DER FILM: GoldenEye

  • Ach so - danke. Okay - mit dem Satelliten gibt's eine Parallele beim Bedrohungsszenario (die dann bereits mit DAD erneut aufgegriffen werden sollte). Das finde ich aber definitiv viel zu wenig, um hier von "deutlichen Anleihen" zu sprechen.

  • Ach so - danke. Okay - mit dem Satelliten gibt's eine Parallele beim Bedrohungsszenario (die dann bereits mit DAD erneut aufgegriffen werden sollte). Das finde ich aber definitiv viel zu wenig, um hier von "deutlichen Anleihen" zu sprechen.

    Von "zu wenig" würde ich nicht sprechen, da dieses Szenario sowohl in DAF als auch in GE nicht nur das Haupt-Werkzeug des Antagonisten , sondern sogar Namensgeber beider Filme war!

  • Mr. Sean Bean erweckt in mir beim Konsum von GE meist den Eindruck, das die Rolle des Alec Trevalyan eventuell nur auf dem Papier funktioniert. Seine zahlreichen Sprüche welche den Bondcharakter treffsicher psychologisch auseinander nehmen 'könnten', laufen für mich sofort ins Leere, sobald ich über Alec's eigene kontinuierlichen Handlungen nachdenke, die seine stetigen gehässigen Vorwürfe gegenüber Bond wie einen einzigen Widerspruch wirken lassen. Die reizvolle Idee, das der Böeswicht dem Helden auf gewisse Weise einen dunklen Spiegel vorhält, hat im Kino ja eine recht lange Tradition. Aber selten wirkte sie auf mich dermaßen disfunktional und aufgesetzt wie bei Alec. Dazu serviert uns Bean hier eine - gemessen an den bedeutungschwangeren Dialogen und dem implizierten persönlichen Drama der Figur - eine merkwürdig, blasse, artifiziell anmutende Performance, in der imho nur ein einziger Emotionsausdruck authentisch wirkt: Wut. Oder um es noch etwas drastischer auszudrücken: Ich bin in den letzten 28 Jahren nie über den Punkt hinaus gekommen, hier in erste Linie Sean Bean dabei zu beoachten, wie er diverse auswendig gelernten Dialoge für diese Eon-Produktion abspult, die für sich gesehen, zwar mit einer gewissen Cleverness geschrieben sind, aber bei mir im fertigen Produkt als Zuschauer nur wie gewollte Schauposerei ankommen und stets aus dem Handlungsfluß reißen. Das spätere schauspielerische Ouvre von Bean hilft nun auch nicht gerade dabei, seine Rolle als 006 herausragend und einzigartig wahrzunehmen, da man ihn imho einfach zu oft einen sterotypen Bösewicht mit möglichst brutalem Abgang verkörpern ließ. Da wäre dann noch der Gebursjahrgang des Herren: Das ein Liebespaar 1945 die Lienzer Kosakentragödie überlebt, und dann beachtliche 14 Jahre später (1959) einen Sohn zu Welt bringt, nur damit der Vater wenig später auf die Idee kommt ihn aus Schamgefühl zu einem Waisen zu machen, wirkt dermaßen unglaubwürdig, das ich das von vornherein direkt verdrängen muß, um diese Rolle noch halbwegs ernst nehmen zu können. In der deutschen Synchro-Fassung von GE gesellte sich für mich beim Release noch ein weiteres Problem dazu: Sein Sprecher Norbert Langer war für mich als junger Bondfan eine ganze Weile in erste Linie vorallem als Stimme des Erzählers auf den James Bond-Hörspiel-Kasetten vom Label Europa prägnant. Diesen stets von Bond's Abenteuern begeisterten Erzähler, dann als bond-analytischen Bösewicht zu hören, überforderte mich bezüglich des Faktors 'Bedrohlichkeit von 006' als jungen Fan extrem. Mal ganz abgesehen davon, das das erste Abtreten der Figur im Pre-Title mehr gravierende Fragezeichen hinterläßt, als später beantwortet werden, aber das Fass will ich hier gar nicht erst aufmachen. Einzig physisch finde ich den Part gelungen, was besonders im Endfight zum tragen kommt, und ich vermute mal, hier liegt das Hauptaugenmerk der Allgemeinheit. Denn irgendwas muß es ja sein, was die große und heutzutage sehr mitteilsame Fanfraktion so sehr an ihm schätzt, das er oft als einer der 'gelungsten' Gegenspieler im angeblich 'besten' Bondfilm genannt wird, was mich wie gesagt stets nur völlig kopfschüttelnd zurückläßt.

  • Das ein Liebespaar 1945 die Lienzer Kosakentragödie überlebt, und dann beachtliche 14 Jahre später (1959) einen Sohn zu Welt bringt, nur damit der Vater wenig später auf die Idee kommt ihn aus Schamgefühl zu einem Waisen zu machen, wirkt dermaßen unglaubwürdig,

    Definitiv. Hab mich auch schon gefragt, wie das zeitmässig aufgehen sollte. Auch sonst fand ich das mit den Lienzer Kosaken als Aufhänger für 006s "Motivation" stets etwas weit hergeholt, zumal die ganze Sache damals schon 50 Jahre zurücklag.


    das er oft als einer der 'gelungsten' Gegenspieler im angeblich 'besten' Bondfilm genannt wird

    Grad wenn ich an Oberhauser aka Blofeld und Konsorten aus der Craig-Ära denke, so halte ich Trevalyan für solide. Mehr aber nicht. Wie auch der ganze Film GE.

  • GE lief neulich im TV und habe ich kurz reingeschaut. Dabei fiel mir die erste Szene nach dem Titel (die Fahr in Monaco im DB5 "gegen" Xenia Onatopp) sehr negativ auf. Die Zeiten habe sich gewandelt, aber sozusagen ein illegales Autorennen auf öffentlichen Strassen am helllichten Tag ohne auch nur den geringsten Grund (Bonds übersteigertes Ego lasse ich jetzt nicht gelten) unter Inkaufnahme diverser Kollateralschäden, geht einfach gar nicht. Zudem gibt Bond ja in der ganzen den vollen chauvi-arroganten Kotzbrocken, wie wohl noch nie zuvor in einem Bond-Film. Die Intention war wohl, einen auf "cool" zu machen, was aber m.E. rein gar nicht funktioniert hat. Was war da das Zeilpubikum: 15-Jährige mit Traumberuf Autoposer? Für ein halbwegs "erwachsenes" Publikum kann so was jedenfalls nicht ernsthaft gedacht gewesen sein. Da wirken ja sämtliche(!) Szenen in MR insgesamt stimmiger. Gerade auch an dieser Szene zeigt sich, dass die Macher nach sechsjähriger Pause noch nicht wieder ganz sattelfest waren.

  • Ja, unter diesem Aspekt ist diese Szene schon sehr fragwürdig. In Goldfinger lässt sich Bond ja auch fast von Tilly reizen, bewahrt aber dann die Disziplin. Ob er weiter Gas gegeben hätte, wenn es nicht um die Verfolgung von Goldfinger gegangen wäre... Auch Tracy verfolgt er ja am Anfang von OHMSS. Wobei das alles bei den fast leeren Straßen der 60er noch eine ganz andere Wirkung hatte als auf einer touristisch frequentierten Serpentinenstraße. Neben dem Thrill steht ja auch im Vordergrund, die Psychologin einzuschüchtern, die das seltsamerweise auch alles durchgehen lässt und eher wie eine Psychologiestudentin im ersten Semester wirkt. Das sind leider alles so Dinge, die GE immer etwas gewollt erscheinen lassen. Das Zielpublikum war vermutlich die eher jugendliche Gamer-Generation, die man ja mit dem zeitgleich erschienenen Spiel tatsächlich ziemlich beeindruckt hat. Und bei der Handlung hat man dann gleich in Levels gedacht. Level 2 - Straßenrennen gegen Xenia.

  • In Goldfinger lässt sich Bond ja auch fast von Tilly reizen, bewahrt aber dann die Disziplin [...]. Auch Tracy verfolgt er ja am Anfang von OHMSS. Wobei das alles bei den fast leeren Straßen der 60er noch eine ganz andere Wirkung hatte als auf einer touristisch frequentierten Serpentinenstraße.

    Definitiv. Diese Szenen sind m.E. nicht wirklich mit jener aus GE vergleichbar. Einerseits sind sie weit "harmloser", andererseits war die Zeit 30 Jahre zur eine ziemlich andere. Und wie Du richtig bemerkst: Gerade in GF behält Bond seine Disziplin. Überhaupt etwas, das den Bond bis Ende der 1980er ausmachte: Wohl zeigte er mitunter durchaus Emotionen, war aber immer ganz Profi und diszipliniert. Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Beides kann man in besagter GE-Szene nicht behaupten. Da wirkt er vielmehr wie ein hedonistischer Halbstarker. Hauptsache Spass! Etwas ähnliches wiederholt sich ja zwei Jahre später in TWINE bei der Verfolgungsjagd im Parkhaus. Auch da freut sich Bond wie ein Kleinkind auf der Achterbahn und nimmt ganz bewusst die unnötige Gefährdung unbeteiligter Dritter in Kauf.

  • In der Tat hat mich dieses illegale Autorennen schon beim ersten Sehen von GE wegen dieser rücksichtslosen Glorifizierung von Straßenrennen brutal gestört.

    ... ganz zu schweigen von der rücksichtslosen Glorifizierung von 70er-Jahre-Pornos durch den dabei zu hörenden Soundtrack.

  • Ergänzung zu Martins Beitrag: Tatsächlich ist das GE-Spiel auf dem N64 erst durch den Hype nach dem Film entstanden und erschien erst 1997.

    Mit dem Appeal für die sexuell-frustrierten, möchtergern-coolen Halbstarken hast du sicherlich recht, meine aber, dass man dann keine halben Sachen hätte machen dürfen und Bond hier schon seinen Z3 hätte geben sollen.

    So oder so bleibt die Szene ein Unding.

  • Seit 3 Jahren mal wieder gesehen und bin nach wie vor enttäuscht. Der Film wirkt auf mich völlig unglaubwürdig. Das liegt gar nicht mal so sehr an der Story oder den Actionszenen, sondern an den Darstellern bzw. der ihnen zugedachten Rollen. Die von ihnen dargestellten Figuren wirken zu künstlich (fast schon wie Karikaturen) und schaffen es somit nicht, eine glaubhafte Illusion aufzubauen. Besonders hervorzuheben sind hier Boris, Xenia und Wade - mit Abstrichen auch Ourumow und die Psychologin. Hatten bisherige Bondfilme nur einzelne negative Ausreißer, so liegt hier fast schon ein Kollektivversagen vor, das mir das Anschauen des Films verleidet.


    Denn auch Pierce Brosnan wirkt in seinem ersten Einsatz noch zu steif. Selbst seine Bewegungsabläufe kommen teilweise unnatürlich rüber (insbesondere das Laufen). Er verfügt auch noch nicht über die Souveränität, die er in den nachfolgenden Filmen hat. Das gefühlt ständig auftauchende "für England, James! - Für England, Alec!" nervt und wirkt völlig aufgesetzt. So würde man im Einsatz doch niemals reden.


    Das Screamgirl macht Stacey Sutton ernsthaft Konkurrenz. Und dann ist da noch M, die im Gegensatz zu ihren Vorgängern keinerlei Sympathie für Bond hegt (auch das bessert sich deutlich ab TND). Immerhin ist sie von seinen Fähigkeiten überzeugt und wünscht ihm, das er lebend zurück kehrt. Hier könnte ich verstehen, wenn Bond den Dienst quittiert (in OHMSS finde ich seine Reaktion zu überzogen und angesichts seiner früheren Verdienste und Loyalität auch unglaubwürdig).


    Das Drehbuch hat natürlich auch Schwächen. Die Sewernaja-Szenen sind viel zu lang gezogen und die Szenen in Russland springen dafür hektisch hin und her. Das trübt den Genuss des Films genauso wie die überzogene Ballerei (die in TND ja sogar noch gesteigert wird :rolleyes: ). Wirklich gelungen finde ich nur die Panzerszene. Das ist Bond wie ich ihn kenne und liebe!


    Insgesamt kommt der Film bei mir über ein "ausreichend" nicht hinaus. Übrigens der einzige Bondfilm bei mir, der diese Note erhält. Nur DAD schneidet noch schlechter ab.

    Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

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    Insgesamt kommt der Film bei mir über ein "ausreichend" nicht hinaus. Übrigens der einzige Bondfilm bei mir, der diese Note erhält. Nur DAD schneidet noch schlechter ab.

    Bei mir sind die letzten beiden Streifen mittlerweile noch weit unter diesen beiden. Egal wie unstimmig der Background von Trevelyan ist, gegen Bruder "Blofeld" ist das für mich ein phantastischer Bondschurke.

  • Trevelyan finde ich als Schurken tatsächlich noch OK. Allerdings wirkt die Männerfreundschaft mit Bond irgendwie aufgesetzt und für mich nicht glaubwürdig.


    Übrigens war TND mein allererster Brosnan Bond. Ich bin mit sehr niedrigen Erwartungen an ihn herangegangen und wurde positiv überrascht! Er weißt etliche Ähnlichkeiten mit den Klassikern auf. Bei GE war es genau umgekehrt: hier habe ich viel positives im Vorfeld gehört und entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung, die der Film jedoch absolut nicht erfüllen konnte. Man hat hier einfach zu krampfhaft versucht Bond zu modernisieren und emanzipieren.

    Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

  • Ich hab's ja hier auch geschrieben: GE war mein erster Kino-Bond und die Erwartungen entsprechend hoch. Leider wurden sie nur beschränkt erfüllt und der Film liess mich tatsächlich etwas enttäuscht zurück. Du bringst es gut auf den Punkt:

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    Man hat hier einfach zu krampfhaft versucht Bond zu modernisieren und emanzipieren.

    Genau das. Und zwei Jahre später bei TND waren vermutlich meine Erwartungen etwas gedrosselt, aber dennoch fand ich bei der ersten (Kino-)Sichtung TND sogar etwas besser als GE. Bond und der ganze Film wirkten hier wesentlich souveräner, cooler und "sicherer" als zwei Jahre zuvor. Dafür hat TND andere, hinlänglich bekannte Defizite... Heute sehe ich die beiden Filme in etwa auf gleichem Niveau, Prädikat ebenfalls "ausreichend" und unter (ausschliesslicher) Verwendung der positiven Aspekte der beiden Beiträge wäre echt ein Hammer-Film rausgekommen. Überhaupt war nach 1989 im Bond-Universum nichts mehr so wie zuvor. Entweder war die Zwangspause einfach doch zu lang oder - was ich eher befürchte - Cubby Broccoli hinterliess eine Lücke, die seine Nachfolger nicht schliessen konnten. Es fehlte ihnen einfach Weitsicht, das weise Händchen. Klar war auch in seiner Ära nicht alles überzeugend, aber er schaffte es immer wieder, das Schiff auf Kurs zu bringen. Und er liess sich auch auf keine schwachsinnigen und vor allem unnötigen Experimente ein. Womit wir auch bei Trevelyan wären. Als Schurke ist er tatsächlich nicht übel, aber dieses ganze Rückblenden-Zeugs funktioniert bei mir leider gar nicht. Der filmische Bond ist für mich eine Figur, die keine Vergangenheit hat, ausser jenen (wenn überhaupt), die uns in den vergangenen Filmen gezeigt wird. Will heissen: Wenn uns in FYEO ein Bond gezeigt wird, der Blumen an Tracy grab ablegt, dann ist das voll okay. Wenn uns hingegen in GE gezeigt wird, was Bond angeblich noch so alles in den 1980ern gemacht haben soll, dann habe ich irgendwie Mühe. Das kann man einfach weglassen. Aber eben, es sollte ja leider noch viel schlimmer kommen:

    Quote

    Egal wie unstimmig der Background von Trevelyan ist, gegen Bruder "Blofeld" ist das für mich ein phantastischer Bondschurke.

    Aber immerhin: Die Panzerfahrt in GE finde auch ich ein absolutes Highlight der gesamt Filmreihe :thumbup:

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    Überhaupt war nach 1989 im Bond-Universum nichts mehr so wie zuvor. Entweder war die Zwangspause einfach doch zu lang oder - was ich eher befürchte - Cubby Broccoli hinterliess eine Lücke, die seine Nachfolger nicht schliessen konnten. Es fehlte ihnen einfach Weitsicht, das weise Händchen. Klar war auch in seiner Ära nicht alles überzeugend, aber er schaffte es immer wieder, das Schiff auf Kurs zu bringen.

    Sehe ich leider genauso. Wobei Cubby bei GE ja noch am Leben war und zumindest die Vorbereitungen des Films noch mehr oder weniger betreut hat. Inofern bin ich mir manchmal unsicher, ob man GE noch als letzten Film der Cubby-Ära oder als ersten der Ära danach betrachten sollte. Die nachfolgenden Brosnan-Filme haben aber dann schon ziemlich deutlich gezeigt, dass die Prinzipien, mit denen Cubby die Serie am Laufen hält, bei den beiden Nachfolgern nicht im selben Maße funktionierten. Woraufhin sie es dann zur Hauptattraktion machten, die altbewährten Formel-Elemente Schritt für Schritt über Bord zu werfen. Dazu hab ich mal ein passendes Zitat gelesen: Wenn die Eltern schon alles aufgebaut haben, bleibt den Kindern nur noch das Einreißen.


    Wobei ich in letzter Zeit und vor allem nach NTTD mit GoldenEye schon mehr oder weniger meinen Frieden gemacht hatte. Dass man Bond einen best buddy angedichtet hatte, mit dem er noch enger als mit Felix Leiter gewesen sein soll, hat mich auch schon immer leicht gestört. Vermutlich hat man damit den Weg geebnet zu den ganzen Schoten à la Stiefbruder und Co., die noch kommen sollten. Aber rückblickend betrachtet ist es für mich noch einigermaßen im Rahmen. So wie das Bessere der Feind des Guten ist, ist das noch Schlechtere hier der Freund des Suboptimalen.

  • Ja, mit GE kann ich heute gut leben. Eigentlich hätte er wirklich alle Zutaten für eine Top-Bondfilm gehabt, aber leider wurde dieses Potenzial nur schlecht genutzt. Das mit dem Best-Buddy aus der Vergangenheit ist schon mal leicht störend. Wirklich (ver-)störend sind aber die vielen schwachsinnigen, pseudo-psychologischen Dialoge :bamm: . Oder dass sich Bond als Erstes mal von M mehr oder weniger grundlos zusammenschei**en lassen muss. Bond ist nicht in den 1990ern angekommen, er ist regelrecht dort "abgestürzt".

    Wobei Cubby bei GE ja noch am Leben war und zumindest die Vorbereitungen des Films noch mehr oder weniger betreut hat. Inofern bin ich mir manchmal unsicher, ob man GE noch als letzten Film der Cubby-Ära oder als ersten der Ära danach betrachten sollte.

    Also in den Credits wird ihm m.W. kein "aktiver" Part anerkannt. Von daher muss GE wohl als erster Film der Post-Cubby-Ära betrachtet werden.

  • Das mit dem Best-Buddy aus der Vergangenheit ist schon mal leicht störend. Wirklich (ver-)störend sind aber die vielen schwachsinnigen, pseudo-psychologischen Dialoge :bamm: . Oder dass sich Bond als Erstes mal von M mehr oder weniger grundlos zusammenschei**en lassen muss.

    Genauso sehe ich das auch! Das Auftauchen des Best-Buddies aus dem Nichts kann ich noch verschmerzen. Leider kommt die Freundschaft - hauptsächlich wegen der Dialoge - völlig gestellt rüber. Kein Vergleich zum Umgang zwischen Bond und Felix oder Kerim Bey. Und wo kommt eigentlich plötzlich dieser völlig überzeichnete Wade her? Und ja, in LALD gab es auch viele komische Figuren (Pepper, den Mann im fahrenden Austernladen, die Oma im Flugzeug, den grinsenden Taxifahrer). Aber die wirkten auf mich alle authentisch, die haben ihre Macken glaubhaft und humorvoll rübergebracht. Paradoxerweise ist die Story in GE sogar realistischer als die in LALD. Die Wirkung der Filme auf mich ist aber genau andersherum. LALD erzeugt eine glaubhafte Illusion und begeistert, GE enttäuscht.

    Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

  • Und ja, in LALD gab es auch viele komische Figuren (Pepper, den Mann im fahrenden Austernladen, die Oma im Flugzeug, den grinsenden Taxifahrer)

    Ich denke, es kommt immer darauf, wie solche Figuren platziert werden. In LALD sind sie nicht handlungsrelevant - die Story würde im Prinzip ohne sie genauso voranschreiten. (Unter anderem) Jack Wade in GE ist hingegen durchaus Part der Handlung und er taucht auch mehrfach im Film auf.

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    Also in den Credits wird ihm m.W. kein "aktiver" Part anerkannt. Von daher muss GE wohl als erster Film der Post-Cubby-Ära betrachtet werden.

    Offiziell natürlich nicht, aber ich denke, er hat Anfang der 90er noch die Vorproduktion des dritten Daltonfilms betreut, von dem dann ja einige Elemente in GE einflossen. Trotz seines Gesundheitszustandes hat er sich bestimmt für die Produktion interessiert und hätte ein Veto eingelegt, wenn ihm irgendetwas gegen den Strich gegangen wäre. Insofern würde ich GE noch als von Cubby grundsätzlich abgesegnet bezeichnen. Die Entwicklung hin zur persönlichen Involvierung Bonds fand mit LTK ja eh noch unter seiner Ägide statt.


    Die Geschichte mit Alec macht für mich eigentlich nur wirklich Sinn, wenn man GE als einen Reboot ähnlich wie CR später sieht, und nicht davon ausgeht, dass sein Bond mit dem von Dalton identisch ist. Brosnan hätte dann schon vor Craig sein eigenes Bond-Universum gehabt, in dem er statt Leiter zu rächen mit Alec um die Häuser zog. Die Emanzipierung von seinem Buddy-Kollegen wäre dann ein bedeutender Schritt hin zu dem Bond, den man kennt. Ähnlich wie der Tod Vespers in CR. Das "Nein, für mich" am Ende hätte dann eine ähnliche Bedeutung wie das "Bond, James Bond" am Ende von CR. Ms Bemerkung, die Mission nicht zu einer persönlichen Vendetta werden zu lassen, wäre dann einfach vor dem Hintergrund der Freundschaft zu sehen. Auch dass er teils wesentlich brutaler und rücksichtsloser vorgeht als frühere Bond-Versionen, würde vor diesem Hintergrund, dass er ein anderer Bond ist, mehr Sinn ergeben. Und in TWINE wird ja auch angedeutet, dass er noch nie eine Atombombe entschärft hat. Die Anspielungen in DAD wären dann genauso sinnfreier Humbug wie die in NTTD.


    In diesem Univerum trifft Bond nie auf Leiter oder Blofeld, sondern freundet sich stattdessen mit Wade und Zukovsky an.

  • Dass Brosnans Bond nicht mehr derselbe ist, wie noch eine Dekade (oder sogar noch länger) zuvor ist irgendwie klar. Und ich denke, da sollte man sich auch nicht allzu viele Gedanken drüber machen. Grad in der Moore-Ära gab es ja unzählige Stilbrüche zwischen den einzelnen Filmen, dass zumindest ich mir nur schwer einreden kann, dass sich das wirklich alles im selben Universum abspielen soll. Erst ab FYEO stellte sich diesbezüglich eine gewisse Stringenz ein. Daher betrachte ich sozusagen jeden Bondfilm bis zum Ende der Brosnan-Ära als "Mini-Reboot". Die Figur ist grundsätzlich dieselbe sowie auch ein Teil ihres Umfelds. Das bisher Geschehene hingegen nicht zwingend. Aber wenn man das so betrachtet, ist das irgendwie auch völlig sekundär. Im Gegenzug bin ich aber auch der Meinung, dass man Bond nicht rückwirkend eine bisher nicht erwähnte Vergangenheit andichten sollte. Diesbezüglich wird - das muss ich zugeben - das Reboot in CR '06 wieder stimmig, denn da war Bond explizit als Figur ohne (handlungsrelevante) Vergangenheit dargestellt - er war einfach ein unbeschriebenes Blatt. Hingegen entwickelte sich das Ganze danach wie wir wissen ganz übel, mit dem Erscheinen des "Das war alles ich"-Bros als "Krönung". Wie in den vergangenen Beiträgen schon geschrieben: dagegen ist Alec geradezu harmlos, vor allem weil Bond nicht direkt mitverantwortlich war für das, was aus Alec geworden ist.


    Quote

    In diesem Univerum trifft Bond nie auf Leiter oder Blofeld, sondern freundet sich stattdessen mit Wade und Zukovsky an.

    Jetzt, wo ich mir das so überlege... Wade war wohl so als eine Art Leiter 2.0 gedacht beziehungsweise als dessen Ersatz. So wie in der Disney Serie "Duck Tales", wo gegenüber dem bisherigen Universum auch neue, als Charaktere hinzugefügt/etabliert wurden ;) . Und dass Leiter in keinem der Brosnan-Filme vorkam, ist mir auch eben erst bewusst geworden :S.

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