Posts by Django

    Quote

    Letztendlich kam Martin wohl durch Paul McCartney an Bord


    Wenn man den englischen Wikipedia-Eintrag Glauben schenken darf, war das genau so:

    Quote

    Broccoli and Saltzman instead asked Paul McCartney to write the theme song. Most of their $25,000 music budget went to McCartney's fee. The remainder was not enough to hire a composer of Barry's stature. They settled on George Martin, who had been the Beatles producer, to score the film


    Würde also bedeuten: "Kost nix - ist nix"


    Wobei man aber auch zwischen dem Score selber und dessen Einsatz im Film unterscheiden muss. Und da verstehe ich einfach nicht, weshalb in LALD viele Szenen musikalisch einfach "leer" gelassen wurde. Irgendetwas hätte Martins Score doch hergeben müssen - immer noch besser als nichts. Und grad bei einem Bondfilm, der ja schon damals alles Andere als eine Low-Budget-Produktion war, hätten die Macher doch in so einem Fall noch etwas Geld springen lassen müssen, um die Lücken zu schliessen.


    Andererseits schätze ich sehr, dass man mit Roger Moore als neuem Bond viel Neues wagte: Kein Barry, Bassey, Adam oder Maibaum und obendrein keine Casino-Szene und kein Aston Martin.

    Ja, ich auch. Obwohl rückblickend nicht ganz alles 100% funktioniert hat - grad im Vergleich zum super-schwachsinnigen Vorgänger DAF wirkt LALD unglaublich erfrischend! Und trotz allem blieb Bond im Grundsatz doch jener Bond, den man kannte und "wollte"

    Habe den Film neulich wieder mal gesehen und ich war abermals "amused" :) . Das mit den Logiklöchern, die sich auch durch Voodoo nicht erklären lassen, hatten wir ja schon vor gut einem Jahr abgehandelt ;) . Was mir aber aufgefallen ist (und nicht das erste Mal): LALD verfügt eigentlich über keinen "richtigen" Score oder zumindest über keinen Score, der nennenswert im Film vorkommt. Der Titelsong gehört zwar für mich mit zu den Besten, aber sonst ist da nicht viel. Klar man kann es auch übertrieben, aber grad etwa bei der Bootsverfolgung im Bayou hätte etwas musikalische Untermalung zusätzlichen Drive in die Szenerie bringen können.

    @ Scarpine: Du triffst es sehr gut auf den Punkt. Das Kino und damit auch Bond sind ein Anachronismus. Und ich frage mich auch oft, was gewesen wäre, wenn CR '06 der erste Bond-Film gewesen wäre? Der Film wäre womöglich auch so erfolgreich gewesen, hätte die Craig-Ära aber wohl kaum überlebt. Wenn überhaupt. Und mit Bonds Hinscheiden in NTTD wäre die ganze Sache eh' für allemal beerdigt gewesen.


    Quote

    Weil es ja so komplex ist und man so viel zu erzählen hat.

    Ich denke, das ist auch ein Problem, das uns die Craig-Filme eingebrockt haben: Dieses Übergreifende, Komplexe. Einst stand jeder Bond-Film für sich alleine. Wenn es vereinzelt Anspielungen auf vergangene Filme gab, so waren diese primär als Easter Egg für "Kenner" gedacht und handlungstechnisch nicht von Bedeutung. Das Setting war abgesehen von ein paar Grundelementen und -figuren bei jedem Film komplett neu - die Vergangenheit mehr oder weniger ausgelöscht. Und dazu brauchte es nicht mal einen Darstellerwechsel. Das beste Beispiel ist für mich der Wechsel zwischen dem wahrlich abgehobenen MR und dem für Bond-Verhältnisse sehr geerdeten FYEO. Trotz diesem vermeintlich harten Stilwechsel blieb der Bond-Groove absolut erhalten. Keine Experimente diesbezüglich. Und das fand ich gut so! Spätestens seit Craig (oder möglicherweise schon seit Cubby Broccolis Tod) ist den Verantwortlichen dieses Händchen leider abhanden gekommen.


    Quote

    Kurios ist nur, dass seit Casino Royale und damit seit 20 Jahren (!) quasi keine neuen Fans mehr in die Fan-Blase gespült wurden.

    Ja, und wenn, dann sind es so Typen, die auch hier sporadisch auftauchen (und zum Glück meist bald wieder verschwinden) vom Schlag "Boah hey - habe mir grad NTTD angesehen. Der erste Bond-Film, den ich je gesehen habe. Bin jetzt daher auch voll Bond-Fan. Krass, dass Bond stirbt, oder. Aber so geil! Was meint Ihr dazu? Hammer, oder?". Was will ich mit denen diskutieren? Verschwendete Zeit...

    Du sprichst mir aus dem Herzen. (Auch) ich brauche keinen neuen Bond-Film. Jedenfalls nicht in der Form der letzten Filme. Und ich mache mir auch keine Hoffnung, dass sich das ändern wird. Seien wir realistisch: Es gibt kein zurück mehr. Es ist wie in gescheiterten, Beziehungen zwischen Menschen: Einmal kommt der Punkt, wo zu viel kaputt gegangen ist und das kann man einfach nicht mehr "auslöschen".


    Was mir aber bleibt, sind rund 20 "klassische" Bond-Filme, mit denen ich schönen Erinnerungen verbinde und die ich mir - wenn auch gewisse mehr und gewisse etwas weniger - immer wieder gerne anschaue. Und bei allem Respekt für CR oder auch QoS: Alles, was nach 2002 kam, konnte rückblickend das Feuer meines Fan Seins einfach nicht mehr "befeuern". Dass ich DAD zwar weiterhin grottenschlecht finde, mittlerweile aber meinen Frieden mit diesem Beitrag geschlossen habe, sagt irgendwie alles.


    Quote

    Kurioserweise ist mir in letzter Zeit einmal mehr aufgegangen, wie unwichtig wir Fans eigentlich für die Serie und ihren Erfolg waren und sind. Als "Bond-Experte" werde ich von meinem Umfeld erstaunlich regelmäßig gefragt

    Auch ich beobachte immer stärker, dass die Ansprüche der "Fans" und jene der "grosse" Masse divergieren. Egal, wie der nächste Bond-Film werden wird: Die grosse Masse wird dafür sorgen, dass auch dieser ein riesiger finanzieller Erfolg wird. Dazu braucht's keine Fans. Aber ich bin raus...

    Das hier ist noch lustig:

    Biggest James Bond Movie Plot Holes

    Das mit GF oder das mit TMWTGG ist (hier) natürlich allgemein bekannt. Und das mit Blofeld und Bond und der "Nichterkennung" in OHMSS ist für kein wirkliches Plot Hole, da die Reihe nur sehr bedingt als chronologische Abfolge betrachtet werden kann. Denn wenn man das als Massstab nimmt, gibt es noch unzählige andere vermeintliche Plot Holes. Das mit Plenty O'Toole in DAF ist mir bisher gar nie aufgefallen. Allerdings ist der Film durchs Band so dermassen bescheuert, dass das kaum wirklich auffällt. War die erklärende Szene rausgeschnitten wurde erschliesst sich mir aber dennoch nicht so wirklich... Interessant hingegen die Feststellung zu GE: Ich muss sagen "stimmt eigentlich!". Auch das ist mir aber zuvor nie aufgefallen. Ich werde GE wohl fortan immer mit anderen Augen sehen ;)

    Quote

    Ich glaube, im Roman fragt Felix explizit danach (der fliegt, meine ich mich zu erinnern) und Bond erklärt, dass das halt einfach DIE Gelegenheit ist, ein paar Tage mit Tanya alleine zu sein

    Ich glaub' das verwechselt Du mit LALD. Zumal ja Felix in FRWL nicht vorkommt ;)


    Quote

    Zum Güterzug kann ich nichts sagen, würde aber einen Anschlussfehler vermuten.

    Das vermute ich auch. Denn in einer späteren Szene sind die Güterwagen plötzlich wieder verschwunden :S

    Ich dachte immer, sie bleibt da, weil ihr das ja auch im Austausch gegen die LEKTOR angeboten wurde, oder?

    Ja, das kann sein. Es wird halt einfach offen gelassen. Besser so, denn so lustig ist ein Leben in England für Tanja dann wohl auch wieder nicht. Sie ist ja dort "allein", kennt niemanden und wie wir wissen, wird auch Bond sie bald fallen lassen 8o

    Der Film lief gestern am TV und da habe ich ein bisschen reingeschaut. FRWL geht halt immer :) . Dabei ist mir (erstmals) Folgendes aufgefallen:

    - In der Szene an der Bulgarischen Grenze wo der Zug vorbeifährt (in der auch Ian Fleming einen Cameo hat, in dem er kurz neben dem Gleis steht) sieht man am Ende des Zuges mehrere Güterwagen(!) angehängt. Die waren am Bahnhof in Istanbul eindeutig noch nicht vorhanden. Es ist zwar denkbar, dass die unterwegs irgendwo noch dazu gehängt wurden und es war damals auch nicht unüblich, dass Personenzüge auch Güterwagen mitführten, im Falle des Orient-Expresses halte ich das aber doch für eher unwahrscheinlich. Stellt sich die Frage: Regie- bzw. Anschlussfehler oder "gewollt" so?

    - Und apropos Zug: Warum nehmen die ausgerechnet den Zug für ihre Flucht aus Istanbul? Das ist wohl dar denkbar ungeeignetste Weg für sowas. Und dass Bond dann so eine wertvolle Fracht wie die Lektor auch noch einfach so mitnimmt...

    - Und: Was passiert eigentlich mit Tanja nach Ende des Films? In den Augen der Sowjets muss sie ja als Verräterin gelten, was recht ungemütlich/lebensgefährlich ist. Einfach so "zurückkehren" geht da sicher nicht ;)

    Teilweise wird ja auf die Lücke zwischen LTK und GE verwiesen, aber meines Erachtens wird dabei vergessen, dass es nach 6 Jahren einen neuen Film gab

    Und vor allem waren die Leute - grad in meinem Alter - extrem heiss auf einen neuen Bond-Film. Man kannte einige Bond-Filme bereits ausm TV oder ggf. von Videos, wollte es aber nun endlich "richtig im Kino tun" :P . Da war mächtig was los: Es gab zwar 6 Jahre keinen neuen Bond Film, aber trotzdem war der Hype gross, grad als Pierce Brosnan 1994 offiziell als neuer Bond bestätigt wurde. So was werden wir zumindest in Sachen James Bond leider nie mehr erleben :(

    und von der 'Qualität' der letzten Titelsongs will ich erst gar nicht anfangen...

    Durch diese Scores muss ich mich noch arbeiten (bis aktuell grad dabei, mir die Playlists zusammenzustellen), aber was die Titelsongs der beiden letzten Filme betrifft, so muss ich Dir absolut Recht geben... Dieses lebensmüde Gehauche. Nun gut, zumindest zum NTTD-Plot passt das ja leider perfekt :rolleyes:

    Ich bin grad über das hier gestolpert: 3 Vorschläge, wie der James-Bond-Reboot klappen könnte


    Fand's durchaus noch unterhaltsam zu lesen, auch wenn ich jetzt definitiv nicht bei allen Punkten gleicher Meinung bin. Egal - muss man ja auch nicht allzu ernst nehmen. Und das die Idee mit dem "Legacy Bond" mit Pierce Brosnan fände ich jetzt tatsächlich noch reizvoll, auch wenn ich mir natürlich bewusst bin, dass so was nie kommen wird. Aber man darf ja mal träumen... ;)

    Quote

    Brosnans Bond ist völlig losgelöst vom Craig-Handlungsbogen, also gibt es dahingehend kein Problem.

    [...]

    Bond ist seit Jahren offiziell im Ruhestand. Etwas aus seiner Vergangenheit taucht auf. Ein Bösewicht, den er für erledigt hielt, kehrt mit voller Wucht zurück. MI6 braucht ihn wieder – gerade weil die Akte derart alt und geheim ist, dass niemand sie versteht. Bond ist älter und langsamer, also verprügelt er niemanden mehr. Doch er überlistet sie mit Strategie und Intellekt.

    Ja, das hat was. Es wäre sogar extrem stringent und genau so würde das mit der "Vergangenheit" auch Sinn machen. Bond würde da weitermachen, wo er 2002 aufgehört hat und die Craig-Ära ganz einfach "vergessen", wie wenn sie nie zum Kanon gehört hatte (hat sie für mich ja eigentlich auch nie :P )

    Am Ende ist Thunderball nicht perfekt - aber auf sehr vielen Ebenen unfassbar souverän.

    Sehr schön zusammengefasst. TB ist leider sehr unterschätzt. Da werden ihm Dinge angekreidet, die bei anderen Werken selbst in weit gesteigerter Form locker verziehen werden. Aber bei TB wird drauf herumgehackt :|. Keine Ahnung, warum. Dabei wirkt TB - obwohl da nur ein Jahr dazwischen liegt - so viel "moderner" als GF. Dieser wirkt im Vergleich zu TB fast schon altbacken (obwohl er das für 1964 natürlich nicht war und so sehr ich GF schätze). Aber rückblickend setzt TB hier ganz andere Massstäbe :thumbup:

    Kerim. Draco ist mir viel zu klischeehaft. Der Mafiaboss (ja - genau das ist er!), der eigentlich ein lieber Kerl ist und doch nur sein armes, versnobtes Töchterchen in gute Hände zum Heiraten geben will... (ja, ich weiss - jetzt gibt's wieder Bashing von allen OHMSS-Fans hier ;) ).


    Next:

    Blofelds Piranhas oder Drax' Dobermänner?

    Im Prinzip entscheidet eigentlich immer nur die aktuelle Stimmungslage für welches Bondwerk das Fan-Herz gerade besonders stark schlägt

    Genau so ist es. Und ich denke, es ist auch wichtig, unter welchen "Umständen" und mit welcher Stimmung man einen Film zum ersten Mal gesehen hat. Geht mir auch bei Musik(-Alben) so. Auch wenn sich natürlich die spätere Beurteilung durchaus in die eine oder in die andere Richtung ändern kann, so wirkt der erste Eindruck bei mir doch immer nach. Umso bedauerlicher, dass dieser erste Eindruck nach CR bei mir nie mehr wirklich positiv war. Immerhin konnte ich mich aber mit QoS im Laufe der Jahre einigermassen anfreunden