völlig irrelevant und daher ein IVPE.

    Das Bond bei der Zerstörung seines Autos mehr Emotionen zeigt als bei allen bisherigen Leichen (und das waren nicht wenige) zusammen, spricht Bände. Typisch Mann, aber nicht typisch Bond! IVPE

    Silva dreht im Finale völlig ab, weil IVPE!

    Und ich halte Bonds Tränen hier auch für daneben! So flennen durfte er bei Tracy und Vesper nicht! IVPE?

    Und auch das Ende im Büro war ein IVPE, denn er geht danach überhaupt nicht mit Vergnügen wieder an die Arbeit! Alles Lüge!

    Insgesamt schafft es der Film keine 2 Minuten am Stück (nächstes Mal stoppe ich mit, ehrlich) ein rundes, nachvollziehbares Bond-Feeling aufkommen zu lassen. Zu kaputt sind Hauptprotagonist und Plot! Warum der Film nach wie vor bei vielen Fans, vor allem aber Gelegenheitsfans und Normalos so einen guten Ruf genießt, ist und bleibt mir ein Rätsel.

    Ist es das Jubiläum? Ist es die platte "alt ist geil"-Message? Ist es der Nolan-artige Bösewicht (weit schlechter als der Joker allerdings)? Oder ist es genau jene Pseudo-Emotionalität, die man nur durchschaut, wenn man anfängt, sie zu hinterfragen, was Otto Normalo und der einfach-gestrickte Gelegenheitsfan aber nicht tun und weshalb sie bei der Zielgruppe auch gut ankommt?

  • "IPVE" - muss ich mir merken :D !

    Warum der Film nach wie vor bei vielen Fans, vor allem aber Gelegenheitsfans und Normalos so einen guten Ruf genießt, ist und bleibt mir ein Rätsel.

    Ich habe mich auch gefragt, ob ich mit meiner Meinung zu SF alleine dastehe 🤷. Der Film hat ja hier im Forum zumindest einige "Unterstützer". Aber nachdem ich Eure neuerlichen Beiträge gelesen habe, bin ich doch beruhigt ;).


    Ist es das Jubiläum?

    Das mit dem Jubiläum halte ich eh' für überbewertet. Auch schon zehn Jahre zuvor bei DAD. Warum denn bitte soll ein Film besonders gut sein, weil es die Reihe nun seit einer runden Jahreszahl gibt :rolleyes: ? Und ich denke auch nicht, dass das beim Gelegenheitsgucker zieht. "Hey Mann, Bond-Filme gibt's jetzt seit 50 Jahren. Ich schaue sonst nie Bond-Filme im Kono, aber wenn das so ist, ändere ich nun meine Meinung!" :wacko:.


    das ganze Setting mit dem Modigliani-Bild (das dann in SP nochmal auftaucht)

    Sorry - was war da(s) schon wieder? Ich weiss, ich hab das hier mal gelesen, aber leider offenbar wieder vergessen... oder verdrängt :S

  • Als Patrice den Mann durch das Fenster erschießt, nachdem vor ihm das Bild enthüllt wurde. Ich hab mal wo gelesen, dass das ein gestohlenes Bild ist, in Anlehnung an das Herzogsporträt in DN.

  • Auch wenn ich Bewertungsplattformen wie imdb, ofdb und Co nicht überbewerten würde (damit erschlägt man auch kein komplettes nachhaltiges Meinungsbild über einen Film) ist es doch interessant wie die Craig Filme ankommen und das trifft auch in Summe das was ich subjektiv die letzten Jahre wahrgenommen habe.

    CR und SF klar vorne, NTTD in der Mitte (love it or hate it) und SP und QOS dahinter.


    IMDB Metascore OFDB Moviepilot

    Casino Royale 8,0 - 80 - 7,8 - 7,1

    Skyfall 7,8 - 81 - 7,3 - 7,4

    No Time to Die 7,3 - 68 - 6,6 - 6,8

    Spectre 6,8 -60 -6,6 - 6,6

    Quantum of Solace 6,5 -58 - 6,5 -6,5


    Also das OfdB Ranking finde ich noch am "sympathischsten". Sollte man alles auch nicht ZU ernst nehmen.

    Das einziges Qualitätsmerkmal das für mich zählt ist mein eigener Unterhaltungswert :D


    Das Jubiläum hat nichts mit der Bewertung von Skyfall zu tun, aber es hat geholfen,

    die Massen ins Kino zu locken. Bond war damals in aller Munde.

    Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

    Edited 3 times, last by Don-Corleone ().

  • Das mit dem Jubiläum halte ich eh' für überbewertet. Auch schon zehn Jahre zuvor bei DAD. Warum denn bitte soll ein Film besonders gut sein, weil es die Reihe nun seit einer runden Jahreszahl gibt :rolleyes: ? Und ich denke auch nicht, dass das beim Gelegenheitsgucker zieht. "Hey Mann, Bond-Filme gibt's jetzt seit 50 Jahren. Ich schaue sonst nie Bond-Filme im Kono, aber wenn das so ist, ändere ich nun meine Meinung!" :wacko: .

    Sehe das wie Don Corleone. Das Jubiläum pusht das gesamte Franchise ein bisschen, ich denke da nur an die ganzen Sonderausgaben, sogar von Spiegel und Co., und dementsprechend nehmen viele die Jubiläumsfilme dann wohl etwas wohlwollender wahr. Erinnert mich immer an den Spruch von Harald Juhnke: "Ich hasse Silvester, da saufen auch die Amateure." Ähnlich ist es mit den Jubiläen, da halten sich auch die Amateure plötzlich für Fans. Wahrscheinlich so wie ich alle zehn Jahre mal einen Star Wars sehe und denke "Joa, war schon krass und wichtig für die Filmgeschichte und so".


    Mein Hauptproblem mit Skyfall ist mittlerweile, daß der Schurke im Prinzip gewinnt, und Bond damit logischerweise verliert. Und mich fasziniert es fast schon, wie der Film das stimmungstechnisch überhaupt nicht reflektiert. Das hat auch dazu geführt, daß ich mir das selber nicht eingestehen wollte. Auf einer moralisch-ethischen Ebene kann man es eben so betrachten, daß Silva verliert, weil er seinen Rachegelüsten und seinem Ego erliegt, und Bond eben nicht. Aber das ist eher eine absolute Minimal-Voraussetzung für einen Bondfilm, die ich nicht unbedingt zelebriert sehen möchte. Bei aller Kritik an GoldenEye, aber dieser Film hatte dieses Thema bereits fast zwei Jahrzehnte vorher behandelt, und das wesentlich stimmiger und verbunden mit einer bondwürdigen Story. Das Ende von Skyfall sagt im Prinzip: Er konnte Silva nicht rechtzeitig stoppen, er konnte weder seine Chefin beschützen noch eine Informantin, die sich in seinen Schutz begeben hat (er hat M's Situation im Gegenteil sogar noch verschlimmert), aber hey, er hat die Martinis an der Bar stehen lassen, sich aufgerappelt und ist nicht verbittert. Das ist für das 50jährige (!) Jubiläum eines Helden, der zigmal die Welt gerettet hat, im Weltraum und unter Wasser, so dünn, daß es eigentlich ein Witz ist. Günther Krause von nebenan kann es schaffen, vom Alkohol loszukommen, auf Arbeit zu gehen und nicht im Selbstmitleid zu versinken. Dafür bin ich kein Fan der Figur James Bond. Und die bittere Ironie an der Geschichte ist ja noch, daß er in NTTD trotzdem ein verbitterter, pissiger, unsympathischer alter Sack geworden ist und letztlich sogar als solcher in den Selbstmord getrieben wird.

  • Das sehe und empfinde ich leider alles genau so wie Du :( . Aber eben: Dem "Gelegenheitsgucker" scheint das offenbar ziemlich egal zu sein. Wie auch Bonds Tod in NTTD. Das heisst es dann nur "Boah - krass. Aber so innovativ. Muss gut sein!"


    Sehe das wie Don Corleone. Das Jubiläum pusht das gesamte Franchise ein bisschen, ich denke da nur an die ganzen Sonderausgaben, sogar von Spiegel und Co., und dementsprechend nehmen viele die Jubiläumsfilme dann wohl etwas wohlwollender wahr.

    Ich habt wohl recht. Aber verstehen tue ich es trotzdem nicht 🤷. Ich erinnere mich hingegen noch an den Hype 1995 im Zusammenhang mit GF. Das war dann schon berechtigt - schliesslich ist da die schon fast tot geglaubte Franchise nach über sechs Jahr endlich wieder zum Leben erwacht :thumbup:. Kommt hinzu, dass es damals wirklich eine Zwangspause war, für die die Macher nichts konnten und eine "wir sind so gut, brauchen aber nun viel Zeit um neue Ideen zu finden, wie wir das Vermächtnis weiter demontieren können" :thumbdown:.


    Übringens grad realisiert: Seit NTTD sind auch schon wieder mehr als 4 Jahre vergangen... Und das, obwohl der Start von NTTD aus bekannten Gründen ja mehrfach verschoben wurde. Ist wohl auch eine Taktik: Nur alle Jubeljahre mal ein neuer Bond-Film - so kann dann auch jeder Beitrag entsprechend zelebriert und gehypt werden :rolleyes:

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!