Posts by Dr. moVe

    Sicher kann man ihre schauspielerischen Fähigkeiten in Frage stellen, allerdings frage ich mich da schon, was genau sie hätte anders machen sollen, um klüger oder wissenschaftlicher zu wirken. Für ihr Tomb-Raider-Outfit kann sie ja nix, ebenso wenig für die Dialoge. Ich habe da eher das Gefühl, dass schönen und jungen Menschen grundsätzlich gern abgesprochen wird, als Wissenschaftler glaubwürdig zu sein. [..] Ich bin eigentlich der letzte, der überall Sexismus wittert, aber das hat tatsächlich was leicht sexistisches. Vor allem mit Formulierungen wie "ein Gesicht, an dem zwei Brüste befestigt sind".

    Du sprichst hier den wesentlichen Punkt an, den ich ebenfalls seit dem Film-Release von Seiten vieler Basher der Dr. Christmas Jones-Rollenbesetzung entlarvernd finde. Denn oft wartet man vergeblich darauf, das in einer jeweiligen Abwertung von einer schlechten oder unpassenden darstellerischen Performance die Rede ist (Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern die entsprechenden Rezeptionisten (egal ob verbal oder schriftlich) erwecken vielmehr den Eindruck, das sie generell offensichtlich pauschaul dieser Frau abgesprechen, das sie es 'TROTZ' ihres plakativ-attraktiven Körpers und 'speziellen' Modegeschmacks im Alter von 28 Jahren nicht geschafft haben könne in Atomphysik promoviert zu haben. Daher achte ich bei jedem TWINE-Review stets genau darauf, WAS die Leute an diesem Part zu kritisieren haben. Allerdings kann man es den Filmemachern schon verwerfen, das sie die erwähnte Problematik entweder nicht erkannt oder ignoriert bzw. gebilligt haben. Statt dafür zu sorgen, das ein (aus Film-Boxoffice-Gründen) außergewöhnlich junger Mensch mit einem hochattraktiven Körper glaubwürdiger in der Rolle rüber kommt, zog man sich vermutlich auf die altbackene, ungeschriebene "Bondfilme müssen nicht glaubwürdig sein!"-Direktive zurück und gab sich mit den infantilen Dialogzeilen und der unseriösen Performance von Richards zufrieden, ohne wahrscheinlich auf dem Schirm zu haben, das sie damit der Weltgemeinde der Chauvinisten ein Objekt für - von der Allgemeinheit gebilligtes - jahrzehnte anhaltendes Dauergelächter geliefert, und somit allen jungen und gleichzeitig sexuell attraktiven wissenschaftlichen Promovendinnen einen unnötigen Bärendienst erwiesen haben.

    Wer wollte solch berufenem Munde widersprechen?

    Wenn Aussprüche und Ansichten eines Bond-Darstellers als Botschaften eines Berufenen zu werten sind, dann sollte man sich auch vor jenem denkwürdigen Satz ebenfalls untertänigst verneigen:


    "I have always hated that damned James Bond, I`d like to kill him." (Sir Thomas Sean Connery) 8)

    TWINE ist bekanntlich ja auch mein Favorit der Ära. Allerdings scheinen die Schwächen dieses Werks ja offenbar für die breite Publikumsmasse deutlich gravierender, als die von GE zu sein. Ich erkläre mir das (mal abgesehen von dem merkwürdig anmutenden Nostalgie-Bonus durch das gleichnamige Ballerspiel) in erster Linie durch die äshtetischen Hochglanz-Aufnahmen vom Team Phil Meheux/Martin Campbell, die beiden ikonischen Motive Staudammsprung und Panzerfahrt und den populäreren Titelsong. Dies alles fehlt TWINE mit seinen schlichten, geradezu spartanischen, konventionell ausgeleuchteten Bildern und weitesgehend beliebigen Bildmotiven und kostet ihn verständlicher Weise somit viel an Publikumswertschätzung. Dennoch wirkte TWINE auf mich - trotz der oft erwähnten und spürbaren Second Unit-Probleme - stets runder und deutlich interessanter, mit seinem zügigeren Erzählfluß, seinen psychologisch interessanter ausgearbeiteten Antagonisten und seinem 'angekommeneren' Titeldarsteller. Außerdem wirkt auf mich das 'Bronsan-Verse' - mit seinen zahlreichen 90er-MI6-Räumlichkeiten und in der Serie einmaligen Teams Robinson UND Tanner, Q UND R (sogar der seelige Bernard Lee darf von M's Wand runter blicken) - hier am lebendigsten. Mal ganz abgesehen von den inhaltlichen 'Erfrischungen' mit denen der TWINE-Plot die Reihe bereichert. Diesen Film als "sicherlich schlechtesten Brosnan-Bond" zu bezeichnen, spricht nicht gerade für die seriöse Professionalität der Artikelverfasser und zeugt eher von einer rein subjektiver Meinungsäußerung. Jedenfalls sind mir wenig Listen im Netz begegnet, in denen DAD über TWINE platziert war. Und fairer Weise sollte man dabei auch erwähnen, das TND auch nicht gerade der beliebeste Film der Allgemeinheit ist und eventuell genauso oft als Bodensatz dieser Ära wahrgenommen wird, wie TWINE. Zumal mir wohl keiner wiedersprechen wird, das DAD zusammen mit DAF, AVTAK und QoS (NTTD wegen seiner Aktualität mal bewußt ausgenommen) zu der kontroversen Gruppe von Bondfilmen zählt, die am ehsten ganz unten platziert werden.


    Und bezüglich Denis Richards: Dafür das sie als eine Fehlbesetzung gilt, scheint sie doch viel zur Bekanntheit des Films beizutragen. Oder kommt es Euch nicht auch so vor, das sie am ehesten der Grund ist, warum sich Leute über diesen 2 Dekaden zurückliegenden Bondfilm unterhalten. ;)

    Nach längerer Forumspause melde ich mich zurück mit einem Blick auf die 3 jungen Filme, die mich in den letzten Monaten am meisten begeisterten:


    Border (Originaltitel: Gräns), Schweden 2018 - Regie: Ali Abbasi


    Da dies einer dieser Filme ist, über die man am besten überhaupt nichts weiß bevor man sie sieht, vermeide ich es besser auf den Inhalt einzugehen. Aufjedenfall möchte ich diesen Geheimtip allen ans Herz legen, die aufgeschlossen sind, ein äußerst überraschenden, freizügigen, bizarr-düsteren, aber gleichzeitig abgefahrenen Film zu erleben, dessen inszenatorische Intensität und überzeugende Darstellungen nur das Fundament für ein denkwürdiges, kleines, bodenständiges Fantasy-Drama bilden. Weder von der Performance des Films in Cannes, noch von der Teilnahme beim Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film habe ich glücklicher Weise etwas mitbekommen. So konnte mich der Film unvorbereitet überwältigen. Und umso intensiver war das Filmerlebnis.


    Pixar's Rot (Originaltitel: Turning Red), USA 2022 - Regie: Domee Shi


    Als ich im Vorfeld gewisse Eckdaten zum Film laß, über ein pubertierendes Mädchen, das mit seinen Freundinnen ganz wild auf eine Boyband ist, war ich natürlich äußerst skeptisch ob ich der passende Konsument für den Film bin. Doch trotz des plakativen Zielpublikum-Aspektes, wurde ich eines besseren belehrt. Das was einem da innerhalb der 100 Filmminuten geboten wird, ist dermaßen sympathisch präsentiert, stilsicher und einfallsreich umgesetzt, das ich mal locker 5, 6 Jahre zurückdenken muß, um einen Animationsfilm nennen zu können, der mich so verzückt hat wie dieser. Dabei kommt er zwar optisch nicht an so prachtvoll gestaltete und überbordende Hits wie Coco oder Ratatouille heran (Allein schon das Bildseitenverhältnis ist uncineastischer: Waren die letzt genannten Pixar-Beiträge 2.35:1-Filme, muß man sich hier mit 1.85:1 genügen). Aber allein die Ideen und das erzählerische Timing heben den Film auf ein Level der besten Pixar-Werke. Außerdem schafft es das beliebte Studio hier abermals eine Idee umzusetzen, von der man nicht gerechnet hätte sie mal in einem abendfüllenden Kinderfilm präsentiert zu bekommen. Nach einem Superagenten mit familiären Problemen, einer Gourmet-Ratte, einem Roboter, der die Menschheit an ihre Pflichten erinnert, Abenteuer in der Bewußtseinzentrale des Gehirns und Jenseitserfahrungen, wird uns hier nun ein Kinderfilm serviert, der von der weiblichen Geschlechtsreifung beseelt wird. Bin gespannt was ihnen als nächstes einfällt.


    Everything Everywhere All at Once, USA 2022 - Regie: Dan Kwan, Daniel Scheinert


    Dieser Beitrag zum aktuellen Multiversumstrend wurde diesen Kino-Sommer ja ziemlich gehypt. Vielleicht u.a. weil die Russo-Brüder, die im MCU inzwischen wohl einen Status haben wie John Glen und Martin Campbell im Bond-Franchise, hier auf der Produzentenbank saßen. Zum Glück erinnert hier, bis auf ein Paar Martial-Arts-Einlagen so gut wie nichts an die ermüdende Marvel-Kino-Kultur. Vielmehr haben wir es mit einem Film zu tun, dessen wilde Durchgeknalltheit man recht früh erkennt, aber der trotz seiner konzeptionellen Wildheit fokussiert genug erzählt wird, das der Zuschauer stets bei der Sache bleibt. Es ist einer jender Filme, denen man es gönnt, das ihnen von Kritikern und Publikum recht viel Aufmerksamkeit zu teil wurden - selbst wann man, wie im meinen Fall, jetzt nicht wie manch anderer völlig aus den Socken gehauen wurde oder das Gefühl hatte hier sei das Rad neu erfunden worden. 'Unser' Ex-Bondgirl Michelle Yeoh darf sich in ihrer Rolle dermaßen entfalten, das ich soweit gehen würde, das dies ihre bisher beeindruckenste Performance ist. Lustig ist natürlich auch mit Jonathan Ke Quan, den uns alt-vertrauten 'Shorty' Round aus Indiana Jones and the Temple of Doom, als Erwachsenen zu erleben. Auch er macht seine Sache ziemlich gut. sum·ma sum·ma·rum: sehr coole 139 Minuten, die sich kein begeisterungsfähiger Genre-Enthusiast entgehen lassen sollte.

    West Side Story (2021) - Regie: Steven Spielberg


    Da es sich bei Spielberg's neuem Werk um das Gegenteil eines 'coolen' Produktes, geschweige denn attraktiven 3-Stünder für Actionkinofans handelt, will ich hier zur Erläuterung etwas ausholen: Das Film-Genre Musical stellt wohl für recht viele Zuschauer eine ultimative Zumutung da. Vielleicht sogar die Nemesis aller Genres sozusagen. Aber da mich diese spezielle Form massentauglicher Bühnen-Performances als kindlich-jugendlicher Backoffice-Dauergast (mein Vater arbeitete im heimischen Staatstheater und so durfte ich oft das Treiben hinter der Bühne bei Opern, Operetten oder ähnlichen Lustspielen regelmäßig hautnah mitverfolgen) geprägt hat, habe ich trotz einem mich stets subversiv begleiteten Befremdlichkeitsgefühl dennoch einen gewissen, sagen wir mal 'touristischen' Konsum-Zugang zu dieser sehr speziellen Form von kitschigem Dauergesingsang. Zumal 'West Side Story' das erste Musical war, das ich Mitte der 80er im erwähnten Theater kennenlernte. Das wurde damals von einem Gastensemble präsentiert und die tänzerische und gesangliche Qualität der Darbietung überragte das gewohnte Provinztheater-Niveau der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt dermaßen eindeutig, das ich das Ausgangsmaterial sofort als legitime 'Romeo und Julia'-Version des amerikanischen Jahrhunderts verinnerlichte. Sogar soweit, das das vermittelte Bild der einst runtergekommenen Upper West Side von Manhattan sogar noch in meinem Kopf rumspukte, als ich dort das erste Mal in den 90ern herumspazierte. Der oscarüberhäufte Breitwand-Hollywoodschinken von 1961 hatte es - nicht zuletzt durch die Bilderbuch-Ästhetik von 'Star Trek: The Motion Picture'-Schöpfer Robert Wise, mit seinem Hang zu genadenlos ausladenden 'monumentalen' Bildkompositionen und der absolut bildschönen und bezaubernden Natalie Wood - in meinem Hirn recht leicht als Produkt seiner Zeit geachtet und respektiert zu werden, auch wenn ich mich in den überlang anmutenden Gesangs- und Rumgehops-Passagen hin und wieder ähnlich langweilte wie Verrächter dieses Formates. Musikalisch war ich jedenfalls stets beeindruckt von der Komposition die Leonard Bernstein, Stephen Sondheim und Arthur Laurents Mitte der 50er erschufen. Und ich kenne bis heute kein Musical mit einer solchen Fülle von erinnungswürdigen und ikonischen Melodien.


    Nun hat der Filmemacher, der in meinerJugend entscheidend dafür verantwortlich war, das ich trotz meiner besagten Theater-Prägung, das Kino als mein favorisiertes Medium erkannte, diesen ganzen Schub also nochmal filmisch aufbereitet und ich muß sagen: Ja, er hat seinen Job äußerst souverän erledigt. Filmkritiker David Ehrlich schrieb für den IndieWire: "auch wenn sich Steven Spielberg vor West Side Story nie an einem Musical versuchte, fühle es sich manchmal an, als ob dies die einzige Art von Film sei, die er je gemacht hat.." Das kann ich nur fett unterschreiben. So halte ich seine Interpretation nun tatsächlich für die bisher gelungenste Verfilmung des Stoffs und der Beweis das man Opa's hoffnungslos verstaubtes 50er Jahre-Kitsch-Kino mit entsprechender Leidenschaft heutzutage rein handwerklich immernoch wieder beleben kann - auch wenn es so gut wie kein Publikum mehr dafür gibt. 100 Millionen Dollar Produktionskosten stehen weltweit 72,5 Millonen Dollar Einnahmen gegebenüber. Da hat der alte E.T.- und Jurassic Park-Mogul also von seinem erhofften Publikum kommerziell einen regelrechten Faustschlag ins Gesicht bekommen. Aus der eingangs erwähnten genre-problematischen Perspektive recht verständlich - fragt sich nur warum sich Disney mit Formaten wie 'High School Musical' noch vor ein paar Jahren dumm und dämlich verdiente oder diese ganzen imho fürchterlichen Realfilmumsetzungen von klassischen Disneyanimationsmusicals weiterhin Milliarden-Umsätze generieren. Noch surrealer wird die ganze Nummer dadurch, das auf Spielberg's völlig aus der Zeit gefallenen Flop bereits zahlreiche Film-Preise nieder regneten (U.a. die Auszeichnung mit dem Golden Globe in der Kategorie Bester Film – Musical oder Komödie). So als wollten die entsprechenden Preis-Jurys der Zuschauer-Ignoranz mit einem Stinkefinger begegnen. Vielleicht sitzen dort aber auch einfach zu viele olle Opas. Erstaunt war ich auch über die Info, das in Deutschland der Film ernsthaft ab der 9. Klasse für die Unterrichtsfächer Englisch, Deutsch, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Musik und Kunst empfohlen wird. (Quelle: Wikipedia). Aber da der Filmkonsum für mich ein ganz wunderbares und virtuoses Erlebnis war, will das Spielberg-Kid in mir das jetzt nicht besonders hinterfragen.


    Es mutet geradezu berauschend an, wie souverän es Spielberg gelingt diesen alten, bereits auf Oscar-Niveau verfilmten Stoff noch eindringlicher, noch mitreißender als seinerzeit Robert Wise zu präsentieren und gleichzeitig der alten Bildästhetik der Ende-50er/Anfang-60er Hollywood-Jahre treu zu bleiben. Der Beweis, das alte Stoffe altmodisch verfilmt immernoch genauso funktionieren könnten, wenn sie nur einem aufgeschlosseneren Publikum begegnen würden. Habe direkt Lust ihn heute nochmal zu genießen und heiße ihn direkt schonmal in meiner Liste der überdurchschnittlichen Werke im Gesamt-Ouvre des Meisters willkommen. Hinzufügen muß ich allerdings den Hinweis, das es sich bei dem Film um einen eindeutigen 'big-screen'-er handelt, bei dem ich froh bin ihn zumindest an der Beamerwand kennengelernt zu haben, da hier ähnlich wie bei dem Wise-Film die Devise gilt: Je größer die Projektion desto überwätligender die Wirkung. Von daher ist es schad,e das der FIlm nicht mehr Leute ins Kino locken konnte, während andere Kinosäle trotz Pandemie mit Spiderman-Publikum gefüllt waren. Da ich die Extras der Blu-Ray noch nicht erkundet habe, läd die finale Widmung im höchst stilvoll gestalteten Abspann 'for Dad' zu Spekulationen ein. Vermutlich verehrte Spielberg's Vater den Wise Film sehr und die bald 80-jährige Regielegende dachte sich: So Papa, ich beweise der Welt, das Dein Sohn es NOCH besser kann...


    EDIT: Was ich beim verfassen meines Textes nicht wußte: Spielberg's Vater Arnold Spielberg starb am † 25. August 2020 in Los Angeles im biblischen Alter von 103 Jahren, womit die Widmung einen viel plausibleren Grund hat, als ich vermutete.

    Das ist quasi ein Fass ohne Boden, Django. :D Könnte ein sehr langer Thread werden.


    Ich fange einfach halber mal mit denen an, die mir als erstes einfallen:


    DN: Der äußerst unglaubwürdige Fake-"Drachen" mit Reifenspuren und Motorgeräuschen
    GF: Der groteske Aufwand den Goldfinger in technischer, materieller, design-konzeptioneller und logistischer Weise betreibt um seinen 'Plan' zu präsentieren, nur um wenigen Minuten nach seiner 'Show' sein 'Publikum' zu vergasen.
    TB: Wer hat den Raketenrucksack griffbereit vor Jacques Bouvar's Anwesen gelegt ? Bond selbst ? Das Teil scheint also federleicht zu sein. Dieser Punkt macht für mich diesen Pre-Title zu einem der unglaubwürdigsten der ganzen Reihe.
    YOLT: Die vielen TV-Bild-Signale die von 'magischen' Kameras eingfangen werden. Das Bildsignal das Bond & Aki im Toyota empfangen und der den Hubschrauber bei der Entsorgung der Spectre-Verfolger-PKWs zeigt, könnte man sich ja noch durch einen zweiten Hubschrauber erklären, der extra zur Livedokumentation des Szenarios nebenher fliegt. Aber spätestens bei den TV-Aufnahmen live aus dem Erd-Orbit ist jegliche Grenze unserer Realität und Plausibilität gesprengt.
    DAF: Der Versuch von Wint und Kidd 007 per 'Pipeline-Baustelle' umzubringen. Von allen maßlos sinnfrei umständlichen Versuchen innerhalb der Reihe Bond zu töten, die imho unsicherste und hanebüchenste.
    TMWTGG: Der ganze anfängliche Handlungsteil um die Suche nach der goldenen Kugel die Bill Fairbanks aka 002 getötet hat, nachdem Bond bereits eine Kugel von Scaramanga beim Briefing mit M in der Hand gehalten hat.
    GE: Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von 'Apollo13' von Eon klar gemacht zu bekommen, das im Bonduniverse der Erdorbit 1995 immernoch so aussieht wie 1979.
    TND: Was hat Carver an Bord des Stealth Ship verloren ? Völlig out of character.
    TWINE: Die inszenatorische 'Auflösung' der Skiverfolgungsjagd mit den Motorparagleiten - imho ein franchise-unwürdiger Trashmoment der seines gleichen sucht, der aber merkwürdiger Weise so gut wie nie angeprangert wird.
    TWINE: Die lächerliche Explosionsgeschwindigkeit im Bergwerk in Kasachstan, die Bond ermöglicht vor ihr zu 'flüchten'.
    TWINE: Die offensichtich mit Warpgeschwindigkeit herbeigeilten oder herbeigebeamten Kreissägen-Helikopter, kurz nachdem "Mr. Bull“ den Anruf bei Elektra machte.
    DAD: Machen wir es kurz: Sämtliche Fehlentscheidungen bei der Produktion des Special Effects.
    SF: Die personellen-, infrastrukturellen und nahezu hellseher-artigen 'Fähigkeiten' von Silva bei der Verfolgungsjagd im Untergrund von London.
    SPECTRE: Bond's offensichtlich völlig schadloses Überstehen der Kopf-Folter durch Blofeld und die anschließende Baron Münchhausen-artige Flucht und Zerstörung der Spectre-Basis, bei der man sich direkt fragt, ob das ganze nur eine Phantasie ist, die sich im absterbenden Gehirn das auf dem Folterstuhl dahinscheidenden Bond abspielt. Allerdings frage ich mich bis heute, ob die Szene in einem Modus aus abwegiger Ironie oder Genre-Gehässigkeit der Filmemacher absichtlich so dermaßen unglaubwürdig wirken sollte.

    Ich bin den Thread noch einmal durchgegangen, und um der Legendenbildung entgegenzuwirken: Die Diskussion war von Anfang an bemerkenswert sachlich – abgesehen von den früh einsetzenden Versuchen, Kritik an NTTD generell zu diskreditieren.

    Der letzte Teil Deiner Aussage stößt mich etwas vor den Kopf. Aufgrund welcher User-Statements ziehst Du dieses Fazit ? Ich bin den Thread nun auch nochmal durchgegangen und kann so eine 'generelle Diskreditierung' von kritischen Äußerungen zum Film in keinem einzigen Beitrag erkennen.

    Erst einmal bin ich doch sehr erstaunt darüber, wie häufog sich man einen Film innerhalb von ein paar Monaten angucken kann, und dann noch im Kino.
    Das hätte ich sogar nicht für einem meiner drei Lieblingsfilme "Ist das Leben nicht schön?", "Zurück in die Zukunft" und "Zwei glorreiche Halunken" getan. Dreimal Kino wäre das Höchste, für Filme, die ich absolut top finde.


    Und ich bin erstaunt das Dich 4 Kinobesuche in Erstaunen versetzen. :)
    Nein, im ernst, ist das denn wirklich so aussergewöhnlich, wenn sich ein Fan vier mal in ein Lichtspieltheater für den neusten Beitrag seines geliebten Kino-Franchise begibt?
    Auf Gelegenheitskonsumenten und 'Otto-Normal'-Filmgucker wirkt sowas natürlich recht schräg, das ist klar.
    Aber wir sind ja hier schließlich unter 'uns'. :D Das dachte ich zumindest bisher.
    Vier Kinobesuche (zumal sogar in verschiedenen Fassungen) sind jedenfalls für mich im Hinblick auf die letzten 4 Bondfilme unterdurchschnittlich.
    Und ich frage mich ob es wirklich nur an meinem Respekt vor der Delta-Variante lag oder an meinem inzwischen etwas ähm 'reiferen' Alter oder gar am Film selbst, das ich es nach dem vierten Male hab' gut sein lassen.
    Zumal ich zeitweise mit Mitgliedern unserer Glaubensgemeinschaft im Saal saß, die bereits das achte Mal zum Wiederholungstäter wurden. Klar, das wirkt etwas krank - WENN man nicht Fan ist.
    Seit sich Star Wars-Fans in meinem Freundeskreis befinden, die mir ernsthaft beichteten 'Episode I' damals über 20 Mal während des entsprechenden Erst-Release-Zeitfenstes im Kino konsumiert zu haben (und das obwohl sie den Film eigentlich doof fanden) oder ein Dutzend mal 'Episode VII' gemeinschaftlich im nächstbesten Muliplex-Palast zelebrierten, dachte ich die Zeiten das man als Fan merkwürdig beäugt wird, wenn man für einen neuen Film ein paar ins Kino rennt gehören der Vergangenheit an.


    CR hält bei mir den Rekord mit 12 Kinobesuchen, gefolgt von QoS und SF mit jeweils 11 und SPECTRE mit 10 Kinobesuchen.
    Allerdings habe ich es nur im Falle von Craig so exzessiv 'getrieben'. GE habe ich seinerzeit auch 'nur' viermal auf der großen Leinwand genossen, und über diese Zahl bin ich bei den restlichen Franchisebeiträgen auch nicht hinausgekommen. Von daher befindet sich diesbezüglich NTTD in solider, harmloser Gesellschaft.


    Richtig verrückt - wie die erwähnte Star Wars-Community - war ich nur bei meinem absoluten Lieblingsfilm 'Back to the Future', der ja auch zu Deiner Top-3 gehört, Mister Bond: Den genoß ich tatsächlich ganze 25 mal auf der großen Leinwand. Das allerdings in einem Zeitraum von 30 Jahren, was die Sache 'ein bißchen' weniger 'krank' erscheinen lassen sollte. Bei seinem Erst-Release im Jahre 1985 habe ich es auch nur 2 mal reingeschafft - da war ich allerdings auch erst 11 Jahre alt. ;)


    Und um zum Thread-Thema zurückzukehren:


    DAF war bei mir mal wieder dran. Der Connery-Bond der für mich den extremsten Rewatchability-Faktor hat. Ähnlich wie MR bei Moore.
    Konsumdaten: Sony Bravia-TV, Blu-Ray, Deutsche Fassung. Untermalt von 2 Gläsern Bulleit Bourbon.


    1. OHMSS 297
    2. CR 283
    3. TLD 272
    4. TSWLM 260
    5. DAD 255
    6. FYEO 248
    7. LTK 244
    8. QOS 240
    9. YOLT 239
    10. FRWL 233
    11. DAF 232
    12. GF 230
    13. LALD 229
    14. MR 226
    15. AVTAK 224
    16. TB 221
    17. OP 219
    18. SF 210
    19. GE 204
    20. TWINE 198
    21. DN 195
    22. TND 193
    23. TMWTGG 185
    24. NSNA 143
    25. SP 82
    26. CR `67 43
    27. NTTD 20

    Drittbegutachtung von NTTD im Cinestar in Mainz - in Originalfassung
    Leinwandgröße: 20,30 x 9,30 m
    Saalgröße: 529 Sitzplätze
    Ton: Dolby® Atmos™


    Viertbegutachtung von NTTD im Arkaden-Kino in Wiesbaden - in real 3D
    Leinwandgröße: 21,40 x 8,75 m
    Saalgröße: 535 Sitzplätze
    Ton: DTS 6-Kanal-Digitalton


    Fünftbegutachtung von NTTD an der Heim-Beamerwand per Blu-ray (Orginalfassung)
    Projektionsgröße 120 Zoll
    Ton: Dolby Sourround (Kopfhörer)
    Drinks: Bruichladdich Islay Barley Single Malt und 2 Tassen Earl Grey


    Die 3D-Fassung wirkte weitesgehend (erwartungsgemäß) wie ein überflüssiger Gimick, bis auf wenige Ausnahmen: Daniel Kleinman's Vorspann flashte dreidimensional nochmal deutlich grandioser. Ich gehe mal davon aus, das seine Arbeit auch in real-3D produziert wurde. Das gilt natürlich auch für das Gunbarrel. Ansonsten bekam der ein oder andere kleine Filmmoment eine gewisse Intensivierung: Die der Szene in der Bond und Madeline im DB5 sitzen, während Spectre von außen munter auf die Scheiben ballert, wirkte perspektivisch so 'echt', als würde man gerade mit den beiden im Aston sitzen. Gestört hat die 3D-Nachkonvertierung über die gesamte Filmlänge auch nicht. Sie ist halt nur wie gesagt, bis auf die genannten Kick-Momente, ästhetisch ziemlich sinnlos. Bei meinem letzten Kinobesuch war der Altersdurchschnitt erstaunlich hoch: Einige Herren dürften sogar 70+ gewesen sein. Bond holt die Opa-Generation zurück ins Kino!
    :thumbup:


    1. OHMSS 297
    2. CR 283
    3. TLD 272
    4. TSWLM 260
    5. DAD 255
    6. FYEO 248
    7. LTK 244
    8. QOS 240
    9. YOLT 239
    10. FRWL 233
    11. DAF 231
    12. GF 230
    13. LALD 229
    14. MR 226
    15. AVTAK 224
    16. TB 221
    17. OP 219
    18. SF 210
    19. GE 204
    20. TWINE 198
    21. DN 195
    22. TND 193
    23. TMWTGG 185
    24. NSNA 143
    25. SP 82
    26. CR `67 43
    27. NTTD 18

    Meine Wahl: YOLT, TMWTGG, MR und GE.
    YOLT hat mich selbst als 10-Jährigen höchst erfolgreich ins Franchise gezogen. Von daher sehe ich ihn als einen der wichtigsten Filme in dieser Kategorie an.
    TMWTGG habe ich auch stets am ehesten als 'Kinderbond' wahrgenommen - nicht nur weil Bond nur einen einzigen Menschen in dem Werk killt.
    Und ich vermute mal, das MR Kids noch mehr Spaß machen dürfte, als der 'objektiv' funktionalere TSWLM, weil er noch einen Tick verspielter als der Vorgänger ist.
    Im Falle von GE vertraute ich einfach auf die Aussagen unzähliger 80er-Geburtsjahrgänge im Fandom, die mit Brosan's Debüt eingestiegen sind und ihn seitdem kollektiv in ihren Top-3 glorifizieren, wenn nicht sogar als 'besten Bondfilm aller Zeiten' werten, was ich zwar nicht im geringsten nachvollziehen kann aber akzeptieren muß.


    Obwohl ich hier bewußt keinen Craig-Film ausgewählt habe, weil ich seine Film tatsächlich auch nicht als gute, kindgerechte Einsteigerfilme werte, muß ich aber noch von einer Erfahrung ganz anderer Natur berichten, die den bisherigen Überlegungen konträr gegenübersteht:
    Die 11-jährige Tochter eines sehr guten Freundes von mir hat mit 'Skyfall' angefangen, der sie total begeisterte. Danach war sie ganz wild auf den Charakter James Bond und seine Welt. Ihr Vater machte allerdings den Fehler ihr danach chronologisch ALLE anderen Filme regelrecht aufzuzwingen. Dieses Unterfangen ging allerdings EXTREM nach hinten loß, denn sie war regelrecht schockiert von den Connery-Streifen und spätestens bei der Moore-Ära war die Dame nur noch gelangweilt. Seitdem ist James Bond ist für sie bis heute eigentlich nur Daniel Craig und CR und SF (und seit neustem auch NTTD) für sie die einzig 'guten' Filme unter diesem Label. Fazit: Neben der Aktualität darf man wohl auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Mädchen und Jungs nicht unterschätzen.

    In diesem Thread findet tatsächlich eine Diskussion statt, da muß ich Dir und diversen Vorredenern beipflichten. Aber ich sprach ja im von Dir zitierten Satz auch nicht von DIESEM Thread oder DIESEM Forum, sondern vom Fandom genrell.


    Und mal ganz wertneutral formuliert:
    Wer einen Film mag, in dem Bond getötet wird, ist eine andere Sorte Bond-Fan als ich!!!


    :think: Sollte ich hier was völlig mißverstanden haben, entschuldige ich mich dafür.

    Ich sehe ein wesentliches Problem darin, das NTTD nicht der erste Franchise-Blockbuster (nicht Bondfilm) der letzten 12 Jahre ist, der in dessen Fandom-Gemeinde heftigst polarisiert.
    Diesbezüglich konnte jeder von uns über die Jahre Erfahrungswerte darüber sammeln, wie 2 fundamental zerstrittende Fan-Fraktionen sich "in der Mitte" treffen können... nämlich eigentlich gar nicht. Der erhoffte Konsens kam imho so gut wie NIE zustande. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Ich finde es anstrengend genug, sowas bei einem popkulturellen Phänomen zu beobachten, von dem man kein Fan ist. Ich gehöre z.B. nicht zum Star Wars-Fandom, aber die imho grotesk übersteigerten Emotionen, die sich wegen diesem Film entluden, fand ich in den ersten Wochen nach dem Last Jedi-Release zunehmend irrtierend und nach den vielen Monaten, in denen die Aufregung über dieses sogenannte "Machwerk" nicht mehr zu enden schien, nur noch nervig. Auch der Hate gegenüber neuen Star Trek-Produkten ist nach all den Jahren weder konstuktiv noch erbaulich oder interessant sondern einfach nur ermüdend und öde.


    Nun kommt also nach all den Jahren ein Werk in 'unserem' Franchise heraus, das etwas beinhaltet, das für viele Bond-Fans ein definitives 'no-go' darstellt, und ich hatte für kurze Zeit die naive Hoffnung, das die Bondgemeinde im Gegensatz zu den anderen Franchise-Glaubensgemeinschaften aufgrund ihres Alters die 'reife' besäße, locker damit umzugehen. Sich also diesem bisherigen 'no-go'-Szeanario zu öffnen. Aber leider läßt sich der Punkt, um den ein Teil des Fandom in all den Wochen seit dem Release kreist eigentlich tatsächlich auf einen simplen Satz herunterbrechen, der gebetsmühlenartig wiederkäut wird: 'James Bond darf nicht sterben', 'James Bond darft nicht sterben', 'James Bond darf nicht sterben', 'James Bond darf nicht sterben', 'James Bond darf nicht sterben', ' er darf es nicht. er darf es nicht, er darf es nicht, Punkt. Punkt, Punkt... Warum sollte man nach den Erfahrungen mit 'Skandal'-Werken anderer Franchises auch nur die geringste Hoffnung haben, das sich so eine offenbar von vornherein gededanklich zementierte Postition in naher Zukunft ändert ?


    In meinem Fall kommt da auch noch ein persönlicher Aspekt zum Tragen. Feirefiz und Don-Corleone, ihr beide habt jeweils einen Underdog erwähnt, den ihr seit vielen Jahren tapfer am verteidigen seit. Ihr kennt mich als jemand, bei dem ihr hier stets offene Türen eingetreten habt: Sowohl für DAF, TMWTGG, NSNA ,TWINE und QoS habe ich stets gerne die Wertschätzungsfackel mitangezündet. Aber das sind alles inzwischen 'alte' Filme, deren Schwächen bei weitem nicht so emotionalisieren, als bei einem brandneuen Werk, auf das die Gemeinde jahrelang hingefiebert hat. Das ist die Lehre, die ich aus der meiner Meinung nach SEHR nervigen QoS-Endlosdebatte, die dessen Release begleitete gezogen habe: Erstmal abwarten bis die Wogen sich langsam glätten. Spätestens bis zum nächsten Film. Und tatsächlich ebbte die Aufregung über die QoS-'Zumutungen' nach dem Release von SF ab. Und ich gönne es all denen die SP sehr schätzen, das auch dieser Film nun endlich vom neusten, tiefen Stachel in der Wunde vieler Fans abgelöst wurde.


    Ich käme nie auf die Idee, einem Fan der letzten beiden Filme zu zürnen, ihm Ignoranz oder was auch immer vorzuwerfen. Vielmehr wäre ich daran interessiert zu erfahren, a) wie die großen Brüche noch mit der etablierten Figur vereinbar sein sollen, b) warum das vielleicht auch für einen Fan - und das sind wir alle hier - gar nicht mehr wichtig ist, c) inwieweit die horizontale Erzählweise, die der Craig-Ära als Ganzes von vielen zugutegehalten wird, aufgeht und mehr ist als Behauptung (sowohl als Charakterdrama wie auch als überzeugend entwickelte Geschichte) etc. Diese grundsätzlichen Fragen fände ich im Moment tatsächlich besonders spannend zu diskutieren.


    zu a) Es es ziemlich einfach: Die erwähnten 'Brüche' sind bei mir bei weitem nicht so unverhältnismäßig, wie sie offenbar von anderen gewertet und gewichtet werden. Für mich ist das gesamte Franchise nämlich voll davon. Es gibt für mich daher auch kein in sich geschlossenes 'Bonduniverse' in dem man es mit unumstößlichen Relativitätsgesetzen zu tun hat. Es leuchtet mir natürlich ein, wenn man der Meinung ist, 50 Jahre lang exakt den selben Charakter präsentiert bekommen zu haben, das eine entsprechende Abweichung als brutaler 'Bruch' empfunden wird. Aber ich habe das eben niemals so wahrgenommen. Die 007-Darsteller waren dermaßen unterschiedlich; die jeweilige Ära so unterstreichend am jeweiligen Darsteller orientiert und auf ihn zugeschnitten, das ich es umgekehrt eher verwunderlich finde, aus diesem Spektrum ein in sich total schlüssiges Psychogramm zu erkennen. Der erste große Stolperstein ist für mich definitiv Lazenby. Ausgehend von den 5 Vorgängerabenteuern, wäre für mich dieser plötzliche ernsthafte Verliebtheit des Connery-Bonds, wie sie uns dann nun in der Gestalt von Lazenby serviert wird, weder ausreichend nachvollziehbar ausgearbeitet präsentiert noch plausibel gewesen. Und ich finde es daher auch konseqent, das man bei Connery's Rückkehr diesen Aspekt praktisch ignoriert - ganz einfach weil es zu Connery's bisheriger Charakterzeichnung nicht gepaßt hätte. Aber wo wir gedanklich gerade bei DAF sind: Schon im Pre-Title wird mir hier eine Sache serviert, die in keinster Weise zum seeligen Amstnachfolger gepaßt hätte: Mir Moore dabei vorzustellen wie er mit einem Bikini-Oberteil Marie 'ausquetscht' wirkt auf mich äußerst schräg und quasi ernsthaft 'out of character'. Und genau darum geht es hier ja. Nun stelle ich mir umgekehrt Dalton vor, der die Rose einer ihm 'gastfreundlichst' präsentierten 'Wüstenblume' entgegennimmt und verbal ankündigt in Ägypten's Geheimnisse 'einzudringen'. Wäre das nicht ein ultimativer Fremdschäm-Moment der Dalton-Ära gewesen ? Ich empfinde es jedenfalls so. Umgekehrt kann ich mir den Moore-Bond nicht dabei vorstellen wie er Sanchez auf Krest 'hetzt' und danach dessen Exekution beobachtet. Auch das hätte ich 'out of character' empfunden. Zeuge zu sein wie Lazenby oder Moore Elektra erschießt hätte ich auch als ziemlich schräg empfunden. Nun also zu Craig: Diese Ära macht mit dem Bruch mit der bisherigen Charakterzeichnung ja bereits schon von Anfang an keinen Hehl. Nein im Gegenteil - sie war sogar Teil der Vermarktungsstrategie. Und daher finden für mich persönlich die wesentlichen Brüche mit dem Rest der Reihe bereits im ersten Film statt - und nicht erst im letzten. CR rebootet Bond im wahrsten Sinne vollständig NEU. Und das eben nicht nur, weil der Mann noch am Anfang seiner Doppelnull-Karriere steht, sondern weil der Charakter anders gezeichnet wird als bei den Vorgängern. Er zeichnet sich auch durch ganz andere Attribute aus: Dem charmanten, (zeitweise hochgebildeten) Dressman weicht ein relativ grobschlächtiger 'Frauenflüsterer' mit einem hochsensiblen Gemüt. Und wie dieser Bond, dieser ganz spezielle Craig-Bond nun auf seine Tochter reagiert oder mit der Mutter seines Kindes umgeht ist für mich tatsächlich schlüssig und überhaupt nicht irritierend.


    Ja, und Bonds Ableben macht für mich im Rahmen dieses neuen Films definitiv SINN. Was hätte er denn sonst tun sollen ? Sich nach seiner 'Flucht vor dem Tod' zurück nach Jamaika begeben und darauf warten, das die Nanobots, die er zwangsläufig bei der Berührung einer x-beliebigen Person in die Welt freiläßt irgendwann ihr 'Ziel' erreichen und seine junge Familie auslöschen werden ? Oder auf eine menschenleere Insel zurückziehen um niemals wieder einen Menschen in seinem Leben berühren, aber letztendlich doch die Gefahr eingehen, das dieses Unterfangen schief gehen könnte ? Ich sag es ganz offen: Was besseres als die Entscheidung die der Craig-Bond hier getroffen hat, wäre mir an seiner Stelle auch nicht eingefallen. Nur bin ich nunmal kein James Bond und kann daher auch nicht garantieren das ich so aufrecht und würdevoll (ja, ganz bewußt wähle ich dieses Wort) wie der Craig-Bond abgetreten wäre. Und um nochmal auf den Ausgangsaspekt zurückzukommen: Eben dieser Abgang ist für mich der wichtigste Moment des Werks. Es ist der wesentliche KERN des Films auf den auch spürbar von Filmbeginn hingearbeitet wird. Der Craig-Bond S-T-I-R-B-T. Und sein Abgang ist für mich nachvollziehbar, emotional sehr bewegend, äußerst souverän gespielt und wunderbar musikalisch unterstrichen. Wenn man so eine Wahrnehmung hat wird es eben problematisch, sich mit Fans auseinanderzusetzten in denen hier nicht nur quasi 'gar nichts mehr zu stimmen' scheint, sondern für die der Tempel mit Schuhen betreten wurde.

    Ich als Befürworter habe meine Meinung schon kundgetan und ich werde im entsprechenden Thread auch nochmal schreiben. Aber tiefere, weitergehende Diskussionen gegen diese knallharte Wand des Verleugnens ist mir nicht direkt zu anstrengend, aber sie zieht mich mehr runter als es wert ist (die Laune, nicht mein Bild des Films) und ganz ehrlich fehlt mir für solche Fundamentalopposition gegen einen Film jegliches Verständnis. Ging mir bei den Aufschreien der Fans bei den neuen Star Trek Filmen und Serien sowie den Star Wars Sequels schon genauso. Manchmal habe ich den Eindruck, dass man sich den Spaß an Film- und Serienfranchises am effektivsten selbst kaputtmachen kann, wenn man Fan davon wird.


    Amen. Vollste Zustimmung von meiner Seite! Danke Havanna! :prost:
    Ich kann die Ausdauer von ollistone diesbezüglich nur bewundern.

    Ein erfrischender Impuls, ein Konkurrenz-Produkt in die Liste zu integrieren, Mr. Fogg. :pop:'The Rock' ist allerdings leider fast so heftig not my cup of tea, wie für Dich NTTD. Viele verachtende Umschreibungen, die Du in den letzten Wochen dem neuen Bondfilm hinterhergeworfen hast, kamen mir auch damals, nach der Kino-Sichtung von Michael Bay's 96er-Spektakel in den Sinn. Ist aber natürlich egal, denn über Geschmack läßt sich hinreichend bekannter Maßen nicht streiten. Das Du allerdings ausgerechnet diesen Film benennst um stellvertretend NTTD aus Deiner Liste zu verbannen, leuchtet mir schon ein. Denn die finalen Momente von NTTD erinneren mich tatsächlich an gewisse Bildmotive aus dem Finale von 'The Rock'. Liegt es vielleicht daran das beide Werke von US-Amerikanern inszeniert wurden ? Lustig finde ich nebenbei, das mit der Integrierung von 'The Rock' in die Bondbestenliste, neben TB, OHMSS und dem dafür heftigst kritisierten QoS, ein vierter Film in der Liste aufkreuzt, dessen zeitweiliger Action-Filmschnitt mindestens diskussionswürdig ist. Man blicke nur mal auf die Schnittfrequenz bei der Autoverfolgungsjagd mit Connery durch San Francisco und vergleiche sie mit der oft als 'Schandfleck' bezeichneten QoS-Pretitle. Viel Unterschied kann ich da bezüglich 'Übersichtlichkeit' für den Zuschauer nicht erkennen. Einziger Unterschied: Dem Publikum war es damals offenbar Schnurz, aber bei dem Bondfilm war es 12 Jahre später ein 'Skandal'. Vermutlich liegt es daran, das die besagte Szene von 'The Rock' sich mitten im Film befindet und man dagegen bei QoS die entsprechende Schnittfrequenz direkt als Film-Einstieg 'ertragen' muß. Und weil für Bondfilme offenbar völlig andere Bewertungskriterien gelten als für andere Filme - eben Bond-Kriterien. ;)


    Filme die im Genre-Revier der Bond-Reihe 'herumplündern' haben mich natürlich immer interessiert. Gerade während des Bond-Hypes der 'goldenen' 60er Jahre gab' es diesbezüglich ja einen gewaltigen Schub an (oft minderwertigen) Konkurrenz-Produkten. Inzwischen gibt es soviele Action- und Agentenfilme, die von der Bondreihe mehr oder minder beeinflußt wurden, das man schon konkreter werden muß, um wirklich definitiv bond-nahe Werke auszumachen. Für mich ist hier inzwischen stets maßgebend, das der Hauptprotagonist des Werks ein Geheimagent mit äußerst überdurchschnittlichen Fähigkeiten sein muß (Marke: 'Superagent'), der die Welt durch sein bestandes Abenteuer um ein paar ganz üble Schurken erleichtern konnte, wenn nicht sogar graviernde Szenarien abgewendet hat.


    Meine diesbezügliche persönliche Top-10 unter den bondigen Konkurrenzfilmen:


    1. Mission: Impossible – Ghost Protocol - Regie: Brad Bird
    2. True Lies - Regie: James Cameron
    3. Mission: Impossible – Fallout - Regie: Christopher McQuarrie
    4. Austin Powers: International Man of Mystery - Regie: Jay Roach
    5. Mission: Impossible – Rogue Nation - Regie: Christopher McQuarrie
    6. Tenet - Regie: Christopher Nolan
    7. Mission: Impossible II (ja, genau, DIESER Schundfilm... Einer meiner heftigsten Guilty-Pleasure-Favoriten) - Regie: John Woo
    8. Haywire - Regie: Steven Soderbergh
    9. Mission: Impossible - Regie: Brian DePalma
    10. The Bourne Identity - Regie: Doug Liman


    Plaktive Filme die in diesem Zusammenhang oft genannt werden, die bei mir aber leider so gar nicht punkten konnten sind die Johnny English- und die Kingsman-Reihe, sowie Codename U.N.C.L.E.


    Die Genre-Grenzen sind natürlich fließend. So könnte man sich darüber streiten ob Disney's 'The Incredibles' vielleicht mehr ein Superagenten-Ding ist als eine Superhelden-Nummer ala DC und Marvel. Oder ob Verhoeven's 'Total Recall' bondverwandt genug ist, um ihn auch in die Liste aufzunehmen. Bei der Frage bei welchen Filmen mit Sir Sean Connery bei mir außerhalb der Bondreihe am ehesten 'bondige' Gefühle aufkommen, muß ich 'Woman Of Straw' (wegen Connery's 64er-Optik) und die John le Carré-Verfilmung 'The Russia House' (wegen Klaus Maria Brandauer, James Fox und Michael Kitchen) benennen. Vorallem letztgenannter wächst mit jedem wiederholten Filmkonsum stetig mehr in meiner Gunst.


    Und wenn ich mich schon in diesem Thread blicken laße, hier das pflichtgemäße Update meiner Favoriten nachdem mit Craig's Schwangengesang der Stein des Anstoßes in das Fandom gefallen ist.


    Meine persönlichen Favoriten des James Bond-Franchise:


    1. No Time to Die
    2. On Her Majesty's Secret Service
    3. Skyfall
    4. The Living Daylights
    5. Casino Royale (2006)
    6. Never Say Never Again
    7. The Spy Who Loved Me
    8. Goldfinger
    9. Quantum of Solace
    10. From Russia with Love
    11. Live and Let Die
    12. Diamonds Are Forever
    13. For Your Eyes Only
    14. Licence to Kill
    15. Dr. No
    16. Moonraker
    17. You Only Live Twice
    18. Spectre
    19. The Man with the Golden Gun
    20. Thunderball
    21. The World Is Not Enough
    22. Octopussy
    23. GoldenEye
    24. A View to a Kill
    25. Tomorrow Never Dies
    26. Casino Royale (1967)
    27. Die Another Day
    28. Casino Royale (1954)


    Bond-Actor: Sir Thomas Sean Connery
    Bond-Woman: Vesper Lynd (Eva Gaëlle Green)
    Villain: Monsieur Maximilian Largo (Klaus Maria Brandauer)
    Henchperson: Fatima Blush (Barbara Carrera)
    Score: On Her Majestys Secret Service - John Barry
    Titelsong: A View to a Kill - Duran Duran / John Barry
    Secondary-Song: Une Chanson D'Amour - Sophie Della / Michel Legrand
    Official Film-Poster: The Spy Who Loved Me (US-Hauptplakat - Illustration von Bob Peak)
    Production Design: You Only Live Twice (Ken Adam)
    Director: Sir Samuel Alexander „Sam“ Mendes
    Adapted Screenplay: On Her Majesty's Secret Service (Richard Maibaum)
    Original Screenplay: Skyfall (John Logan, Neal Purvis, Robert Wade)
    Official Trailer: GoldenEye-Teaser
    Costume Design & Wardrobe: Quantum of Solace (Louise Frogley)
    Hairstyles: Moonraker (Pierre Vadé)
    Location: Schilthorn
    Car: Aston Martin V8 Vantage Volante
    Pre-Title-Sequence: No Time to Die
    Title-Sequence: Casino Royale (Daniel Kleinman)
    Fight-Sequence: Bond vs. Obanno (CR)
    Action-Sequence: Lago di Garda-car chase (QoS)
    Erotic-Scene: "What is it about bad men?" (CR)
    Q-Scene: "Grand old war ship. Being ignominiously haunted away to scrap. The inevitability of time." (SF)
    M-Scene: "Well I guess that is completely inconspicuous." (SF)
    Moneypenny-Scene: "Miss Moneypenny, as you're no doubt listening, perhaps you'd take this cable ?" (FRWL)
    Introduction ("My Name is..."): Connery in Doctor No
    End-Sequence: Torre Dei Crivi, Italy "I'm going to tell you a story about a man..." (NTTD)

    Erstbegutachtung von NTTD im Cinestar in Mainz
    Leinwandgröße: 20,30 x 9,30 m
    Saalgröße: 529 Sitzplätze
    Ton: Dolby® Atmos™


    Zweitbegutachtung von NTTD im Arkaden-Kino in Wiesbaden
    Leinwandgröße: 21,40 x 8,75 m
    Saalgröße: 535 Sitzplätze
    Ton: DTS 6-Kanal-Digitalton


    Außerdem: FYEO an der Heim-Beamerwand (120 Zoll) per Blu-ray (Orginalfassung), DTS 5.1
    Die erste Hälfte wirkte diesmal auf mich stärker als die zweite Hälfte. Allerdings fand ich die Tauchszenen im und um das Wrack schon immer als etwas ermüdend. Ansonsten natürlich ein wunderbarer Film.


    1. OHMSS 297
    2. CR 282
    3. TLD 272
    4. TSWLM 259
    5. DAD 254
    6. FYEO 247
    7. LTK 244
    8. YOLT 239
    9. QOS 238
    10. FRWL 232
    11. DAF 231
    12. LALD 229
    13. GF 228
    14. MR 225
    15. AVTAK 224
    16. TB 220
    17. OP 217
    18. SF 207
    19. GE 204
    20. TWINE 196
    21. DN 194
    21. TND 192
    23. TMWTGG 185
    24. NSNA 143
    25. SP 79
    26. CR `67 43
    27. NTTD 6

    Ich bin zurzeit ehrlich mehr als irritiert wie persönlich viele Fans die künstlerischen Entscheidungen der Beteiligten hinsichtlich des neuen Bondfilms nehmen.


    Dein Beitrag, Moonraker81, ermutigt mich, das ich mich hier nach eingeschüchtertem Ausschweigen über den neuen Film auch mal zu Wort melde. Denn auch ich bin recht irritiert wie EXTREM negativ dieser Film offenbar viele Fan-Gemüter erregt hat. Das er polarisieren wird, war mir zwar schon klar, als ich das Kino nach dem Erstkonsum verließ. Aber das gleich dutzend Weise online-aktive Fans ihr ganzes Fansein aufkündigen wollen, weil die Verantwortlichen hinter dem Film angeblich gefühlt 'den Tempel mit Schuhen' betreten haben, damit habe ich nun doch nicht gerechnet.


    Und wegen diesen heftigen emotionalen Wogen, hat man als leidenschaftlicher Freund von 'Unterdog'-Bondfilmen wie ich, erstmal keine Muse und Lust nach über Jahrzehnte hinaus kontinuierlichen Defensive-Äußerungen für seine allgemein recht unbeliebten 'Schätzchen' ein weiteres Bondwerk in die anstrengende Gruppe von Filmen aufzunehmen, die man öffentlich verteidigen möchte.


    Da es allerdings surreal anmutet, wie krass die Wertung unserer Forumsmehrheit offenbar von der, der breiten Publikumsmasse abweicht (im Gegensatz z.B. zu der von QoS, wo der Tenor der Allgemeinheit DEUTLICH negativer war), will ich zumindest mal ein Statement abgeben, welche 'emotionale' Reise ich bisher mit dem Werk erlebte:


    Erster Konsum mit 7 weiteren Mitgliedern unserer Fangemeinde, sowie 3 Gelegenheitsbondguckern aus dem Freundeskreis. Wirkung: Überrascht, etwas überfordert, aber recht bewegt und vorsichtig positiv. Es war sofort klar das ich - wie bei allen anderen Craigfilmen zuvor - unbedingt eine Zweitsichtung brauchte. Irritirend war vorallem der sich verbal entladende Zorn einiger anwesender Fans, direkt nach dem Verlassen des Kinos, die im merkwürdigen Widerspruch zum Rest der Konsum-Gruppe stand, die insgesamt ein positives erstes Fazit bezüglich des Films zog.


    Zweiter Konsum eine Woche später, mit einem meiner besten Freunde (kein Bondfan). Wirkung: äh, ähm... sorry, aber... WOW! Was für ein Bondwerk! Überwältigend, großartig, bewegend... und dermaßen 'süchtig' machend, das das Bondfieber bei mir wieder TOTAL entfacht ist. Der Score läuft seit einer Woche bei mir so heiß wie kein anderer der letzten 20 Jahre.


    Morgen werde ich den Film ein drittes Mal genießen, mit einem Alt-Bondfan, der stets was gegen Craig in der Rolle hatte, aber mit diesem Werk nun seinen Frieden mit diesem Darsteller gemacht hat. Außerdem muß ich zu Protokoll geben, das ich von meinem 'Nichtfan'-Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis - außer zu Casino Royale - insgesamt noch kein positiveres Feedback gegenüber einem Bondfilm gehört hatte wie zu diesem, weshalb die maßlos enttäuschten Wut-Reviews von Fans und vereinzelter Film-Kritiker, die diesen Fans gewiss aus der Seele sprechen, nochmal umso surrealer auf mich wirken. Mehr Polarisierung geht wohl nicht.


    Nennt mich ruhig einen treu-doofen 'Fanboy'. Wahrscheinlich stimmt das zu einem gewissen Maß auch. Zumindest was diese aktuelle Ära angeht, gegen dessen Beiträge ich nie so hart ins Gericht gezogen bin, wie das viele andere getan haben. Hierbei spielt gewiss eine nicht unentscheidende Rolle, das ich diese Epoche als glorreiche Wiedergutmachung des Franchise gegenüber einem Fan werte, der nie so recht überwunden hat, das die für ihn großartig begonnene Darsteller-Ära, mit der er eingestiegen ist (Dalton) auf halber Strecke bitter abgewürgt wurde. Craig habe ich stets als legitimen Erben von Dalton's umstrittenen 2 Ausnahmewerke gesehen - und er wurde ihm mehr als gerecht - und zwar konsequent bis zur letzten Filmminute seiner Ära.


    Und da ich 1. keinen Lieblingsbondfilm habe und 2. mir die Stimmung und Wertung insgesamt hier im Forum gegenüber dem Film deutlich zu negativ ist, bin ich mal so dreist und laße das Kind in mir völlig frei walten:


    No Time to Die schenkt mir persönlich:


    - den besten Pre-Title des Franchise
    - Craig's beste Bondperformance (ja, ich finde ihn hier tatsächlich so gut wie nie)
    - den besten Score seit 34 Jahren. Danke Hans!
    - die besten 'Sidekick'-Kurzauftritt der Franchise-Neuzeit (Ana de Armas)
    - das beste Production Design der Craig-Ära
    - das imho beste Film-Ende der gesamten Serie
    - and last but not least: den emotionalsten Bondfilm aller Zeiten


    Und um die ganze Sache 'ultra-blasphemisch' verkaspert auf die Spitze zu treiben, nutze ich das Momentum meiner aktuellen Begeisterung für das neuste 'Spielzeug' auch noch für ein allererstes Ranking - hier meine neue Top-5 des Bondfranchise:


    1. NTTD :party:
    2. OHMSS
    3. SF
    4. TLD
    5. CR


    Nach der zweiten Sichtung hat der Film wie gesagt, wegen dem erwähnten emotionalen Impact, nochmal einen gewaltigen Sprung bei mir gemacht. Nach der ersten Filmbegutachtung hätte ich ihn aufgrund seiner vielen kleinen Schwächen (von denen allerdings KEIN Bondfilm frei ist) noch nicht mal in die Top-10 gelassen. Nun sehe ich ihn Stand Mitte-Oktober 2021 tatsächlich aktuell auf dem Thron. Und auch wenn er sich da eventuell nach dem Abglühen dieser aktuellen, ja recht kindlich anmutenden Begeisterung nicht lange halten wird, wurde ihm diese Ehre zumindest mal zu teil. Ich habe die Bestenliste stets als persönliche, aktuelle 'Hitparade' verstanden und warum soll man sich scheuen, einem aktuellen 'Hit' den Zugang zum Olymp zu gewähren, wenn man es so empfindet. Neue Bondfilme sind ja nunmal selten genug...


    So, nun gebe ich das Wort wieder zurück an die leidenschaftliche NTTD-Bashing-Party-Runde. ;)