Posts by Mr. Fogg

    (...)

    seit Craigs finaler Stinkbombe (...)

    Vielen Dank für diesen treffenden, griffigen Ausdruck!!! Während der Film in meinem Freundeskreis seit geraumer Zeit nur noch mit "das Machwerk" oder "der Letzte" bezeichnet wurde, konnte ich jüngst Beifallsstürme ernten, indem ich mir erlaubte, Dich zu zitieren! ^^

    Weiß jemand in welchen Bondfilmen außer OHMSS die Queen noch erwähnt wurde oder bildlich in Erscheinung trat? Mir fällt spontan kein weiterer Film ein. Number 10 Downing Street war gefühlt öfter präsent.

    In TMWTGG (deutsche Synchro) wacht Bond unter den zarten Händen einer Masseurin von Hai Fats Karate-Schule auf und sagt "God save the Queen!"
    Im selben Film bedauert Scaramanga Bond, dass er für ein "freundliches `Gut gemacht` Ihrer Majestät arbeite!
    In MR wird die abschließende Übertragung aus dem Space Shuttle direkt in den Buckingham Palace weitergeleitet. Frederic Gray: "Ich bin sicher, Ihre Majestät wird fasziniert sein."
    TB: "Was ich tat, tat ich für König und Vaterland ... Sie glauben doch nicht etwa, es hat mir Spaß gemacht!"

    Danke für diesen würdigen(den) Nachruf.


    Deine Bedenken hoffe ich allerdings zerstreuen zu können: Es kann immer IHRER Majestät heißen, denn Bond kann zukünftig auch Ihrer Majestät, dem König, dienen.
    Schwierig wird es eher in Englisch: On Her HIS Majesty's Secret Service

    Nein, unter Charles, III. wird es heißen: SEINER Majestät!
    Deshalb sind die Jahre im Geheimdienst IHRER Majestät für eine voraussichtlich sehr lange Zeit erstmal vorbei.

    Ihre Majestät, Königin Elisabeth, II. ist heimgerufen worden! Gott schenke ihrer Seele Frieden!

    Unter ihrer Regierung, einer zweiten elisabethanischen Epoche, erblickte James Bond das literarische und später das filmische Licht der Welt! Alle Aufträge und Abenteuer, die er durch"leben" sollte, galten immer dem Geheimdienst IHRER Majestät!
    Bonds Wirken ist so untrennbar mit Königin Elisabeths Herrschaft verbunden, dass es in Zukunft schwer fallen wird, vom "Agenten SEINER Majestät" im "Auftrag SEINER Majestät" zu sprechen. (Wobei ich nicht einmal sicher bin, ob es überhaupt nötig sein wird: Möglicherweise liegt das endgültige Ende von Bond zeitlich genauso nah am Ende von Elisabeths Regierung wie sein Anfang in der Nähe ihrer Thronbesteigung.)

    Die Königin ist tot, lang lebe der König!

    (...)
    Das alles hat schon irgendwie das Zeug für eine Komödie im Stil der Coen-Brüder: Eine Produzentin, die ein extrem erfolgreiches Action-Franchise erbt, sich dann in ihren Hauptdarsteller verguckt und ihm alle möglichen Freiheiten einräumt, und der dann um sich schauspielerisch zu profilieren das Ganze in Rosamunde-Pilcher-Melodramen verwandelt.
    (...)

    Wunderbar zusammengefasst! So könnte es tatsächlich gewesen sein! Ich halte es für absolut möglich, dass von dem ganzen schlussendlichen Desaster nichts weiter übrig bleibt als ein Treppen-Witz der Filmgeschichte!

    (...)


    Zur Zeit ist es einfach so, dass ich auf Craig allgemein keinen Bock habe. Kann man kindisch finden, ist aber so. Vielleicht ändert es sich auch mal wieder. Seltsamerweise hat auch die Brosnan-Ära wieder gewonnen. Ich hab mir nach NTTD als erstes GE angesehen und wusste schon vorher, dass ich den Film besser finden würde als sonst, weil mir klarer geworden ist, was man sich bei der Neu-Interpretation Bonds für die 90er gedacht hatte.
    (...)

    Ich differenziere da zwar etwas mehr (aus selbstsüchtigen Gründen), aber ich kann es nachvollziehen, was Du da empfindest! Ein Freund von mir hat jüngst sogar den Soundtrack von NTTD aus seiner Sammlung gelöscht!

    Ich dachte ja mal, unser verehrter Herr Fogg, würde sich gerade zu den s/w-Folgen äußern, da ich doch in Erinnerung habe, dass er sich ebenfalls die "Monochrome"-Box aus dem UK holte und sich mal genüsslich anschaute. Eine willkommene Abwechslung zu der letzten Bond-Dekade.


    Und da unser Sir Roger gestern leider schon seinen 5. Todestag hatte, legte ich zwei Filme in den Player und schaute es zugleich im O-Ton.
    Die Wildgänse kommen (The Wild Geese) und als schrulliger Ffolkes im gleichnamigen Film, oder doch "Northsea Hijack"? Egal, zu deutsch: Sprengkommando Atlantik :)
    Ja, ich weiß noch, wie ich gerade an einem Dienstag meine Arbeit beendete, auf dem Heimweg war und ein Freund, der auch zufällig noch an diesem Tag Geburtstag hatte, mich über Sir Rogers Tod benachrichtigte ;(

    Vielen Dank, dass Du Dich meiner erinnerst bezüglich der s/w-Staffeln von "The Saint"! Die Tatsache, dass meine Begeisterung für das gesamte "The Saint"-Universum mich in überbordende Emotionalitäten verstricken ließe, hindert mich daran, solche hier auszubreiten ... weil ich einerseits damit niemandem auf den Wecker gehen möchte und andererseits mir das dann auch zu nahe gehen würde.


    Wie ich schon immer sagte: Wenn mir Bond nichts mehr liefern kann, dann gehts zurück "nach Hause": Zu Simon Templar!


    Am Todestag Roger Moores erhielt ich aus meinem Bekannten-Kreis viele Beileidsbekundungen von jenen, die meine Begeisterung seit Jahrzehnten kannten und von den anderen, für die ich offenbar zwecks tiefempfundener Kondolenz der erste Adressat gewesen zu sein schien. (Was mich mit großer Dankbarkeit erfüllte!)


    Ich erinnere mich einer Englisch-Stunde in der Höheren Handelsschule am 14. Oktober 1987: Die Stunde war sehr langweilig, alle sehnten das Klingeln am Ende herbei. Während der zweiten Hälfte meldete ich mich zu Wort und verkündete, dass an jenem Tage Roger Moores Geburt sich zum 60sten Mal jährte! Ein Raunen ging durch die Klasse und das Thema beherrschte die Stunde für ihren weiteren Verlauf. Von da an hatte ich meinen Ruf weg! (Manchmal geht so etwas so einfach! :D )

    (...)


    Und ja: Auch ich denke nicht, dass zum Zeitpunkt von CR irgendeine Art von Strategie vorlag, wie sich die Reihe weiter entwickeln sollte. Und dass man sich von Film zu Film hangelt - das war doch schon immer so - selbst als es im Abspann jeweils noch hiess "James Bond will return in '...' ".
    (...)


    Genau: Craigs erste zwei Filme funktionieren soweit gut. Und auch wenn mir SF nicht sonderlich gefällt, so macht er doch nichts kaputt.... im Gegensatz zu den beiden folgenden Filmen. Wobei ich mich immer noch frage, welchen der beiden ich diesbezüglich schlimmer finde. Ich denke, es ist SP.
    (...)

    Da scheinen wir uns im Wesentlichen ja mal einig zu sein! :)
    (Abgesehen von SF, den ich für Craigs "Goldfinger" halte! :thumbup: )

    Martin und Django:
    In Bezug auf SF lässt sich vermutlich nur sagen: De gustibus non est disputandum.


    Aber: Ich war immer ein Vertreter der Haltung, die Sach- und Beziehungs-Ebene voneinander trennt.
    Auch mir ist Roger Moore mit Abstand der sympathischste Darsteller des James Bond, dicht gefolgt von Pierce Brosnan. Gleichauf mit Moore sicher auch David Niven, mit dem nicht umsonst Roger Moore eine intensive Freundschaft verband.
    Es leuchtet mir allerdings nicht ein, weshalb ich meine Favoriten unter den Darstellern nach persönlicher Sympathie auswählen sollte. Mein Lieblings-Schauspieler David Niven hat den mit Abstand schlechtesten Bond-Film gedreht! Auf Platz 2 meiner Liste steht andererseits der Bond-Film mit dem schlechtesten Darsteller: George Lazenby. Seit langem schon bin ich mir dieses "Paradoxons" bewusst, und ich habe meine Lehre daraus gezogen.
    Ob Craig nun bereits vor CR06 den Tod Bonds als Bedingung für seine Beteiligung am Projekt gestellt hatte oder nicht ... ich weiß es nicht. Allerdings halte ich es für sehr unwahrscheinlich. Nach dem ersten Film mit einem neuen Darsteller zittern alle Verantwortlichen normalerweise darum, ob und wie es weitergeht. Zu dem Zeitpunkt weiß noch niemand genau, ob der Mann vom Publikum akzeptiert wird oder nicht. Wie soll es der große Albert R. Broccoli zu Lazenby gesagt haben, der sich des Erfolgs seiner Sache wohl schon recht früh zu sicher war: "Du bist kein Star, weil ich es sage; Du bist kein Star, weil Du es sagst; Du bist erst ein Star, wenn das Publikum es sagt!" Aus dieser wackeligen Position eine solche Bedingung zu stellen, erscheint mir eher eine nachträgliche Verklärung der ersten Verhandlungen zu sein!


    Das Desaster der letzten beiden Filme, wobei ich NTTD schon nicht einmal mehr in meiner Liste führe, ist nicht in der Lage, die Leistungen der Jahre vorher zu schmälern. Ich würde mich ja selbst um diese sehenswerten Beiträge berauben.


    Auch in DAD mochte ich Bonds "Wegsein" nie. Das passt für mich einfach nicht zu Bond. Aber ich gebe Dir Recht: Wenn schon, dann sollte man das so lösen wie in DAD und nicht so wie in SF. Denn:
    Zumindest der Film-Bond ist ein "Held", eine coole Sau, ein Womanizer der immer obenauf geht, sich immer hochkämpft, niemals aufgibt und aus jeder Situation das beste macht. Einer, der sich nicht unterkriegen lässt, an sich glaubt und sich nicht aufgibt. Klar, er darf auch mal richtig wütend sein, muss mitunter schlimme Sachen erdulden - aber er ist kein dauernd zweifelnder, gebrochener Antiheld, der bestenfalls durch Dusel weiterkommt.


    So, das war's mal fürs Erste ;)

    Eigentlich fehlt mir die Lust, es ständig zu wiederholen, aber seis drum:
    Gerade Skyfall zeigt uns in genialer Weise, dass James Bond sich eben NICHT unterkriegen lässt! Besonders in diesem großartigen Streifen, wo 007 wirklich zum allerersten Mal fast eine Bruchlandung hinlegt, die beinahe das Ende seiner Person und seiner Karriere hätte bedeuten können, ... kommt er ohne fremde Hilfsmittel und ohne alberne "Super-Kräfte" wieder heraus! Nur durch die Kraft seines eisernen Willens, durch seinen Patriotismus, durch seine Nibelungentreue! Diese "Auferstehung" (so sagt er es ja selbst!) ist wirklich etwas bond-typisches ... und eine Herausforderung, vor der der Roman-Bond zwar schon, aber kein Film-Bond vorher je gestanden hat!
    Besser und plausibler geht es nicht!


    Nebenbei:
    Genauso, wie ich die Vereinnahmung Silvas durch den lächerlichen "Oberhauser"-Plot für "debil"(im Sinne dieses Threads) halte, erscheint mir die "Sippenhaft", in die die frühen Craig-Bonds wegen des unsäglichen NTTD von manchen genommen werden, "debil"!
    Ein 2006-er, 2008-er oder 2012-er Bond wird doch nicht durch Ereignisse qualitativ beeinträchtigt, die 2015 oder 2021 eintreten! Sanft ausgedrückt halte ich es für unmöglich, zumindest in höchstem Maße für unwahrscheinlich, dass ab 2006 allen folgenden Filmen ein "Master-Plan" zur Vernichtung des Bond-Kosmos zugrunde lag!
    Wer den frühen Enthusiasmus der Craig-Bonds bis SF nicht mehr wahrnehmen kann, weil der Destruktivismus der letzten beiden ihm die komplette Laune verhagelt hat, der sollte sich mal ganz nüchtern fragen, wie ein "Goldfinger" noch bestehen soll, nachdem sieben Jahre später der gleiche Regisseur mit "Diamantenfieber" etwas diametral entgegengesetztes geschaffen hatte! GF steht für sich ... mit oder ohne DAF! Genauso stehen CR06, QoS und SF für sich ... mit oder ohne SP und NTTD!

    Mr. Fogg:


    Sicher, der Weg wird aufgezeigt. Aber in DAD ist ihm doch schon Ähnliches widerfahren. Dort wurde er nur aus dem koreanischen Gefängnis geholt, weil er unter Drogeneinfluss zu viele Geheimnisse preisgegeben hat. Und M sagt ihm obendrein noch frech ins Gesicht "Wir haben keine Verwendung mehr für Sie!" Anstelle der Flasche wie in SF ergreift er hier aber augenblicklich die Initiative, die mit dem Betreten der Hotellobby in einen der stärksten Bondauftritten überhaupt mündet. Genau das ist Bond, James Bond. Und diesen Charakterzug vermisse ich in SF.

    Das ist sehr gut argumentiert!
    Es stimmt: Ein ähnliches Szenario ist schon einmal da gewesen, und ich gebe zu, dass mich diese Sache damals bei DAD schon sehr gestört hat!
    Ein Mann wird 14 Monate lang gefoltert, er erhält keine Pflege oder medizinische Versorgung, er hat nicht einmal die Möglichkeit, sich zu rasieren, sich zu waschen oder die Klamotten zu wechseln, ihm wird jede moralische Unterstützung der eigenen Leute verweigert, er hat in dieser Zeit keine Zukunftsperspektive ... er kommt aus der Sache raus, und er macht, physisch wie psychisch unbeeinträchtigt, genau da weiter, wo er vorher aufgehört hat! Das war wirklich albern!
    Der Weg, der uns in SF gezeigt wird, entspricht m. E. viel eher dem, was James Bond eigentlich schon immer war: ein Typ, der selbst durch schwierigste Herausforderungen nicht zum aufgeben gebracht wird!
    Letzten Endes zeigt SF wesentlich realistischer und detailierter, dass James Bond "Ja" zum Leben sagt! Eine sehr kluge Bereicherung des Drehbuchs ist darüber hinaus die Gegenzeichnung der Reaktion des Silva auf ein vergleichbares "Fallenlassen" durch den MI6: Während Bond sich aus der Asche erhebt, gibt Silva alles auf, was er je bejaht hat!
    Und so resümiere ich:
    Wo DAD nur noch einer Art Comic-Verfilmung entspricht, zeigt SF uns den James Bond, der mit seiner Charakterstärke da herauskommt, wo andere scheitern!
    Allein durch innere Kraft, durch der Figur innewohnende Eigenschaften ... und nicht durch die simple Unzerstörbarkeit einer billigen Action-Figur aus Plastik!

    Sicherlich ist der Schauspieler älter geworden. Aber seine Figur deshalb gleich als heruntergekommenes, physisches und psychisches Wrack darzustellen, geht mir etwas zu weit. Das hat mit dem Bond, den man in den 22 Filmen davor kennengelernt hat, nicht viel zu tun. Bond muss aus meiner Sicht kein stahlharter Supermann sein, und ich genieße sogar die Momente, wo bei ihm ein wenig Verletzlichkeit aufblitzt. Solche Szenen erfolgten aber immer wohldosiert und nicht wie in SF mit dem Holzhammer.

    Nun, der Weg zu diesem "heruntergekommenen, physischen und psychischen Wrack", wie Du es nennst, wird in SF doch sehr schlüssig aufgezeichnet!
    Er wird von DER Institution, die als einzige Bindung für alle anderen stand, fallen gelassen. Saufen, Tabletten, Schusswunde ... längeres (wir wissen nicht, wie lange) Sich-Gehen-Lassen ...
    Am Beginn der PTS von SF ist von all dem noch nichts zu spüren!

    Ja, das kann schon sein. Manchmal frage ich mich schon, weshalb ich mir das noch antue. Das Label "James Bond" stand mal für Exklusivität, für absoluten Kult. Und heute? Irgendwie 08/15-Ware... Handwerklich gut gemachte Filme, aber all das, was Bond wirklich(!) ausgemacht hat, ist weg ;(

    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!
    Seit Jahren schon beruhige ich mich vor jedem neuen Bond damit, dass man mir die alten Werke nicht mehr nehmen kann.
    Ich hätte allerdings nicht erwartet, dass ich diese "Versicherung" mal nutzen müsste.

    (...)Aber debil war nur eine grundsätzliche Entscheidung: sich einem verdienten, aber von der eigenen Grandiosität in ungesundem Maße berauschten Hauptdarsteller ab seinem Film Nr. 4 völlig zu unterwerfen und die von ihm höchstselbst eigentlich für die Zukunft fit gemachte Popfigur systematisch zugrunde zu richten – Bond ab SP als Arthouse misszuverstehen und dann doch nur müde Klischees, dümmliche Dialoge und absurdeste Kolportage zu bieten. Allein in diesem Kontext ist das Ableben der James Bond genannten Figur am Ende der letztjährigen Travestie folgerichtig. Aber nicht im Sinne von Ian Fleming, von Cubby und Harry, von Sean, George, Roger, Timothy und Pierce. Ihrem
    Erbe den Mittelfinger entgegenzustrecken, das allein ist debil – um ein mildes Bild zu gebrauchen.

    Feirefiz: Deine Texte sind wie das Atmen frischer Luft an einem verkaterten Morgen! :)

    Zu 1) Auf de Frage, ob es vorstellbar wäre, dass Ian Fleming seinen James Bond sterben lassen würde, Flemings Antwort "Das könnte ich mir gar nicht leisten", freilich mit einem Grinsen im Gesicht, aber die Vorstellung Bond sterben zu lassen, waren gar nicht vorhanden!
    Zu 2) Fleming und Chandler sind sich einig, dass ein Mann mit diesem Beruf, in dieser Position, seine Gefühle unterdrücken muss und sie nicht zeigen kann/darf (auch wenn Chandler das etwas emotionalere Ende von Casino Royale gut fand, aber das betraf mehr die weibliche Figur im Buch).

    Fleming und Chandler stammten beide aus jenen Tagen, als Gefühlswelt noch Privatsache war, als Tapferkeit noch nicht skeptisch beäugt wurde. Man sollte ihre Figuren so belassen, wie sie sie erschaffen haben! Wer was anderes braucht, soll was anderes schreiben, Du liebe Güte!


    Das sehe ich auch so. Da gab's doch in der Bond-Film-Geschichte weit grössere (logische) "Unstimmigkeiten" bei der Charakterisierung der Schurken. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass hier teilweise nicht ganz objektiv beurteilt wird (wobei ich niemandem das Recht auf seine Meinung absprechen will). Denn eben: Safin hat zumindest eine "Vorgeschichte". Währenddessen haben wir keine Ahnung, was etwa einen Stromberg wirklich antreibt - weshalb und wie er seinen Dachschaden gekriegt hat. Dieses "Nicht-Kennen" stört mich zwar auch nicht, aber dennoch ist es doch das grössere Defizit, als eine möglicherweise nicht in allen Punkten stimmige Vorgeschichte.

    Er hätte ein "Villain in allerbester Bond-Tradition" sein können, wenn man nicht so verkrampft bemüht gewesen wäre, eine Vorgeschichte zu konstruieren.
    Das Böse ist keine Eigen-Kraft; es ergibt sich aus der Abwesenheit des Guten! Daher braucht es keine Motivation, sondern lediglich Willkür! "Er kann es, hält es für angemessen, also tut er es!"
    Für das Gute bedarf es eines Motivs; das Böse kommt ohne zurecht ... wenn es anfängt, über Gründe nachzudenken, eine Rechtfertigung sucht, dann ist immer schon das Bewusstsein da, dass der letzte Grund des Bösen nur ein VORletzter Grund war. Sobald aber dem letzten Grund nachgegangen wird, kippt die Logik des Bösen.


    Ich weiß, das ist jetzt sehr theologisch ... aber man denke an das Verhältnis von Hitze und Kälte. Kälte ist kein eigener Wert: Kälte ist nur die Abwesenheit von Wärme!
    Deshalb scheint mir die Konstruktion einer "Vorgeschichte" eines Villains immer als nicht zu Ende gedacht! Und selbst, WENN eine Rechtfertigung gesucht/ konstruiert wird: Sobald der Wunsch nach Verständnis einer solchen Figur aufkommt, und nichts anderes kann eine Vorgeschichte sein ... so ist auch schon die Verantwortung gegenüber einem "Höheren Wert" auf dem Tisch!
    Und damit wird ein Villain weniger ein Fall für einen Agenten Ihrer Majestät als vielmehr für einen Priester oder einen Psychiater!


    Gerade fällt mir ein: So ähnlich äußert sich Bond am Ende von Casino Royale. "Über seine Seele hätten Sie mit einem Priester verhandeln sollen!"
    (...denn dafür ist Bond einfach weder kompetent noch zuständig! Was hat das also in einem 007-Film zu suchen?!)

    Ich würde mich zwar gern - besonders mit dem Ziel, weiter Leben im Forum zu halten - beteiligen, aber ich habe (dankenswerterweise, in diesem Fall) mittlerweile solche Gedächtnislücken, was NTTD angeht, dass ich nichts Neues mehr beitragen kann.
    Eine Zweitsichtung schließe ich aus, weil ich statistisch nur noch ca. 25 Jahre auf diesem Planeten habe, und generell meine Zeit nicht mehr als 3 bis 4 Filme pro Woche zulässt. Ich muss da folglich wählerisch sein.

    Der mit Abstand geeignetste Ort, Euch, liebe Forums-Freunde, ein frohes Weihnachtfest zu wünschen, ist hier!
    So nehmt also meine herzlichen Wünsche für das Fest und für das nächste Jahr entgegen!


    In den nächsten Tagen werde ich mich am ´69-er Bond erfreuen: Ich weiß zwar noch nicht, ob im Original-Ton oder in der Synchro der deutschen Kino-Fassung (die überarbeitete ist ja nicht zu vertragen) ... vielleicht beide?!
    Wie dem auch sei: Ich freue mich, dass es Euch hier gibt, besonders, wenn ich so viele flache Beiträge bei FB lese! Man weiß erst, was man hat, wenn man es mal nicht hat!
    Lasst uns also dabei bleiben... auch, wenn der Zeitgeist für Geistreiches wenig Raum lässt!


    "Aber nicht die Bescherung verschlafen!"


    und zuletzt:
    "Na dann: Frohes Fest!"