Die 10 Lieblingsfilme

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    Die Rewatchability-Faktor ist sicher ein Aspekt der bei keiner Bewertung außer Acht gelassen werden sollte. Allerdings ist ein reiner Fokus darauf sicher auch nicht der Film-Weisheits letzter Schluß, sonst würden unsere Bondranglisten sicher auch allesamt recht anders aussehen. ;) Ich schätze meist ist es eher eine Mischung aus Rewatchability-Faktor, persönlicher Bedeutung, sowie filmischer und inhaltlicher Qualität, die in ihrer Summe Filme in die Favoriten-Hemisphäre heben.

    Genau das denke ich auch. Es ist immer die Summe all dessen. Ich würde nicht behaupten, dass Rewatchability der alleinige Aspekt sein sollte, ich hab andererseits aber auch oft das Gefühl, dass er bei vielen Filmlisten eine viel zu geringe Rolle spielt. Viele Filmliebhaber können sich ja beispielsweise überhaupt nicht auf bestimmte Filme festlegen, geschweige denn, eine persönliche Rangliste erstellen, weil es gäbe ja sooo viele tolle Filme. Der Faktor, wie oft man selbst aber Lust verspürt, sich einen Film überhaupt noch ein zweites oder drittes Mal anzusehen, stellt da aber schon eine subjektive Selektion dar, nach der man entscheiden kann.


    Wobei ich ehrlich gesagt befürchte, dass wir unter Rewatchability nicht hundertprozentig dasselbe verstehen. Du führst beispielsweise an, dass du Filme, die du eigentlich furchtbar findest - wie etwas Batman vs. Superman, den ich übrigens auch mies fand - öfter siehst als Filme, die dir mehr bedeuten. Das kann ich insoweit nachvollziehen, dass ich mir gewisse Filme für besondere Anlässe aufhebe, allein schon, damit sie sich nicht zu sehr abnutzen. Und gerade die unteren Ränge der Bondliste wählt man häufiger, weil man da nicht so viel falsch machen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich da in letzter Zeit viel wählerischer geworden bin. Ich überlege mir zweimal, wofür ich zwei oder drei Stunden Lebenszeit und meistens ja eben auch Geld einsetze. Und das selbst bei Bond. Wobei ich seit Craigs finaler Stinkbombe eh wesentlich weniger häufig Bondfilme sehe als früher. Immer wenn ich früher zu einem bekannten Film gegriffen hätte, sehe ich jetzt lieber etwas neues - dann allerdings etwas, wo ich wenigstens ahne, dass es mir gefallen könnte. Filme, die mich regelrecht nerven, sehe ich so gut wie gar nicht mehr an - es sei denn, es sind halt wirklich Filme mit einem gewissen Ruf - wie etwa Der Pate oder Apocalypse Now - wo schon eine Wahrscheinlichkeit da ist, dass man sie besser findet. Das Phänomen, dass ich in einen Film reinzappe, findet sich auch nicht mehr so häufig, da ich am linearen Fernsehen aufgrund seiner Qualität nur noch selten teilnehme.


    TND war z.B. früher mal ein Kandidat für 'guilty pleasure', den ich aufgrund seiner knalligen Action sehr oft gesehen habe, aber seit ich den Film nach den letzten Sichtungen eher ernüchternd empfand, landet er auch wesentlich seltener im Player. Das gilt auch für andere Franchises, wie Star Trek oder M:I, wo ich einen Into Darkness oder M:I-2 nur noch sehr selten sehe und bei Marathons auch schon mal überspringe. Und wenn ich einen Film, den ich eigentlich nicht so auf dem Schirm habe bei Rankings, doch öfter sehe als normal, dann würde ich mich eher fragen, ob er nicht doch ein heimlicher Liebling ist. Mit Rewatchability meine ich also gar nicht so sehr die reine Quantität, sondern schon eher, ob man a) überhaupt das Bedürnis verspürt, den Film mehr als einmal zu sehen (da fallen 80% aller Filme raus), und das weniger aus reinem Interesse, sondern weil er etwas bestimmtes in einem auslöst, das man hin und wieder einfach braucht, und b) der Film dabei gleichbleibend gut oder sogar besser wirkt. Wenn TND oder DAD sich zwar nicht abnutzen, aber eben auch gleich enttäuschend bleiben, wäre das für mich nicht unbedingt für eine gute Rewatchability sprechen. Es sind ja auch gerade nicht die Filme, die man gern nach einem beschis... Tag einlegt, oder wenn Kumpels mit Bier vorbeikommen. Zumindest nicht bei mir.


    Schindlers Liste hab ich übrigens gar nicht als Seitenhieb gewählt, eher als Beispiel wie etwa Metropolis. Filme, die viele als Lieblingsfilme nennen, wo ich aber hin und wieder das Gefühl nicht los werde, dass man aus falsch verstandener Scham gern Klassiker der Filmgeschichte nennt, statt so Sachen wie Dirty Dancing oder Demolition Man. Ein allgemeines Phänomen, das ich auf niemanden konkret im Forum beziehe, und bei dem ich sicher auch Gefahr laufe, Anderen unfairerweise Dinge zu unterstellen.


    Nichtsdestotrotz finde ich deine Liste aber sehr sympathisch. 8o


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    Ein Wort noch zu Godfather Part I und II und Goodfellas: Das Argument mit den sozial- und verhaltensgestörten Familien-Clans ist sicher ein schwerwiegendes gegen die Sympahtie für diese Filme. Und tatsächlich verhindert genau dieser Punkt, das ich diese Werke in meine Top-10 aufnehmen würde - wenn da noch Platz wäre. Dennoch haut es mich jedesmal geradezu um, wenn ich beim zappen im TV in einem dieser Filme lande, und mit hundert-prozentiger Wahrscheinlichkeit drin hängen bleibe bzw. meine Hand reflexartig Richtung Blu-Ray-Regal greift um die entsprechende Disc einzulegen. Ich kann Euch dieses Phänomen in beiden Fällen selbst nicht genau erklären, und rede mir das in meiner Begründung in der Regel mit dem Argument der cineastischen Qualität schön, aber wahrscheinlich bin ich einfach nur ein bißchen pervers. Aber das trifft ja auf die meisten Zuschauer zu, wenn sie ehrlich wären: Warum wäre sonst sowas wie James Bond ein pop-kulturelles Phänomen geworden.

    Da gebe ich dir absolut recht. In den 60ern haben sicher auch viele Leute nicht verstanden, wie man einen lizensierten Auftragskiller abfeiern kann. Aber dass ich persönlich nicht so viel mit Gangster- oder Mafiafilmen anfangen kann, heißt ja nicht automatisch, dass ich das Anderen vorwerfe, die sie mögen. Im Gegenteil, ich hab mir z.B. Heat oder eben die Pate-Filme extra auf Bluray zugelegt, um das vielleicht besser nachvollziehen zu können. Zumal gerade im Bereich Horror ja noch viel bedenklichere Dinge von statten gehen. Weshalb ich auch nie sehr viel mit Horror anfangen konnte - es aber eben denen, die es können, auch nicht vorwerfe.

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    seit Craigs finaler Stinkbombe (...)

    Vielen Dank für diesen treffenden, griffigen Ausdruck!!! Während der Film in meinem Freundeskreis seit geraumer Zeit nur noch mit "das Machwerk" oder "der Letzte" bezeichnet wurde, konnte ich jüngst Beifallsstürme ernten, indem ich mir erlaubte, Dich zu zitieren! ^^

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