DER FILM: Stirb an einem anderen Tag

  • Hier die vollständige Diskussion im Archiv.


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    Quote from webster


    Nun also zu DAD, dem Videospiel-Bond. DAD ist Bond goes Lara Croft. DAD ist Bond goes Star Trek Next Generation. Die Tragik von Bonds koreanischer Gefangenschaft wird übertüncht von der Holodeck-Szene mit Moneypenny. Daß der als Zitatensammlung angelegte DAD alles bigger and better machen wollte, war wohl der Anspruch. Bigger und mehr "out there" ist der Film ja geworden. Better hingegen nicht. Brosnan erlebt in seinem 4. und letzten Bondfilm sein persönliches Moonraker. Der Character Jinx wirkt wie aus einem Videospiel. Die Genklinik und das Konzept des genmanipulierten Villains ruiniert den Film total.
    Die Rolle von Miranda Frost als Doppelagentin ist ein interessanter Ansatz. Toby Stephens spielt seinen Gustav Graves großartig, und ist vielleicht der einzige Lichtblick dieses Films. Die Q-Szene mit Cleese ist bis zu dem Zeitpunkt gut, an dem das unsichtbare Auto ins Spiel kommt. Island (engl. Iceland) ist nur wegen einem blöden Witz der Standort des Eispalastes (engl. ice palace). Da ist die Möglichkeit verschenkt worden, an interessanten Locations zu drehen, die dem Film sehr fehlen. Aber ein Videospiel muß eben wie CGI aussehen. Der diamantgesprenkelte Zao ist auch so ein Videospielcharakter, ebenso wie die Fechtlehrerin. Die koreanische Geschichte und der Graves-Plot mit den Diamanten funktionieren nicht zusammen, weil das Element, welches sie zusammenhalten soll, die Genklinik, so fürchterlich daneben ist. Purvis und Wade, was habt ihr euch dabei bloß gedacht? Leider wird der Film nicht wieder besser, denn dann kommt das unsichtbare Auto in den Videospieleinsatz - und siehe da: der Jaguar von Zao ist mit genauso wilden Gadgets ausgestattet wie das Bondauto. Diese Chase-Sequenz, in deren Verlauf dann der Eispalast zerstört wird, ist ein weiterer Grund, warum DAD wohl auf absehbare Zeit der Tiefpunkt der Bondserie bleiben wird. CR'67 hatte wenigstens Charme, wo in DAD wieder zu viel geballert wird. Aber das ist eben auch wieder ein Videospiel-Element. Und im Finale im Flugzeug, wo Graves "wieder" als Koreaner auftritt, wirkt er als genmanipulierten Villains komplett lächerlich, was den dramaturgisch zwischen Graves und Bond vom Drehbuch vorgesehenen Bruderkonflikt komplett unglaubwürdig macht, denn Graves ist eben nicht das Abbild des Superhelden Bond, sondern nur irgend ein dahergelaufener, kaputter Typ - und wegen seinen Taten an der Welt und an sich selbst, wirkt er nicht mal mehr tragisch, sondern irgendwie peinlich. Wie der ganze Film. Es war mir ein Rätsel, warum Purvis und Wade sich nochmal versuchen durften an Bond nach diesem Disaster Allergrößter Dimension (DAD).


    Der implantierte Sender und der wackelnde, einstürzende Palazzo in CR hinterlassen leider einen fahlen Nachgeschmack, der an DAD erinnert, aber dazu mehr bei CR nächste Woche.









  • DAD ist der mit ABSTAND schlechtese Bondfilm.
    Eigentlich schon fast unwürdig zu diesen zu zählen.


    Der Filme wollte zu viel: Als 20. Bondfilm im 40. Jahr wollte er mehr "over the Top" sein als alles zuvor und zudem noch die frühren Filme würdigen. Was rauskam war ein überdrehtes Computerspiel ohne Seele.
    Die wenigen Highlights des Films (Fechtkampf, Raoul, Hovercraft, Miranda Frost) sind OK, aber auch nicht besonders erinnerungswürdig. Erinnerungswürdig sind dafür aber die vielen Tiefpunkte des Films, die sich ab Island (also ab der Hälfte des Films) mathematisch gesehen zu einer durchgängigen Tieflinie zusammenreihen, die sich auf Höhe der X-Achse befindet.
    Die genauso unglaubwürdige wie idiotische Geschichte der Gesichtsumwandlung, die Diamantenfresse Zaos (Warum pickt er die Diamanten nicht einfach aus dem Gesicht?), Jinx als Lara Croft für ganz Arme, ein durchweg farbenarmes Bild, ein unsichtbares Auto, miese CGI (1 Jahr nach TLOTR war es einfach nur peinlich, so eine Technik abzuliefern, auf die man im "Making of" dann auch noch stolz war), der schwache Showdown, die anrüchigen Holperdialoge, und und und.... All das wird mich hoffentlich die kommenden Jahre davon abhalten, nochmals zu meinen, DAD könnte die rote Laterne abgeben.


    Und wenn ich doch auf die Idee kommen sollte mir den Film anschauen zu wollen, dann soll mir mein eigener Text hier Warnung und Mahnung zugleich sein.

  • Hallo Bond-Fans. Ich habe eine kleine Frage zu diesem Bond-Film.


    Und zwar geht es ums Rauchen. Pierce Brosnan setzte sich doch radikal dafür ein das Bond nicht mehr raucht. Und das tat er dann auch nicht. Bis zu seinem letzten Teil. Da fängt Brosnans Bond plötzlich wieder an zu Rauchen. Er raucht mit diesem Kubaner einen besonders gesundheitsschädlichen Joint. Warum tut er das? Ich dachte Brosnan wollte nicht mehr das 007 raucht. Wieso tat er es in seinem letzten Film doch?


    Kennt ihr den Grund? Eigentlich eine unwichtige Frage von mir, aber bei Bond interessieren mich sogar die Kleinigkeiten. Hoffe auf eine Antwort.

    "Ich helfe Menschen, die Probleme haben." - "Ein Problemlöser." - "Ich würde sagen, mehr ein Problembeseitiger." 8)

  • Ich denke warum Brosnan bis DAD nicht geraucht hat, war eher Entscheidung der Produzenten. Thema "political correctness".
    Roger rauchte nach TMWTGG auch nicht mehr, obwohl er bis Mitte der 80er noch Raucher war (wenn auch von Zigarette auf Zigarre umgestiegen).
    Dalton durfte, Brosnan nicht mehr (außer DAD). Craig raucht auch nicht mehr, dafür darf ihn aber Severine ins Gesicht hauchen.
    Helden dürfen "leider" auf der Leinwand nicht mehr rauchen. So ist die neue Welt halt nun mal.
    Es sei denn man produziert etwas über die gute alte Zeit, wie die Serie "Mad Men" ;)

  • Das Rauchen der Zigarre in DAD hat meiner Meinung nach ohnehin nur den symbolischen Charakter, dass es eben besonders kubanisch wirken soll.

  • Zitat Miranda Frost: "Ich glaube, es reicht jetzt!"


    Der Satz - genau an der richtigen Stelle des Films - drückt exakt mein Verhältnis zu DAD aus. Miranda spricht ihn bekanntlich, um das Fechtduell zwischen Bond und Graves zu beenden, und dieses Duell ist genau der Punkt, an dem der Film für mich kippt. Bis dahin ist der Film trotz partiell grenzweriger Dialoge durchaus solide, aber ab hier beginnt er zu schmerzen. Ausgerechnet in dieser traditionsreichen spielerischen Konfrontation Bonds mit dem Villain in der ersten Filmhälfte (GF, OP, NSNA) lässt DAD inszenatorisch jede spielerische Leichtigkeit seiner Vorgänger vermissen, was umso schwerer ins Gewicht fällt, da DAD trotz ernster Ansätze ins Lager der Over-The-Top-Bonds gehört - gerade musikalisch meint man beim Duell, dem großen Finale zu lauschen. Hier gerät der Film dann aus der Bahn. Der Eispalast als Schauplatz wie auch die Figur Miranda bleiben, wiewohl letztlich unter ihren Möglichkeiten, vom Ansatz her gut, dennoch begibt sich der Film nun auf einen Sturzflug. Schade: Das Potential für einen richtig guten Spaß-Bond bleibt unübersehbar!

  • Wo wir schon einmal beim Thema sind-Weiß jemand ob die Bonddarsteller privat rauchen ? Das hat mich schon immer interessiert. Mir ist nur bekannt das Moore Zigarre geraucht hat und Craig für CR mit Zigaretten aufgehört hat.

  • Pierce Brosnan war Raucher, hat aber hat MItte der 90er aufgehört.


    Sean Connery hat mit 9 oder 10 Jahren angefangen zu rauchen, aber inwieweit er heute noch raucht oder irgendwann aufgehört hat weiß ich nicht.


    Lazenby hat im Film geraucht, privat keine Ahnung. Bei Dalton habe ich schon ein Interview mit Zigarette gesehen, also er hat zumindestens mal geraucht.

    Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

    Edited once, last by Don-Corleone ().

  • Damals waren die Zeiten eben noch politisch unkorrekt. Auch im Wirtschaftswunderdeutschland. Halbwüchsige Raucher findest du da zum Beispiel bei Heinz Erhardt (Vater, Mutter und neun Kinder) oder Peter Alexander und Heintje (Zweiter Lümmel-Film). Und heute sind die Raucher fast schon kriminalisiert. So ändern sich die Zeiten.

  • Ja einige möchten mich nachdem sie diesen Text gelesen haben sicherlich steinigen, aber hab da auch mal was zu sagen:


    Ich finde Stirb an einem anderen Tag ist ein genialer Bond Film.
    Ich mag einfach so herrlich abgedrehte Filme, denn bei einem Film schalte ich das Hirn aus und lass mich einfach berieseln, auch bei einem Bond Film.
    Das der ein oder andere Effekt vll besser hätte sein können, will ich gar nicht bezweifeln, aber für mich einer der Top Brosnan Bonds. Ich würde fast so weit gehen, und ihn ziemlich weit oben auf meiner TOP Bondfilm Liste zu setzen.


    Das kann aber auch zwei gaaanz andere Gründe noch haben, denn:


    1. Es war mein erster Bond im Kino!
    2. Ich finde Pierce Brosnan unglaublich sympatisch als Bond.



    Dafür kann ich "ums verrecken" nicht OHMSS leiden, ich finde diesen Film einfach nur .........
    Ich kann ihn mir zwar anschauen, aber ich hab ne gewisse Aversion gegen diesen Bond.


    So das ist meine persönliche Meinung. Möge das Bashing nun beginnen. :thumbup: :headbang:

    "Pistole weg, ich bin schneller!"


    "Und, 007, wie war die letzte Nacht?" - "Ach, Q, ein ständiges auf und ab!"


    "Freuen Sie sich nicht zu früh, Sie haben noch viel Zeit um zu sterben!"


    "Ich bin doch schon tot!" - "Für mich nicht tot genug!"


    "Jack Wade, CIA. - James Bond, steifärschiger Brite."


    "Ich helfe Menschen die Probleme haben. - Ein Problemlöser. - Ich würde sagen mehr ein Problembeseitiger."


    "Ich glaube sie hat Handschellen dabei." - "Na das hoffe ich doch!"

  • Es wird kein Bashing geben. :P Zumindest nicht von mir - und ich bin bekennender DAD-Gegner.
    Aber ich finde es erfrischend, eine positive Rezension über diesen Film zu lesen. Und ich finde es zudem gut, dass Du Dich zu DAD bekennst. :thumbup:

  • Er hat Jehova gesagt, steinigt ihn!!!


    bondandy: Nö, ich find das auch gut! :thumbup:
    Jeder hat seine speziellen Lieblinge und kann ungekehrt oft einen der sog. "Klassiker" nicht ab, und so muss es auch sein! Ansonsten könnten wir ja jegliche Diskussionen einstellen. Speziell rein emotionale Beweggründe wie "1. Bond im Kino" finde ich gut (bei mir übrigens auch DAD, TND und TWINE hab ich aber auch im Kino gesehen, war aber noch nicht bondifiziert). Und Pierce mag ich auch, er ist in DAD auch sehr gut. Jinx hingegen? Und Graves? Und Miranda? Meeeeeh ....


    Wo bewegt sich DAD denn bei dir plätzemäßig? Hast du schon in der Bestenliste gepostet? Würde mich interessieren!
    Zur Bestenliste

  • Ah es gibt Brosnanfans die versuchen das Forum zu unterwandern 8o Der gute Pierce hat hier eh einen schweren Stand, von daher ist es wünschenswert wenn er etwas mehr Unterstützung bekommt :thumbup:

    Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

  • Wo bewegt sich DAD denn bei dir plätzemäßig? Hast du schon in der Bestenliste gepostet? Würde mich interessieren!
    Zur Bestenliste

    Das ist ja leider das Problem, ich hab zwar im alten Forum glaub ich mal ne bestenliste gepostet, jedoch kann ich mich da nie so festlegen, außer das OHMSS eben bei mir gaaanz am Schluss steht. Sonst schau ich alle Filme irgendwie gerne.

    "Pistole weg, ich bin schneller!"


    "Und, 007, wie war die letzte Nacht?" - "Ach, Q, ein ständiges auf und ab!"


    "Freuen Sie sich nicht zu früh, Sie haben noch viel Zeit um zu sterben!"


    "Ich bin doch schon tot!" - "Für mich nicht tot genug!"


    "Jack Wade, CIA. - James Bond, steifärschiger Brite."


    "Ich helfe Menschen die Probleme haben. - Ein Problemlöser. - Ich würde sagen mehr ein Problembeseitiger."


    "Ich glaube sie hat Handschellen dabei." - "Na das hoffe ich doch!"

  • Ich muss auch sagen, dass mich DAD damals im Kino sehr gut unterhalten hat. Erst in der kritischen Nachbetrachtung und im Vergleich mit den anderen hat der Film bei mir gelitten. Wobei gelitten auch sehr relativ zu sehen ist. Auch die letzten Plätze in meiner Bestenliste unterhalten mich noch sehr gut. Nur in der Gesamtbetrachtung ziehe ich dann (vermeintlich?) anspruchsvollere, "ernstere" Bondfilme vor.

  • Nur in der Gesamtbetrachtung ziehe ich dann (vermeintlich?) anspruchsvollere, "ernstere" Bondfilme vor.

    Das ist ja gerade das große Problem von DAD. Das Gezeigte ist - so blödsinnig und abstrus es auch ist - tatsächlich ernst gemeint. Wäre der Streifen mit einer guten Portion Selbstironie gewürzt, könnte man dem Ganzen vielleicht mehr abgewinnen. So ist der Film teilweise gähnend langweilig und teilweise komisch. Unfreiwillig.

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