Posts by Whisper

    Die Schurken-Kombo ist die vielleicht beste überhaupt in einem Bondfilm. Aus heutiger schon fast befremdlich wirkt, dass es bis auf das Auto-Attentat in New York fast keine Action in der gesamten ersten Hälfte gibt.

    Der Schurken-Kombo kann ich voll zustimmen! So viele unterschiedliche Charaktere (namentlich erwähnt werden wohl Kananga/Mr. Big, Tee Hee, Baron Samedi, Adam und Whisper). Genial ist auch der Taxifahrer :D .


    Die fehlende Action in der 1. Hälfte ist mir nie aufgefallen. Ich habe also nichts vermisst - im Gegenteil! Action nur um der Action Willen einzubauen stört oft sogar den Spannungsbogen/Handlungsablauf (siehe FYEO).

    Deshalb bleibt GF für mich und halt sehr vielen anderen DER Bondklassiker schlechthin (bei mir halt nur von einem anderen Bondfilm getoppt).

    Lass mich raten: es handelt sich dabei um TSWLM ^^  :thumbup:


    Bei mir ist GF aktuell auf Rang 5 hinter TSWLM, OHMSS, CR und TLD. Mit "bieder" ist wohl eher altbacken gemeint statt moralisch integer. Tatsächlich empfinde ich TB als erheblich moderner, so als ob zwischen beiden Filmen 10 Jahre liegen. Besonders deutlich wird dies an der letzten Szene im Hotelzimmer, wo Fiona Pussys Umkehr zum Guten perfekt beschreibt. Um dann eiskalt zu sagen "but not this one". Im Sinne von schaut her, die alten Methoden taugen ab jetzt nichts mehr. Auch bei den Felix Darstellern erkennt man gut den Unterschied zwischen altbacken (onkelhaft) und modern (jung, dynamisch).

    Bei der Optik der beiden Filme geht es mir ähnlich. Man vergleiche nur die alte Ranch mit dem modernen Konferenzraum von Spectre zu Beginn von TB. Selbst die Musik wirkt bei TB auf mich zeitloser. Das soll nicht heißen, dass sie mir in GF nicht gefällt - sie passt hervorragend zum Film. Aber sie klingt doch sehr nach 60er Jahre, was bei TB nicht ganz so stark auffällt.


    TB wirkt auf mich sogar moderner als die Nachfolgerfilme YOLT, OHMSS, DAF, LALD und TMWTGG. Also wirklich 10 Jahre jünger ;)

    Interessante Diskussion, ob nun GF oder TB die Nase vorn hat. Diese Frage stelle ich mir auch jedes Jahr wieder neu und die Antwort fällt alles andere als eindeutig aus. Im Grunde kann ich die beiden folgenden Aussagen so unterschreiben:

    Alles an TB wirkt auf mich moderner, zeitgemäßer, "cooler", während GF - dem ich seine epischen Momente nicht absprechen will - aus heutiger Sicht etwas altbacken, piefig und bieder wirkt.

    Quote from von Martin

    Wo ich GF dann auch weit vor TB sehe ist die Art des Erzählens. GF flirtet mit dem Zuschauer. Den Gag mit der netten alten Lady, die später ein MG abfeuert, sehe ich dafür als Musterbeispiel. Auch Bonds Überrumpeln der Wache. Diese Leichtfüßigkeit mit einem großen Augenzwinkern bezieht den Zuschauer viel mehr mit ein, während TB über weite Strecken einfach seinen Technik-Bombast abspult. Die ganzen Unterwasserszenen sind reine Schauwerte, die dem Zuschauer nichts weiter als Staunen abverlangen wollen.

    Ja, TB ist der erste richtig große Bondfilm. Zum ersten Mal ist eine für den Zuschauer greifbare Bedrohung zu verspüren. Hier geht es nicht um das seltsam anmutende "Toplink" oder eine unscheinbare "Schreibmaschine", auch nicht um einen radioaktiven Goldvorrat. Nein, hier wird es richtig ernst! Viele Menschenleben stehen auf dem Spiel. Und man nimmt dem gesichtslosen Blofeld ohne weiteres ab, dass er seine Drohung wahr machen würde. Seine Skrupellosigkeit wird besonders an der Hinrichtung eines Agenten in dem herausragend gestalteten Konferenzraum deutlich. Der Konferenzraum der guten Seite ist dabei nicht minder eindrucksvoll geraten. TB bietet darüber hinaus noch mehr: ein viel intensiveres Karibikflair als in DN, eine gelungene Casinoszene, viele schöne Nebenbondgirls, ein herausragendes Badgirl und ein nicht minder beeindruckendes Hauptbondgirl. Der Film wirkt um einiges moderner als der im direkten Vergleich tatsächlich etwas bieder wirkende GF. Ich freue mich jedes Mal riesig auf TB. Aber schon oft bin ich nach dem Anschauen des Films fast ein wenig enttäuscht, denn neben vielen wirklich starken Momenten sind seine Schwächen leider nicht zu übersehen. Und seltsamerweise punktet da gerade der Vorgängerfilm: Bei TB fehlt ein gleichmäßiges Erzähltempo. Langatmige (Unterwasser-)szenen auf der einen, schnelle Action auf der anderen Seite. Phasenweise möchte man Einnicken, um dann wieder hochzuschrecken. Auch der Villian (Nr. 2) wirkt im Vergleich zu Auric Goldfinger recht eindimensional. Ja, er kommt auf den ersten Blick bedrohlicher rüber als der verspielt wirkende Goldfinger. Aber ihm fehlt jeglicher spitzbübischer Charme. Bond und Goldfinger könnte ich stundenlang beim Golfspielen zusehen, Bond und Largo beim Tontaubenschießen nur kurz. Und dann ist da das Ende des Films: in TB eine nicht enden wollende, langatmige Unterwasserschlacht, auf die dann die viel zu überhastet gefilmte Szene auf der Yacht folgt. In GF wurde das besser gelöst. Hier ist die Massenschießerei glücklicherweise kurz gehalten worden und der Fokus liegt auf dem spannenden Zweikampf Bond/Oddjob. Dann noch eine kleine Zugabe und wir können uns zurücklehnen.


    Welcher Film ist nun besser? Nun, sie sind beide gut, aber eben nicht perfekt. Das hat bei mir erst TSWLM geschafft ;). Meist hatte TB bei mir knapp die Nase vorn, letztes Jahr hat mich GF mehr beeindruckt. Hier die Gewinner der einzelnen Kategorien:


    Bondfeeling: TB

    Drehbuch: GF

    Musik: gleich gut

    Optischer Eindruck: TB

    James Bond: GF

    Bondgirls: TB

    Gegner: GF

    Handlanger: GF

    Helfer: TB


    Ausgeglichen :D

    Gute Kritiken und Mundpropaganda haben früher sicherlich auch ihren Teil zum Kinoerfolg beigetragen. Zudem denke ich, dass sich viele Zuschauer einen richtig guten Bondfilm mehrfach angeschaut haben. In einen OHMSS, der die Zuschauer verstört - wenn nicht gar geschockt - zurück lässt sind die Leute wohl nicht gerne erneut reinspaziert. Ähnliches gilt wohl auch für LTK. Mit den Bonddarstellern der beiden Filme kamen einige wohl auch nicht so klar.


    Aber das erklärt alles nicht das zwar gute, aber dennoch nicht ganz überragende Ergebnis von TSWLM. Seltsam, denn für mich hat der Film einen hohen Wiederanschauungswert. Von Kindesbeinen an hat er mich beeindruckt. Ich war sogar ein bisschen enttäuscht, als ich irgendwann später festgestellt habe, dass Atlantis und der Tanker bloß Modelle waren ^^

    Nach 2jähriger Pause mal heute mal wieder angeschaut. Ich bleibe dabei: dieser Film ist einfach perfekt! Der Mix von Ernsthaftigkeit und Humor ist gerade bei Bond (wie auch im ganzen Film) wunderbar gelungen. Roger Moore wirkt hier enorm vielseitig: ernst, sensibel, schreckhaft, humorvoll, sarkastisch, aber auch fürsorglich. Und nach 2 Filmen ohne Ken Adam schlagen seine pompösen Bauten und Ausstattungen hier wieder voll ein. Garniert wird der Film mit wunderschön eingefangenen Schauplätzen und der sehr modern klingenden, variantenreichen und punktgenau eingesetzten Musik. Zusammengehalten wird alles von dem hervorragend gelungenen Drehbuch. Allein die Anfangsszenen mit der Einführung der Charaktere sind toll gemacht worden.


    Dies ist tatsächlich der einzige Bondfilm, dem ich die Note 1+ (15 Punkte) gebe. Er erreicht bei mir 97% der maximal möglichen Punkte. Den minimalen Abzug gibt es für die etwas comichafte Darstellung des Beißers.


    Nur eines verstehe ich nicht: Warum liegt das inflationsbereinigte Einspielergebnis dieses Films doch recht deutlich hinter LALD? Ich halte LALD zwar auch für einen sehr gelungenen Film, aber die Welt der Reichen und Schönen in TSWLM ist doch um einiges beeindruckender als der Voodoo-Zauber des Baron Samedi. Lag es vielleicht am Vorgängerfilm TMWTGG mit seinem wirren, spannungsarmen Drehbuch, den vielen klamaukartigen Szenen und einem Hauptdarsteller, der wehrlose Frauen schlägt und ihnen den Arm verdreht? TMWTGG war ja der zum damaligen Zeitpunkt schlechtbesuchteste Bondfilm.

    Eben nach 2jähriger Pause wieder angeschaut. Besonders beeindruckt hat mich diesmal die Leichtigkeit, die sich durch den ganzen Film zieht und mit der sämtliche Hauptpersonen agieren. Mir kam es vor, als wenn Bond nach der knallharten Darstellung in DN und dem extrem realistisch wirkenden, hitchcockartigen FRWL hier in eine neue Dimension vorstößt und sich zum ersten Mal von anderen Filmhelden abhebt. Das gilt sowohl für Bond selbst, als auch für den Film als Ganzes.

    Auch die Musik wirkt (einmal abgesehen vom Bondthema) für mich zum ersten Mal richtig "bondig". Sie ist einfach einzigartig und passt wirklich nur zu einem Bondfilm.


    Drei Szenarien haben es mir besonders angetan: Golfplatz, Lasertisch und der Vortrag von Goldfinger vor den Gangstern. Es ist jammerschade, dass es solche ruhigen Szenen wie auf dem Golfplatz in späteren Bondfilmen nicht mehr gibt. Fast keine Musikuntermalung, keine überhasteten Schnitte, keine Effekthascherei. Einfach getragen durch wunderbare Schauspieler, denen ich stundenlang beim Golfspielen zusehen könnte. Genial!

    Also FRWL ist für mich bunt.

    Als bunt oder farbenfroh/farbgewaltig würde ich eher die Moore-Bonds bezeichnen (vielleicht mit Ausnahme von AVTAK). Besonders LALD sticht hier heraus. Ich krame da mal eine alte Bewertung von cyrus_poonawalla hervor:


    "Live And Let Die" ist ein durchweg heiterer Film, lockerer, deutlich humorvoller als es die Bond-Filme mit Sean Connery jemals waren, wirkliche Unterhaltung für die ganze Familie. Action, Spaß - nahezu jede Szene endet mit einem absurden Knalleffekt - , dazu die grellen Farben, die dem Begriff "Technicolor" endlich entsprechen.


    Also wenn FRWL für dich schon bunt ist, was ist dann LALD? ;)

    Dennoch hat mich das echt nie gestört bei FRWL. Tja - die Geschmäcker sind halt verschieden

    Stören tut mich das bei FRWL auch nicht. Es passt tatsächlich perfekt zum Film, genau wie die Musik auch. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es im Bonduniversum einige Beiträge gibt, die mich audiovisuell deutlich mehr vom Hocker gerissen haben. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau ;-).


    Ein drehbuchtechnisches Meisterstück finde ich auch, dass es nach dem Kampf im engen und dunklen Zugabteil wieder raus geht ins offene Grüne und dann sogar aufs Meer. Überhaupt für mich eines der besten Bondfilm-Finale. Kein langweiliges, sich endlos ziehendes Geballere, kein Massenfight, sondern schlicht ein auf sich allein gestellter, gejagter Bond.

    Das finde ich auch und nicht umsonst hat das FRWL Drehbuch bei mir die Goldmedaille geholt. Dem langgezogenen "Massenfight" wie in TB, YOLT, DAF, TSWLM und MR konnte ich nie viel abgewinnen. In FYEO (den man ja fast als Moores FRWL bezeichnen kann) wurde es wieder besser gelöst.

    FRWL verhält sich aus meiner Sicht diametral zu MR. Bei mir gewinnt FRWL zwei Goldmedaillen in den Kategorien Drehbuch und Helfer (von Bond). Das Drehbuch ist einfach perfekt: es hat keine Längen, es gibt keine Fremdschämmomente, die Action ist perfekt dosiert. Bis zur Klimax (Kampf im Zugabteil) steigt die Spannung kontinuierlich. Die Art und Weise wie die Charaktere eingeführt und dargestellt werden, ist einfach perfekt.

    Zudem erhält der Film eine Bronzemedaille für den Handlanger von mir. Robert Shaws Darstellung des vollkommen loyalen und durchaus intelligenten eiskalten Killers ist einfach ein Genuss. Darüber hinaus überzeugen die dichte, hitchcockartige Atmosphäre sowie die Darstellungen von Bond und Oberst Klebb voll und ganz.


    Trotzdem ist FRWL ein Film, den ich mir nie außerhalb eines Bondmarathons ansehe. Auch in meiner Bestenliste schafft er es lediglich in die Top 10. Warum ist das so? Ollistone beschreibt das Manko des Film sehr gut:

    Wenn ich Bond-Filme mit Farben assoziieren müsste, würde es bei FRWL wohl ein Grau-Braun sein.

    Genau das ist das Problem. FRWL wirkt auf mich recht trist (teilweise sogar düster) und irgendwie farblos. Es fehlen einfach die herausragenden Landschaftsaufnahmen und die beeindruckenden Bauten von Ken Adam. Für einen Hitchcock Film wäre das vollkommen in Ordnung, aber ein perfekter Bondfilm muss aus meiner Sicht auch audiovisuelle Akzente setzen. Auch die Musik überzeugt mich bei bei weitem nicht so wie spätere Werke von Barry. Sie passt hervorragend zu einem Hitchcock Film, aber für einen Bondfilm fehlt mir das Besondere. Bereits in GF sieht das anders aus: Titelsong und Thema kann ich mir hier außerhalb des Bonduniversums nicht vorstellen.


    MR hingegen ist für mich ein audiovisuelles Meisterwerk. Seine Bildgewalt und die wunderschöne elegische Musik verzaubern mich als Betrachter. Und genau das tut FRWL nicht. Der Film kommt einfach zu erdig, zu trocken rüber. FYEO zeigt später, dass eine geerdete Agentenstory nicht zwangsläufig grau-braun sein muss.

    Seine Filme mögen den ernsthaften Grundton vermissen lassen, Brosnans Darstellung indessen halte ich aus den genannten Gründen für hervorragend.

    Kann ich nachvollziehen. Mein Hauptkritikpunkt bei den Brosnan Bonds ist auch nicht Brosnan selbst, sondern die zu hohe Actionlast ("Knall-Bumm-Machwerk") und die oft trist wirkenden Schauplätze. Gerade DN zeigt hier, dass es zu einem guten Agententhriller nicht viel Action braucht. Der Film fängt zudem das Karibikflair wunderbar ein und hat Stil. Das sieht man besonders in der Casinoszene, die der in GE meilenweit überlegen ist. Einfach perfekt inszeniert. Die Szene in GE wirkt auf mich aufgesetzt und künstlich, vor allem der Dialog.


    DN ist aber nicht mein Lieblingsbond. Alle 3 Nachfolgerfilme, OHMSS, CR, TLD und einige Moore Bonds stehen bei mir noch höher im Kurs. An den von mir vor einem Jahr geäußerten Kritikpunkten (insbesondere an der 2. Hälfte des Films) hat sich auch jetzt nicht viel verändert. Aber insbesondere die erste halbe bis dreiviertel Stunde ist einfach nur "Wow": ein knallharter Agententhriller mit Stil und Karibikflair.

    Gestern nach mehr als 1jähriger Pause mal wieder gesehen. Die Härte des Films ist schon beeindruckend! Mir kommt es zudem so vor, als wenn Bond in keinem anderen Film seine Gegner so gnadenlos umbringt wie hier: Prof. Dent, Handlager im Fluss auf Crab Key, Handlanger in der Entseuchungsstation.


    Auch wenn der Bodycount in anderen Bondfilmen deutlich höher ist (TLD war glaube ich an der Spitze) resultiert dies doch hauptsächlich aus dem Schusswaffengebrauch: einmal kurz "Peng" und das war es. In DN werden die Tötungen auf beiden Seiten viel intensiver dargestellt und ähneln eher Hinrichtungen. Bereits die beiden eiskalten Morde am Anfang bestimmen den weiteren Ton des Films.


    Nach der gestrigen sehr beeindruckenden Sichtung werde ich mich schwer tun, Filme wie YOLT, DAF und TMWTGG ernst zu nehmen. Vergleiche mit der Brosnan-Ära spare ich mir lieber.

    Zufällig gesehen: https://www.daily-choices.com/…and-failures-de/11?xcmg=1
    Denise Richards als Dr. Christmas Jones in The World is Not Enough


    Ein Bond-Girl zu sein, bedeutet viel mehr, als ein hübsches Gesicht und ein williger Bettwärmer zu sein. Man muss auch Energie, Abenteuerlust und schauspielerisches Talent mitbringen, was Denise Richards leider fehlt. Damals war ihre große Rolle das Gesicht, das in "The Wild Things" an einem Paar Brüste befestigt war, und sie besaß einfach nicht die Fähigkeiten, um ihre Rolle ausreichend zu vertiefen.

    Obwohl sie eine kluge Nuklearwissenschaftlerin sein sollte, war das Beste, was die Filmemacher tun konnten, sie in ein enges Hemd für einen Bond-Film zu stecken, der die Serie gründlich vermasselte - The World is Not Enough ist sicherlich der schlechteste Brosnan-Bond und steht häufig am Ende der Gesamtliste.


    Soso, der schlechteste Brosnan Bond? Wenn ich mir die Bestenlisten hier so anschaue, rangiert TWINE oft wie auch bei mir auf Platz 1 der Brosnan Bonds. Ich halte Denise Richards zwar auch für eine Fehlbesetzung, da sie die Rolle einfach nicht glaubhaft verkörpert, aber den interessanten Plot des Films (zer)stört sie dadurch nicht. Ich kann mich mit ihr - ähnlich wie bei Tanya Roberts - zumindest arrangieren. Bei Halle Berry in DAD gelingt mir dies nicht. Ihre überhebliche und extrem unnatürlich wirkende Darstellung der Jinx ist einer von vielen Gründen, warum DAD bei mir ganz unten rangiert. Sie ist das einzige Bondgirl, dessen Ableben mich erfreut hätte :evil: .


    Interessanterweise taucht Halle Berry in der oben verlinkten Fehlbesetzungsliste auch noch auf (als Catwoman) :D

    In TMWTGG (deutsche Synchro) wacht Bond unter den zarten Händen einer Masseurin von Hai Fats Karate-Schule auf und sagt "God save the Queen!"
    Im selben Film bedauert Scaramanga Bond, dass er für ein "freundliches `Gut gemacht` Ihrer Majestät arbeite!
    In MR wird die abschließende Übertragung aus dem Space Shuttle direkt in den Buckingham Palace weitergeleitet. Frederic Gray: "Ich bin sicher, Ihre Majestät wird fasziniert sein."
    TB: "Was ich tat, tat ich für König und Vaterland ... Sie glauben doch nicht etwa, es hat mir Spaß gemacht!"

    Stimmt! Da ich die Filme seit fast 20 Jahren nur noch im Originalton anschaue, war mir das gar nicht mehr so bewusst. Bei TMWTGG sagt Bond im Original "Heaven, definitely heaven!".


    Interessanterweise sagt er dafür bei TB "for Queen and country".

    Weiß jemand in welchen Bondfilmen außer OHMSS die Queen noch erwähnt wurde oder bildlich in Erscheinung trat? Mir fällt spontan kein weiterer Film ein. Number 10 Downing Street war gefühlt öfter präsent.

    Bei mir waren die Moore-Bonds ja bekanntlich die Einstiegsdroge und damit werde ich wohl auch meine Tochter zuerst mit konfrontieren. Als allererstes mit TMWTGG, weil dort der Body Count nicht ganz so arg hoch ist und der Film auch sonst deutlich seichter, stellenweise sogar komödienhaft daherkommt. Er macht einfach Spaß! Dagegen ist Dr. No schon deutlich schwerere Kost: brutale Ermordung der Sekretärin, Zigaretten-Selbstmord, dazu der in Hälfte 1 sehr angsteinflößend dargestellte Dr. No und natürlich das Niederschießen Prof. Dents.

    LALD: Bond, wie er in Harlem arschcool und voll den Engländer raushängend diesen Voodoo-Laden besucht. Einfach herrlich

    Stimmt, die Szene liebe ich auch! Auch die Musik im Hintergrund passt hervorragend.


    Ergänzen möchte ich noch die Unterwasserszene im Lotus in TSWLM beginnend mit "Let's say Goodbye to an uninvited guest" und das Pendant in MR, wo es hoch hinaus geht: "The animals went in two by two [...] Noah's ark, this operation!". Diese Szenen haben mich von klein auf immens beeindruckt, zeigen sie doch, dass Bond vor nichts Halt macht. Er erforscht wenn nötig die Tiefen des Ozeans und die Weite des Weltalls. Wobei ich zugeben muss, dass diese Szenen nicht nur allein aufgrund Bonds Charakter oder Coolness so stark auf mich wirken, sondern auch durch die hervorragende audiovisuelle Gestaltung.

    Dann mache ich mal weiter. Da ich die Filme schon seit etlichen Jahren nur noch im OT anschaue, mache ich es lieber auf Englisch:


    DN: "Sergeant, make sure he doesn't get away!". Absolut cooler Spruch kurz nach Bonds allererster Prügelei auf der Leinwand.


    TMWTGG: Bond nickt in der Schule den Männern mit dem schwarzen Gürtel nur oberflächlich zu, anstatt sich wie die anderen vor ihnen zu verbeugen.


    MR: "You missed, Mr. Bond!" - "Did I? Like I said, such good sport!". Was für eine Coolness, obwohl nur knapp dem eigenen Tod entkommen.


    TLD: Zu Saunders: "This information is on a need-to-know basis. Sure you understand!" Was für eine coole Retourkutsche!


    CR: Die Schlussszene mit der genialen Kamerafahrt. "My name is Bond, James Bond!"

    In SF überlebt er wie gesagt Schüsse mit Uran-Munition und einen Sturz, den Zorin getötet hat. Das ist für mich eigentlich nicht weniger realistisch oder phantastisch wie Bonds Herz-Anhalten und nach Hong Kong schwimmen in DAD.

    Als ich die Szene das erste Mal sah, habe ich auch nicht mit seinem Überleben gerechnet (die Grabsteine im Main title haben diese Befürchtung noch untermauert) und ich war gespannt, wie es danach weitergehen sollte.


    Aktuell frage ich mich, ob man die gesamte Handlung nach dem Main title als eine Art Nahtoderfahrung oder Wachkoma Bonds interpretieren kann. Besonders die auf mich immer surreal anmutenden Schottland-Szenen sprächen aus meiner Sicht für diese These. Theoretisch ließe sich das sogar auf die Nachfolgerfilme ausdehnen und würde eine Erklärung für deren eklatanteste Schwächen ("Das war alles ich" und Bonds Tod) liefern. Im Augenblick des Todes folgt im Traum ja oft das Erwachen. Hier könnte dann der neue Bondfilm anknüpfen.


    Beim Film "Vertigo" von Hitchcock gibt es ja ähnlich viel Interpretationsspielraum. Auch hier kann man den Film zu 100% auf der "realen" Ebene einordnen, aber es gibt doch etliche Hinweise darauf, dass sich zumindest der letzte Teil - wenn nicht sogar fast der ganze Film - nur in Scotties Phantasie abspielt. Auch "Es war einmal in Amerika" kann in Teilen als Traum in einer Opiumhöhle interpretiert werden.


    Die Vorstellung, dass sich große Teile der Handlung eines Bondfilms nur in der Phantasie des Hauptprotagonisten abspielen könnten, ist schon spannend. Auch wenn das so bestimmt nicht beabsichtigt war.

    Ein hervorragender Beitrag, Mr. Bond!


    Bei OHMSS muss ich am Ende immer wieder eine Träne verdrücken.

    Schön, dass es nicht nur mir so geht!

    Er fährt am Ende mit Dame und Aston Martin weg, das ist doch das einzige klassische Bond-Ende in den Craig-Filmen.

    Genau, und deswegen taugt dieses Ende von allen Craig-Bonds auch für mich am besten als Abschluss eines Bond-Marathons.

    Dieser Bond hat 0 % mit Fleming zu tun und ich rege mich jedes Mal auf, wenn Leute behaupten, dass Craig irgendetwas mit Flemings Bond zu tun hat. JEDER Bonddarsteller vor Craig ist mehr Fleming, insbesondere Dalton (das muss man einfach zugeben).

    Mir ist der Fleming-Bond natürlich auch am liebsten. Ich frage mich aber, ob ein solcher Bond heutzutage beim Mainstream noch eine Chance hätte? So bitter es für uns klingt, der Erfolg an den Kinokassen gibt den Machern vollkommen recht, denn OHMSS und LTK waren diesbezüglich ja leider Flops.

    Mr. Fogg:


    Sicher, der Weg wird aufgezeigt. Aber in DAD ist ihm doch schon Ähnliches widerfahren. Dort wurde er nur aus dem koreanischen Gefängnis geholt, weil er unter Drogeneinfluss zu viele Geheimnisse preisgegeben hat. Und M sagt ihm obendrein noch frech ins Gesicht "Wir haben keine Verwendung mehr für Sie!" Anstelle der Flasche wie in SF ergreift er hier aber augenblicklich die Initiative, die mit dem Betreten der Hotellobby in einen der stärksten Bondauftritten überhaupt mündet. Genau das ist Bond, James Bond. Und diesen Charakterzug vermisse ich in SF.