Posts by Martin

    Nach der erneuten Sichtung finde ich eigentlich nicht, dass er sich bei ihrem Tod kalt verhält. So wie er schaut, scheint es ihm schon nahe zu gehen - er sagt halt nur nichts, bzw. wiegelt bei M ab.

    Hm, da müsste ich mich wohl tatsächlich mal wieder aufraffen, den Film zu sehen.


    Quote from Don Corleone

    Der Film funktioniert auch als "Film" und nicht nur als Bondfilm.

    Für mich funktioniert er als Film mittlerweile besser denn als Bondfilm. Daß es ein sehr gut funktionierender Film ist, mit einer guten Story, guten Schauspielern mit einer überdurchschnittlichen Chemie, guter Musik, etc., steht ja außer Frage. Aber diese klare Trennung vom Rest der Craigfilme, die vielen Fans offenbar so mühelos gelingt, schaffe ich intellektuell irgendwie nicht. CR hat bei aller Liebe die Grundlage für alles gelegt, was danach kam. Er hat nachhaltig den Rahmen zerstört, in dem Bond zeitlich seit fünfzig Jahren existierte, und in dem er in filmhistorisch einmaliger Weise nahtlos von wechselnden Darstellern verkörpert werden konnte, er hat die einzelne Ära eines Darstellers im Fokus der Produzenten erstmals über die Reihe als Gesamtes gestellt, er hat jahrzehntelange Funktionsweisen der Reihe in Frage gestellt oder abgeschafft, er hat die Figur Bond dramaturgischen Zwängen eines Charakterbogens unterworfen, die in dem Film vielleicht noch sinnvoll waren, aber dann nicht mehr so einfach über Bord geworfen werden konnten, etc. pp. Ich bin zwar nicht der Meinung, daß NTTD die logische Konsequenz von CR ist, oder daß überhaupt ein Zwang bestand, Craigs Ära mit irgendwelchen Knalleffekten zu beenden, aber CR hat nun mal ein Universum geschaffen, in dem Bond sterben konnte, und da in dieser Welt vieles Murphys Gesetz folgt, war NTTD damit prinzipiell schon angelegt. Die Qualität von CR wurde mit allem, was danach kam, erkauft. Wenn man CR liebt und als grandiosen Bondfilm betrachtet, muss man konsequenterweise auch NTTD so wie er ist zumindest akzeptieren. Da ich aber NTTD grundsätzlich und prinzipiell ablehne, kann ich bei CR nicht mehr sagen "Hey, 2006 war die Welt noch in Ordnung, da wussten sie ja noch nicht, was mal kommt." Doch, wussten und planten sie, oder nahmen es zumindest billigend in Kauf.

    Das mit dem Jubiläum halte ich eh' für überbewertet. Auch schon zehn Jahre zuvor bei DAD. Warum denn bitte soll ein Film besonders gut sein, weil es die Reihe nun seit einer runden Jahreszahl gibt :rolleyes: ? Und ich denke auch nicht, dass das beim Gelegenheitsgucker zieht. "Hey Mann, Bond-Filme gibt's jetzt seit 50 Jahren. Ich schaue sonst nie Bond-Filme im Kono, aber wenn das so ist, ändere ich nun meine Meinung!" :wacko: .

    Sehe das wie Don Corleone. Das Jubiläum pusht das gesamte Franchise ein bisschen, ich denke da nur an die ganzen Sonderausgaben, sogar von Spiegel und Co., und dementsprechend nehmen viele die Jubiläumsfilme dann wohl etwas wohlwollender wahr. Erinnert mich immer an den Spruch von Harald Juhnke: "Ich hasse Silvester, da saufen auch die Amateure." Ähnlich ist es mit den Jubiläen, da halten sich auch die Amateure plötzlich für Fans. Wahrscheinlich so wie ich alle zehn Jahre mal einen Star Wars sehe und denke "Joa, war schon krass und wichtig für die Filmgeschichte und so".


    Mein Hauptproblem mit Skyfall ist mittlerweile, daß der Schurke im Prinzip gewinnt, und Bond damit logischerweise verliert. Und mich fasziniert es fast schon, wie der Film das stimmungstechnisch überhaupt nicht reflektiert. Das hat auch dazu geführt, daß ich mir das selber nicht eingestehen wollte. Auf einer moralisch-ethischen Ebene kann man es eben so betrachten, daß Silva verliert, weil er seinen Rachegelüsten und seinem Ego erliegt, und Bond eben nicht. Aber das ist eher eine absolute Minimal-Voraussetzung für einen Bondfilm, die ich nicht unbedingt zelebriert sehen möchte. Bei aller Kritik an GoldenEye, aber dieser Film hatte dieses Thema bereits fast zwei Jahrzehnte vorher behandelt, und das wesentlich stimmiger und verbunden mit einer bondwürdigen Story. Das Ende von Skyfall sagt im Prinzip: Er konnte Silva nicht rechtzeitig stoppen, er konnte weder seine Chefin beschützen noch eine Informantin, die sich in seinen Schutz begeben hat (er hat M's Situation im Gegenteil sogar noch verschlimmert), aber hey, er hat die Martinis an der Bar stehen lassen, sich aufgerappelt und ist nicht verbittert. Das ist für das 50jährige (!) Jubiläum eines Helden, der zigmal die Welt gerettet hat, im Weltraum und unter Wasser, so dünn, daß es eigentlich ein Witz ist. Günther Krause von nebenan kann es schaffen, vom Alkohol loszukommen, auf Arbeit zu gehen und nicht im Selbstmitleid zu versinken. Dafür bin ich kein Fan der Figur James Bond. Und die bittere Ironie an der Geschichte ist ja noch, daß er in NTTD trotzdem ein verbitterter, pissiger, unsympathischer alter Sack geworden ist und letztlich sogar als solcher in den Selbstmord getrieben wird.

    Was mir noch eingefallen ist: Zum Vitkov-Monument, wo die Innenaufnahmen der Körperwelten entstanden, kann ich leider auch nix sagen. Da wurde wohl auch in der Garderobe gedreht, als Bond ankommt. Aber ist mit Familienanhang vielleicht eh zu viel des Guten. Am besten sind da meistens so zwei bis drei Locations, die auf der üblichen Touritour liegen. Wenns übrigens darum geht, Kinder zu bespaßen, ist das Karel-Zeman-Museum sehr nett. Ist auch relativ zentral an der Karlsbrücke.

    Hm, da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Könnte vielleicht sein, daß das erst ab einer bestimmten Zahl von Beiträgen freigeschaltet wird. Aber wenn ich mich als Admin in dein Profil hacke wird es angezeigt. War mal so frei es gleich zu ändern. Ist das so okay? Oder soll es lieber "xXx" in Anlehnung an Xander Cage sein? 8o

    Bei Profil bearbeiten der vierte Link "Über mich", und da bei "persönliche Informationen" "individueller Benutzertitel". Lustig übrigens, daß man da noch seine ICQ-Adresse angeben kann. Ist wohl auch nicht mehr so ganz frisch, die Software...

    Wenn es wirklich gut ausgedacht wäre, hätte ich nichts gegen eine Rahmenhandlung über vier Filme. Aber da das bei EON ziemlich in die Hose gegangen ist, und aufgrund von Kritiken und Einspielergebnissen meistens eh nicht so richtig durchzuhalten ist, würde ich eher zu Einzelmissionen tendieren.


    Welches Filmmusikzitat war besser: "Doktor Schiwago" als Melodie auf der Spieluhr in TSWLM oder "Unheimliche Begegnung der dritten Art" als Tastenkombination in MR.

    Da kann ich mal ganz unbescheiden auf einen alten Beitrag von mir verweisen. Als ich seinerzeit da war, war leider das Nationalmuseum wegen Bauarbeiten geschlossen, das hatte mich vor allem auch wegen Mission Impossible interessiert. Auch den Flughafen hatte ich damals nicht besucht. Eigentlich wäre da mal wieder ein Urlaub angesagt. Für den vierten Mission Impossible wurde auch in Prag gedreht.

    Lohnt sich das Transportministerium (war nur von außen in CR zu sehen, oder?)?

    Wenn man zum Danube House geht schon, weil es direkt gegenüber ist. Aber es ist in CR nur kurz zu sehen als Außenansicht der Körperwelten, insofern könnte man es bei Zeitknappheit auch auslassen.

    Ah, ich seh grade, ich habe Solange mit Bérénice verwechselt...Inhalt bleibt aber gleich

    Liegt wohl an mir, ich hatte ursprünglich Severine geschrieben, hab es aber geändert, weil ich doch Solange meinte. Wie Bond hier in CR auf den Tod von Solange reagiert, den er durch ihr Verführen ja auch verursacht hat, steht exemplarisch für viele spätere Szenen. M stellt die Gleichgültigkeit ja noch heraus, in etwa wie "Geht Ihnen am Allerwertesten vorbei, oder?" - "Jupp!". In QoS hatte ich das Gefühl, daß man hier wenigstens andeuten wollte, daß Bond anfängt, sich zu ändern. Immerhin scheint er da ein wenig überrascht, als Fields gefunden wird, und findet ein paar positive Worte für sie. Aber in SF und den restlichen Filmen wird das dann wieder negiert, wie vieles andere.

    Quote

    Der Craig-Bond hingegen zeigt Gefühle, hat Fehler noch und noch und ist am Schluss doch der siegreiche Held. Also muss er sicher auch näher am Fleming-Bond sein.

    Genau das mit dem "Gefühle zeigen" hab ich nie kapiert. Er zeigt ja eben keine, und das in Situationen, in denen der angebliche so holzschnittartige frühere Bond regelmäßig welche gezeigt hat. Craig geht beispielsweise am Ar... vorbei, wenn Solange ermordet wird, während Bond in Goldfinger sichtbar bewegt ist, als Tanya und Jill ermordet werden. Genau das macht den Film hier ja so gut, daß Goldfinger Bond überhaupt schocken kann. Und genau das ist ja kongruent zu den Romanen, wo ihn der Tod von Menschen auch tangiert, selbst wenn er sie vorher benutzen musste. Ein Bond, der genauso abgebrüht und kalt ist wie der Bösewicht, macht dramaturgisch überhaupt keinen Sinn. Dasselbe in SF, wenn er eine schwer traumatisierte Frau benutzt, sexuell ungleich unangenehmer bedrängt als Connery Patricia in TB, und dann einen lockeren Spruch macht, wenn sie abgeschossen wird. Daß er dann ausgerechnet heult, als seine bitchige Chefin stirbt, die ihn vorher selbst ohne mit der Wimper zu zucken hat wegballern lassen, wirkt auf mich einfach nur plakativ und unpassend. So nach dem Motto: Seht her, wir lassen Bond weinen. Craig zeigt Emotionen, aber irgendwie genau an den falschen Stellen. Er lässt etwa seine Geliebte in größter Gefahr einfach im Stich, während er dann plötzlich zum Wannabe-Daddy wird, wenn er einen Stoffhasen findet. Das ist psychologisch alles andere als plausibel.

    Quote

    Bond ist für mich da am besten, wo in seine Agentenwelt ein "Außerhalb" tritt. Das können Personen sein, die nicht zu seiner Welt gehören, oftmals muss die Welt (oder ein Teil von ihr) "außerhalb" aber auch einfach verteidigt werden.

    Dadurch wird deutlich, dass Bond FÜR etwas kämpft.

    In LTK ist ja eine ähnliche Situation, aber da gibt es immerhin Della und eine Bedrohung durch Sanchez' Drogenschmuggel. Dafür, daß Silva so überlebensgroß aufgebaut wird, fand ich seinen Plan, sich an M zu rächen, auch immer etwas mickrig und unpassend. Da sind so Sachen bei SF, die nur an der polierten Oberfläche funktionieren, aber sobald man darüber tiefer nachdenkt, wirkt es irgendwie unausgegoren. Dazu zähle ich auch die Nähe zu den Romanen.

    Die Loyalität zum Vaterland nehme ich ihm auch nicht ab - letztendlich ist er in SF ein kaputtes Wrack, dass sich benimmt wie ein egoistisches Arschloch und alle Menschen um sich herum nur benutzt und zwar auf eine Weise, die ihnen jede Menschlichkeit nimmt. Das hat aus seiner Geschichte heraus Gründe - aber damit wird er eindeutig zum soziopathischen Antihelden.

    Sehe ich mittlerweile ähnlich. Das fügt sich in das Bild, wie er mit dem toten Mathis in QOS umgeht, oder auch mit seiner schwangeren Geliebten in NTTD. Das wirkt letztlich soziopathischer und auch misogyner als Connery jemals war. Mich wundert es immer wieder, wenn viele Fans das so nahe an Flemings Bond finden. Ich erkenne den Buchbond in Craig absolut überhaupt nicht wieder, äußerlich so wenig wie innerlich. Aber ich gehöre eh zu einer Minderheit, die den Buchbond weder soziopathisch, noch rassistisch oder frauenfeindlich findet.

    Bei Prime gabs mal, weil er "kostenlos" ist:


    Death Train (1993) mit dem jungen Pierce als Pre-Bond. Der Film hat eigentlich enormes Potential - Vorlage von Altmeister Alistair MacLean, Stars wie Brosnan, Patrick Stewart und Christopher Lee, Musik von Trevor Jones - wirkt aber letztlich nur wie ein durchschnittlicher TV-Movie. Damit schattet er ironischerweise auch ein bisschen den Brosnan-Bond voraus, bei dem man ja auch oft das Gefühl verschenkten Potentials hatte. Neben der etwas besseren VHS-Bildqualität nerven auch die unpassenden deutschen Synchronstimmen sehr, vor allem bei Stewart. Es wäre fast mal eine amüsante Übung, den Film als inoffiziellen Bondfilm nachzusynchronisieren. Auch die Handlung um einen von einem Russen an Bord eines durch Deutschland fahrenden Zuges geschmuggelte A-Bombe erinnert manchmal etwas an Octopussy. Witzig auch, daß Pierce hier schon all die kleinen Marotten zeigt, die er dann auch in den Bondfilmen zeigte.

    Edit: Eigentlich hätte ich hier gerne ein Bild des Buchs gezeigt, aber irgendwie habe ich beim Upload (Verlinkung über externen Hoster war mein Plan) versagt. Wie geht das bzw. was ist der geeignete Thread, um solche Fragen zu stellen bzw. beantwortet zu kriegen?

    Sollte eigentlich über "Dateianhänge" gehen, unter dem Kommentarfeld neben Smileys. Ansonsten hatten wir auch mal einen Hilfethread vor langer Zeit, muss ich mal suchen.

    Hat mich ehrlich gesagt auch nie so gestört - ich habe es als witzige Abwechslung zum Schema F zwischen Moneypenny und Bond empfunden, das aber nur umso deutlicher macht, dass sie ihn nur in ihren Träumen bekommen kann.

    Ehrlich gesagt hätte es mich nicht gestört, wenn Pierce' Bond am Ende mit Moneypenny zusammenkommt, statt mit Jinx. Ich meine, DAD ist so verrückt und die nachfolgende Ära hat eh so viele Traditionen zerkloppt, dass es mich nicht stören würde, wenn "das Undenkbare" geschieht und Bond und Moneypenny ein Happy End haben. Ich würde das sogar einen besseren Abschluss einer Ära finden als Bond abkratzen zu sehen. Oder meint ihr, daß das die Figur Bond auch zu sehr entzaubern würde?

    Anläßlich des neuen Films Tron: Ares habe ich mir dieses Wochenende mal die ganze TRON-Trilogie gegeben.


    TRON (1985)

    Das war tatsächlich eine Erstsichtung. Der Klassiker stand schon sehr lange auf meiner Liste. Und ja, ich kann den Kult um diesen Film schon verstehen. Die Grundidee war damals visionär, und auch das ganze Design des Films ist absolut einmalig und innovativ. Bemerkenswert aus heutiger Sicht vor allem, daß das alles größtenteils mit herkömmlicher Tricktechnik erreicht wurde. Ähnlich wie bei 'Fantasia' hat man hier versucht, mit der Animation neue und mutige Wege zu gehen. Das war noch der Spirit des guten alten Walt, der heute sicher in seinem Grab rot glüht vom Rotieren. Jeff Bridges und Bruce Boxleitner (einige Jahre vor 'Agentin mit Herz') sind gut besetzt, der großartige David Warner als Gegenspieler sowieso.


    Tron: Legacy (2010)

    Das erste sogenannte Legacyquel. Ich war seinerzeit im Kino nicht hundertprozentig überzeugt, aber vielleicht auch, weil ich das Original nur vom Hörensagen kannte. Deshalb dachte ich, daß er jetzt besser zündet, aber das war nur bedingt der Fall. Die Grundidee ist nicht schlecht, die Vater-Sohn-Beziehung besser umgesetzt als im vierten Indiana Jones. Auch das Produktionsdesign und die Effekte sind gelungen und ein gutes Update für die 2000er. Für einen Film, der 15 Jahre alt ist, ist das sehr gut gealtert und sieht immer noch toll aus. Aber irgendwie funktioniert das letzte Drittel für mich nicht so wie es sollte. Ein absoluter Coup der Produktion war allerdings die Filmmusik von Daft Punk, die im Film auch einen kleinen Auftritt haben. Eine der besten Filmmusiken der letzten 20 Jahre für mich.


    Tron: Ares (2025)

    Entgegen vieler Kritiken fand ich ihn ziemlich gut und unterhaltsam. Die Story an sich ist besser als Legacy. Jared Leto macht seine Sache sehr gut, und ich verstehe diese Hasswelle nicht, die ihn seit seiner Jokerrolle im Netz begleitet. Und er sieht aus, als ob 'Requiem for a Dream' erst zehn Jahre her ist. Die Easter Eggs und Anspielungen funktionieren sehr gut, auch wenn die 80er-Verbeugung manchmal leicht aufgesetzt ist (Stichwort Depeche Mode). Toll etwa der Auftritt einer Binärzeile aus dem ersten Film, die immer nur Ja oder Nein sagen kann. Jeff Bidges hat einen coolen, fast dude-artigen Auftritt, und Gillian 'Scully' Anderson hat eine Nebenrolle. Die 'Nine Inch Nails' sollen wohl ähnlich kultig wirken wie seinerzeit Daft Punk, aber die Musik entwickelt für mich leider nicht dieses innovative Eigenleben.

    Insgesamt einer der gelungendsten Popcornfilme des Jahres bisher. Da er an den Kinokassen offenbar nicht so gut läuft, dürfte das nächste Legacyquel wohl wieder 15 bis 25 Jahre dauern.

    Das Hauptproblem bei DAD war letztlich der Regisseur Lee Tamahori. Der wollte unbedingt einen comic-artigen Larger-than-Life-Bond, obwohl das ursprüngliche Drehbuch gar nicht so extrem in diese Richtung ging. Pierce Brosnan hat letztens mal zu Protokoll gegeben, daß er Probleme hatte, Tamahori zu vertrauen. Und er sollte ja damit letztlich Recht behalten. Umso bitterer, daß er dann als Haupt-Sündenbock für den Film fungierte, für viele Fans ebenso wie für die Produzenten. Wie der Artikel auch angibt, hatte man bei Tamahori wahrscheinlich auf einen zweiten Martin Campbell gehofft.


    Und auch Broccoli und Wilson hätten hier irgendwann eingreifen müssen, spätestens als klar wurde, daß für manche Effekte, die Tamahori sich wünschte, nicht genug Zeit und Budget da war. (Wenn Graves im Film zu Bond sagt "Sie können meine Träume nicht stoppen, aber meine Träume können Sie stoppen", passt das irgendwie auch auf Tamahori.) Aber die beiden ließen es wohl irgendwann einfach laufen und erhofften sich den Moonraker-Effekt. Ordentlich Geld einfahren und danach einen guten Grund haben, die Richtung zu ändern.


    In London mag manche das unsichtbare Auto schon vergraulen, das weiß ich. Ich finde den Auftritt von John Cleese als Q aber gekonnt. Die Pointe mit der Bedienungsanleitung ist spitze.

    Für mich war das beim ersten Mal im Kino tatsächlich der erste richtig große WTF-Moment, als Cleese mit dem Bein an der Kamera des Autos vorbeigeht. Der unsichtbare Aston ist aus heutiger Sicht tatsächlich nicht mehr der Haupt-Störfaktor im Film, aber ich hatte hier zum ersten Mal das Gefühl, daß diese feine Grenze zwischen Science-Fact und Science-Fiction hier krass überschritten wurde.

    Den Moneypenny-VR-Gag finde ich hingegen unentschuldbar bodenlos und absolut entwürdigend für eine imo eigentlich tolle Samantha Bond zum Abschluss ihrer Ära.

    Das sehe ich leider ähnlich. Ich mag beide VR-Szenen alle nicht besonders, da sie nur für recht billige Effekte genutzt werden. Q bastelt in seinem Keller mal eben eine perfekte VR, bei der man nur eine kleine Brille aufsetzen muss, und Moneypenny nutzt sie für Schäferstündchen mit Bond... Das ist so cartoonhaft, daß es eher in die Zeichentrickserie "James Bond Jr." gepasst hätte.

    Bei mir ist es aber so, dass das Plakat eher vom Film profitiert :S . Denn ich würde mir ja nicht ein Plakat von einem Film aufhängen, den ich Müll finde oder gar nicht kenne ;)

    Klar, wenn der Film Müll ist, rettet das Plakat auch nix mehr. Aber ich sehe es halt schon so, daß grundsätzlich schon noch ein Markt und eine Sichtbarkeit für gute Plakate da wäre. Wenn man denn wollte. Aber wenn ich mir selbst meine Topfilme der letzten 20 Jahre anschaue, wie etwa Inception, Nocturnal Animals oder die jüngeren Mission-Impossible-Filme, haben selbst die nicht unbedingt Plakate, die ich mir hinhängen würde. Wobei man bei M:I wenigstens den Eindruck hatte, daß sie sich Mühe geben, im Gegensatz zu Bond.

    Mir hat mal jemand erklärt, dass die Filmplakate von neueren Produktion deshalb so schlicht und einfach aussehen, ohne jegliche Vielfältigkeit und Detailreichtum, weil man das auf dem Smartphone sowieso kaum erkennen würde. Deswegen am besten im "Skyfall / Spectre Stil der Hauptdarsteller in groß und thats it.

    Ja, das hab ich auch schon oft gelesen. Aber es gibt ja in Kinos immer noch Pappaufsteller und Plakate, und an manchen Kinos auch Plakate als riesige Banner. Man könnte ja ein Motiv fürs Smartphone machen und welche fürs Kino. Dazu kommt auch, daß es heute viel verbreiteter ist, sich Plakate von Kultfilmen in die Wohnung oder ins Büro zu hängen. Deshalb glaube ich schon, daß ein Film auch heute noch von einem guten Plakat profitieren würde.

    Nach Renato Casaro, der neben vielen anderen Meisterwerken das ikonische Plakat zu "Sag niemals nie" schuf (das Motiv, das auch in Deutschland zum Einsatz kam), ist nun auch mit Drew Struzan ein absoluter Meister dieser aussterbenden Kunst von uns gegangen. Struzan kam leider nie offiziell für Bond zum Einsatz, dafür arbeitete er viel für Spielberg und dessen Produktionen und Star Wars. Für meinen Lieblingsfilm "Zurück in die Zukunft" schuf er ein kongeniales Plakat, für mich eins der besten ever. Auch das für die "Zurück in die Zukunft 2" habe ich immer geliebt. Dazu kommen E.T., Star Wars, Indiana Jones und so viele mehr.


    Künstler wie Casaro und Struzan haben meiner Ansicht nach ähnlich viel zur Magie des Kinos beigetragen wie Schauspieler, Komponisten oder Regisseure. Sie schufen ikonische Motive, die oft noch überlebensgrößer waren als die Filme selbst und die Phantasie feierten. Mit den heutigen 08/15-Motiven ist da ein entscheidender Aspekt verloren gegangen. Bond steht da leider exemplarisch für eine Branche, die in Bezug auf Plakatmotiven seit Ende der 80er ins Bodenlose gesunken ist.