Posts by Martin

    So, der Trailer ist da: Indiana Jones and the Dial of Destiny. Rein von der Action und den Effekten her scheint er wesentlich mehr zu bieten als Crystal Skull. Das De-Aging von Harrison Ford scheint ganz geglückt zu sein. Das einzige, was mir nicht gefällt, ist Phoebe Waller-Bridge. Gerüchte um die Handlung und erste Testvorführungen lassen leider nicht so Gutes erahnen.

    Finde den gar nicht so schlecht, obwohl er mir weder in 'Bullet Train' noch in den anderen Filmen sonderlich aufgefallen ist. Aber das war bei Craig vor seiner Ernennung genauso. Wenn es denn eh stimmt, die SUN ist ja nun nicht gerade für ihre Vertrauenswürdigkeit bekannt.

    La-La-Land Records bringt einen erweiterten Score zum 25. Jubiläum von TND raus: Link. 2019 gab es auch schon eine sehr schöne Sonder-Edition von TWINE, die ich hier besprochen hatte. Bei TND bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich ihn mir leisten werden, da es ja da auch schon eine CD mit dem reinen Score gab. Ich hoffe sehr, dass es von La-La-Land auch mal Editionen zu früheren Bonds gibt. Auf der Wunschliste ganz oben ständen da TLD, MR, YOLT und OHMSS, aber auch LALD, TSWLM oder FYEO wären schön.

    Highlander 2 - The Quickening

    Nachdem ich mir letztens mal wieder Highlander angesehen hatte und davon ziemlich angetan war - immer wieder faszinierend, wie scheinbar spielend man in den 80ern franchise-fähige Filmwelten aus dem Nichts schuf - hatte ich mir endlich mal den berüchtigten zweiten Teil vorgenommen. Zur Story hatte ich schon damals einiges mitbekommen - ich erinnere mich an eine Film-Story in der Bravo. Meinem Eindruck nach war die Hauptkritik an dem Film, dass er ins Science-Fiction-Fach wechselt und die Herkunft des Highlanders unnötigerweise erklärt. Die Grundidee mit einem Schutzschild, der aufgrund der schwindenden Ozonschicht angelegt wird, und irgendwann nur noch wegen des Geldes erhalten wird, fand ich an sich schon immer ganz gut. Und so erwartete ich, dass ich den Film nicht so schlimm finden werde wie die meisten Kritiken, zumal ich eh ein Faible für Filme aus der Zeit 89/90/91 habe.


    Aber meine Güte... Was für eine Extrem-Gurke! Was für eine Studie in Grottigkeit... Der Film wirkt wie eine Geisterbahnfaht durch all den Horror, den Hollywood-Fortsetzungen in den 90ern und danach noch bereithalten sollten. Von nervigen Henchmen und Kämpfen - Highlander kämpft auf einem Hoverboard! wtf... - bis zu völlig unnötigen und dramaturgisch kontraproduktiven Wiederbelebungen von Charakteren. Und ganz allgemein dieser ganze nervige Erklärwahn, der keine Ungewissheiten zulassen kann und vermeintlich "lose Enden" aufnehmen muss. Die "Erklärung" für die Herkunft des Highlanders ist ähnlich hirnrissig wie später Lucas' Versuch, die Macht durch messbare mikrospische Viecher zu erklären. Für Hollywood hat das Unerklärte und Mysteriöse scheinbar keinen eigenständigen Wert, was wohl ein Symptom unserer materialistisch durchseuchten Welt ist. Alles muss auserzählt werden, alle weißen Flecken müssen ausgemalt werden, bis alles einen Reiz verloren hat. Diese Seuche hat ja letztlich auch Bond dahingerafft.


    Dass der Film dreimal so erfolgreich war wie das Original ist wohl eins dieser Absurditäten der Filmgeschichte. Vielleicht hat der Sci-Fi-Anteil ähnlich wie bei Bond mehr Zuschauer angelockt. Sean Connery hat in der Theorie einige lustige Auftritte, etwa wenn er während einer Hamlet-Vorführung plötzlich auftaucht, aber durch diese allgemein unglaublich nervig und grottig wirkende Tonalität des ganzen Films hat das für mich nicht funktioniert. Es ist daher der für mich schlechtestete Film mit Connery, noch hinter Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und The Avengers. Das ganze Spiel zwischen Lambert, Connery und - der sonst ebenfalls guten - Virginia Madsen ist völlig seelenlos und nervend. Der ganze Film wirkt fast, als wolle Mulcahy mit Absicht alles negieren und kaputt machen, was den ersten Film ausgemacht hat. Da kann ich nur Roger Ebert seinerzeit zustimmen, der da schrieb:

    Highlander II ist der unverständlichste Film, den ich seit langer Zeit gesehen habe – ein Film, der fast schon herausragend schlecht ist. Wo immer sich Science Fiction Fans in den nächsten Jahrzehnten und Generationen treffen werden, wird man sich an diesen Film als einen der Tiefpunkte des Genres erinnern“.

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    Die Rewatchability-Faktor ist sicher ein Aspekt der bei keiner Bewertung außer Acht gelassen werden sollte. Allerdings ist ein reiner Fokus darauf sicher auch nicht der Film-Weisheits letzter Schluß, sonst würden unsere Bondranglisten sicher auch allesamt recht anders aussehen. ;) Ich schätze meist ist es eher eine Mischung aus Rewatchability-Faktor, persönlicher Bedeutung, sowie filmischer und inhaltlicher Qualität, die in ihrer Summe Filme in die Favoriten-Hemisphäre heben.

    Genau das denke ich auch. Es ist immer die Summe all dessen. Ich würde nicht behaupten, dass Rewatchability der alleinige Aspekt sein sollte, ich hab andererseits aber auch oft das Gefühl, dass er bei vielen Filmlisten eine viel zu geringe Rolle spielt. Viele Filmliebhaber können sich ja beispielsweise überhaupt nicht auf bestimmte Filme festlegen, geschweige denn, eine persönliche Rangliste erstellen, weil es gäbe ja sooo viele tolle Filme. Der Faktor, wie oft man selbst aber Lust verspürt, sich einen Film überhaupt noch ein zweites oder drittes Mal anzusehen, stellt da aber schon eine subjektive Selektion dar, nach der man entscheiden kann.


    Wobei ich ehrlich gesagt befürchte, dass wir unter Rewatchability nicht hundertprozentig dasselbe verstehen. Du führst beispielsweise an, dass du Filme, die du eigentlich furchtbar findest - wie etwas Batman vs. Superman, den ich übrigens auch mies fand - öfter siehst als Filme, die dir mehr bedeuten. Das kann ich insoweit nachvollziehen, dass ich mir gewisse Filme für besondere Anlässe aufhebe, allein schon, damit sie sich nicht zu sehr abnutzen. Und gerade die unteren Ränge der Bondliste wählt man häufiger, weil man da nicht so viel falsch machen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich da in letzter Zeit viel wählerischer geworden bin. Ich überlege mir zweimal, wofür ich zwei oder drei Stunden Lebenszeit und meistens ja eben auch Geld einsetze. Und das selbst bei Bond. Wobei ich seit Craigs finaler Stinkbombe eh wesentlich weniger häufig Bondfilme sehe als früher. Immer wenn ich früher zu einem bekannten Film gegriffen hätte, sehe ich jetzt lieber etwas neues - dann allerdings etwas, wo ich wenigstens ahne, dass es mir gefallen könnte. Filme, die mich regelrecht nerven, sehe ich so gut wie gar nicht mehr an - es sei denn, es sind halt wirklich Filme mit einem gewissen Ruf - wie etwa Der Pate oder Apocalypse Now - wo schon eine Wahrscheinlichkeit da ist, dass man sie besser findet. Das Phänomen, dass ich in einen Film reinzappe, findet sich auch nicht mehr so häufig, da ich am linearen Fernsehen aufgrund seiner Qualität nur noch selten teilnehme.


    TND war z.B. früher mal ein Kandidat für 'guilty pleasure', den ich aufgrund seiner knalligen Action sehr oft gesehen habe, aber seit ich den Film nach den letzten Sichtungen eher ernüchternd empfand, landet er auch wesentlich seltener im Player. Das gilt auch für andere Franchises, wie Star Trek oder M:I, wo ich einen Into Darkness oder M:I-2 nur noch sehr selten sehe und bei Marathons auch schon mal überspringe. Und wenn ich einen Film, den ich eigentlich nicht so auf dem Schirm habe bei Rankings, doch öfter sehe als normal, dann würde ich mich eher fragen, ob er nicht doch ein heimlicher Liebling ist. Mit Rewatchability meine ich also gar nicht so sehr die reine Quantität, sondern schon eher, ob man a) überhaupt das Bedürnis verspürt, den Film mehr als einmal zu sehen (da fallen 80% aller Filme raus), und das weniger aus reinem Interesse, sondern weil er etwas bestimmtes in einem auslöst, das man hin und wieder einfach braucht, und b) der Film dabei gleichbleibend gut oder sogar besser wirkt. Wenn TND oder DAD sich zwar nicht abnutzen, aber eben auch gleich enttäuschend bleiben, wäre das für mich nicht unbedingt für eine gute Rewatchability sprechen. Es sind ja auch gerade nicht die Filme, die man gern nach einem beschis... Tag einlegt, oder wenn Kumpels mit Bier vorbeikommen. Zumindest nicht bei mir.


    Schindlers Liste hab ich übrigens gar nicht als Seitenhieb gewählt, eher als Beispiel wie etwa Metropolis. Filme, die viele als Lieblingsfilme nennen, wo ich aber hin und wieder das Gefühl nicht los werde, dass man aus falsch verstandener Scham gern Klassiker der Filmgeschichte nennt, statt so Sachen wie Dirty Dancing oder Demolition Man. Ein allgemeines Phänomen, das ich auf niemanden konkret im Forum beziehe, und bei dem ich sicher auch Gefahr laufe, Anderen unfairerweise Dinge zu unterstellen.


    Nichtsdestotrotz finde ich deine Liste aber sehr sympathisch. 8o


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    Ein Wort noch zu Godfather Part I und II und Goodfellas: Das Argument mit den sozial- und verhaltensgestörten Familien-Clans ist sicher ein schwerwiegendes gegen die Sympahtie für diese Filme. Und tatsächlich verhindert genau dieser Punkt, das ich diese Werke in meine Top-10 aufnehmen würde - wenn da noch Platz wäre. Dennoch haut es mich jedesmal geradezu um, wenn ich beim zappen im TV in einem dieser Filme lande, und mit hundert-prozentiger Wahrscheinlichkeit drin hängen bleibe bzw. meine Hand reflexartig Richtung Blu-Ray-Regal greift um die entsprechende Disc einzulegen. Ich kann Euch dieses Phänomen in beiden Fällen selbst nicht genau erklären, und rede mir das in meiner Begründung in der Regel mit dem Argument der cineastischen Qualität schön, aber wahrscheinlich bin ich einfach nur ein bißchen pervers. Aber das trifft ja auf die meisten Zuschauer zu, wenn sie ehrlich wären: Warum wäre sonst sowas wie James Bond ein pop-kulturelles Phänomen geworden.

    Da gebe ich dir absolut recht. In den 60ern haben sicher auch viele Leute nicht verstanden, wie man einen lizensierten Auftragskiller abfeiern kann. Aber dass ich persönlich nicht so viel mit Gangster- oder Mafiafilmen anfangen kann, heißt ja nicht automatisch, dass ich das Anderen vorwerfe, die sie mögen. Im Gegenteil, ich hab mir z.B. Heat oder eben die Pate-Filme extra auf Bluray zugelegt, um das vielleicht besser nachvollziehen zu können. Zumal gerade im Bereich Horror ja noch viel bedenklichere Dinge von statten gehen. Weshalb ich auch nie sehr viel mit Horror anfangen konnte - es aber eben denen, die es können, auch nicht vorwerfe.

    Meine Watchlist hat diverse Lücken (wenn Ihr wüsstet, welche und die gross die sind, würdet Ihr mich wahrscheinlich des Forums verweisen :P ), so dass ich hier leider nicht vollumfänglich mitdiskutieren kann. Viele der genannten Filme kenne ich nicht beziehungsweise nur dem Namen nach (vor allem jene aus der Zeit vor 1960). Und auch bei den Filmen der letzten etwa 10 Jahre bin ich sehr Lückenhaft unterwegs... irgendwie hat sich mein Interesse daran, neue Filme kennenzulernen stark gelegt. Keine Ahnung, warum.

    Wenn du wüsstest, wie das bei mir aussieht... ;) Ich hab in letzter Zeit auch erstmal einige bedeutende Lücken geschlossen, wie etwa Mad Max oder Conan. Das Interesse für Filme aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts war bei mir aber schon immer da. Ich finde den Gedanken irgendwie deprimierend, dass ein großer Teil aller gedrehten Filme irgendwann praktisch für die Tonne ist, weil sich aufgrund technischer Neuerungen niemand mehr dafür interessiert. Dabei gibts da unglaublich viel Gutes zu entdecken. "Der Glöckner von Notre Dame" in der Version von 1939 hab ich z.B. erst letztens gesehen und fand Charles Laughtons Schauspiel da absolut grandios. "The Jazz Singer" ist auch so ein Beispiel. Den hatte ich eigentlich nur gesehen, weil er als erster Film gilt, der Ton dramaturgisch nutzt und den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm darstellt. Der erzählt aber auch genial den Konflikt des Hauptdarstellers, so dass man ihn fast als Lehrfilm an der Filmhochschule zeigen sollte. Klingt jetzt hoffentlich nicht zu oberlehrerhaft... :D


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    Dennoch ein paar Anmerkungen zu Euren sehr interessanten und umfangreichen Posts:

    "Der Pate" gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ja - ich kann den auch tatsächlich auch immer wieder angucken (das war zudem wohl der einzige Film, bei dem ich vor ca. 12 Jahren sogar die Kommentare des Regisseurs reingezogen habe). Für mich schlicht Kult. Ganz anders "GoodFellas": Da sind wirklich alle Protagonisten dermassen unsympathisch und tatsächlich "psychopathische Gewalttäter" - das muss ich mir jetzt auch nicht allzu oft antun.

    Ist ja völlig okay. Ich würde auch nie behaupten, dass so ein Film "überschätzt" ist. Er hat mir bisher nur nicht zu irgendwelchen inspirierenden Erkenntnissen über die Welt im Allgemeinen verholfen. Letztens hab ich mir relativ günstig eine Coppola-Box bestellt, wo neben Der Dialog und Die Outsider auch die drei Pate-Filme dabei sind. Vielleicht zündet es diesmal etwas mehr.


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    Auch ich kenne/habe solche Filme. Wäre vielleicht sogar mal einen eigenen Thread wert.

    Gabs so ähnlich sogar mal hier.

    Sehr interessante und abwechslungsreiche Liste, Martin! Höchst symphatisch sind mir vorallem jene Deiner Favoriten, die Du entgegen den üblichen Klassikern, die die Mehrheit gebetsmühlenartig in dem jeweiligen Jahr benennen würde, in Deiner Liste adelst.


    So z.B. 20.000 Leagues Under The Sea statt Rear Window oder Cesta do pravěku statt The Night of the Hunter oder The Poseidon Adventure statt The Godfather.

    Danke Dir, Dr. moVe! :) Rear Window und The Night of the Hunter hatte ich tatsächlich erst dort stehen. Zumal ersterer sogar mein zweitliebster Hitchcock nach Vertigo ist. Das Schauspiel von James Mason im Richard-Fleischer-Film ist für mich allerdings eins meiner liebsten überhaupt, und jedes zweite Jahr Hitchcock wär ja auch langweilig. The Godfather ist allerdings eins dieser Werke, dessen Qualität ich immer nur theoretisch und mit sehr viel mehr Respekt als Liebe wahrgenommen habe. Die allgemeine Faszination für Filme über Psychopathen-Familien habe ich ehrlich gesagt nie so ganz nachvollziehen können, weshalb auch Filme wie GoodFellas oder Heat in der Liste fehlen, und mir bei Scorsese eher die untypischeren Sachen wie Shutter Island gefallen.


    Letztlich liegen die Entscheidungen bei solchen Listen ja zwischen dem eher subjektiv empfindenden Filmfan und dem eher objektiv urteilenden Cineasten. Warum ich mich auch bewusst nicht als letzteres bezeichne. Ich habe bei manchen Cineasten und Kritikern das Gefühl, dass sich ihnen die Frage nach dem subjektiven Wert von Filmen oder gar 'guilty pleasures' gar nicht stellt, weil ein cinematisch herausragender Film bei ihnen quasi automatisch auch eine persönliche Beziehung zum Film herstellt. Für mich sind Filme dagegen ein bisschen wie Menschen; ich kann mir völlig bewusst sein, dass sie alles andere als perfekt sind, und sie trotzdem lieben. Manchmal sogar gerade deshalb. Genauso wie man im wahren Leben nicht unbedingt automatisch mit den fittesten Sportlern oder Mutter-Theresa-artigen Wohltätern befreundet sein möchte, sondern lieber mit schrulligen, aber dafür sympathischen Leuten ein Bier trinkt, so sind Filme, die ich als qualitativ sehr beeindruckend oder gar wegweisend wahrnehme, nicht automatisch meine Lieblingsfilme. Was natürlich nicht auch nicht heißt, dass man zu solchen Filmen nicht auch so eine persönliche Beziehung haben kann. Trotzdem frage ich mich immer: Wenn man nach einem richtig nervigen Arbeitstag nachhause kommt, legt man dann wirklich Metropolis oder Apocalypse Now in den Player? Oder wenn Kumpels mit einem Sixpack Bier vorbeikommen, guckt man dann Schindlers Liste?


    Gerade mit zunehmenden Alter ändern sich ja da auch die Prioritäten. Mit Mitte 20 hatte ich mal eine Phase, wo ich alle möglichen Filme ausgeliehen hatte, die den Status "Klassiker, den man gesehen haben sollte" haben. Sowas wie Citizen Kane, Der Pate, Apocalypse Now, Kinder des Olymp, Persona, etc. pp. Die allerwenigsten davon haben mir irgendetwas besonderes gesagt. Ich fand auch immer die Schwärmerei der meisten Kritiker für die Siebziger und das gleichzeitige Naserümpfen über die ach so furchtbaren Achtziger extrem nervig. Mittlerweile bin ich ein großer Fan der Siebziger und habe auch einen Zugang zu Sachen wie Apocalypse Now gefunden. In zehn Jahren wird die Liste daher wohl nochmal anders aussehen. Da werden wir wohl irgendwie alle zu langweiligen Snobs. ;)


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    Einer solcher Filme ist für mich z.B. Lawrence of Arabia, vor dem ich mich zwar technisch, logistisch und filmhistorisch natürlich verbeugen muß (erst kürzlich war ich diesbezüglich erneut beeindruckt vom Film), aber den ich bis heute als äußerst merkwürdigen Klassiker empfinde, der mir emotional nie wirklich näher gekommen ist.

    Ja, das ist für mich auch ein Film, wo ich den Hauptdarsteller nicht so ganz sympathisch finde. Wobei das sicher auch genau der Punkt bei dem Film ist. Ähnlich wie bei There Will Be Blood, wo ich Daniel Day Lewis zum kotzen unsympathisch finde. Das ist übrigens auch ein Aspekt, der für mich E.T. über Blade Runner ansiedeln lässt. Obwohl natürlich auch hier Harrison Ford einen abgebrühten, quasi rassistischen Cop darstellen soll, empfinde ich den Mangel an Empathie, den man als Zuschauer für ihn im Gegensatz zu Rutger Hauer hat, als dramaturgisches Defizit.


    Dances with Wolves war auch bei mir ein Kandidat, da ich den Film und auch die Musik von Barry enorm schätze. Allerdings habe ich ihn schon länger nicht mehr gesehen. Die Rewatchability spielt dann bei den Drei-Stunden-plus-Filmen leider auch immer eine gewisse Rolle.


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    So erfuhren bei mir für das Jahr 1975 sowohl Jaws als auch Barry Lyndon in den vergangen Jahren einen ganz enormen Schub nach oben in Punkto Wertschätzung. Diese beiden Werke allerdings gegeneinander antreten zu lassen, erweist sich als höchst unfair, da sie 2 völlig unterschiedliche Arten des Mediums bedienen. Dennoch gilt es sich aber hier zu entscheiden, und leider wähle ich in diesem Fall Kubrick's Arbeit, obwohl mir Deine Entscheidung viel sypmpatischer ist, lieber Martin. ;)



    Die beiden Kontrahenten für 1975 waren bei mir Jaws und Einer flog übers Kuckucksnest. Letzteren mag ich auch unheimlich gern, gerade durch die vielen wunderbaren Darsteller. Aber Jaws rockt die Leinwand dann doch etwas mehr. Barry Lyndon müsste ich mir tatsächlich mal wieder ansehen, ist auch schon wieder lange her...

    In einer FB-Gruppe grassierten gerade Listen mit Lieblingsfilmen pro Jahr seit der Geburt. Ich habe es mal erweitert für die letzten hundert Jahre. Ziemlich prätentiös, ich weiß, aber was macht man nicht alles, wenn man Langeweile auf Arbeit hat. :D Bei manchen Jahren musste ich lange überlegen und suchen, um einen Film zu finden, bei anderen war es eindeutig, und bei manchen Jahren viel es mir unglaublich schwer, zwischen verschiedenen Lieblingsfilmen zu wählen. Mehr dazu unten.


    1922 - Nosferatu

    1923 - Safety Last!

    1924 - Sherlock jr.

    1925 - The Gold Rush

    1926 - The General

    1927 - The Jazz Singer

    1928 - Spione

    1929 - Frau im Mond

    1930 - All Quiet on the Western Front

    1931 - City Lights

    1932 - The Most Dangerous Game

    1933 - King Kong

    1934 - The Thin Man

    1935 - The 39 Steps

    1936 - Modern Times

    1937 - Der Mann, der Sherlock Holmes war

    1938 - The Lady Vanishes

    1939 - The Hunchback of Notre Dame

    1940 - Gaslight

    1941 - Suspicion

    1942 - Casablanca

    1943 - Shadow of a Doubt

    1944 - Life Boat

    1945 - Brief Encounter

    1946 - A Matter of Life and Death

    1947 - Out of the Past

    1948 - Rope

    1949 - The Third Man

    1950 - In A Lonely Place

    1951 - The Day The Earth Stood Still

    1952 - High Noon

    1953 - I Confess

    1954 - 20.000 Leagues Under The Sea

    1955 - Cesta do pravěku (Reise in die Uhrzeit)

    1956 - The Wrong Man

    1957 - Twelve Angry Men

    1958 - Vertigo

    1959 - Some Like It Hot

    1960 - The Apartment

    1961 - One, Two, Three

    1962 - Dr. No

    1963 - From Russia With Love

    1964 - Goldfinger

    1965 - Doctor Zhiwago

    1966 - Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo

    1967 - You Only Live Twice

    1968 - C'era Una Volta il West

    1969 - On Her Majesty's Secret Service

    1970 - Città Violenta

    1971 - Duel

    1972 - The Poseidon Adventure

    1973 - The Golden Voyage of Sinbad

    1974 - The Conversation

    1975 - Jaws

    1976 - Rocky

    1977 - The Spy Who Loved Me

    1978 - The Medusa Touch

    1979 - Star Trek - The Motion Picture

    1980 - The Elefant Man

    1981 - An American Werewolf in London

    1982 - E.T. The Extraterrestrial

    1983 - Blue Thunder

    1984 - The Terminator

    1985 - Back to the Future

    1986 - The Fly

    1987 - The Living Daylights

    1988 - Die Hard

    1989 - Indiana Jones and the Last Crusade

    1990 - Total Recall

    1991 - Terminator II - Judgement Day

    1992 - Batman Returns

    1993 - Falling Down

    1994 - True Lies

    1995 - 12 Monkeys

    1996 - Mission: Impossible

    1997 - Titanic

    1998 - Dark City

    1999 - Fight Club

    2000 - Unbreakable

    2001 - Mulholland Drive

    2002 - The Bourne Identity

    2003 - Last Samurai

    2004 - Eternal Sunshine of the Spotless Mind

    2005 - Batman Begins

    2006 - Rocky Balboa

    2007 - Atonement

    2008 - The Dark Knight

    2009 - Avatar

    2010 - Inception

    2011 - Mission: Impossible - Phantom Protocol

    2012 - Chronicle

    2013 - Gravity

    2014 - Edge of Tomorrow

    2015 - Victora

    2016 - Nocturnal Animals

    2017 - The Endless

    2018 - Mission: Impossible - Fallout

    2019 - The Lighthouse

    2020 - Tenet

    2021 - Nightmare Alley

    2022 - Top Gun: Maverick (vorläufig)


    Das schwierigste Jahr war 1999, das auch in meiner Wahrnehmung unglaublich fruchtbar und wohl mein Lieblings-Filmjahr ever ist. Hier hab ich mindestens sechs Lieblingsfilme mit Fight Club: The Sith Sense, Straight Story, Eyes Wide Shut, Schnee der auf Zedern fällt und Arlington Road. Und dann auch so Sachen wie Matrix, American Beauty, Being John Malkovich, Galaxy Quest, Der Gigant aus dem All, ... Wow.


    Dann kamen 1981 mit In tödlicher Mission, Blow out, Die Klapperschlange, Indiana Jones und Das Boot. 1991 mit T2, Gefährliche Brandung, Star Trek - Das unentdeckte Land und JFK. 1993 mit Fallling Down, Auf der Flucht, Jurassic Park und Cliffhanger. 2011 mit M:I Phantom Protocol, Tree of Life, In Time und The Artist. Bei 1931 war die Wahl schwer zwischen Lichter der Großstadt und M - Eine Stadt sucht einen Mörder. Es ist schon interessant, dass sich in manchen Jahren die Lieblingsfilme häufen, während man bei anderen suchen muss. So fiel mir bei 2003 die Wahl zwischen Last Samurai, Lost in Translation und Dogville schwer, wobei keiner der drei jetzt wirklich ein Herzensfilm ist. So gibt es sechs mal Tom Cruise, was wohl bedeutet, dass er mein Lieblingsschauspieler sein muss. :D Sean Connery gibts viermal durch Bond, Charlie Chaplin dreimal. Hitchcock führt bei den Regisseuren mit neun Filmen.


    Edit 1: Wie konnte ich bei 1994 nur True Lies übersehen... Der sticht natürlich Vier Hochzeiten und ein Todesfall aus, auch wenn ich den auch sehr mag.

    So, endlich mal die neue Staffel Stranger Things geschafft. Joa, ganz ordentlich. Gut fand ich auf jeden Fall, dass man die ganzen, vor allem auf Stephen King gestützten Horror-Anleihen wirklich konsequent durchzieht und es diesmal hier mehr zur Sache geht als zuvor. Vor allem diese düstere Gegenwelt wird endlich mal dramaturgisch richtig gut ausgenutzt und auch besser erklärt. Sehr gelungen sind natürlich die beiden große 80er-Musikanleihen, etwas, das die Serie wirklich grandios macht. Auch "Little Runaway" und "Neverending Story" haben mir in den früheren Staffeln schon richtig gut gefallen. Auch die Hommagen an 80er-Horrorfilme, diesmal mit Anleihen an die Freddie-Krüger- und die House-Reihe.


    Unter'm Strich würde ich allerdings doch sagen, dass mir die dritte Staffel etwas mehr Spaß gemacht hat, weil man da die düsteren Elemente besser mit den spaßigen ausbalanciert hatte. Vor allem in der finalen, epischen langen Folge war mir der düstere Horror-Anteil doch etwas too much.


    Was ich sehr interessant finde ist, auch bei Serien grundsätzlich, ist wie im Lauf der Zeit die guten Schauspieler immer mehr nach oben schwimmen, während die weniger guten sich langsam nach unten absetzen. So haben sich die vier originalen Hauptcharaktere bis auf Dustin fast zu Nebenfiguren entwickelt, während neben Millie Bobby Brown mittlerweile eher Sadie Sink (Max), Joe Keery (Steve), Natalie Dyer (Nancy) und der famose David Harbour dominieren. Vor allem Mike und Will sind in ihren darstellerischen Repertoire doch eher begrenzt und schwanken zwischen Verärgert- und Traurigsein. Die wirklich großen Momente haben in der 4. Staffel mittlerweile andere.

    Sehr schöne Liste! Mit TLD, M:I und The Terminator sind sogar drei meiner absoluten Favoriten vertreten. Alle drei Filme werden ja schon allgemein geschätzt, stehen aber immer etwas im Schatten anderer Werke. Beim M:i-Franchise ist es der neuste Film, bei Terminator der zweite Teil, den Viele besser finden. Für mich hat das Original gerade durch seine dem schmalen Budget geschuldete Sparsamkeit eine grandiose Atmosphäre, die der zweite trotz aller seiner Wahnsinns-Optik nicht ganz erreicht. Selbiges gilt für M:I. TLD war bei mir immer der ewige Dritte, bis mir vor allem während der letzten beiden Jahre bewusst geworden ist, dass mich der Film eigentlich seit 30 Jahren mehr als jeder andere Bond in eine positive Stimmung bringt. Der Film ist wie dieser gute Freund, der seit Jahren immer da war, einen abgeholt und Mut gemacht hat. Er hat sich wie kein Anderer den Platz an der Spitze verdient.


    Die Liste der Filme, die ich nicht einfach nur "großartig" finde, sondern die mich emotional zutiefst begeistern und mir in irgendeiner Form mehr bedeuten.

    Das ist für mich mittlerweile sogar das Kritierium schlechthin für einen Lieblingsfilm. Ich hab nie Menschen verstanden, deren Lieblingsfilmliste aussieht wie die irgendeines Filminstitutes.

    Robbie Coltrane ist im Alter von 72 Jahren von uns gegangen. Ein Schauspieler, den ich außerordentlich gern gesehen habe. Sein Auftritt in GoldenEye ist für mich ein absolutes Highlight. Eine der wenigen schauspielerischen Leistungen im Film, die absolut auf den Punkt waren. "Mein Knie schmerzt!" - muss jedesmal lachen an der Stelle. Auch TWINE hat er veredelt, wie eigentlich jeden Film und Serie, in denen er mitgewirkt hat.

    Habe noch was zum Thema "60 Jahre DN" gefunden. Der Beitrag hat nicht unrecht, dass gewisse Szenen aus DN trotzdem heute gar nicht mehr gehen ... man kann allerdings gewisse Sachen auch übertreiben. Seien wir ehrlich: Die James Bond-Filme wurden auch gerade deswegen zum Erfolg, weil sie eben voller Klischees und politisch inkorrekt waren. Weil man damals (sogar bis knapp Anfang des aktuellen Jahrtausends) Filme machen wollte, die in erster Linie die beste Unterhaltung der binären Zuschauer zum Ziel hatten. Und daran sehe ich auch heute noch nichts Verwerfliches.

    60 Jahre Bondfilm – wie rassistisch und sexistisch ist «Dr. No»? (watson.ch)

    Naja, ehrlich gesagt nerven mich solche Beiträge mittlerweile nur noch. "Dieser Rassismus war keine Absicht, sondern 1962 normal, aber natürlich trotzdem nicht okay, .. blablabla." Diese zwischen gönner- und oberlehrerhaft schwankende Aburteilen der Vergangenheit wirkt auf mich einfach nur arrogant und anmaßend. Irgendwie meint jede Generation, an der Spitze der moralischen Entwicklung zu stehen und auf vergangene Generation herabsehen zu können. Anthropozentrismus der schlimmsten Sorte. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit Geschichte beschäftigt wird einem schnell klar, dass jede Gesellschaft und Generation ihre blinden Flecken hatte und in dieser Welt wohl auch immer haben wird.


    Mal abgesehen davon, dass es eh immer ein wenig lächerlich wirkt, wenn man sagt: "Wie naiv und abergläubisch man Schwarze und Frauen damals dargestellt hat, das war schon ziemlich mies und fragwürdig, aber hey, wie dieser Geheimagent im Auftrag seiner Regierung einen Mann mit einem Schuss in den Rücken hinrichtet, das war schon richtig cool und wegweisend."

    Den Artikel finde ich auch etwas daneben. TWINE war für mich auch schon immer der beste Brosnan und in meiner Liste nie ganz unten. Davon abgesehen finde ich es immer etwas seltsam, wenn Richards abgesprochen wird, als Atomphysikerin glaubwürdig zu sein. Sicher kann man ihre schauspielerischen Fähigkeiten in Frage stellen, allerdings frage ich mich da schon, was genau sie hätte anders machen sollen, um klüger oder wissenschaftlicher zu wirken. Für ihr Tomb-Raider-Outfit kann sie ja nix, ebenso wenig für die Dialoge. Ich habe da eher das Gefühl, dass schönen und jungen Menschen grundsätzlich gern abgesprochen wird, als Wissenschaftler glaubwürdig zu sein. Bei Hitchcocks 'Torn Certain' sind die Kritiker damals auch über Newman und Andrews als Physiker hergezogen. Aber wenn man beispielsweise an Hedy Lamarr denkt, dann können auch junge und schöne Menschen hochintelligent und technisch versiert sein. Ich bin eigentlich der letzte, der überall Sexismus wittert, aber das hat tatsächlich was leicht sexistisches. Vor allem mit Formulierungen wie "ein Gesicht, an dem zwei Brüste befestigt sind".

    Dass GE im Vergleich zu TWINE immer so viel besser wegkommt, wundert mich auch regelmäßig. GE ist sicher aufregender inszeniert, und Campbell hat ein wesentlich besseres Auge dafür, die bondigen Zutaten zu präsentieren. Im großen und ganzen finde ich TWINE allerdings stimmiger. Es ist der einzige Film der Brosnan-Ära, der mich nicht mit einem zwiespältigen Gefühl am Ende zurücklässt.